Mittwoch, 20.Oktober

Heute haben
Arthur Rimbaud * 1854
Paul Valéry * 1871
Oskar Pastior * 1927
Elfriede Jelinek * 1946 (Nobelpreis 2004)
Geburtstag
_________________________________

Abraham Sancta Clara
Der Mensch ist ein Schaum

Der Mensch ist ein Schaum, der bald abfließt,
Eine Blum, die bald absprießt.
Der Mensch ist ein Fluß, der bald abrinnt,
Eine Kerzen, die bald abbrinnt.
Der Mensch ist ein Glas, das bald zerbricht,
Ein Traum, der haltet nicht.
Der Mensch ist bald hübsch und rot,
Auch bald darauf bleich und tot.
Der Mensch ist ein kurzer Lautenklang,
Aber auch bald ein Sterbegesang.
Der Mensch ist alles Unglücks Spiel
Und aller Not gemeinsam Ziel.

(ca.1680)
_________________________________

Christel Müller stellt aus:

Christel Müllers Collagen mit Fotos und Kordeln stehen bei uns in einem Schaufenster.
Eine herbstliche Ruhe strahlen diese Werke aus und verwirren beim ersten Betrachten, was Foto, was montierte Fäden sind. Farblich und haptisch bilden die sechs Bilderrahmen eine wohltuende Inspiration, sich die Natur, draußen, näher anzuschauen und zu verweilen.

Die Bilder im Rahmen können Sie für € 200 erwerben.
________________________________________

tagesschau.de vom 19.Oktober 2021

Bericht vor Klimagipfel COP26
Klimawandel trifft Afrika mit voller Härte

Hitze, Überschwemmungen, Erdrutsche: Die Folgen der Klimakrise sind auf dem afrikanischen Kontinent besonders stark zu spüren, berichtet die Weltwetterorganisation. Und sie treibe Millionen weitere Menschen in Armut und Flucht.

Hier geht es zum gesamten Bericht.

Montag, 18.Oktober


Heute haben
Heinrich von Kleist * 1777
Henri Bergson * 1859
Tibor Déry * 1894
Geburtstag
_______________________________

Heinrich von Kleist
An die Nachtigall

(Als Mamsell Schmalz die Camilla sang)

Nachtigall, sprich, wo birgst du dich doch, wenn der tobende Herbstwind
Rauscht? – In der Kehle der Schmalz überwintere ich.
________________________________

Diese Musik tut so gut.


Daniil Trifonov: „Bach: The Art of Life

Deutsche Grammophon DoppelCD € 24,99

Zu diesem grauen Herbstwetter passt diese Musik haargenau. Obwohl das Foto auf der CD-Hülle sehr sommerlich ist, strahlen die Kompositionen eine unglaubliche Ruhe und Ordnung aus und gesellen sich zu einer brennenden Kerze und einer Tasse guten Tees.
Der russische Klavierspieler Daniil Trifonov, der schon mehrere CDs mit Musik von Bach aufgenommen hat, widmet sich hier nicht nur Johann Sebastian, sondern auch vier seiner Söhne. Trifonov nennt es auch ein Familienalbum, zumal noch zwei Stücke anderer Komponisten dabei sind, die zu den Lieblingen der Familie Bach gehörten.
Im Zentrum liegt „Die Kunst der Fuge“, zu der Trifonov schreibt: „Der Baum ist ein gutes Bild für das Gesamtkonzept der ‚Kunst der Fuge‘. Das Thema ist der Stamm, die Fugen sind die Äste, die Permutationen innerhalb jeder Fuge sind die Blätter.“


______________________________________


Heute abend, Montag, 18.Oktober, 19.30 Uhr
vh Ulm, Club Orange
Thomas Schuler: „Auf Napoleons Spuren“
______________________________________

Donnerstag, 14.Oktober


Heute haben
Katherine Mansfield
E.E.Cummings
Geburtstag
_____________________________________

Katherine Mansfield
A Little Boy’s Dream

To and fro, to and fro
In my little boat I go
Sailing far across the sea
All alone, just little me.
And the sea is big and strong
And the journey very long.
To and fro, to and fro
In my little boat I go.

Sea and sky, sea and sky,

Quietly on the deck I lie,
Having just a little rest.
I have really done my best
In an awful pirate fight,
But we cdaptured them all right.
Sea and sky, sea and sky,
Quietly on the deck I lie–

Far away, far away
From my home and from my play,

On a journey without end
Only with the sea for friend
And the fishes in the sea.
But they swim away from me
Far away, far away
From my home and from my play.

Then he cried „O Mother dear.“
And he woke and sat upright,
They were in the rocking chair,
Mother’s arms around him–tight.
________________________________________

Jetzt als Taschenbuch.
Eines der besten Bücher zur Klimakrise und über unsere aktuelle Gesellschaft.

