Samstag, 2.Dezember

Heute haben
Botho Strauß * 1944
TC Boyle * 1948
George Saunders * 1958
Doron Rabinovici * 1961
Geburtstag
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Ernst Goll (1887 – 1912)
Erster Schnee

Nun seid ihr wiederkommen
Im Sturme über Nacht
Und habt die müde Erde
So still und weiß gemacht.

Ihr bleichen Flockensterne,
Ob ihr es wissen könnt,
Dass rings sich alles, alles
So sehr nach euch gesehnt?

Ich weiß viel weiße Felder,
So leer, so kahl, so weh,
Die warten nun schon lange
Des Leichentuchs von Schnee.

Ich weiß so viele Blümlein,
Die werden müde sein,
O, hüllt sie tief und feste
Zu süßem Schlummer ein. 

Ich weiß ein krankes Herze,
Das sehnt sich so nach Ruh,
O, deckt das friedenlose
Mit eurem Frieden zu.
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Unser Bilderbuchtipp:


Erhard Dietl (Text) und Andrea Stegmaier (Illustrationen):
Warum Weihnachtswunder manchmal ganz klein sind
Oetinger Verlag € 15,00
Bilderbuch ab 4 Jahren

So ein schönes Bilderbuch. Zum Verlieben. Gleichzeitig steckt eine wahre Geschichte dahinter und es gibt am Ende noch Tipps, was zu tun ist, wenn man ein Wildtier gefunden hat.
Ich dicken, dunklnen Wald sitzt das kleine Käutzchen ganz oben in einer Tanne und schaut hinunter auf den See, in dem sich der Mond spiegelt. Doch die Ruhe hält nicht lange, denn große, laute Fahrzeuge kommen lärmend den Waldweg entlang. Männer steigen aus und suchen sich den schönsten Baum für den Weihnachtsmarkt in der Stadt heraus. Mit Sägen fällen sie just den, in dem das Käuzchen im Wipfel sitzt. Baum und Käuzchen werden ins Netz gepackt und abtransportiert. Am nächsten Tag, beim Aufbauen fällt Mario auf, dass sie noch einen völlig erschöpften Gast aus dem Wald mitgebracht haben. Seine Tochter Emilia kümmert sich liebevoll um das kleine Weihnachtswunder, entscheidet aber sehr schnell, den klein Kerl wieder dorthin zu bringen, wo er herkommt.
2020 hat sich im riesigen Baum am New Yorker Rockefeller Center ein kleiner Uhu versteckt. Er wurde im Zoo aufgepäppelt und wieder in die Freiheit entlassen.
Die kurzen Texte und die sehr liebevollen Illustration machen das Bilderbuch zu einem rührenden Moment des Anschauens und Vorlesens.

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Statt eines Adventskalenders zeige ich hier Ihnen hier Bücher die sich bei uns in den Bücherregalen im Buchladen „verstecken“. Bücher, an die wir uns sicherlich erinnern und die es Wert sind, wieder in die Hand zu nehmen.

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Weltwetterorganisation
2023 wohl wärmstes Jahr seit Messbeginn

Zum Auftakt der Weltklimakonferenz haben die Vereinten Nationen einen vorläufigen Bericht vorgelegt. Demnach hat 2023 reihenweise Klimarekorde gebrochen – und dürfte vermutlich das wärmste Jahr seit der Industrialisierung werden.
Das Jahr 2023 wird nach Einschätzung von Klimaexperten der Vereinten Nationen (UN) wohl das wärmste Jahr seit der Industrialisierung werden. Der Abstand zu den vorher heißesten Jahren 2016 und 2020 sei schon bis Ende Oktober so groß gewesen, dass November und Dezember daran praktisch nichts mehr ändern könnten, berichtete die Weltwetterorganisation (WMO) in ihrem vorläufigen Bericht zum Auftakt der Weltklimakonferenz COP28 in Dubai.
Demnach lag die globale Durchschnittstemperatur schon bis Ende Oktober rund 1,4 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Für 2024 rechnen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit noch höheren Temperaturen. Das bislang heißeste Jahr war 2016 mit plus 1,3 Grad über dem Durchschnitt der Jahre 1850 bis 1900.

