Montag, 18.Januar

Das Bild hat mir Sabine zugeschickt. Schneemänner auf der Friedrichsaubrücke.


Heute haben
Franz Blei * 1871
Arno Schmidt * 1914
Peter Stamm * 1963
Geburtstag
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Das ist mein größter Einwand gegen Musik, daß Österreicher darin exzelliert haben.
Arno Schmidt
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Das Arno Schmidt Zitat passt wunderbar zu unserem heutigen Buchtipp:


Nicolas Mahler: „Thomas Bernhard“
Die unkorrekte Biografie
Suhrkamp Verlag € 16,00

Das Leben und Werk von Thomas Bernhardt in 99 Bildern. Geht das?
Ja klar. Und wie.
Der Österreichische Comic Zeichner Nicolas Mahler hat schon Bernhards „Alte Meister“ und „Der Weltverbesserer“ adaptiert (davor schon Proust, Alice im Wunderland, Kant, …) und wagt sich jetzt an den ganzen bösen Grantler. Es fehlen natürlich nicht die Tante Hedwig Stavianicek und sein Verleger Siegfried Unseld (mit dem wir im Briefwechsel Bernhard – Unseld schwer mitgelitten haben). Bernhards Beziehung zu seinen Preisen und Ehrungen werden hier genauso erwähnt. Das lässt sich genauer noch in einem seperaten Taschenbuch nachlesen.
Nicolas Mahler fängt die Atmosphäre rund um den Schriftsteller treffend ein. Schon seine Geburt und die ersten Wochen seines Lebens müssen für ihn traumatisch gewesen sein.
Die Texte im Buch sind meist Originalzitate. Auf mehreren Seiten im Anhang gibt Mahler die Quellen dazu an.
So bekommen wir in dieser unkorrekten Biografie einen sehr guten Einblick in das Leben dieses sehr speziellen Autoren und haben mächtig Spaß dabei.

Sonntag, 17.Januar

Von den Hochbeeten ist nicht viel zu sehen.


Wilhelm Friedrich Waiblinger
(* 21.11.1804, † 17.01.1830)
Ponte rotto

Eine zerbrochene Brücke, was ist′s, kein Wunder am Ende!
Alles vergeht, und der Welt wird′s nicht viel besser geschehn.
Dererlei merkt man sich nicht, auch wenn die Brücke sich weigert,
Mit dem gefallnen Geschlecht über die Tiber zu gehn.
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ECM hat auf Spotify Musikstücke aus ihrem Programm zusammengestellt, die zum tiefen Winter mit Schnee und Kälte passen. Da tauchen sie alle auf: Jan Garbarek, Keith Jarrett, Carla Bley, Tord Gustavsen und viele mehr.
Über zwei Stunden ruhige Musik, wie wir sie von ECM kennen.

Hier geht es nochmals zur Playlist.
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Noch mehr Musik:

Musik live zu erleben ist zu einer Kostbarkeit geworden – ein Live-Konzert wird zu einem Sehnsuchtsort. Mein heutiger #KlassikKlub wird umrahmt durch Händels „Ode an die Heilige Cäcilie“. Diese gilt als Schutzpatronin der Kirchenmusik, der Musiker, Instrumentenbauer und Dichter.  Meine Sendung sehe ich ähnlich wie Max Ernsts ihr gewidmetes Gemälde als Collage, Spiegelung und Reflexion gewohnter Wahrnehmung, in dem Fall – einmal mehr – des klassischen Konzerts.  Zu erleben sein werden Komponisten und Musiker wie Heinrich I. Franz von Biber, Guillaume Dufay,  Vernon Duke,  Henrik Schwarz, Musica Antiqua Köln, The Gothic Voices,  Dawn Upshaw, George I. Gurdjieff, György Ligeti, Patricia Kopatchinskaja, Philip Glass, Ralf Schmid, Sven Helbig, Claude Debussy, Johannes Motschmann und nordische Traditionals.  Enjoy the Power Of Music.  

