Mittwoch, 24.Januar


Heute haben
Pierre Augustin Caron de Beaumarchais * 1732
E.T.A.Hoffmann * 1776
Edith Wharton * 1862
Vicki Baum * 1888
Eugen Roth * 1895
Milada Souckova * 1899
Wolf von Niebelschütz * 1913
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„Es ist eine Krankheit der Menschen, dass sie ihr eigenes Feld vernachlässigen,
um in den Feldern der anderen nach Unkraut zu suchen.
Vicki Baum
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Gestern ausgepackt:


Peter Stamm: „Eine Fantasie der Zeit

Poetikvorlesung
S.Fischer Verlag € 24,00

„Ich bin ein Wanderer ohne Proviant, alles, was mir einfällt, fließt sofort in den Text.“

Über das eigene Schreiben geht es in diesen drei Teilen der Züricher Poetikvorlesung.
Peter Stamm geht aber einen verzwickten Weg.
Beim Schreiben seines letzten Buches „In einer dunkelblauen Stunde“ wurde er von zwei Dokumentarfilmern begleitet, die daraus „Wechselspiel“ gemacht haben.
So schreibt und spricht der Autor über sich, über das Entstehen des Buches und des Filmes und wie sich Realität und Fiktion miteinander verquicken. Wie der Protagonist des Buches Dinge tut und sagt, was dem Autor passiert ist. Wie sich das Filmepaar sich im Buch wiederfindet. Also eine dreifache Rolle rückwärts und Salto vorwärts:
Peter Stamm schreibt, wann er zu Schreiben beginnt, dass er die absolute Langeweile braucht. Er schreibt über fiktionales, autofiktionales Schreiben. Dass sich früher Autoren (z.B. Charles Dickens) sich ins Fiktionale gerettet haben um Biografisches zu erzählen. Da es aber heute keine Tabus mehr gibt, hat sich die Rolle des Autors radikal verändert. Er zitiert Julia Franck und deren letzten Roman „Welten auseinander“, auf dessen Titelblatt nicht mehr „Roman“ steht.
Peter Stamm sieht sich als Jäger und Sammler, nimmt alles mit, was ihm am Wegesrand auffällt und macht daraus einen Roman, eine Erzählung. Was davon dann Fiktion oder Realität ist, bleibt der lesenden Person überlassen.,

Leseprobe


Teil 1 der Zürcher Poetikvorlesung. Peter Stamm ab ca. Minuten 22.

Teil 2, ab Minuten 20.

Teil 3 und auch wieder ab ca. Miunte 20.

Mittwoch, 3.Januar

Heute haben
J.R.R.Tolkien * 1892
Maxie Wander * 1933
Geburtstag
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„Viele Menschen haben nicht die Kraft, anderen etwas zu geben, sie bauen Kälte um sich und leiden schrecklich unter ihrer Isolation.“
Maxie Wander (1933 – 1977) aus: „Guten Morgen, du Schöne“
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Eine wichtige Wiederentdeckung, auch in Zeiten der Kriege in der Ukraine und in Israel/Gaza:


Peter Flamm: „Ich?
S.Fischer Verlag € 22,00

„Schriftsteller oder nicht, jeder ist verdammt – oder gesegnet –, die spukhaften Blasen, die aus den dunkel brodelnden Wassern seines Unbewussten steigen, zu bekämpfen.“
Peter Flamm

Sebastian Guggolz, der in seinem gleichnamigen Verlag, alte literarische Schätze hebt, hat vom S.Fischer Verlag den Auftrag bekommen, sich um Romane zu kümmern, die der Verlag einst veröffentlichte, die großen Erfolg hatten, mittlerweile aber vergessen sind.
Das ist ihm mit „Ich?“ von Peter Flamm mehr als gelungen.
1926 erschien dieser expressionistische Roman und wurde begeistert besprochen.
Am letzten Tag des Ersten Weltkrieges begibt sich Hans aus seinem Schützengraben, stolpert über einen toten Kameraden und nimmt dessen Ausweis an sich. Aus Hans wird Wilhelm.
Zuhause angekommen wird er freudig begrüßt, seine Frau und seine Freunde erkennen ihn als Wilhelm wieder, nur der Hund wittert Verdacht.
In einem langen Selbstgespräch, voller Selbstzweifel, wissen Hans/Wilhelm und wir nicht genau, erkennt sein Umfeld wirklich den wahren Heimkehrer? Hat der Krieg Hans vielleicht so verändert, dass er meint ein anderer zu sein?
Peter Flamms schmales Romandebüt bleibt verwirrend und lässt einem beim Lesen nicht mehr los.
Fast hundert Jahre alt und doch hochaktuell, auch was die benutzte Sprache anbelangt, gehört dieser Roman zu den Entdeckungen des letzten Jahres und hat hoffentlich noch länger die Möglichkeit oft gelesen zu werden.

