Dienstag, 16.Januar

Heute haben
Aleksandar Tisma *1924
Susan Sontag * 1933
Inger Christensen * 1935
Reinhard Jirgl * 1953
Geburtstag
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Georg Heym

Lichter gehen jetzt die Tage
In der sanften Abendröte
Und die Hecken sind gelichtet,
Drin der Städte Türme stecken
Und die buntbedachten Häuser.

Und der Mond ist eingeschlafen
Mit dem großen weißen Kopfe
Hinter einer großen Wolke.
Und die Straßen gehen bleicher
Durch die Häuser und die Gärten.

Die Gehängten aber schwanken
Freundlich oben auf den Bergen
In der schwarzen Silhouette,
Drum die Henker liegen schlafend,
Unterm Arm die feuchten Beile.
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Besser geht es nicht:

 Iiro Rantala, Michael Wollny & Leszek Możdżer:
Jazz At Berlin Philharmonic VII
Piano Night
ACT CD € 18,00

Drei Männer, drei Flügel, eine super CD. Das ACT-Label hat die drei Pianisten schon lange unter Vertrag. Sie waren auch in verschiedenen Besetzungen hier im Raum Ulm zu hören. Aber wenn nun alle drei zusammen auf der Bühne stehen, dann ist das schon etwas ganz Besonderes. Sie sind eigentlich in verschiedenen Stilen unterwegs und das zeigt sich auch auf dieser Aufnahme. Wie sie sich auf den anderen einlassen, wie sie mit den „fremden“ Stilen spielen und wie sie das mit viel Vergnügen tun, ist schon spitzenklasse. Leszek Możdżer, Iiro Rantala und Michael Wollny haben das klassiche Klavierspiel gelernt und bewegen sich zwischen Klassik, Jazz und Pop, wie man am Lied „Imagine“ hören kann, oder gleich an der CD von Rantala, die voll mit John Lennon Liedern ist.

Dienstag, 9.Januar

Heute haben
Karel Capek * 1890
Kurt Tucholsky * 1890
Simone de Beauvoir * 1908
Heiner Müller * 1929
Klaus Schlesinger * 1937
Geburtstag
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Kurt Tucholsky
Imma mit die Ruhe!

Wenn ick det sehe, wat se so machn,
wie se bei de jeringsten Sachn
sich uffpustn, det man denkt, se platzen –
wie se rot anlaufn, bis an die Jlatzen,
ahms spät un morjens um achte –:
sachte! sachte!
Warum denn so furchtbar uffjerecht?
Wir wem mal alle inn Kasten gelecht.

Wissen Se, ick wah mal dabei –
da hattn se uff de Polessei
eenen Selbstmörda, jänzlich nackt,
in eenen murksijen Sarch jepackt.
Die hatten det eilich! Un ick dachte:
Sachte! Sachte!
Un der Anblick hat sich mir injeprecht:
Wir wern mal alle inn Kasten jelecht.

Janich reliejöhs.
Wie soll ick det sahrn … ?
Ick kann det Jefuchtel nich vatrahrn.
Wir komm bei Muttan raus mit Jeschrei,
un manche bleihm denn auch dabei.
Wenn ick mir det so allens betrachte:
Imma sachte!
Mal liechste still. Denn wird ausjefecht.
Un wir wern alle inn Kasten jelecht.

Theobald Tiger
Die Weltbühne, 06.10.1931, Nr. 40, S. 525.
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Die Karte meiner Träume
Regie: Jean-Pierre Jeunet
Schauspieler: Helena Bonham Carter, Judy Davis, Callum Keith Rennie, …
F/CDN 2013, FSK ab 0, DVD-Video, Dt/eng, UT: Dt
DVD € 12,99

