Dienstag, 11.September

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Heute haben
Peter Hille * 1854
O.Henry * 1862
D.H.Lawrence * 1885
Theodor W.Adorno * 1903
Joachim Fernau * 1909
Geburtstag.
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Gottfried Keller
Jugendgedanken

Ich will spiegeln mich in jenen Tagen,
Die wie Lindenwipfelwehn entflohn,
Wo die Silbersaite, angeschlagen,
Klar, doch bebend gab den ersten Ton,
Der mein Leben lang,
Erst heut noch, widerklang,
Ob die Saite längst zerrissen schon;

Wo ich ohne Tugend, ohne Sünde,
Blank wie Schnee vor dieser Sonne lag,
Wo dem Kindesauge noch die Binde
Lind verbarg den blendend hellen Tag:
Du entschwundne Welt
Klingst über Wald und Feld
Hinter mir wie ferner Wachtelschlag.

Wie so fabelhaft ist hingegangen
Jener Zeit bescheidne Frühlingspracht,
Wo von Mutterliebe noch umfangen
Schon die Jugendliebe leis erwacht,
Wie, vom Sonnenschein
Durchspielt, ein Edelstein,
Den ein Glücklicher ans Licht gebracht.

Wenn ich scheidend einst muss überspringen
Jene Kluft, die keine Brücke trägt,
Wird mir nicht ein Lied entgegenklingen,
Das bekannt und ahnend mich erregt?
O die Welt ist weit!
Ob nicht die Jugendzeit
Irgendwo noch an das Herz mir schlägt?

Träumerei! Was sollten jene hoffen,
Die nie sahn der Jugend Lieblichkeit,
Die ein unnatürlich Los getroffen,
Frucht zu bringen ohne Blütenzeit?
Ach, was man nicht kennt,
Danach das Herz nicht brennt
Und bleibt kalt dafür in Ewigkeit!

In den Waldeskronen meines Lebens
Atme fort, du kühles Morgenwehn!
Heiter leuchte, Frühstern guten Strebens,
Lass mich treu in deinem Scheine gehn!
Rankend Immergrün
Soll meinen Stab umblühn,
Nur noch ein Mal will ich rückwärts sehn!
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Mac Barnett / Jon Klassen:Der Wolf, die Ente und die Maus
Nord-Süd Verlag € 15,00
Bilderbuch ab 5 Jahren

Endlich wieder ein neues Bilderbuch von Mac Barnett (Text) und Jon Klassen (Illustrationen). Nach „Sam und Dave graben ein Loch“ (Was für ein Spaß) und Extra Garn“ (Eine herrliche Wintergeschichte) geht es jetzt ins Innere des Wolfes. Der frisst nämlich zu Beginn der Geschichte einfach mal die kleine, süße Maus. Was eigentlich schon das Ende des Buches sein könnte. Aber es ist gar nicht so dunkel im Bauch des Wolfes. Eine Ente wohnt dort sehr angenehm mit Tisch und Bett und Schallplatten-spieler. Sie ist hier drin, ohne Angst zu haben, dass sie gefressen wird. Ha! Die beiden machen es sich gemütlich, kochen, dancen zur Musik und besorgen sich durch einen Trick auch noch Rotwein für das köstliche Mal. Dem Wolf bekommt das nicht so gut und er jault ganz jämmerlich, so dass der Jäger auf ihn aufmerksam wird. Den müssen die beiden verjagen, damit sie ihr behagliches Zuhause behalten können.
Wie die Geschichte endet, verrate ich hier nicht.
Ein herrliches Bilderbuch, das so vieles auf den Kopf und in Frage stellt.

Hier erleben wir Mac und Jon im Inneren des Wolfes.

