Heute haben Max Brod * 1884 Dashiel Hammett * 1894 Louis-Ferdinand Celine * 1894 John Cheever * 1912 Andrei Bitow * 19367 Said * 1947 Geburtstag ______________________________________
„Lernen kann man immer nur von dem, der seine Sache liebt, nicht von dem, der sie ablehnt.“ Max Brod ______________________________________
Unser Buchtipp:
Charles Ferdinand Ramuz: „Sturz in die Sonne“ Aus dem Französischen und mit einem Nachwort von Steven Wyss Limmat Verlag € 26,00
Ende Juli 1921 wird in Genf ein Temperaturrekord von 38.3 Grad verzeichnet. Was damals ein Jahrhundertereignis ist, sind wir inzwischen gewöhnt. Zu jener Zeit aber ist eine derartige Hitze aussergewöhnlich. Den waadtländischen Autor Charles Ferdinand Ramuz hat der Sommer 1921 zu einem Gedankenexperiment inspiriert: Was, wenn diese Hitze nie mehr weggeht? Was, wenn es immer heisser und heisser wird? Und: Wie reagieren Menschen im Angesicht einer Katastrophe? Ausgangspunkt des Romans ist ein Gravitationsunfall im Universum. Wissenschaftler haben entdeckt, dass die Erde dabei ist, in die Sonne zu stürzen. Die Erde wird verglühen, alles Leben enden. Es bleiben nur noch wenige Wochen.Diese Nachricht geht um die Welt. Was die Menschen nun tun? Zunächst ignorieren sie ihr Schicksal. Als sie merken, dass es tatsächlich immer wärmer wird, reden sie sich die Sache schön: Sie preisen das tolle Wetter, den blauen Himmel, hoffen auf guten Wein. Doch schon bald wird sich nichts mehr schönreden lassen. Die soziale Ordnung gerät aus den Fugen. Bei Erscheinen des Romanes im Jahr 1922 wurde er von der Kritik nicht beachtet, oder verrissen. Vielleicht lag es am ungewohnten Thema, oder den unterschiedlichen Sprachvarianten, die Ramuz in seinem Buch benutzt. Auch gibt es keine stringente Handlung. Der Autor springt von Handlungsort zu Handlungsort und beschreibt aus unterschiedlicher Sicht, wie sich die Freude über den blauen Himmel in Gewalt verändert. Aus heutiger Sicht, 100 Jahre später, ist dieser Text aktueller denn je. Aus einem Gedankenspiel, vor einem ganz anderen Hintergrund, wurde und wird Realität durch die heranrollende Klimakatastrophe.
Heute haben Harry Graf Kessler * 1868 Max Herrmann-Neiße * 1886 Pär Lagerkvist * 1891 Annemarie Schwarzenbach * 1908 Dieter Hildebrandt * 1927 Friedrich Achleitner * 1930 Geburtstag ____________________________________
Max Herrmann-Neiße Ein Licht geht nach dem andern aus
Ein Licht geht nach dem andern aus, und immer dunkler wird das Haus Ich bin allein beim Lampenschein, ein Leuchtturmgeist in all der Nacht, der in dem Schlaf der andern wacht und Angst hat, auf dem Meer zu sein.
Vorn fern und nah umflattern blass der andern Liebe mich und Hass, gelockt von meinem späten Licht; ihr Stöhnen tönt mit Lust und Leid in meine große Einsamkeit, ihr Gram weht kühl um mein Gesicht.
Schon liegen sie, wie Tote tun, als probten sie, im Grab zu ruhn, und nur ihr Atem flackert sacht. Ich fürchte dieses Schlafes Bann, der mich für immer halten kann, und bleibe wach in all der Nacht. ____________________________________
Jetzt, wenn es in den Gärten blüht, passt das Büchlein ausgezeichnet.
Claude Monet (1840-1926) gilt als einer der bedeutendsten französischen Impressionisten, seine Seerosen-Bilder sind weltberühmt. 1883 ließ er sich in Giverny nordwestlich von Paris nieder; dort lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod. Am Zusammenfluss der Flüsse Seine und Epte legte er nach eigenen Vorstellungen seinen Garten an, der mit der „japanischen Brücke“ und dem Seerosenteich zum Motiv einer Vielzahl seiner Bilder wurde. Die hier entstandenen Werke erweiterten die impressionistische Malerei hin zu einem Fest der Farbe, und der gemalte Garten führte Monet schließlich bis an die Grenzen der Abstraktion. In dem vorliegenden Band zeigen Gloria Köpnick und Rainer Stamm die Entwicklung von Monets Bildserie anhand ausgewählter Meisterwerke und erläutern die Geschichte der in Giverny entstandenen Gartenbilder in einem Nachwort. ____________________________________
Ulmer Lyriksommer 2023: Lesung mit Markus Orths: „Mary & Claire„ Auftaktveranstaltung zum 2. Ulmer Lyriksommer Freitag, 26.Mai, 19.30 Uhr, Eintritt € 6,00
Markus Orths mitreißender Roman über die Stiefschwestern und Schriftstellerinnen Mary Shelley und Claire Clairmont – eine sprudelnde Geschichte über die Literatur, das Leben und die Liebe. Mary & Claire lieben Percy. Und Percy liebt Mary & Claire. An seiner Seite entfliehen die Frauen der Londoner Enge. Sie wollen atmen, reisen, lesen, verrückt sein, lieben und schreiben. Und sie nehmen den schillerndsten Popstar der Literatur Anfang des 19. Jhd. in ihre Gemeinschaft auf: den jungen Lord Byron.
