Montag, 7.August

Heute haben
Joachim Ringelnatz *1883
Luisa Famos * 1930
Josef W.Janker * 1922
Wladimir Sorokin * 1955
Geburtstag
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Joachim Ringelnatz
Sommerfrische

Zupf dir ein Wölkchen aus dem Wolkenweiß,
Das durch den sonnigen Himmel schreitet.
Und schmücke den Hut, der dich begleitet,
Mit einem grünen Reis.

Verstecke dich faul in der Fülle der Gräser
Weils wohltut, weils frommt.
Und bist du ein Mundharmonikabläser
Und hast eine bei dir,
dann spiel, was dir kommt.

Und lass deine Melodien lenken
Von dem freigegebenen Wolkengezupf.
Vergiss dich. Es soll dein Denken
Nicht weiter reichen als ein Grashüpferhupf.
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Unser Jugendbuchtipp:


Juliane Pickel: „Rattensommer„
Beltz&Gelberg Verlag € 16,00
Jugendbuch ab 14 Jahren

„Sonny und ich, das funktioniert ungefähr so: Sonny: dicke Hose – ich: Kaninchen vor Schlange. Sonny: Was kostet die Welt? – ich: Wann geht sie unter? Sonny wirft einen Stein – ich bezahle die kaputte Scheibe.“

Der zweite Jugendroman, nach „Krummer Hund“, hat es wieder in sich.
Auf den ersten Moment klingt die Geschichte aufgesetzt und konstruiert. Sonnys Mutter wurde ermordet. Ihr Mörder Hagen Bender ist frei und zieht in die Kleinstadt zurück. Und damit holt Sonny die Vergangenheit wieder ein.
Dieses traumatische Erlebnis hat Sonny eh nie losgelassen. Wie auch. Aber dass Hagen Bender wieder in ihrer Nachbarschaft wohnen soll, hält sie nicht aus. Dazu passt der wahnsinnig heisse Sommer, das leere Schwimmbad und die vielen Gespräche zwischen Lou und Sonny. Denn Sonny will Rache. Ihr ist jedoch nicht klar, dass Auge um Auge nicht funktioniert und sie damit nur sich schuldig macht und Hagen Benders Leben vollkommen ruiniert.
Je mehr Lou über Bender erfährt, desto mehr Zweifel kommen ihr. Darf sie zulassen, dass Sonny Schuld auf sich lädt – oder rettet sie sich selbst?
Juliane Pickel ist es gelungen, eine schwere Geschichte mit großer Leichtigkeit zu schreiben. Melancholie und sommerliche Freude wechseln sich ab, wie die Gefühlswelten der beiden Mädchen.
Ein gelungener Sommerroman mit Tiefgang.

Leseprobe
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Im Stadthaus Ulm:

Schwarz Weiß

Ein getanztes Plädoyer für Farben

In fünf Tanzstücken loten vier Choreographinnen und zwei Choreographen mit der Strado Compagnia Danza starke Kontraste aus. Schwarz-Weiß-Denken ist weit verbreitet, aber gefährlich: Es lässt nur Alles oder Nichts zu. Erfolg oder Scheitern. Sieg oder Niederlage. Perfekt oder geht-gar-nicht. Unsere schnelllebige, stark medial geprägte Welt begünstigt dieses Denken. Wenn die Komplexität der Wirklichkeit unüberschaubar und bedrohlich wirkt, wenn Informationsfluten auf kurze Aufmerksamkeitsspannen treffen, gewinnt das Denken in Extremen an Attraktivität.

Dabei sind Extreme in Wirklichkeit völlig unwahrscheinlich. Das Leben spielt sich zwischen den Polen ab: auf dem gesamten Farbfächer. Ob wir diese Farben sehen und wertschätzen oder nicht, liegt an uns. Der Abend bietet fünf Annäherungen an dieses Thema, von politischen wie gesellschaftlichen, globalen wie intim-persönlichen Standpunkten aus. Und fügt sich zu einer getanzten Liebeserklärung an die Farben im Leben.

Die restlichen Termine: Mittwoch-Samstag, 9., 10., 11. und 12. August 2023 jeweils um 20 Uhr

Preise 28 € / 26 € erm.
Abendkasse 31 € / 28 € erm
Tickets am Katalogstand des Stadthauses, Ebene 3, sowie bei www.ulmtickets.de und an dessen VVK-Stellen.
Reservierungen für die Abendkasse: 0172 / 6779984.

Es tanzen:
Júlia Chacón I Espí
Letícia Conduto
Valerie Lauren Damen
Nicholas Taraj
 

Choreographien von:
Marion Sparber
Minka-Marie Heiß
Júlia Chacón l Espí
Letícia Conduto
Tarek Assam
Domenico Strazzeri

Produktionsleitung: Ray Lacsamana
Assistenz / Training: Caterina Salvadori
Training: Ines Meißner und Daniela Molina
Kostüme: Christina Schlumberger, Júlia Chacón I Espí, Agnete Costura
Musik: João Braun, Minka-Marie Heiß
Licht: Paul Stauber
Bühnenbild: Domenico Strazzeri
Fotografie / Grafik: Nik Schölzel