Freitag, 21.Juni


Heute haben
Jean Paul Sartre * 1905
Helmut Heißenbüttel * 1921
Erik Neutsch * 1931
Wulf Kirsten * 1934
Francoise Sagan * 1933
Adam Zagajewski * 1945
Ian McEwan * 1948
Jane Urquhart * 1949
Robert Menasse * 1954
Geburtstag
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Johann Wolfgang von Goethe
Sommer

Der Sommer folgt. Es wachsen Tag und Hitze,
und von den Auen dränget uns die Glut;
doch dort am Wasserfall, am Felsensitze
erquickt ein Trunk, erfrischt ein Wort das Blut.

Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze,
die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut,
dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern;
doch Liebe lächelt unter Sturm und Wettern.
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Vorankündigung für drei Veranstaltungen im Hdb, der Stadtbibliothek und bei Jastram.

Freitag, 28. Juni 2024, 19:00 Uhr im Haus der Begegnung
Musiklesung in der Kapelle Fluchtgeschichten – Als wärs ein Stück von mir
Gibt es eine Sprache, mit der Erfahrungen von Flucht erzählt und verstanden werden
können? Carl Zuckmayer, Anna Seghers und Hans-Ulrich Treichel erzählen jeweils auf
ihre Art eindringlich von verworrenen Wegen in der Zeit zwischen 1935 und 1945. Wie viel Empathie, Distanz, vielleicht sogar Humor finden heutige Autorinnen und Autoren dazu? Wir hören zusätzlich Texte u.a. von Brigitte Hoffmann und Abbas Khider – Texte, die genaue Beobachtung und auch Leichtigkeit auszeichnen. Ein Abend über das Durchhalten und Erinnern, die Kraft der Worte und der Musik.
Es lesen Andrea Luiking, Ulrich Mehling und Bernd Weltin.
Kürsat Celik, Saz, und Rachid Benachour, Gitarre und Darbuka, beide aus der Gruppe Sirius, bereichern den Abend mit Musik aus anderen Heimaten.
Eintritt 10,00 EUR/erm. 7,00 EUR, Verkauf an der Abendkasse ab 18.30 Uhr.
Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, Ulm.
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Donnerstag, 20.Juni / Sommeranfang


Heute haben
Kurt Schwitters * 1887
Lillian Hellman * 1905
Gerhard Meier * 1917
Vikram Seth * 1952
Geburtstag
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Thomas Dietrich
Zum Abschied …

Der Wiltschek-Jastram ist Geschichte,
für die ich heute nochmal dichte
und zurückblick auch auf mich,
der sich anfangs oft reinschlich,
um in einem der Regale
Bücher suchte, oft ganz schmale,
die nur hier er finden konnte,
mit deren Kauf daheim sich sonnte.
Ein Kollege vom Theater
riet dazu, ein gut‘ Berater.

Schwule Bücher einzukaufen
ohne in ’ne Großstadt laufen,
war für den Hannoveraner,
der nach Neu-Ulm zog als Planer
für Theaterregisseure,
der also bis zur Premiere
ihnen half als Assistent,
wie der Job sich richtig nennt,
ein Gewinn in der Provinz,
dachte er gemäß Wortsinns.

Doch nicht nur Spezialliteratur
fand ich Kunde, der nicht stur
kauft im Laden immer weiter.
Denn hier gab es Wegbereiter
und Berater für die Sache,
mit Enthusiasmus, der entfache
Lust an Neuem, Unbekannten
und an gutem Anverwandten.

Reichlich Rat für Onkel, Tante,
Mutter, Vater, Anverwandte
und so weiter, Buchgeschenke –
freudig ich zurück dran denke.
Später auch für meine Kinder
Jastram ward der Gabenfinder.
Und so manch verschenktes Buch
ich mir selber auch raussuch‘.

Als Dank für vielen guten Rat
ich manch Verse dichten tat,
die auf Weihnachtstüten dann
gingen raus so ab und an,
So dass über all die Jahre
es gab viele Exemplare.