Heute haben Gérard de Nerval * 1808 Arthur Conan Doyle * 1859 Johannes R.Becher * 1891 Robert Neumann * 1987 Geburtstag ___________________________________
Ob etwas tauglich ist, wissen erst die Enkel Robert Neumann ___________________________________
Was für ein tolles Buch:
„Die Wunderkammer des Lesens„ Herausgegeben von Thomas Böhm Gebunden, zweifarbig, mit Kopffarbschnitt, Lesebändchen, Prägung und zahlreichen Abbildungen Verlag das kulturelle Gedächtnis € 28,00
Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals ermüdendem Lesen. Virginia Woolf
Welchen Leser ich wünsche? Den unbefangensten, der mich, Sich und die Welt vergißt und in dem Buche nur lebt. Friedrich Schiller
Ist Lesen eine Kunst? Eine Leidenschaft? Eine „edle Beschäftigung“? (Thoreau) „Ein großes Wunder“? (Marie von Ebner Eschenbach) Ein lebenslanges (Selbst)Studium? Ein Gespräch über alle Grenzen von Raum und Zeit hinweg? Ein „Emporwachsen der Seele“? (Voltaire) Dieses Buch ist eine Meisterleistung des Herausgebers Thomas Böhm. So eine große Bandbreite rund um die Themen Buch und Lesen muss man erst mal hinbekommen.
Kapitelüberschriften sind u.a. Die Wahl der Lektüre & Liebesbeweise an das Lesen Ein Opfer der Lesesucht berichtet Die Bibliothek an Bord der ISS Bücher, die noch niemand lesen konnte Über Signaturen und Widmungen Anleitung zum Lesen mit Kindern Aufschrifte auf Literatur-T-Shirts Deutschsprachige Literaturblogs Lektüre deutscher Fronstsoldaten im Jahr 1943 Virginia Woolf über das Lesen und Biografien und Briefen Weltbibliothek – die 100 besten Werke der Literaturgeschichte und und und. Immer noch nicht genug? Bitte: Wie man über ein Buch spricht, das man nicht gelesen hat Eine Geschichte über die Sinnlosigkeit des Lesens
Das ist wirklich nur eine Auswahl aus dem reichhaltigen Sammelsurium an Themen. Dazu kommt, dass dieses Kompendium unglaublich schon gestaltet ist und einem die Druckfarbe in die Nase steigt. Tipp für ein weiteres Thema: Allergien beim Bücherlesen.
Thomas Böhm (geb. 1968) ist Publizist und Organisator von Literaturveranstaltungen, gestaltete u.a. die Gastlandauftritte von Island, Schweiz, Norwegen bei den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig. Seine Wunderkammer der deutschen Sprache (2019 mit Carsten Pfeiffer) und seine Wunderkammer des Reisens in Deutschland (2021) waren Spiegel-Bestseller und wurden mehrfach ausgezeichnet. Wöchentlich moderiert er das Buchmagazin Die Literaturagenten auf radioeins (rbb).
Heute haben Honoré de Balzac * 1799 Sigrid Undset * 1882 Hans Sahl * 1902 Wolfgang Borchert * 1921 Samuel Selvon 1923 Hanna Krall * 1937 Geburtstag ____________________________________
„Was morgen ist, auch wenn es Sorge ist, ich sage Ja!“ Wolfgang Borchert ____________________________________
Sven Plöger, Andreas Schlumberger: „Zieht euch warm an, es wird noch heißer!„ Können wir den Klimawandel noch beherrschen? Mit Extrakapiteln zu Wasserstoff und Kernfusion Westend Verlag € 22,00
Zu dieser komplett überarbeitenden Neuauflage seines erfolgreichen Buches schreibt Sven Plöger selber:
Können wir den Klimawandel noch beherrschen?
Die Flutkatastrophe im Ahrtal 2021, das Hitze und Dürrejahr 2022 mit Wasserknappheit, massiven Waldbränden und Hitzewellen – UN-Generalsekretär António Guterres sagt: „Wir sind auf dem Highway in die Klimahölle.“ Doch was tun die meisten Regierungen sowie viele von uns privat? Nichts. Abwarten. Statt Probleme anzupacken und die verbleibende Zeit zu nutzen, reden wir uns die Welt schön. Doch ganz gleich, ob wir Despoten für ungefährlich, Erdgas für nachhaltig oder Technologie für das Allheilmittel halten: So funktioniert die Realität nicht. Wir können nicht einfach fossile Energieträger durch Wasserstoff ersetzen, das Kohlendioxid wieder einfangen und danach – angetrieben durch Kernkraft – weiterleben wie zuvor. Es bleibt dabei: Der Klimawandel ist unsere Jahrhundertaufgabe. In ihrem Buch zeigen Sven Plöger und Andreas Schlumberger, wie wir sie lösen können und eine nachhaltigere und gerechtere Welt für unsere Kinder und Enkel schaffen.
