Mittwoch, 15.Mai


Durch’s Land radeln für’s Stadtradeln
Stand heute: 3.217 km
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Heute haben
Arthur Schnitzler * 1862
Emily Dickinson * 1886
K.A.Porter * 1890
Michail Bulgakow * 1891
Max Frisch * 1911
Raymond Federman * 1928
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Die Welt unter deinen Füßen

Ein Heim
Ist ein Heim
Nur für wen, fragt sich
Wenn du nicht wirklich zu Hause bist
In dir
Mit dir
Wenn du den Teppich beleidigst
Über den du schleichst
Den du am Boden hältst
Obwohl er fliegen will
Wenn du dich zurückziehst
Auf dein Kanapee
Wo du dich mit einem wolkigen Display
Vor Augen
Der Welt verschließt

Warum nur
Ziehst du sie nicht aus, die Pantoffeln
Und spürst die Welt unter deinen Füßen
Geh in Kontakt
Mit den Haaren der Ziege
Mit dem Fell des Bären
Mit Gossyps Samenhaaren
Schmecke, sehe, höre, rieche
Zum Teufel mit den Allergenen
Verdammt
Es sei dir vergeben
Aller Gene Ziel bleibt doch
Weiß Gott
So glaube mir
Das Leben
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Es geht weiter. Mit voller Windstärke.


Caroline Wahl: „Windstärke 17
DuMont Verlag € 24,00

Einige Jahre sind vergangen seit Tilda die Kleinstadt verlassen hat, um zum Studieren zu gehen.
Zurück blieb ihre jüngere Schwester Ida und ihre alkoholkranke Mutter. Nach deren Tod beginnt für Ida ein neuer Lebensabschnitt. Zur Beerdigung hat sie es nicht geschafft. Abschiednehmen ist nicht ihre Sache. So findet sie sich auf Rügen wieder. Die längste Zugstrecke, die sie gefunden hat. Mit nicht mehr als dem alten verschrabbelten Hartschalenkoffer der Mutter, ein paar Klamotten und ihrem MacBook, um weiter an ihren Texten zu arbeiten. Ohne Plan und voller Trauer, Verzweiflung und großen Schulgefühlen wirft sie sich ins eiskalte Wasser und kämpft sich durch die hohen Wellen.
Mehr mag ich hier nicht verraten. Caroline Wahls zweiter Roman, einer Fortsetzung von „22 Bahnen“, ist trotz aller Trauer ein tröstliches Buch, ein Buch, das Hoffnung macht.
Ein intensives Leseerlebnis, das uns die Autorin in ihrer sehr eigenen Sprache, die wir aus dem ersten Roman kennen, hier präsentiert. Ein Muss für alle, die „22 Bahnen“ geliebt haben. Viel Vergnügen.
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Heute, Mi., 15.Mai, 19 Uhr
Hospiz Ulm

AnsprechBar: Best of Rundbriefe
Bei uns in der Buchhandlung

Do., 16.Mai, 19 Uhr
Stadthaus Ulm
Bund für Umwelt und Naturschutz
lädt ein:
Die kandidierenden Parteien und Wählergruppen zur Gemeinderatswahl am 9. Juni positionieren sich zu Umweltthemen und geben Antworten zu Fragen aus dem Publikum.

Freitag, 17.Mai, 19 Uhr
Uli Wittmann: „Wanderungen für Langschläfer auf der Schwäbischen Alb“

Ein Outdoor-Feuerwerk bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
Uli Wittmann ist Vater von vier Kindern. Viele Jahre leitete er Pfadfindergruppen und sammelte dabei Ideen fürs Outdoor-Basteln. Er ist studierter Betriebswirt und Journalist. Als freier Redakteur arbeitet er für verschiedene Zeitschriften und schrieb etliche Wanderführer, davon einige für Familien. Uli Wittmann betreibt die erfolgreiche Website www.Kinderoutdoor.de sowie den gleichnamigen YouTube Kanal und stellt dort regelmäßig Ideen für Aktionen im Freien vor.

Freitag, 10.Mai

Heute haben
Johann Peter Hebel * 1760
Friedrich Gerstäcker * 1816
Fritz von Unruh * 1885
Petra Hammesfahr * 19561
Ralf Rothmann * 1953
Geburtstag
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„Der Weg zu den Quellen geht gegen den Strom.“
Fritz von Unruh
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Das neue Heft ist da.


„Sinn und Form“
Drittes Heft 2024
Akademie der Künste € 11,00

Unglaublich, was sich wieder hinter diesem unscheinbaren Äußeren versteckt.
Es beginnt mit Elisabeth Plessens Bericht über die literarischen Zirkel im eingemauerten Berlin und den Memoiren von Erika Mann.
Günter de Bruyns „Bericht für die Polizei“, Stephan Wackwitz: „Heiner Müller in Tokio“, Kurt Dasow: „Berliner Landleben“ folgen. Dazu Gedichte von Eugenio Montale, Ulrike Draesner und Raoul Schrott. Texte zu Katja Petrowskaja, Lutz Seiler, Joseph Roths: „Hiob“ und und und.
Ein Heft zum Versinken. Überall gibt es Entdeckungen und Texte, die ich sonst nie finden würde.
Wieder einmal ein großes Lob an die Redaktion des Heftes.
Als Leseprobe gibt es auf der Seite von „Sinn und Form“ einen Ausschnitt aus Elisabeth Plessens Text.

„Der Mauerbau im August 1961 veränderte das Leben in der Viersektorenstadt Berlin radikal. Sie war nun in zwei Hälften zerschnitten. Westberlin war nicht Westdeutschland, war etwas Drittes, der Status blieb in der Schwebe – und die Stadt hing am Bonner Tropf.

