Dienstag, 13.Juni

Foto: Uwe

Heute haben
Heinrich Hoffmann * 1809
William Butler Yeats * 1865
Fernando Pessoa * 1888
Dorothy Sayers * 1893
Anna Maria Ortese * 1914
Irvin Yalom * 1931
Geburtstag
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William Butler Yeats
A Drinking Song

WINE comes in at the mouth
And love comes in at the eye;
That’s all we shall know for truth
Before we grow old and die.
I lift the glass to my mouth,
I look at you, and I sigh.

A Coat

I MADE my song a coat
Covered with embroideries
Out of old mythologies
From heel to throat;
But the fools caught it,
Wore it in the world’s eyes
As though they’d wrought it.
Song, let them take it,
For there’s more enterprise
In walking naked.
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Suza Kolb: „Die Haferhorde
Bd.1 Flausen im Kopf
Magellan Verlag € 12,95
Kinderbuch ab 8 Jahren

Sechs Bände gibt es schon von der Haferhorde, von Schoko, Keks und dem bayerischen Haflinger Toni. Die Abenteuer der beiden Ponys sind spannend und gleichzeitig auch sehr lustig, wobei Toni mit seinem Dialekt die meisten Lacher auf seiner Seite hat. Der Verlag weiß wohl um die Problematik, daß nicht alles verstanden werden kann, was Toni im Dialekt von sich gibt und hat deshalb auf seiner website ein Wörterbuch seiner besten Sprüche veröffentlicht. Schoko und Keks reden frei von der Leber weg, treiben Unfug, stibitzen Essen, wenn sie etwas entdecken. Dabei kann schon mal ein Marktstand mit Karotten zusammenkrachen. Oder sie hüpfen in eine schöne Pfütze und machen dabei den Polizisten von oben bis unten nass. Und wenn im vollen Galopp ein kleiner Pups entweicht, ist das nicht weiter schlimm. Irgendwie fühlen wir uns Vorleser an unsere Zuhörer erinnert. Ich denke, dass diese gekonnte Mischung von frech, lustig und spannend Kindern ab acht Jahren super gefallen wird. Auch, dass aus der Sicht der Ponys erzählt wird, hebt diese Serie von den meisten Pferdebüchern ab.
Also rein ins erste Ebenteuer mit der Haferhorde, die auf Gespensterjagd gehen.
Viel Vergnügen dabei.
Nicht vergessen: Die Bücher gibt es auch als Hörbuch.

 

Leseprobe

Freitag

It’s a new dawn. It’s a new day. It’s a new life.

CIMG0831

Heute haben
Heinrich Hoffmann * 1809
William Butler Yeats * 1865
Fernando Pessoa * 1888
Dorothy Sayers * 1893
Anna Maria Ortese * 1914
Irvin Yalom * 1931
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William Butler Yeats
A Drinking Song

WINE comes in at the mouth
And love comes in at the eye;
That’s all we shall know for truth
Before we grow old and die.
I lift the glass to my mouth,
I look at you, and I sigh.

A Coat

I MADE my song a coat
Covered with embroideries
Out of old mythologies
From heel to throat;
But the fools caught it,
Wore it in the world’s eyes
As though they’d wrought it.
Song, let them take it,
For there’s more enterprise
In walking naked.
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Tod

Katharina Lacina:Tod
UTB € 9,90

In etwas über 100 Seiten dürfen wir Katharina Lacina auf ihrem Streifzug durch die Philosophiegeschichte begleiten. Der Begriff „Tod“ war im Alten Griechenland, bei Sokrates und Platon, wichtig und das, was vor dem Leben war und was nach Leben kommt, wurde heftig diskutiert.
Epikur, Lukrez, Cicero, Seneca, Augustinus und natürlich Thomas von Aquin sind die nächsten auf der Reise, bis wir über Montaigne, Bacon, Descartes, Hume, Kant und Schopenhauer bei Kierkegaard, Freud, Heidegger und Sartre landen. Spannend, wie sich die Sichtweisen verschieben und doch immer wieder überlappen. In den letzten beiden Kapiteln geht um das Altern, um Sterbehilfe und Suizid.
Für mich ein spannendes Buch, das einen hervorragenden Überblick zu diesem Thema bietet.
Vielleicht eine Ergänzung zu dem Blödelbuch von gestern, das doch auch einen ernsten Hintergrund hat, nur anders damit umgeht.

Einige Zitate:

Thomas Nagel
Er meint, dass der Tod insorn ein Übel sei, als dass er dem, der stirbt, Lebenszeit raubt. es macht einen Unterschied, ob ein Mensch länger leben kann oder nicht.

Cicero
… wenn Totsein selbst kein Unglück ist, so kann auch der Weg dorthin, das Sterben, kein Unglück sein. Das Leben, das im Tod mündet, ist nichts anderes als „sterben lernen“.

