Montag, 8.April

Berlin


Heute haben
Johann Christian Günther * 1695
Emile Cioran * 1911
Christoph Hein * 1944
Eva Heller * 1948
Geburtstag.
Aber auch Jacques Brel, Kofi Annan, Vivienne Westwood.
Heute vor 50 Jahren starb Pablo Picasso.
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Heinrich Heine
Kluge Sterne

Die Blumen erreicht der Fuß so leicht,
Auch werden zertreten die meisten;
Man geht vorbei und tritt entzwei
Die blöden wie die dreisten.

Die Perlen ruhn in Meerestruhn,
Doch weiß man sie aufzuspüren;
Man bohrt ein Loch und spannt sie ins Joch,
Ins Joch von seidenen Schnüren.

Die Sterne sind klug, sie halten mit Fug
Von unserer Erde sich ferne;
Am Himmelszelt, als Lichter der Welt,
Stehn ewig sicher die Sterne.
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Im April haben wir zwei Veranstaltungen.

Am Dienstag, den 16.April besucht uns um 19 Uhr der Ulmer Tommy Nube.
Mal schauen, wer dann wen küsst.

In der Rolle eines französischen Professors leistet Tommy Nube alias Monsieur Embrasse speziell für die “plumpen Deutschen” kussologische Entwicklungshilfe. Wer schon immer wissen wollte, wie man mit Hilfe eines Holzpodestes Küsse von wildfremden Frauen ergattert, ist bei Nube an der richtigen Adresse. Für ihn gilt der Goethesche Wahlspruch: »Küsse mich, sonst küß ich dich.« Einerseits bedient er perfekt das Klischee des französischen, oberflächlichen Charmeurs, andererseits wird genau dieses mit nebensächlich Daherkommenden hinterfragt. Nube ist Spieler. Er spielt um des Spieles willen. Was auch immer er sagt, er tut es im Plauderton und schwindelerregender Leichtigkeit.


Stefi Rösch entführt uns am Montag, den 29.4. zu Glücksorte in und um Ulm herum.
Zu Fuß mit dem Rad, oder auch nur mit dem Kopf.
Lassen wir uns überraschen und treten danach glücklicher in die Welt hinaus.

Donnerstag, 28.März

Heute haben
Maxim Gorki * 1868
Bohumil Hrabal * 1914
Gerhard Fritsch * 1924
Marianne Fredrikssen * 1927
Mario Vargas Llosa * 1936
Jürgen Lodemann * 1936
Tilman Röhrig * 1945
Geburtstag
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Selma Meerbaum-Eisinger (1924-1942)
Spätnachmittag

Lange Schatten fallen auf den hellen Weg
und die Sonne schickt noch letzte Abschiedswärme
und das dünne Zwitschern eines Vogels ist, als ob es lärme
und als stehl‘ es etwas von der Stille weg.
Menschen auf zehn Schritt Entfernung
sind wie aus ganz andern Welten
und fast möchte man die welken Blätter schelten,
daß sie rascheln und die letzten Sonnenstrahlen stören.
Und man möchte nur die Veilchen wachsen hören.
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Unser Buchtipp:


Byung-Chul Han: „Der Geist der Hoffnung
Wider die Gesellschaft der Angst
Ullstein Verlag € 22,90

„Die Angst geht um wie ein Gespenst. Permanent werden wir mit akokalyptischen Szenarien konfrontiert: Pandemie, Weltkrieg, Klimakatastrophe. Immer dringlicher wird der Weltuntergang oder das Ende der menschlichen Zivilisation heraufbeschworen.“
So beginnt das neue Buch von Byung-Chul Han, der sich mit den beiden Begriffen „Angst“ und „Hoffnung“ auseinandersetzt. Angst fördert Egoismus und Hass. Angst lähmt und behindert Solidarität, Freundlichkeit und Empathie in einer Gesellschaft. Das sind jedoch Dinge, die eine Demokratie dringend benötigt. So steht der Begriff der Hoffnung bei ihm im Mittelpunkt und allein schon die Definitionen einiger wichtigen Begriffe, die er auf den ersten Seiten erläutert sind hochspannend und relativieren das, was uns täglich an Argumenten um die Ohren fliegt. Was bedeutet Optimismus in unserer Zeit? Was schreibt Ernst Bloch in seinem Buch „Das Prinzip Hoffnung“? Wie hängen Hoffnung und Verwzeiflung zusammen?, und vieles mehr.
Han kommt natürlich auch auf sein Lieblingsthema zu sprechen, dass wir in unserer digitaalisierten Gesellschaft immer mehr vereinsamen, uns durch Selbstoptimierungen vermeintlich verbessern, aber das Gegenteil oft der Fall ist.
So schreibt Han am Ende des schmalen Bändchens, dass Hoffnung weit über den Tod hinausgeht, unser ganzes Leben prägt und nicht wie die Angst vor dem Tod, die uns ausbremst.
„Der Geist der Hoffnung“ tut gut. Der Text regt an, kommt nicht mit plakativen Argumenten um die Ecke, sondern lässt uns nachdenken und keine „Angst vor dem Denken“ aufkommen.
Die abgedruckten Abbildungen von Anselm Kiefer wirken für mich allerdings nicht sehr hoffnungsvoll.