Ab 1964 studierte ich an der Freien Universität Berlin Philosophie und Literaturwissenschaft, wechselte aber bald zu Walter Höllerer, der an der Technischen Universität den Lehrstuhl für Neuere Germanistik innehatte und ein renommiertes Doktorandenseminar leitete – ein quirliger, innovativer Geist, der unendlich viel für die Belebung und Erhaltung des literarischen Lebens tat. Er erfand das Literarische Colloquium, schuf wichtige Zeitschriften wie »Akzente« und »Sprache im technischen Zeitalter«, mit seinen vielfältigen Initiativen lockte er internationale Autoren in die eingemauerte Stadt und publizierte ihre Texte.

Ernst Schnabel, von 1951 bis 1955 Intendant des Nordwestdeutschen Rundfunks, danach freier Autor, anschließend mit Rolf Liebermann, den wiederum Hans Werner Henze ablöste, Leiter des Dritten NDR-Hörfunkprogramms, zog 1965 nach Berlin. Wie viele andere Autoren und Publizisten tat er das auch aus Solidarität mit der Inselstadt. Schnabel leitete im Dritten Fernsehprogramm des im Aufbau befindlichen Senders Freies Berlin die »Literarische Illustrierte«. Der Intendant Walter Steigner und Schnabel hatten dasselbe im Sinn: ein offenes, liberal-kritisches, überparteiliches Programm gemäß dem Bildungsauftrag einer öffentlich-rechtlichen Anstalt. Der Vierte im Bunde der damaligen »Macher« war Hans Werner Richter. Halbjährlich residierte er im Grunewald in der ehemaligen S.-Fischer-Villa in der Erdener Straße 8 und moderierte für Schnabels Redaktion den politisch-literarischen »Salon« – direkt nach der Tagesschau, Gespräche open end, buchstäblich bis in die Puppen.

Richter lud ein, wer sich aus Politik und Kultur für die diskutierlustige Runde eignete. Schnabel sendete auch Höllerers Veranstaltungen in der Akademie der Künste am Hanseatenweg – Mitschnitte aus der Reihe »Theater auf kleinen Bühnen« oder die Ost-West-Treffen deutscher Lyriker. Fritz J. Raddatz schreibt über die Zeit: »In diesen (…) Jahren waren die Schriftsteller Teil der Gesellschaft, und sei es qua Opposition; sie bildeten ein Netz (…) – bis Willy Brandt Bundeskanzler wurde.« (Tagebücher, 2010)

Vieles im damals noch jungen Dritten Fernsehprogramm war Pionierarbeit: die Themen flexibel, oft spontan, wie die ohne weiteres eingesetzte Kolumne von Sebastian Haffner. Es gab keine Zeitschriften, die das Programm abdruckten und auf Wochen hin festzurrten. Die Arbeit war vergleichsweise experimentell. Und alle machten gern mit. Gesendet wurde in Schwarzweiß. Schnabel sprach die Begrüßungsworte donnerstags um 20.15 Uhr meist selbst. Mit rauchig-warmer Stimme, freundlich zugewandter Miene und offenen Augen, ein sehr persönlicher Touch. Die Themen waren vielfältig. Höllerers und Richters Programme wurden live gesendet. Es gab viele Autorenlesungen, auch Wolfgang Neuss hatte seine letzte Plattform in Schnabels »Illustrierter«. Heute ist diese Freizügigkeit in der Programmgestaltung kaum mehr vorstellbar.

Ernst Schnabel experimentierte nicht nur in eigenen Hörfunktexten gern mit der Form, er erfand im Rahmen der »Literarischen Illustrierten« auch die »Literarische Lesebühne«. Da spielten und lasen die damals besten Schauspielerinnen und Schauspieler Texte der Weltliteratur. Nicht alle lebten in Berlin, ließen sich angesichts des Honorars für die Dauer der Aufzeichnung, nur drei Tage, aber gern einfliegen.

Schnabel suchte für das erste Stück der »Lesebühne«, Thomas Manns »Zauberberg«, jemanden, der oder die ihm den Roman als Serie von fünf oder sechs Sendungen einrichtete. Er erkundigte sich bei seinem Freund Höllerer, der die Doktoranden seines Colloquiums durchging und meinte: »Frag doch die Plessen. « Und Schnabel fragte die Plessen, aber nicht sofort. Er hatte sich nämlich auf Peter Wapnewskis house warming party in mein Gesicht verliebt. Mit zwei anderen Studentinnen hatte ich unserem sich in Berlin-Dahlem installierenden Professor aus Heidelberg geholfen, zuerst die Wohnung ein- und dann die Einweihungsparty auszurichten, zu der tout Berlin kam: Professorenkollegen wie Eberhard Lämmert oder Jacob Taubes, Hörfunkleute oder Kritiker wie Roland H. Wiegenstein, außerdem Alexandra Kluge, damals verliebt in Wapnewski, Hans Werner Richter und eben auch Ernst Schnabel. Er sprach mich an dem Abend nicht an – in einem meiner Romane habe ich die Szene später festgehalten. Ich kannte niemanden, stand nach getanem Dienst, zu scheu, jemanden anzusprechen, nur herum und war ständig auf dem Sprung zu gehen.

