Mittwoch

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Heute haben
Pierre Marivaux * 1688
Friedrich Glauser * 1896
Jacques Prévert * 1900
Alfred Andersch * 1914
Betty Friedan * 1921
Werner Schwab * 1958
Stewart O’Nan * 1961
Geburtstag
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Mit Stewart O’Nan und dem Super Bowl am vergangenen Sonntag schlage ich eine prima Brücke zum heutigen Buchtipp.
Dennis Lehane läst sich wie Stewart O’Nan nicht in eine bestimmte schriftstellerische Schublade stecken und Bob, der Barkeeper, träumt immer noch von einem eigenen Run beim wichtigsten Footballspiel des Jahres.

1

Dennis Lehane: „The Drop – Bargeld“
Aus dem Amerikanischen von Steffen Jacobs
Diogenes Verlag € 19,90
auch als eBook erhältlich

Dieser schmale Roman hat eine irre Geschichte hinter sich. Wenn ich es recht verstanden habe, war er Teil eines größeren Werkes, eine Erzählung aus einem dicken Buch. Genau dieser Teil gefiel einem Regisseur und er bat Lehane, ihm ein Drehbuch dafür zu schreiben. (Lehane schrieb u.a. Folgen für „The Wire“). Als der Film dann fertig war, machte sich der Autor daran, aus dem Drehbuch einen Roman zuverfassen. Das klingt nach Drittverwertung, ist es aber bei weitem nicht.
Lehane, sagt vielen vielleicht nichts, aber zwei Verfilmungen seiner Romane („Mystic River“, verfilmt von Clint Eastwood und „Shutter Island“ verfilmt von Martin Scorsese) waren riesige Erfolge auf der Leinwand. Film und Roman sind Lehan also nicht fremd. In der Verfilmung von „The Drop“ sehen wir James Gandolfini in seiner letzten Rolle, der bekannt wurde in der Serie „Die Sopranos“.
Aber nun zum Buch. Ist es ein Krimi, ein Thriller, ein Gangster-, oder Familienroman? Irgendwie alles und das auf knapp 225 Seiten.

Bob Saginowski ist Barkeeper in der Bar seines Cousins Marv, die dann auch gleich „Cousin Marv’s“ heisst. Er ist freundlich, fleißig, weiss, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht und hält sich aus dem Alltagsleben möglichst heraus. Täglich geht er in die Kirche, um eine alte Schuld abzubüßen. Diese Menschen in der Kneipe und die in der Messe, sind eine wilde Mischung der amerikanischen Unterschicht. Wir können sie nicht richtig einsortieren. Geben sie in der Kirche nur vor, etwas zu sein, was gar nicht Tatsachen entspricht? Es treten Gläubige und Agnostiker, kleine Gauner und Kinderschänder auf und mitten drin Bob, der möglichst wenig von sich preisgeben will.
Zwei Dinge haben sich verändert. Erstens ist es eigentlich nicht mehr Marvins Bar, sondern eine Geldwäscheanlage der tschetschenischen Mafia und zweitens hat Bob nun doch jemanden, den er beschützen kann. Er findet nämlich in einer Mülltonne einen Pitbull-Welpen und kommt durch ihn auch in Kontakt zu Nadia, einer sehr spröden Frau. Bob weiss um die Geschäfte in der Bar, er selbst trägt ein gefährliches Geheimnis mit sich herum und möchte trotz allem ein anständiger Menschen werden. Dies ist nicht so einfach, wenn die Jungs von der Mafia wieder vor der Türe stehen und die Polzei immer herumschnüffelt. Als dann noch zwei Junkies die Bar überfallen, nicht wissend, dass dies der Mafia überhaupt nicht gefallen wird, kommt die Geschichte so richtig in Fahrt.
Lehane versteht es unglaublich gut, Spannung aufzubauen. Er zögert auch nicht, die brutale Gewalt der Mafia zu beschreiben. Und gleichzeitig schreibt er mit so einer großen Wärme über seine Ausserseiter, über Bob, den Barkeeper, dass er uns so richtig ans Herz wächst.
Ein Buch, dem man sich fast noch 150 Seiten mehr wünscht, das in seiner Kürze jedoch alles beinhaltet, was wir für ein paar gute Lesestunden benötigen. Ihnen werden sowohl die Tschetschen-Mafia, wie auch der guten Mensch von Boston (Bob) in Erinnrung bleiben.

