Dienstag, 23.April


Heute haben
William Shakespeare * 1564
Richard Huelsenbeck * 1892
Vladimir Nabokov * 1899
Haldór Laxness * 1902
Dietrich Schwanitz * 1940
Andrej Kurkow * 1961
Geburtstag
und es ist der Welttag des Buches und des Bieres.
Todestag haben heute
Cervantes + 1850
W.Wordsworth + 1850
R.Huelsenbeck + 1892
R.D.Brinkmann + 1975
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„Reich ist man nicht durch das, was man besitzt, sondern vielmehr durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß.“
Immanuel Kant
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Unser Lesetipp:


Elizabeth Strout: „Am Meer
Aus dem Amerikanischen von Sabine Roth
Luchterhand Verlag € 24,00

Zum vierten Mal erzähl die us-amerikanische Striftstellerin Elizabeth Strout aus dem Leben von Lucy Barton. Mehrfach wurde Lucy in ihrem Leben aus der Bahn geworfen. In großer Armut aufgewachsen, hat sie sich von ihrer Familie distanziert und ist nach New York gezogen. Mit William hat sie zwei Töchter bekommen, sich später scheiden lassen. Ihr zweiter Mann ist in „Am Meer“ gerade vor einem Jahr gestorben. Nun ereilt sie ein Anruf von William, dass sie ihre Koffer packen soll, er nimmt sie mit nach Main. Sie versteht nicht, warum und warum so schnell. Die Corona Epidemie und den drohenden Lockdown hat sie nicht wahrgenommen. Auf dem Land, in einem Haus am Meer, wird ihr erst die ernste Lage bewusst, als die ersten Todesmaldungen von Bekannten eintreffen.
In dieser Einsamkeit fühlt sie sich zuerst unwohl, bekommt aber Kontakt zu neuen Bekannten. Allerdings sind ihre Gedanken bei ihren erwachsenen Töchtern und deren Ehen. Vieles geht ihr auf ihren langen Spaziergängen im Kopf herum.
Elizabeth Strout ist zwei Jahre älter als ich und ich kann das, was sie aufschreibt nachvollziehen, obwohl sie als Frau und Mutter schreibt. Diese Zeit der Umbrüche im Privaten und auf der ganzen Welt waren mir sehr nah und haben mich länger beschäftigt.
Wer die Romane von Elizabeth Strout gelesen hat, kennt auch Olive Kitteridge. Sie lebt in einem Altersheim ganz in der Nähe von Lucys Haus am Meer, wie wir durch eine gemeinsame Bekannte der beiden, lesen können. So tauchen diese beiden literarischen Figuren in einem Buch auf, ohne, dass sie sich kennen. Aber wir. Wie schön.

Montag, 22.April


Heute haben
Henry Fielding * 1707
Madame de Stael * 1766
Ludwig Renn * 1889
Guillermo Cabrera Infante * 1929
Louise Glück * 1943
Peter Weber * 1968
Geburtstag
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Friedrich von Schiller

Schön ist der Friede!
Ein lieblicher Knabe
Liegt er gelagert am ruhigen Bach,
Und die hüpfenden Lämmer grasen
Lustig um ihn auf dem sonnigten Rasen,
Süßes Tönen entlockt er der Flöte,
Und das Echo des Berges wird wach,
Oder im Schimmer der Abendröte
Wiegt ihn in Schlummer der murmelnde Bach.
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Unser Buchtipp:


Colombe Schneck: „Paris-Trilogie“
Aus dem Französischen von Claudia Steinitz
Rowohlt Verlag € 24,00