Bei Corona kein Kontakt
hat‘s mich wieder rangepackt,
so dass Verse zu der Lage,
die sehr misslich ohne Frage,
handgeschrieben in dem Fenster
hingen gegen Angstgespenster.

Und all das soll enden jetzt,
was mich eigentlich entsetzt?
Aber ’s ist der Lauf der Dinge,
die bis hierher ich besinge.

Alles Gute wünsch Euch Beiden,
die vom Laden ihr wollt scheiden,
ich Euch für die neue Zeit, …
in der auch stets ein Buch liegt b’reit!

nach 36 Jahren
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NoViolet Bulawayo: „Glory
Aus dem Englischen von Jan Schönherr
Suhrkamp Taschenbuch € 14,00

Unglaublich, was für tolle Bücher ich hier auf dem Blog nicht vorgestellt habe.
Bei einer „1.Seite“ hat Clemens Grote zumindest daraus vorgelesen und im Laden habe ich „ihn“Glory“ oft angeboten, da er mich komplett gepackt hat.
Jetzt ist dieser einzigartiger, besondere Roman als Taschenbuch erschienen.

Jidada heißt das Land. Ein Land, bevölkert von vermenschlichten Tieren, beherrscht vom stärksten unter ihnen, seit fast vierzig Jahren. Einst brachte er die Unabhängigkeit auf den afrikanischen Kontinent, zerschlug die Fesseln der Geschichte, bloß um ihnen prompt andere anzulegen. Doch nun mehren sich die Zeichen, dass seine Kräfte schwinden. Wer ihn reden hört, wer das Alte Pferd in die Sonne blinzeln sieht, ihn und seinen ganzen verrotteten Apparat, der weiß: seine Tage sind gezählt. In Jidada kehrt jetzt Hoffnung ein: auf eine gerechte Zukunft, auf Wohlstand und Veränderung, endlich ein besseres Leben für uns alle! Aber das Regime wehrt sich mit Waffen härter als Träume, schärfer als Fantasie, tödlicher als blanke Lebensfreude, bis eine Heimkehrerin aus dem Exil alles verändert.

Was mich zu Beginn gestört hat, dass nur Tiere auftreten und viele gleiche an die Farm der Tiere denken, war beim weiteren Lesen eine großartige Idee. Damit erzählt NoViolet Bulawayo über den Freiheitsdrang eines Volkes, die Repressionen der Regierung, dem gemeinsamen Kampf dagegen und das mit einer Sprache, die manchmal bestens in einen Poetry Slam passen könnte.
Ein Buch über Freude und Schmerz, über Leben und Tod und über Frieden und Freiheit.

The International Booker Prize 2022 (Shortlist)
Aspen Words Literary Prize 2023 (Longlist)
Dublin Literary Award 2023 (Longlist)
litprom-Bestenliste
ORF-Bestenliste

NoViolet Bulawayo wuchs auf in Bulawayo, Simbabwe. Im Alter von achtzehn floh sie in die USA. Ihr Debütroman Wir brauchen neue Namen war Finalist des Booker Prize und wurde mit dem PEN/ Hemingway Award sowie dem Los Angeles Times Book Prize for First Fiction ausgezeichnet. Sie gewann den National Book Award in der Kategorie »5 under 35«. Übersetzungen in zahlreiche Sprachen folgten. Als Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin lebt NoViolet Bulawayo ein Jahr lang in der Hauptstadt.
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Mittwoch, 19.Juni


Heute haben
Blaise Pascal * 1623
Gustav Schwab * 1792
Salman Rushdie * 1947
Geburtstag
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Johann Wolfgang von Goethe
Sommer

