Donnerstag, 4.Januar


Heute haben
Jakob Grimm * 1785
Gao Cingijan * 1940
Geburtstag
und es ist der Todestag von
Henri Bergson, Albert Camus, T.S.Eliot, Christopher Isherwood und Aharon Appelfeldt.
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Friedrich Hebbel

Mir ward das Wort gegeben,
Daß ich’s gebrauche frei
Und zeige, wieviel Leben
Drin eingeschlossen sei.
Ich will ihn mutig schwingen,
Den geist’gen Donnerkeil,
Und kann er’s mir nicht bringen,
So bringt er andern Heil!
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Was für ein interessantes, inspirierendes Buch:


Andreas Viestad: „Ein Abendessen in Rom
Weltgeschichte in einer Mahlzeit
Aus dem Norwegischen von Ulrich Sonnenberg
:Transit Verlag € 26,00

„Ein Teller Pasta kann uns mehr über unsere Geschichte erzählen als das Colosseum oder andere historische Gebäude.“
Andreas Viestad

Der Autor nimmt uns mit in sein Lieblingslokal „La Carbonara“ am Campo de‘ Fiori in Rom. Wer hätte gedacht, dass es auf diesem Platz noch eine traditionelle Küche gibt, da er doch täglich von tausenden Touristen geflutet wird und aus den anliegenden Bars die Musik dröhnt.
Während er beim Abendessen sitzt, erfahren wir von ihm so viele Dinge über das Essen, die dazugehörenden Nahrungsmittel, deren Anbaugebiete, über das römische Weltreich. Nicht zu vergessen die vielen Zitate aus Romanen und Filmen. Es ist ein Geschichte(n)buch der besonderen Art, da Andreas Viestad einen sehr sympatischen Plauderton hat und uns mit seiner Geschichte der Menschheit fasziniert.
Er beginnt mit dem Brot, das automatisch auf den Tisch gestellt wird. Meist muss der Gast dafür auch noch bezahlen, obwohl es zum Teil in Plastik eingepackt ist und nach Pappe schmeckt. Nicht so in seinem Lokal. Und schon sind wir mitten drin im Thema Getreide. Antipasto, Öl, Salz, Pfeffer, Pasta, Wein, Fleisch, Feuer, Zitrone sind die Kapitel benannt.
Nebenbei schreibt Viestad über Menschen am Nachbartisch, über spezielle Verhaltensweisen der Römer:innen, Fehler, die ihm auch jetzt noch unterlaufen und natürlich: Wie entstand die „Carbonara“ und was sollte sie wirklich beinhalten.
Nach der Lektüre wollte ich schon den Nachtzug nach Rom buchen.

Die 37 Seiten Leseprobe beinhalten das Vorwort und das komplette erste Brot-Kapitel.

Andreas Viestad, 1973 in Oslo geboren, lebt als Autor und Kolumnist (u.a. für die »Washington Post und die Sunday Times) zu gastronomischen Themen auf einem Bauernhof nahe Oslo und in Rom. Seine Fernsehserien in Norwegen, in den USA, Italien, oder Deutschland über kulinarische und ernährungspolitische Themen wurden und werden hochgelobt. Er betreibt mehrere Restaurants und hat in Norwegen Zentren für Kinder gegründet, in denen sie Kochen und etwas über die wichtigsten Nahrungsmittel lernen können.
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Am Montag, den 15.Januar haben wir wegen Inventur ab 12 Uhr geschlossen.