Leseprobe

Peter Flamm, bürgerlich Erich Mosse, 1891 in Berlin geboren, begann schon während seines Medizinstudiums, in den Zeitungen seines Onkels Rudolf Mosse Feuilletons und kleinere Erzählungen zu veröffentlichen. 1926 sorgte sein psychologischer Debütroman »Ich?« bei S. Fischer für Furore. In den folgenden Jahren verfasste er neben seiner medizinischen Praxis drei weitere Romane, bis er als Jude 1933 mit seiner Frau Marianne aus Deutschland nach Paris und 1934 nach New York emigrieren musste. Dort ließ er sich als Psychiater nieder; sein berühmtester Patient war der Literaturnobelpreisträger William Faulkner, Berühmtheiten wie Albert Einstein und Charlie Chaplin gingen in seinem Haus ein und aus. 1963 starb er in New York.
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Samstag, 23. Dezember


Heute haben
Martin Opitz * 1597
Mathilde Wesendonck * 1828
Alfred Ehrenstein * 1886
Friedrich Wolf * 1888
Giuseppe Tomasi di Lampedusa * 1896
Norman MacLean * 1902
Donna Tartt * 1963
Geburtstag
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Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all´!
zu Jastram her kommet von allüberall,
und seht, was in dieser belesenen Nacht
der Samy mit Büchern für Freude uns macht.

Thomas Dietrich
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„Worte in finsteren Zeiten“
Herausgegeben von: Oliver Vogel, Sophie von Heppe, Maren Baier, Michael Reinfarth
S.Fischer Verlag € 20,00

Viele Menschen haben seit dem Krieg in der Ukraine und dem Überfall der Hamas auf Israel das Gefühl, keine Worte mehr zu haben für die Welt – für die Gewalt, die Trauer, die Angst und die Ungewissheit.
Unglaublich viele Autorinnen, Autoren und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben nach solchen Worten gesucht – bei den Schreibenden und Denkenden aller Zeiten und Länder. Sie haben Texte, Sätze und Gedichte gefunden, die Mut machen und Halt geben. Und es in unseren Köpfen heller werden lassen, in finsteren Zeiten.
Das sehr schön gestaltete Buch, mit dem geprägten Deckblatt, entsandt innerhalb kürzester Zeit, damit wir darin, während der Weihnachtsfeiertage, blättern können und merken, wie gut uns Literatur helfen kann.

„Worte, von Schweigenden gefühlt, sind schön.“
Emily Dickinson

Leseprobe

Freitag, 15.Dezember


Heute haben
Ferdinand Hardekopf * 1876
Hans Carossa * 1878
Maxwell Anderson * 1888
Edna O`Brian * 1930
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Allein

Bin ich immer
Wenn die Nacht kommt
Und mir die Welt nimmt
Wenn in meinem Herzen wild
Die Blätter treiben
Die der Sturm noch am Abend
Aus meiner Krone riss
Was für ein Glück
Wenn Dein Licht am Morgen wieder
Auf mich wartet
Ich weiß
Ich bin nicht allein
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Zum 15. Dezember ziehen wir ein Kinder-Jugendbuch aus dem Regal, das uns vor Jahren sehr bewegt hat und das wir immer vorrätig haben.


Sara Pennypacker: „Mein Freund PAX
Fischer Taschenbuch € 10,00
ab 11 Jahren
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Gestern Abend las Frank Maier in der Kneipe „Stadt Heidenheim“ aus seinem biografischen Buch „Warum die Liebe den Idioten überlassen„. Spät angefangen, wenig Publikum, aber ein toller, frecher, witziger, informativer Abend über die Ulmer Musikszene, den Wiley Club, das 113, das Roxy, das Café Fortschritt und natürlich New York und die dortigen Jazz Clubs.
Wer also wissen will, wie wild es damals hier zuging, ist mit diesem Roman bestens bedient und unterhalten.

