Samstag, 29.Juni


Heute haben
Antoine de Saint-Exupéry * 1900
und Ror Wolf * 1932
Geburtstag
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Joseph von Eichendorff
Abschied

O Täler weit, o Höhen,
O schöner, grüner Wald,
Du meiner Lust und Wehen
Andächt′ger Aufenthalt!
Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäft′ge Welt,
Schlag noch einmal die Bogen
Um mich, du grünes Zelt!

Wenn es beginnt zu tagen,
Die Erde dampft und blinkt,
Die Vögel lustig schlagen,
Daß dir dein Herz erklingt:
Da mag vergehn, verwehen
Das trübe Erdenleid,
Da sollst du auferstehen
In junger Herrlichkeit!

Da steht im Wald geschrieben,
Ein stilles, ernstes Wort
Von rechtem Tun und Lieben,
Und was des Menschen Hort.
Ich habe treu gelesen
Die Worte, schlicht und wahr,
Und durch mein ganzes Wesen
Ward′s unaussprechlich klar.

Bald werd ich dich verlassen,
Fremd in der Fremde gehn,
Auf buntbewegten Gassen
Des Lebens Schauspiel sehn;
Und mitten in dem Leben
Wird deines Ernsts Gewalt
Mich Einsamen erheben,
So wird mein Herz nicht alt.
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Foto: Sarah Wiltschek


Liebe Blog-Leser:innen, liebe Follower,
nach vielen Jahren Jastram-Blog und noch viel mehr Buch-, Musik-, und Filmtipps, verabschiede ich mich und gebe das Bloggen an die neuen Inhaber der Buchhandlung Jastram OHG, Christine Berenbeck und Sebastian Lehmann, weiter, die sich mit Schwung und viel Herzblut an die Arbeit machen.
Ich bedanke mich für die vielen, zum Teil sehr rührenden Rückmeldungen und wünsche Ihnen eine weiterhin inspierende Bloglektüre.

Samy Wiltschek (privat auf Instagram unter „instagram.com/samy.wiltschek/“)
Christine Berenbeck und Sebastian Lehmann, Buchhandlung Jastram OHG
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Dieser Text wird an die E-Mail-Adressen aller Follower verschickt:

WICHTIGE INFORMATIONEN:

*
ÜBERGABE DER BUCHHANDLUNG UND DES BLOGS: Ab dem 01.07.2024 wird die
Buchhandlung und der Blog von Sebastian Lehmann und Christine Berenbeck
betrieben.
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weitergegeben, um Ihnen weiterhin unseren Blogservice bieten zu können.

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Wir bedanken uns herzlich für Ihre Treue und hoffen, dass Sie dem Blog
unter neuer Leitung treu bleiben.

Mit freundlichen Grüßen,
Samy Wiltschek, Buchhandlung Jastram
Christine Berenbeck und Sebastian Lehmann, Buchhandlung Jastram OHG

Freitag, 28.Juni


Heute haben
Jean-Jacques Rousseau * 1712
Anton Philipp Reclam * 1807
Luigi Pirandello * 1867
Berthold Viertel * 1885
Eric Ambler * 1909
Jürg Federspiel * 1931
Juan José Saer * 1937
Marlene Streeruwitz * 1950
Geburtstag
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„Besser ein paar Brandblasen, als ein Leben lang kalte Finger.“
Christine Nöstlinger (+ 28.6.2020)
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Robert Frost: „Promises to keep
Poems / Gedichte
Aus dem Englischen und mit einem Nachwort von Lars Vollert
C.H.Beck Verlag € 16,95

Robert Frost (1874-1963) gehört zu den wichtigsten amerikanischen Lyrikern des 20.Jahrhunderts. Sein Namen haben wir alle schon mehrfach wahrgenommen, wenn wir Lieder von Simon und Garfunkel angehört haben.