Der Regisseur Jean-Pierre Jeunet entführt uns mit dem märchenhaften Abenteuerfilm „Die Karte meiner Träume“ in die skurile Welt des kleinen zehnjährigen Wissenschaftlers T.S. Spivet. „Die fabelhafte Welt der Amélie“ ist vom selben Filmemacher und wir merken es diesem sehr liebevollen Film auch an. Trauer und Witz, Einsamkeit und Familie, eigenwillige Charaktere und ein sehr starker Hauptdarsteller sind beiden Filmen gemeinsam. Herrliche Farben, tolle Aufnahmen und graphische Einschübe lassen uns gebannt auf den Bildschirm schauen. Die Weite der Landschaft, in der die Familie auf ihrer Farm in Montana wohnt, die Reise mit dem Zug durch Canyons, entlang von Flüssen sind schon meisterhaft gefilmt. Als der Zug dann in Washington hält ist dies leider vorbei und auch die Art des Filmes ändert sich.
Wie Sie schon im Trailer gesehen haben, besteht die Familie um T.S. aus lauter sehr speziellen Persönlichkeiten. Aber so ist das halt in Familien. Und wenn dann noch ein Todesfall dazukommt, werden die jeweiligen Charkaterzüge noch markanter. Und mitten drin T.S., der ganz spezielle Talente hat, über die seine Familie den Kopf schüttelt, ihm aber eine Einladung in die große Stadt beschert. Dass es zum Schluß natürlich ein glückliches Ende gibt, ist klar und freut uns natürlich umso mehr, nachdem die Familie fast am Auseinanderkrachen war.

zum Film gibt es / gab es einen Soundtrack mit all den wunderbaren tollen Country Melodien. Gute Unterhaltung.

Ach, fast vergessen: Der Film beruht auf den sehr schön gestalteten, gleichnamigen Roman von Leif Larsen.
Die Lektüre lohnt sich auf jeden Fall. Fast schon ein Muss.

Donnerstag, 28.Dezember

Heute hat
Alfred Wolfenstein
Geburtstag
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Alfred Wolfenstein
Städter

Dicht wie Löcher eines Siebes stehn
Fenster beieinander, drängend fassen
Häuser sich so dicht an, daß die Straßen
Grau geschwollen wie Gewürgte stehn.

Ineinander dicht hineingehakt
Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
Leute, wo die Blicke eng ausladen
Und Begierde ineinander ragt.

Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
Daß ein jeder teilnimmt, wenn ich weine.
Flüstern dringt hinüber wie Gegröhle:

Und wie stumm in abgeschlossner Höhle
Unberührt und ungeschaut
Steht doch jeder fern und fühlt: alleine.
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Cecilia Bartoli & Sol Gabetta:Dolce Duello
DECCA 2017 CD 19,99

Caldara: „Fortuna e speranza“ aus Nitocri; „Tanto, e con sì gran piena“ aus Gianguir
Albinoni: „Aure, andate e baciate“ aus ll Nascimento dell’Aurora
Gabrielli: „Aure voi, de’ miei sospiri“ aus San Sigismondo, Re di Borgogna
Vivaldi: „Di verde ulivo“ aus Tito Manlio
Händel: „What passion cannot Music raise and quell?“ aus Ode for St Cecilia’s Day; „Son qual stanco pellegrino“ aus Arianna in Creta
Porpora: „Giusto Amor, tu che m ’accendi“ aus Gli orti esperidi
Boccherini: Cellokonzert Nr. 10 D-Dur G. 483

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Von einem Duell kann hier nun wirklich nicht die Rede sein. Da hat die Werbemaschinerie in die Vollen gelangt. Auch die Aufmachung der CD erinnert eher an den ersten Italien-Badeurlaub, als eine eine hochkarätige Barockmusik-Einspielung. Denn, dass beide Frauen in ihrem Fach Weltklasse sind, dürfte wohl klar sein. Der warme sonore Klang von Sol Gabettas Cello passt ausgezeichnet zum warmen Ton den Cecilia Bartolis Stimme. Beide haben in der Musikkiste gekramt und dabei drei Musikstücke als Weltersteinspielung aufgenommen.

Unterstützt werden die beiden Solistinnen auf »Dolce Duello« von ihrem Cappella Gabetta Kammerensemble unter der musikalischen Leitung von Violinist Andrés Gabetta.

Mir macht diese Musik Spaß und ich kann sie auch mehrfach hintereinander anhören. Sie fließt, sie ist rund, angenehm und zeigt das große Können der beiden Künstlerinnen, ohne, dass sie sich in einem Wettstreit in die Höhe schaukeln.