Der Jastram-Blog macht Ferien

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Der Jastram-Blog macht Ferien.
In zwei Wochen gibt es dann ab Sonntag wieder Anke Raums faule Hühner und danach kommen auch wieder unsere Tipps.
Der Buchladen hat wie gewohnt geöffnet, die Damen beraten Sie gerne und geben Buchtipps. Auch ohne Blog.
Sie freuen sich auf Ihren Besuch.
Die Belieferung an den Erdapfel geht wie gewohnt.
Aber Achtung: Erdapfel hat um den 20. rum vier Tage geschlossen.
Das Bistro ist täglich bis 15 Uhr geöffnet.

Freitag, 9.August

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Heute haben
Alfred Döblin * 1878
Milena Jesenská * 1896
Jorge Amado * 1912
Geburtstag
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Ferdinand von Saar
Nun ist das Korn geschnitten

Nun ist das Korn geschnitten,
Die Felder leuchten fahl;
Ringsum ein tiefes Schweigen
Im heißen Sonnenstrahl.

Verblüht ist und verklungen,
Was duftete und sang,
Nur sanft tönt von den Triften
Der Herde Glockenklang.

Das ist, o Menschenseele,
Des Sommers heil’ger Ernst,
Daß du, noch eh er scheidet,
Dich still besinnen lernst.
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Emilia Wiltschek (13) empfiehlt:

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Serena Valentino: „Die Schönste im ganzen Land“
Übersetzt von Ellen Flath
Carlsen Verlag € 12,00
Jugendbuch ab 12 Jahren

Jeder kennt die Geschichte von Schneewittchen und ihrer bösen Stiefmutter. Aber wie ist die Stiefmutter überhaupt böse geworden? Was ist mit ihrer Vorgeschichte? War sie einmal anders? Lieb? Diese Buch erzählt die Geschichte von einer jungen Frau. Die Tochter des Spiegelmachers. Was von außen nach einer schönen Vater-Tochter-Familie aussieht, ist von innen die reinste Qual. Der Vater schmeißt seiner Tochter immer wieder Beleidigungen an den Kopf. Wie hässlich sie nur sei. Seiner nicht würdig. Nie hätte sie auf die Welt kommen sollen! Doch eines Tages kommt der König in die Werkstatt des Spiegelmachers und trifft seine Tochter. Er verliebt sich sofort in sie und beschließt sie nach einer Heirat zu fragen. Erst hält die Tochter des Spiegelmacherin es für einen schlechten Scherz. Sie war doch nach den Aussagen ihres Vaters doch hässlich. Warum sollte der König Interese an ihr zeigen? Auch ihr Vater ist der Meinung und bezichtigt sie als Hexe, die den König verzaubert hatte um seine Gunst zu gewinnen. Doch trotz all den Verleumdungen ihres Vaters heiratet seine Tochter den König und wird dadurch Königin des Landes und die Stiefmutter von Schneewittchen. Sie liebt das Kind wie ihr eigenes und verspricht, dass es die schönste Kindheit überhaupt haben sollte. Nicht so wie sie. Nein, sie würde für Schneewittchen sorgen. Doch als ihr Vater stirbt und sein Geist in einen Spiegel gebannt wird, fängt das ganze Übel an. Langsam aber sicher treibt der Spiegel die Königin in den Wahnsinn und lässt sie alle Menschen, die sie liebt, als Konkurrenz darstellen.
Eine sehr schöne Geschichte über Trauer, Schicksal, Glück und Hexerei.
Die Geschichte hinter Schneewittchen!

Mittwoch, 7.August

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Heute haben
Nina Berberowa * 1901
Jostein Gaarder * 1952
und
Birgit Vanderbeke * 1956
Geburtstag
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Paul Zech
Die Häuser haben Augen aufgetan…

Am Abend stehn die Dinge nicht mehr blind
und mauerhart in dem Vorüberspülen
gehetzter Stunden; Wind bringt von den Mühlen
gekühlten Tau und geisterhaftes Blau.

Die Häuser haben Augen aufgetan,
Stern unter Sternen ist die Erde wieder,
die Brücken tauchen in das Flußbett nieder
und schwimmen in der Tiefe Kahn an Kahn.

Gestalten wachsen groß aus jedem Strauch,
die Wipfel wehen fort wie träger Rauch
und Täler werfen Berge ab, die lange drückten.

Die Menschen aber staunen mit entrückten
Gesichtern in der Sterne Silberschwall
und sind wie Früchte reif und süß zum Fall.
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Unser Buchtipp:

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Gerhard Staguhn: „Und ewig lockt das Haar“
Was es bedeutet, wie es wächst und warum es uns so anzieht
zuKlampen Verlag € 18,00

Ein Haar ist fast nichts.“ So beginnt dieses unscheinbare Buch aus einem Verlag, aus dem wir sonst keine Bücher auf Lager haben. Ja, das stimmt, aber wie wichtig Haare für uns selbst sind, wissen wir sehr genau. Seit ein paar Jahren sind Männerfrisörsalons voll und das nicht zum Wochenende hin. Fussballspieler fallen meist mit sehr extravaganten Haartrachten auf und weniger durch fussballerisches Können. Wallendes Frauenhaar hat schon Kinobesucher in den 50er Jahren verrückt gemacht.
Aber was ist ein Haar? Woraus besteht es? Wieviele davon hat ein Mensch auf dem Kopf? Wie schnell wächst es? Und warum können Männer eine Glatze, aber einen Vollbart haben? Dies alles erklärt uns Gerhard Staguhn zu Beginn und zeigt uns in der Einleitung in wie vielen Bereichen Haare eine wichtige Rolle spielen.
Die Faszination Haar begegnet uns täglich. Wir sind fasziniert über dessen Schönheit und finden gleichzeitig ein einzelnes kleines Haar in der Dusche im Hotelzimmer als Grund, sich zu beschweren. Das Haar der Berenike hängt hoch am Himmel und in Märchen und in der Bibel taucht es bei Rapunzel und Samson auf. Gerade dem religiösen Aspekt widmet der Autor ein ganzes Kapitel.
Die Haartracht hat im Laufe der Geschichte, mit seinen Barockfrisuren und Männerbärten, bishin zu Kurzhaarschnitten, enorme Wandlungen durchgemacht und spiegelt sich auch in der Kunst, der Literatur, in der Malerei wieder. Die Venus mit ihrem überlangen Haar und Gustave Courbets „Entstehung der Welt“ sind nur zwei Beispiele, die im Buch näher ausgeführt werden.
Wobei wir dann natürlich auch zur Psychologie des Haares kommen.
Gerhard Staguhn hat ein hochinteressantes, vergnügliches Buch geschrieben, das sich weit von so vielen Verschenkbüchern absetzt. Mit einem anderen Umschlag und bei einem bekannten Verlag würde es sicher ein Kassenschlager. So liegt es bei uns an der Kasse und wartet auf’s Reingeschautwerden.

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