Mittwoch, 29.August

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Heute haben
Maurice Maeterlinck * 1862 (Nobelpreis 1911)
Herman Löns * 1866
Ernst Kreuder * 1903
Lukas Hartmann * 1944
Geburtstag
und Ingrid Bergmann.
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Selma Meerbaum-Eisinger
Sonne im August

Gleich einer Symphonie in Grün
durchpulst von Licht und Duft und Glanz
ziehn Wiesen sich und Hügel hin
erfüllt von buntem Blumentanz.

Die Wege liegen lang im Wind,
und alle Birken neigen sich.
Und wenn die Gärten verlassen sind,
dann sind sie es nur für mich.

Die Bänke stehen wartend da,
die Gräser wiegen her und hin,
und manchmal scheint der Himmel nah,
und lange Vogelschwärme ziehn.

Und alles ist tief eingetaucht
in Lächeln und in Einsamkeit.
Mit Gold ist alles angehaucht,
und eine Elster schreit.
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Susanne Link empfiehlt:

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David Grossman:Giraffe und dann ab ins Bett!
Gutenachtgeschichten
Hanser Verlag € 15,00
Bis 11 Jahre

Bis jetzt hatte ich von David Grossman,dem Friedenspreisträger, nur die großen Romane gelesen und ich bin total ver- und entzückt und begeistert von seinen Kindergeschichten, die der Hanser Verlag nun in einem Band zusammenfasst.
Diese Geschichten sind liebenswert und machen mich glücklich beim Lesen – ich habe einfach nur vor mich hin gelächelt. David Grossman erzählt Gutenachtgeschichten von Ruthi, Jonathan, Joram und anderen und alle Geschichten sind entstanden für seine eigenen Kinder und Enkelkinder.

Unbedingt lesen!

Mittwoch 12.April

Heute haben
Alexander Ostrowski * 1823
Gustav Lübbe * 1918
Tom Clancy * 1947
Antje Ravic Strobel * 1974
Geburtstag.
Aber auch Joschka Fischer und Herbert Grönemeyer.
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Christian Morgenstern
Von den heimlichen Rosen

Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten stehn
oh, wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben gehn.

Du brichst hinein mit rauhen Sinnen,
als wie ein Wind in einen Wald
und wie ein Duft wehst du von hinnen,
dir selbst verwandelte Gestalt.

Oh, wer um alle Rosen wüsste,
die rings in stillen Gärten stehn
oh, wer um alle wüsste, müsste
wie im Rausch durchs Leben gehn.

Hg.: Matthias Reiner
Ich wollt‘ dein Bett mit einer Rose schmücken
Ein Rosenbuch herausgegeben von Matthias Reiner.
Mit farbigen Illustrationen von Christina Kraus
Insel Bücherei € 14,00

Ungaretti, Brecht, Emily Dickinson, Paul Celan, Nikolaus Lenau, Ausländer, Rilke, Goethe, die Bachmann und Mörike, Friedrich Rückert und natürlich die Knef. Storm und Morgenstern dürfen nicht fehlen und schön ist es, Erich Mühsam und Johannes Bobowski mit im Buch zu haben. Prosa und Lyrik wechseln sich ab. Zum Schluß gibt es noch einen Sachbuchteil über die Rose von der Frankfurter Gärtnerin und Floristin Mariannae Beuchert. Dazu noch die vielen Rosenbilder von Christina Kraus.
Es regent somit rote Rosen in allen Farben.
Passend zum Buch gibt es bei uns in der Buchhandlung die Buchtüte.

Leseprobe

Rainer Maria Rilke

Rose, oh reiner Widerspruch,
Lust,
Niemandes Schlaf zu sein
unter soviel Lidern.

Heinrich Heine
Alte Rose

Eine Rosenknospe war
Sie, für die mein Herze glühte;
Doch sie wuchs, und wunderbar
Schoß sie auf in voller Blüte.

Ward die schönste Ros im Land,
Und ich wollt die Rose brechen,
Doch sie wußte mich pikant
Mit den Dornen fortzustechen.