Montaigne
„Jede Stunde, die ihr lebt, raubt ihr dem Leben – ihr lebt auf seine Kosten.“

Schopenhauer zu „Nichtseynwerden“ und „Nichtseyngewesen“
„Verloren zu haben, was nicht vermißt werden kann, ist offenbar kein Übel.“

Jean Améry zum Thema „Freitod“
Es ist keine Freiheit von etwas, sondern eine Freiheit zu.

Inhaltsangabe:
Zum Tod fall dir nichts ein. Tod im Profil
1 Bestimmungen
2 Der Tod zwischen Unsterblichkeit und Ernst:
Von Platon zu Kierkegaard
3 Der Tod als Trieb und als Skandal: Freud und danach
4 Der Tod und die Moral: Sterbehilfe, Suizid
5 Den Tod aufschieben: Altern, Unsterblichkeit
Anhang
Literatur
Personenregister

Katharina Lacina ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Universität Wien.

Samstag

Heute haben
Choderlos de Laclos * 1741
Hilde Spiel * 1911
Geburtstag
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Unser Buchtipp fürs Wochenende:

Bonné

Mirko Bonné: „Nie mehr Nacht
Schöffling Verlag € 19,95
als eBook € 15,99

Mirko Bonné wurde 1965 in Bayern geboren, lebt in Hamburg und hat sich als Autor, Lyriker und Übersetzer einen Namen gemacht. Sherwood Anderson, E. E. Cummings, Emily Dickinson, John Keats und William Butler Yeats sind Autoren, deren Texte wir auf Deutsch von ihm lesen können. Seine Bücher im Schöffling Verlag tragen Titel, die alle nicht so lustig klingen: „Der eiskalte Himmel“, „Wie wir verschwinden“, oder auch „Der kalte Sturz“. Dagegen klingt der neue Titel „Nie mehr Nacht“ ja richtig fröhlich dagegen. Nie mehr Nacht, so hätte es gerne Markus Lee, dessen geliebte Schwester sich vor ein paar Monaten das Leben genommen hat. Die Trauer darum lässt ihn nicht los. Mehr als alle anderen, auch die Eltern, schafft er es nicht, sich von ihr zu lösen. Mit Jesse, dem 15jährigen Sohn seiner Schwester macht er sich in den Ferien auf, Richtung Normandie. Dort bewohnt eine befreundete Familie von Jesse ein leeres Hotel am Strand und Markus hat den Auftrag eines Kunstmagazins Brücken zu zeichnen, die während der Invasion wichtig waren. Die Fahrt im geliebten alten Mercedes fühlt sich an, wie ein gutes Roadmovie. Es wird nicht viel gesprochen. Jesse hat andere Sachen im Kopf und Stöpsel im Ohr. „Smells Like Teen Spirit“ von Nirvana, wird zum Auslöser eines heftigen Kraches, der auch erlösend wirkt. Beide sind mit dem Tod der Schwester und Mutter beschäftigt, thematisieren das aber erst kurz vor dem Ankommen am Meer. Die geplante Woche am Meer, eine Mischung aus Urlaub und Arbeit für Marko wird zu einem monatelangen Erkundung des Inneren und Äußeren. Wir merken so langsam, wie der Tod der Schwester sich durch viele Bereiche des Buches durchzieht. Das verfallene Hotel, die leeren Zimmer mit verbrauchten Biografien, die Strände an der die Invasion stattgefunden hat und wo tausende Männer (junge und alte) ihr Leben gelassen haben, der viele Metallschrott, der dort am Strand vergraben war, das Wetter, um nur ein paar Dinge zu nennen. Die Familie und Jesse fahren ab, Marko bleibt zurück und versucht Boden unter die Füsse zu bekommen. Er geht jedoch erst in die andere Richtung und er lässt los. In dem Sinne, dass er alles verkauft, auch den geliebten Mercedes. Nur mit dem Notwendigsten versucht er im Hotel zu leben. Nachdem der in einem Supermarkt ein Foto mit zwei Frauen sieht, von der eine genauso aussieht, wie seine Schwester, nimmt der Roman eine andere Wendung.
„Nie mehr Nacht“ ist kein düsterer Roman über Tod und Sterben, sondern von Mirko Bonné in einer großen Leichtigkeit geschrieben, die uns durch die Seiten treiben lässt. Hier kommt wohl der Lyriker zum Vorschein. Bonné versteht es Realität mit Tagträumen zu vermischen und uns mit auf die Reise in Markus Lees Gedanken zu nehmen.
Mirko Bonné Romans landete auf der sogenannten Shortlist zum Deutschen Buchpreis 2013, also unter den letzten sechs Büchern, was meiner Meinung nach mehr als berechtigt ist in den Bergen all der hektischen, lauten Büchern, die wir auf den Bestsellerlisten finden.

Leseprobe