Samstag, 25.Mai

Foto: Uwe

Heute haben
Ralph Waldo Emerson * 1803
Max von der Grün * 1926
Raymond Carver * 1938
Jamaica Kincaid * 1949
Geburtstag
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Dreams, you know, are what you wake up from.
Raymond Carver
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Unser Buchtipp:


James Krüss: „Fahre mit durchs ABC
Illustriert von Nora Fuchs
Duden Verlag € 12,00
Bilderbuch ab 4 Jahren




Wer kennt sie nicht, die ABC-Gedichte von James Krüss? In seinem Buch Buch „Mein Urgroßvater und ich“ finden wir jede Menge davon. Jetzt gibt es ein kleines ABC-Gedicht über Fahrzeuge. Alles ein wenig altertümlich, aber liebenswert. Nora Fuchs hat in ihre Illustrationen Tiere mit dem jeweiligen Buchstaben hineingemalt. So sitzen in der Straßenbahn schon die Schlange und das Schaf, während die Schmetterlingsfrau zum Einsteigen wartet und das große S dem Seehund seine Karte zeigt.
Ein kleines, hübsches ABC Buch, bei dem wir uns noch viele andere passende Tiere ausdenken können.

Leseprobe
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Heute gibt es wieder einen Infostand auf dem Münsterplatz am Eingang von der Neuen Straße aus.

Freitag, 24.Mai

Heute haben
Michail Scholokow * 1905
Henri Michaux * 1899
Louis Fürnberg * 1909
George Tabori * 1914
Joseph Brodsky * 1940
Bob Dylan * 1941 (Nobelpreis 2016)
Rainald Goetz * 1954
Walter Moers * 1957
Michael Chabon * 1963
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Mein Herz

Wo bist du
Ich will nach dir rufen
Am Tag und in der Nacht
Wohin bist du gegangen
Wovor bist du geflohen
Frage ich dich, frage ich mich
Doch ohne Stimme
Die mich trägt
Bin ich
Vernichtet
Allein
Ohne Substanz
Hin- und hergeworfen
In einem finsteren Eiskeller
An dessen fluoreszierenden Wänden
Die Worte grün und violett aufleuchten
Wo bist du
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Eine schöne Idee vor vielen vielen Jahren:

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Schöne Ferien!
Geschichten für die glücklichste Zeit des Jahres
Herausgegeben von Julia Gommel-Baharov
Fischer Taschenbibliothek € 14,00

Sorrent im August: Ich habe nun zwei Wochen kein deutsches Wort gehört und kein italienisches verstanden. So läßt sich’s mit den Menschen leben, alles geht am Schnürchen und jedes aufreibende Mißverständnis ist ausgeschlossen.
Karl Kraus

Genau richtig für die Ferien, für eine Zugfahrt und für die Tasche. Auf über 300 Seiten, im kleinen Format, hat der S.Fischer Verlag gute Urlaubslektüre aus seinem Programm verpackt.
Zsuzsa Bánk schreibt über den Heißestes Sommer, Robert Gernhardt natürlich über die Toscana, Judith Hermann über Aqua alta, Florian Illies über den Sommer des Jahrhunderts. Die gerade verstorbene Nobelpreisträgerin Alice Munro kommt in Japan an und Fernando Pesso schreibt über seine Heimatstadt Lissabon. Daniel Speck, Peter Stamm, Roger Willemsen, Kurt Tucholsky sind u.a. mit dabei. Zum Schluss sagt Juli Zeh: Dann fahr doch!.
Ja, so machen wir das. Dann fahr doch. Aber vergiss das Buch nicht.
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https://www.br.de/nachrichten/bayern/wetter-in-bayern-gewitter-am-alpenrand-vollgelaufene-keller,UDXQm11
Unwetter in Bayern
Vollgelaufene Keller und Überschwemmungen

https://www.tagesschau.de/wissen/klima/folgen-klimwandel-gesundheit-100.html
Lancet Countdown Report“
Wenn der Klimawandel krank macht

Von Dominik Bartoschek, SWR

Seit 2017 analysieren Forschende aus aller Welt für den „Lancet Countdown Report“ den Zusammenhang von Klima und Gesundheit. In diesem Jahr fällt ihr Fazit besonders drastisch aus.
Es sind viele Seiten mit Statistiken, Tabellen und Grafiken, die im kürzlich veröffentlichten „Lancet Countdown Europe Report“ stehen. Doch am Ende bleiben vor allem diese Sätze hängen: „Der Klimawandel ist kein weit entferntes, theoretisches Zukunftsszenario. Er ist hier. Und er tötet.“
….

Am 9.Juni ist Gemeinderatswahl in Ulm.

Donnerstag, 23.Mai


Heute haben
Harry Graf Kessler * 1868
Max Herrmann-Neiße * 1886
Pär Lagerkvist * 1891
Annemarie Schwarzenbach * 1908
Dieter Hildebrandt * 1927
Friedrich Achleitner * 1930
Geburtstag
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Am weitesten entfernt von feiner Geistigkeit ist der Fanatiker, dessen ganze Seele sich um einen blendenden Begriff wie die Motten um den Leuchtturm im Kreise oder Wirbel dreht.
Harry Graf Kessler
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Unser Buchtipp:

BIRDS – Das Buch der Vögel
Ein Ausflug in die gefiederte Welt
Über 300 Abbildungen auf 350 Seiten
Midas Verlag € 59,00


„Birds“ bildet ein unglaublich großes, weites Spektrum der Vogelwelt ab. Wissenschaftlich, künstlerisch, historisch, von den Urzeiten bis in die Gegenwart haben wir hier auf 350 Seiten über 300 Abbildungen in einem großen Format. Die Anziehungskraft der Vögel zeigt sich ja schon an den vielen Büchern zum Thema Füttern. Hier geht es jedoch rund um den Globus. Vom Kolibri bis zum Strauß, vom Tropenwald bis ins Eismeer. Von Abbildungen aus der Werbung, dem Logo des Penguin Verlages, bis zu bedeutenden Kunstwerken der vergangenen Jahrhunderte. Die bekannte Abbildung des Distelfinken wird in Bezug gebracht mit dem gleichnamigen Roman von Donna Tartt. Diese Mischung aus Fotografie, Illustration, Zeichnung zeigen die große Schönheit der Vögel und ihre Bedeutung in der Symbolik.
Aber nicht genug. Der voluminöse, schwere Band hat im hinteren Teil, eine Zeitleiste, ein großes Glossar, Biografien zu dieser viertausend Jahre andauernde Geschichte.

