Donnerstag, 9.Juli

IMG_0095

Heute haben
Ann Radcliffe * 1764
Johanna Schopenhauer * 1766
Jan Neruda * 1834
Barbara Cartland * 1901
Gerhart Pohl * 1902
Oliver Sacks * 1933
Arno Reinfrank * 1934
June Jordan * 1936
Hermann Burger * 1962
Geburtstag
_____________________________________

Johannes Trojan
Das Kornfeld

Was ist schöner als ein Feld,
wenn die Halme, all die schlanken,
leise schwanken
und ein Halm den anderen hält?

Wenn im Korn die Blumen blühn,
leuchtend rot und blau dazwischen,
und sich mischen
lieblich in das sanfte Grün?

Wenn es flüsternd wogt und wallt,
Lerchen sich daraus erheben,
drüber schweben,
und ihr Lied herniederschallt?

Dann den schmalen Pfad zu gehen
Durch das Korn, welch eine Wonne!
Nur die Sonne,
nur die Lerche kann uns sehn.
__________________________________________

IMG_0178


Peter & Piet: „Schnitzmesser-Set für Kinder“

Schnitzmesser für Kinder mit abgerundeter Spitze und passender Schutzhülle mit Gürtelschlaufe, Handschuh für Links- und Rechtshänder, mit Anleitung
Oetinger Verlag € 29,99
ab 6 Jahren

Peter Wohlleben, der Oberförster und Waldexperte, veröffentlicht nicht nur Bücher und eine Zeitschrift. Es gibt auch einen Kinofilm mit ihm und viele Nonbook-Artikel für Kinder. Tolles Marketing. Aber warum nicht, wenn es gut gemacht ist und Spaß macht.
Vor ein paar Wochen haben wir auf das Kinderschnitzbuch des Ulmer Uli Wittmann hingewiesen und passend dazu gibt es jetzt das Messerset.

b60c56d40e37f73f63d97aa3da262f88

Also nix wie raus. Buch mitnehmen und los geht es mit Schnitzen.
Mit dem Schnitzmesser aus der Serie „Peter und Piet“, basierend auf Peter Wohllebens Kinderbüchern, können kleine Natur- und Handwerksfans ihrer Fantasie freien Lauf lassen. Und damit auch weniger geübten Schnitz-Künstlern nichts passiert, hat das Messer eine abgerundete Spitze und einen Fingerschutz. Zusätzlich gibt es einen Schutzhandschuh und die passende Schutzhülle, in die das Messer einfach wieder wandert, wenn es nicht mehr gebraucht wird.

Mittwoch, 8.Juli

IMG_0137

Heute haben
Jean de La Fontaine * 1621
Walter Hasenclever * 1890
Geburtstag
_______________________________________

Conrad Ferdinand Meyer
Der schöne Tag

In kühler Tiefe spiegelt sich
Des Juli-Himmels warmes Blau,
Libellen tanzen auf der Flut,
Die nicht der kleinste Hauch bewegt.

Zwei Knaben und ein ledig Boot –
Sie sprangen jauchzend in das Bad.
Der eine taucht gekühlt empor.
Der andre steigt nicht wieder auf.

Ein wilder Schrei: »Der Bruder sank!«
Von Booten wimmelts schon. Man fischt.
Den einen rudern sie ans Land,
Der fahl wie ein Verbrecher sitzt.

Der andre Knabe sinkt und sinkt
Gemach hinab, ein Schlummernder,
Geschmiegt das sanfte Lockenhaupt
An einer Nymphe weisse Brust.
_________________________________________

IMG_0144

Im neuen New Yorker gibt es einen Artikel von Axel Rose, in dem er schreibt, wie Musiker und Komponisten auf die Pandemie und die Demonstrationen reagieren.

file

Als Beispiel nennt er u.a. Anthony McGill, den ersten Klarinetisten der New Yorker Philharmonikern. Er spielt das Lied „America the Beautiful“ ein Tag nach der Ermordung von George Floyd. Beim Spielen wechselt er von Dur in Moll und kniet nach dem Stück zum Gedenken nieder.
In einem anderen Stück erklärt der Musiker, dass er es Freunden und Nachbarn widmet, die an Corona gestorben sind und den Opfern des Rassismus.

Dienstag, 7.Juli

IMG_0047

Heute haben
Ludwig Ganghofer * 1855
Lion Feuchtwanger * 1893
Geburtstag
______________________________

Von Hysterie bis scheißegal

Sitz‘ daheim am Pianoforte,
spiele Lieder ohne Worte
und versuche auszuschalten,
wie manch‘ Leute sich verhalten.

Viele immer noch nicht checken,
Mund und Nase zu bedecken.
Denn auch Niesen birgt Gefahr.
Das ist einfach, logisch, klar.

Halbherzig die Welt zu schützen,
wird uns allen garnichts nützen.
Hier gibt’s keine Qual der Wahl,
außer man denkt: „Scheißegal!“

Andre Leute sich verstecken
in den heimischen vier Ecken,
schauen höchstens aus dem Fenster
und seh’n aus fast wie Gespenster.

Und auch dieses ist fatal,
denn ihr Leben wird zur Qual.
Glücklich scheinen selten sie
in dem Zustand Hysterie.

Neulich war ich in der Schweiz.
Und das hatte seinen Reiz,
ohne Maske einzukaufen –
dafür aber Menschenhaufen.

Auch in Austria nebenan
man die Maske sparen kann.
Ach, was soll ich denn nur tun,
dass ich bleibe g’sund, immun?

Keiner weiß es, viele raten
dies und das und andre Taten.
Mag Extreme nicht so leiden.
In der Mitte liegt’s Bescheiden.

© Thomas Dietrich
_______________________________

4009750201237  6654

„Transit“
Regie: Christian Petzold
Schauspieler: u.a. Franz Rogowski/Paula Beer
DVD 2018, FSK ab 12 € 9,99

Warum ich „Transit“ vorstelle, hat mit dem neuen Film von Christian Petzold zu tun. Jetzt läuft er endlich im Ulmer Mephisto. Wer die Petzold Filme mag, wird auch von „Undine“ begeistert sein. In „Undine“ verarbeitet er den gleichnamigen Mythos und verlegt ihn in das jetzige Berlin. In „Transit“ nimmt er sich den Roman von Anna Seghers vor und verlegt die Handlung von 1941 in die Gegenwart nach Marseille. Auch hier ist es ein ewiges Suchen und (Nicht)finden, ein Leben zwischen Hoffen und Verzweiflung, Menschsein und -bleiben zwischen Leben und Tod.  Petzolds Figuren bewegen sich auf unsicherem Boden, wissen nicht, wo es lang geht, zu wem sie gehören. Oft tauchen sie geisterhaft auf und verschwinden wieder. So auch in „Transit“, den es schon auf DVD zu kaufen gibt. („Undine“ kommt im Oktober 2020 auf DVD).
In beiden Filmen spielen Paula Beer und Franz Rogowski die Hauptrollen. Sie bleiben ihren Charakteren treu und das muss wohl sein in Petzolds Filmen.
Ich habe beide in den letzten Tag angeschaut und bin noch ganz erfüllt von den Bildern, der Stimmung und vielen Sequenzen, die mir nicht aus dem Kopf gehen.