Als mir der Rowohlt Vertreter das knapp über 200 Seiten starke Buch vorstellte und meinte, dass diese Paris-Trilogie in Frankreich ein riesiger Erfolg sei, dachte ich, dass dies der erste Band von dreien sei. Weit gefehlt. Er beinhaltet tasächlich drei Kurzromane, die 2015, 2019 und 2021 erschienen sind.
Colombe Schneck, geboren 1966, wächst ohne Sorgen in der besten Lage in Paris auf. Sie geht auf die bedeutendsten Schulen, bewegt sich im Pariser Geldadel und merkt erst später, wieviele Leerstellen sich in ihrer Biografie befinden. Inspiriert von der Nobelpreisträgerin Annie Ernaux, scheibt sie im ersten Roman über eine Abtreibung, die sie mit 17 Jahren hatte. Im zweiten Band erzählt sie über ihre Freundschaft zu Heloise, einem Mädchen, die sich in den höchsten Kreisen bewegt. Sie stirbt mit knapp 50 an Krebs. Colombe Schneck schreibt über die Welt der Reichen und Mächtigen. Aber auch über die Stellung der Frau. Dachte sie noch, dass es doch Gleichberechtigung gibt, muss sie feststellen, dass diese nicht einmal in diesen Familien umgesetzt worden ist. Im dritten Band schreibt sie über ein Liebe mit 50 Jahren, die zwar nur neun Monate hält, sie aber sie nachhaltig beeinflusst hat.
Colombe Schneck schreibt sehr reduziert. Da ist kein Wort zuviel. Sie versteckt sich auch nicht hinter erfundenen Namen, sondern ist Colombe Schneck im Roman, und seziert diese Oberschicht, die in Frankreich das Sagen hat. Dort einen eigenen Weg zu finden und zu gehen ist ihr mit ihrem Schreiben gelungen.

Leseprobe
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Auf tagesschau.de a, 22.4.24

U-Klimabericht 2023
Mehr Hitzewellen, mehr Hitzetote

Das Jahr 2023 war laut dem EU-Klimabericht das heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Das hat auch gravierende Folgen für die Gesundheit: Immer mehr Menschen sterben an den Folgen extremer Hitze.
Zunehmend mehr Menschen in Europa sterben am Hitzetod. In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Todesfälle aufgrund von Hitze um rund 30 Prozent gestiegen, das zeigt ein gemeinsamer Bericht zum „Zustand des europäischen Klimas 2023“ des EU-Klimadienstes Copernicus und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).
Die Zahl der hitzebedingten Todesfälle hat demnach in ganz Europa zugenommen, nämlich in 94 Prozent der Regionen. In Städten seien die Folgen besonders schlimm, weil sich Städte stärker erhitzten, erklärte WMO-Direktor Chris Hewitt.
Seit 1970 sei extreme Hitze die Hauptursache für wetter- und klimabedingte Todesfälle in Europa. 23 der 30 schwersten Hitzewellen hätten sich seit dem Jahr 2000 ereignet, fünf davon in den zurückliegenden drei Jahren. …

Hier ist der komplette Artikel.
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Am 1.Mai geht es los.
App runterladen, anmelden, einem Team beitreten (u.a. Team Jastram) und mit Lust und Laune Kilometer sammeln.


Am 9.Juni ist Gemeinderatswahl in Ulm.
Wählen gehen und AfD verhindern.

Samstag, 20.April


Heute haben
Pietro Aretino * 1492
Herman Bang * 1857
Hermann Ungar * 1893
Arto Paasilinna * 1942
Geburtstag
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Heinrich Seidel

April, April, der weiß nicht was er will.
Bald Regen und bald Sonnenschein,
Dann schneit’s auch wieder zwischendrein.
April, April, der weiß nicht was er will.

Nun seht, wie es wieder stürmt und weht.
Und jetzt, oh weh,
nun kommt er gar mit Schnee.
April, April, der weiß nicht was er will.
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Passend zur gestrigen Stadtradel-Ankündigung:


I love my bike
Geschichten vom Fahrradfahren
Ausgewählt von Marion Hertle
Mit exklusiven Geschichten von Lena Gorelik und Teresa Präauer
und Illustration von Sempé (passend zu seiner Geschichte)
Diogenes Verlag € 14,00