Eine sehr umfangreiche Leseprobe lädt zum Durchblättern ein.
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Das Stadtradeln ist zwar vorüber, aber auch in unserem Team wurde noch kräftig nachgetragen.
So haben wir mittlerweile 4.966 km erradelt.


Mittwoch, 22.Mai


Heute haben
Gérard de Nerval * 1808
Arthur Conan Doyle * 1859
Johannes R.Becher * 1891
Robert Neumann * 1987
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Gute Reise, mein Freund!

Hin und her
Treibt es mich
Am Ufer des Flusses
Der uns so lange verband
Und ich rufe laut
Wo bist du
Und warum war ich nicht da
Um dir die Hand zu reichen
Damit du nicht untergehst in den Wirbeln der Welt

War es wirklich schon an der Zeit für dich
Mein Freund
Oder hast du einfach nur vergessen
Was möglich ist
Wenn wir uns vertrauen
Und dass es immer noch einen Weg gibt
Wenn wir den Kräften der Schwerkraft nicht nachgeben
Und wir uns nicht verlieren
In den Schluchten des Alltags

Hast du vergessen
Wie wir die Welt auf den Kopf stellten
Damals
Zwischen Istanbul und Sumatra
Wie in der Glut der Wüste
Unser eigenes Shangri-La entstand
Warum hast du aufgegeben, mein Freund
Ohne noch einmal nachzufragen
Ohne dich zu verabschieden

Ich wünsche dir eine gute Reise
Mein Freund
Wo immer du auch hingehst,
Wo immer du Station machst
Pass auf dich auf
Der Fluss ist ewig
Sei gewiss
Auch wenn du jetzt mit den Nebeln aufsteigst …
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Die Sensation ist perfekt.
Jenny Erpenbeck hat mit ihrem Roman „Kairos“ den Internationalen Booker Preis 2024 erhalten.


Jenny Erpenbeck: „Kairos
Penguin Verlag € 14,00
Ins Englische übersetzt von Michael Hofmann € 14,90

Ganz schnell müssen jetzt von der deutschen Taschenbuch Ausgabe die Kleberchen mit „Shortlistet“ weggepult werden, denn Jenny Erpenbeck hat den Preis gewonnen.
Gratulation.
Als erste deutsche Schriftstellerin (auch kein Mann vor ihr) hat dies geschafft.
„Kairos“ erzählt die Geschichte einer toxischen Liebesbeziehung der jungen Katharina und dem über 30 Jahre älteren Hans. Hans ist verheiratet, hat sich vom Nazis zum Kommunisten gewandelt und erklärt ihr die Welt. Die Welt ist die DDR in den letzten Zügen ihres Regimes. In diesen Machtspielen findet sich u.a. der Schmerz und Zerissenheit der damaligen Gesellschaft, den die Autorin sehr detailliert beschreibt.
Kairos beschreibt den glücklichen Moment, den es festzuhalten gilt, der dann aber auch wieder verschwindet. Hier geht es um die Suche nach diesem Moment in den Biografien der beiden und auch im Verhältnis zueinander nach der Wende.
Diese Liebesgeschichte könnte, in all ihrer Komplexität, als Spiegelbild der DDR-Gesellschaft gelesen werden. Aber dies wäre zu wenig. Zu sehr steht diese Beziehung im Mittelpunkt, mit ihren Irrungen und Wendungen.
Jetzt hat „Kairos“ den Internationalen Booker Preis erhalten. Manche Kritiker schrieben schon von Nobelpreis für Jenny Erpenbeck. Es bleibt spannend.
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Das Stadtradeln in Ulm ist vorbei.
Stand heute: 4.565 km
Sie können jedoch noch eine Woche lang Ihre Kilometer nachtragen.
Also für alle, die nicht die App und das Tracking benutzt haben.
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Es vergeht kein Tag, in dem nicht über die Auswirkungen der Klimakatastrophe berichtet wird. Nach den Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland, jetzt Starkregen und Hochwasser in Baden-Württemberg und Bayern.
Gleichzeitig werden Menschen, die nach Europa wollen, da ihr Zuhausewege n Dürre und Hitze, keine Möglichkeit zum Überleben bietet, wieder zurückgeschickt, oder in der Wüste ausgesetzt.
Am Sonntag, 9.Juni ist Gemeinderatswahl in Ulm.
Gehen Sie wählen.
Vielleicht drehen sich die Verhältnisse im Gemeinderat und es können endlich Dinge durchgesetzt werden, die dringlich und notwendig sind, um besser auf diese Veränderungen vorbereitet zu sein.
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Freitag, 17.Mai


17. Mai Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie
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Heute haben
Henri Barbusse * 1873
Lenka Reinerova * 1916
Lars Gustafsson * 1936
Peter Hoeg * 1957
und Udo Lindenberg * 1946
Geburtstag
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Best of Winfried Hermann Bauer
(Du und ich)