Dienstag, 26.März

Heute haben
Edward Bellamy * 1850
Robert Frost * 1874
Tennessee Williams * 1911
Erica Jong * 1942
Patrick Süskind * 1949
Wolfgang Hegewald * 1952
Ernst-Wilhelm Händler * 1953
Geburtstag
und es sind die Todestage von Walt Whitman, Raymond Chandler, B.Traven und Tomas Tranströmer
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Walt Whitman
This Day, O Soul

THIS day, O Soul, I give you a wondrous mirror;
Long in the dark, in tarnish and cloud it lay—
But the cloud has pass’d, and the tarnish gone; …
Behold, O Soul! it is now a clean and bright mirror,
Faithfully showing you all the things of the world.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

Joanna Bator: „Bitternis
Aus dem Polnischen von Lisa Palmes
Suhrkamp Verlag € 34,00

Niederschlesien im Jahr 1938, hier begegnen wir Berta, die mutterlos mit ihrem Vater, einem Fleischermeister, aufwächst. Ein karges Leben, aus dem sich Berta in Liebesromane flüchtet und von einem Leben im goldenen Prag träumt, in das sie mit ihrem vermeintlichen Liebhaber flüchten will.
Dann gibt es Barbara, die elternlos aus dem Waisenhaus von einem armen polnischen Paar aufgenommen wird. Sie hat ein neues Zuhause, wird behüte , aber ihre Adoptiveltern können ihr keine echte Liebe geben.
Nun kommt Violetta, die mit Tand und Gloria durchs Leben rauschen will, Wolkenschlösser baut und sich immer wieder vom Zerfall dieser erholen muss.
Die letzte im Bunde ist Kalina, die sich auf die Spuren dieser drei Frauen (Berta ist die Urgroßmutter) macht.
Vier Frauen, die für ihre Freiheit und ihr Lebensglück aufs Ganze gehen. Von ihren Triumphen und Niederlagen handelt Joanna Bartos‘ deutsch-polnische Generationsgeschichte, die im Jahr 1938 einsetzt und bis heute reicht. 800 Seiten, die ich verschlungen habe, keine Zeile zuviel und es hätten noch mehr sein können. Ein grandiose Buch!

Leseprobe
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Montag, 25.März

Heute haben
Flannery O’Connor
Wieslaw Mysliwski * 1932
Mohammed Choukri * 1935
Geburtstag
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Ernst Stadler (1883-1914)
Betörung

Nun bist du, Seele, wieder deinem Traum
Und deiner Sehnsucht selig hingegeben.
In holdem Feuer glühend fühlst du kaum,
Daß Schatten alle Bilder sind, die um dich leben.

Denn nächtelang war deine Kammer leer.
Nun grüßen dich, wie über Nacht die Zeichen
Des jungen Frühlings durch die Fenster her,
Die neuen Schauer, die durch deine Seele streichen.

Und weißt doch: niemals wird Erfüllung sein
Den Schwachen, die ihr Blut dem Traum verpfänden,
Und höhnend schlägt das Schicksal Krug und Wein
Den ewig Dürstenden aus hochgehobnen Händen.
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Unser Buchtipp für die Manteltasche:


Doris Dörrie: „Die Reisgöttin und andere Mitbringsel
Diogenes Verlag Reihe Tapir € 24,00

Ihre Familie treibt sie in den Wahnsinn, wenn Doris Dörrie von ihren vielen Reisen jedesmal etwas mitbringt: eine Origami-Schnecke aus Japan, eine Ringer-Maske aus Mexiko, die Figur einer Reisgöttin aus Bali, Boxerstiefel aus New York oder Borotalco, ein Wundermittel gegen Flecken aus Italien.
Wir kennen den Moment im Urlaub ja auch, wenn wir fasziniert von einem Gegenstand, den erwerben und daheim entwickelt es sich zu einem unnützen Staubfänger.
Doris Dörrie lässt uns an ihren Miniaturen teilhaben, an diesen Momenten des Entdeckens und was sie jetzt immer noch mit diesen Mitbringseln verbindet.
Die Plastik-Kirschblüten aus Japan erzählen von Dreharbeiten und dem flüchtigen Augenblick der Schönheit. Dr. Bronners Magic Soap aus den USA erinnert an eine lebenslange Freundschaft. Die ramponierte Plüschkatze aus Istanbul gibt Zuversicht und Mut zum Durchhalten. Die Hasenkaraffe vom Flohmarkt im Allgäu gibt Anlass zu einer Liebeserklärung an herrlich unnützen Kitsch. Safran aus Spanien macht unweigerlich fröhlich, ob in der Paella oder im Risotto Milanese.
Die Texte stammen aus ihrer Kolumne „Aus meinem Handgepäck“ in der ZEIT. Drei Mitbringsel sind hier zum ersten Mal abgedruckt.