0793

Maja Göpel: „Unsere Welt neu denken
Eine Einladung
Ullstein Verlag € 11,99

Eine Einladung steht als Untertitel auf dem Buch. Das klingt fast etwas makaber, wenn wir wissen, von was, über was Maja Göpel schreibt.
Es geht bei ihr nicht um mehr oder weniger, als eine große Wirtschaftskritik. Ein vernichtende Analyse der Marktwirtschaft (wir können auch Kapitalismus sagen) in der wir aufgewachsen sind, die als alleingültig dasteht. Diese Wirtschaftsform hat uns in Europa großen Wohlstand gebracht und gleichzeitig viele Länder in die Armut getrieben.
Dass dieser Wachstumswahn nicht anhalten kann, dürfte uns allen klar sein und trotzdem ist dieses „mehr mehr“ das oberste Credo unserer Politiker.

Unsere Welt steht an einem Kipp-Punkt, und wir spüren es. Nicht so stark, wie in den Ländern des Südens, da wir Hauptverschmutzer es immer noch am Angenehmsten haben. Aber den Klimawandel merken wir auch hier in Ulm.
Der us-amerikanische Autor Jonathan Franzen schreibt: „Game over“. Es ist nichts mehr zu retten und die Fakten, die Maja Göpel auflistet, gehen in die gleiche Richtung. Doch sieht sie immer noch Hoffnung, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Unser Denken, Tun, die Wirtschaft und Politik und technischen Inovationen müssen in die richtige Richtung gelenkt werden.
Diese Zukunft neu und ganz anders in den Blick zu nehmen – darin besteht die Einladung, die Maja Göpel ausspricht.

Ein Interview des Ullstein Verlages:

Wenn wir über den Klimawandel sprechen, denken wir an die Erderwärmung oder das Schmelzen der Gletscher. Sie zeigen in Ihrem Buch, dass es auch um Freiheit, Demokratie, Wohlstand, Armut und Migration geht. Wie hängt das zusammen?

Der Klimawandel ist wie alle globalen Umweltschäden die Folge einer Lebensweise, deren Ideen aus dem vergangenen Jahrhundert stammen. Damals dachte man, die Natur, die Ressourcen, die Widerstandsfähigkeit des Planeten seien endlos und damit auch das Wachstum der Wirtschaft. Heute wissen wir, der Kuchen kann nicht immer weiter wachsen. Dass jeder unterm Strich ständig mehr hat, geht nicht auf. Also müssen wir uns fragen, wie wir den Kuchen anders backen und verteilen. Unser Wohlstand darf nicht die Ursache für die Armut anderer Menschen sein, unsere Freiheit nicht der Grund dafür, dass andere ihre Heimat verlassen müssen.
Maja Göpel Unsere Welt neu denken

Was ist Ihr Appell an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?

Die Diskussion darüber, was zu tun ist, wird mit großer Leidenschaft geführt. Gleichzeitig führt sie nicht zu Lösungen. Extreme Positionen bestimmen das Bild. Immer heißt es: Entweder Wohlstand oder Klimaschutz. Entweder Kapitalismus oder Ökodiktatur. Entweder Freiheit oder Verbote. Der Mittelweg hat kaum Fürsprecher, dabei würde ihn die Mehrheit der Leute vermutlich mitgehen. Worum sorgen wir uns wirklich? Was haben wir abseits der Extreme gemeinsam? Diese Fragen zu stellen und dann zu zeigen, dass viele Dinge, die angeblich einander ausschließen, sich gut kombinieren lassen – das ist mein Appell.

Und Sie fordern, dass wir das Soziale mit dem Ökologischen versöhnen, um bei der Klimadebatte voranzukommen?

Das Soziale und das Ökologische miteinander zu versöhnen würde uns nicht nur beim Klima helfen. Es ist die Grundlage dafür, dass die Menschheit überhaupt weiter in Frieden auf dem Planeten leben kann. Die künstliche Trennung – hier der Mensch, da die Umwelt – lieferte in der Vergangenheit die Begründung dafür, warum die natürlichen Ressourcen so rücksichtslos ausgeplündert werden durften, als könne der Mensch ohne Umwelt existieren. Heute beeinflusst die Menschheit die natürlichen Entwicklungsprozesse der gesamten Erde. Daraus entsteht eine neue Verantwortung. Wir brauchen ein neues Weltbild, aber auch ein neues Selbstbild, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.
__________________________________________

Montag, 18.Oktober um 19 Uhr
vh Ulm, Club Orange


Thomas Schuler: „Auf Napoleons Spuren“
In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Jastram

Eine Million Bücher gibt es über Napoleon, mehr als über jeden anderen Menschen, der jemals gelebt hat! Der Napoleon-Experte Thomas Schuler unternimmt erstmals das faszinierende Abenteuer auf den Spuren des Kaisers von Trafalgar bis Moskau durch Europa zu reisen. Er wandert im Winter über den verschneiten St. Bernhard, spricht in Russland mit einer direkten Nachfahrin Tolstois und entdeckt auf dem Schlachtfeld von Waterloo einen Totenschädel. Der durchgehend bildbegleitete Vortrag »Auf Napoleons Spuren – Eine Reise durch Europa« öffnet in einem einzigartigen Zutritt ein Tor in die Vergangenheit.

Weitere Informationen unter:
https://aufnapoleonsspuren.de/
https://thomas-schuler.pageflow.io/auf-napoleons-spuren#290223