You read your Emily Dickinson
And I my Robert Frost

Oder auch hier

I’ve got no deeds to do, no promises to keep
I’m dappled and drowsy and ready to sleep
Let the morning time drop all its petals on me
Life, I love you
All is groovy

Wahrscheinlich haben Sie auch gleich die Melodien dazu im Ohr.
Daran können wir erkennen, wie wichtig seine Gedichte in der amerikanischen Literatur, im allgemeinen Leben sind und in der Musik angekommen sind.
Seine Gedichte beschäftigen sich mit der Natur, in Verbindung mit dem Menschen. Das Äußere und Innere verbinden sich in seinen Zeilen. Es sind die Brüche, die Veränderungen, die Entscheidungen, die ihn interessieren, aber auch das Standhafte in der Natur und das Sesshafte der Bauern auf dem Lande. Wie zum Beispiel in „Rast am Wald an einem verschneiten Tag“ oder „Der nicht genommene Weg“.
Und es finden sich immer wieder Zeilen, die zur jeweiligen Stimmung passen.
Die zweisprachige Ausgabe macht es leichter, einerseits den Fluss der amerikanischen Sprache zu erkennen, aber auch den Inhalt besser zu verstehen.

The Sound of Trees

I wonder about the trees.
Why do we wish to bear
Forever the noise of these
More than another noise
So close to our dwelling place?
We suffer them by the day
Till we lose all measure of pace,
And fixity in our joys,
And acquire a listening air.
They are that that talks of going
But never gets away;
And that talks no less for knowing,
As it grows wiser and older,
That now it means to stay.
My feet tug at the floor
And my head sways to my shoulder
Sometimes when I watch trees sway,
From the window or the door.
I shall set forth for somewhere,
I shall make the reckless choice
Some day when they are in voice
And tossing so as to scare
The white clouds over them on.
I shall have less to say,
But I shall be gone.

Einfach schön, wie er dem Rauschen der Bäume lauscht, die sich nicht vom Fleck rühren, wie er selbst aber mit den Füßen scharrt und er nach irgendwo will. Eines Tages, wenn die Bäume sich so im Wind wiegen, dass es den Wolken über ihnen ganz komisch wird, dann habe ich weniger zu sagen, aber ich werde dann weg sein.

Leseprobe
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Klimawandel ist ein allgewärtiges Thema und doch passiert wieder viel zu wenig.
Hier drei Beispiele an einem Tag auf tagesschau.de.

Unwetter in Deutschland. Blitze, Starkregen und überspülte Straßen
https://www.tagesschau.de/inland/unwetter-regen-100.html

Mehr Feuer durch Klimawandel. Erneut verheerende Waldbrände in der Arktis
https://www.tagesschau.de/wissen/waldbraende-arktis-100.html

DWD-Analyse zu Extremwetter. Klimawandel machte Hochwasser im Süden wahrscheinlicher
https://www.tagesschau.de/wissen/dwd-sueddeutschland-klimawandel-100.html

Mittwoch, 26.Juni


Foto: Sybille
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Heute hat es mir den Blogeintrag zerhauen.
Auf Instagram wurde alles wunderbar übertragen und ist dort sichtbar.
Ich versuche mal, das Wichtigste zu retten.

Heute hat u.a. Ingeborg Bachmann Geburtstag * 26.6.1926.

„Aufhören können, das ist nicht eine Schwäche, das ist eine Stärke“
Ingeborg Bachmann
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Julien Green: „Treibgut“
Neu übersetzt aus dem Französischen von Wolfgang Matz
Hanser Verlag € 28,00