Montag, 18.September


Heute haben
Samuel Johnson * 1709
Justinus Kerner * 1786
William March * 1893
Jens Rehn * 1918
Geburtstag
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Winfred Hermann Bauer
Over The Edge

Ein Tretminenfeld hinter mir
Den Abgrund
Vor Augen
Überkommt mich eine überraschende Leichtigkeit
Ja Lebendigkeit
Angesichts des Todes
Als wäre er die geheime Triebfeder
Der Kampfkraft
Insbesondere in einem Krieg
Den wir doch immer vermeiden wollten
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Unser Buchtipp:


Birgit Schönau: „Die Geheimnisse des Tibers
Rom und sein ewiger Fluss
C.H.Beck Verlag € 28,00

Die ewige Stadt lässt Birgit Schönau nicht los. So hat sie vor Jahren für die Süddeutsche Zeitung u.a. über die beiden römischen Fußballmanschaften die italienische Fußballnationalmannschaft geschrieben. In der Casa die Goethe haben wir gemeinsam mit ihr und einer Reisegruppe ihr Buch „Gebrauchsanweisung für Rom“ präsentiert. Lang ist’s her.
Jetzt dreht sie den Spieß um und erzählt nicht über die ewige Stadt, sondern über den ewigen Fluss. Wobei beide sehr eng miteinander verbunden sind und wir natürlich eine 3000-jährige Geschichte der Stadt Rom präsentiert bekommen. Nur aus einem anderen Blickwinkel. Und wie sie das schreibt und Geschichten an Geschichten reiht, macht ungemein Laune das Buch zu lesen. So viele Dinge wusste ich nicht und ich freue mich über jedes neue Kapitel.
So beginnt Birgit Schönau mit der Mythenwelt, mit Legenden, der Aeneis, geht über zum römischen Weltreich, in die Renaissance und die Welt der Päpste, bis in die Gegenwart. Dies alles verschmilzt in einander, da die alte Geschichte mit der Neuzeit eng verknüpft ist.
Der Fluss (il fiume), wie die RömerInnen sagen, war schon immer ein Transportweg, eine Lebensader und ein Teil der Industrialisierung durch seine vielen Mühlen im Wasser. Er wird geliebt und gefürchtet. Die Hochwasserhöchstände sind immer noch in der Altstadt an Kirchenwänden markiert. Die Reichen bauten ihre Villen bis an den Tiber, die Armen wurden dort hinverfrachtet. Dort wo das ganze Abwasser, der Müll und die Krankheiten existierten.
Aber auch in der Gegenwart lässt uns der Fluß nicht los. In vielen Filmen taucht er auf und da er im letzten Sommer nur noch ein Rinnsal war, hat ein Filmemacher den Fluss (digital) ganz austrocknenlassen, um zu zeigen, was es mit dem Klimawandel auf sich hat.
Diese Doppelbiographie zeigt die ganze Bandreite von Geschichte, Politik, Kunst und Kloake und dies in vielen unbekannten Episoden aus den letzten 3.000 Jahren.

Leseprobe
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„Das Weib ist ein Kerl“
Schauspiel von Wolfgang Schukraft

Uraufführung am 14.10.2023
Im Kunstverein Ulm, Kramgasse 4
Darsteller: Sven Djurovic
Inszenierung: Wolfgang Schukraft

Die aktuelle und mit viel Leidenschaft geführte Gender-Diskussion mag vielen als Thema erscheinen, das erst in unseren Tagen die Öffentlichkeit bewegt. Aber dem ist nicht so. Wohl immer schon gab es Menschen, die sich nicht in die „normalen“ Rollenbilder von Mann und Frau fügen konnten und wollten. So gab es im Frankreich des 18. Jahrhunderts eine historisch verbürgte Person: die Chevalière d’Eon. In ihrer Biografie schreibt sie, dass sie zwar als Frau geboren, aber zum Mann erzogen wurde und das Leben eines Mannes führte: als Spion am Zarenhof, hochdekorierter Kämpfer in französischen Kriegen undbevollmächtigter Minister in England. Mit 50 Jahren zwang sie der Befehl Ludwig des XV, ihr restliches Leben als Frau zu leben.