Zur neuen Reihe Diogenes Tapir sagt der Verleger Philipp Keel:

Warum haben Sie sich dafür entschieden, gerade zum jetzigen Zeitpunkt mit Diogenes Tapir eine neue Reihe zu starten?

Philipp Keel: »Mit Diogenes Tapir präsentieren wir Bücher für ein eigensinnigeres Leben, mit denen wir die Gegenwart durchstreifen und der Zukunft in die Augen schauen. Geschichten bringen uns auf andere Gedanken und lassen uns an etwas glauben, auch wenn die Welt gerade etwas hoffnungslos scheint. Die fünf Titel, die wir nun präsentieren, haben uns dazu angestiftet, eine Reihe zu starten, die anders tickt, unserer Stimmung guttut.«

Wie wichtig ist Ihnen der Tapir, der es sogar auf das Cover der neuen Vorschau geschafft hat?

Philipp Keel: »Der Tapir ist mit Kindheitserinnerungen verbunden. Mit Tante Agnes ging ich gerne in den Zoo. Wenn wir dort ankamen, hatte ich nur eines im Sinn, dem Weg nach der Kasse bis zur Treppe unter dem Reptilienhaus zu folgen. Mit jedem Schritt kam ich meiner außerirdischen Liebe etwas näher. Die dicke Holztür stand offen, es roch modrig, eine Glühbirne an der Decke schien auf das seltsame Tier mit seinem glänzenden Fell. Der Tapir stand auf einer Insel von frischem Heu, einsam auf seine Gäste schauend. Ich hätte ihn gerne befreit, aber ich wusste, dann würde ich ihn nie wiedersehen. Dass dieses Wesen einmal in unseren Verlag einziehen würde, hätte ich nicht gedacht. Tapire leben seit Millionen von Jahren auf der Erde. Sie sind geduldige Waldbewohner und geschickte Bergsteiger, vorsichtig und dennoch äußerst neugierig.«

Bei Diogenes Tapir erscheinen am 20. März fünf sehr unterschiedliche Titel. Was ist das verbindende Element?

Philipp Keel: »Alle Sachbücher und Romane in dieser Reihe lassen uns unsere eigenen Antworten finden, sie trösten und verzaubern, erzählen von Natur, der Geschichte der Menschheit, ihren Kulturen, von Gemeinschaft und Respekt. Es sind Bücher, die uns wach, aber auch gelassen machen.«
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Freitag, 22.März


Heute haben
Albrecht Goes * 1908
Michael Hamburger * 1924
Wolfgang Bächler * 1925
Eveline Hasler * 1933
Bruno Ganz * 1941
André Heller * 1947
Érik Orsenna * 1947
Aleida Assmann * 1947
Geburtstag.
Heute, im Jahre 1832, ist Goethe gestorben.
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Johann Wolfgang von Goethe
Frühling über’s Jahr

Das Beet, schon lockert
Sich’s in die Höh’,
Da wanken Glöckchen
So weiß wie Schnee;
Safran entfaltet
Gewalt’ge Glut,
Smaragden keimt es
Und keimt wie Blut.
Primeln stolzieren
So naseweis,
Schalkhafte Veilchen,
Versteckt mit Fleiß;
Was auch noch alles
Da regt und webt,
Genug, der Frühling,
Er wirkt und lebt.

Doch was im Garten
Am reifsten blüht,
Das ist des Liebchens
Lieblich Gemüt.
Da glühen Blicke
Mir immerfort,
Erregend Liedchen,
Erheiternd Wort;
Ein immer offen,
Ein Blütenherz,
Im Ernste freundlich
Und rein im Scherz.
Wenn Ros und Lilie
Der Sommer bringt,
Er doch vergebens
Mit Liebchen ringt.
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Was wir von den großen Philosophen heute noch lernen können.


Chiara Pastorini (Text) und Perceval Barrier (Illustrationen):Weise und rebellisch
Aus dem Französischen von Ingrid Ickler
Knesebeck Verlag € 20,00
Sachbuch für Kinder ab 10 Jahren