Demut

Wenn Bäume im späten Licht
Noch einmal aufflammen
Und mir die Kälte in die Knochen kriecht
Weiß ich
Du wartest
Nur ein beugsamer Wille
Steht
Zwischen dir und mir

Das bist Du

Die Sonne geht auf
Ein Hauch von Jasmin über
Den Wunden der Welt

Auf ewig jetzt

Ein Blutbad
In dem die Wolken
Schattenschwer
Den Horizont hinunterschwimmen
Es schwemmt mich durch die Gassen
Zwischen spitzen Dächern
Blitzt der Mond
Er spürt mir nach

Den Verräter im Genick
Verlier ich mich allein
Im blauen Dunst der Schenke
In meiner Gier nach dir
Kleb ich an meinem Glas
Mit dunkelrotem Wein
Heiß tobt die Schlacht
In mir

Kaum bist du hier
Bist du verletzt
Der Stich ist wohl gesetzt
Wohl bedacht und doch versehentlich
Ich weiß
Auch wenn du mich versetzt
Sag ich dir leis
Auf ewig jetzt: Ich liebe dich

Der Rausch ist wie ein wilder Fluss, der ins Vergessen mündet
Dein Mund ein kleiner Tod in dieser Nacht
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Noch n Bilderbuchtipp:


Doug Salati: „Ein Tag am Meer
Im Original „Hot Dog
Aus dem Amerikanischen von Bernadette Ott
Aladin Verlag € 15,00
Ein Bilderbuch wie eine kühle Brise, ab 4 Jahren

Zu gut kenne ich das Gefühl des kleinen Hundes. Die Stadt ist heiss und laut. Überall Hektik und Achtlosigkeit. Dann rattert auch noch ein Rollbrett knapp vorbei. Wo oft habe ich das an Sommertagen erlebt. Die Türen im Buchladen stehen offen, die Laster lärmern und die Baustellen geben keine Ruhe.
Der kleine Hund macht es richtig. Mitten auf dem Zebrastreifen legt er sich hin und rührt sich nicht mehr. Da hilft auch kein Zerren an der Leine. Die Dame reagiert beherzt, ruft ein Taxi, nimmt die U-Bahn. Gemeinsam fahren sie ans Meer und verbingen ein wunderschönen Tag dort. Der Hund tobt, die Dame ruht sich aus. Als es dämmert fahren sie zurück in die Stadt. Müde und zufrieden. Dann machen plötzlich Rollbretter keinen so großen Lärm mehr und der Hund wird liebevoll gestreichelt.
Ein gelungener Tag im Sommer.


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Heute, Freitag, 17.Mai, 19 Uhr
Uli Wittmann: „Wanderungen für Langschläfer auf der Schwäbischen Alb“

Ein Outdoor-Feuerwerk bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
Uli Wittmann ist Vater von vier Kindern. Viele Jahre leitete er Pfadfindergruppen und sammelte dabei Ideen fürs Outdoor-Basteln. Er ist studierter Betriebswirt und Journalist. Als freier Redakteur arbeitet er für verschiedene Zeitschriften und schrieb etliche Wanderführer, davon einige für Familien. Uli Wittmann betreibt die erfolgreiche Website www.Kinderoutdoor.de sowie den gleichnamigen YouTube Kanal und stellt dort regelmäßig Ideen für Aktionen im Freien vor.
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Stand heute: 3.649 Kilometer
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https://www.tagesschau.de/inland/bundesregierung-gericht-klimaschutz-100.html

Nach Klage der Umwelthilfe
Bundesregierung muss beim Klimaschutz nachschärfen

Nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe muss die Bundesregierung ihr Klimaschutzprogramm überarbeiten. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat entschieden: Die bisherigen Maßnahmen reichen nicht aus.
Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg muss die Bundesregierung ihr eigenes Klimaschutzprogramm überarbeiten. Damit gaben die Richter der klagenden Deutschen Umwelthilfe (DUH) recht. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass die bisher aufgelisteten Maßnahmen nicht ausreichten, um die Klimaziele zu erreichen.
Das erst im vergangenen Oktober beschlossene Programm erfülle nicht vollständig die gesetzlichen Vorgaben. Basis für die verhandelten DUH-Klagen (Aktenzeichen OVG 11 A 22/21 und OVG 11 A 31/22) waren die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes für verschiedene Sektoren zur Minderung des Ausstoßes an Treibhausgasen für die Jahre 2024 bis 2030. …

Donnerstag, 16.Mai


Heute haben
Friedrich Rückert * 1788
Jakob van Hoddis * 1887
Juan Rulfo * 1918
Adrienne Rich * 1929
Lothar Baier * 1942
Achim Bröger * 1944
Geburtstag
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Friedrich Rückert
Die Welt ist schön

Die Welt ist schön, die Welt ist gut, gesehn als Ganzes
Der Schöpfung Frühlingspracht, das Heer des Sternentanzes.

Die Welt ist schön, ist gut, gesehn im einzelst Kleinen
Ein jedes Tröpfchen Tau kann Gottes Spiegel scheinen.

Nur wo du Einzelnes auf Einzelnes beziehst
Oh, wie vor lauter Streit du nicht den Frieden siehst.

Der Frieden ist im Kreis, im Mittelpunkt ist er.
Drum ist er überall, doch ihn zu sehn ist schwer.

Es ist die Eintracht, die sich aus der Zwietracht baut,
Wo mancher, vom Gerüst verwirrt, den Plan nicht schaut.

Drum denke, was dich stört, daß dich ein Schein betört
Und was du nicht begreifst, gewiß zum Plan gehört.

Such erst in dir den Streit zum Frieden auszugleichen
Versöhnend dann soweit du kannst umherzureichen.