Erst einige Zeit später kam Schnabel auf mich zu, an einem Abend bei Richter in der Erdener Straße. Ich freute mich und sagte tollkühn ja, mache ich! Dabei hatte ich in meinem Leben noch niemals ferngesehen. Ich war aufgewachsen in einem Haus mit vielen Zimmern in Ostholstein, das in den Nachkriegsjahren voller Flüchtlinge war. Das Schloß gehörte meinem Vater. Im meinem ersten Roman »Mitteilung an den Adel« habe ich versucht, diese Zeit bis 1968 einzufangen. Die Kinderschwester, deren Familie aus Ostpreußen stammte – sie selber wuchs in einem Waisenhaus in Stettin auf –, war die einzige Erwachsene, die ich kannte, die Radio hörte. Hauptsächlich den Suchdienst vom Deutschen Roten Kreuz, übertragen Sonntagvormittag im NWDR. Und deutsche Schlager natürlich, sie dudelten unentwegt. Das war Unterhaltung. Doch Fernsehen!? Du lieber Gott. Zu Lebzeiten meines Vaters war das neue Medium im Elternhaus tabu, es galt als geistige Verflachung. Es unterbinde jede Diskussion, hieß es, obwohl es sowieso keine gab. Der einzige Apparat, auf dessen Schirm es meist auch nur schwarzweiß regnete, stand im Keller, dem ehemaligen Gutsgefängnis mit seinen zweieinhalb Meter tiefen Mauern auf einem großen Steinquader. Am Boden lagen noch die Fußketten mit den großen Eisenkugeln. Der Kasten war fürs Personal, die Köchin, die Haus- und Küchenmädchen, den Diener gedacht.

Ernst Schnabel zeigte mir, wie ich die Sache angehen könnte. Also kaufte ich mir eine große Rolle Papier, mehrere Tuben Uhu und zwei Taschenbücher des »Zauberbergs«, schnitt diese auseinander und klebte sie als Leporello auf die Rolle. Mit dem Filzstift strich ich den Roman auf Dialogszenen ein. Einen Sprecher des Erzählers ließ ich stehen und führte einen zweiten für meine szenischen Überleitungen ein. Stundenlang lag ich so auf dem Bauch, ein Kissen unter mir, und murmelte Thomas-Mann-Sätze, bis ich sie in langen Passagen auswendig konnte. Ein großes Vergnügen. Größte Erheiterung auch für andere. Die nächste Frage galt der Besetzung. Bald stand sie fest. Joana Maria Gorvin spielte die kirgisenäugige Madame Chauchat, Kurt Bois den asketischen Jesuitenschüler Naphta, Charles Regnier seinen Widerpart, den Humanisten und Mentor Settembrini; Folker Bohnet war Leutnant Ziemßen, der kranke Cousin, und Hans Castorp – am schwierigsten zu besetzen – der junge Michael Degen. Die Regie übernahm Ludwig Kremer.

Dieser »Zauberberg« brauchte einen Vorspann, der das Publikum neugierig machte. Das gelang mit Hilfe von Erika Mann. Ich interviewte sie am berühmten Schreibtisch ihres Vaters im Thomas-Mann-Archiv der ETH Zürich. Sie erzählte vom Zustandekommen des Romans und Katia Manns großem Anteil daran, denn die so lebendigen, kauzig-vertrackten Schilderungen ihres eignen Kuraufenthalts in Davos arbeitete der Autor weitgehend in den »Zauberberg« ein. Katia Manns Briefe gibt es leider nicht mehr. Das ist schade, sie hatte unermüdlich nach München geschrieben.

Bei meinem Zürcher Aufenthalt lernte ich sie in Kilchberg kennen. Seit Ernst Schnabel die inzwischen Betagte Anfang der fünfziger Jahre bei einem Empfang im Hamburger Rathaus getroffen hatte, war es sein Plan, mehr noch, sein großer Wunsch, daß sie ihr Leben aufzeichnen, wenigstens erzählen möge. Immer hatte sie sich geweigert, mit Inge Jens, der Herausgeberin der Briefe Thomas Manns an Ernst Bertram und später der Tagebücher, die es gern gemacht hätte, stimmte die Chemie nicht, und der Versuch mit einem Studenten der ETH ging nach kurzer Zeit schief.

Als wir uns gegenübersaßen und die Frage wieder aufkam, sagte sie mit ihrer leicht münchnerisch gefärbten Stimme: »Ja, mit der mach ich’s!« Also machten wir’s. Sie bat im voraus um die Fragen, und so schickte ich ihr eine lange Liste mit Dingen, über die ich von ihr etwas wissen wollte. Vieles davon strich sie gleich aus, alles etwa, das in Richtung Feminismus ging – dabei war ihre Großmutter Hedwig Dohm eine engagierte Frauenrechtlerin gewesen, die für das Frauenstimmrecht gekämpft hatte. Auch von Fragen zu ihrer Selbstbestimmtheit wollte sie nichts wissen. Katia Mann hatte als erste Frau in München das Abitur gemacht und studierte Physik und Mathematik, als Thomas Mann sich in ihren Lebensweg stellte. Und so trat sie mit 88 Jahren zum ersten Mal aus der vollkommenen Zurückhaltung der Öffentlichkeit gegenüber heraus. Aus Gründen der »Ziemlichkeit«, wie sie gleich eingangs betonte, habe sie sich diese Zurückhaltung zu Lebzeiten ihres Mannes und danach auferlegt. Außerdem müsse es in der Familie eine Person geben, die nicht schreibe. …“
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https://www.tagesschau.de/ausland/asien/hitzewelle-suedostasien-klima-100.html
Von Jennifer Johnston, ARD Singapur

Thailand, Kambodscha und Vietnam
Südostasien ächzt unter Hitzewelle

Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius mit verheerenden Auswirkungen auf Mensch und Natur: Südostasien leidet unter der längsten Hitzewelle seit Jahrzehnten – verursacht durch eine Mischung aus Klimawandel und El Niño.
In Vietnam treiben Hunderttausende tote Fische an der Wasseroberfläche eines Sees. In Kambodscha verkürzt die Regierung die Unterrichtszeiten in der Schule. In Thailand sind bereits mehr als 30 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Mehr als 40 Grad Celsius zeigt das Thermometer in Südostasien teilweise an. Die gefühlte Temperatur liegt weit höher – bei mehr als 50 Grad Celsius. Das ist lebensgefährlich für Tiere und Menschen. …
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Dienstag, 7.Mai

Heute haben
Volker Braun * 1939
Gerhard Polt * 1942
Almunda Grandes * 1960
Geburtstag.
Und auch noch Peter Tschaikowsky und Johannes Brahms
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„Wenn es überhaupt eine gute Idee gibt, dann die Idee der Skepsis gegenüber allen guten Ideen.“
Gerhard Polt
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Heute Abend ab 19 Uhr
Die erste Seite
Wir stellen vier neue Bücher vor

Johanna Hedman: „Das Trio“
Elizabeth Strout: „Am Meer“
Anna Metcalfe: „Chrysalis“
Als Gast Hanna Münch, die ihr Buch „Hoffentlich gibt’s da oben Currywurst und Kuchen“ vorstellt, das sie gemeinsam mit Katrin Jantz geschrieben hat.

Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei
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Unser heutiger Buchtipp:


Hank Zerbolesch: „Gorbach“
Steidl Verlag € 22,00

In Gorbach im „Kippchen“, in der Bierbutze um die Ecke, treffen sich Menschen, die sich am Rande der Gesellschaft bewegen. Menschen, denen wir nicht über den Weg laufen, oder von denen wir nichts über ihr Leben wissen. Menschen, die einiges auf dem Kerbholz haben, oder mit ihrem Leben nicht (mehr) klar kommen. Buchhalter, Lehrer, Musikerinnen, Schlachter, Junkies, Lkw-Fahrer und eine Polizistin. Alle kennen den irren Ele, der jetzt im Rollstuhl vor sich hinvegetiert, nachdem er der angesagteste Kleinkriminielle des Viertels war.
Hank Zerbolesch schreibt über diese Menschen mit aller Brutalität und auch mit aller Liebe und Zuneigung. Die einzelnen Episoden sind wie an einer Perlenkette aneinandergereiht. Hoffnung gibt es kaum, dafür Gewalt und Perspektivlosigkeit. Trotzdem findet Zerbolesch dafür zarte Zwischentöne und irrwitzige Wortkonstrukte.
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https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/brasilien-unwetter-102.html

Überschwemmungen in Brasilien
Zahl der Toten steigt auf 78

Der Süden Brasiliens erlebt die schwersten Überschwemmungen seit Jahrzehnten. Hunderttausende Menschen sind ohne Strom, Tausende Gebäude zerstört. Mindestens 78 Menschen starben – und es werden noch viele weitere vermisst.
Bei den schweren Überschwemmungen im Süden Brasiliens ist die Zahl der Toten weiter gestiegen. Mindestens 78 Menschen kamen nach Angaben der brasilianischen Zivilschutzbehörde bislang in den Fluten ums Leben. Und die Zahl könnte weiter steigen, denn mindestens 105 Menschen gelten noch als vermisst.
Im Bundesstaat Rio Grande do Sul mussten mehr als 115.000 Menschen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. In mehreren Kommunen wurde der Notstand ausgerufen. Rettungskräfte kämpften gegen die Zeit, um weitere Menschen vor Überschwemmungen und Schlammlawinen zu retten. …
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https://www.tagesschau.de/wirtschaft/verbraucher/werbung-klima-umwelt-schaedlich-warnhinweis-werbespots-fernsehen-youtube-100.html

Werbespots häufig für klimaschädliche Produkte

Einer Studie zufolge wirbt rund ein Drittel aller Werbespots im deutschen Fernsehen und bei YouTube für klimaschädliche Produkte. Liegt darin ein Verstoß gegen den Medienstaatsvertrag?
Im Fernsehen und auf YouTube wird laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Otto Brenner Stiftung und der Uni Leipzig in zu hohem Maße für klimaschädliche Waren und Dienstleistungen geworben. Das verstoße gegen den Medienstaatsvertrag, stellen die Studienautoren fest.
Ein Team von Forschern um den Kommunikationswissenschaftler Uwe Krüger von der Universität Leipzig hatte 9.779 Werbespots mit einer Gesamtdauer von knapp 52 Stunden analysiert und den CO2-Fußabdruck der beworbenen Güter berechnet. „Mit dieser enormen Datenbasis können wir die realistische Aussage treffen, dass der deutsche Werbemarkt im Fernsehen und auf YouTube dem Klima schadet“, sagte Studien-Co-Autorin Katharina Forstmair.
Danach appellieren 30,3 Prozent, also rund 3.000 Spots, an die Zuschauer, klimaschädliche Waren und Dienstleistungen zu erwerben beziehungsweise zu konsumieren. Der Studie zufolge machen dabei TV-Werbebeiträge im Schnitt deutlich häufiger für Klimasünder Werbung als ihre Pendants auf YouTube. In den ausgewerteten Werbeclips der aufrufstärksten Videos der größten deutschen YouTube-Kanäle würde lediglich in rund jedem siebten Beitrag ein „Klimakiller“ angepriesen, heißt es. …
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Am Mittwoch Stammtisch
20:30 Hemperium, Ulm

Am Samstag auf dem Wochenmarkt

Montag, 6.Mai


Heute haben
Luwig Börne * 1786
Rabindranath Tagore * 1861
Christian Morgenstern * 1871
Yasushi Inoue * 1907
Erich Fried * 1921
Franz Mon * 1926
Geburtstag
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Best of Winfried Hermann Bauer

In SeHNot

Save our Souls
Live tickt es von irgendwo
Ich kann jedoch nicht helfen
Torpedos haben meinen Bug zerfetzt
Das Ruder ist zerstört
Irrlichter tanzen durch die Nacht
Sie halten sich an kein Gebot
In diesem Sturm der Worte, Bilder, Zeichen
Bin ich nun selbst in Not
Und immer wach
Der Krieg tobt überall
Scylla und Charybdis tausendfach
Kein Haus, kein Dach, das sicher wär
Ist dir und mir gegeben
Wer trägt die Schuld an dieser Lage
Putin, ein gemeiner Keim, das Pentagon
Pardon
Das ist die falsche Frage