Von der Antike bis heute: Große philosophische Ideen für Kinder erklärt

Sokrates, Platon, Kant oder Simone de Beauvoir – die größten Philosophinnen und Philosophen haben mit ihren Ideen irgendwann einmal die Art und Weise revolutioniert, wie wir denken. In diesem Sachcomic bekommen Kinder einen humorvollen und anschaulichen Einblick in die Welt der Philosophie. Von der Antike bis heute werden die wichtigsten Denker:innen vorgestellt und die philosophischen Fragen beleuchtet, denen sie sich gewidmet haben. Außerdem gibt es spannende Hintergrundinfos zu den Lebensumständen der Philosph:innen und historische Fakten zur jeweiligen Epoche. Zudem wird Kindern erklärt, welchen Einfluss die philosophischen Ideen heutzutage noch auf unseren Alltag haben.
Chiara Pastorini ist Philosophin, Moderatorin und Dozentin. Im Jahr 2014 gründete sie ein Projekt, in dem Kindern und Jugendlichen philosophische Konzepte beigebracht werden.
Also warum Kindern und Jugendlichen einen Einstieg in die Welt der Philosophie in der Form eines Comics zu erklären? Gerade in unserer sehr komplizierten und komplexen Zeit kann dieses Wissen sehr von Nutzen sein.

Schauen Sie in die Leseprobe und sie gewinnen einen guten Eindruck, über die Art des Bildersachbuchs.
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Quartiersgarten im Dichterviertel in Ulm

Würzige Kräuterpasten, deftiges Pesto und Löwenzahnknospenkapern – vollmundige Würzigkeit trifft auf den Charme des Einfachen

Dieses Jahr beschäftigen wir uns im Quartiersgarten im Dichterviertel mit dem Thema essbare Wildpflanzen, deren gezielter Kultivierung, Weiterverarbeitung und Nutzung für den Alltag.
Wir unternehmen Sammelgänge in der Natur und bereiten die Kräuter im Quartiersgarten oder im Café Blau zu, gerne auch in delikater Kombination mit Kulturgemüse und Salaten.
Wir zeigen, wie man sicher an eine Wildsammlung rangeht, und welche Vorteile es hat die wilden Vorfahren unserer Kulturpflanzen auch im eigenen Garten anzupflanzen. Sie belohnen uns mit höherer Nährstoffdichte beim Verzehr und besserer Wuchskraft beim Anbau. Erstaunlich ist auch, wie einfach es ist, sich an abgelegenen, sauberen Orten mit wertvollem Grün satt zu pflücken.
Gesunde Ernährung muss nicht teuer sein!
Wir beginnen jetzt im Frühjahr mit drei sehr bekannten Wildpflanzen: dem entzündungshemmenden Bärlauch, dem vitaminreichen Löwenzahn und dem eisenhaltigen Giersch, um nur einige der vielfältigen Heilkräfte zu nennen.
Los geht’s am Samstag, den 23. März 2024 mit unserem Saisonauftakt um 10 Uhr im Quartiersgarten.
Der Rückschnitt unserer Staudenbeete, die Reparatur der Naturzäune und die Anlage von neuen Beeten für die „Wilden“ stehen auf dem Programm. Zum Abschluss gibt es ein kleines Feuer zum Frühlingsanfang, den wir mit Liedern, Geschichten und Musik feiern.
Zu unseren Veranstaltungen ergeht eine herzliche Einladung an ALLE, mit und ohne gärtnerische Erfahrung, für Fragen sowie zum Eintragen für den Newsletter bitte eine kurze Nachricht an:
quartiersgarten@agwest.de

AK Städtisches Gärtnern Ulm, für den Quartiersgarten im Dichterviertel in Ulm

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Donnerstag, 20.März

Internationaler Tag gegen den Rassismus

Heute haben
Jean Paul * 1763
Peter Hacks * 1928
Hubert Fichte * 1935
Michael Dibin * 1947
Andrea Maria Schenkel * 1962
Geburtstag
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Matthias Claudius

’s ist Krieg! s‘ ist Krieg! O Gottes Engel wehre,
         Und rede du darein!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
         Nicht schuld daran zu sein!

Was sollt ich machen, wenn im Schlaf mit Grämen
         Und blutig, bleich und blaß,
Die Geister der Erschlagenen zu mir kämen,
        Und vor mir weinten, was?

Wenn wackre Männer, die sich Ehre suchten,
         Verstümmelt und halbtot
Im Staub vor mir sich wälzten und mir fluchten
          In ihrer Todesnot?

Wenn tausend, tausend Väter, Mütter, Bräute,
          So glücklich vor dem Krieg,
Nun alle elend, alle arme Leute,
          Wehklagten über mich?

Wenn Hunger, böse Seuch und ihre Nöten
            Freund, Freund und Feind ins Grab
Versammelten, und mir zur Ehre krähten
            Von einer Leich herab?