Zieht euch warm an, es wird heiß erschien erstmals im Juni 2020. In Zahlen ausgedrückt ist seitdem kaum Zeit vergangen – und trotzdem scheint 2020 eine Ewigkeit zurückzuliegen. Die Welt hat sich an vielen Stellen im Grundsatz verändert. Das ist nicht nur ein Gefühl. Die Last sich überlagernder Krisen nimmt zu, am verstörendsten ist dabei sicherlich der Krieg in der Ukraine. Es macht mich traurig und betroffen, so etwas wieder in Europa erleben zu müssen und gleichzeitig zu wissen, dass auf der Welt weitere 20 Kriege und 164 bewaffnete Konflikte toben. Dazu kommen die Nahrungsmittel- und Energiekrise, die Kosten explodieren und damit die Inflation massiv steigen lassen. Belastend für uns, geradezu existenzgefährdend für Menschen in ärmeren Regionen. Außerdem wird der Widerstreit von Demokratien und autokratischen Systemen immer stärker spürbar. Wir verstehen nach langer Zeit wieder neu, dass man Demokratie ernsthaft verteidigen muss, wenn man ihre Freiheiten auf Dauer genießen möchte. Und während wir noch dabei sind, die Corona-Pandemie zu verdauen, thront über allem die Klimakrise, der Klimawandel, die Klimakatastrophe – wie auch immer wir es nennen wollen.
An zunehmend extremerem Wetter erkennen wir nicht nur unsere Verletzlichkeit, sondern außerdem, dass die Prognosen der Klimaforschung von vor rund 40 Jahren tatsächlich eintreten. Die Flutkatastrophe im Ahrtal und in anderen Regionen im Westen Deutschlands 2021 hat uns gezeigt, in welchem Ausmaß wir selbst unmittelbar betroffen sein können. Wir stecken in einer Doppelrolle, denn wir sind nicht selten Opfer unserer eigenen Taten. Schaut man auf all das, scheint die Unbeschwertheit früherer Zeiten vorbei. Das Ausmaß der Krisen, ihre Gleichzeitigkeit und das Wissen, dass wir sie parallel bewältigen müssen, lassen uns vor einem Berg schier unlösbarer Probleme erstarren. Angst vor Status- und Kontrollverlust macht sich breit, Gesellschaften drohen zu zerreißen – so zumindest einige Soziologen.
Merken Sie etwas? Diese eine Buchseite »Standortbestimmung der Welt« – und man könnte neben sie noch etliche mit gleichem Tenor stellen – vermag uns den Atem zu rauben, uns verzweifeln zu lassen, uns jeden Optimismus zu nehmen. Immer öfter höre ich gerade zur Klimakrise den Satz: »Das können wir doch ohnehin nicht mehr schaffen, wozu also das Ganze?« Wenn ich dann sage: »Wir müssen die Probleme in kleine Bausteine zerlegen; uns auf unsere Möglichkeiten konzentrieren und nicht auf andere schielen; heutige und vergangene Erfolge sehen; eine Haltung entwickeln, die persönliche Veränderung erlaubt und technischen Fortschritt nicht verteufelt; und mit allen Schalthebeln der Demokratie dafür sorgen, dass es endlich geeignete Rahmenbedingungen gibt, die denjenigen, der die Umwelt verschmutzt, nicht reicher werden lässt, als den, der sie sauber hält«, dann wird häufig zustimmend genickt. Bei einigen bleibt jedoch trotz all dieser Punkte hängen, dass es doch geradezu leichtgläubig sei, heute noch Hoffnung zu haben. Der Gedanke ist erlaubt und vielleicht auch nachvollziehbar. Aber: Wenn Optimismus naiv ist, dann folgt, dass Pessimismus nicht naiv ist. Und deshalb stelle ich den Leuten diese Gegenfrage: »Was verbessert sich für Sie persönlich, wenn Sie eine pessimistische und damit hoffnungslose Sicht auf die Welt einnehmen? Werden Sie zufriedener? Hilft es Ihren Nachkommen? Können Sie mir irgendeinen Vorteil nennen?« Ich habe diese Fragen schon häufiger gestellt und in exakt null Fällen eine sinnstiftende Antwort erhalten. Deswegen möchte ich »einfach frustriert aufgeben« als Konzept für die Zukunft nicht zulassen. Das passt auch nicht zum Rheinländer, schließlich bin ich gebürtiger Bonner.
Dieses Buch will zwei Dinge tun: Zunächst machen wir eine Bauchlandung, die uns zeigt, wo wir hinsichtlich des Klimas wirklich stehen. Dabei wird auf jegliche Schönrederei verzichtet, und stattdessen erklärt, wie die Zusammenhänge im komplexen Erdsystem funktionieren: Was verbindet Wetter und Klima, wo liegt der Unterschied? Wohin entwickelt sich die Welt durch unser Handeln und warum sorgt die Erderwärmung für immer extremere Wetterereignisse? Mit den gewonnenen Erkenntnissen widmen wir uns danach den vielen Stellschrauben und Möglichkeiten, um aus dem Schlamassel wieder herauszukommen. Da geht es um Haltung und Verhalten, um Technik, um Politik, um Unternehmen und Wirtschaft, um Geldanlage, um das Bevölkerungswachstum, um den globalen Süden, um reichere und ärmere Menschen sowie ihren Fußabdruck, um behäbige Bürokratie, um ein soziales oder ökologisches Pflichtjahr und vieles andere.
