Dienstag, 10.November

Heute haben
Marthin Luther * 1483
Oliver Goldsmith * 1728
Friedrich Schiller * 1759
Arnold Zweig * 1887
Jiri Grusa * 1938
Werner Söllner * 1951
Neil Gaiman * 1960
Geburtstag
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Heinrich Hoffmann
November

Trüber Himmel, raue Tage
Kommen sicher jedes Jahr;
Schwere Sorgen, harte Plage,
Jedes Leben bringt sie dar.
Doch bedenkt, die heitern Stunden
Hätten nie euch so beglückt,
Hättet ihr nicht überwunden,
Was in trüben euch bedrückt.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

Tobias Elsässer: „Play“
Hanser Verlag € 16,00
Jugendbuch ab 14 Jahre

Was würdet du tun, wenn es eine App gäbe, die deine Zukunft vorausberechnen kann? Du fütterst sie mit Deinen Daten, gewährst Zugang zu deinen Social-Media-Kanälen, und erfährst, wie dein Leben verlaufen wird.
Jonas weigert sich, das Ergebnis zu akzeptieren. Er ist gerade mit der Schule fertig und kann es kaum erwarten, sein eigenes Leben zu beginnen. Als das Programm ihm voraussagt, dass er die selben Fehler wie sein Vater machen wird, beschließt er diese Prognose zu durchkreuzen: Sei unberechenbar! Mit der wildfremden Sun trampt er nach Norden (wollte er doch eigentlich alleine unterwegs sein) und sucht das Abenteuer.  Doch die  App lässt ihn nicht los und er füttert sie immer wieder mit Daten, durch die er Dinge von Menschen erfährt, die sie zum Teil selber nicht wissen und auch über sich selber spuckt das Programm Informationen aus, von denen er keinen Schimmer hatte. Jede Begegnung wird durchleuchtet und ihm wird geraten, wer nützlich und wer überflüssig für seinen weitern Weg ist. Jonas beginnt immer mehr an seiner Eigenständigkeit zu zweifeln.
Ein tolles Jugendbuch, mal auch endlich wieder was  für die Jungs, das ohne den erhobenen Zeigefinger,  auf das Datenschatzkästchen eines Smartphones hinweist.

Leseprobe

Freitag

It’s a new dawn. It’s a new day. It’s a new life.

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Heute haben
Heinrich Hoffmann * 1809
William Butler Yeats * 1865
Fernando Pessoa * 1888
Dorothy Sayers * 1893
Anna Maria Ortese * 1914
Irvin Yalom * 1931
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William Butler Yeats
A Drinking Song

WINE comes in at the mouth
And love comes in at the eye;
That’s all we shall know for truth
Before we grow old and die.
I lift the glass to my mouth,
I look at you, and I sigh.

A Coat

I MADE my song a coat
Covered with embroideries
Out of old mythologies
From heel to throat;
But the fools caught it,
Wore it in the world’s eyes
As though they’d wrought it.
Song, let them take it,
For there’s more enterprise
In walking naked.
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Tod

Katharina Lacina:Tod
UTB € 9,90

In etwas über 100 Seiten dürfen wir Katharina Lacina auf ihrem Streifzug durch die Philosophiegeschichte begleiten. Der Begriff „Tod“ war im Alten Griechenland, bei Sokrates und Platon, wichtig und das, was vor dem Leben war und was nach Leben kommt, wurde heftig diskutiert.
Epikur, Lukrez, Cicero, Seneca, Augustinus und natürlich Thomas von Aquin sind die nächsten auf der Reise, bis wir über Montaigne, Bacon, Descartes, Hume, Kant und Schopenhauer bei Kierkegaard, Freud, Heidegger und Sartre landen. Spannend, wie sich die Sichtweisen verschieben und doch immer wieder überlappen. In den letzten beiden Kapiteln geht um das Altern, um Sterbehilfe und Suizid.
Für mich ein spannendes Buch, das einen hervorragenden Überblick zu diesem Thema bietet.
Vielleicht eine Ergänzung zu dem Blödelbuch von gestern, das doch auch einen ernsten Hintergrund hat, nur anders damit umgeht.

Einige Zitate:

Thomas Nagel
Er meint, dass der Tod insorn ein Übel sei, als dass er dem, der stirbt, Lebenszeit raubt. es macht einen Unterschied, ob ein Mensch länger leben kann oder nicht.

Cicero
… wenn Totsein selbst kein Unglück ist, so kann auch der Weg dorthin, das Sterben, kein Unglück sein. Das Leben, das im Tod mündet, ist nichts anderes als „sterben lernen“.

Montaigne
„Jede Stunde, die ihr lebt, raubt ihr dem Leben – ihr lebt auf seine Kosten.“

Schopenhauer zu „Nichtseynwerden“ und „Nichtseyngewesen“
„Verloren zu haben, was nicht vermißt werden kann, ist offenbar kein Übel.“

Jean Améry zum Thema „Freitod“
Es ist keine Freiheit von etwas, sondern eine Freiheit zu.

Inhaltsangabe:
Zum Tod fall dir nichts ein. Tod im Profil
1 Bestimmungen
2 Der Tod zwischen Unsterblichkeit und Ernst:
Von Platon zu Kierkegaard
3 Der Tod als Trieb und als Skandal: Freud und danach
4 Der Tod und die Moral: Sterbehilfe, Suizid
5 Den Tod aufschieben: Altern, Unsterblichkeit
Anhang
Literatur
Personenregister

Katharina Lacina ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Universität Wien.