Ganz anders und doch so ähnlich stellt sich in dem neuen Stück von Wolfgang Schukraft das Schicksal eines Bundeswehroffiziers dar. Auch er ist, wie der französische Edelmann, Soldat, Afghanistan-Veteran, Ehemann und Familienvater. Mit 40 Jahren unterzieht er sich, nicht durch äußeren Zwang wie der Chevalier, sondern aus freien Stücken und seinem tiefen inneren Empfinden folgend, einer Geschlechtsumwandlung. Zwölf Stunden vor der entscheidenden Operation lässt er sein Leben Revue passieren. Er steht an einem „Point of no return“.

Die Schicksale des französischen Chevaliers aus dem 18. Jahrhundert und des deutschen Offiziers von heute ergänzen sich in vielfacher Hinsicht, in ihren Gemeinsamkeiten ebenso wie in ihren Unterschieden. Vor allem aber machen sie den Kopf frei für das Verständnis für Menschen, die nur eines wollen: Sein zu dürfen, was und wie sie sind.

Beginn jeweils 19 Uhr

Premiere:
Samstag, 14.10.23
Sonntag, 15.10.23
Sonntag, 22.10.23
Freitag, 27.10.23
Samstag, 28.10,23
Samstag, 04.11.23
Sonntag, 05.11.23
Samstag, 11.11.23
Sonntag, 12.11.23
Samstag, 18.11.23
Sonntag, 19.11.23
Samstag, 25.11.23
Sonntag, 26.11.23

Karten ab sofort bei der Bücherstube Jastram

Wolfgang Schukraft, Theaterei-Prinzipal a.D.
wschukraft@gmail.com
www.schukrafts.de

Samstag, 20.August

Heute haben
HP Lovecraft *1890
Salvatore Quasimodo * 1901
Robert Merle * 1908
Luciano De Crescenzo * 1928
Arno Surminski * 1934
und Lilli * 2020
Geburtstag
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„Übrigens ist der Regen keines Menschen Freund, aber wohl der Tiere, denn das Gras wächst schön, und die Biertrinker haben sich auch nicht zu beklagen, daß die Gerste nicht gerät.“
Johann Wolfgang von Goethe aus: Briefe an seine Tochter Ottilie, 12.Juli 1820
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Unser Buchtipp:

Giulia Caminito: „Das Wasser des Sees ist niemals süß
Aus dem Italienischen von Barbara Kleiner
Wagenbach Verlag € 26,00

Die italienische Autorin Giulia Caminito hat für mich einen der besten Romane des Jahres geschrieben. Das Buch hat eine so starke Erzählkraft, genauso wie die Haupterson, die wir nicht so schnell vergessen werden. Überhaupt sind hier Frauen die entscheidenden Personen. In der prekär, im Untergschoss wohnenden, Familie sitzt der Vater im Rollstuhl, der große Bruder ist nicht von ihm und verdrückt sich, so gut es geht und die beiden kleinen Zwillingsbrüder nerven nur. Zwischen drin die kleine Gaia (der Name wird nur einmal erwähnt) und ihre Mutter. Ein sozialer Aufstieg geschieht, als sie aus dem einen Zimmer in eine kleine Wohnung und dann, durch einen Wohnungstausch, aus Rom herauskommen und an den Lago di Bracciano ziehen.
Es ist ein Buch über soziale Schranken, über Standesdunkel, Hierachien und vielen Hoffnungen. Mittendrin das Mädchen, die nicht unbedingt sympatisch, aber voller Lebenswillen, voller Wut ist. Sie benutzt schon mal den Tennisschläger ihrer „Freundin“, um sie hart zu treffen. Sie ist das Mädchen mit dem riesigen Rummelplatz Plüschtier und dem alten Handy. Egal, wie sie sich auch anstrengt und gut in der Schule ist, sie wird immer wieder in ihre Schranken gewiesen. Auch wenn sie den Sprung an die Universität nach Rom schafft, muss sie doch (aus Geldmangel) zuhause wohnen bleiben und wird von ihren Dozenten abwertend behandelt.
Aber genug über die Inhalt, denn dieser großartige italienische Roman ist für alle, denen die vier Bücher von Elena Ferrante zu seicht waren (eine Elena taucht auch auf, ihr wird aber über mitgespielt) und die keine Autofiktion wie von Èdouard Louis oder Annie Ernaux brauchen. Es ist ein Roman, der unglaublich starke Bilder erzeugt, der nicht verkitscht, oder uns aufklären will. Ein Buch, in dem bis in die Nebenfiguren alles stimmig ist. Giulia Caminito ist ein Meisterwerk der Gegenwartsliteratur gelungen und wenn der nicht verfilmt wird, weiß ich auch nicht.

