Dienstag

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Heute haben
Truman Capote * 1924 (der also 90 geworden wärde)
Élie Wiesel * 1928
Dorothee Sölle * 1929
Jurek Becker * 1937
und Cecelia Ahern * 1981
Geburtstag.
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[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=slPxym8kAhI]

Robin Williams als Jakob in der Verfilmung von Jurek Beckers Romans:“Jakob der Lügner“
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Der Tipp des Tages ist eine Graphic Novel über einen Menschen, der über Jahrzehnte hinweg das Bild von New York City prägte, von dem ich aber noch etwas gehört habe.

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Pierre Christin / Olivier Balez: „Robert Moses“
Der Mann, der New York erfand
Carlsen Verlag € 17,90
Graphic Novel ab 14 Jahren

Die Karriere des amerikanischen Stararchitekt Robert Moses wäre fast in eine andere Richtung gegangen. Aber schon als junger Mann setzte er seinen Willen durch. Und als er als jüdischer Student nicht in eine Universitätsvereinigung aufgenommen worden ist, studierte er einfach in London weiter. Aber auch die höchsten Auszeichnungen brachten ihm wenig bei, da er seine Ideen nicht überzeugend weitergeben konnte. Er wurde blockiert von Bürokraten, die nichts von den spinnigen Visionen des jungen Mannes hielten und lieber auf ihren Posten bleiben wollten. Moses hatte jedoch so viel Geld, dass er als Privatier weiter arbeiten konnte. Bis er plötzlich doch einen Fuss in die Türe bekam und er sich an die Veränderung des Molochs New York City machen durfte. Von 1930 bis 1970 hat er dieser Stadt seinen architektonischen Stempel aufgedrückt. Er baute Straßen, um den Verkehr zügiger durch die Schluchten fleßen zu lassen. Private Strände macht er öffentlich, ließ Schwimmbäder für die Öffentlichkeit bauen und auf Leerstellen in der Stadt entstanden Kinderspielplätze. Brücken statt Fähren gaben der Stadt noch mehr Schwung und seine Visionen waren damit noch lange nicht zuende.
Diese Graphic Novel schildert jedoch auch seine Skrupelosigkeit. Es wurden zwar Schwimmbäder gebaut, in denen für Schwarze gab es jedoch keine Wasserheizung. Er organisierte das architektonische Chaos in Lower Manhattan, vertrieb aber die Armen aus ihren Häuser. Er durchschlug mit seiner Art zu arbeiten die alten Strukturen, bauten sich jedoch gleichzeitig ein neues Netz von Untergebenen auf. Er überlebte fünf Präsidenten und genausoviel Bürgermeister, er saß fest auf seinem Stuhl und hielt die Zügel straff in der Hand.
Im hohen Alter bekam er dann aber immer mehr Widerstand zu spüren. Jane Lomex legte sich in den 60er Jahren mit ihm an und organisierte öffentlich den Widerstand gegen die zügellose Modernisierung der Stadt. Sie hatte wirklich Erfolg damit und somit bekam die goldene Medaille seiner Karriere einige dunkle Flecken.
Pierre Christin hat einen tollen, euphorischen Comicroman über diesen Stararchitekten, über die Stadt New York geschrieben, den Olivier Balez mit klaren Bilder umsetzte. Ein Buch, das sowohl Jugendlichen Spaß machen könnte, aber auch auf dem Tisch eines Architekturbüros landen sollte.

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Blog des Illustrators Olivier Balez

Montag

Heute haben
Miguel de Cervantes * 1547
Miguel de Unamuno * 1864
Nikolai Ostrowski * 1904
Ingrid Noll * 1935
Gaston Salvatore * 1941
Geburtstag.
Aber auch Silvio Berlusconi und Lech Walesa.
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Rainer Maria Rilke
Herbsttag

Herr: es ist Zeit. Der Sommer war sehr groß.
Leg deinen Schatten auf die Sonnenuhren,
Und auf den Fluren lass die Winde los.

Befiehl den letzten Früchten voll zu sein;
Gib ihnen noch zwei südlichere Tage,
Dränge sie zur Vollendung hin und jage
Die letzte Süße in den schweren Wein.

Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr.
Wer jetzt allein ist, wird es lange bleiben,
Wird wachen, lesen, lange Briefe schreiben
Und wird in den Alleen hin und her
Unruhig wandern, wenn die Blätter treiben.
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duve

Karen Duve: „Warum die Sache schiefgeht“
Wie Egoisten, Hohlköpfe und Psychopathen uns um die Zukunft bringen
Velag Galiani Berlin € 12,00
als ebook € 9,99
als Hörbuch € 14,99
(von der Autorin gelesen)

Karen Duve nimmt kein Blatt vor den Mund und schreibt in ihrem furiosen Essay, dass es 5 vor 12 ist. Eigentlich schon nach 12 Uhr, wenn wir das Buch gelesen haben. Höchste Zeit etwas daran zu ändern, bevor wir uns selber abschaffen. Der globale Kollaps steht bevor und unsere Kinder sind nicht zu beneiden. Auch wir haben schon die Anhäufung von Katastrophen mitbekommen, leben aber auf Kosten vieler Menschen auf einem unglaublichen Niveau. Die täglichen Tageschauen bringen zwar mehrfach die Woche Meldungen von Naturkatastrophen, diese werden jedoch meist wie in einer Hitparade präsentiert. Der höchste, der größte, das gewaltigste …. seit … Es wird nicht auf die Hintergründe eingegangen.
Karen Duve ärgert sich maßlos, dass immer noch die Egoisten, Hohlköpfe und Psyhopathen das Sagen haben und nicht die Besonneren, die Ruhigeren, die Gemäßigten, die nicht nur auf ihr eigenes Wohl schauen.
Einsatzbereitschaft
Risikobereitschaft
Selbstvertrauen
Durchsetzungsvermögen
Frauen?
Sintflut!

nennt sie ihre Kapitel und haut uns jede Menge Fakten um die Ohren, dass es einem beim Lesen ganz schwindelig wird. Sie schreibt über diese Bewerbungsmarathone, die mittlerweile normal sind, wenn sich junge Menschen für einen Job in der Führungsetage bewerben. Dies hat zur Folge, dass sich nur der durchsetzt, der bereit ist 16 Stunden am Tag zu arbeiten und mit seiner Familie um die Welt zuziehen. Es setzen sich dann die durch, die dies aufsichnehmen und volles Risiko fahren. Was hätten wir aus der Bankenkrise (eher Kollaps) alles lernen können? Was hätte nicht alles geändert werden können. Während jedoch die einzelnen Staaten ihre Banken mit Milliarden wieder retten, zahlen sich die Bankenchefs weiterhin fette Boni aus und lachen sich wahrscheinlich eins. Geändert hat sich wohl aber nichts. Ah doch! Frau Merkel hat die Bonuszahlungen auf ein zweifaches eines Jahresgehalts beschränkt. Kein Problem, erhöhen wir halt das Jahresgehalt. Diese skrupellosen Menschen sind meist Männer und Karen Duve kommt zu Beginn des Buches auf Psychopathen zu sprechen. Wieviel Prozent unserer Bevölkerung zu dieser Kategorie gehören und dass es meist Männer sind. Sie schreibt über die Vorzüge von Autisten in der IT-Branche und dass männliche Gehirne denen der Autisten doch sehr ähnlich seinen. Sie merken schon, von der Spezies Mann, die in Führungsriegen sitzen, hält Frau Duve nichts.
Egal, ob es um Atombombentest geht und die eventuelle Möglichkeit, dass sich die Menschheit damit gleich ganz auslöscht, oder um den massenhaften Einsatz von Medikamenten in der Massentierhaltung, es sind immer Männer, die skrupelos in ihre eigene Tasche wirtschaften und Fakten so hindrehen, dass sie als einzig plausible Möglichkeit dastehen. Risiken werden minimiert, aber rechne ich  von der anderen Seite her, ergeben sich oft ganz andere Phänomene. Die Möglichkeit, dass es zu einem Supergau kommen kann, wurde auf Millionen von Jahren gerechnet. Dass wir jedoch schon einige dieser Kernschmelzen miterlebt haben, müsste uns doch zu denken geben.
Was tun? Frau Duve hat dafür auch die perfekte Lösung, prangert aber unser Führungssytem massiv an und fordert zum Widerstand auf.
Wenn es nämlich mit der Erdaufwärmung so weitergeht, wir die Erde auf Null gefahren. Das grauenhafte Leiden für ein paar Millionen Jahre pausiert und die Erde saust als Todesplanet mit kochenenden Ozeanen durch das Weltall, bis sich eines Tages mit dern ersten Eizellern wiedervöllig Neues entwickelt, die Evolution einen ganz anderen Weg einschlägt. Diesmal eine Schöpfung ohne Intelligenz. Oder Intelligenz gepaart mit Sanftmut. Großäugige, intelligente Weidetiere. Es kann doch eigentlich nur besser werden.

Samstag

Heute hat
Grazia Deledda * 1871
Geburtstag und nicht gestern, wie ich es geschrieben habe.
Morgen haben
Vigoleis Thelen * 1903 (Lesen Sie „Die Insel des zweiten Gesichts“)
Siegfried Unseld * 1924
und Donna Leon * 1942
Geburtstag.
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Gestern kamen kistenweise neue Bücher. Auster, Chatwin, Herrndorf, Zischler und Stamm und was weiss ich nicht alles. Also schauen Sie vorbei und kaufen Sie ein, es ist genügend da.
Aber auch auf dem Bilderbuch gibt es etwas ganz Feines.