Es braucht neben mehr Klimawissen in der Gesellschaft auch eine wirkliche Aufbruchstimmung. Wir müssen entschlossen loslegen, denn ohne eine Transformation, die unser Dasein auf Dauer nachhaltig macht, werden wir unseren Wohlstand in absehbarer Zeit verlieren. So einfach ist das, ob es uns gefällt oder nicht. Gedanken und Kräfte sollten dazu gebündelt werden; ideologischer Dauerstreit oder nie enden wollende Diskussionen bringen uns nicht weiter. Beides bremst und lässt die einen gleichgültig, die anderen verzweifelt zurück. Der Protest der »Letzten Generation« zeigt diese Verzweiflung mehr als deutlich. Kaum jemand wird behaupten, es wäre zur Bekämpfung der Erderwärmung zielführend, Kunstwerke zu besprühen. Insofern hält sich die Unterstützung solchen Handelns in weiten Teilen der Gesellschaft in engen Grenzen. Doch andererseits: Was soll man tun, wenn die bräsige Ungerührtheit so vieler das Anliegen, eine vernünftige Zukunft auf diesem Planeten haben zu wollen, ungehört an sich abprallen lässt? Die Frage ist also: Aus welchem Grund hört wer wem wann zu? Wie soll man auf sich aufmerksam machen? Das war schließlich auch bei früheren Protesten immer das Kernanliegen – Ältere mögen sich hier an ihre eigenen Aktionen in jüngeren Jahren erinnern.
Wir haben heute kein nüchternes Wissens-, sondern ein eklatantes Handlungsproblem. Es ist zwar gut, dass uns die Klimaforscher immer wieder neue Studien liefern und somit das im Prinzip Bekannte bestätigen, aber manchmal glaube ich, wir brauchen vor allem mehr Psychologen, die uns klarmachen, dass wir derzeit nicht dabei sind, die Welt »enkelfähig« zu machen – ein wundervolles Wort, das der Unternehmer Franz Haniel bereits vor über 150 Jahren prägte. Weil wir ständig das Gegenteil oder zumindest etwas anderes tun, als wir vorgeben tun zu wollen, müssten wir unseren Kindern und Enkeln eigentlich rundheraus sagen: »Dir soll es später mal schlechter gehen als mir!« Natürlich läge uns nichts ferner, denn eigentlich wünschen wir unseren Sprösslingen weiterhin ein besseres oder zumindest ebenso gutes Leben, wie wir es haben. Wenn wir das aber ehrlich meinen, dann ist unsere Aufgabe klar: Wir müssen Wunsch und Wirklichkeit zusammenzubringen! Möglichkeiten hätten wir genug.
(Zitiert aus der Interneseite des Westend Verlages) ____________________________________
Mehr als die Hälfte der Seen weltweit verliert Wasser Durch den Klimawandel und die menschliche Nutzung schrumpft das Volumen von Seen weltweit erheblich. Das zeigt eine neue Studie, die Satellitenbilder von 2000 Seen ausgewertet hat. Sie gibt auch Hinweise, wie Lösungen aussehen könnten. Der Wasserstand des Gardasees in Italien ist ungewöhnlich niedrig, auch in Spanien tragen viele Stauseen nach monatelanger Dürre nur noch wenig Wasser. Das sind Beispiele für eine weltweite Entwicklung, die ein internationales Forscherteam in einer neuen Studie genauer untersucht hat. Die Ergebnisse, die in der Fachmagazin „Science“ veröffentlicht wurden, zeigen: Die Wassermenge in großen Seen weltweit hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten drastisch reduziert. Seit Anfang der 1990er-Jahre verloren demnach mehr als die Hälfte der natürlichen Seen und der Stauseen weltweit an Volumen. Die Austrocknung geht den Wissenschaftlern zufolge größtenteils auf die Erwärmung des Klimas und menschlichen Verbrauch zurück. …
Waldbrand in Spanien 700 Menschen in Sicherheit gebracht In der spanischen Region Extremadura ist ein großer Waldbrand außer Kontrolle geraten. Hunderte Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Etwa 7500 Hektar Wald wurden bisher vernichtet. Die Regionalregierung geht von Brandstiftung aus. Wegen eines Waldbrandes in der westspanischen Region Extremadura sind Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht worden. Das Feuer sei am Mittwoch in der Nähe der Gemeinde Pinofranqueado ausgebrochen, teilte die spanische Sicherheitsbehörde DSN mit. In der Nacht habe es sich dann so rasch ausgebreitet, dass etwa 700 Einwohner der umliegenden Orte evakuiert werden mussten. Die Menschen wurden in Notunterkünfte gebracht. Die Lage sei weiter ernst. …
Wasserverlust in Seen Forscher warnt vor extremen Folgen für Artenvielfalt Auch in Deutschland leiden viele Seen unter Trockenheit und Klimawandel. Eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung sei das zwar nicht, sagt Hydrobiologe Rinke im Interview. Für das Ökosystem könne der Mangel dennoch drastische Folgen haben. tagesschau.de: Eine Studie hat gezeigt, dass weltweit die Hälfte aller größeren Seen Wasser verloren hat in den vergangenen Jahrzehnten. Wie ist die Situation in Deutschland? Karsten Rinke: In der Studie sind zwar nur zwei Gewässer in Deutschland erfasst. Wir wissen aber aus anderen Untersuchungen, dass die meisten Seen in Deutschland nicht so stark in Gefahr sind, wie in anderen, trockeneren Gegenden auf der Welt. Denn die starke Verdunstung ist hierzulande nicht so hoch. Und wenn ein See mit einem Fluss verbunden ist, dann ist der Wasserpegel erst mal relativ unempfindlich gegenüber Schwankungen im Zulauf. Problematisch ist es allerdings bei Grundwasser-gespeisten Seen. Das sind zum Beispiel alle Baggerseen, und regional betrachtet viele Seen im brandenburgischen und auch im norddeutschen Raum. Die sind sehr empfindlich, wenn der Grundwasserspiegel nach unten geht. Und wir sehen seit 2018, dass diese Gewässer kleiner werden oder teilweise auch bereits ausgetrocknet sind. …