Auf deutsch ist ihr Vorgängerbuch „Ein Tag wird kommen“ lieferbar.
Wagenbach Verlag € 23,00
Als Taschenbuch ab Oktober € 14,00

Der Roman wird im Literarischen Quartett vorgestellt und diskutiert.
Gäste sind Vea Kaiser, Deniz Yücel und Adam Soboczynski.
Im TV-Programm: ZDF, 26.08.2022, 23:45 – 00:40
Verfügbarkeit: Video verfügbar ab 24.08.2022, 10:00

Dienstag, 9.August


Heute haben
Michail Soschtschenko * 1894
P.L. Travers * 1899
Tommaso Landolfi * 1908
Tove Jansson * 1914
Willi Heinrich * 1920
Klaus Nonnenmann * 1922
Linn Ullmann * 1966
Geburtstag
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Hermann Hesse (+ 9.8.1962)
Höhe des Sommers

Das Blau der Ferne klärt sich schon
Vergeistigt und gelichtet
Zu jenem süßen Zauberton,
Den nur September dichtet.

Der reife Sommer über Nacht
Will sich zum Feste färben,
Da alles in Vollendung lacht
Und willig ist zu sterben.

Entreiß dich, Seele, nun der Zeit,
Entreiß dich deinen Sorgen
Und mache dich zum Flug bereit
In den ersehnten Morgen.
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Ein Klassiker, der in jede Tasche passt.


Elio Vittorini: „Gespräch in Sizilien

Aus dem italienischen von Trude Fein
Wagenbach Taschenbuch € 14,00

Nach fünfzehn Jahren kehrt Silvestro erstmals für drei Tage aus Norditalien in sein armseliges Heimatdorf in den sizilianischen Bergen zurück, um seine Mutter zu besuchen. Er reist mit dem Zug durch Italien, setzt mit einer Fähre über, fährt durch die Orangenhaine und Dörfer seiner Kindheit, trifft einen Wanderer, einen Messerschleifer, einen kleinen hungernden Sizilianer, seltsame Herren mit und ohne Schnurrbart. Silvestro streift durchs Dorf, taucht ein in die Erinnerungen der Familien, in das einsame Leben seiner Mutter und der anderen Frauen des Ortes. Wirklichkeit und Traum überlagern sich. Auch an diesem scheinbar entrückten Ort haben die Menschen sich verändert: Sie leben in der Diktatur des Faschismus.
Elio Vittorini taucht ein in eine archaischische Welt seiner Kindheit, seiner Mutter. Aus dem Toben der großen Stadt Rom, landet er im Steinhaus seiner Mutter. Ein hartes Leben, ein karges Leben, das ihm da entgegentritt und doch auch irgendwie aktuell.
Ein Buch, das wir seit vielen Jahren immer im Laden vorrätig halten.
„Gespräch in Sizilien“ entstand 1937/38, konnte 1941 trotz der faschistischen Zensur erscheinen, wurde dann aber verboten.