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Marianne Dubuc: „Der Löwe und der Vögel“
Aus dem Französischen von Anna Taube
Bilderbuch ab 4 Jahren
Carlsen Verlag € 14,90

Zuerst habe ich mich schon gefragt, warum schon wieder vermenschlichte Tiere? Dazu noch ein Löwe und ein Vögel. Aber: Es passt. Der Löwe lebt allein, zufrieden und arbeitet in seinem Garten vor sich hin. Als er eines Tages einen verletzten Vogel findet, verändert sich vieles in seinem Leben. Marianne Dubuc schafft es mit ihrer Art der Illustration, dass wir sofort einen schönen Zugang zur Gefühlswelt der Tiere bekommen. Denn der Löwe nimmt den Vogel mit in sein Haus, das ganz allein steht. Er verbindet ihn, pflegt ihn. Und irgendwie, ohne dass die beiden miteinander reden, kommen sie sich näher. Der alleinlebende Löwe hat nun so etwas wie einen Freund, der nachts in seinen Hausschuhen schläft, der ihn bei seiner Arbeit begleitet. Gemeinsam sehen sie die Landschaft sich wandeln. Es wird kalt, der Ofen wird angemacht, Schnee fällt und plötzlich sind zwei Seiten weiss. Das ist der Zeitpunkt, an dem die beiden zum Schlittenfahren gehen. Aber auch der Winter geht vorbei und die ersten Blumen spitzeln durch das kalte Weiss. Am Himmel fliegen Vögel in Formation wieder zu ihren Sommerplätzen und auch der kleine Vogel reiht sich ein. Nun ist das Haus der Löwen wieder leerer. Die Hausschuhe sind kein Vogelbett mehr. Die Zeit vergeht und der Löwe vergisst auch seine Einsamkeit und arbeitet wieder weiter in seinem Garten. Bis, ja bis im Herbst wieder Vögel am Himmel zu sehen sind. Sein kleiner Freund ist jedoch nicht dabei. Da überfällt den Löwen doch wieder seine Traurigkeit vom vergangenen Frühling. Doch eine Seite später sehen wir eine einzige Musiknote auf das Blatt gezeichnet. …
Ein sehr liebevoll gezeichnetes, anrührendes Bilderbuch, das von einer großen Freundschaft erzählt, die auch über lange Strecken des Alleinseins Bestand hat.

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Website von Marianne Dubuc

Freitag

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Heute haben
Grazia Deledda * 1871
T.S.Eliot * 1888
Ernst Schnabel * 1913
Minette Walters * 1949
Jane Smiley * 1949
Geburtstag.
Aber auch Martin Heidegger, George Gershwin und Michael Ballack.
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[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=u2bigf337aU]
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Und heute gibt es noch mehr Musik:

bollani

Stefano Bollani: „Joy In Spite Of Everything“
Mit Jesper Bodilsen, Morten Lund, Bill Frisell, Mark Turner
ECM CD € 19,99

Wer Stefano Bollani einmal erlebt hat, wird ihn nicht mehr vergessen. Ein Virtuose an den Tasten, der oft den Clown gibt, das sich wohl aus seiner unbändigen Lust am Spielen ergibt. In allen Stilrichtungen fühlt er sich zuhause. Ob Solo, mit zwei Klavieren, Klavier und Trompete (mit Enrico Rava), oder mit seinen dänischen Mitspielern im Trio … Bollani zeigt immer sein großes Können.
Im Ulmer Stadthaus wirbelte er über die Tasten. Und gab der deutlich ältere Rava mit seinem klaren Trompetenton den ruhigen abgeklärten Part, so sprang Bollani förmlich beim letzten Akkord vom Klavier und stieß den Hocker drei Meter hinter sich. Als improvisierender Solist spielt er deutlich verzwickter als der große Meister Jarrett und überzeugt trotzdem mit seiner enormen Leichtigkeit.
Auf seinem neuen Album „Joy in Spite of Everything“, mit neuen Eigenkompositionen, hat er zu seinen dänischen Freunden Jesper Bodilsen am Bass und Morten Lund am Schlagzeug gleich noch zwei Amerikaner dazugeholt, die ihre Platten auch beim Label ECM haben: Bill Frisell an der Gitarre und Mark Turner am Saxofon.
Mit Hilfe dieser Band spielte Bollani sein lockerstes, sein amerikanischtes Jazz-Album ein. Immer wieder meinen wir Anklänge an große Hits zu hören, die jedoch nach kürzester Zeit wieder verschwinden. Die Musik fließt, ist voller Harmonie und doch blitzen immer wieder Bluenotes auf, ein paar schräge Töne, die sich dann wieder in das Musikgefüge anpassen. Bill Frisell, dessen letzte CD ich hier auch vorgestellt habe, hält sich zurück, spielt seinen typischen Sound und zusammen mit Mark Turner ist das eine ganz runde Sache geworden.
Es ist die Freude, die es trotz der Widrigkeiten des Alltages sich durchsetzt, wie der Albumtitel andeutet.

