Freitag, 15.November

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Heute haben
Gerhart Hauptmann * 1862
Giorgio Manganelli * 1922
Chinua Achebe * 1930
Wolf Biermann * 1936
Geburtstag
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Wilhelm Busch
Tröstlich

Die Lehre von der Wiederkehr
Ist zweifelhaften Sinns.
Es fragt sich sehr, ob man nachher
Noch sagen kann: Ich bin’s.

Allein was tut’s, wenn mit der Zeit
Sich ändert die Gestalt?
Die Fähigkeit zu Lust und Leid
Vergeht wohl nicht so bald.
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Urs Willmann: „Bier“
Das Buch
Reihe Gatsby im Kampa Verlag € 20,00

Jetzt muss das Buch einfach auf den Blog.
Habe ich doch mit deutlicher Verspätung 10 Flaschen Bier zum Geburtstag geschenkt bekommen.
5 x Märzen, 5 x Weizen.
Das Märzen war golden im Glas und recht süffig.
Das Weizenbier hat allerdings extrem im Glas reagiert, so dass vor lauter Schaum am Ende nur noch ne Pfütze im Glas und ne Überschwemmung in der Spüle war.
Jetzt habe ich eine Ersatzlieferung bekommen und die scheint trinkfähiger zu sein.
Aufgepasst: ich schreibe diesen Text unter Einfluss dieses Bieres.
Und so wie es beim Buch eine erste Seite gibt, so existiert auch ein erster Schluck. Aaaaah. So ein gutes Feierabendbier. Danach gerne wieder Kräutertee. Kein Problem.
Urs Widmann erzählt uns alles rund ums Bier. Sehr persönlich und fachmännisch (mit viel Witz). Zusätzlich noch ein prima Glossar. Alles zum Thema Bier von A bis Z.

Ura Willmann ist gebürtiger Schweizer und arbeitet als Wissenschaftsredakteur bei der Hamburger Wochenzeitung „Die Zeit„. Dort schreibt er über Archäologie, Berge, Sport und Bier. Darüber hinaus entscheidet er als Jurymitglied des European Beer Star jedes Jahr mit darüber, welche Biere zu den besten der Welt gekürt werden. „Bier. Das Buch“ ist nach „Stress – ein Lebensmittel“ (2016) seine zweite Buchveröffentlichung.

Artikel von Urs Willmann

Mittwoch, 13.November

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Heute haben
Robert Louis Stevenson * 1850
Geburtstag
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Friedrich Rückert
Lachen und Weinen

Lachen und Weinen zu jeglicher Stunde
Ruht bei der Lieb auf so mancherlei Grunde.
Morgens lacht ich vor Lust,
Und warum ich nun weine
Bei des Abends Scheine,
Ist mir selb‘ nicht bewußt.

Weinen und Lachen zu jeglicher Stunde
Ruht bei der Lieb auf so mancherlei Grunde.
Abends weint ich vor Schmerz;
Und warum du erwachen
Kannst am Morgen mit Lachen,
Muß ich dich fragen, o Herz.
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Pauline Delabroy-Allard: „Es ist Sarah“
Aus dem Französischen von Sina de Malafosse
Frankfurter Verlagsanstalt € 22,00

Dies ist das Debüt einer 30jährigen Französin, die es damit auf die Shortlist für den Prix Goncourt geschafft hat. Zu recht.
Erzählt wird aus der Sicht einer jungen, alleinerziehenden Lehrerin und deren Annäherung an die Geigerin Sarah.
Die Erzählerin führt ein normales Leben mit Kind und Arbeit. Sarah hingegen ist laut, zu stark geschminkt. Sie raucht zuviel, sie trink zu viel und sie lacht. Viel. Dies passt auf den ersten Moment nicht zusammen und doch entwickelt sich eine Freundschaft zwischen Frauen. Beider Gedanken kreisen um die andere Person und so wird aus deren Sehnsüchten eine leidenschaftliche Liebesgeschichte.
Sarah tourt mit ihrem Quartett durch Europa, die Erzählerin bleibt in Paris. Beide nutzen jede Gelegenheit, sich zu treffen und zu lieben. Sarahs Emotionen sind sehr schwankend und zum Teil auch sehr heftig. Radikal ändert sich die Geschichte, als Sarah erfährt, dass sie an Krebs erkrankt ist.
Pauline Delabroy-Allard hat für diesen schmalen Roman, für diese Liebesgeschichte eine ganz besondere, eigene, neue Sprache gefunden, wie ich sie selten gelesen habe.
Fast habe ich mir am Schluss der Lektüre ein anderes Ende mit den beiden Frauen gewünscht, da ich mich auch ein wenig in Sarah verguckt habe.

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Photo: Delphine Chanet

Pauline Delabroy-Allard, 1988 geboren, erreichte 2018 mit ihrem ersten, von der Presse hochgelobten Roman »Ça raconte Sarah« die zweite Runde des Prix Goncourt und wurde mit dem Prix Envoyé par La Poste, dem Prix du Style und dem renommierten Preis der französischen Buchhändler, dem Prix des Libraires de Nancy, ausgezeichnet. Die Autorin absolvierte ein Literaturstudium und eine Ausbildung zur Buchhändlerin und lebt in Paris.