Donnerstag

Heute haben
Irmgard Keun * 1909
Lothar-Günther Buchheim * 1918
Felix Mitterer * 1948
Emilia * 2006
Geburtstag
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Warum es Arno Schmidts Texte nicht als E-Book gibt

Friedrich Forssmanns Kommentar zum E-Book, oder ist es schon eine Hasstirade, löst eine große Dikussion aus. Forssmann (Buchgestalter, Typograf, Gebrauchsgrafiker) spricht diesem Lesegerät jegliche Berechtigung ab.
„Muß man eigentlich noch etwas gegen E-Books sagen? Müssen sie einem nicht womöglich leid tun, die albernen Dateien, die gern Bücher wären, es aber niemals sein dürfen? Ja, das muß man, und nein, das müssen sie nicht, sie sind ein Unfug, ein Beschiß und ein Niedergang.“
Sehr amüsant zu lesen auf dem neuen Suhrkamp-Blog.
Friedrich Forssmann ist Buchgestalter, Buchsetzer und hauptsächlich zuständig für die Arno Schmidt Gesamtausgabe. Auch bei anderen Verlagen taucht er oft als Mann hinter den Buchstaben auf. Dass er natürlich mit dem elektronischen Lesegerät nichts anfangen kann, ist mir schon klar. Diese Dinger haben ja auch so was von keine Erotik. Wir springen mitten rein in den Text, haben kein schnelles vor und zurück fürs Auge und fürs Hirn. Keinen Klappentext, zum nochmals schnell nachschauen und schon gar kein Umschlagillustration. Das ist für mich als Buchhändler sehr wichtig, weil wir doch sehr visuelle Menschen sind und unsere Bücher meist über das Bild oben drauf finden. Selbst lese ich immer wieder auf dem E-Book, da uns die Verlage immer häufiger Leseexemplare in digitaler Form zuschicken. Hat auch einen Vorteil, da sonst oft Packen von Papier nach dem lesen herumliegen. Letztes Wochenende habe ich die neue Donna Tartt, die demnächst mit über 1.000 Seiten erscheint, auf dem E-Book-Reader gelesen. Sehr praktisch im Zug mit leichtem Rucksackgepäck.
Auf dem Suhrkamp-Blog dürfen Sie dann auch richtig mitschimpfen. Sehr emotional geht es da zu.
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Und jetzt gibt es noch so etwas ganz altes, wie ein Buch aus Papier.

Rial

Nuria Rial: „Bach Arias“
Chronik der Anna Magdalena Bach
Kammerorchester Basel
Julia Schröder: 1.Geige und Dirigentin
Benoit Laurent: Oboe

Deutsche Harmonia Mundi  CD 19,99

Arien aus BWV 36b, 51, 82, 173a, 198, 208, 244a; Bist du bei mir BWV 508
+Violinkonzert BWV 1056; Konzert für Violine, Oboe & Streicher BWV 1060
+Krieger: Arie „Einsamkeit, du Qual des Hertzen“

Die Sopranistin und Echo-Klassik-Preisträgerin Nuria Rial hat hier ein Konzeptalbum eingespielt und lässt sich, wie schon bei ihrem Telemann-Projekt von Julia Schröder und dem Kammerorchester Basel begleiten. Die Fachpresse lobt lobt sowohl das Orchester, als auch die Sängerin als die besten Barockinterpreten Interpreten (Europas). Die Musiker sind aber nicht bloß Beiwerk, sondern gleichwertige Partner, was daran zu erkennen ist, das sie das Konzert für Violine und Orchester BWV 1056 und das Doppelkonzert für Geige und Oboe BWV 1060 mit auf der CD eingespielt haben. Ein wirklicher Hörgenuss für mich als einer, der einfach nur Musik hört (und verkauft), sich aber zu keiner Kritik traut. Ich kann nur sagen, ob es mir gefällt, oder nicht. Und diese unglaublich klare Stimme in Verbindung mit der Bachschen Musik sind einfach grossartig. Was es mit dem „Anna Magdalena-Thema“ auf sich hat, kann ich nicht genau sagen. ich habe nur gehört, dass dies nicht ganz so einfach nachzuweisen ist, wie es auf dem Booklet abgedruckt ist. „Anna Magdalena Bach war eine virtuose Sängerin und gefragte Solistin ihrer Zeit. Neben Werken des großen Johann Sebastian Bach, die er nachweislich für seine Frau komponierte, enthält diese CD weitere Kompositionen Bachs, die vermutlich für Anna Magdalena geschrieben wurde bzw. aus ihrem musikalischen Umfeld stammen.“ Wie dem auch sei, es lohnt sich allemal, der Musik zu lauschen.

„Bachs weibliche Seite: Ein Interview mit Nuria Rial“
Ein Interview in der Zeitschrift Crescendo.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=Y3lRdb5BSGA]
Nuria Rial singt die Kantate 36 „Schwingt freudig euch empor“

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=zq49rymjvNg&list=PL38C488D6B0524939&index=5]
Nuria Rial mit Phillipe Jaroussky

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