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Donnerstag

Heute haben
William Faulkner * 1897
Maj Sjöwall * 1935
Andrzej Stasiuk * 1960
Geburtstag.
Aber auch Dmitri Schostakowitsch, Glenn Gould und Barbara Dennerlein.
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[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=qB76jxBq_gQ]

Sieht ein bisschen aus wie Buster Keaton.
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Lorenz Pauli und Kathrin Schärer: „Da bist du ja!“
Die Liebe, der Anfang – allüberall
atlantis Verlag € 13,95
Kleinformatiges Bilder-Vorlesebuch ab 4 Jahren

„Manchmal liebe ich dich so sehr, dass ich dich doppelt haben möchte.“
„Warum?“
„Damit ich dir auf beiden Seiten die Hand geben kann.“
„Oh! Das geht auch, wenn es mich nur einmal gibt.“

Ohne den großen Meister der Illustration, Wolf Erlbruch, hätte dieses Buch sicherlich nicht in dieser Art erscheinen können. Collagieren, Kleben und das Benutzen von verschiedensten Materialien war vor dem Maulwurf-Bilderbuch nicht denkbar. Die Schweizer Illustratorin arbeit seit Jahren in dieser Weise. Und das sehr erfolgreich. Zusammen mit dem Textgestalter Loren Pauli haben sie in den letzten Jahren einige „Klassiker“ hervorgebracht, die sich in vielen Kindergärten und Kinderzimmern wiederfinden.
„mutig, mutig“, „Das Beste überhaupt“, „Pippilothek“ und „nur wir alle“ seien hier als Beispiele aufgeführt.

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Hier schweben zwei Wesen durch das All. Ein „Größeres“ mit Fell und langer Ameisenbärennase und einer roten Hose und ein „Kleineres“ auch mit Fell, aber einer Schweinenase, langen Ohren und weissen Socken.
„Wie war das am Anfang?“, fragte das Kleinere.
steht auf der ersten Seite, während die beiden Purzelbäume im schwarzen All schlagen und im Hintergrund die Planeten zu sehen sind. Eine Art Schöpfungsgeschichte? Vielleicht. Aber auf jeden fall eine ganz andere. Eine Freundschaftsgeschichte? Jaaa und was für eine! Für Kinder? Ja, ich denke, die haben ihren Spaß dabei. Und für wen noch? Na, für alle, die sich gerne haben. Ganz einfach.
Das Sichmögen versetzt Berge. Die Liebe ist wie ein Universum und lässt neues entstehen. Das Kleinere und das Größere müssen nicht immer einer Meinung sein, sie dürfen ihre eigenen Ansichten haben, sie müssen auch nicht immer miteinander reden und sich aneinanderkuscheln. Schweigend sitzen die beiden nebeneinander und beschäftigen sich mit ihren Vorlieben: Im Sand spielen, im Wasser tollen. Aus Kirschkernen entsteht ein Kirschbaum und daraus wieder Kirschen und mit den Kernen kann man ausgezeichnete Weitspuckwettbewerbe veranstalten. Wie hier. Die spucken sich dem Mond entgegen, umarmen sich danach vorsichtig, damit dem Kleineren nix passiert und genießen die ewige Nacht auf ihrem Stern.

Pauli und Schärer haben hier ein verträumtes, philosophisches Bilderbuch entstehenlassen, das mit vielen bekannten Motiven arbeitet. Mit all diesen Zutaten haben sie jedoch etwas Eigenes geschaffen, das sich absetzt von anderen Büchern dieser Art und auch Stoff zum Weitererzählen beinhaltet.

Mittwoch

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Heute haben
Horace Walpole *1717
Charles Ferdinand Ramuz * 1878
Alfons Petzold * 1882
F.Scott Fitzgerald * 1896
Walter Kappacher * 1938
Geburtstag
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Katrin Bauerfeind war im Ulmer ROXY.
Praktisch ein Heimspiel für die in Aalen geborene und aufgewachsene TV-Dame.
Der Saal war gut gefüllt und die Stimmung nach der Lesung war sehr locker und heiter.