1932 erschien dieser Roman im Original und zeigt die Abgründe der Pariser Oberschicht.
Philippe Cléry, Mitte 30, lebt mit seiner Frau und deren Schwester in einer gemeinsamen Wohnung. Philippe hat geerbt und lebt in den Tag hinein. Bei einem Nachtspaziergang hört er den Hilfeschrei einer Frau, wendet sich jedoch von der Situation ab. Diese Begebenheit lässt ihn nicht mehr los. Zuhause erwartet ihn seine Schwägerin, die ihn heimlich liebt. Seine Frau ist, wie jede Nacht unterwegs im Trubel von Paris der 30er Jahre. Liebhaber, Alkohol und Tabletten sorgen dafür, dass sie das Zusammenleben mit ihrem Mann erträgt. Aus dieser Beziehung ist ein Kind entstanden, das aber eine Stunde entfernt in einem Internat aufwächst und bei einem Ferienbesuch bei seinen Eltern als eher lästiger Gegenstand betrachtet wird. Philippes heimliche Homosexualität trägt auch nicht zur Verbsserung dieser vertrackten Beziehungsgeschichte bei.
Julien Green nimmt uns mit in einen inneren Bewussteinsstrom. Wir erfahren mehr über die Personen durch das, was sie denken, als durch das, was sie tun. Ein Mann ohne Eigenschaft, ein Leben ohne Sinn. Treibgut, wie der Titel schon sagt.
Mich fasziniert Julien Greens Sprache und lässt mich eintauchen in eine Gesellschaft, die überhaupt nicht die meine ist. Ich weiss jetzt schon, dass ich mir noch mehr Romane von ihm holen werde.

Dienstag, 25.Juni


Heute haben
Ambrose Bierce * 1842
Bruce Marshall * 1899
Yves Bonnefoy * 1923
Anita Desai * 1937
Gerhard Roth * 1942
Eugen Ruge * 1954
Geburtstag
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Friedrich Hebbel
Sommerbild

Ich sah des Sommers letzte Rose stehn,
Sie war, als ob sie bluten könne, rot;
Da sprach ich schauernd im Vorübergehn:
So weit im Leben, ist zu nah am Tod!

Es regte sich kein Hauch am heißen Tag,
Nur leise strich ein weißer Schmetterling;
Doch, ob auch kaum die Luft sein Flügelschlag
Bewegte, sie empfand es und verging.
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Véronique Witzigmann: „Mein Einmachbuch
Mit Illustrationen von Kat Menschik
Insel Bücherei € 16,00


Mein Kirschbaum hängt so voll, dass sich die Äste biegen. Durch den vielen Regen faulen die Kirschen, bevor wir sie pflücken können. Also ganz schnell das holen, was mit der Leiter zu erreichen ist und dann essen, essen, essen, oder irgendwie verarbeiten. Dann dachte ich wieder an das schon ältere, so schön gemachte Insel Büchlein und wurde auch sofort fündig.
Véronique Witzigmann und Kat Menschik zeigen darin nicht nur, wie Konservieren geht, wie wir die vollen Gläser weiterschenken können. Das Buch an sich ist schon ein Geschenk, zum Weiterreichen.
Das Einmachbuch enthält Rezepte für Klassiker wie Apfelmus oder Kirschkompott ebenso wie für Kürbis-Chutney, Minzpesto, Holunderblütensirup oder Zitronenkuchen im Glas. Der Band enthält darüber hinaus Tipps für die Einmachpraxis und zum saisonal „richtigen“ Einkauf. Hinweise zu hilfreichen Küchenutensilien, den geeigneten Gefäßen, der richtigen Lagerung und Aufbewahrung, zu Hygiene und Sicherheit beim Konservieren und ein Einmachkalender ergänzen das Rezeptbuch.

Leseprobe
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Am kommenden Samstag, 29. Juni, schließen wir unseren Laden schon um 12 Uhr, da wir dann mit der Abschlussinventur beginnen.
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Samstag, 22.Juni


Heute haben
Wilhelm von Humboldt * 1767
Erich Maria Remarque * 1898
Dan Brown * 1964
Melinda Nadj Abonji * 1968
Geburtstag
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„Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“
Wilhelm von Humboldt
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Unser Bilderbuchtipp:

Vincent Boudgourd (Illustrationen) und Marie-Hélène Versini (Test):
Monster trinken keine Erdbeermilch
Aus dem Französischen von Felicia Bomhoff
Insel Verlag € 16,95
Bilderbuch ab 3 Jahren