Was hülf mir Kron und Land und Gold und Ehre?
            Die könnten mich nicht freun!
’s ist leider Krieg – und ich begehre
            Nicht schuld daran zu sein!
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Unser Bilderbuchtipp:

Mike Unwin (Text) und Jenni Desmond (Illustrationen): „Wanderungen
Aus dem Englischen von Stephanie Menge
Sauerländer/S.Fischer Verlag € 16,99


Viele Tiere machen sich Jahr für Jahr auf eine unglaublich lange und anstrengende Reise.
Um zu überleben, durchqueren sie unseren Planeten bei Wind und Wetter und müssen dabei ihren hungrigen Feinden, manchmal auch den Menschen, aus dem Weg gehen. Sie überqueren Gebirge und Kontinente, wandern durch Wüsten und schwimmen durch die Ozeane dieser Welt. Jedes Tier hat seine ganz eigene und besondere Reisegeschichte. Der Kaiserpinguin watschelt bis zu 100 Kilometer, um im Polarwinter ins Inland zu gelangen. Die Schwalben legen sogar 10.000 Kilometer zurück, um ausreichend Nahrung zu finden. Und große Elefantenherden machen sich alle Jahre wieder auf den Weg zu neuen Wasserstellen. Große Heringsschwärme suchen den Weg in kalte Gewässer.
Dieses besondere Reisetagebuch erzählt von 20 verschiedenen Tieren jeglicher Art und Größe.
Ein besonderes Wissensbuch mit liebevoll erzählten Tierportraits, farbenfroh und warm illustriert.
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Gestern war Annika Stahl bei uns in der Buchhandlung und erzählte aus ihrem „Ulmer Geheimisse“-Buch. Vielen Dank für den informativen, amüsanten Abend.

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Buchpreis für Omri Boehm
„Frieden gibt es nicht ohne Gleichheit“

Zum Auftakt der Leipziger Buchmesse hat Philosoph Omri Boehm den Buchpreis für Europäische Verständigung erhalten. In den tagesthemen ging er auf den Nahost-Krieg ein. Die Rede von Kanzler Scholz wurde mehrfach unterbrochen.
Die diesjährige Leipziger Buchmesse ist am Abend mit einem Festakt im Gewandhaus offiziell eröffnet worden. Dabei erhielt der deutsch-israelische Philosoph Omri Boehm den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung für sein Buch „Radikaler Universalismus. Jenseits von Identität“. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. In der Jury-Begründung hieß es, Boehm verteidige den Kern des humanistischen Universalismus, die Verpflichtung zur Anerkennung der Gleichheit aller Menschen, gegen jegliche Relativierung. …

Mehr dazu auf tagesschau.de

Samstag, 16.März

Heute haben
César Vallejo * 1892
Sybille Bedford * 1911
Tiziano Scarpa * 1963
Zoe Jenny * 1974
Geburtstag
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Ludwig Bechstein
Ruhe

Ruhig, Herz, was soll dies Streben,
Warum zagst und fürchtest du?
Einen Blick wirf auf das Leben,
Einen wirf dem Grabe zu.
Bunt und wirr und mannichfaltig
Ringen Kräfte, vielgestaltig,
Kommen endlich all zur Ruh.

Lies im Buch der Weltgeschichte,
Ewig gleich bleibt sich die Zeit.
Thaten klingen wie Gedichte
Aus der Vorwelt Dunkelheit;
Was wir staunend jetzt betrachten,
Ein Jahrtausend wird’s umnachten.
Was ist hier Unsterblichkeit? —


(Das Gedicht hat noch weitere Strophen)
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Doris Knecht: „Ruhe
Gedankenspiele 14
Droschl Verlag € 12,00

In dieser kleinen Reihe ist jetzt ein Text über die Ruhe erschienen.
Gelassenheit, Sehnsucht, Glück, Hoffnung, Faulheit, Mut, Neugier gibt es u.a. schon.
Nun also ein Text der österreichischen Autorin und Journalistin zu einem Thema, das den Inhalten ihrer letzten beiden Bücher wiederspricht. Dort findet sie wirklich nicht zur Ruhe. Sie sucht sie zwar, aber es gelingt ihr nicht richtig.
Und auch hier beginnt es mit einem Streit, der sie aufwühlt und nicht so schnell loslässt.
Wie also zur Ruhe finden? Ruhe nur bei sich selbst? Geht Ruhe in einem Miteinander? Gibt es Ruhe nur in einer Gesellschaft, in einem Umfeld ohne Not und Sorgen? Wie verändern sich Momente der Ruhe, wenn wir uns Jahre später dran erinnern?
Schön, dass Doris Knecht ihren eigenen Ton beibehält und uns klug und auch amüsant unterhält und zum Nachdenken anregt. Ein Gedankenspiel. Nicht mehr, aber auch wirklich nicht weniger.
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Montag, 18.3. ab 18:30
Literarische Neuerscheinungen
In Zusammenarbeit bei der Familienbildungsstätte Ulm
Eintritt  € 6,00
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Am kommenden Mittwoch bei uns in der Buchhandlung.
Annika Stahl und die Ulmer Geheimnisse
Beginn: 19 Uhr
Eintritt: frei
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Freitag, 15.März


Heute haben
Paul Heyse * 1830
Elisabeth Plessen * 1944
Franz Schuh * 1947
Gerhard Seyfried * 1948
Kurt Drawert * 1956
Ben Okri * 1959
Geburtstag
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„Freund in der Not will nicht viel heißen. Hilfreich möchte sich mancher erweisen. Aber die neidlos dein Glück dir gönnen, sie darfst du wahrlich Freunde nennen.“
Paul Heyse, Nobelpreis 1910
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Die Leipziger Buchmesse steht vor der Tür. Die Buchhandelsgemeinschaft scharrt mit den Füßen.
Gestern hatte die neue ZEIT eine Literaturbeilage mit aktuellen Neuerscheinungen. Im Darüberblättern fiel mir auf, dass wir (fast) alle Titel hier in unserem Buchladen haben.
Der Aufmacher war der neue Roman „James“ von Percival Everett.