Mittwoch, 13.Dezember


Heinrich Heine * 1797
Laurens van der Post * 1906
Ross Macdonald * 1915
Robert Gernhardt * 1937
Howard Brenton * 1942
haben heute Geburtstag
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Von der Katze lernen heißt liegen lernen.
Robert Gernhardt
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Heute ziehen wir wieder ein Buch aus dem Regal.
Dieses Mal ein sehr bewegender Roman darüber, wenn ein Kind plötzlich bei einem Unfall verstirbt.
Das Buch war nicht leicht zu verkaufen, obwohl es so warmherzig und nicht wehmütig geschrieben ist.
Vielleicht entdecken Sie ihn jetzt. Es würde mich freuen.


Sarah Kuttner: „Kurt“
S.Fischer Verlag € 12,00
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Gestern gab es im Donaubüro eine sehr interessante Buchpräsentation.
Wie tickt die russische Gesellschaft?
Vorgestellt von zwei Journalisten, die seit Jahrzehnten das Land besucht haben.


Gesine Dornblüth und Thomas Franke: „Jenseits von Putin
Russlands toxische Gesellschaft
Herder Verlag € 20,00

Sie berichteten über ihre Reisen, über Bekannte und Freunde, die sie über die Jahre befragt haben. Über die schleichenden Veränderungen seit 2002, seit 2014 und seit dem Krieg gegen die Ukraine.
Sie wissen auch keine Lösung, wie es wieder zu einer Annäherung zwischen Deutschland und Russland kommen kann, zeigen aber in einzelnen Themenblöcke, was heute anders, als vor zehn, zwanzig Jahren ist und es damals noch möglich gewesen wäre, auf die Straße zu gehen, um zu demonstrieren. Heute jedoch nicht mehr. Und das aus verschiedenen Gründen.

Thomas Franke hat dann noch auf das folgende Buch hingewiesen:


Gesine Dornblüthund Thomas Franke: „Ruhnlose Helden

Ein Flugzeugabsturz und die Tücken deutsch-russischer Verständigung
be.bra Verlag € 20,00

Am 6. April 1966 stürzte ein sowjetischer Jagdbomber in den West-Berliner Stößensee. Obwohl die beiden Piloten womöglich ihr Leben opferten, um Hunderte Menschenleben zu retten, wurden sie später in Ost und West nur halbherzig geehrt. Dieses Buch rekonstruiert die dramatischen Ereignisse, die damals die Weltöffentlichkeit in Atem hielten, und es zeigt, wie die Erinnerung daran bis heute nachwirkt.

Thomas Franke verwies dann noch auf sein neues Buch, das in einer kleinen Auflage gedruckt worden ist und bei dem man auch gut einschlafen kann.
Ein Buch mit humorvollen Erzählungen aus dem Kaukasus, aus Georgien.


Thomas Franke: „An den Kaukasus gekettet“
Moloko Print € 17,00

Alle Bücher finden Sie bei uns in der Buchhandlung.

Mittwoch, 25.Oktober


Heute haben
Pablo Picasso * 1884
Peter Rühmkorf * 1929
Harold Brodkey * 1930
Anne Tyler * 1941
Leif Davidsen * 1950
Jakob Hein * 1971
Geburtstag
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„Die Krise der Lyrik hängt auch damit zusammen, dass man sie nicht verfilmen kann.“
Peter Rühmkorf
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Gestern haben wir den neuen Sachbuchroman von Florian Illies ausgepackt:


Florian Illies: „Zauber der Stille“
Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten
S.Fischer Verlag € 25,00