Und wo die Kraft nicht reicht, da halte dich ans Ganze;
Im ewgen Liebesbund steht mit dir Stern und Pflanze.
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Unser Bilderbuchtipp:

Jane Godwin: „Denk daran
Mit Illustrationen von Anna Walker
Aus dem australischen Englisch von Maike Harel
Carlsen Verlag € 14,00
Bilderbuch ab 5 Jahren

Zu Beginn des Bilderbuches steht das „Denk daran“ als Ermahnung.
Denk daran, dein Bett zu machen,
und an Socken, die dir passen.
Denk daran, die Zähne zu putzen
und denk an deine Hausaufgaben.

Aber wir merken schon an den Illustration zu diesen ersten Zeilen, dass es in diesem Buch gar nicht um die lästigen Erledigungen geht, sondern um Zusammenhalt. Um ein gemeinsames Leben, um Achtsamkeit, um unseren Umgang mit der Welt. Und darum, dass jedes einzelne Kind gebraucht wird. Denn nur zusammen und mit großer Zuneigung gelingt ein friedliches Leben auf unserem Planeten.
Vergiss nicht: Du bist nicht allein.
Du bist stark, wenn auch noch klein, wirst immer unter Freunden sein,
wir zusammen – das ist fein! 

„Denk daran“ ist ein luftig leicht illustriertes Buch, in dem Text und Bild wunderbar mit einander korrespondieren.

Leseprobe
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Heute Abend ab 19 Uhr
Stadthaus Ulm
Bund für Umwelt und Naturschutz
lädt ein:
Die kandidierenden Parteien und Wählergruppen zur Gemeinderatswahl am 9. Juni positionieren sich zu Umweltthemen und geben Antworten zu Fragen aus dem Publikum.

Freitag, 17.Mai, 19 Uhr
Uli Wittmann: „Wanderungen für Langschläfer auf der Schwäbischen Alb“

Ein Outdoor-Feuerwerk bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
Uli Wittmann ist Vater von vier Kindern. Viele Jahre leitete er Pfadfindergruppen und sammelte dabei Ideen fürs Outdoor-Basteln. Er ist studierter Betriebswirt und Journalist. Als freier Redakteur arbeitet er für verschiedene Zeitschriften und schrieb etliche Wanderführer, davon einige für Familien. Uli Wittmann betreibt die erfolgreiche Website www.Kinderoutdoor.de sowie den gleichnamigen YouTube Kanal und stellt dort regelmäßig Ideen für Aktionen im Freien vor.

Di., 21. Mai, ab 9 Uhr
11. Stolpersteinverlegung
Treffpunkt Am Roten Berg / Ecke Kellerhalde, Söflingen, Ulm

An diesem Tag werden durch den Kölner Künstler Gunter Demnig weitere 12 Stolpersteine in Ulm verlegt. Wir laden alle interessierten BürgerInnen zu den fünf Verlegungsorten ein. Da die Verlegungsorte weit auseinander liegen, steht für alle Strecken ein Bus zur Verfügung. Der Bus fährt von der Touristenbushaltestelle (Glöcklerstraße / Neue Straße) um 08:30 Uhr ab und fährt direkt zum ersten Verlegungsort:

09:00 Uhr Familie Eckstein: Am Roten Berg/Ecke Kellerhalde, Söflingen
09:40 Uhr Katharina Ruopp: Uhrenmachergasse 21, Söflingen
10:20 Uhr Maria Knoll: Hauptstraße 44, Wiblingen
11:00 Uhr Dr. Ernst Moos und Julius Salomon: Ensingerstraße 3
11:30 Uhr Friedrich Bürzele: Schwilmengasse 7 gegenüber

Sie können hier den Flyer herunterladen:
Download Flyer
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https://www.tagesschau.de/wissen/klima/klimawandel-duerre-ueberschwemmungen-100.html

https://www.tagesschau.de/ausland/ozeanien/kanada-waldbrand-alberta-100.html

Mittwoch, 15.Mai


Durch’s Land radeln für’s Stadtradeln
Stand heute: 3.217 km
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Heute haben
Arthur Schnitzler * 1862
Emily Dickinson * 1886
K.A.Porter * 1890
Michail Bulgakow * 1891
Max Frisch * 1911
Raymond Federman * 1928
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Die Welt unter deinen Füßen

Ein Heim
Ist ein Heim
Nur für wen, fragt sich
Wenn du nicht wirklich zu Hause bist
In dir
Mit dir
Wenn du den Teppich beleidigst
Über den du schleichst
Den du am Boden hältst
Obwohl er fliegen will
Wenn du dich zurückziehst
Auf dein Kanapee
Wo du dich mit einem wolkigen Display
Vor Augen
Der Welt verschließt

Warum nur
Ziehst du sie nicht aus, die Pantoffeln
Und spürst die Welt unter deinen Füßen
Geh in Kontakt
Mit den Haaren der Ziege
Mit dem Fell des Bären
Mit Gossyps Samenhaaren
Schmecke, sehe, höre, rieche
Zum Teufel mit den Allergenen
Verdammt
Es sei dir vergeben
Aller Gene Ziel bleibt doch
Weiß Gott
So glaube mir
Das Leben
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Es geht weiter. Mit voller Windstärke.