Ganz weit draußen

Müde
Hefte ich mein Auge an den Horizont über dem Meer

Aus meinem Rücken
Ragen Gesetzestexte
Wie stählerne Stützpfeiler
Während ich nach wilden Gerüchen giere
Und nach fremder Musik

Und ich frage mich
Trunken von Teer
Der von den Planken tropft
Worauf warten wir denn
nur

Bis wir die Anker lichten endlich…
Als wäre das Paradies irgendwo da draußen

Auf dem Narrenschiff

Mitschiffs bunte Fähnchen
Halbmond, Sterne hochgehalten
Kein Käpt‘n weit und breit
Überm Ruder hängt der Steuermann
Das Drachensegel knattert
Vom Krähennest ertönt ein schriller Schrei
Leichtmatrosen singen achtern
OM
Auftritt der Teufel
Mit der Sichel in der Hand
Er kappt die Taue, setzt das Deck in Flammen
Der Schiffsrumpf ächzt, neigt sich nach rechts
Es riecht nach Teer, nach Feuer, Rum
Da brüllt der Hein
Auf Moses, höchste Zeit, füttern wir das Bilgenschwein!
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Unser heutiger Buchtipp:

Marie Darrieussecq: „Das Meer von unten
(La Mer à l‘envers)
Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky
Secession-Verlag € 25,00

Rose befindet sich mit ihren beiden halbwüchsigen Kindern auf einer Mittelmeerkreuzfahrt. Ihre Mutter hat diese Reiese finanziert. Vollpension, ohne Alkohol. Es ist kurz vor Weihnachten. Zu dritt leben sie in einer Kabine im 5.Stock mit Bullauge. Die kleine Tochter wartet auf die Bescherung und hofft, dass all ihre Wünsche erfüllt werden. Ihr großer Bruder schaut nur auf sein Smartphone und betont, dass er darauf nur schreiben würde.
In dieser Nacht wacht Rose von ungewohnten Geräuschen auf, zieht sich an und verlässt ihre gemeinsame Kabine. Das Kreuzfahrtschiff nimmt Geflüchtete auf, die auf einem nicht mehr seetauglichen Schiff zu ertrinken drohen. Lange sind die Menschen nicht an Bord, da die italienische Künstenwache sie relativ schnell mitnimmt.
In dieser kurzen Zeit, in den wenigen Momenten, in denen sie mit diesen fremden Menschen in Kontakt kommt, versucht sie dem jungen Younès zu helfen, in dem sie ihm Kleider ihres Sohnes in die Hand drückt und auch noch dessen Handy. Dies hat natürlich Folgen, da der Sohn ohne dieses Teil verzweifelt. Mittels der Suchfunktion kann er sein Telefon an Board lokalisieren. Er findet es jedoch nicht.
Marie Darrieussecq erzählt aus der Sicht der Psychologin Rose über dieses Ereignis und, was deutlich mehr Platz einnimmt, über ihr Leben in Paris, ihre Arbeit, über ihre Familie, ihre Kinder und ihren Mann. Es ist der Alltag, der ihr Leben bestimmt. Ein Umzug steht an. Raus aus der hektischen Stadt nach Clèves, einer Kleinstadt in der Nähe der Pyrenäen.
Aber auch dort haben die Kinder die gleichen Sorgen in der Schule. Das Paradies ist es dort auch nicht. Im Kopf von Rose bleiben die Bilder dieser einen Nacht und als Younès sich auf ihrem Handy meldet, versucht sie sich um ihn zu kümmern und taucht kurzfristig ein in die Welt der Geflüchteten im Lager von Calais.
Dies alles schreibt sie in einem sehr freundlich Ton, in dem das Alltagsleben ihrer Familie im Mittelpunkt steht. Ein Buch voller Empathie und Menschenfreundlichkeit, in der die Probleme der Kinder und ihrer Ehe deutlich mehr Raum einnehmen, als die fremde Welt der Geflüchteten. Ein Buch über enttäuschte Träume und gescheiterte Hoffnungen auf beiden Seiten.



Freitag, 26.April



26.April, 1986, der Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl
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Heute haben
Ludwig Uhland * 1787
Arno Holz * 1863
Carl Einstein * 1885
Ludwig Wittgenstein * 1889
Bernard Malamud * 1914
Geburtstag
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Ludwig Uhland
Lauf der Dinge

An jedem Abend geh‘ ich aus,
Hinauf den Wiesensteg.
Sie schaut aus ihrem Gartenhaus.
Es stehet hart am Weg.
Wir haben uns noch nie bestellt,
Es ist nur so der Lauf der Welt.

Ich weiß nicht, wie es so geschah,
Seit lange küss‘ ich sie.
Ich bitte nicht, sie sagt nicht: ja!
Doch sagt sie: nein! auch nie.
Wenn Lippe gern auf Lippe ruht,
Wir hindern’s nicht, uns dünkt es gut.