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Katrin Bauerfeind: „Mir fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag“
Geschichten vom schönen Scheitern
S.Fischer Verlag € 14,99
ebook € 12,99
Hör-CDs von ihr selbst gelesen € 16,95

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=PFH2r3uiyp8]

Im Scheitern bin ich richtig gut!

Es wird ja weltweit viel gescheitert. Gucken Sie sich die Nachrichten an, schauen Sie sich um, blicken Sie kurz in den Spiegel. Sehen Sie? Überall wird deutlich mehr gescheitert als gesiegt. Außerdem kaufen hauptsächlich Frauen Bücher, und Frauen scheitern noch mehr als Männer, egal was Ursula von der Leyen sagt. Deswegen ist das Thema auch ein Anbiedern an die Zielgruppe. Außerdem: Übers Gewinnen schreiben Leute wie Carsten Maschmeyer, und da will man ja wohl automatisch lieber das Gegenteil.
Und: Es ist das Thema, mit dem ich mich am besten auskenne. Scheitern kann ich. Wenn alles so läuft wie immer, werde ich das Buch nicht fertig schreiben … Aber selbst wenn das Buch fertig wird, bin ich mir sicher, dass es nicht so erfolgreich ist wie Shades of Grey oder Harry Potter, obwohl ich auch über dominanten Sex schreibe (Seite 662), und über Jungs mit Brille (Seite 923). Zack, bin ich wieder gescheitert! Und selbst wenn dieses Buch ein Weltbesteller werden sollte, werde ich das Gefühl haben, dass ich in dieser Zeit meine Mutter vernachlässigt habe, noch immer nicht in Madrid war und erst recht nicht beim Sport. Sie sehen: Scheitern kann man eigentlich immer und überall. Es ist ein günstiges Hobby für die ganze Familie, und ich als Scheidungskind weiß, wovon ich rede.
Aber keine Angst. Dies ist kein deprimierendes Buch. Im Gegenteil. Selbst wenn Sie eigentlich die Buddenbrooks oder Frank Schätzing, Ulysses oder das letzte Werk von Richard David Precht lesen wollten, aber stattdessen jetzt dieses Buch in der Hand haben, weil es dünner, billiger und lustiger ist, ist es genau das richtige.
Dies ist ein Buch für all die, die sich schon einmal entschlossen an ihren Computer gesetzt haben, um zum Beispiel ihre Diplomarbeit zu Ende zu schreiben, und dann vier Stunden lang bei YouTube-Videos von Haushaltsunfällen, Katzenkindern und romantischen Heiratsanträgen hängen geblieben sind. Für alle, die sich jedes Jahr drei Tage vor dem Urlaub erfolglos in ihre Bikinifigur hungern wollen, alle, die eigentlich große Pläne für ihr Leben hatten und jetzt plötzlich eine Einbauküche abbezahlen und alle, die das Gefühl haben, es fehlt ein Tag zwischen Sonntag und Montag: ein Tag, an dem man endlich mal alles erledigen könnte …

Katrin Bauerfeind macht im Fernsehen (u.a. auf 3sat) alles, was etwas mit Kultur zu tun hat. Sie moderiert, sie führt Interviews und hat zu allem im eine laute Lache und einen schnellen, zackigen, schwarzen Humor.
Angefangen hat es auf dem Internetportal „Ehrensenf“. Da war sie noch sehr jung und durfte so richtig frech sein.
Im Ulmer Roxy zeigte ihr Scheitern in seiner ganzen Größe und wählte die komplette Bandbreite von 60 Brigitte-Ausgaben. Sprich: Haare, Haare, Haare, Yoga, Essen, Trinken, Familie, Beziehungen, Männer, Sex und natürlich Kinder. Sie gibt sich als engagierte Raucherin aus (beim Signieren plauderte sie jedoch aus, dass sie aufgehört hat, nach jahrelang zwei Schachteln am Tag). Alle tolle Frauen hätten ja wohl auch geraucht und solche wie Frau Nahles eben halt nicht. Familie: Auch so ein Thema. Hauptsächlich, wenn man wie sie aus dem Schwäbischen kommt. Und dann noch aus Aalen. Was unsere Gesellschaft zum Thema Single meint, tritt sie sehr breit aus, da sie ja selbst eine ist. Und: Obwohl schon 32, ist sie nicht krank oder irgendwie anders. Sie fühlt sich wohl, obwohl sie von vielen bedauert und komisch angeschaut wird. Da sind wir auch schon beim Thema Männer, die sie von den verschiedensten Seiten beleuchtet. Sie kann es halt nicht brauchen, wenn er schon wippend und trommelnd im Flur steht, während sie noch nach der passenden Garderobe für einen Besuch im Baumarkt schaut. usw usw. Es war vergnüglich, gespickt mit vielen Kalauern und immer einer knackigen, politisch sehr unkorrekten Pointen am Satzende.
Schlangestehen bei Signieren war angesagt und natürlich Fanfotos mit ihr und große Verbrüderungsszenen mit alten Freunden aus der Heimat, die angereist waren.