Ja, das mit dem Fahrradfahren ist es so eine Sache. Beliebt sind sie nicht im Stadtverkehr. Immer wieder mal über ne rote Ampel, über den Gehweg, oder zwischen den Autos durch. Gleichzeitig sind Radelnde auf Autofahrende nicht gut zu sprechen. Gerade dann, wenn der Radstreifen knapp an parkenden PKWs vorbeiführt und immer die Angst mitschwingt, dass ne Autotür aufgeht.
Aber in diesem Sammelband geht mal nicht darum, sondern um Frischluft und Freiheit, um kleine Glücksmomente und lauwarmen Fahrtwind um die Ohren.
Oder etwa doch nicht. Also wenn Urs Widmer mit seinem Verleger durch die Schweizer Berge radeln muss, sprich: ihm hinterherhechelt, dann ist eher das große Schwitzen angesagt. Oder wenn er im Urlaub Kilometer sammelt und sie Oliven, wie in Alex Rühles Erzählung. Jeder kennt diese „Glücksmomente“ und so berichten SchriftstellerInnen genau darüber. Patrick Süskind ist dabei und (ach wie toll) Jean-Jacques Sempés mit seinem Fahrradhändler und viele, viele andere bekannte Namen.
Der Diogenes Verlag hat in seiner Themenreihe wieder eine wunderbare, kurzweilige, sehr lustige Auswahl getroffen.

Und deshalb weise wir hier passend auf das Stadtradeln und die Glücksmomente in Ulm hin.

Das Stadtradeln in Ulm steht vor der Tür.
Also raus mit den Rädern und vom 1.5. bis 21.5.2024 Kilometer sammeln.
Auch dieses Jahr gibt es wieder das Team Jastram.
Wenn Sie also Lust haben mit uns im Team mitzuradeln, dann auf die Seite gehen
https://www.stadtradeln.de/home und mitmachen.
Oder mit dem Smartphone die App herunterladen und wenn Sie schon einmal mitgeradelt sind, sind Ihre Daten noch hinterlegt. Dort können Sie auch Ihre Strecken anschauen und die Kilometer werden automatisch gesammelt.
Ich freue mich auf weitere Teammitglieder (wir sind schon fünf. Juhu!) und dann geht es los.
Kein Wettbewerb, kein Stress. Einfach radeln, Spaß haben und Kilometer eintragen.


Donnerstag, 18.April

Heute haben
Thomas Middleton * 1580
José Bento Montairo Lobato * 1882
Udo Werner Steinberg * 1913
Kathy Acker * 1948
Geburtstag
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Joseph von Eichendorff
Wechsel

Es fällt nichts vor, mir fällt nichts ein,
Ich glaub die Welt steht still,
Die Zeit tritt auf so leis und fein,
Man weiß nicht, was sie will.

Auf einmal rührt sich’s dort und hier —
Was das bedeuten mag?
Es ist, als hörtst du über dir
Einen frischen Flügelschlag.

Rasch steigen dunkle Wetter auf,
Schon blitzt’s und rauscht die Rund
Der lust’ge Sturmwind fliegt vorauf —
Da atm ich aus Herzensgrund.
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Unser Buchtipp:


Claire Keegan: „Reichlich spät
Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser
Steidl Verlag € 15,00

Claire Keegans Veröffentlichen in Deutschland sind ja immer recht schmal. „Reichlich spät“ ist mit seinen 64 Seiten und einem großen Druck schnell gelesen. Aber Achtung: Der Text ist so dicht (kein Wort zu viel und keines zu wenig), dass auch Sie sich ein zweites Mal an die Lektüre machen.
Wieder spielt ein Mann eine wichtige Rolle. War es bei „Das dritte Licht“ der Onkel des Mädchens und bei „Kleine Dinge wie diese“ der Familienvater und Kohlenhändler, so ist es hier ein Büroangestellter in Dublin, der im Bus, auf dem Weg nach Hause über seine Beziehung zu einer Frau nachdenkt, mit der zusammengezogen ist und die er auch heireten wollte. Aber „Reichlich spät“ ist Sabine aufgefallen, dass er nicht zu ihr passt, dass er übergriffig wird, ihr keine Luft lässt, ihr die Lust an ihrer Lebensfreunde nimmt und er sie mit seinen Lebensvorstellungen unterdrückt.
Claire Keegan ist hier ein intensiver, ruhiger Text zum großen Thema Misogynie gelungen und zeigt, wie Frauenfeindlichkeit tief verwurzelt in der Gesellschaft und in den familiären Biografien ist.
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Auf tagesschau.de gefunden:

Studie des Potsdam-Instituts
Der Klimawandel bedroht die Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft könnte wegen dem Klimawandel um ein Fünftel einbrechen. Davor warnen Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung in einer neuen Studie. Auch für Beschäftigte hätte das Folgen.
Die Weltwirtschaft droht einer neuen Berechnung zufolge durch Folgen der Erderwärmung bis Mitte des Jahrhunderts um rund ein Fünftel zu schrumpfen – und das sogar, wenn der Ausstoß klimaschädlicher Gase künftig drastisch gesenkt würde.
Andernfalls sind noch deutlich größere wirtschaftliche Schäden als jene 38 Billionen US-Dollar pro Jahr zu erwarten, wie Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in einer heute im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Studie berechnet haben. 
Diese Schäden würden damit sechsmal höher ausfallen als die veranschlagten Kosten für Klimaschutzmaßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad, schreiben die Autorinnen und Autoren des PIK. …

Hier geht es zum kompletten Beitrag.
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Klimaliste Ulm / Unser Team bei der Wahl zum Gemeinderat Ulm am 9.Juni

Mittwoch, 17.April


Heute haben
Anton Wildgans * 1881
KP Kavafis * 1863
Tania Blixen * 1885
Thornton Wilder * 1897
Cynthia Ozick * 1928
Rolf Schneider * 1932
Nick Hornby * 1957
Geburtstag
und es ist der Todestag von Gabriel Garcia Márquez.
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Wolfgang Borchert
Das graurotgrüne Großstadtlied

Rote Münder, die aus grauen Schatten glühn,
girren einen süßen Schwindel.
Und der Mond grinst goldiggrün
durch das Nebelbündel.

Graue Straßen, rote Dächer,
mittendrin mal grün ein Licht.
Heimwärts gröhlt ein später Zecher
mit verknittertem Gesicht.

Grauer Stein und rotes Blut –
morgen früh ist alles gut.
Morgen weht ein grünes Blatt
über einer grauen Stadt.
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Wenn schon die Erwachsenen so verliebt in Italien sind, sollen Kinder auch ein Buch bekommen über das Land, wo die Zitronen blühen:


Mayya Sultan (Illustrationen) und Annette Maas (Texte): „Italien
Das Land, wo die Zitronen blühen
arsedition € 22,00
Sachbilderbuch ab 10 Jahren

Dieses Buch zeigt Kindern ab 10 Jahren und der ganzen Familie mit wunderschönen Illustrationen, wie vielfältig, spannend und besonders die italienische Kultur, der Alltag der Menschen, die Geschichte des Landes sowie die Landschaften dort sind.
Der Strand, die Seen, zwei Bergketten, über die Rettung der Tintenfische, Neapel, Matera, Venedig, die Ewige Stadt, die Renaissance, Friedrich II, die Oper, Pasta, Obst und Genüse, Sprichwörter, besondere Frauen heißen nur ein paar der vielen Überschriften, die zeigen, wie vielfältig und interessant dieses Italien, auch für Kinder und Jugendliche, ist.

Schauen Sie doch bitte in die Leseprobe und machen sich selbst ein Bild über dieses großformatige Sachbilderbuch, in dem es nur so sprudelt von Fakten, eingebettet in großformatige Illustrationen
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Haus der Nachhaltigkeit eröffnet die „LeihBar“

Unter dem Motto „leihen statt kaufen“ startet das Haus der Nachhaltigkeit (HdN) ein weiteres Projekt: die „LeihBar“. Interessierte können dort unkompliziert nützliche, aber kaum benötigte Gegenstände wie Werkzeuge, Cateringutensilien oder Bürozubehör ausleihen. Spart CO2, Geld und Platz.