Der Sommer folgt. Es wachsen Tag und Hitze,
und von den Auen dränget uns die Glut;
doch dort am Wasserfall, am Felsensitze
erquickt ein Trunk, erfrischt ein Wort das Blut.
Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze,
die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut,
dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern;
doch Liebe lächelt unter Sturm und Wettern.
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Katja Diehl: „Raus aus der AUTOkratie – rein in die Mobilität von morgen!
S.Fischer Verlag € 20,00

Ihr erstes Buch „AUTOkorrektur“ war ein riesiger Erfolg und zeigte auf, wie wichtig es ist, Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und nicht Autos. Jede/r soll Autofahren dürfen, aber nicht müssen. Katja Diehl stellt Alternativen dazu vor und zeigt, wie es gehen kann, ohne Auto mobil zu sein und sich die Kosten eines eigenen Autos zu sparen und gleichzeitig auch die Umwelt zu schonen.
Zwei Jahre später erscheint ihr nächstes Buch, das sie gar nicht vorhatte (so früh) zu schreiben.
Ihr Bedürfnis, aufzuzeigen, warum Stillstand herrscht in der Verkehrswende, war jedoch so groß, dass sie nicht anders konnte. Warum tut sich sich nichts / so wenig? Wo sind Lichtblicke und Ansätze zu sehen? Wo hapert es an der Umsatz zu einer menschengerechteren Gesellschaft? Alles Wissen zu einer zukunftsgerechteren Mobilität liegt auf dem Tisch, aber eine Veränderung ist nicht in Sicht.
(Wie auch, mit einem Verkehrsminister, der aus der Autoindustrie kommt)
Katja Diehl spricht mit zahlreichen Expert*innen, aber auch mit Gestalter*innen, die die Transformation bereits voranbringen und zeigt, wie aus den Visionen von Mobilität eine liebenswerte Welt werden kann.

Katja Diehl, geboren 1973, hat sich voll und ganz dem Mobilitätswandel verschrieben. Nach 15 Jahren in z.T. leitenden Funktionen der Mobilitäts- und Logistikbranche verändert sie das System nun mit ihrer Expertise von außen. Sie hostet den Podcast »SheDrivesMobility«. In Hamburg hat sie die Vertretung der womeninmobility gegründet und engagiert sich im Bundesvorstand des Verkehrsclub Deutschland e. V. Für ihre Arbeit hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. wurde sie 2020 vom »Focus« zu den »100 Frauen des Jahres« gezählt, 2019 kam sie auf die Liste »25 LinkedIn TopVoices in Deutschland, Österreich und der Schweiz« und gilt als eine der »Remarkable Women in Transport«. Ihr Buch »Autokorrektur« war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste, sie selbst erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Leserpreis des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises 2022 und den Deutschen Mobilitätspreis in der Kategorie Menschen. Katja Diehl lebt in Hamburg.

Dienstag, 18.Juni


Heute haben
Iwan Gontscharow * 1812
Günter Seuren * 1931
Mirjam Pressler * 1940
Richard Powers * 1957
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Wegweisend

Unsere Wege sind wie Arme
Die hinausreichen
In Liebe aus dem
EINEN

Um ins Unendliche zu greifen
Um zu wachsen, zu weinen und zu lachen
Um staunend zu erforschen
Und denkend zu begreifen

Bis wir uns endlich
In Erwachendem Sehnen
In Liebe wieder und Ursprung
VEREINEN …
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Unser Taschenbuchtipp:


Andrea Abreu: „So forsch, so furchtlos“
Aus dem Spanischen von Christiane Quandt
Kiwi Taschenbuch € 13,00