2024 hat Caspar David Friedrich seinen 250.Geburtstag. Große und kleinere Ausstellungen u.a. in Hamburg und Berlin würdigen diesen einzigartigen Maler. 2025 wandern seine Bilder dann ins Metropolitan Museum in New York.
Florian Illies ist ein Fuchs. Sein Buch „1913“ hat er so terminiert, dass es 2013 auf allen Büchertischen lag. Es wurde zu einem enormen Erfolg. Sein Schreibstil war etwas neues und hat weitere AutorInnen darin bestärkt, in dieser Art Bücher zu schreiben. Nach seinem Buch „Liebe in Zeiten des Hasses“ jetzt also mit einer Punktlandung ein Buch über den wundersamen Maler Friedrich, der heute als der Maler der Romantik zählt. Das war jedoch nicht immer so.
Florian Illies versteht es wieder wunderbar zu unterhalten, uns sein Wissen und seine jahrelange Recherearbeit so locker und humorvoll zu präsentieren, dass wir gar nicht merken, wieviel Informationen wir über den Maler, seine Kollegen, seine Familie und hauptsächlich seine Zeit aufsaugen.
Goethe war der aufdringliche Friedrich zu viel, so dass er gerne eines seiner Wolkenbilder an der Tischkante zerschlagen wollte. Viele seiner Bilder sind verbrannt, sein Werk wurde oft verkannt, vergessen, von den Nazis wieder hochgelobt, von den 68ern vernichtend bewertet. Walt Disney war begeistert und ließ sein Bambi durch Friedrichsche Landschaften laufen. Die Frankfurter Unterwelt hat aus dem Museum zwei Turner mitgehen lassen und einen Friedrich, der halt daneben hing. Illies berichtet von einer wahren Räuberpistole, über welche Wege die Bilder wieder ins Museum gekommen sind.
Bei der Buchpräsentation saßen der Verlagsleiter Oliver Vogel und Florian Illies auf dem Podium und es war sicherlich ein Gespräch zwischen den beiden geplant. Florian Illies sprudelte jedoch los, dass es kein Halten gab und nach einer Stunde hatte zwar Oliver Vogel immer noch sein Mikro in der Hand, kam aber kaum zu Wort. So ähnlich wird es Ihnen auch beim Lesen gehen,dass Sie gar nicht merken, wieviel schon gelesen haben, weil sich eine an die andere herrliche Geschichte reiht.

Gute Unterhaltung.

Leseprobe
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Heute abend ist Judith Hermann in der Volkshochschule im Club Orange.
Morgen abend kommt die HfG zu uns in die Buchhandlung und Christiane Wachsmann und Martin Mäntele berichten über „Kunststoff – Zauberstoff“ und den „Ulmer Hocker.

Dienstag, 17.Oktober


Heute haben
Georg Büchner * 1813
Emanuel Geibel * 1815
Alfred Polgar * 1873
Arthur Miller * 1915
Miguel Delibes * 1920
Mo Yan * 1955
Geburtstag und es ist der Todestag von Ingeborg Bachmann.
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„Der müde Leib findet sein Schlafkissen überall, doch wenn der Geist müd‘ ist, wo soll er ruhen?“
Georg Büchner aus „Leonce und Lena“
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Der Jastram Blog macht eine Woche Urlaub und meldet sich sporadisch mit neuen Lesetipps.
Im Moment und mittendrin:


Forian Illies: „Zauber der Stille

Caspar David Friedrichs Reise durch die Zeiten
S.Fischer Verlag € 25,00

Das Buch erscheint am 25.Oktober

Viel mag ich noch nicht über dieses Buch schreiben, wahrscheinlich darf ich auch noch gar nicht.
Nur soviel: Wer „1913“ und/oder „Liebe in Zeiten des Hasses“ von Florian Illies gelesen hat und weiss, wie er seine Bücher konstruiert, wird einen riesigen Spaß an dieser Reise durch die Zeiten haben. Eine Geschichte jagt die andere, eine Verbindung nach der anderen tut sich auf. Wie doch alles zusammenhängt.
Ein lehrreiches Lesevergnügen.
2024 ist der 250.Geburtstag des Malers und in Hamburg gibt es eine große Ausstellung seiner Werke.
Dass ein großer Teil seiner Bilder verbrannt ist, erfahren Sie im ersten Kapitel des Buches mit der Überschrift „Feuer“.

Donnerstag, 12.Oktober

www.callas-ulm.de
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Heute haben
Eugenio Montale * 1896
Ding Ling * 1904
Wilhelm Muster * 1916
Alice Childress * 1916
Vladimír Körner * 1939
Geburtstag
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„Es zeigte sich wieder, daß die Hoffnung und die Freude die besten Ärzte sind.“
Wilhelm Raabe
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(picture alliance / dpa / Jens Kalaene)

Judith Hermann erhält den Wilhelm Raabe-Literaturpreis 2023
Sie kommt am Mittwoch, den 25.Oktober um 19 Uhr in die vh Ulm (Club Orange).
Wir sind fast ausverkauft.
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Das Literarische Quartett stellt Morgen, Freitag, den 13.Oktober folgende vier Bücher vor:


Hier geht es zur Homepage:
https://www.zdf.de/kultur/das-literarische-quartett/das-literarische-quartett-vom-13-oktober-2023-100.html
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Wolfgang Schukraft schreibt:

Liebe Theater-Freunde!
An diesem Wochenende ist es so weit. Es erwartet Sie ein sicher überraschend unterhaltsamer Theaterabend: „Das Weib ist ein Kerl“, gespielt von Sven Djurovic, geschrieben und inszeniert von mir. Es ist das pralle Leben: eine Chevalière aus dem 18. Jahrhundert und ein Offizier aus der Gegenwart. Während die Chevalière wie ein Paradiesvogel über ihr Leben fliegt, überwindet der Bundeswehroffizier in aller Ehrlichkeit die Hürden seines Problems: er möchte ein selbstbestimmtes Leben führen. Also weit entfernt von einem akademischen Genderdiskurs.
Premiere ist am Samstag, 14. Okt., und am Samstag, 15. Okt., jeweils um 19 Uhr im Kunstverein, Schuhhaussaal, Kramgasse 4 (hinter dem Münster) in Ulm.
Karten gibt es bei der Bücherstube Jastram, an der Abendkasse ab 18.15 Uhr. 
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Foto: SWP Ulm

Podium Klimakatastrophe – zwischen Lähmung und Engagement.
Diskussion zwischen Letzter Generation, Theologie und Psychologie.
Dienstag, 17. Oktober 2023 um 19:00 Uhr im Haus der Begegnung, Grüner Hof 7,

Die Ergebnisse der Wissenschaft zu den Fakten der Klimakatastrophe lösen verschiedene Reaktionen aus. Es werden persönliche und politische Hintergründe fürs Handeln offen gelegt und diskutiert. Es geht dabei ehrlich zu: Eigene Fragen und Ratlosigkeit wie ermutigende Erfahrungen kommen zur Sprache. Dabei suchen die unterschiedlichen Podiumsteilnehmer Perspektiven, die ein hilfreiches Engagement stärkten. Kritische gegenseitige Befragung der Podiumsteilnehmenden auch zu den gewählten Methoden ist inbegriffen. Das Publikum ist eingeladen, mitzudiskutieren.

Mitwirkende:
Christine Mayer, Studierende der Informatik in Ulm und Lorenz Hund, Studierender der Elektrotechnik und Informationstechnik an der TH Ulm, beide engagiert bei der Letzten Generation. 
Peter Lehmann, Psychologischer Psychotherapeut in eigener Praxis und Gabriele Eiche, Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis, beide engagiert bei Psychologists for Future.
Christoph Reichel, Theologe und Pfarrer i.R, engagiert im Haus der Nachhaltigkeit.

Moderation:
Andrea Luiking, Leiterin Haus der Begegnung

Eintritt frei
Ort: Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, 89073 Ulm
Veranstalter: HdB

Freitag, 6.Oktober


Heute haben
Horst Lange * 1904
Meret Oppenheim * 1913
Yasar Kemal * 1923
Louis Begley * 1933
Geburtstag
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Marie von Ebner-Eschenbach
Das Schiff

Das eilende Schiff, es kommt durch die Wogen
wie Sturmwind geflogen;
voll Jubel ertönt’s vom Mast und vom Kiele:
„Wir nahen dem Ziele!“
Der Fährmann am Steuer spricht traurig und leise:
„Wir segeln im Kreise.“
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Ein ganz besonderes Bilderbuch:

Coralie Bickford-Smith: „Das Eichhörnchen und der verlorene Schatz
Aus dem Englischen von Stefanie Jacobs
Insel Verlag € 24,00

Nach „Der Fuchs und der Stern“ und „Der Baum und der Vogel“, ist jetzt Coralie Bickford-Smiths drittes Buch erschienen.
Die Buchgestalterin, Grafikerin, Illustratorin, Künstlerin erzählt darin eine sehr anrührende Geschichte, in der ein Eichhörnchen eine Eichel findet, sie vergräbt, aber im nächsten Jahr nicht mehr findet. So geht das jahrelang. Es vergräbt in einer Lichtung immer mehr. Aber die Eicheln sind nicht mehr da. Was wir jedoch sehen: Aus den Eicheln sind kleine Pflanzen geworden und aus der kahlen Lichtung einer kleiner Wald.
Coarlie Bickford-Smith hat einen eigenen, sehr besonderen grafischen Stil und wir können sowohl das hektische Treiben des Eichhörnchen verfolgen, wie aber auch die Ruhe, als es mit der Eichel im Arm in seiner Baumhöhle schläft. Natur, Wald, Blätter, Formen und Farben bestimmen dieses Buchkunstwerk.
Ein zauberhaftes Bilderbuch von dem man nicht satt wird, es immer wieder anzuschauen. Ein Buch über Hoffnung und wie in der Natur neues Leben entsteht, wenn wir im Einklang mit ihr leben.