Freitag, 17.August

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Heute haben
Theodor Däubler * 1876
Ted Hughes * 1930
VS Naipaul * 1932 (Nobelpreis 2001 und vor ein paar Tagen gestorben)
Herta Müller * 1953
Jonathan Franzen * 1959
Geburtstag.
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Purpurschwere, wundervolle Abendruhe,
grüßt die Erde, kommt vom Himmel, liebt das Meer.
Tanzgestalten, rot gewandet, ohne Schuhe,
kamen rasch, doch sie versinken mehr und mehr.
Theodor Däubler
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Einat Tsarfati:Wie sieht es aus in unserm Haus?
Bilderbuch ab 4 Jahren
Annette Betz Verlag € 14,95

In jedem Stockwerk sehen die Wohnungstüren anders und geheimnisvoll aus: eine Tür mit lauter Schlössern, eine mit matschigen Fußabdrücken davor, bei einer riecht es nach Fisch und im 4. Stock geht immer das Licht aus … Wer da wohl wohnt? Und wie sieht es hinter den Türen in den Wohnungen der Nachbarn aus? Tsarfati lässt uns zuerst raten und macht dann die jeweilige Türe auf. Was wir dann entdecken, ist ein fantasievolles Interieur, das wir wirklich nicht erwartet hätten. Aber in unseren Gedanken ist ja so Vieles möglich. Hinter der letzten Türe wohnt das Mädchen und ihre Eltern. Oh, sind die langweilig, teilt das Mädchen uns mit. Von wegen. Kaum ist die Türe zu, die Kleine im Bett, verwandeln sich die Eltern. Aber: Sie haben sich auf jeden Fall lieb. Egal ob langweilig, oder im Superman-Kostüm.

Donnerstag, 26.Juli

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Heute haben
George Bernard Shaw * 1856
André Murois * 1885
Aldous Huxley * 1894
und halt auch Mick Jagger * 1943
Geburtstag
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Rudolf G.Binding
Mond und Trinker

Schlaf ein, o Mond,
schlaf ein auf meinem Becher.
Ich seh dir zu.
Ich seh dir zu, o Mond, – ein Zecher
so still wie du.

So still wie du,
mit dir und fast gestorben
durchwandle ich ein nächtliches Bereich.
Wir sehn uns zu.
Du trinkst aus meinem Becher:
und wir sind gleich.
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Für meinen Sohn Harland.
ich habe dieses Buch in den ersten zwei Monaten deines Lebens geschrieben, als ich versuchte, mir auf das Ganze einen Reim zu machen.

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Oliver Jeffers:Hier sind wir
Anleitung zum Leben auf der Erde
Aus dem Amerikanischen von Anna Schaub
Bilderbuch ab 5 Jahre
NordSüd Verlag € 16,00

Ja! Ein neues Bilderbuch von Oliver Jeffers, dem wir die beiden Bilderbücher mit den Farbstiften und die Elchgeschichte, und und und verdanken.
Jeffers ist Vater geworden und hat seinem Sohn, diesem neuen Neuankömmling etwas in die Hand gegeben, was man auf dieser Welt, über diese Welt wissen muss.
Aber auch: „Achte gut auf die Erde, denn es ist die einzige, die wir haben.
Verantwortung, Toleranz, Respekt sind genauso wichtig, wie ein großes Interesse an der Erde. Es gibt Momente der Ruhe, aber meist rast die Zeit an uns vorbei. Deshalb rät er seinem Sohn, seine Tage zu nutzen. Es gibt Tage für die Arbeit und die Nacht zum Schlafen. Berge und das tiefe Meer. Wir wissen sehr viel, aber längst noch nicht alles. Und da es nur diese eine Welt gibt, sollten wir achtsam mit ihr, mit uns umgehen.
Eines ist Oliver Jeffers sehr wichtig: Wenn sein Sohn eine Frage hat, so ist er in seiner Nähe. Und wenn dann mal doch nicht, gibt es seine Familie und viele viele andere, sehr unterschiedliche Menschen.
Oliver Jeffers schreibt diese Botschaft in wenigen Worten auf und mit vielen großartigen Bildern. Ich wünschte mir ein großes Poster, ein Kalender, damit man es an die Wand hängen kann.

„Wollen wir eine neue Regel einführen?
versuche immer etwas netter zu sein, als du eigentlich sein müsstest?“
J.M.Barrie