Elio Vittorini, 1908 als Sohn eines Eisenbahners in Syrakus, Sizilien, geboren, war Schriftsteller und Übersetzer. 1943 wurde er als Gegner des Mussolini-Regimes inhaftiert. Nach dem Krieg war er eine der wichtigsten kulturpolitischen Stimmen Italiens. Er starb 1966 in Mailand.
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Viele literarische Kleinigkeiten auf https://www.instagram.com/buchhandlungjastram/

Montag, 17.Januar


Heute haben
Calderón * 1600
Emmy Ball-Hennings * 1885
Frank Geerk * 1946
Geburtstag
und es ist der Todestag von Wilhelm Waiblinger (+ 17.1.1830 in Rom)
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„Italiener! Das lautet soviel als Hanswurst! Was ist das für ein Schlaraffenland! Ohne vernünftige Gesetze, ohne Polizei, ohne Erziehung, in den Händen des Clerus, ohne Fleiß und Arbeitsamkeit, und für den Fremden ohne alle Bequemlichkeit!“
Wilhelm Waiblinger
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Teil 2 ist erschienen:


David Nelles und Christian Serrer:
Machste dreckig – machste sauber

Die Klimalösung
Klein, handlich, preiswert, gut!!! € 10,00

War doch der erste Band eine Überraschung – stark gemacht, informativ, verständlich – so setzen die Beiden ihr Konzept weiter. Genial, so ein Buch in der Hand zu halten, wo unsere Welt aus den Fugen gerät. Falschinformation fluten und verblöden uns, Politische Entscheidungen dauern oft zu lange und Diskussionen drehen sich im Kreis.
Hier finden wir auf einer Doppelseite knappe Informationen, verbunden mit einer Infografik, die das jeweilige Thema/Problem erläutern.

Das schreiben die Beiden auf Ihrer Internetseite:

WIE ALLES BEGANN
In der öffentlichen Debatte über den Klimawandel geht es viel zu oft drunter und drüber. Deshalb wollten wir – David und Christian – wissen, was wirklich Sache ist. Wie groß ist der Beitrag des Menschen tatsächlich? Müssen wir jedes Jahr Ernteausfälle befürchten? Was bedeutet der Klimawandel für unsere Gesundheit? Was kostet uns der Klimawandel? Ehrlichgesagt hatten wir aber keine Lust dicke Fachbücher zu lesen. Da wir kein Buch finden konnten, das mit ganz kurzen Texten und sehr vielen anschaulichen Grafiken – es muss ja auch Spaß beim Lesen machen – den Klimawandel verständlich auf den Punkt bringt, haben wir uns dazu entschlossen dieses Buch selbst zu schreiben. Zusammen mit der Unterstützung von über 100 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern entstand so unser erstes Buch “Kleine Gase – Große Wirkung: Der Klimawandel”. Dieses Buch war unser Einstieg in das Thema und es ist mittlerweile sogar das meistverkaufte Buch zum Klimawandel in Deutschland und wurde in über 10 Sprachen übersetzt.

EIN ZWEITES BUCH
Uns hat die Motivation gepackt nicht nur auf das Problem hinzuweisen, sondern auch selbst zur Lösung beizutragen. Deshalb haben wir uns auf ein neues zwei Jahre in unserer Studenten-WG eingeschlossen und ein zweites Buch über die Lösung des Klimaproblems geschrieben. Dabei wurden wir diesmal sogar von über 250 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern unterstützt – keine Sorge, unser Buch ist trotzdem leicht verständlich 🙂 Werfen Sie am besten selbst einen Blick in die Leseprobe. In unserem Buch erfahren Sie alles über die Maßnahmen zur Lösung des Klimaproblems – kurz, anschaulich und verständlich. Unser Ziel: so viele Menschen wie möglich zu erreichen, denn den Klimawandel können wir nur aufhalten, wenn jeder von uns mit anpack!