Das Lüftchen mit der Rose spielt,
Es fragt nicht: hast mich lieb?
Das Röschen sich am Thaue kühlt,
Es sagt nicht lange: gieb!
Ich liebe sie, sie liebet mich,
Doch Keines sagt: ich liebe dich!
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Werner Herzog: “ Jeder für sich und Gott gegen alle
Erinnerungen
Fischer Taschenbuch € 16,00

Als Filmemacher gilt Werner Herzog als einer der bedeutendsten in Deutschland. Dass er viel gereist und zu Fuß nach Paris gewandert ist, um durch dieses Gelübde einer Freundin das Leben zu retten, gab es schon als Buch. Sein Streit mit Kinski im Urwald ging durch die Presse. Aber dass Herzog so ein begnadeter Schriftsteller ist, wird hier sichtbar. Mit staunendem Blick schaut auf die Welt und sein Werk, erzählt über seine katholische Kindheit, seine (oft extreme) Arbeit als Filmemacher und schreibt über seine eindrückliche Erlebnisse in der unberührten Natur, zu der es ihn immer wieder hingezogen hat und über seine vielen Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen.
Ein Leseerlebnis der besonderen Art, jetzt als Taschenbuch.
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Donnerstag, 25.April

Heute haben
Clarin * 1852
Claude Mariac * 1914
Albert Uderzo * 1927
José A.Valente * 1929
Per Gunnar Evander * 1933
Elfriede Czurda * 1946
Geburtstag
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Am Wochenende vielleicht:

Ludwig Uhland
Lob des Frühlings

Saatengrün, Veilchenduft,
Lerchenwirbel, Amselschlag,
Sonnenregen, linde Luft!
Wenn ich solche Worte singe,
Braucht es dann noch große Dinge,
Dich zu preisen, Frühlingstag!
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Unser Buchtipp:


Constance Debré: Love Me Tender
Aus dem Französischen von Max Henninger
Matthes & Seitz Verlag € 20,00

Habe ich vor ein paar Tagen die Paris-Trilogie von Colombe Schneck vorgestellt, folgt jetzt eine weitere Abrechnung mit dem Pariser Geldadel. Das ist jedoch nur ein Teil dessen, was die französische Autorin Debré in ihrem Roman zeigen will. Auch hier versteckt sie sich nicht hinter literarischen Figuren, sondern schreibt über sich selbst, wie u.a. auch Ernaux und Eribon.
Eine Frau, aus den höchsten Kreisen, bricht nach 20 Jahren aus ihrer Ehe aus, verlässt Mann und Sohn, um öffentlich ihre Homosexualität zu leben. Ihr Mann entzieht ihr das Sorgerecht um das gemeinsame Kind und es entsteht ein jahrelanger gerichtlicher, als auch persönlicher Kampf. Gleichzeitig lebt sie ihre Liebe zu Frauen exzessiv aus und holt wohl das nach, was ihr jahrelang gefehlt hat.
Auch ihren Beruf als Richterin hängt sie an den Nagel, um als Schriftstellerin zu leben und zu arbeiten.
Constance Debrés Roman ist eine harsche Kritik an den Institutionen, an den Hierarchien, den Klassenschranken und an die Erwartungen an eine Frau und Mutter. Ein intensiver Roman, der in seiner Wucht nicht die sensiblen Seiten dieser Frau und Mutter aufzeigt.
Ein beonderer Roman auf dem Neuerscheinungstisch.

Leseprobe
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Verteidigt die Demokratie!
75 Jahre Grundgesetz

Di, 14. Mai 2024, 19:00 Uhr im Haus der Begegnung, Ulm
Podium mit Heinrich Bedford-Strohm, Felix Steinbrenner (lpb), Ella Oswald (rpj Ulm)


Das Grundgesetz – das Fundament unserer Demokratie – wird am 23. Mai 75 Jahre alt. Anlässlich dieses geschichtsträchtigen Jahrestages sprechen wir mit Heinrich Bedford-Strohm  über die Zukunft unserer Demokratie und ihre Bedeutung für die Kirche. Ella Oswald vom Ring der politischen Jugend und Felix Steinbrenner von der Landeszentrale für politische Bildung geben ihre Statements ab und befragen die Perspektive von Theologie und Kirche. Hat Kirche zur Demokratie etwas Wesentliches beizutragen?

Eintritt 6,00 EUR/erm. 4,00 EUR
Veranstalter: EBAM in Kooperation mit dem HdB

Dienstag, 23.April


Heute haben
William Shakespeare * 1564
Richard Huelsenbeck * 1892
Vladimir Nabokov * 1899
Haldór Laxness * 1902
Dietrich Schwanitz * 1940
Andrej Kurkow * 1961
Geburtstag
und es ist der Welttag des Buches und des Bieres.
Todestag haben heute
Cervantes + 1850
W.Wordsworth + 1850
R.Huelsenbeck + 1892
R.D.Brinkmann + 1975
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„Reich ist man nicht durch das, was man besitzt, sondern vielmehr durch das, was man mit Würde zu entbehren weiß.“
Immanuel Kant
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Unser Lesetipp:


Elizabeth Strout: „Am Meer
Aus dem Amerikanischen von Sabine Roth
Luchterhand Verlag € 24,00

Zum vierten Mal erzähl die us-amerikanische Striftstellerin Elizabeth Strout aus dem Leben von Lucy Barton. Mehrfach wurde Lucy in ihrem Leben aus der Bahn geworfen. In großer Armut aufgewachsen, hat sie sich von ihrer Familie distanziert und ist nach New York gezogen. Mit William hat sie zwei Töchter bekommen, sich später scheiden lassen. Ihr zweiter Mann ist in „Am Meer“ gerade vor einem Jahr gestorben. Nun ereilt sie ein Anruf von William, dass sie ihre Koffer packen soll, er nimmt sie mit nach Main. Sie versteht nicht, warum und warum so schnell. Die Corona Epidemie und den drohenden Lockdown hat sie nicht wahrgenommen. Auf dem Land, in einem Haus am Meer, wird ihr erst die ernste Lage bewusst, als die ersten Todesmaldungen von Bekannten eintreffen.
In dieser Einsamkeit fühlt sie sich zuerst unwohl, bekommt aber Kontakt zu neuen Bekannten. Allerdings sind ihre Gedanken bei ihren erwachsenen Töchtern und deren Ehen. Vieles geht ihr auf ihren langen Spaziergängen im Kopf herum.
Elizabeth Strout ist zwei Jahre älter als ich und ich kann das, was sie aufschreibt nachvollziehen, obwohl sie als Frau und Mutter schreibt. Diese Zeit der Umbrüche im Privaten und auf der ganzen Welt waren mir sehr nah und haben mich länger beschäftigt.
Wer die Romane von Elizabeth Strout gelesen hat, kennt auch Olive Kitteridge. Sie lebt in einem Altersheim ganz in der Nähe von Lucys Haus am Meer, wie wir durch eine gemeinsame Bekannte der beiden, lesen können. So tauchen diese beiden literarischen Figuren in einem Buch auf, ohne, dass sie sich kennen. Aber wir. Wie schön.