Studie zu Folgen des Wetterphänomens El Niño kostet Weltwirtschaft Billionen Meteorologen sagen für dieses Jahr das Wetterphänomen El Niño voraus. US-Forscher zeigen, dass die Auswirkungen weit über Wetterextreme hinausgehen. Die Folgen erstrecken sich über Jahre und verstärken Ungleichheiten. Die wirtschaftlichen Kosten des Wetterphänomens El Niño belaufen sich auf mehrere Billionen Euro. Das geht aus einer Studie von US-Wissenschaftlern hervor, deren Ergebnisse in der Fachzeitschrift „Science“ veröffentlicht wurden. Dabei wurden nicht nur die direkten Verluste durch die mit El Niño verbundenen Wetterextreme wie Überflutungen und Dürren berücksichtigt. Zusätzlich haben die Forscher den Einfluss von El Niño auf das globale Wirtschaftswachstum und das Einkommen der betroffenen Menschen berechnet. …
Klimaprotest in Berlin Autofahrer treten Aktivisten der „Letzten Generation“ Die Proteste der Klima-Aktivisten der „Letzten Generation“ gehen weiter. In Berlin blockiert die Gruppe zahlreiche Straßen. Einige Autofahrer reagierten mit Gewalt und traten auf Demonstranten ein. Bei erneuten Straßenblockaden der Klimagruppe „Letzte Generation“ in Berlin sind Autofahrer gewaltsam gegen Aktivisten vorgegangen. Nach Angaben eines Fotografen der Deutschen Presse-Agentur zerrten sie am Freitagmorgen auf der A100 in Höhe der Abfahrt Kurfürstendamm an Protestierenden, schlugen auf diese ein und traten sie, um sie am Festkleben zu hindern. …
Nicht zu vergessen die Überschwemmungen in Norditalien, der Wassermangel in den Pyrenäen und die Waldbrände in Kanada, über die auch auf tagesschau.de berichtet worden ist.
Heute haben Rahel Varnhagen von Ense * 1771 Fritz Rudolf Fries * 1935 Otto Jägersberg 1942 David Glattauer * 1960 Jodi Picoult * 1966 Geburtstag ________________________________________
Heute ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit. ________________________________________
Friedrich Rückert Himmelsschlüsselchen
Himmelschlüsselchen ist genannt ein goldnes Feingebildetes Blümchen auf der Wiese, Weil den Himmel auf Erden sieht die Unschuld Aufgeschlossen im Frühling unter Blumen. Himmelschlüsselchen nenn‘ ich, sprach ein Jüngling, Dich mit eigenem Rechte, weil ein Himmel Mir auf Erden, ein Herz, sich aufgeschlossen, Ein geliebtes, im Frühling, als zum ersten Kranz ich schüchtern dich wand mit andern Blumen. Himmelschlüsselchen! den mir aufgeschloss’nen Himmel schließe mir jeden Frühling neu auf, Still verschließ’ ihn vor jedem Blick des Neides! Jedem anderen aber sei ein andrer Himmel offen, den ich nicht ihm beneide.
(aus dem unten besprochenen Buch) ______________________________________
Die Eisheiligen halten sich dieses Jahr sehr tapfer. Es ist immer noch kühl, windig und nass. Ja, wir brauchen dringend den Regen, aber unsere Seele braucht auch Sonne und etwas Wärme in die Knochen. Diese Neuerscheinung im Reclam Verlag zeigt, was wir jetzt schon sehen und im Laufe des Frühjahrs und des Frühsommers wieder entdecken können. Die Natur wird bunt, überall im Garten, in den letzten Ecken, spitzelt etwas Buntes. Kein Wunder, dass sich auch Dichter und Künstler von Rose und Hyazinthe seit jeher beflügelt fühlten. Dieses Buch versammelt eine wunderbare Auswahl kunstvoller Naturmalerei von Maria Sibylla Merian, Albrecht Dürer, Pierre Joseph Redouté und anderen und Gedichte von Eduard Mörike, Clemens Brentano, Elisabeth Langgässer, Joachim Ringelnatz und vielen anderen.
Heute haben Franziska von Reventlow * 1871 Bertrand Russell * 1872 Ernst Wiechert * 1887 Gunnar Gunnarsson * 1889 W.G.Sebald * 1944 Geburtstag _________________________________________
Rainer Maria Rilke Erste Rosen erwachen
Erste Rosen erwachen, und ihr Duften ist zag wie ein leisleises Lachen; flüchtig mit schwalbenflachen Flügeln streift es den Tag;
und wohin du langst, da ist alles noch Angst.
Jeder Schimmer ist scheu, und kein Klang ist noch zahm, und die Nacht ist zu neu, und die Schönheit ist Scham. _____________________________________
Genau vor einem Jahr, am 18.5.2022 haben wir hier auf dem Blog das Buch „Brauchbare Menschen“ von Magdalena Schrefel vorgestellt, in dem es um Arbeits- und Lebensbedingungen im Niedriglohnsektor geht. Und gestern ist mir diese Neuerscheinung in die Hände gefallen. Das Thema ist also immer noch mehr als aktuell.