Das ist einfach toll, wenn ein Kunde ein Bilderbuch bestellt und ich am nächsten Tag, das mir unbekannte Buch, in den Händen halte, einräume und hellauf begeistert bin. Danke!
So ein tolles Monsterbuch habe ich ja noch nie gesehen.
Diese bunten Farbklekse, die phantasievollen Ideen, eingebaut in Alltagssituationen.
Schuhe anziehen, Klavierspielen, Brille aufsetzen, Haare kämmen, Zähneputzen, … All das machen Monster natürlich nicht. Wozu auch. Aber dass sie nicht schwimmen und nicht Autofahren können, ist schon blöd. Irgendwie sehen die riesigen Monster auch komisch und ganz knuddelig aus, wie abgenutzte Lieblingsknuddeltiere.
Und das Allerbeste: Monster wissen gar nicht, dass sie Monster sind. Weil? Ja weil es gar keine Monster gibt und das Kind auf der letzten Seite seelenruhig und sehr gemütlich in seinem Bett schläft.
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Freitag, 21.Juni


Heute haben
Jean Paul Sartre * 1905
Helmut Heißenbüttel * 1921
Erik Neutsch * 1931
Wulf Kirsten * 1934
Francoise Sagan * 1933
Adam Zagajewski * 1945
Ian McEwan * 1948
Jane Urquhart * 1949
Robert Menasse * 1954
Geburtstag
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Johann Wolfgang von Goethe
Sommer

Der Sommer folgt. Es wachsen Tag und Hitze,
und von den Auen dränget uns die Glut;
doch dort am Wasserfall, am Felsensitze
erquickt ein Trunk, erfrischt ein Wort das Blut.

Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze,
die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut,
dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern;
doch Liebe lächelt unter Sturm und Wettern.
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Vorankündigung für drei Veranstaltungen im Hdb, der Stadtbibliothek und bei Jastram.

Freitag, 28. Juni 2024, 19:00 Uhr im Haus der Begegnung
Musiklesung in der Kapelle Fluchtgeschichten – Als wärs ein Stück von mir
Gibt es eine Sprache, mit der Erfahrungen von Flucht erzählt und verstanden werden
können? Carl Zuckmayer, Anna Seghers und Hans-Ulrich Treichel erzählen jeweils auf
ihre Art eindringlich von verworrenen Wegen in der Zeit zwischen 1935 und 1945. Wie viel Empathie, Distanz, vielleicht sogar Humor finden heutige Autorinnen und Autoren dazu? Wir hören zusätzlich Texte u.a. von Brigitte Hoffmann und Abbas Khider – Texte, die genaue Beobachtung und auch Leichtigkeit auszeichnen. Ein Abend über das Durchhalten und Erinnern, die Kraft der Worte und der Musik.
Es lesen Andrea Luiking, Ulrich Mehling und Bernd Weltin.
Kürsat Celik, Saz, und Rachid Benachour, Gitarre und Darbuka, beide aus der Gruppe Sirius, bereichern den Abend mit Musik aus anderen Heimaten.
Eintritt 10,00 EUR/erm. 7,00 EUR, Verkauf an der Abendkasse ab 18.30 Uhr.
Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, Ulm.
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Donnerstag, 20.Juni / Sommeranfang


Heute haben
Kurt Schwitters * 1887
Lillian Hellman * 1905
Gerhard Meier * 1917
Vikram Seth * 1952
Geburtstag
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Thomas Dietrich
Zum Abschied …

Der Wiltschek-Jastram ist Geschichte,
für die ich heute nochmal dichte
und zurückblick auch auf mich,
der sich anfangs oft reinschlich,
um in einem der Regale
Bücher suchte, oft ganz schmale,
die nur hier er finden konnte,
mit deren Kauf daheim sich sonnte.
Ein Kollege vom Theater
riet dazu, ein gut‘ Berater.