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen unseres Buches

David und Christian

Donnerstag, 9.Dezember

Anke Raum
und ihr neuntes Küken

Heute haben
John Milton * 1608
Ödön von Horvath * 1901
Wolfgang Hildesheimer * 1916
Abraham B. Jeshoschua * 1936
Hape Kerkeling * 1964
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„Sie werden schon sehen, daß jede Epoche die Epidemie hat, die sie verdient.
Jeder Zeit ihre Pest.“
Ödön von Horvath
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Ein sonniger Tipp aus dem tiefsten Winter:


Golo Maurer: „Heimreisen
Goethe, Italien und die Suche der Deutschen nach sich selbst
Rowohlt Verlag € 28,00

Oh, wer träumt in diesen grauen Tagen und komischen Zeiten nicht von sonnigen Tagen im Süden. Goethe hat es uns vorgemacht:

„O, wie fühl‘ ich in Rom mich so froh! gedenk‘ ich der Zeiten,
Da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing,
Trübe der Himmel und schwer auf meine Scheitel sich senkte,
Farb‘- und gestaltlos die Welt um den Ermatteten lag,
Und ich über mein Ich, des unbefriedigten Geistes
Düstre Wege zu spähn, still in Betrachtung versank.
Nun umleuchtet der Glanz des helleren Aethers die Stirne;
…..“

… und seine Midlifekrise auf diese Art bewältigt.
Er war somit Vorbereiter für Generationen nach ihm. Karl Friedrich Schinkel reiste im frühen, Richard Wagner im späten 19. Jahrhundert nach Italien, die Brüder Mann, Walter Benjamin, Sigmund Freud, der sich einen «Italienpilger» nannte, bis zu uns, die wir träumen und hoffen, bald wieder in die Ewige Stadt zu reisen und ihre Kunstwerke betrachten zu können.

Schauen Sie in der Leseprobe auf das Inhaltsverzeichnis und Sie werden merken, wie detaillreich Golo Maurer dem Phänomen nachgegangen ist.

Dienstag, 1.Juni

Heute haben
Ruth Rehmann * 1922
Colleen McCullough * 1937
Rudolf Bussmann * 1947
Geburtstag
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Hermann Winfried Bauer
Wir

Allein
Mit mir
Welch ein Verlangen
Und welch ein Kampf
Vereint
Mit dir
Die Gier nach mir
Ach lass mich geh’n
Ich bleibe hier
Verirrt
In mir
Such ich in dir
Das Wir
In mir
Verlass mich nicht
Ach bleib bei mir
So glaube mir
Ich lass mich geh’n
Allein
Bei dir…
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Unser Tipp des Tages. Passend zum Geburtstag von Norman Foster:


Charlotte van den Broeck: „Wagnisse
13 tragische Bauwerke und ihre Schöpfer
Aus dem Niederländischen von Christiane Burkhardt
Rowohlt Verlag € 26,00

Das Thema „Scheitern“ taucht in letzter Zeit immer wieder. Allerdings eher im Bereich der Psychologie.
Hier geht es im ersten Moment um 13 Architekten, die alle an ihren Werken gescheitert sind. Nein, das stimmt so nicht immer. Ihre Bauwerke wurde vollendet und in der damaligen Zeit nicht gewürdigt, verhöhnt und die Architekten verlacht. Alle 13 begingen danach Suizid.
Die belgische Autorin hält sich aber nicht nur bei den Gebäuden auf, sondern entwickelt eine Mischung aus Biografie, Journalismus, Essay und genau diese Mischung ist sehr unterhaltsam, macht uns staunen und berührt einen.
Auf dem Umschlag ist Borrominis Kirche S.Carlino in Rom abgebildet. Eine Kirche mit einer Grundfläche so groß, wie die Grundfläche einer Säule von den vieren um den Hauptaltar des Petersdoms. Sein großer Gegenspieler Bernini war zu übermächtig, Borromini zu depressiv, so dass er sich in sein Schwert stürzte. Das ist eines der Episoden aus dem schön gemachten Buch, in dem es um viel Architektur, aber auch um ein Schwimmbad mit Stromschlag, eine Kaserne für 2.400 Soldaten und vier Toiletten, und die damals verlachte Wiener Oper geht.