Jana Costas: „Im Minus-Bereich“ Reinigungskräfte und ihr Kampf um Würde Aus dem Englischen von Richard Barth, Stephan Gebauer und Michael Müller Edition Suhrkamp € 20,00
Jana Costas hat sich einem Reinigungsteam am Potsdamer Platz angeschlossen. Unter dem glitzernden Komplex liegt der Minus-Bereich: vier Stockwerke mit labyrinthischen Gängen und fensterlosen Räumen. Dort ziehen sich Alex, Ali, Luisa und Marcel um, bevor sie Büros und Luxusapartments putzen. Jenseits aller Klischees ist diese Arbeit für sie auch eine Quelle des Stolzes. Costas schildert ihre Kämpfe um Würde, porträtiert eine expandierende Branche und holt so die oft unsichtbaren Beschäftigten in die Sichtbarkeit. Sie schreibt über das, was wir nicht sehen, denn morgens sind die Schreibtische in den Büros wieder sauber, die Toiletten wie von Zauberhand geputzt. Diese Unterwelt, dieser Minus-Bereich ist ein sehr lukrativer Industriezweig, der hauptsächlich in Deutschland möglichst unsichtbar auftritt. Jana Costas hat sich mit der Reinigungsfirma abgesprochen, ihren Mitmenschen gesagt, woher sie kommt und was sie vorhat und dann selbst Hand angelegt. „Watt, du bist Professorin? Steht das in deinem Perso? Zeich ma!“
Jana Costas, geboren 1982 studierte an der London School of Economics und promovierte an der Cambridge University. Seit 2014 hat sie eine Professur für Personal, Arbeit und Management an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder inne.
Heute haben Friedrich Rückert * 1788 Jakob van Hoddis * 1887 Juan Rulfo * 1918 Adrienne Rich * 1929 Lothar Baier * 1942 Achim Bröger * 1944 Geburtstag __________________________________
Gustav Schüler (1868 – 1938) Vor Sonnenaufgang an einem Maimorgen
Morgenwind stäubt die Blätter Wie eine rasche Magd, Damit die Herrin Sonne, Die hohe, kein Scheltwort sagt.
Der Löwenzahn am Wege, Den gestern ein Rad überrannt, Übt sich im Aufrechtstehen, Die Winde reicht ihm die Hand.
Finken putzen die Schnäbel: Das soll ein Singen sein! Lerchen kämmen die Flügel: Es geht in den Himmel hinein! ________________________________________
Unser Buchtipp:
Christine Rickhoff, Felicitas Horstschäfer (Illustrationen): „Keine Angst vor der Angst„ Ein Buch wie 100 Freundinnen und Freunde Oetinger Verlag € 20,00
Angst ist ein ständiger Begleiter in unserem Leben. Angst und Vorsicht beschützen uns vor großen und kleinen Gefahren. Wenn Ängste aber überhandnehmen, dann verlieren wir vielleicht die Lust und Freude im Alltag. Wie also umgehen mit Angst? In diesem Buch stellen sich 100 Menschen diesem Thema und schreiben, wie sie damit umgehen. Dieses Lesebuch, dieser Ratgeber ist konzipiert für Kinder ab 5 Jahren. Es schadet aber nicht, wenn wir Großen auch darin lesen. Was schreibt die Fallschirmsprunglehrerin, was Thomas Müller, der Fußballspieler, oder die Astronautin Suzanna Randall, ein Richter, eine Profitänzerin, eine Ärztin, der Musiker Peter Maffay, Uroma Hilde, die Psychologin Stefanie Stahl, oder ganz einfach das Kind Emil? Auf jeder Doppelseite gibt es auch noch einen kleinen Kasten mit einem Geheimtipp zum jeweiligen Text.
Trockenheit und Erderwärmung Wie Seen unter dem Klimawandel leiden
Trotz des Regens im Frühjahr leiden die Seen in Deutschland unter der Wärme und Trockenheit der letzten Jahre. Algen und invasive Arten machen ihnen zu schaffen. Was bedeutet das für den kommenden Sommer? Um sechs Uhr morgens macht Katrin Kirner ihr Boot fertig, um auf den See hinauszufahren. Am Obersee – so nennen die Bewohner den Südteil des oberbayrischen Starnberger Sees – ist sie in der Morgenkälte ganz allein auf dem Wasser. Die Fischerin will ihre Netze einholen. Doch seit einiger Zeit hat sie ein Problem: Während es in den vergangenen Jahren im Schnitt sehr warm war, ist es in diesem Frühjahr zu kalt. Die Folge: Die Fische bleiben in tieferen Wasserschichten und sind schwerer zu fangen. Das Beispiel zeigt: Klimawandel, Temperaturanstieg und die Zunahme von Extremwetterlagen wirken sich auf die Situation der Seen aus. Zwar fließt ihnen durch den vielen Regen im Frühjahr wieder mehr Wasser durch die Flüsse zu. Trotzdem leiden sie – in anderer Hinsicht.
