Donnerstag, 31.Januar

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Heute haben
Marie Luise Kaschnitz * 1901
Benoite Groult * 1920
Kurt Marti * 1921
Norman Mailer * 1923
Kenzaburo Oe * 1935
Geburtstag
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Aktuell als Taschenbuch:

9783423086622

James Baldwin: „Beale Street Blues“
Aus dem Amerikanischen von Miriam Mandelkow
dtv € 12,90

„Jeder in Amerika geborene Schwarze ist in der Beale Street geboren. Die Beale Street ist unser Erbe. Dieser Roman handelt von der Unmöglichkeit und von der Möglichkeit, von der absoluten Notwendigkeit, diesem Erbe Ausdruck zu geben. Die Beale Street ist eine laute Straße. Es bleibt dem Leser überlassen, aus dem Schlagen der Trommeln den Sinn herauszuhören.“
James Baldwin

Dies ist die Geschichte von Tish und Fonny, 19 und 22, und ihrem Kampf gegen die Willkür einer weißen Justiz. Der traurig-schöne Song einer jungen Liebe, voller Wut und doch voller Hoffnung. Eine Liebesgeschichte, die zart und doch voller Emotionen ist, die Geschichte zweier Familien und deren Zusammenhalt und Zerrissenheit. Eine Anklage gegen Polizeiwillkür und den alltäglichen Rassismus.
„Beale Street Blues“ ist über 40 Jahre alt und strahlt grell in unsere Gegenwart.
Es ist ein Roman, der mich komplett umgehauen hat. Sprachlich, inhaltlich. Die Konstruktion, der politische Hintergrund ergeben ein Meisterwerk.
Ich mag gar nicht mehr über das Buch schreiben, sondern einfach nur: Bitte lesen Sie dieses Buch. Unbedingt!

Baldwin erlebt eine Renaissance. Dtv hat dies erkannt und die Neuübersetzungen von Baldwins Werkes sind mehr als lobenswert.
Ab dem 8.März läuft er bei uns in den Kinos.

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Mittwoch, 30.Januar

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Heute haben
Adalbert von Chamisso * 1781
Richard Brautigan * 1935
und Barbara Wood * 1947
Thomas Brezina * 1963
Geburtstag
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Adelbert von Chamisso
Der Spielmann

Im Städtchen gibt es des Jubels viel,
Da halten sie Hochzeit mit Tanz und mit Spiel.
Dem Fröhlichen blinket der Wein so rot,
Die Braut nur gleicht dem getünchten Tod.

Ja tot für den, den nicht sie vergißt,
Der doch beim Fest nicht Bräutigam ist:
Da steht er immitten der Gäste im Krug,
Und streichelt die Geige lustig genug.

Er streichelt die Geige, sein Haar ergraut,
Es schwingen die Saiten gellend und laut,
Er drückt sie ans Herz und achtet es nicht,
Ob auch sie in tausend Stücke zerbricht.

Es ist gar grausig, wenn einer so stirbt,
Wenn jung sein Herz um Freude noch wirbt.
Ich mag und will nicht länger es sehn!
Das möchte den Kopf mir schwindelnd verdrehn!

Wer heißt euch mit Fingern zeigen auf mich?
O Gott – bewahr uns gnädiglich,
Daß keinen der Wahnsinn übermannt.
Bin selber ein armer Musikant.
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Neu auf DVD:

8715

„Gundermann“
Regie: Andreas Drese,
Schauspieler: Alexander Scheer/Anna Unterberger u a, D 2018, FSK ab 0
DVD € 15,99