Jetzt war ich mir doch ganz sicher, dass ich diesen Roman schon hier vorgestellt hatte, als er neu erschienen war. Pustekuchen. Das habe ich wohl verpasst. Zwei Jahre später liegt er als Taschenbuch auf unserem Büchertisch.
Dieses Debüt, der 1995 auf Teneriffa geborenen Autorin, ist eine sehr besondere Lektüre.
Andrea Abreu schreibt über eine ungleiche Mädchenfreundschaft während eines Sommers auf Teneriffa. Die beiden träumen sich in eine Welt voller Hoffnungen, in der sie so leben können, wie die vielen Touristen, die die Insel monatelang überfluten. Der Alltag sieht anders aus. Die Traumvillen werden von ihren Müttern geputzt und Baden am Meer steht nicht auf der Tagesordnung.
Die Sprache, die Andrea Abreu benutzt ist voller Posie und gleichzeitig sehr direkt und derb. Hier treffen mehrere Welten aufeinander. Eine Freundschaftsgeschichte, ein Coming-of-Age, ein prekäres Leben, ein Aufwachsen jenseits der Touristenpfade, in der Hoffnungen zerplatzen.
Der Klang der Sprache, der Slang, machen diesen schmalen Roman aus und zeigen messerscharf auf, wie es sich anfühlt, ein Leben führen zu müssen, in dem die Mädchen und Frauen unsichtbar alles tun, damit Touristen sich jeweils für ein paar Wochen wohlfühlen.

Leseprobe

Montag. 17 Juni



Foto: Peter Fischer
Illustration Detlef Surrey (https://surrey.de/)

Schön war das Abschiedsfest. Schön, dass so viele, liebe Menschen gekommen sind.
So viele Gespräche, so viel Lachen und die eine und andere Träne.
Danke an Lea Knudsen für ihre Lieder, hauptsächlich das mit den Rosen.
Dank an die Men afraid of Horses für ihr spontanes Konzert auf der Straße.
Dank an Wolfgang Schukraft auf seine rührende Rede.
Dank an die helfenden Hände, die plötzlich in der Küche am Spülen waren.
Dank an Susanne, Sigrid, Margit und Claudia.
Und einen großen Dank an all die jetzt Ungenannten, die zum Teil von weit angereist waren, und die vielen, vielen Geschenke, die Blumen und Glückwünsche.
Während ich das schreibe, wird mir ganz warm ums Herz.

Ich wünsche meinen Nachfolgern Christine Berenbeck und Sebastian Lehmann alles Gute bei dieser schönen, aber auch anstrengenden Arbeit in der kleinen Buchhandlung an der Ecke.

Euer Samy Wiltschek

ps. Nicht dass es zu Verwirrungen kommt.
Der offizielle Übergabetermin ist der 1.Juli. Bis dahin bin ich noch in der Buchhandlung zu finden.
Claudia Wiltschek bleibt noch bis Ende Juli.
Am Samstag, den 29.Juni, schließen wir den Buchladen schon um 13 Uhr und machen uns an die Abschlussinventur.

Samstag, 15.Juni


Guten Morgen,
wir öffnen ganz normal um 9 Uhr und beginnen ab 13 Uhr mit dem „Umbau“ für unser Abschiedsfest.
Ab 14 Uhr heissen wir Euch alle herzlich willkommen.


Das Wetter soll gut werden.
Lea Knudsen und und Men afraid of Horses haben ihre Stimmen und Instrumente gestimmt,
die Getränke sind kaltgestellt und die Kuchen angeschnitten.

Wir freuen uns riesig und sind sehr gespannt, was da heute Nachmittag auf uns zukommt.
Bis bald,
Samy Wiltschek und das ganze Jastram-Team.

Freitag, 14.Juni


Heute haben
Harriet Beecher-Stowe * 1811
Yasunari Kawabata * 1899
Judith Kerr * 1923
Hermann Kant * 1926
Dieter Forte * 1935
Manuel Vázquez Montalbán * 1939
Kathrin Röggla * 1971
Geburtstag
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Glaubte Judith Kerr an ein Leben nach dem Tod?