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Leseprobe

Dienstag

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Heute haben
Theodor Körner * 1791
Alfred Sperber * 1898
Jaroslav Seifert * 1901
Dominique Aury * 1906
Antonio Tabucchi * 1943
Geburtstag.
Aber auch Ray Charles, Romy Schneider und Bruce Springsteen.
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[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=0K7bGLwKQLY]
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„Es ist so verführerisch, die ganze Welt nach einem einzigen Code aufteilen zu wollen; ein allgemeines Gesetz würde demnach die Gesamtheit aller Phänomene regeln: zwei Hemisphären, fünf Kontinente, männlich und weiblich, tierisch und pflanzlich, singular plural, rechts links, vier Jahreszeiten, fünf Sinne, sechs Vokale, sieben Wochentage, zwölf Monate, sechsundzwanzig Buchstaben.
Leider funktioniert das nicht, es hat nicht einmal zu funktionieren angefangen, es wird nie funktionieren.“

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Georges Perec: „Denken/Ordnen“
Aus dem Französischen von Eugen Helmlé
diaphanes Verlag € 12,95
176 Seiten, Broschur

In diesen letzten Texten von Georges Perec möchte der französische Autor noch einmal alles sortieren und zurechtrücken. Er schaut, was auf seinem Schreibtisch liegt und warum. Er will wissen, wie sich Dinge ansammeln, wie wir sie für uns nutzbar machen können. Wie wir die Dinge der Welt sammeln und wieder zum Verschwinden bringen. Es gibt seitenweise Kochrezpte (aber nur für Seezunge, Kalbsbries und Kaninchen!). Er schreibt über die verschiedenen Arten, wie, wo, wann wir Bücher lesen und erwischt uns mit einem elementaren Thema: Die Brille. Jeder, der sie braucht, hängt von ihr komplett ab.
Ist es nun Philosophie, eine Spielerei? Bei Perec sind wir uns da nie so sicher und genießen einfach seine Art zu schreiben, zu denken und sich auszudrücken.
Wir beschränken uns heute auf:

„Kurze Anmerkungen über die Kunst und Art und Weise, seine Bücher zu ordnen“

Dass dies nicht so einfach ist, haben wir bei Nick Hornby und sein Problem, LPs zu sortieren mitbekommen. Aber bei Büchern? Wir kennen Ordnungen in Bibliothek. Aber die machen es sich einfach und haben wahnsinnig viele Regale, in die sie ihre Bücher stellen können. Aber bei uns mit unserem beschränkten Platz? Nicht einfach. Perecs Freund hat sich vorgenommen, nicht mehr als 361 Bücher besitzen zu wollen. Wurden es mehr, musste die gleiche Anzahl von Büchern verschwinden. Er kam dann auch auf die Formel K + X > 361 < K – Z. Alles klar? Die Formel erkläre ich Ihnen im Laden, wenn Sie es genau wissen wollen.
Aber was mache ich mit Sammelbänden, in denen drei, vier Romane versammelt sind? Gelten, die dann als ein Buch, oder zähle ich hier anders? Das mit der Zahl 361 könnte sich auch ändern lassen, in dem ich nicht 361 Bücher, sondern 361 Autoren sammle, oder 361 Themen. Aber dann wird es wieder unendlich. Kapitän Nemo hatte es da einfacher. Als er endlich untergetaucht ist, besaß er 12.000 gleichgebundene Bücher. Es kam keines mehr dazu und keines verschwand. Gute Lösung! Geht allerdings nur unter Wasser, oder auf einer einsamen Insel.
Perec listet nun auf, in welche Räume wir Bücher stellen können und in welche Art von Abstellplätzen. Wenn wir uns auf ein Regal festlegen, das er genau beschreibt, listet er auch gleich auf, was sich dort auch noch alles (normalerwiese) befindet. Z.B. Fotografien, alte Metallautos, Bleisoldaten, Puppenaugen und Eintrittskarten, usw.
Aber wie sortieren?
Hier seine Tipps:
Nach dem Alphabet, nach Einbänden, nach dem Erscheinungsdatum, nach Farben, Format, Gattungen, nach dem Kaufdatum, nach Kontinenten und Ländern, nach Leseprioriten, nach großen literarischen Perioden, nach Reihen und zuletzt nach Sprachen. Dass es dabei immer wieder zu Umstellungen (und Verwirrungen) kommt, ist klar.
Unter Punkt 2.2. schreibt Perec auf, welche Bücher sich leicht sortieren lassen. Z.B. Gesamtausgaben der Werke von Jules Vernes. Unter 2.3. können wir über Bücher lesen, die sich nicht allzuschwer einsortieren lassen. z.B. Werke über Kino, Kochen und das Telefonbuch. Unter 2.4. zeigt er uns die ganz harten, fast nicht einsortierbaren Fälle.
Ob uns das nun weitergeholfen hat? Egal. Es macht auf jeden Fall großen Spaß Perecs Bücher zu lesen. Aber wo stelle ich nun dieses Buch ins Regal. Unter Perec? Romane? Franz. Literatur? Ratgeber? Ach, ich verschenke es gleich wieder.