Am Donnerstag, 18. April 2024 um 19 Uhr wird die „LeihBar“ bei einer kleinen Feier eröffnet. Öffnungszeiten sind dann regelmäßig:
dienstags, 18:30-20:30 Uhr und mittwochs, 11-13 Uhr (außerhalb der Schulferien)

Infos: https://www.h-d-n.org/leihladen

Mail: leihbar@h-d-n.org

Dienstag, 16.April

Heute haben
Anatole France * 1844
Peter Ustinov * 1921
Sarah Kirsch * 1935
Rolf Dieter Brinkmann * 1940
Geburtstag
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Sarah Kirsch
Bei den Stiefmütterchen

Bei den weißen Stiefmütterchen
im Park wie ers mir auftrug
stehe ich unter der Weide
ungekämmte Alte blattlos
siehst du sagt sie er kommt nicht

Ach sage ich er hat sich den Fuß gebrochen
eine Gräte verschluckt, eine Straße
wurde plötzlich verlegt oder
er kann seiner Frau nicht entkommen
viele Dinge hindern uns Menschen

Die Weide wiegt sich und knarrt
kann auch sein er ist schon tot
sah blaß aus als er dich untern Mantel küßte
kann sein Weide kann sein
so wollen wir hoffen er liebt mich nicht mehr
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Jetzt als Taschenbuch und aktueller denn je:


Franziska Gänsler: „Ewig Sommer
Kein und Aber Verlag € 13,00

Der Klimawandel ist in der Literatur angekommen.
Es brennt. Es brennt in den Wälder in Bad Heim und rund um das Hotel von Iris.
Es brennt auch in der Beziehung von Dori, die mit ihrer kleinen Tochter plötzlich vor dem Hotel steht und um ein Zimmer bittet.
Ein Draußen ist nicht mehr möglich, weil die Luft voller Asche, die Hitze unerträglich und ein Leben im Freien nur mit Masken erlaubt ist. Bei Dori ist es vielleicht andersum. Bei ihr ist ein Leben drinnen, mit ihrem dominanten Ehemann, nicht mehr möglich.
Die Schicksalsgemeinschaft der beiden Frauen beschreibt Franziska Gänsler mit besonderen Sprachbildern, in dem es ums Kümmern, ums Überleben, ums Gemeinsamleben geht, in einer Zeit, in der sich so vieles geändert hat. Ihr gelingt ein doppelter Spannungsbogen, der einen nicht mehr loslässt, bis sie mit zwei unterschiedlichen Lösungen aufwartet.

Franziska Gänsler im Gespräch mit Sieglinde Geisel im Literaturhaus Berlin

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Von Tessa Gluschke, SWR
Wetterforschung
El Niños Macht

2023 war das heißeste Jahr in der Geschichte der Menschheit. El Niño bringt das Wetter in großen Teilen der Welt aus dem Takt – mit Folgen auch für Deutschland.
Seit Juni 2023 sorgt das Wetterphänomen El Niño auf der ganzen Welt für Temperaturrekorde und immer neue Katastrophen: Überschwemmungen in Kalifornien, eine Jahrhundertdürre am Amazonas, Waldbrände und Korallenbleiche in Australien. In Deutschland erreichen uns vor allem die wirtschaftlichen Folgen: höhere Preise und Lieferkettenprobleme.
Dem Panama-Kanal, einem essenziellen Knotenpunkt der Schifffahrt, geht wegen der anhaltenden Dürre das Wasser aus. Bis zu 200 Schiffe stauten sich im vergangenen halben Jahr zeitweise vor den Schleusentoren, Reedereien mussten ihre Frachter umleiten.
El Niño ist ein natürliches Phänomen, das alle paar Jahre auftritt und extreme Wetterlagen begünstigt. Aber durch den Klimawandel hat sich die Ausgangssituation verändert: Die Naturgewalt trifft auf ein bisher nie dagewesenes Temperaturniveau und die aufgeheizten Ozeane wirken wie ein Turbo für das Wettergeschehen. Was bedeutet das für die Zukunft?
https://www.tagesschau.de/wissen/klima/el-nino-klimafolgen-100.html