„Nein. Nein. Ich kann es mir nicht vorstellen. Aber man weiß ja nie. Ich weiß nicht, ich denke manchmal, weil doch nichts in der Welt vergeht. Unsere Knochen werden Gräser oder Blumen oder ich weiß nicht was, also denke ich manchmal: Was passiert mit unseren Gedanken? Die sollen doch auch nicht verschwendet werden. Und dann denke ich manchmal, besonders weil ich so liebe die Dinge zu sehen, vielleicht gibt es dann irgendwo a parallel universe, wo irgendwie diese Dinge bleiben.“

Quelle: Deutschlandfunk
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Unser Bilderbuchtipp:

Magnus Weigthman: „Ein Biber reist um die Welt … und entdeckt, wie die Tiere wohnen
Aus dem Niederländischen übersetzt von Hermien Stellmacher
Loewe Verlag € 14,95
Bilderbuch ab 3 Jahre

Biber sitzt auf einem Baumstamm und paddelt den Hudson in New York hinunter. Die Reise geht einmal um die Welt. Von nord nach süd, von warm nach kalt. Hoch hinaus in die Luft und tief unter die Erde. Dort überall lernt er, wie die verschiedenen Tiere wohnen und wie unterschiedlich ihre Behausungen sind. Wir sehen die Höhlen der Eisbären tief unter der dicken Schneedecke versteckt, während die Bienen hoch oben in ihrem Bienenstock leben, die Zwergmaus baut sich ein Kugelnest aus Grashalmen und Stroh und der Einsiedlerkrebs trägt sein Zuhause auf dem Rücken.
Ein farbenfrohes Bilderbuch, in dessen Bildern es viel zu entdecken gibt und jeweils zwei Zeilen Text, die sich reimen.
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Donnerstag, 13.Juni

Heute haben
Heinrich Hoffmann * 1809
W.B.Yeats * 1865
Fernando Pessoa * 1888
Dorothy Sayers * 1893
Anna Maria Ortese * 1914
Irving D. Yalom * 1931
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Markant

Starr
Steht er
Wie ein Turm
Gegen die Zeit
Dem ausgelaugten
Erdboden ist er ein Schattenwurf
Und ein Zelt
Über dem Wurzelwerk
Aber auch Anker
Und Amme
Dem bebenden Blatt
Das er mit all seinen Wunden
Behutsam
Dem Licht entgegen hält
Bis er
Fällt
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Ein neuer Band der Nobelpreisträgerin von 2020.



Louise Glück: „Treue und edle Nacht
Gedichte, zweisprachig
Aus dem Amerikanischen von Uta Grosmann
Luchterhand Verlag € 18,00

Endlich umfing mich die Nacht / ich schwebte auf ihr, vielleicht in ihr /
oder sie trug mich, wie ein Fluss / ein Boot trägt …

Über Lyrik kann man viel, oder gar nichts schreiben.
So belasse ich es damit, zu schreiben, dass Sie einfach das Buch in die Hand nehmen sollten und eintauchen in die Geschichten in den Gedichten. Geschichten über unser aller Leben. Über Kindheit und Altern, helle Tage und Träume in dunkler Nacht, über Leben und Sterben, Krankheit und Tod.
Das was Alice Munro in ihren Erzählungen geschafft hat, können wir hier in einer noch konzentrierteren Form nachlesen.
Wohltuend in unserer lauten, gereizten, hektischen Welt.

Wie wir gemeinsam einmal Fleisch waren,
Waren wir nun Nebel.
Wie wir in Gestalt einmal Schatten hatten,
Waren wir nun Substanz ohne Form, wie verdampfte Chemikalien.
Es wieherte mein Herz,
Vielleicht weigerte es sich auch – es war schwer zu sagen

Leseprobe


Mittwoch, 12.Juni

Heute haben
Johanna Spyri * 1827
Djuna Barnes * 1892
H.C.Artmann * 1921
Anne Frank * 1929
Christoph Meckel *1935
Wolfgang Herrndorf * 1965
Geburtstag
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Johann Wolfgang von Goethe

In Lebensfluten, im Tatensturm
Wall ich auf und ab,
Webe hin und her!
Geburt und Grab,
Ein ewiges Meer,
Ein wechselnd Weben,
Ein glühend Leben,
So schaff ich am sausenden Webstuhl der Zeit
Und wirke der Gottheit lebendiges Kleid.