Im Diogenes Magazin können Sie einen Bericht über von von Dennis Lehane nachlesen.

Dienstag

Heute haben
Pierre Marivaux * 1688
Georg Brandes * 1842
Friedrich Glauser * 1896
Jacques Prevert * 1900
Alfred Andersch * 1914
Betty Friedan * 1921
Werner Schwab * 1958
Stewart O’Nan * 1961
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Der Onlinehandel in Deutschland legte 2013 wieder ordentlich zu und wird es wohl auch 2014 wieder tun. Im Einzelhandel insgesamt gibt es ein kleines Plus von 1,5 %. Viel stärker dagegen wächst der Onlinehandel, der jetzt schon zu Kundenmangel in den Innenstädten führt.
Mehr dazu in einem Bericht des Börsenblattes des Deutschen Buchhandels.
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Auch das meldet das Börsenblatt:
Der Internet-Konzern Amazon.com hat nach eigenen Angaben seinen Umsatz im Jahr 2013 um 22 Prozent auf 74,45 Milliarden Dollar (rund 54,7 Milliarden Euro) gegenüber dem Vorjahr (61,09 Milliarden Dollar) gesteigert. Die Anleger lohnten es Amazon nicht und ließen die Aktie um acht Prozent fallen.
Mehr dazu hier.
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Endlich! Das neue Buch des Illustrators Jon Klassen ist erschienen!

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Lemony Snicket: „Dunkel“
Illustrator: Jon Klassen
Übersetzung: Thomas Bodmer
NordSüd Verlag € 14,95
Bilderbuch ab 4 Jahren

Daniel Handel heisst hier mal wieder Lemony Snicket, wie in den Kinderkrimis, die gerade im Goldmann Verlag erscheinen. Unter seinem „richtigen“ Namen hat er im Hanser Verlag sein Jugendbuch „43 Gründe, warum es aus ist“ veröffentlicht. Jetzt also wieder die andere Namensvariante und die Verbindung zum „weltbesten“ Illustrator Jon Klassen bringt ein ganz aussergeöhnliches Bilderbuch hervor. Leo (im amerikanischen Original heisst er Lazlo) hat Angst vor dem Dunkel. Das Dunkel ist überall. Hinter den Scheiben, unter den vielen knarrenden Treppen, und hauptsächlich hinter der Türe, die zum Keller führt. Leo hat jedoch Licht. Die Sonne am Tag, sein Licht im Zimmer, wenn es dunkel wird. Doch eines Tages verlöscht diese Glühbirne. Da Leo jedoch immer mit einer Taschenlampe ausgerüstet ist, macht ihm das im ersten Moment nicht so viel aus. Als jedoch das Dunkel ihn ruft und ihn in den Keller lockt, wird die Geschichte sehr spannend. Aber halt: Dies ist wirklich eine ganz harmlose, liebe Geschichte, in der Leo die Angst vor dem Dunkel genommen wird. Und die Stimme im Keller entpuppt sich als Kommode, die in der untersten Schublade noch funktionstüchtige Glühbirnen beherbert. Handler erzählt uns in dem Bilderbuch auch noch, wofür die Glasscheiben gut sind, hinter dem sich das Dunkel aufhält. Auch wofür die Treppen, der Keller, das Dach da sind. Und Jon Klassen? Unglaublich, wie der die Stimmung umsetzt in seine Illustrationen. Diese Wärme des Lichts und das wirklich schwarze Dunkel. Grossartig. Wir sehen in diesem alten Holzhaus nur Leo, der mit seiner Taschenlampe unterwegs ist. Der Lichtkegel bringt so allerhand zum Erscheinen. Und wenn wir im Trailer noch bewegende Schatten sehen, wird das noch viel plastischer. Jon Klassen hat mit seinen Hut-Büchern, seinem Strick-Buch schon fantastische Illustrationen vorgelegt. Dieses hier ist für mich das schönste seiner Bücher. Auf diesem Blog habe ich öfter Jon Klassens Bücher vorgestellt. Sie finden die Beiträge sicherlich, wenn Sie seinen Namen in das Suchfeld eingeben.

Hinter der Leseprobe verstecken sich die ersten 24 Seiten des Bilderbuches. Ein Blick lohnt sich.

Trailer zur amerikanischen Ausgabe
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=IGva3mF5Ojk]

Hier können Sie einer „Lesung“ von Snicket und Klassen folgen.
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=e-fTAX_ahN4]