Mittwoch, 8.Juli

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Heute haben
Jean de La Fontaine * 1621
Walter Hasenclever * 1890
Geburtstag
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Conrad Ferdinand Meyer
Der schöne Tag

In kühler Tiefe spiegelt sich
Des Juli-Himmels warmes Blau,
Libellen tanzen auf der Flut,
Die nicht der kleinste Hauch bewegt.

Zwei Knaben und ein ledig Boot –
Sie sprangen jauchzend in das Bad.
Der eine taucht gekühlt empor.
Der andre steigt nicht wieder auf.

Ein wilder Schrei: »Der Bruder sank!«
Von Booten wimmelts schon. Man fischt.
Den einen rudern sie ans Land,
Der fahl wie ein Verbrecher sitzt.

Der andre Knabe sinkt und sinkt
Gemach hinab, ein Schlummernder,
Geschmiegt das sanfte Lockenhaupt
An einer Nymphe weisse Brust.
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Im neuen New Yorker gibt es einen Artikel von Axel Rose, in dem er schreibt, wie Musiker und Komponisten auf die Pandemie und die Demonstrationen reagieren.

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Als Beispiel nennt er u.a. Anthony McGill, den ersten Klarinetisten der New Yorker Philharmonikern. Er spielt das Lied „America the Beautiful“ ein Tag nach der Ermordung von George Floyd. Beim Spielen wechselt er von Dur in Moll und kniet nach dem Stück zum Gedenken nieder.
In einem anderen Stück erklärt der Musiker, dass er es Freunden und Nachbarn widmet, die an Corona gestorben sind und den Opfern des Rassismus.

Sonntag, 28.Juni

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Liebe Freunde des offenen Pfades der Sinne und des Bewusstseins,

als Referenz an die Zeit als wir uns berühren durften – und wollten (wird sie wieder kommen?) möchte ich heute Claude Debussy´s wunderbare „Chansons de Bilitis“in der Originalversion als „Szenische Musik für 2 Flöten, 2 Harfen, Celesta und Sprecherin“ featuren. Es sind von Pierre Louys nachgedichtete Verse der pamphylischen Hirtin, Priesterin und Kurtisane Bilitis aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. , die hier auf großartige Weise von Delphine Seyrig vorgetragen werden. Ihre Stimme ist selbst schon Instrument….

Sie korrespondieren mit Ravels phantastischen Shéhérazade – Liedern, basierend mit den sehnsüchtigen Texten von Tristan Klingsor, dann miot Musik von Magos Herrera, Jonny Greenwood, Elvis Costello, John Cage, Johann Sebastian Bach, David Chaillou und anderen.
Ich empfehle einen ausgezeichneten Drink, sommerliche Früchte und ….

“We have nothing to say, so close are we one to
another, but our songs try to answer each other, and
our mouths join in turn on the flute.“

Heute ab 16 Uhr auf WDR Radio. Einfach auf den Link klicken.
Nur live, kein Podcast, keine Wiederholung.

https://www1.wdr.de/radio/wdr3/programm/sendungen/wdr3-klassik-klub/klassikklub-646.html

Mittwoch, 10.Juni

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Heute haben
Saul Bellow * 1915
Maurice Sendak * 1928
und
Peter Kurzeck * 1943
Geburtstag
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Heinrich Heine
Sie saßen und tranken am Teetisch

Sie saßen und tranken am Teetisch
und sprachen von Liebe viel.
Die Herren, die waren ästhetisch,
die Damen von zartem Gefühl.

„Die Liebe muß sein platonisch“,
der dürre Hofrat sprach.
Die Hofrätin lächelt ironisch.
Und dennoch seufzet sie: „Ach!“

Der Domherr öffnet den Mund weit:
„Die Liebe sei nicht zu roh,
sie schadet sonst der Gesundheit.“
Das Fräulein lispelt: „Wieso?“

Die Gräfin spricht wehmütig:
„Die Liebe ist eine Passion!“
Und präsentieret gütig
die Tasse dem Herren Baron.

Am Tische war noch ein Plätzchen;
mein Liebchen, da hast du gefehlt.
Du hättest so hübsch, mein Schätzchen,
von deiner Liebe erzählt.
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Malia: „The Garden Of Eve“
CD € 19,99

Gestern war auf dem Münsterplatz eine Mahnwache für George Floyd, der zu diesem Zeitpunkt beerdigt worden ist.
Kurz vorher kam mir die neue CD von Malia in die Finger, auf  der im ersten Lied „Hope“ die Liedzeile „I can’t breathe“ zu hören ist.
Die Echo Jazz-Gewinnerin widmet sich diesem Mal dem Blues, einer Musik, in der sie ihre Wurzeln entdeckt hat.

„Blues lag mir schon immer sehr am Herzen. Es ist eine kathartische Erfahrung, kostbar und tiefgreifend, egal ob ich ihn spiele oder im Radio höre! Und im Lauf der Zeit finde ich immer mehr zu dieser Wahrheit, die in meiner Seele tief verwurzelt ist und ich fühle mich endlich reif genug, um diese wunderbare Musiktradition zu verstehen – denn Blues ist das Leben.“

Es gibt aber nicht nur den traurigen Blues, der zur gestrigen Trauerfeier passt, sondern auch rhythmisch starken, powervollen Blues, der einen durch den Tag trägt.
Malia hat eine CD eingespielt, die ohne (sichtbaren) Schnickschnack daherkommt. Eine ehrliche Musik, die aus diesem Herzen kommt und dem Blues eine moderne Note gibt.