aus: Faust. Der Tragödie erster Teil, Nacht, Geist zu Faust
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Caz Hildebrand und Jacob Kenedy: „Die Geometrie der Pasta
Die perfekte Form + Die perfekte Sauce = Das perfekte Essen
DuMont Verlag € 28,00

Nudeln sind das Wohlfühlgericht schlechthin – schnell, simpel und einfach lecker. Aber eines sind sie nicht: langweilig. Denn die Welt der Pasta ist – anders als dieses Buch – keinesfalls nur schwarz und weiß. Ihrer Form, Vielfalt und Kombination sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Ihre Expertise als Kochbuchgestalterin hat Caz Hildebrand schon in der Zusammenarbeit mit Nigella Lawson und Yotam Ottolenghi unter Beweis gestellt. Jetzt gelingt es ihr mit ihrem minimalistisch-grafischen Design, die oft als gewöhnlich angesehene Nudel als Hauptdarstellerin ins Spiel zu bringen. Das Buch enthält einhundert Saucenrezepte des hoch- gelobten Kochs Jacob Kenedy, dessen Restaurant Bocca di Lupo schon als ‚möglicherweise bester Italiener Englands‘ bezeichnet wurde.
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al dente. Pasta & Design
Ausstellung im HfG-Archiv, Am Hochsträß 8, 89081 Ulm
7. Juni 2024 – 19. Januar 2025
Das Projekt wird kuratiert von Dr. Stefanie Dathe, Dr. Martin Mäntele und Linus Rapp.
Ausstellungskatalog av edition € 34,00
Erscheint ca. 17.6.24



https://www.swr.de/swrkultur/kunst-und-ausstellung/museum-ulm-ausstellung-al-dente-pasta-design-100.html?mediaId=863eab0a-6066-33d0-a483-1ec971d5126c&

Was hat Pasta mit Design zu tun? Ob rustikale Orecchiette, elegante Tagliatelle oder kugelige Spätzle: Pasta, Spätzle und Nudeln kommen nicht zufällig in ihre Form, denn sie alle sind Ergebnis langer Traditionen, regionaler Kochkünste und nicht zuletzt auch der Hände und Maschinen, die sie fertigen. Eine formschöne Gestaltung gefällt nicht nur unseren Augen, auch unserem Gaumen schmeichelt eine harmonisch geschwungene Nudel besonders gut. Design als schöpferische Tätigkeit macht aus einem undefinierten Teigstück ein beliebtes Lebensmittel, das heute weltweit in serieller Massenfertigung auf die Teller kommt. Denn von einer Nudel allein ist noch niemand satt, geschweige denn glücklich geworden.

Von der Hand zur Maschine, aus der Keramikdose ins Weltall, vom Plakat zum Kommerz, aus dem Kochtopf ins Museum: Die Ausstellung „al dente. Pasta & Design“ beleuchtet die vielfältigen Berührungspunkte von Teigwaren und Gestaltung. Sie spürt der Frage nach, wie die Nudel in ihre Form kommt und was mit ihr in Küche und Designbüro gemacht wird. Zwischen Nudelholz und Industrie, Marketing und Nachhaltigkeit, Design, Handwerk und Kunst betrachtet sie die praktischen Formgeber in Küche und Industrie, das verlockende Kommunikationsdesign mit Plakaten, Verpackungen und Werbung, extravagante Pasta-Entwürfe von internationalen Stardesignern und Kreatives aus Kunst, Kommerz und Küchenhelferszene.

Den passenden Rahmen findet die Ausstellung in der ehemaligen Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG), wo in den 1960er-Jahren Walter Zeischegg an der ersten Designerpasta überhaupt gearbeitet hat. Seither haben sich immer wieder internationale Architekten, Produkt-und Automobildesigner neuer Pastaformen angenommen, von Philippe Starck über Giorgio Giugiaro bis Walter de Silva.