Expertenrat für Klimafragen
Verkehr hat Klimaziel auch 2023 deutlich gerissen

Der Verkehrsbereich hat sein Klimaziel das dritte Jahr in Folge verfehlt. Verkehrsminister Wissing muss nun handeln. Das bietet neuen Zündstoff im Streit über das Klimaschutzgesetz.
Der Verkehrsbereich hat auch 2023 deutlich mehr Abgase verursacht als gesetzlich erlaubt. Das hat der unabhängige Expertenrat für Klimafragen der Bundesregierung festgestellt. Statt den erlaubten 133 Millionen Tonnen Treibhausgase stieß der Sektor im vergangenen Jahr 146 Millionen Tonnen aus. Das schreiben die Fachleute in ihrem Prüfbericht zu Daten des Umweltbundesamts. Damit verfehlt der Verkehrssektor sein Klimaziel das dritte Jahr in Folge.
Insgesamt habe es in Deutschland einen starken Rückgang der Emissionen um rund zehn Prozent im vergangenen Jahr gegeben, bestätigte das unabhängige Expertengremium. Der Ausstoß ist von 750 auf 674 Millionen Tonnen Treibhausgase gesunken. Dies sei der höchste prozentuale Rückgang binnen eines Jahres seit 1990.
https://www.tagesschau.de/inland/expertenrat-klimaziel-verkehrssektor-100.html

Montag, 15.April

Heute haben
Wilhelm Busch * 1832
Henry James * 1943
Robert Walser * 1878
Tomas Tranströmer * 1931
Geburtstag
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„Frieden und Freiheit können nur dann unter uns sein, wenn jeder jeden zufrieden und frei sein lässt.“
Robert Walser
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Eine literarische Überraschung.

Anna Metcalfe: „Chrysalis
Aus dem Englischen von Eva Bonné
Rowohlt Verlag € 24,00

Chrysalis nent man ein Insekt in der Verpuppungsphase.
Und mit dieser Erklärung sind wir auch schon mitten in diesem Roman. Denn die Hauptperson, eine ungenannte Frau vollzieht eine körperliche und geistige Verpuppung, eine Veränderung, mit der sie viel erreicht und Bekannte und Freunde vor den Kopf stößt.
Aber wie Anna Metcalfe in ihrem Debüt die Geschichte erzählt ist großartig. Sie lässt in drei Kapiteln drei Bezugspersonen zu Wort kommen. Sie berichten über die Namenlose und ihre jeweilige gemeinsame Zeit. Elliot lernt sie in einem Fitnessstudio kennen. Bella ist ihre Mutter. Sie kennt sie schon am Längsten und berichtet über die Zitteranfälle ihrer Tochter und ihre autistischen Züge. Dann gibt es noch Susie, eine Arbeitskollegin, die eine zeitlang eine WG bilden.
Ich mag gar nicht mehr über dieses atemberaubende Buch schreiben, weil ich dann Vieles zerreden würde. Ein unglaublich tolles, verwirrendes, flüssig geschriebenes Debüt, das schon Mitte Dezember 2023 erschienen ist, das ich aber erst jetzt in die Hand genommen habe und nicht mehr weglegen konnte.

Leseprobe
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Morgen, Dienstag, 16.April lassen wir uns ab 19 Uhr von Tommy Nube überraschen.
„Küssen“ heisst sein Programm und ich bin gespannt.
Bei uns in der Buchhandlung.
Der Eintritt ist frei.
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Ein guter Blick in die deutsche Zukunft.


Hier geht es zur Klimaliste Ulm.

Donnerstag, 11.April

Vela Supernova Remnant
© ESO_VPHAS+ team

KlangHaus 2024
Neue Musik im Stadthaus Ulm
Künstlerische Leitung: Jürgen Grözinger
https://stadthaus.ulm.de/klanghaus-2

Do 11. April 2024, 20 Uhr
Sa 13. April 2024, 20 Uhr
So 14. April 2024, 18 Uhr

Donnerstag / Programm

  • Gavin Bryars: Lauda Dolce II (für Viola)
  • Terry Riley: Keyboard Etude No 2 (für Klavier)
  • Kaija Saariaho: Lonh (für Gesang & Elektronik)
  • John Adams: American Berserk (für Klavier)
  • David Lang: Let me come in, 2021 (für Gesang und Ensemble)
    —-
    Jürgen Grözinger im Gespräch mit der Komponistin Áine Mallon
  • Áine Mallon: Songs from revered scorned women (für Gesang und Ensemble)
    Uraufführung in Anwesenheit der Komponistin
  • Steve Reich: Different Trains (für Streichquartett und Tape)