Montag

Heute haben
Hans Leip * 1893
Maurice Blanchot * 1907
Posamunde Pilcher * 1924
Fay Weldon * 1931
Juan Garcia Ponce * 1932
Lutz Rathenow * 1952
Peter Prange * 1955
Geburtstag.
Aber auch Hans Albers, Hans Scholl, Andrea Bocelli und der Fußballer Ronaldo.
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Das Wochende in Wien ist vorbei und obwohl wir 20 eingeladenen BuchhändlerInnen meist nur gesessen sind und gegessen haben, war es insgesamt schon auch anstrengend. 16 Verlage stellten sich in dieser kurzen Zeit vor und wir wurden natürlich ordenlich angefixt und sind voll mit neuen Ideen. Gedichte, Slam-Texte für die nächste Literturwoche in Ulm, Anfang Juni 2015, einen Abend mit dem folio Verlag, der uns nicht nur Bücher aus Südtirol vorstellt, sondern auch Essen und Trinken mit im Kofferraum hat. Interessante Bilder- und Kinderbücher gab es genauso wie die Romanvorlage für den Film Metropolis. Literatur aus der Ukraine kamen ins Gespräch, und politische Krimis aus der Wachau. Ein großer Querschnitt aus oft sehr österreichisch spezifischen Themen, bis hin zu einem Buch über:

titel

„Total alles über Bayern“
von Martin Wittmann und den Infographics von no.parking
folio Verlag € 19,90

Passend zum Oktoberfest und nach dem riesigen Erfolg von „Alles über Österreich“, erfahren wir hier „alles“ über mein blau-weisses Nachbarland jenseits der Donau. Die Lederhosn und der Leberkäs, Seen und Trinkwasser, Berge und die CSU, der Vergleich zu anderen Bundesländern und Ländern der Welt. Glaube und Dialekte, Kaiser Ludwig II und Kaiser Franz, Industrie und Erholung, … alles in sehr lustigen, aber exakt informativen Infographichen, wie wir sie aus den Magazinbeilagen der Zeitschriften kennen. So lernen Sie natürlich etwas über die Bierpreise auf der Wiesn und wieviel Bier überhaupt in Bayern getrunken wird. Ein bayerischer Kalender darf natürlich nicht fehlen.
Und wer bei all diesem informativen Durcheinander, bei den vielen sehr witzigen Ideen nicht zum Schmunzeln und Lachen anfängt, dem ist dann wirklich nicht zu helfen.
Schauen Sie ins Buch rein, es liegt bei uns aus und lernen Sie dabei auch noch, wie man/frau eine Weisswurst richtig isst.

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Werner Färbers
UNGEREIMTHEIT DER WOCHE (… aus der Tierwelt):

GECKO FRAGEN CCLCVII

Ein kleiner, gelber Gecko klebt
auf gelber Wand vollkommen still.
Ich frage mich, ob er noch lebt
und obendrein, was er dort will.

’ne Fliege stellt sich diese Fragen
nicht und setzt sich vor ihn hin.
Der Gecko regt sich flink nach Tagen,
schon ist die Beute in ihm drin.

Freitag

Keine Blogeinträge bis Montagmorgen.
Ich bin zu einer Buchhändlertagung nach Wien (!!!) eingeladen.
Und wegen der frühen Blogzeit: Mein Zug geht um 5:44.

Ich wünsche Ihnen ein schönes Wochenende.

Donnerstag

Heute haben
Samuel Johnson * 1709
Justinus Kerner * 1786
Jens Rehn *1918
Geburtstag.
Und halt auch Anna Netrebko * 1971
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Die Sonne kam noch, wenn auch spät am Tag.
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Dass Bücher in Pappe, Leinen, Leder, Samt und Plastik eingebunden sind, ist normal. Aber ein Buch mit Schleifpapier zu binden ist doch mal was Neues. Es war noch eingeschweisst und als ich es davon befreit hatte, bekam ich einen kleinen Schock. So etwas hatte ich noch nicht erlebt. Dann auch noch bedruckt. Grossartig. Der Beweis für ein original Schleifpapier zeigt sich dann auf der Innenseite.