Caroline Wahl: „Windstärke 17
DuMont Verlag € 24,00

Einige Jahre sind vergangen seit Tilda die Kleinstadt verlassen hat, um zum Studieren zu gehen.
Zurück blieb ihre jüngere Schwester Ida und ihre alkoholkranke Mutter. Nach deren Tod beginnt für Ida ein neuer Lebensabschnitt. Zur Beerdigung hat sie es nicht geschafft. Abschiednehmen ist nicht ihre Sache. So findet sie sich auf Rügen wieder. Die längste Zugstrecke, die sie gefunden hat. Mit nicht mehr als dem alten verschrabbelten Hartschalenkoffer der Mutter, ein paar Klamotten und ihrem MacBook, um weiter an ihren Texten zu arbeiten. Ohne Plan und voller Trauer, Verzweiflung und großen Schulgefühlen wirft sie sich ins eiskalte Wasser und kämpft sich durch die hohen Wellen.
Mehr mag ich hier nicht verraten. Caroline Wahls zweiter Roman, einer Fortsetzung von „22 Bahnen“, ist trotz aller Trauer ein tröstliches Buch, ein Buch, das Hoffnung macht.
Ein intensives Leseerlebnis, das uns die Autorin in ihrer sehr eigenen Sprache, die wir aus dem ersten Roman kennen, hier präsentiert. Ein Muss für alle, die „22 Bahnen“ geliebt haben. Viel Vergnügen.
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Heute, Mi., 15.Mai, 19 Uhr
Hospiz Ulm

AnsprechBar: Best of Rundbriefe
Bei uns in der Buchhandlung

Do., 16.Mai, 19 Uhr
Stadthaus Ulm
Bund für Umwelt und Naturschutz
lädt ein:
Die kandidierenden Parteien und Wählergruppen zur Gemeinderatswahl am 9. Juni positionieren sich zu Umweltthemen und geben Antworten zu Fragen aus dem Publikum.

Freitag, 17.Mai, 19 Uhr
Uli Wittmann: „Wanderungen für Langschläfer auf der Schwäbischen Alb“

Ein Outdoor-Feuerwerk bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
Uli Wittmann ist Vater von vier Kindern. Viele Jahre leitete er Pfadfindergruppen und sammelte dabei Ideen fürs Outdoor-Basteln. Er ist studierter Betriebswirt und Journalist. Als freier Redakteur arbeitet er für verschiedene Zeitschriften und schrieb etliche Wanderführer, davon einige für Familien. Uli Wittmann betreibt die erfolgreiche Website www.Kinderoutdoor.de sowie den gleichnamigen YouTube Kanal und stellt dort regelmäßig Ideen für Aktionen im Freien vor.

Dienstag, 14.Mai


Heute haben
Graf von Keyserling * 1855
Walter E. Richartz * 1927
Jens Sparschuh * 1955
Karin Struck * 1947
Karl-Markus Gauß * 1954
Eoin Colfer * 1965
Geburtstag
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Georg Herwegh
Frühlingsnacht

So sel’ge Stille traf ich nie!
Kaum lispelt’s in den Zweigen,
Als hätten ein Geheimnis sie
Den Menschen zu verschweigen.

Kaum plätschert noch die Welle fort,
Kaum knospet’s in den Hecken,
Als gälte es, die Sterne dort
Am Himmel nicht zu wecken.

Die guten Geister senken sich
Auf ihren Strahlen nieder
Und bringen, die bei Tag entwich,
Die Ruh den Träumen wieder.

Mein Schifflein treibt im Sturm allein,
Und niemand will es retten;
So müd dies Haupt, es schläft nicht ein –
Ich muß ihm tiefer betten.
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Ondřej Buddeus (Text) / Jindřich Janíček (Illustrationen): „Fahr Rad
Aus dem Tschechischen von Lena Dorn
Karl Rauch Verlag € 25,00

Das Fahrrad ist seit mehr als 200 Jahren der bescheidene Begleiter des Menschen, es dient den Kleinen und den Großen auf ihren alltäglichen Wegen, aber auch für ungewöhnliche Reisen. Das Wichtigste aber ist: Es kann uns ein Gefühl völliger Freiheit geben. Vielleicht, weil der Mensch auf einem Fahrrad nur einen Pedaltritt vom Abheben entfernt ist.
Woher kommen die Faszination und Leidenschaft fürs Fahrrad? Was macht es mit unserem Körper und unseren Gefühlen, mit unseren Wegen durch Landschaften oder Städte? Wie ist die Idee des Fahrrads entstanden, wie hat es die Welt verändert und wie kann es sie immer noch verändern?
Humorvoll und voller Begeisterung erzählt und illustriert, ist es ein Buch für große und kleine Radenthusiasten.
Ein Bilderbuch, ein Sachbuch, eine Graphic Novel, ein Buch wie ein Lexikon.
Einfach wunderbar.


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Das Team Jastram hat 2.908 km erradelt.
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https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/verkehrswende-kosten-teurer-100.html

Studie von Agora Verkehrswende
„Politisches Zögern hat einen Preis“

Je länger die Verkehrswende dauert, desto teurer wird sie: Das geht aus einer Studie der Agora Verkehrswende hervor. Die Organisation hat drei Szenarien miteinander verglichen, die eine klare Handlungsempfehlung ergeben.
Wie kann Deutschland die Verkehrswende schaffen, und wie viel würde dies kosten? Die Organisation Agora Verkehrswende hat drei verschiedene Szenarien mit unterschiedlich weitreichenden Klimaschutzmaßnahmen im Verkehrssektor erstellt. Dabei verglichen die Autoren die aktuelle Verkehrspolitik mit zwei Alternativen, in denen schon früher und ambitionierter in Klimaschutz investiert wird.
Wenn schon 2025 mehr Geld für die Verkehrswende ausgegeben würde, ließe sich dadurch in Zukunft Geld sparen, argumentiert Agora Verkehrswende. Ab 2030 müsste die Regierung dann weniger Geld für die Verkehrswende ausgeben, als aktuell für die Zeit vorgesehen sei, so die Autoren der Studie.Das würde laut einer Untersuchung vom Agora Verkehrswende e. V. gleich viel kosten wie die aktuell bis 2045 geplanten Maßnahmen. ….
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Verteidigt die Demokratie – 75 Jahre Grundgesetz
Di, 14. Mai 2024 um 19:00 Uhr | Ort Haus der Begegnung
Podium mit Heinrich Bedford-Strohm und anderen Gästen. 