Samstag / Programm

Ensemble S
Gérard Grisey: Le noir de l’Étoile (für sechs Percussionisten und Klänge eines Pulsars)
Mit Live Visuals von Laurenz Theinert

Sonntag / Programm

  • Salvatore Sciarrino: La Malinconia (für Violine und Viola)
  • Unsuk Chin: ParaMetaString (für Streichquartett und Elektronik)
  • Olivier Messiaen: Quatour pour la fin du temps (für Klarinette, Klavier, Violine und Cello)

Ensemble European Music Project

Vorverkauf und Preise

Der Eintritt kostet für jedes Konzert 25,-  bzw. 20,- (ermäßigt für Schüler*innen, Studierende, Schwerbehinderte, Mitglieder des Fördervereins freunde der neuen musik im stadthaus e.v. sowie des Vereins für moderne Musik Ulm / Neu-Ulm e.V.)
Vvk inkl. Vvk-Gebühr: Stadthaus Ulm, Ebene 3, Katalogstand oder online unter www.ulmtickets.de

Mittwoch, 10.April


Heute haben
Alfred Kubin * 1877
Stefan Heym * 1913
Claudio Magris * 1939
Geburtstag
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„Wenn du malen willst, male. Es ist besser als Klavier spielen. Es ist nicht so laut.“
Stefan Heym
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Unser Buchtipp:


Stefan Hertmans: „Die Suche nach der Gegenwart
Essays für eine Zeit der Übergänge
Aus dem Niederländischen von Ira Wilhelm
Diogenes Tapir € 26,00

Nachdem wir vor Kurzem den neuen Essay über die Hoffnung von Byun-Chul Han hier vorgestellt haben, möchte ich Ihnen heute das neue Buch von Stefan Hertmans ans Herz legen. Vor Jahren haben wir seinen biografischen Roman „Der Aufgang“ hier gebloggt. Ein Buch über ein Haus, in das Hertmans eingezogen ist und in dem eine Nazigröße gewohnt hat. Ein unglaublich toller Bericht und Überblick über Jahre des Terrors. Das Taschenbuch sollte eigentlich immer bei uns zu finden sein.
Jetzt also ein Band mit 20 Essays, die während des Lockdowns geschrieben und mit einem aktuellen Nachtrag versehen worden sind.
Stefan Hertmans betrachtet die großen Veränderungen, die umwälzenden Verschiebungen in unserer Gesellschaft, auf unserem Planet und beginnt mit dem Klimawandel, der alles, was wir tun und denken auf die Probe stellt, oder ad absurdum führt.
Alle Essays sind miteinander verknüpft. Wie könnte es auch anders sein, denn Identitäspolitik, die Schwächung von Demokratien, die weltweiten Migrationsströme hängen eng miteinander zusammen.
Er schreibt über die (Über)Macht der Männer, über die Wichtigkeit von gedrucktem Wort im Gegensatz zu den schnellen Klicks im Internet. Und über allem steht die Hoffnung. (s. Byun-Chul Han)
Kluge, aktuelle Essays, die so anregend sind, dass ich mir seine Literaturliste kopiert habe, da dort Bücher zu finden sind, die ich schon lange mal lesen wollte.

Leseprobe
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Auf tagesschau.de gefunden
Max Bauer, ARD Rechtsredaktion

EMGR-Entscheidung (Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte)
Klimaschutz – ein Menschenrecht