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„Handbuch der Ratlosigkeit“
herausgegeben von Elfriede Czurda, Friederike Kretzen und Suzann-Viola Renninger
L&arc im Limmat Verlag € 22,80

Ratlos ließ es mich uns Buch schauen. Was soll das? Warum? Und genau da hatten mich die Herausgeberinnen genau dort, wo sich haben wollten.

Anständige Menschen brauchen keine Freiheit.
Nach Gustave Flaubert: Bouvard und Pécuchet

Voraussetzung für das Gelingen von Ratlosigkeit ist das Bewusstsein von der Unmöglichkeit des Gelingens.
Ratlosigkeit bleibt Ratlosigkeit, sie löst sich nie auf.

Ein Stolperstein, der einen neuen Lauf in Gang setzt.

Unsere Liste ist der Versuch einer List, diesem Schwebezustand Impulse zu verstezen, die alles anders wieder möglich machen.
Ratlosigkeit als Form der Fürsorge für sich selbst.

37 Einträge, besser Einschläge, sind in diesem Buch versammelt und zeigen ein sehr breites Spektrum, wie die AutorInnen mit dem Thema umgehen. Ludger Lütkehaus beginnt mit „Abgelenkte Pilger“, Herr Ingold schreibt über „Beschwörungen“, über „Buchstaben, die sich wie toll gebärden“ schreibt Dorothee Elmiger. Klaus Merz (wir kennen ihn) dichtet über „Gespenster, die es nicht gibt“. Es geht um Vagemut, Langschläfer, das Wort „Gruppe“, herrenlose Muster und „Was man so im Kopf hat“.
Das Buch agiert als Gegenstück zu all den Besser-Leben-Programmen, dem Selbstcouching und der Angst und Panik, weil keiner mehr weiss, was eigentlich Sache ist und wo ihm der Kopf steht. Und gerade deshalb sind die Texte auch nicht in edlem Leinen gebunden, sondern in feinem schwarzen Schleifpapier, das zwar rauh in der Hand liegt, aber wirkliches Gefühl ausstrahlt. Hier fühle ich wirklich etwas und es ist nicht glatt und rund und fast untastbar, wie all die iPhones und Gegenstände, die uns umgeben. Der Umschlag glitzert. Er glitzert durch seine Struktur wie die Sterne in einer dunklen Nacht.
Was wollen wir mehr. Ja, wir wollen mehr und zwar genießen wir diese genialen Texte, die in keinen Rahmen passen und uns ratlos zurücklassen.

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Langschläfer
Elfriede Czurda

Ein Freiheitsmodell

Schläfer. Gut. Aber Langschläfer?
G ist das Alpha in der Liste zeitgenössischer Delirien. Zuallererst: Geld. bravo! bravissimo! grandiose Übermacht! bravobravo du schöne Marie! du edelste Verrotteste Mächtigste reichste Korrupteste in allen Händen! du brutales fiktives insubstanzielles immaterielles heiliges Schlachthaus! bravo! bravissimo!

Nichts macht freier von unzähligen Gelüsten und Belästigungen als lange schlafen und dabei so viel wie möglich staunen. Auch wenn nicht Sonntag ist.
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knvmmdb.dll

Katrin Bauerfeind kommt nach Ulm
Dienstag, 23.9. um 19 Uhr ins Ulmer ROXY
Wir sind mit einem Büchertisch vor dem Saal.
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Frauen

Freitag, 17.Oktober um 19 Uhr
Ulmer Frauen schreiben und lesen

Es war eine spontane Idee und es hat geklappt. Die vier Autorinnen aus dem Raum Ulm haben spontan zugesagt bei uns in der Buchhandlung zu lesen.
Martina Jung, Fee Katrin Kanzler, Silke Knäpper, Christiane Wachsmann lesen eigene Texte vor, die noch nicht veröffentlicht sind. Wir bekommen also einen Einblick in das aktuelle Schaffen der Autorinnen dürfen gespannt sein auf ihre nächsten Veröffentlichungen.
Martina Jung hat Erzählungen in der Anthologie „Texte aus der Schreibwerkstatt“ veröffentlicht.
Fee Katrin Kanzlers Roman: „Die Schüchternheit der Pflaume“ erschien in der Frankfurter Verlagsanstalt.
Silke Knäppers Roman: „Im November blüht kein Raps“ erschien im Verlag Klöpfer & Meyer.
Christiane Wachsmann veröffentlichte u.a. einen eigenen Geschichten-Band: „Die Zuckerdose“.