Sonntag, 17.Januar

Von den Hochbeeten ist nicht viel zu sehen.


Wilhelm Friedrich Waiblinger
(* 21.11.1804, † 17.01.1830)
Ponte rotto

Eine zerbrochene Brücke, was ist′s, kein Wunder am Ende!
Alles vergeht, und der Welt wird′s nicht viel besser geschehn.
Dererlei merkt man sich nicht, auch wenn die Brücke sich weigert,
Mit dem gefallnen Geschlecht über die Tiber zu gehn.
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ECM hat auf Spotify Musikstücke aus ihrem Programm zusammengestellt, die zum tiefen Winter mit Schnee und Kälte passen. Da tauchen sie alle auf: Jan Garbarek, Keith Jarrett, Carla Bley, Tord Gustavsen und viele mehr.
Über zwei Stunden ruhige Musik, wie wir sie von ECM kennen.

Hier geht es nochmals zur Playlist.
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Noch mehr Musik:

Musik live zu erleben ist zu einer Kostbarkeit geworden – ein Live-Konzert wird zu einem Sehnsuchtsort. Mein heutiger #KlassikKlub wird umrahmt durch Händels „Ode an die Heilige Cäcilie“. Diese gilt als Schutzpatronin der Kirchenmusik, der Musiker, Instrumentenbauer und Dichter.  Meine Sendung sehe ich ähnlich wie Max Ernsts ihr gewidmetes Gemälde als Collage, Spiegelung und Reflexion gewohnter Wahrnehmung, in dem Fall – einmal mehr – des klassischen Konzerts.  Zu erleben sein werden Komponisten und Musiker wie Heinrich I. Franz von Biber, Guillaume Dufay,  Vernon Duke,  Henrik Schwarz, Musica Antiqua Köln, The Gothic Voices,  Dawn Upshaw, George I. Gurdjieff, György Ligeti, Patricia Kopatchinskaja, Philip Glass, Ralf Schmid, Sven Helbig, Claude Debussy, Johannes Motschmann und nordische Traditionals.  Enjoy the Power Of Music.  

WDR 3 Klassik-Klub  17. Januar 2021   16:04-17:45              
https://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-klassik-klub/klassikklub-704.html
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Frauen Sie sich auf diesen Roman, der Mitte Februar bei Hanser erscheint:

Valeria Parrella: „Versprechen kann ich nichts“
Aus dem Italienischen von Verena von Koskull
Hanser Verlag € 19,00

Elisabetta arbeitet als Lehrerin im Jugendgefängnis von Neapel. Sie stürzt sich in ihre Arbeit, als ihr Mann plötzlich stirbt. Sie wandelt zwischen den Welten. Aussen die Stadt, der Lärm, die Hektik, drinnen die Zellen, die Jugendlichen. Und über allem diese Biografien. Die verschiedenen Leben. Was aus Menschen gemacht wird, wie Menschen werden, wie sich verändern. Als zu Elisabetta eine junge Frau aus Rumänien in den Unterricht kommt, entsteht eine besondere Art der Nähe. Will Elisabetta dem Mädchen helfen, oder sich selbst?

Valeria Parrella hat in diesem schmalen Roman den Nerv unseres modernen Lebens (hier Neapel) getroffen und lässt den Gedanken ihrer Hauptperson freien Lauf.
Sehr fein, klug, melancholisch, traurig, aber auch kraftvoll und voller Lebensfreude.

Valeria Parrella, 1974 geboren, studierte Sprachwissenschaften und arbeitete als Buchhändlerin und Schauspielerin. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie vielfach ausgezeichnet, zuletzt stand sie mit Versprechen kann ich nichts auf der Shortlist für den Premio Strega 2020. Bei Hanser erschien ihr Erzählungsband Liebe wird überschätzt (2017). Valeria Parella lebt in Neapel.