Mit dem EGMR-Urteil zugunsten der Aktivistinnen aus der Schweiz ist klar: Klimaschutz ist eine Menschenrechtsfrage und kann vor Gericht eingeklagt werden. Allerdings müssen Kläger auf bestimmte Weise vorgehen.
Es sind drei Klagen, über die heute in Straßburg entschieden wurde. Eine ist vom Verein der Schweizer Klimaseniorinnen – 2.000 Schweizerinnen, die darauf hinweisen, dass der Klimawandel besonders ältere Frauen belaste. Außerdem hatten Jugendliche und junge Erwachsene aus Portugal sowie ein Oberbürgermeister einer französischen Gemeinde am Atlantik geklagt.
Sie alle argumentierten ähnlich: Ihre Rechte aus der Europäischen Menschenrechtskonvention werden verletzt, wenn die Staaten nicht mehr gegen den Klimawandel tun. Bei Waldbränden und Überschwemmungen seien allein in ihren Heimatländern schon viele hundert Menschen ums Leben gekommen. Das Spektakuläre an der Klage der Portugiesen: Sie hatten 32 Staaten in Europa verklagt – direkt in Straßburg, ohne vorher in ihrem eigenen Land den Rechtsweg zu beschreiten, wie das sonst üblich ist. 
Ihre Klage hatte aber keinen Erfolg. Der Gerichtshof sagt, dass die Jugendlichen nicht beliebig viele Staaten verklagen können, die über ihr Leben in Portugal keine Herrschaftsgewalt hätten. Das wäre eine zu weitgehende Haftung von Staaten für die Folgen des Klimawandels in anderen Ländern. Und in Portugal selbst hätten die Jugendlichen sich erst an die Gerichte wenden müssen. …

Hier geht es zum kompletten Beitrag.
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EU-Klimadienst Copernicus
Auch im März neuer Temperaturrekord gemessen

Der Trend hält an: Im zehnten Monat in Folge haben Forschende einen Temperaturrekord verzeichnet. 14,14 Grad betrug die durchschnittliche Lufttemperatur im März. Auch die Erwärmung der Weltmeere schreitet voran.
Der vergangene März war weltweit der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das geht aus Daten des EU-Klimadienstes Copernicus hervor. „Der März 2024 setzt die Reihe der Klimarekorde fort, die sowohl für die Luft- als auch für die Meeresoberflächentemperaturen gebrochen werden, mit dem zehnten Rekordmonat in Folge“, erklärte Copernicus-Vizedirektorin Samantha Burgess. …

tagesschau.de
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Klimaliste Ulm für die Gemeinderatswahl am 9.Juni 2024


Montag, 8.April

Berlin


Heute haben
Johann Christian Günther * 1695
Emile Cioran * 1911
Christoph Hein * 1944
Eva Heller * 1948
Geburtstag.
Aber auch Jacques Brel, Kofi Annan, Vivienne Westwood.
Heute vor 50 Jahren starb Pablo Picasso.
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Heinrich Heine
Kluge Sterne

Die Blumen erreicht der Fuß so leicht,
Auch werden zertreten die meisten;
Man geht vorbei und tritt entzwei
Die blöden wie die dreisten.

Die Perlen ruhn in Meerestruhn,
Doch weiß man sie aufzuspüren;
Man bohrt ein Loch und spannt sie ins Joch,
Ins Joch von seidenen Schnüren.

Die Sterne sind klug, sie halten mit Fug
Von unserer Erde sich ferne;
Am Himmelszelt, als Lichter der Welt,
Stehn ewig sicher die Sterne.
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Im April haben wir zwei Veranstaltungen.

Am Dienstag, den 16.April besucht uns um 19 Uhr der Ulmer Tommy Nube.
Mal schauen, wer dann wen küsst.

In der Rolle eines französischen Professors leistet Tommy Nube alias Monsieur Embrasse speziell für die “plumpen Deutschen” kussologische Entwicklungshilfe. Wer schon immer wissen wollte, wie man mit Hilfe eines Holzpodestes Küsse von wildfremden Frauen ergattert, ist bei Nube an der richtigen Adresse. Für ihn gilt der Goethesche Wahlspruch: »Küsse mich, sonst küß ich dich.« Einerseits bedient er perfekt das Klischee des französischen, oberflächlichen Charmeurs, andererseits wird genau dieses mit nebensächlich Daherkommenden hinterfragt. Nube ist Spieler. Er spielt um des Spieles willen. Was auch immer er sagt, er tut es im Plauderton und schwindelerregender Leichtigkeit.


Stefi Rösch entführt uns am Montag, den 29.4. zu Glücksorte in und um Ulm herum.
Zu Fuß mit dem Rad, oder auch nur mit dem Kopf.
Lassen wir uns überraschen und treten danach glücklicher in die Welt hinaus.