Freitag, 12.Oktober

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Heute hat
Eugenio Montale * 1896 (Nobelpreis 1975)
Geburtstag.
Aber auch Luciano Pavarotti und der Architekt Richard Meier.
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Johann Wolfgang von Goethe
Herbstgefühl

Fetter grüne, du Laub,
Am Rebengeländer
Hier mein Fenster herauf!
Gedrängter quellet,
Zwillingsbeeren, und reifet
Schneller und glänzend voller!
Euch brütet der Mutter Sonne
Scheideblick; euch umsäuselt
Des holden Himmels
Fruchtende Fülle;
Euch kühlet des Mondes
Freundlicher Zauberhauch,
Und euch betauen, ach!
Aus diesen Augen
Der ewig belebenden Liebe
Vollschwellende Tränen.
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Ab heute. Brandneu.  Beide CDs gibt es hier in der Buchhandlung für je € 15,00.
Die LPs kommen in den nächsten Tagen.
Auf der einen Scheibe Kraan live. Die letzten zehn Jahre beste Bühnenfassungen ihrer bekannten Stücke und selten gespielten Raritäten.
Auf der anderen CD eine brandneue Veröffentlichung von Hellmut Hattlers eigener Musik. Mit dabei sind viele Freunde, wie zum Beispiel Joo Kraus, Peter Musebrink oder Fola Dada. Aber auch die Kraan Weggefährten sind mit dabei.

Bester Groove zu bestem Wochenendwetter.

Donnerstag, 11.Oktober

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Heute haben
Conrad Ferdinand Meyer * 1825
Gertrud von Le Fort * 1876
Francois Mauriac * 1885 (Nobelpreis 1952)
Boris Pilnjak * 1876
Anne Anright * 1962
Geburtstag.
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Heute auf dem Gedichte-Kalender.
Hier allerdings in der kompletten Fassung.

Nikolaus Lenau
Der Kranich

Stoppelfeld, die Wälder leer,
Und es irrt der Wind verlassen,
Weil kein Laub zu finden mehr,
Rauschend seinen Gruß zu fassen.

Kranich scheidet von der Flur,
Von der kühlen, lebensmüden,
Freudig ruft er’s, daß die Spur
Er gefunden nach dem Süden.

Mitten durch den Herbstesfrost
Schickt der Lenz aus fernen Landen
Dem Zugvogel seinen Trost,
Heimlich mit ihm einverstanden.

O wie mag dem Vogel seyn,
Wenn ihm durch das Nebeldüster
Zückt ins Herz der warme Schein,
Und das ferne Waldgeflüster!

Hoch im Fluge über’s Meer
Stärket ihn der Duft der Auen;
O wie süß empfindet er
Ahnung, Sehnsucht und Vertrauen!

Nebel auf die Stoppeln thaut:
Dürr der Wald; — ich duld‘ es gerne,
Seit gegeben seinen Laut
Kranich, wandernd in die Ferne.

Hab‘ ich gleich, als ich so sacht
Durch die Stoppeln hingeschritten,
Aller Sensen auch gedacht,
Die in’s Leben mir geschnitten‘.

Hab‘ ich gleich am dürren Strauch
Andres Welk bedauern müssen,
Als das Laub, vom Windeshauch
Aufgewirbelt mir zu Füßen:

Aber ohne Gram und Groll
Blick‘ ich nach den Freudengrüften,
Denn das Herz im Busen scholl,
Wie der Vogel in den Lüften:

Ja, das Herz in meiner Brust
Ist dem Kranich gleich geartet,
Und ihm ist das Land bewußt,
Wo mein Frühling mich erwartet.
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Das Känguru ist zurück.
Oder soll ich besser schreiben, es war eh nie weg.

1956  1492

Marc-Uwe Kling:Die Känguru-Apokryphen
Ullstein TB € 9,00
4 CDs bei HörbuchHamburg € 14,00

Das ist der Anfang der ersten Episode aus seinem neuen Buch. Natürlich geht der Wettbewerb noch in diverse Runden und Marc-Uwe steht mal wieder als totaler Loser da. Wie könnte es auch anders sein. Als Einführung erfahren wieder in einer Vorwort-Geschichte, wie es zu diesem Buch kommt und was es mit Apokryphen auf sich hat.

Und wer für lange Winterabende noch ein Gesellschaftsspiel braucht.
Hier kommt die Gebrauchsanweisung zu „Game of Quotes – Verrückte Zitate“.
Erschienen bei Franck Kosmos für € 14,99.

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Mittwoch, 10.Oktober

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Heute haben
Ivo Andric * 1892
Mercé Rodoreda * 1908
Claude Simon * 1913
James Clavell * 1925
Harold Pinter * 1930
Jonathan Littell * 1967
Geburtstag.
Wow! Drei Literatur Nobelpreisträger!
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Heute auf dem Gedichte-Kalender:

Detlev von Liliencron
Herbst

Astern blühen schon im Garten;
Schwächer trifft der Sonnenpfeil
Blumen die den Tod erwarten
Durch des Frostes Henkerbeil.

Brauner dunkelt längst die Haide,
Blätter zittern durch die Luft.
Und es liegen Wald und Weide
Unbewegt im blauen Duft.

Pfirsich an der Gartenmauer,
Kranich auf der Winterflucht.
Herbstes Freuden, Herbstes Trauer,
Welke Rosen, reife Frucht.
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Sarah Wiltschek empfiehlt:

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Mark Thompson: „El Greco und ich
Aus dem Englischen von Katja Scholtz
mare Verlag € 20,00

Mark Thompson hat einen tollen Debütroman geschrieben über eine besondere Freundschaft zweier Jungs im Amerika der späten sechziger Jahre. Vietnamkrieg, Woodstock und die Mondlandung sind der Hintergrund, vor dem Tony Papadakis und J.J. Walsh ihre Abenteuerjahre zwischen Kindheit und Jugend verbringen, immer auf der Suche nach der nächsten Gelegenheit, die Erwachsenenwelt auf den Kopf zu stellen. J.J. nennt Tony El Greco, den Griechen, der alles weiß und mit seinen zehn Jahren schon ein weiser Mann ist. Tonys größte Sehnsucht ist der Pazifik, dessen schiere Größe ihn immer wieder ruft. Tony leidet unter seinem strengen, bisweilen brutalen Vater, J.J. unter seinem nicht minder brutalen Bruder, den er bloß Adolf nennt.
Doch dann bricht ein Unglück über sie herein, das so unvorhersehbar und übermächtig ist und sie vor die erste große Probe stellt. Beide kämpfen ums Überleben. Die größte Angst – den andern zu verlieren. Schließlich nimmt J.J.s Vater sie mit auf einen Roadtrip in den Süden. Die beiden Teenager saugen alles auf, was ihre jungen, lebenshungrigen Augen zu sehen bekommen: Landschaft, Wetter, Farben, Menschen, aber auch die Ungleichheit zwischen Schwarz und Weiß, die ihnen auf dieser Reise erstmals brutal begegnet. Angefüllt von dieser Reise, kehren sie zurück nach Oceanside, froh wieder ohne väterliche Aufsicht durch die vertrauten Straßen zu ziehen. Doch dann stellt sie das Leben vor die zweite große Probe und es ist, als hätte Tony das vorausgesehen.
Der Autor erzählt in ausladenden Bildern voll Farben und Stimmung von den großen Fragen, die schon Kinder mit sich herumtragen, erschüttert von Tod und Ungerechtigkeit, von Angst und Ungewissheit, aber auch von der kindlichen Gabe, alles zu einem großen Abenteuer zu machen – mit der bloßen Neugier als Kompass durchs Leben.