Ins Kino habe ich es nicht geschafft, obwohl mir viele Freunde dazu geraten haben. Na, hätte ich es doch mal besser gemacht. Diese Verfilmung des Lebens und seines Werkes als Liedermacher, Rockmusiker und Baggerfahrer im Braunkohltageabbau ist großartig. Der Zugang zu seinem eigenwilligen Leben erfolgt über die Musik und die Texte und Melodien spiegeln gleichzeitig seine Gefühle, sein Leben wieder.
1955 in der DDR geboren, blieb er bis zu seinem Tode 1984 dort und erlangte immer Erfolg mit seiner Musik. Mit seinen Vorgesetzten, der Partei eckte er öftern an, da er sich nie verbiegen ließ und die Wahrheiten, die Tatsachen direkt ansprach. Er arbeitete als IM und ging damit später auch an die Öffentlichkeit. Gundi führte ein asketischtes Leben, gegen später mit Frau Conny und vier Kindern, sagte, dass er Geld mit ehrlicher Arbeit verdienen und nicht nur von der Kunst leben wolle.
Mit nur 43 Jahren starb er 1998 an einem Schlaganfall. Wohl eine Auswirkung seines intensiven Doppellebens zwischen Bagger und Gitarre.
Mir hat der Name Gundermann nichts gesagt. Erst mit dem Kinofilm wurde ich darauf aufmerksam. Jetzt gehen mir seine Melodien und seine Liedzeilen nicht mehr aus dem Kopf.

Auf Wikipedia gibt es einen ausführlichen Eintrag.

Dienstag, 29.Januar

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Heute haben
Johann Gottfried Seume * 1763
Anton Tschechow * 1860
Romain Rolland * 1866
Gert Hofmann * 1931
Günter Ohnemus * 1946
Olga Tokarczuk * 1962
Philippe Besson * 1967
Mirjam Müntefering * 1969
Geburtstag
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Nikolaus Lenau
Winternacht

Vor Kälte ist die Luft erstarrt,
Es kracht der Schnee von meinen Tritten,
Es dampft mein Hauch, es klirrt mein Bart;
Nur fort, nur immer fortgeschritten!

Wie feierlich die Gegend schweigt!
Der Mond bescheint die alten Fichten,
Die, sehnsuchtsvoll zum Tod geneigt,
Den Zweig zurück zur Erde richten.

Frost! friere mir ins Herz hinein,
Tief in das heißbewegte, wilde!
Daß einmal Ruh mag drinnen seyn,
Wie hier im nächtlichen Gefilde!
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Vanessa Güntzel empfiehlt:

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Karen M. McManus: „One of us is lying“
Übersetzung: Anja Galić
Seiten: 448 € 18,00

Ein Buch, wie kein anderes. Eigentlich wollte ich es gar nicht ganz lesen.
Nur ein bisschen reinschmökern um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Doch Karen M. McManus macht einem einen Strich durch die Rechnung.
Als ich um ca. neun Uhr abends angefangen habe noch ein bisschen zu lesen.
habe ich noch nicht vorgehabt, dass ich es um 3 Uhr morgens abgeschlossen
aus der Hand legte. Es gibt Bücher, die einen so fesseln, dass man am liebsten
die ganze Nacht lang durchlesen möchte. Dieses Buch hat mich definitiv davon überzeugt.

Die vier Protagonisten:
Brownyn – „Genie“, Nate – „Der vermutliche Dealer“
Addy – „Die Schönheitskönigin und Cooper „Supersportler“
Sind einem von Anfang an auf ihre eigene Art sympathisch und sehr charmant.
Doch das ist gerade das Problem, denn alle vier werden verdächtigt, den
„Gossip-Blogger“ Simon umgebracht zu haben. Doch niemanden würde man es jemals
zumuten…Oder etwa doch? Nach und nach werden kleine Geheimnisse gelüftet,
die einen als Leser, an der eigenen Menschenkenntnis aber auch an den Charakteren
zweifeln lassen.

Man weiß auf keiner Seite was einen erwartet. Und selbst der Schluss könnte
nicht überraschender sein. Nach diesem Buch bin ich definitiv ein Mystery-Fan.
Bitte liebe Karen M. McManus schreibe noch viele so tolle Bücher.

Eure Vanessa