Das Grundgesetz – das Fundament unserer Demokratie – wird am 23. Mai 75 Jahre alt. Anlässlich dieses geschichtsträchtigen Jahrestages sprechen wir mit Heinrich Bedford-Strohm über die Zukunft unserer Demokratie und ihre Bedeutung für die Kirche. Ella Oswald vom Ring der politischen Jugend und Felix Steinbrenner von der Landeszentrale für politische Bildung geben ihre Statements ab und befragen die Perspektive von Theologie und Kirche. Hat Kirche zur Demokratie etwas Wesentliches beizutragen?
Eintritt 6,00  EUR/erm. 4,00 EUR
Veranstalter: EBAM in Kooperation mit HdB

Montag, 13.Mai


Heute haben
Alphonse Daudet * 1840
Daphne du Maurier * 1907
Gregor von Rezzori * 1914
Adolf Muschg * 1934
Bruce Chatwin * 1940
Arminstead Maupin * 1944
Christopher Reid * 1949
und Alma
Geburtstag
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Best von Winfried Hermann Bauer

Weberknechte

Da knüpfen sie
Und knüpfen
Knoten über Knoten
Zu Netzen, die sie über uns werfen
Narrennarrative
Unter denen wir zusammenkauern
Um weiter zu knüpfen
Immer weiter
Im Osten wie im Westen
Schwarmverloren
Was ist schon Recht
Kernkraft, Corona, Kalaschnikow
Wer killt das Klima
Wer das Volk
So knüpfen wir und knüpfen
Immer weiter
Und fragen uns
Was ist schlimmer
Ein Amok laufender Bär
Oder eine Reihe guter Jahre
Ein wenig Wehrmachtswahnwitz
Wär nicht schlecht
Seid ihr bereit
Mal wieder alles kurz und klein zu schlagen
Weit offen steht der Hölle Tor
Nur immer weiter so
Und ich garantiere euch
Wir kommen unserem Ende
Noch zuvor…

Eine Welt nur

Wie lange noch
Frag ich dich
Posten wir eine Welt nur
Und plündern den Planeten dabei
Tabu frei
In Nomine Patris
Als stünden wir drüber

Wie lange noch
Frag ich dich
Zeigen wir auf den Fremden
Der auf die Knie fällt
Um zu beten
Und feixen
Hämisch am Pranger

Als warteten wir nur darauf
Dass er mit hoch erhobenem Schwert
Aufsteht
Und den Wahnwitz
Wie ein Netz
Über die Welt wirft
Als wollte er fischen
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Im Rahmen einer Donau-Konferenz veranstaltet die Stiftung HfG Ulm ein Konzert im Ulmer Münster
Montag, 13.Mai, 20.30 Uhr, Ulmer Münster
»Klang und Architektur« Konzert für Moderne Musik

mit Jürgen Grözinger, Friedemann Johannes Wieland, Jochen Anger
Eingang „Brautportal“ auf Höhe der Valentinskapelle
Eintritt frei
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Mittwoch, 15.Mai, 19 Uhr
Das Hospiz bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
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Freitag, 17.Mai, 19 Uhr
Zu Gast: Uli Wittmann
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei

Uli Wittmann, Journalist, Wanderer, Paddler, Betreiber einer Outdoor-Internetseite und bayrisches Unikum ist bei uns zu Gast und berichtet über seine Arbeit und seine Aktivitäten.
Lassen Sie sich überraschen.

Uli Wittmann: „Wanderungen für Langschläfer auf der Schwäbischen Alb“
Erlebnisreiche Halbtagstouren, für Langschläfer – Touren für Ausgeschlafene

Die schönsten Erlebnistouren für Kids auf der Schwäbischen Alb

Das Outdoor-Bastelbuch
67 kinderleichte Bastelideen für draußen und unterwegs

https://kinderoutdoor.de

Freitag, 10.Mai

Heute haben
Johann Peter Hebel * 1760
Friedrich Gerstäcker * 1816
Fritz von Unruh * 1885
Petra Hammesfahr * 19561
Ralf Rothmann * 1953
Geburtstag
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„Der Weg zu den Quellen geht gegen den Strom.“
Fritz von Unruh
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Das neue Heft ist da.


„Sinn und Form“
Drittes Heft 2024
Akademie der Künste € 11,00

Unglaublich, was sich wieder hinter diesem unscheinbaren Äußeren versteckt.
Es beginnt mit Elisabeth Plessens Bericht über die literarischen Zirkel im eingemauerten Berlin und den Memoiren von Erika Mann.
Günter de Bruyns „Bericht für die Polizei“, Stephan Wackwitz: „Heiner Müller in Tokio“, Kurt Dasow: „Berliner Landleben“ folgen. Dazu Gedichte von Eugenio Montale, Ulrike Draesner und Raoul Schrott. Texte zu Katja Petrowskaja, Lutz Seiler, Joseph Roths: „Hiob“ und und und.
Ein Heft zum Versinken. Überall gibt es Entdeckungen und Texte, die ich sonst nie finden würde.
Wieder einmal ein großes Lob an die Redaktion des Heftes.
Als Leseprobe gibt es auf der Seite von „Sinn und Form“ einen Ausschnitt aus Elisabeth Plessens Text.

„Der Mauerbau im August 1961 veränderte das Leben in der Viersektorenstadt Berlin radikal. Sie war nun in zwei Hälften zerschnitten. Westberlin war nicht Westdeutschland, war etwas Drittes, der Status blieb in der Schwebe – und die Stadt hing am Bonner Tropf.