Giftige Algenblüte Wissenschaftler der Technischen Universität München wollen dem Thema auf den Grund gehen. Jürgen Geist forscht im Bereich Aquatische Systembiologie, er versucht zu verstehen, wie sich die Natur unter Wasser verändert – welche Folgen der Klimawandel und menschliche Eingriffe für unsere Seen und Flüsse haben. Zum Beispiel kommt es immer wieder zu Blaualgenblüten. „Das liegt daran, dass die Durchmischung der Seen oft nicht mehr funktioniert“, erklärt Geist. „Nur, wenn das Seewasser in allen Tiefen dieselbe Temperatur hat, kann es sich durchmischen.“ Das passiert, wenn sich der See über den Winter abkühlen kann und das Wasser überall etwa vier Grad hat. Dann reicht ein stärkerer Wind, um sauerstoffarmes Wasser vom Seegrund und sauerstoffreiches Oberflächenwasser zu vermischen. Wird kein Sauerstoff auf diese Weise in die Tiefe transportiert, dann können sich dort Blaualgen stark entwickeln. Sie lieben sauerstoffarmes Wasser und sondern Giftstoffe ab, die in höheren Dosierungen toxisch sein können. „Es gibt Berichte von Hunden, die Seewasser getrunken haben sollen und verendet sind“, berichtet Geist. …
Heute haben Arthur Schnitzler * 1862 Emily Dickinson * 1886 K.A.Porter * 1890 Michail Bulgakow * 1891 Max Frisch * 1911 Raymond Federman * 1928 Geburtstag _______________________________________
„Die Sehnsucht ist es, die uns’re Seele nährt und nicht die Erfüllung. Und der Sinn uns’res Lebens ist der Weg und nicht das Ziel. Denn jede Antwort ist trügerisch, jede Erfüllung zerfließt uns unter den Händen, und das Ziel ist keines mehr, sobald es erreicht wurde.“ Arthur Schnitzler ________________________________________
Heute, Montag, 15.Mai, 19 Uhr Dorthin gehen, wo die Parallelen sich schneiden Hotel Kleber Post, Die Gruppe 47 in Saulgau Texte & Resonanzen Herausgeberin: Katrin Seglitz osbert+spenza Verlag € 24,00
Die Geschichte der Ulmer Hochschule für Gestaltung und der Gruppe 47 ist anfangs eng, später locker miteinander verzahnt: Als die Schriftsteller im November 1947 in Herrlingen bei Ulm tagten, lud der damalige Ulmer Oberbürgermeister Robert Scholl die Autoren zu einem Empfang im Rathaus ein. Bei dieser Gelegenheit dürften sich der Gründer der Gruppe 47, Hans Werner Richter, und die HfG-Mitbegründerin Inge Scholl zum ersten Mal begegnet sein. Gemeinsam diskutierten sie in den kommenden Monaten die Idee zu einer neuen, ganz besonderen Hochschule, die in Ulm entstehen und deren Gründungsrektor Hans Werner Richter sein sollte. Zu dieser Zusammenarbeit kam es nicht, doch blieb die Verbindung zwischen der HfG und der Gruppe 47 auch in den folgenden Jahren bestehen.
In dem Buch „Dorthin gehen, wo die Parallelen sich schneiden“ stellt die Herausgeberin Katrin Seglitz Texte von Mitgliedern der Gruppe 47 vor und lässt heutige SchriftstellerInnen darauf antworten: Nora Gomringer auf Günter Grass, Zsuzsanna Gahse auf Helmut Heißenbüttel, Thommie Bayer auf Otl Aicher und andere mehr. Die Lektüre ermöglicht die Wiederentdeckung von Texten der Gruppe 47, aber auch Einsichten in die unterschiedliche Art und Weise, zu ihnen in Resonanz zu gehen.
Die Veranstaltung ist eine Kooperation von HfG-Archiv Ulm und der Kulturbuchhandlung Jastram.
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Neu in der Walther Collection:
The Walther Collection setzt ihren Fokus auf zeitgenössische Fotografie aus Afrika fort und präsentiert auf ihrem Museums-Campus in Neu-Ulm die erste dialogische Ausstellung mit Werken von Santu Mofokeng (1956-2020) und David Goldblatt (1930-2018). Die von der Kunsthistorikerin Tamar Garb kuratierte Ausstellung, die ausschließlich aus den Beständen der Sammlung zusammengestellt wurde, eröffnet dynamische Räume für Neubewertung und Neudeutung, indem sie die Werke dieser außergewöhnlichen Fotografen miteinander verwebt. Die Ausstellung ist in drei thematische Abschnitte unterteilt, die Mofokengs und Goldblatts Werke vereinen: Erdlandschaften, Strukturen und Sozialität.