Schauen Sie bitte in die Leseprobe und Sie werden staunen.

In dem Video erklärt die Künstlerin, wie sie arbeitet, was sie inspiriert und zeigt eine kleine Auswahl aus der riesigen Menge von Büchern, die sie für den Penguin Verlag gestaltet hat.

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Die Verfilmung von Julia Francks gleichnamigen Roman läuft im Moment in der Ulmer Lichtburg.
Freitag, 20:15
Samstag 15:00
Sonntag 12:45 und 20:15
Dienstag 20:15

Montag, 25.September


Heute haben
Lu Xun * 1878
Elsa Tiolet * 1896
William Faulkner * 1897
Ernst von Salomon * 1902
Maj Sjöwall * 1935
Andrzej Stasiuk * 1960
Carlos Ruiz Zafón * 1964
Rebecca Gablé * 1964
Tanja Dückers * 1968
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Ludwig Fulda (1862-1939)

Sei, wills du unter Menschen gehn,
Mit geist´gem Kleingeld vorgesehn.
Gedanken tief und groß und stark
Laß lieber ganz zu Haus:
Auf einen Schein von tausend Mark
Gibt niemand gern heraus.
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Claudia Wiltschek empfieht:

Nikola Huppertz: „Fürs Leben zu lang
Tulipan Verlag € 16,00
Jugendbuch ab 13 Jahren

Magali Weill ist sehr groß für eine Dreizehnjährige. Viel zu groß findet sie und viel zu groß, um von irgend jemanden geküsst zu werden. Ihre Sorgen und Nöte schreibt sie in ihr Tagebuch. Von Freundinnen, die nur dann Freundinnen sind, wenn Magali nützlich ist, von der Schwester, die schön ist und die tollsten Freunde hat, von den Eltern, die alles gut und richtig machen wollen und es doch nicht tun.
Alles ist eben so, wie sie es nicht haben möchte. Aber wie geht eigentlich Leben, sowie sie es haben will?
Ausgerechnet der uralte Herr Krekerler, der Nachbar von unten, zeigt ihr worauf es ankommt. Der alte, immer korrekt gekleidete Herr, immer höflich und aufmerksam, von den meisten aber gar nicht wahrgenommen. Herr Kerkeler hat nicht nur bemerkenswerte Ansichten über das Leben und den Tod, er hat auch einen seltsamen Enkel.
Selten habe ich ein so gutes Jugendbuch über die Frage nach dem Sinn, dem Tod, der Liebe, dem Leben und den Sorgen einer Dreizehnjährigen gelesen und mich dabei so amüsiert.
Schenkt es euern Kindern und schnappt es euch dann!

Hier geht es zur Leseprobe.
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Wir waren sechzehn. Jungs nur zwei. Thorsten und David. Heute bitte kein Gezicke, sagte die Betzler und klappte die Tafel auf. Wir säen und ernten für das sozialistische Wohl, stand dort in ordentlicher Schreibschrift. Die Betzler richtete ihre Dauerwelle und sagte, heute wollen wir uns mit der Aussaat von Weißkohl beschäftigen. Anna meldete sich, kann ich mal aufs Klo. Babsi sagte, die schon wieder. Die hat doch Geheimnisse auf dem Klo vergraben. Anna drehte sich, nee, meine Tage. Will keiner wissen, rief Kerstin, doch die Tür war schon zugefallen. Ruhe jetzt. Die Betzler klopfte mit Kreide gegen die Tafel. In welchen Gerichten verwendet man Weißkohl. Eintopf, Auflauf, Tote Oma, antwortete Marlene.
Würdest du dich bitte melden, fragte die Betzler. Marie schrieb in mein Heft: Wie nervig alle sind. Ich schrieb darunter: Du erst. Lass mein Heft in Ruhe. Draußen lief eine Katze über den aufgerissenen Beton. Marie malte einen Strich: Lass mein Heft in Ruhe. Dann beugte sie sich zu mir hinüber und flüsterte, wie läuft es mit Paul.

Das ist der Beginn des ersten Kapitels aus „Gittersee“ von Charlotte Gneuß, die morgen, Dienstag, 16.September, bei uns in der Buchhandlung liest.