Ab 1964 studierte ich an der Freien Universität Berlin Philosophie und Literaturwissenschaft, wechselte aber bald zu Walter Höllerer, der an der Technischen Universität den Lehrstuhl für Neuere Germanistik innehatte und ein renommiertes Doktorandenseminar leitete – ein quirliger, innovativer Geist, der unendlich viel für die Belebung und Erhaltung des literarischen Lebens tat. Er erfand das Literarische Colloquium, schuf wichtige Zeitschriften wie »Akzente« und »Sprache im technischen Zeitalter«, mit seinen vielfältigen Initiativen lockte er internationale Autoren in die eingemauerte Stadt und publizierte ihre Texte.

Ernst Schnabel, von 1951 bis 1955 Intendant des Nordwestdeutschen Rundfunks, danach freier Autor, anschließend mit Rolf Liebermann, den wiederum Hans Werner Henze ablöste, Leiter des Dritten NDR-Hörfunkprogramms, zog 1965 nach Berlin. Wie viele andere Autoren und Publizisten tat er das auch aus Solidarität mit der Inselstadt. Schnabel leitete im Dritten Fernsehprogramm des im Aufbau befindlichen Senders Freies Berlin die »Literarische Illustrierte«. Der Intendant Walter Steigner und Schnabel hatten dasselbe im Sinn: ein offenes, liberal-kritisches, überparteiliches Programm gemäß dem Bildungsauftrag einer öffentlich-rechtlichen Anstalt. Der Vierte im Bunde der damaligen »Macher« war Hans Werner Richter. Halbjährlich residierte er im Grunewald in der ehemaligen S.-Fischer-Villa in der Erdener Straße 8 und moderierte für Schnabels Redaktion den politisch-literarischen »Salon« – direkt nach der Tagesschau, Gespräche open end, buchstäblich bis in die Puppen.

Richter lud ein, wer sich aus Politik und Kultur für die diskutierlustige Runde eignete. Schnabel sendete auch Höllerers Veranstaltungen in der Akademie der Künste am Hanseatenweg – Mitschnitte aus der Reihe »Theater auf kleinen Bühnen« oder die Ost-West-Treffen deutscher Lyriker. Fritz J. Raddatz schreibt über die Zeit: »In diesen (…) Jahren waren die Schriftsteller Teil der Gesellschaft, und sei es qua Opposition; sie bildeten ein Netz (…) – bis Willy Brandt Bundeskanzler wurde.« (Tagebücher, 2010)

Vieles im damals noch jungen Dritten Fernsehprogramm war Pionierarbeit: die Themen flexibel, oft spontan, wie die ohne weiteres eingesetzte Kolumne von Sebastian Haffner. Es gab keine Zeitschriften, die das Programm abdruckten und auf Wochen hin festzurrten. Die Arbeit war vergleichsweise experimentell. Und alle machten gern mit. Gesendet wurde in Schwarzweiß. Schnabel sprach die Begrüßungsworte donnerstags um 20.15 Uhr meist selbst. Mit rauchig-warmer Stimme, freundlich zugewandter Miene und offenen Augen, ein sehr persönlicher Touch. Die Themen waren vielfältig. Höllerers und Richters Programme wurden live gesendet. Es gab viele Autorenlesungen, auch Wolfgang Neuss hatte seine letzte Plattform in Schnabels »Illustrierter«. Heute ist diese Freizügigkeit in der Programmgestaltung kaum mehr vorstellbar.

Ernst Schnabel experimentierte nicht nur in eigenen Hörfunktexten gern mit der Form, er erfand im Rahmen der »Literarischen Illustrierten« auch die »Literarische Lesebühne«. Da spielten und lasen die damals besten Schauspielerinnen und Schauspieler Texte der Weltliteratur. Nicht alle lebten in Berlin, ließen sich angesichts des Honorars für die Dauer der Aufzeichnung, nur drei Tage, aber gern einfliegen.

Schnabel suchte für das erste Stück der »Lesebühne«, Thomas Manns »Zauberberg«, jemanden, der oder die ihm den Roman als Serie von fünf oder sechs Sendungen einrichtete. Er erkundigte sich bei seinem Freund Höllerer, der die Doktoranden seines Colloquiums durchging und meinte: »Frag doch die Plessen. « Und Schnabel fragte die Plessen, aber nicht sofort. Er hatte sich nämlich auf Peter Wapnewskis house warming party in mein Gesicht verliebt. Mit zwei anderen Studentinnen hatte ich unserem sich in Berlin-Dahlem installierenden Professor aus Heidelberg geholfen, zuerst die Wohnung ein- und dann die Einweihungsparty auszurichten, zu der tout Berlin kam: Professorenkollegen wie Eberhard Lämmert oder Jacob Taubes, Hörfunkleute oder Kritiker wie Roland H. Wiegenstein, außerdem Alexandra Kluge, damals verliebt in Wapnewski, Hans Werner Richter und eben auch Ernst Schnabel. Er sprach mich an dem Abend nicht an – in einem meiner Romane habe ich die Szene später festgehalten. Ich kannte niemanden, stand nach getanem Dienst, zu scheu, jemanden anzusprechen, nur herum und war ständig auf dem Sprung zu gehen.