Montag, 22.April


Heute haben
Henry Fielding * 1707
Madame de Stael * 1766
Ludwig Renn * 1889
Guillermo Cabrera Infante * 1929
Louise Glück * 1943
Peter Weber * 1968
Geburtstag
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Friedrich von Schiller

Schön ist der Friede!
Ein lieblicher Knabe
Liegt er gelagert am ruhigen Bach,
Und die hüpfenden Lämmer grasen
Lustig um ihn auf dem sonnigten Rasen,
Süßes Tönen entlockt er der Flöte,
Und das Echo des Berges wird wach,
Oder im Schimmer der Abendröte
Wiegt ihn in Schlummer der murmelnde Bach.
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Unser Buchtipp:


Colombe Schneck: „Paris-Trilogie“
Aus dem Französischen von Claudia Steinitz
Rowohlt Verlag € 24,00

Als mir der Rowohlt Vertreter das knapp über 200 Seiten starke Buch vorstellte und meinte, dass diese Paris-Trilogie in Frankreich ein riesiger Erfolg sei, dachte ich, dass dies der erste Band von dreien sei. Weit gefehlt. Er beinhaltet tasächlich drei Kurzromane, die 2015, 2019 und 2021 erschienen sind.
Colombe Schneck, geboren 1966, wächst ohne Sorgen in der besten Lage in Paris auf. Sie geht auf die bedeutendsten Schulen, bewegt sich im Pariser Geldadel und merkt erst später, wieviele Leerstellen sich in ihrer Biografie befinden. Inspiriert von der Nobelpreisträgerin Annie Ernaux, scheibt sie im ersten Roman über eine Abtreibung, die sie mit 17 Jahren hatte. Im zweiten Band erzählt sie über ihre Freundschaft zu Heloise, einem Mädchen, die sich in den höchsten Kreisen bewegt. Sie stirbt mit knapp 50 an Krebs. Colombe Schneck schreibt über die Welt der Reichen und Mächtigen. Aber auch über die Stellung der Frau. Dachte sie noch, dass es doch Gleichberechtigung gibt, muss sie feststellen, dass diese nicht einmal in diesen Familien umgesetzt worden ist. Im dritten Band schreibt sie über ein Liebe mit 50 Jahren, die zwar nur neun Monate hält, sie aber sie nachhaltig beeinflusst hat.
Colombe Schneck schreibt sehr reduziert. Da ist kein Wort zuviel. Sie versteckt sich auch nicht hinter erfundenen Namen, sondern ist Colombe Schneck im Roman, und seziert diese Oberschicht, die in Frankreich das Sagen hat. Dort einen eigenen Weg zu finden und zu gehen ist ihr mit ihrem Schreiben gelungen.

Leseprobe
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Auf tagesschau.de a, 22.4.24

U-Klimabericht 2023
Mehr Hitzewellen, mehr Hitzetote

Das Jahr 2023 war laut dem EU-Klimabericht das heißeste seit Beginn der Aufzeichnungen. Das hat auch gravierende Folgen für die Gesundheit: Immer mehr Menschen sterben an den Folgen extremer Hitze.
Zunehmend mehr Menschen in Europa sterben am Hitzetod. In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Todesfälle aufgrund von Hitze um rund 30 Prozent gestiegen, das zeigt ein gemeinsamer Bericht zum „Zustand des europäischen Klimas 2023“ des EU-Klimadienstes Copernicus und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO).
Die Zahl der hitzebedingten Todesfälle hat demnach in ganz Europa zugenommen, nämlich in 94 Prozent der Regionen. In Städten seien die Folgen besonders schlimm, weil sich Städte stärker erhitzten, erklärte WMO-Direktor Chris Hewitt.
Seit 1970 sei extreme Hitze die Hauptursache für wetter- und klimabedingte Todesfälle in Europa. 23 der 30 schwersten Hitzewellen hätten sich seit dem Jahr 2000 ereignet, fünf davon in den zurückliegenden drei Jahren. …

Hier ist der komplette Artikel.
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Am 1.Mai geht es los.
App runterladen, anmelden, einem Team beitreten (u.a. Team Jastram) und mit Lust und Laune Kilometer sammeln.


Am 9.Juni ist Gemeinderatswahl in Ulm.
Wählen gehen und AfD verhindern.

Samstag, 20.April


Heute haben
Pietro Aretino * 1492
Herman Bang * 1857
Hermann Ungar * 1893
Arto Paasilinna * 1942
Geburtstag
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Heinrich Seidel

April, April, der weiß nicht was er will.
Bald Regen und bald Sonnenschein,
Dann schneit’s auch wieder zwischendrein.
April, April, der weiß nicht was er will.