WDR 3 Klassik-Klub  17. Januar 2021   16:04-17:45              
https://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-klassik-klub/klassikklub-704.html
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Frauen Sie sich auf diesen Roman, der Mitte Februar bei Hanser erscheint:

Valeria Parrella: „Versprechen kann ich nichts“
Aus dem Italienischen von Verena von Koskull
Hanser Verlag € 19,00

Elisabetta arbeitet als Lehrerin im Jugendgefängnis von Neapel. Sie stürzt sich in ihre Arbeit, als ihr Mann plötzlich stirbt. Sie wandelt zwischen den Welten. Aussen die Stadt, der Lärm, die Hektik, drinnen die Zellen, die Jugendlichen. Und über allem diese Biografien. Die verschiedenen Leben. Was aus Menschen gemacht wird, wie Menschen werden, wie sich verändern. Als zu Elisabetta eine junge Frau aus Rumänien in den Unterricht kommt, entsteht eine besondere Art der Nähe. Will Elisabetta dem Mädchen helfen, oder sich selbst?

Valeria Parrella hat in diesem schmalen Roman den Nerv unseres modernen Lebens (hier Neapel) getroffen und lässt den Gedanken ihrer Hauptperson freien Lauf.
Sehr fein, klug, melancholisch, traurig, aber auch kraftvoll und voller Lebensfreude.

Valeria Parrella, 1974 geboren, studierte Sprachwissenschaften und arbeitete als Buchhändlerin und Schauspielerin. Für ihr literarisches Schaffen wurde sie vielfach ausgezeichnet, zuletzt stand sie mit Versprechen kann ich nichts auf der Shortlist für den Premio Strega 2020. Bei Hanser erschien ihr Erzählungsband Liebe wird überschätzt (2017). Valeria Parella lebt in Neapel.

Freitag, 15.Januar

Kunst auf dem Recyclinghof


Heute haben
Moliere * 1622
Franz Grillparzer * 1791
Walter Serner * 1889
Ossip Mandelstam * 1891
Franz Fühmann * 1922
Geburtstag
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Franz Grillparzer
Sorgenvoll

Mein Kummer ist mein Eigentum,
Den geb ich nicht heraus.
Was gut wohl sonst an mir und schlimm,
Besitzt und teilt! Das hab und nimm!
Mit ihm nur halt ich Haus.

Und wie der Geizge seinen Schatz
Des Nachts besieht bei Licht,
So zähl ich ihn, wenn alles Ruh,
Entsprungne Körner leg ich zu
Und lausch und atme nicht.

Und kommts zu sterben, leg ich ihn
Als Obol in den Mund,
Vielleicht zahlt er den Fährmann mir
Und zähmt das Frohen neidsche Tier,
Des schwarzen Orkus Hund.
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Dank Jürgen Kanold, der dieses Buch gestern in dern Ulmer Südwestpresse groß und überschwenglich besprochen hat, habe ich mir gestern abend das Buch geschnappt und hatte einen sehr vergnüglichen Lektüreabend.


Julian Barnes: „Der Mann im roten Rock
Deutsch von Gertraude Krueger
Kiepenheuer&Witsch Verlag € 24,00

Julian Barnes begann diesen Roman im Jahr 2019 zu schreiben, als in England die Brexit-Verhandlungen die Stimmung im Lande aufheizten. „Chauvinismus ist eine Erscheinungsform der Ignoranz“, schreibt er als ersten Satz in seinem kurzen Nachwort. Dabei ist er auf Dr. Samuel Pozzi (1846–1918) gestoßen, einem Arzt, Lebemann, Übersetzer, Reisender, Liebhaber, ach was weiß ich nicht noch alles. Ach ja: Sammler. Dass er durch eine Kugel sterben musste, nimmt Barnes gleich vorne weg und nimmt uns mit auf eine Reise durch das Paris der Belle Époche. Humorvoll, spritzig, geistreich und klug, mit vielen Fotos und Porträts versehen, mäandern wir durch diese Zeit, genießen die Menge an Namen, die auftauchen, ähnlich wie bei Illies´“1913″ und staunen immer wieder über die Menschen, die sich in diesen hohen Kreisen bewegten. Barnes verknüpft, erläutert (u.a. das franz. System der standesgemäßen Verheiratung, des standesgemäßen Kinderproduzieren und der danach folgenden Liebschaften), spinnt ein großes Netz und zeigt sich als sehr wissensbegieriger und wissenreicher Mensch, der uns schon auf den ersten Seiten eine kunsthistorische Bildbetrachtung des Porträts auf der Titelseite präsentiert.
Ein Genuß.

Leseprobe
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Das Abholen am Buchladen klappt ganz gut.
Wenn Sie uns bei der Bestellung ein (vorgeschriebenes) Zeitfenster angeben, erfüllen wir auch noch diese Corona Verordnung.
Vielen Dank.

Bitte denken Sie daran, dass wir während des Lockdowns am Samstag nur von 9 bis 13 Uhr geöffnet haben.