Erst einige Zeit später kam Schnabel auf mich zu, an einem Abend bei Richter in der Erdener Straße. Ich freute mich und sagte tollkühn ja, mache ich! Dabei hatte ich in meinem Leben noch niemals ferngesehen. Ich war aufgewachsen in einem Haus mit vielen Zimmern in Ostholstein, das in den Nachkriegsjahren voller Flüchtlinge war. Das Schloß gehörte meinem Vater. Im meinem ersten Roman »Mitteilung an den Adel« habe ich versucht, diese Zeit bis 1968 einzufangen. Die Kinderschwester, deren Familie aus Ostpreußen stammte – sie selber wuchs in einem Waisenhaus in Stettin auf –, war die einzige Erwachsene, die ich kannte, die Radio hörte. Hauptsächlich den Suchdienst vom Deutschen Roten Kreuz, übertragen Sonntagvormittag im NWDR. Und deutsche Schlager natürlich, sie dudelten unentwegt. Das war Unterhaltung. Doch Fernsehen!? Du lieber Gott. Zu Lebzeiten meines Vaters war das neue Medium im Elternhaus tabu, es galt als geistige Verflachung. Es unterbinde jede Diskussion, hieß es, obwohl es sowieso keine gab. Der einzige Apparat, auf dessen Schirm es meist auch nur schwarzweiß regnete, stand im Keller, dem ehemaligen Gutsgefängnis mit seinen zweieinhalb Meter tiefen Mauern auf einem großen Steinquader. Am Boden lagen noch die Fußketten mit den großen Eisenkugeln. Der Kasten war fürs Personal, die Köchin, die Haus- und Küchenmädchen, den Diener gedacht.

Ernst Schnabel zeigte mir, wie ich die Sache angehen könnte. Also kaufte ich mir eine große Rolle Papier, mehrere Tuben Uhu und zwei Taschenbücher des »Zauberbergs«, schnitt diese auseinander und klebte sie als Leporello auf die Rolle. Mit dem Filzstift strich ich den Roman auf Dialogszenen ein. Einen Sprecher des Erzählers ließ ich stehen und führte einen zweiten für meine szenischen Überleitungen ein. Stundenlang lag ich so auf dem Bauch, ein Kissen unter mir, und murmelte Thomas-Mann-Sätze, bis ich sie in langen Passagen auswendig konnte. Ein großes Vergnügen. Größte Erheiterung auch für andere. Die nächste Frage galt der Besetzung. Bald stand sie fest. Joana Maria Gorvin spielte die kirgisenäugige Madame Chauchat, Kurt Bois den asketischen Jesuitenschüler Naphta, Charles Regnier seinen Widerpart, den Humanisten und Mentor Settembrini; Folker Bohnet war Leutnant Ziemßen, der kranke Cousin, und Hans Castorp – am schwierigsten zu besetzen – der junge Michael Degen. Die Regie übernahm Ludwig Kremer.

Dieser »Zauberberg« brauchte einen Vorspann, der das Publikum neugierig machte. Das gelang mit Hilfe von Erika Mann. Ich interviewte sie am berühmten Schreibtisch ihres Vaters im Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich. Sie erzählte vom Zustandekommen des Romans und Katia Manns großem Anteil daran, denn die so lebendigen, kauzig-vertrackten Schilderungen ihres eignen Kuraufenthalts in Davos arbeitete der Autor weitgehend in den »Zauberberg« ein. Katia Manns Briefe gibt es leider nicht mehr. Das ist schade, sie hatte unermüdlich nach München geschrieben.

Bei meinem Zürcher Aufenthalt lernte ich sie in Kilchberg kennen. Seit Ernst Schnabel die inzwischen Betagte Anfang der fünfziger Jahre bei einem Empfang im Hamburger Rathaus getroffen hatte, war es sein Plan, mehr noch, sein großer Wunsch, daß sie ihr Leben aufzeichnen, wenigstens erzählen möge. Immer hatte sie sich geweigert, mit Inge Jens, der Herausgeberin der Briefe Thomas Manns an Ernst Bertram und später der Tagebücher, die es gern gemacht hätte, stimmte die Chemie nicht, und der Versuch mit einem Studenten der ETH ging nach kurzer Zeit schief.

Als wir uns gegenübersaßen und die Frage wieder aufkam, sagte sie mit ihrer leicht münchnerisch gefärbten Stimme: »Ja, mit der mach ich’s!« Also machten wir’s. Sie bat im voraus um die Fragen, und so schickte ich ihr eine lange Liste mit Dingen, über die ich von ihr etwas wissen wollte. Vieles davon strich sie gleich aus, alles etwa, das in Richtung Feminismus ging – dabei war ihre Großmutter Hedwig Dohm eine engagierte Frauenrechtlerin gewesen, die für das Frauenstimmrecht gekämpft hatte. Auch von Fragen zu ihrer Selbstbestimmtheit wollte sie nichts wissen. Katia Mann hatte als erste Frau in München das Abitur gemacht und studierte Physik und Mathematik, als Thomas Mann sich in ihren Lebensweg stellte. Und so trat sie mit 88 Jahren zum ersten Mal aus der vollkommenen Zurückhaltung der Öffentlichkeit gegenüber heraus. Aus Gründen der »Ziemlichkeit«, wie sie gleich eingangs betonte, habe sie sich diese Zurückhaltung zu Lebzeiten ihres Mannes und danach auferlegt. Außerdem müsse es in der Familie eine Person geben, die nicht schreibe. …“
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https://www.tagesschau.de/ausland/asien/hitzewelle-suedostasien-klima-100.html
Von Jennifer Johnston, ARD Singapur

Thailand, Kambodscha und Vietnam
Südostasien ächzt unter Hitzewelle

Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius mit verheerenden Auswirkungen auf Mensch und Natur: Südostasien leidet unter der längsten Hitzewelle seit Jahrzehnten – verursacht durch eine Mischung aus Klimawandel und El Niño.
In Vietnam treiben Hunderttausende tote Fische an der Wasseroberfläche eines Sees. In Kambodscha verkürzt die Regierung die Unterrichtszeiten in der Schule. In Thailand sind bereits mehr als 30 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Mehr als 40 Grad Celsius zeigt das Thermometer in Südostasien teilweise an. Die gefühlte Temperatur liegt weit höher – bei mehr als 50 Grad Celsius. Das ist lebensgefährlich für Tiere und Menschen. …
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