Mehr Informationen zur aktuellen Ausstellung, der kommenden Ende Mai, den Öffnungszeiten finden Sie auf der Website der Walther Collection. _______________________________________
Bernd Stelter: „Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende!“ Tour 2023 Donnerstag, 18.Mai ab 20 Uhr (Einlass: 19 Uhr) im Roxy Ulm
Ihr kennt das. Montagmorgen. Man steigt in den Wagen und schaltet das Radio an. Spätestens nach dem dritten Lied brüllt der Radiomann aus den Boxen: „Jaa Freunde, Montag, das ist natürlich nicht unser Tag! Aber macht euch keine Sorgen! Nur noch fünf Tage, dann haben wir wieder Wochenende.“ Hää?! Hat der nicht alle Tassen im Schrank? Wenn der keine Lust hat, Radiomoderator zu sein, dann kann er ja Frisör werden, die haben Montags frei.“ „Hurra, ab Montag ist wieder Wochenende!“ heißt das neue Programm von Bernd Stelter. Ein Programm für alle, die über Montage mosern, über Dienstage diskutieren, die Mittwoche mies und Donnerstage doof finden. Warum soll man denn bitte sehr viereinhalb Tage pro Woche verschenken, damit endlich wieder Wochenende ist. „Und was machst du am Wochenende?“ – „Party!“ Es geht um Work-Life-Balance. Was für ein Wortungetüm. Und was für ein Blödsinn. Wenn Deine Arbeit nicht zu deinem Leben gehört, dann hast du wirklich verloren. Nein, wir müssen schon jeden Tag genießen. Und warum können das die Dänen besser als wir, und die Schweden und die Schweizer auch. Das müssen wir direkt ändern. Aber wie? ____________________________________
Heute haben Alphonse Daudet * 1840 Daphne du Maurier * 1907 Gregor von Rezzori * 1914 Adolf Muschg * 1934 Bruce Chatwin * 1940 Arminstead Maupin * 1944 Christopher Reid * 1949 Geburtstag. _________________________________________
„Proust, more perspicaciously than any other writer, reminds us that the ‚walks‘ of childhood form the raw material of our intelligence.“ Bruce Chatwin aus „Songlines“ _________________________________________
Also falls die Bahn mal wieder fährt und Sie entspannt mit der richtigen Wagenreihung und ohne Lokschaden in Berlin ankommen, dann nehmen Sie sich vielleicht dieses Taschenbuch mit und entdecken damit viel Unbekanntes in der großen Stadt. Mehr als 50 Inseln und fast 60 km² Wasserfläche besitzt Berlin, (grüne) Strände finden sich in allen Himmelsrichtungen und fast jedem Bezirk. Die Insel der Jugend, der Sandstrand von Valentinswerder, Inseln im Seddinsee und natürlich die Pfaueninsel. Die Autor:innen dieses Buches stellen auch die unzugänglichen Inseln vor, denn die vielen unter Naturschutz stehenden Bereiche sind trotz Zutrittsverbot alles andere als unbewohnt: Wildschweine rotten sich zum Insel-Hopping zusammen, Vogelchöre veranstalten Gesangswettbewerbe, und Fledermäuse besetzen in Berliner Manier leerstehende Gemäuer.
Montag, 15.Mai, 19 Uhr Dorthin gehen, wo die Parallelen sich schneiden Hotel Kleber Post, Die Gruppe 47 in Saulgau Texte & Resonanzen Mit der Herausgeberin Katrin Seglitz Bei uns in der Buchhandlung __________________________________________
Danke an alle Mitradelnde im Jastram-Team. Super viele Kilometer sind da schon zusammengekommen. Ich hänge mächtig hinterher, da ich zwei Wochen ohne Rad im Urlaub war. Aber: Ich strample ab jetzt hinterher. Und für alle anderen: Sie können immer noch mitmachen.
Heute haben Werner Bräuning * 1934 und Eva Demski * 1944 Geburtstag und Helene Weigel, Katherine Hepburn, Joseph Beuys ________________________________________
Theodor Körner
Ich denke dein im Morgenlicht des Maien, Im Sonnenglanz; Ich denke dein, wenn mich die Sterne freuen Am Himmelskranz.
Ich sorg‘ um dich, wenn in des Berges Wettern Der Donner lauscht; Du schwebst mir vor, wenn in den dunkeln Blättern Der Zephir rauscht.
Ich höre dich, wenn bei des Abends Gluten Die Lerche schwirrt; Ich denke dein, wenn durch des Deiches Fluten Der Nachen irrt.
Wir sind vereint, uns raubt der Tod vergebens Der Liebe Lust; O, laß mich ruhn, du Sonne meines Lebens, An deiner Brust! ___________________________________
Unser Buchtipp:
Karina Sainz Borgo: „Das dritte Land„ Aus dem Sapnischen von Angelica Ammar S.Fischer Verlag € 24,00
Angustias Romero flieht mit ihrem Mann und ihren beiden sieben Monate alten Zwillinge aus einem ungenannten Land über die Berge, um der Pest zu entkommen. Die Autorin stammt aus Venezuela und es liegt nahe, dass es sich um dieses Land handelt und die Seuche als Metapher für Willkür, Armut und Aussichtlosigkeit steht. Auf diesem 800 km langem Weg ins rettende Nachbarland sind sie, wie so viele andere, auf sich gestellt und Hitze, Staub, Gewalt, Hunger und Durst überleben viele der Geflüchteten nicht. So auch ihre beiden Kinder. An der Grenze unterhält Visitación Salazar einen illegalen Friedhof (Das dritte Land), in dem sie als Totengräberin diesen Gestorbenen einen Ort der Würde gibt. Hier endlich findet Angustias für die toten Zwillinge einen Ort. Sie beschließt, bei ihnen zu bleiben und die Totengräberin in ihrem Kampf zu unterstützen. Die Autorin schont uns beim Lesen nicht, schreibt über die Hoffnungsloskeit vieler Menschen, die nichts ausser ihr eigenes Leben haben und das wird ihnen oft genug von den wechselnden Machthabern, Todesbrigaden und marodirenden Banden zerstört, oder genommen. Hoffnung auf ein freies Leben, Kraft für Veränderungen kommen einzig und allein von Frauen, deren Lebenswille ein Zeichen für mehr Menschlichkeit ist. Ein Roman ohne Raum und Zeit, aber von einer krachenden Aktualität rund um den Globus.
Eine Buchpräsentation in Kooperation mit dem HfG-Archiv Ulm bei uns in der Buchhandlung. Montag, 15.Mai, 19 Uhr
Dorthin gehen, wo die Parallelen sich schneiden Hotel Kleber Post, Die Gruppe 47 in Saulgau Texte & Resonanzen Herausgeberin: Katrin Seglitz osbert+spenza Verlag € 24,00