Auf tagesschau.de können Sie den kompletten Artikel lesen.

Mittwoch, 11.Mai

Heute haben
Gerhart Hauptmann * 1858
Rose Ausländer * 1901
Camilo José Cela * 1916
Ruben Fonseca * 1925
Henning Boetius * 1939
Geburtstag
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Hugo von Hoffmannsthal
Was ist die Welt?

Was ist die Welt? Ein ewiges Gedicht,
Daraus der Geist der Gottheit strahlt und glüht,
Daraus der Wein der Weisheit schäumt und sprüht,
Daraus der Laut der Liebe zu uns spricht

Und jedes Menschen wechselndes Gemüt,
Ein Strahl ist’s, der aus dieser Sonne bricht,
Ein Vers, der sich an tausend and’re flicht,
Der unbemerkt verhallt, verlischt, verblüht.

Und doch auch eine Welt für sich allein,
Voll süß-geheimer, nie vernomm’ner Töne,
Begabt mit eig’ner, unentweihter Schöne,

Und keines Andern Nachhall, Widerschein.
Und wenn Du gar zu lesen d’rin verstündest,
Ein Buch, das Du im Leben nicht ergründest.
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Unser Bilderbuchtipp:


Nicola Edwards: „Ich zeig dir meine Welt
Entdecke, wie wir Kinder leben
Illustriert von Andrea Stegmaier
Aus dem Englischen von Sabine Rahn
Penguin Junior Verlag € 16,00
Bilderbuch ab 6 Jahren

Einmal um die Welt. Ganz einfach. Aber halt: was gibt es denn zum Frühstück auf den unterschiedlichen Erdteilen? Gibt es überall Brot und Pizza, oder auch Speisen, die wir hier gar kennen? Wie kuriere ich in China eine Rotznase aus? Und wie unterschiedlich sage ich „Gute Nacht“ rund um die Welt? Kinder in der Schule, beim Spielen, ihre Religionen und Feste, ihre Häuser und Küchen, das unterschiedliche Wetter, Sprachen und Gesten, all das findet sich hier in diesem Bilderbuch, das so herrlich illustriert ist.
Farvel, Aloha, shalom, namaste, au revoir, Moce, Sayonara heißt jedesmal Auf Wiedersehen.
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Buchpräsentation in der Stadtbibliothek Ulm
Donnerstag, 19.Mai, 19:30 Uhr
Christine Langer: „Ein Vogelruf trägt Fensterlicht“

Traumnuance
Das ist poetisches Denken, sagst du,
Dieses Befinden zwischen Bewegung und Stillstand,
Schließ die Augen, ich lese dich auf.


An der Schwelle
Lichtrisse schieben den Himmel vor sich her, bevor sie die Abend-
Glocken in die Baumwipfel hängen
Schwer wiegen sich die Schatten des Walds in den Wolken
Und spannen Laken über die Erde
Der Geruch feuchter Steine trägt Spuren wilder Tiere in mein Haus:
Ich habe die Stirn gelehnt an die offene Tür der Nacht

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Klimabericht von UN-Experten
1,5-Grad-Schwelle könnte bis 2026 überschritten werden

Was vor ein paar Jahren noch als nahezu ausgeschlossen galt, halten Experten jetzt für möglich – sie warnen: Die weltweite Erwärmung könnte bis 2026 erstmals über der Marke von 1,5 Grad liegen.
Wetterexperten der Vereinten Nationen rechnen mit einem neuen Hitze-Rekordjahr bis 2026. Die globale Durchschnittstemperatur eines Jahres könnte bis dahin erstmals mehr als 1,5 Grad über dem vorindustriellen Niveau liegen. So sei die Wahrscheinlichkeit, dass im Fünf-Jahres-Zeitraum 2022 bis 2026 mindestens ein Jahr eine Temperatur von über 1,5 Grad erreiche, bei fast 50 Prozent, berichtete die UN-Weltwetterorganisation (WMO) in Genf.

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