Percival Everett: „James
Aus dem Amerikanischen von Nikolaus Stingl
Hanser Verlag € 26,00
Macmillan Publishers € 22,00

Wie gesagt, die ZEIT widmet diesem Buch mehr als eine Seite, startet mit ihm seine Literaturbeilage. Nicht ohne Grund, so denke ich.

Percival Everett, geboren 1956 in Fort Gordon/Georgia, ist Schriftsteller und Professor für Englisch an der University of Southern California. Er hat bereits mehr als dreißig Romane veröffentlicht. Für sein Werk wurde er mit zahlreichen Preisen geehrt, u. a. mit dem PEN Center USA Award for Fiction, dem Academy Award in Literature der American Academy of Arts and Letters, dem Windham Campbell Prize und dem PEN/Jean Stein Book Award. Auf Deutsch sind im Moment „God‘s Country“ (2014), „Erschütterung“ (2022) und „Die Bäume“ (2023) lieferbar.

Das Thema, das sich durch sein Werk zieht, ist der anhaltende Rassismus in den USA. Der Rassismus, auf den der Reichtum der jetzigen USA beruht. Er ist ein großer Kritiker dieses Systems und versteht dies gekonnt in große Literatur zu verwandeln.
„God’s Country“ ist ein rassanter, politisch unkorrekter Western, in dem ein schwarzer Fährtensucher einem weißen, rassistischen Siedler bei helfen soll, seine Frau wieder zu finden, die entführt worden ist. Bitterböse und mit viel Witz und Ironie erzählt. „Erschütterung“ spielt an der Grenze zwischen den USA und Mexiko in einer Fabrik im Nirgendwo, in der junge Frauen für einen Hungerlohn arbeiten müssen. „Die Bäume“ hat mich letztes Jahr umgehauen. In der kleine Stadt Hope (!) in Mississippi werden Rachemorde an weissen Rassisten verübt. Die Stadtbewohner sind stolz auf ihre lange Ahnenreihe beim Ku-Klux-Klan. Als Ermittler werden zwei Polizisten aus der Provinzhauptstadt hergezogen. Beide schwarz. Eine unglaubliche Satire auf die us-amerikanische Gesellschaft, bis hin zu einer Rede von Donald Trump.
Und jetzt also „James“, der in der Kleinstadt von Tom Saywer von Huckleberry Finn spielt. Tante Polly kommt darin vor, Richter Fletcher usw.
Auch hier zieht Everett alle Register. Der Sklave Jim spielt den Dummen, unterhält sich mit den Seinen in einer eigenen Sprache, die alle Sklaven untereinander benutzen, um den Weißen zu zeigen, wie ungebildet alle Sklaven alle sind. Dass Jim allerdings gebildet ist und sein großer Traum die Freiheit ist, muss er für sich behalten. Als er verkauft und von seiner Familie getrennt wird, beschließt er zu fliehen. Mit dabei Huck Finn. So beginnt eine turbulente Abenteuergeschichte, in der er immer wieder mit seiner schwarzen Hautfarbe jonglieren muss. Auch hier rüttelt er an dem politischen System der USA und an den festgesetzten Denkweisen.
Wenn Percival Everett mit „James“ in Deutschland nicht den Durchbruch schafft, dann weiß ich auch nicht.
Lest Percival Everett. Egal was. Aber lest ihn.
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Donnerstag, 14.März

Heute haben
Peter Paul Zahl * 1944
Jochen Schimmang * 1948
Christian Dithfurth * 1953
Geburtstag
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Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt.
Er pfleget und pflanzet all’ Bäume und Land.
Er ackert, er egget, er pflüget und sät,
und regt seine Hände gar früh und noch spät.

Den Rechen, den Spaten, die nimmt er zur Hand
und setzet die Wiesen in ebenen Stand;
auch pfropft er die Bäume mit edlerem Reis’
und spart weder Arbeit, noch Mühe, noch Fleiß.

So geht unter Arbeit das Frühjahr vorbei,
dann erntet der Bauer das duftende Heu;
er mäht das Getreide, dann drischt er es aus:
im Winter, da gibt es manch fröhlichen Schmaus.
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Am Mittwoch, den 20 März ist es so weit.
Annika Stahl stellt ab 19 Uhr ihre Ulmer Geheimnisse vor.