Schwule Bücher einzukaufen
ohne in ’ne Großstadt laufen,
war für den Hannoveraner,
der nach Neu-Ulm zog als Planer
für Theaterregisseure,
der also bis zur Premiere
ihnen half als Assistent,
wie der Job sich richtig nennt,
ein Gewinn in der Provinz,
dachte er gemäß Wortsinns.

Doch nicht nur Spezialliteratur
fand ich Kunde, der nicht stur
kauft im Laden immer weiter.
Denn hier gab es Wegbereiter
und Berater für die Sache,
mit Enthusiasmus, der entfache
Lust an Neuem, Unbekannten
und an gutem Anverwandten.

Reichlich Rat für Onkel, Tante,
Mutter, Vater, Anverwandte
und so weiter, Buchgeschenke –
freudig ich zurück dran denke.
Später auch für meine Kinder
Jastram ward der Gabenfinder.
Und so manch verschenktes Buch
ich mir selber auch raussuch‘.

Als Dank für vielen guten Rat
ich manch Verse dichten tat,
die auf Weihnachtstüten dann
gingen raus so ab und an,
So dass über all die Jahre
es gab viele Exemplare.

Bei Corona kein Kontakt
hat‘s mich wieder rangepackt,
so dass Verse zu der Lage,
die sehr misslich ohne Frage,
handgeschrieben in dem Fenster
hingen gegen Angstgespenster.

Und all das soll enden jetzt,
was mich eigentlich entsetzt?
Aber ’s ist der Lauf der Dinge,
die bis hierher ich besinge.

Alles Gute wünsch Euch Beiden,
die vom Laden ihr wollt scheiden,
ich Euch für die neue Zeit, …
in der auch stets ein Buch liegt b’reit!

nach 36 Jahren
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NoViolet Bulawayo: „Glory
Aus dem Englischen von Jan Schönherr
Suhrkamp Taschenbuch € 14,00

Unglaublich, was für tolle Bücher ich hier auf dem Blog nicht vorgestellt habe.
Bei einer „1.Seite“ hat Clemens Grote zumindest daraus vorgelesen und im Laden habe ich „ihn“Glory“ oft angeboten, da er mich komplett gepackt hat.
Jetzt ist dieser einzigartiger, besondere Roman als Taschenbuch erschienen.

Jidada heißt das Land. Ein Land, bevölkert von vermenschlichten Tieren, beherrscht vom stärksten unter ihnen, seit fast vierzig Jahren. Einst brachte er die Unabhängigkeit auf den afrikanischen Kontinent, zerschlug die Fesseln der Geschichte, bloß um ihnen prompt andere anzulegen. Doch nun mehren sich die Zeichen, dass seine Kräfte schwinden. Wer ihn reden hört, wer das Alte Pferd in die Sonne blinzeln sieht, ihn und seinen ganzen verrotteten Apparat, der weiß: seine Tage sind gezählt. In Jidada kehrt jetzt Hoffnung ein: auf eine gerechte Zukunft, auf Wohlstand und Veränderung, endlich ein besseres Leben für uns alle! Aber das Regime wehrt sich mit Waffen härter als Träume, schärfer als Fantasie, tödlicher als blanke Lebensfreude, bis eine Heimkehrerin aus dem Exil alles verändert.

Was mich zu Beginn gestört hat, dass nur Tiere auftreten und viele gleiche an die Farm der Tiere denken, war beim weiteren Lesen eine großartige Idee. Damit erzählt NoViolet Bulawayo über den Freiheitsdrang eines Volkes, die Repressionen der Regierung, dem gemeinsamen Kampf dagegen und das mit einer Sprache, die manchmal bestens in einen Poetry Slam passen könnte.
Ein Buch über Freude und Schmerz, über Leben und Tod und über Frieden und Freiheit.