Nun seht, wie es wieder stürmt und weht.
Und jetzt, oh weh,
nun kommt er gar mit Schnee.
April, April, der weiß nicht was er will.
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Passend zur gestrigen Stadtradel-Ankündigung:


I love my bike
Geschichten vom Fahrradfahren
Ausgewählt von Marion Hertle
Mit exklusiven Geschichten von Lena Gorelik und Teresa Präauer
und Illustration von Sempé (passend zu seiner Geschichte)
Diogenes Verlag € 14,00

Ja, das mit dem Fahrradfahren ist es so eine Sache. Beliebt sind sie nicht im Stadtverkehr. Immer wieder mal über ne rote Ampel, über den Gehweg, oder zwischen den Autos durch. Gleichzeitig sind Radelnde auf Autofahrende nicht gut zu sprechen. Gerade dann, wenn der Radstreifen knapp an parkenden PKWs vorbeiführt und immer die Angst mitschwingt, dass ne Autotür aufgeht.
Aber in diesem Sammelband geht mal nicht darum, sondern um Frischluft und Freiheit, um kleine Glücksmomente und lauwarmen Fahrtwind um die Ohren.
Oder etwa doch nicht. Also wenn Urs Widmer mit seinem Verleger durch die Schweizer Berge radeln muss, sprich: ihm hinterherhechelt, dann ist eher das große Schwitzen angesagt. Oder wenn er im Urlaub Kilometer sammelt und sie Oliven, wie in Alex Rühles Erzählung. Jeder kennt diese „Glücksmomente“ und so berichten SchriftstellerInnen genau darüber. Patrick Süskind ist dabei und (ach wie toll) Jean-Jacques Sempés mit seinem Fahrradhändler und viele, viele andere bekannte Namen.
Der Diogenes Verlag hat in seiner Themenreihe wieder eine wunderbare, kurzweilige, sehr lustige Auswahl getroffen.

Und deshalb weise wir hier passend auf das Stadtradeln und die Glücksmomente in Ulm hin.

Das Stadtradeln in Ulm steht vor der Tür.
Also raus mit den Rädern und vom 1.5. bis 21.5.2024 Kilometer sammeln.
Auch dieses Jahr gibt es wieder das Team Jastram.
Wenn Sie also Lust haben mit uns im Team mitzuradeln, dann auf die Seite gehen
https://www.stadtradeln.de/home und mitmachen.
Oder mit dem Smartphone die App herunterladen und wenn Sie schon einmal mitgeradelt sind, sind Ihre Daten noch hinterlegt. Dort können Sie auch Ihre Strecken anschauen und die Kilometer werden automatisch gesammelt.
Ich freue mich auf weitere Teammitglieder (wir sind schon fünf. Juhu!) und dann geht es los.
Kein Wettbewerb, kein Stress. Einfach radeln, Spaß haben und Kilometer eintragen.


Donnerstag, 18.April

Heute haben
Thomas Middleton * 1580
José Bento Montairo Lobato * 1882
Udo Werner Steinberg * 1913
Kathy Acker * 1948
Geburtstag
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Joseph von Eichendorff
Wechsel

Es fällt nichts vor, mir fällt nichts ein,
Ich glaub die Welt steht still,
Die Zeit tritt auf so leis und fein,
Man weiß nicht, was sie will.

Auf einmal rührt sich’s dort und hier —
Was das bedeuten mag?
Es ist, als hörtst du über dir
Einen frischen Flügelschlag.

Rasch steigen dunkle Wetter auf,
Schon blitzt’s und rauscht die Rund
Der lust’ge Sturmwind fliegt vorauf —
Da atm ich aus Herzensgrund.
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Unser Buchtipp:


Claire Keegan: „Reichlich spät
Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser
Steidl Verlag € 15,00

Claire Keegans Veröffentlichen in Deutschland sind ja immer recht schmal. „Reichlich spät“ ist mit seinen 64 Seiten und einem großen Druck schnell gelesen. Aber Achtung: Der Text ist so dicht (kein Wort zu viel und keines zu wenig), dass auch Sie sich ein zweites Mal an die Lektüre machen.
Wieder spielt ein Mann eine wichtige Rolle. War es bei „Das dritte Licht“ der Onkel des Mädchens und bei „Kleine Dinge wie diese“ der Familienvater und Kohlenhändler, so ist es hier ein Büroangestellter in Dublin, der im Bus, auf dem Weg nach Hause über seine Beziehung zu einer Frau nachdenkt, mit der zusammengezogen ist und die er auch heireten wollte. Aber „Reichlich spät“ ist Sabine aufgefallen, dass er nicht zu ihr passt, dass er übergriffig wird, ihr keine Luft lässt, ihr die Lust an ihrer Lebensfreunde nimmt und er sie mit seinen Lebensvorstellungen unterdrückt.
Claire Keegan ist hier ein intensiver, ruhiger Text zum großen Thema Misogynie gelungen und zeigt, wie Frauenfeindlichkeit tief verwurzelt in der Gesellschaft und in den familiären Biografien ist.
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Auf tagesschau.de gefunden:

Studie des Potsdam-Instituts
Der Klimawandel bedroht die Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft könnte wegen dem Klimawandel um ein Fünftel einbrechen. Davor warnen Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung in einer neuen Studie. Auch für Beschäftigte hätte das Folgen.
Die Weltwirtschaft droht einer neuen Berechnung zufolge durch Folgen der Erderwärmung bis Mitte des Jahrhunderts um rund ein Fünftel zu schrumpfen – und das sogar, wenn der Ausstoß klimaschädlicher Gase künftig drastisch gesenkt würde.
Andernfalls sind noch deutlich größere wirtschaftliche Schäden als jene 38 Billionen US-Dollar pro Jahr zu erwarten, wie Forscher des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) in einer heute im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlichten Studie berechnet haben. 
Diese Schäden würden damit sechsmal höher ausfallen als die veranschlagten Kosten für Klimaschutzmaßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung auf maximal zwei Grad, schreiben die Autorinnen und Autoren des PIK. …

Hier geht es zum kompletten Beitrag.
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Klimaliste Ulm / Unser Team bei der Wahl zum Gemeinderat Ulm am 9.Juni