Annika Stahl: „Ulmer Geheimnisse“
Spannendes aus der Donaustadt mit Kennern der Regionalgeschichte
Bast Medien GmbH € 24,00
In Zusammenarbeit mit der Südwest Presse Ulm

Foto: Privat

Die SWP schreibt:

Sie finden sich überall in der Stadt: über einem Türsturz, versteckt in einer kleinen Gasse oder platziert an einer stark frequentierten Ecke in der Innenstadt. Sie sind von kaum wahrnehmbarer Größe oder bedecken komplette Häuserfassaden. Worum es geht? Um Relikte im Ulmer Stadtbild, hinter denen sich historische Ereignisse, tragische Geschichten oder amüsante Anekdoten verbergen – sei es in Form von geheimnisvollen ­Inschriften, Skulpturen, Flurnamen oder baulichen Strukturen.
„Die Menschen begegnen solchen Objekten meist täglich, auf dem Weg zur Arbeit oder beim Einkaufen in der Stadt“, erklärt Annika Stahl. „Doch bewusst wahrgenommen werden sie meist nicht, die Aufmerksamkeit liegt ja in der Regel ganz woanders.“ Oder, ergänzt die promovierte Archäologin, das Relikt sei den Ulmerinnen und Ulmern bereits so oft im Alltag begegnet, dass es ganz aus dem Blickfeld verschwunden ist.
Denn welcher Stadtkundige studiert schließlich Inschriften, Wappen und Reliefs an Häuserfassaden? Und auch nicht jeder Ulmer weiß, warum die Stadtfarben eigentlich Weiß und Schwarz sind oder wo in dieser Gegend früher Wein angebaut wurde.
„Selbst wenn ein solches Relikt dem Vorbeigehenden geläufig ist, kennt er nicht unbedingt dessen Hintergrund“, merkt die Autorin an, „oder sitzt sogar einer Halbwahrheit aus dem Volksmund auf.“

Wir freuen uns auf Ihren/Euren Besuch.
Der Eintritt ist frei. Es gibt ein Spendenkässle.
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Kampf gegen Klimawandel
Ethikrat sieht vor allem die Politik in der Pflicht

Am menschengemachten Klimawandel bestünden keine Zweifel mehr, sagt der Ethikrat. Der Kampf dagegen müsse gerechter werden: Vor allem stehe die Politik in der Pflicht – doch sei auch jeder und jede Einzelne gefragt.
Lasten und Pflichten beim Kampf gegen den Klimawandel sollten nach Ansicht des Deutschen Ethikrats gerechter verteilt werden. „Eine moralische Kritik an Entscheidungen im Bereich der privaten Lebensführung und des Konsums ist kein Ersatz für notwendige politische Maßnahmen“, schreibt der Rat in einer Stellungnahme. Darin unterscheidet das Gremium zwischen der Verantwortung des Einzelnen, der Politik, der Unternehmen und der internationalen Gremien.
„Es ist unangemessen, wenn staatliche Akteure von Individuen emissionsärmeren Konsum erwarten, solange innerhalb der vom selben Staat gewollten und unterstützten Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung die Voraussetzungen dafür zu einem guten Teil nicht erfüllt sind oder sogar konterkariert werden“, schreibt der Ethikrat, „so dass emissionsärmeres Handeln in vielen Feldern immer noch ‚moralisches Heldentum‘ verlangt.“
Das entbinde aber nicht von „einer individuellen moralischen Mitwirkungspflicht“. Man solle über „das persönliche Verhalten, die eigene Lebensweise und das eigene zivilgesellschaftliche Engagement“ auch unabhängig von staatlichen Vorgaben nachdenken und dies entsprechend ändern – „im Rahmen der eigenen Möglichkeiten und Zumutbarkeiten“. Ziel sei es, dass „möglichst alle Menschen jetzt und in Zukunft die Mindestvoraussetzungen für ein gutes und gelingendes Leben erreichen können“.
Es bestünden „keine vernünftigen Zweifel mehr“, dass die Erde sich durch menschlichen Einfluss und insbesondere die Verbrennung fossiler Energieträger erwärme, betont der Rat schon zu Beginn seiner fast 130 Seiten umfassenden Stellungnahme. „Eine ungebremste weitere Erderwärmung hätte katastrophale Folgen.“