The International Booker Prize 2022 (Shortlist)
Aspen Words Literary Prize 2023 (Longlist)
Dublin Literary Award 2023 (Longlist)
litprom-Bestenliste
ORF-Bestenliste

NoViolet Bulawayo wuchs auf in Bulawayo, Simbabwe. Im Alter von achtzehn floh sie in die USA. Ihr Debütroman Wir brauchen neue Namen war Finalist des Booker Prize und wurde mit dem PEN/ Hemingway Award sowie dem Los Angeles Times Book Prize for First Fiction ausgezeichnet. Sie gewann den National Book Award in der Kategorie »5 under 35«. Übersetzungen in zahlreiche Sprachen folgten. Als Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin lebt NoViolet Bulawayo ein Jahr lang in der Hauptstadt.
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Mittwoch, 19.Juni


Heute haben
Blaise Pascal * 1623
Gustav Schwab * 1792
Salman Rushdie * 1947
Geburtstag
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Johann Wolfgang von Goethe
Sommer

Der Sommer folgt. Es wachsen Tag und Hitze,
und von den Auen dränget uns die Glut;
doch dort am Wasserfall, am Felsensitze
erquickt ein Trunk, erfrischt ein Wort das Blut.
Der Donner rollt, schon kreuzen sich die Blitze,
die Höhle wölbt sich auf zur sichern Hut,
dem Tosen nach kracht schnell ein knatternd Schmettern;
doch Liebe lächelt unter Sturm und Wettern.
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Katja Diehl: „Raus aus der AUTOkratie – rein in die Mobilität von morgen!
S.Fischer Verlag € 20,00

Ihr erstes Buch „AUTOkorrektur“ war ein riesiger Erfolg und zeigte auf, wie wichtig es ist, Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und nicht Autos. Jede/r soll Autofahren dürfen, aber nicht müssen. Katja Diehl stellt Alternativen dazu vor und zeigt, wie es gehen kann, ohne Auto mobil zu sein und sich die Kosten eines eigenen Autos zu sparen und gleichzeitig auch die Umwelt zu schonen.
Zwei Jahre später erscheint ihr nächstes Buch, das sie gar nicht vorhatte (so früh) zu schreiben.
Ihr Bedürfnis, aufzuzeigen, warum Stillstand herrscht in der Verkehrswende, war jedoch so groß, dass sie nicht anders konnte. Warum tut sich sich nichts / so wenig? Wo sind Lichtblicke und Ansätze zu sehen? Wo hapert es an der Umsatz zu einer menschengerechteren Gesellschaft? Alles Wissen zu einer zukunftsgerechteren Mobilität liegt auf dem Tisch, aber eine Veränderung ist nicht in Sicht.
(Wie auch, mit einem Verkehrsminister, der aus der Autoindustrie kommt)
Katja Diehl spricht mit zahlreichen Expert*innen, aber auch mit Gestalter*innen, die die Transformation bereits voranbringen und zeigt, wie aus den Visionen von Mobilität eine liebenswerte Welt werden kann.

Katja Diehl, geboren 1973, hat sich voll und ganz dem Mobilitätswandel verschrieben. Nach 15 Jahren in z.T. leitenden Funktionen der Mobilitäts- und Logistikbranche verändert sie das System nun mit ihrer Expertise von außen. Sie hostet den Podcast »SheDrivesMobility«. In Hamburg hat sie die Vertretung der womeninmobility gegründet und engagiert sich im Bundesvorstand des Verkehrsclub Deutschland e. V. Für ihre Arbeit hat sie zahlreiche Auszeichnungen erhalten, u.a. wurde sie 2020 vom »Focus« zu den »100 Frauen des Jahres« gezählt, 2019 kam sie auf die Liste »25 LinkedIn TopVoices in Deutschland, Österreich und der Schweiz« und gilt als eine der »Remarkable Women in Transport«. Ihr Buch »Autokorrektur« war wochenlang auf der Spiegel-Bestsellerliste, sie selbst erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Leserpreis des Deutschen Wirtschaftsbuchpreises 2022 und den Deutschen Mobilitätspreis in der Kategorie Menschen. Katja Diehl lebt in Hamburg.