Zwischen Handfertigung, vollautomatisierten Hightech-Pressverfahren und Pasta aus dem 3D-Drucker liegen nur zwei Jahrhunderte. So erzählt die Geschichte der Pastaformgebung zugleich vom wechselvollen Miteinander von Innovation und Technologie. Die Ausstellung „al dente. Pasta & Design“ im HfG-Archiv Ulm lädt mit einem multisensorischen Erlebnis dazu ein, die vermeintlich uns allen bekannte Teigware neu zu entdecken und Spaß an einer formschönen Gestaltung von Nudel und Objekt zu finden.

Open Call: al dente. Nudel gesucht! Wir suchen Entwürfe für eine neue Nudel.
Alle Infos auf nextmuseum.io
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Stadtbibliothek Ulm
„Kultur auf Stufen“

Mi, 12.6., 19:30 Uhr
Freilichtforum der Glaspyramide
Eintritt frei

„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ anlässlich der 75 Jahre Grundgesetz

Schauspieler Roman Knižka und das Bläserquintett OPUS 45 nehmen das Grundgesetz von seiner Entstehung bis heute unter die Lupe. Zu Gehör gebracht werden literarische, philosophische und humoristische Texte u. a. von Susanne Baer, Max Czollek, Heinz Erhardt, Herta Müller, Heribert Prantl, sowie Sitzungsprotokolle des Parlamentarischen Rats, Briefe, Telegramme, Zeitungsartikel u. v. m. Die Musik für Bläserquintett stammt u. a. von Johann Sebastian Bach, Ludwig van Beethoven, Paul Taffanel, August Klughardt, Richard Wagner, u.a.

Dienstag, 11.Juni


Ben Jonson * 1572
Gert Prokop * 1932
Athol Fugard * 1932
Diane Kempff * 1945
Richard Pietraß * 1946
haben heute Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Nur ein Tropfen

Es ist immer nur ein Tropfen
Der das Fass zum Überlaufen bringt
Ein Tropfen
Trägheit
Der unser Mehr kippen lässt
Ein Tropfen
Gift und Galle
Der den Amoklauf in Gang setzt
Ein Tropfen
Verzweiflung
Der uns die mühsam aufrecht erhaltene Balance
Verlieren lässt
Der uns in den Abgrund stößt
Ein Tropfen nur
Was für ein Meer an Tropfen
Brauchen wir
Am Ende
Vielleicht
Für eine Heilung
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Hubert Wetzel: „Amerika – Land der unbegrenzten Widersprüche
Menschen und Mythen, Freiheit und Wahn
Goldmann Verlag € 22,00

Polizeigewalt, Rassismus, Opioidkrise, Amokläufe, ein skrupelloser Ex-Präsident, dessen fanatische Anhänger zu allem bereit zu sein scheinen. So sehen wir oft auf die USA. Nachdem aber Obama gewählt wurde, ist es für Europa das Land der Freien, des Fortschritts, der Veränderung.
Hubert Wetzel, ehemaliger USA-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung, lebte dreimal in seinem Leben für je einige Jahre dort und zeigt uns die Menschen, die einzelnen Schicksale. Er begibt sich auf eine Wanderung mit einem Rechtsradikalen, redet mit Überlebenden eines Schulmassakers und mit einer Mutter, die von einem Mitschüler erschossen worden ist. Durch seine journalistische Schreibe zeigt er uns, dass wir unsere deutschen Scheuklappen wegnehmen sollten, um dieses Land besser verstehen zu können. Ohne dass er in irgendeiner Weise Rassismus, Waffenwahn, Polizeigewalt verniedlicht, uns aber Hintergründe diverser us-amerikanische Mythen erklärt.
Ein sehr persönliches hoch unterhaltsames politisch-kulturelles Porträts eines faszinierenden und auch fremden Landes.

Leseprobe
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