Hier geht es zum kompletten Artikel auf tagesschau.de

Dienstag, 12.März


Heute haben
Paul Gerhardt * 1607
Gabriele D’Annunzio * 1863
Heinrich Maria Ledig-Rowohlt * 1908
Jack Kerouac * 1922
Edward Albee * 1928
Kathrin Schmidt * 1958
Jenny Erpenbeck *1967
Geburtstag
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Kathrin Schmidt
AMAZONIAN AMAZON

auf meinem konto keine krümmung der jahreszeit,
kein wetterleuchten vom krisenblitz.
wie er einschlug, die faule kiste zum platzen zu bringen,
trug sich anderswo zu. nicht wert der rede,
die meinen mund ansonsten bewegt. das haus
hängt der bank zwar zum hals raus, damit sie ihn
nimmermehr vollkriegt, das geld aber, nett gebeutelt,
geht brav seinen flüssigen weg. kein griechenland
spiegelt sich drin, dem die schuld
übern kragen wächst. wenn der platzt,
hörst du im wüten washingtons trumpet, wie
übern atlantischen ozean ostwärts gespielt. welche einigkeit
zwischen den klängen verschiedener seiten. welches
trommelfell, das sich spannt, links zum trotz, rechts zum schur.
nach billigen indem für den nur halbwegs
sauberen haushalt steht mir kein sinn,
und dennoch klagt die amazone in mir
offene grenzen ein. Spricht’s
und legt die weibliche endung beiseite.
ich schaue dem e hinterher, meinem
blauen, so blauen begehr.
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Unser Buchtipp für ein kleines Buch:

Jaroslav Rudis: „Trieste Centrale“
Mit Illustrationen von Halina Kirschner
Kreuzerbooks € 12,80

Ein Nebenprodukt nennt der Verlag dieses Buch. Es ist eine weitere Episode aus dem Leben von Winterberg, den wir aus dem Roman „Winterbergs letzte Reise“ kennen.
Winterberg fährt mit dem Zug durch ein Europa. Mit im Gepäck immer seinen Baedeker Jahrgang 1913. Mit dieser Ausgabe reist Rudis selbst, wie er im Interview (s.u.) erzählt. Der Baedeker schreibt über schöne Landschaften und einzigartige Ortschaften. Ein Jahr später und noch einmal 25 Jahre später toben in diesen Landstrichen zwei Weltkriege und die Gleise, auf denen Winterberg unterwegs ist, führten auch zu Vernichtungslagern.
„Es gibt kein Entkommen“, sagt Winterberg und meint damit nicht nur sein Leben.
Er mäandert in seinen Berichten am Tresen, kommt vom Hölzchen aufs Stöckchen, wiederholt und verhaspelt sich und irgendwann trinken sie dann doch gemeinsam Bier. Was denn auch sonst.
Wer Texte von Rudis kennt (wir hatten seine Weihnachtsgeschichte in Prag hier vorgestellt und an einer 1.Seite daraus vorgelesen), weiss, dass dies sehr vergnügliche Lektüren sind. Zwischen den Zeilen lauert aber Geschichten, die das Leben Winterbergs geprägt haben.
Hier also ein schmaler Text, der sich locker in der Straßenbahn lesen läßt und ein ideales Geschenk ist, für alle, die einen Sinn für schrägen Humor haben. Aber was wäre das Büchle ohne die unglaublich tollen Illustrationen von Halina Kirschner. Die machen das Buch erst zu einem kleinen Kunstwerk.
Wir kennen u.a. sie schon von dem großartigen Bilderbuch „Trecker kommt mit“


Interview mit Silke Arning / SWR 2, 5.1.2023
https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/jaroslav-rudis-autor-und-dramatiker-swr2-zeitgenossen-2023-01-07-100.html
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Donnerstag, 14.März, 20 Uhr, Roxy Ulm
Eintritt € 16,00


Die Wild West Geschichte einer widersprüchlichen Frau und die Musik eines Lebens

Eine der größten Legenden des Wilden Westens ist kein Mann, sondern eine Frau –
Calamity Jane. Ihre fantastischen, rührenden und dramatischen Geschichten werden nicht als flockiges Cowboy-Abenteuer erzählt, sondern sind Schwerstarbeit eines kargen Lebens – Flunkerei und eine gehörige Portion Größenwahn inbegriffen.
Schwarz auf Weiß kann das bekannteste „Flintenweib“ beweisen, dass sie schneller schießt als sämtliche Männer und dass sie so gar nicht in das gängige Frauen-Bild des frühen Amerikas passt und sich diesem auch überhaupt nicht fügen will – was wiederum ihr Schicksal ausmacht. Die Musik, geliefert von Men Afraid of Horses, ist nicht begleitender Hintergrund oder Weichspüler der Szenen, sondern zentraler Partner – wie beim Poker oder last shoot down. 
Die Lieder und Geschichten sollen berühren und kratzen, vielleicht duften sie ein kleinwenig nach Schweiss oder erwecken den Wunsch mit dem draußen angebundenen Schimmel in den Sonnenuntergang zu reiten.

Schauspiel: Katrin Hötzel
Men Afraid of Horses: Frank Betz, Markus Rabe, Dietmar Rudolf, Günter Schaber, Jochen Wegerer
Bilder: Susanne Luc
Foto und Grafik: Julia Hanisch

Veranstalter: ROXY gemeinnützige GmbH