Jetzt, wo sie verwelkt, zerfetzt
Und verklatscht von Wind und Regen –
Liebster Heinrich bin ich jetzt,
Liebend kommt sie mir entgegen.

Heinrich hinten, Heinrich vorn,
Klingt es jetzt mit süßen Tönen;
Sticht mich jetzt etwa ein Dorn,
Ist es an dem Kinn der Schönen.

Allzu hart die Borsten sind,
Die des Kinnes Wärzchen zieren –
Geh ins Kloster, liebes Kind,
Oder lasse dich rasieren.

Mittwoch, 13.Juli

Thomas
Mond über Mainhattan (Foto: Thomas)

Heute haben
Gustav Freytag * 1816
Isaac Babel * 1894
Georg Hensel * 1923
Wole Soyinka * 1934 (Nobelpreis 1986)
Helga Königsdorf * 1938
Milena Moser * 1963
Geburtstag.

Theodor Storm
Juli

Klingt im Wind ein Wiegenlied,
Sonne warm herniedersieht,
Seine Ähren senkt das Korn,
Rote Beere schwillt am Dorn,
Schwer von Segen ist die Flur –
Junge Frau, was sinnst du nur?
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Rautenberg, Arne
Budde, Nadia (Illustrationen)
Unterm Bett liegt ein Skelett

Gruselgedichte für mutige Kinder ab 5 Jahren
Peter Hammer Verlag € 13,90

Geisterschnecken, weich und bleich in Zimmerecken – was gibt es Schöneres, als sich zu gruseln! Arne Rautenberg lässt Untote auferstehen und durch seine Gedichte rasseln, schleimen und röppeln. Skelette, Zyklopen, Zombies und Fröpps. Er reimt mit wunderbar ekligen Zutaten und einem Heidenspaß am Spiel mit Silben, Wörtern und ihrem Klang. Und weil das Gruseln und das Kichern ja irgendwie zusammengehören, kommen Nadia Buddes Illustrationen gerade recht. Die Berlinerin (ooooh ist die guuuuut) liefert die haarigen und glubschäugigen Wesen, die alles geben um zu erschrecken – und dabei doch ziemlich lustig sind!

grausam friert
die fledermaus
sie schaut von draußen
rein ins haus

du bist so reich
sie ist so arm
ihr blut ist kalt
dein blut ist warm

Diese Gedichte sind bestens geeignet, an einen Brief anzufügen. und wenn es um den Smartphonefresser geht, kommt das sicher gut, wenn wir an unsere Kinder dies an eine sms, whatsapp, … anhängen. Da kommen sofort diverse Bildchen zurück. Wetten?

im schwarzen wald
im schwarzen wald
da leuchten rote augen kalt

Fix mal auswendig gelernt passt das Gedicht zu einem Nachtspaziergang in den Ferien, oder auf dem dusteren Weg vom Zelt auf die Sammeltoiletten. Haha. Da will keiner mehr aus dem Schlafsack.

monster mit riesigen augen
monster mit rüsseln zum saugen
monster mit fiesen krallen
monster mit stimmen die hallen

monster die im winde wehn
monster die noch niemand gesehn

Diese Liste lässt sich locker weiterführen und die langweilige Fahrt in den Urlaub wird kurzweilig, wie noch nie.

Das Gedichtebuch endet mit einem Rock’n’Roll Lied. Besser gesagt mit einem Text, der sich bestens eignet auf der Gitarrre geschrummelt zu werden. Und dann, ja dann, auf der letzten Impressumsseite finden wir noch eines in Spiegelschrift. Das Buch schnappen, Papa beim Rasieren stören und schnell mal eben das Buch an den Spiegel halten ….

Leseprobe

Noch ne Probe zum Lesen, Gruseln, Schmunzeln.
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cover-muratti

Nicht vergessen:
Am kommenden Freitag, den 15.Juli lesen wir Gedichte von Martina Jung, die uns von ihrer Wolke zuschauen wird.
Wir beginnen um 19 Uhr mit einem Glas Sekt.
Der Eintritt ist kostenlos.