Dienstag, 18.Juni


Heute haben
Iwan Gontscharow * 1812
Günter Seuren * 1931
Mirjam Pressler * 1940
Richard Powers * 1957
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Wegweisend

Unsere Wege sind wie Arme
Die hinausreichen
In Liebe aus dem
EINEN

Um ins Unendliche zu greifen
Um zu wachsen, zu weinen und zu lachen
Um staunend zu erforschen
Und denkend zu begreifen

Bis wir uns endlich
In Erwachendem Sehnen
In Liebe wieder und Ursprung
VEREINEN …
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Unser Taschenbuchtipp:


Andrea Abreu: „So forsch, so furchtlos“
Aus dem Spanischen von Christiane Quandt
Kiwi Taschenbuch € 13,00

Jetzt war ich mir doch ganz sicher, dass ich diesen Roman schon hier vorgestellt hatte, als er neu erschienen war. Pustekuchen. Das habe ich wohl verpasst. Zwei Jahre später liegt er als Taschenbuch auf unserem Büchertisch.
Dieses Debüt, der 1995 auf Teneriffa geborenen Autorin, ist eine sehr besondere Lektüre.
Andrea Abreu schreibt über eine ungleiche Mädchenfreundschaft während eines Sommers auf Teneriffa. Die beiden träumen sich in eine Welt voller Hoffnungen, in der sie so leben können, wie die vielen Touristen, die die Insel monatelang überfluten. Der Alltag sieht anders aus. Die Traumvillen werden von ihren Müttern geputzt und Baden am Meer steht nicht auf der Tagesordnung.
Die Sprache, die Andrea Abreu benutzt ist voller Posie und gleichzeitig sehr direkt und derb. Hier treffen mehrere Welten aufeinander. Eine Freundschaftsgeschichte, ein Coming-of-Age, ein prekäres Leben, ein Aufwachsen jenseits der Touristenpfade, in der Hoffnungen zerplatzen.
Der Klang der Sprache, der Slang, machen diesen schmalen Roman aus und zeigen messerscharf auf, wie es sich anfühlt, ein Leben führen zu müssen, in dem die Mädchen und Frauen unsichtbar alles tun, damit Touristen sich jeweils für ein paar Wochen wohlfühlen.

Leseprobe

Montag. 17 Juni



Foto: Peter Fischer
Illustration Detlef Surrey (https://surrey.de/)

Schön war das Abschiedsfest. Schön, dass so viele, liebe Menschen gekommen sind.
So viele Gespräche, so viel Lachen und die eine und andere Träne.
Danke an Lea Knudsen für ihre Lieder, hauptsächlich das mit den Rosen.
Dank an die Men afraid of Horses für ihr spontanes Konzert auf der Straße.
Dank an Wolfgang Schukraft auf seine rührende Rede.
Dank an die helfenden Hände, die plötzlich in der Küche am Spülen waren.
Dank an Susanne, Sigrid, Margit und Claudia.
Und einen großen Dank an all die jetzt Ungenannten, die zum Teil von weit angereist waren, und die vielen, vielen Geschenke, die Blumen und Glückwünsche.
Während ich das schreibe, wird mir ganz warm ums Herz.

Ich wünsche meinen Nachfolgern Christine Berenbeck und Sebastian Lehmann alles Gute bei dieser schönen, aber auch anstrengenden Arbeit in der kleinen Buchhandlung an der Ecke.

Euer Samy Wiltschek

ps. Nicht dass es zu Verwirrungen kommt.
Der offizielle Übergabetermin ist der 1.Juli. Bis dahin bin ich noch in der Buchhandlung zu finden.
Claudia Wiltschek bleibt noch bis Ende Juli.
Am Samstag, den 29.Juni, schließen wir den Buchladen schon um 13 Uhr und machen uns an die Abschlussinventur.