Montag, 18.Oktober


Heute haben
Heinrich von Kleist * 1777
Henri Bergson * 1859
Tibor Déry * 1894
Geburtstag
_______________________________

Heinrich von Kleist
An die Nachtigall

(Als Mamsell Schmalz die Camilla sang)

Nachtigall, sprich, wo birgst du dich doch, wenn der tobende Herbstwind
Rauscht? – In der Kehle der Schmalz überwintere ich.
________________________________

Diese Musik tut so gut.


Daniil Trifonov: „Bach: The Art of Life

Deutsche Grammophon DoppelCD € 24,99

Zu diesem grauen Herbstwetter passt diese Musik haargenau. Obwohl das Foto auf der CD-Hülle sehr sommerlich ist, strahlen die Kompositionen eine unglaubliche Ruhe und Ordnung aus und gesellen sich zu einer brennenden Kerze und einer Tasse guten Tees.
Der russische Klavierspieler Daniil Trifonov, der schon mehrere CDs mit Musik von Bach aufgenommen hat, widmet sich hier nicht nur Johann Sebastian, sondern auch vier seiner Söhne. Trifonov nennt es auch ein Familienalbum, zumal noch zwei Stücke anderer Komponisten dabei sind, die zu den Lieblingen der Familie Bach gehörten.
Im Zentrum liegt „Die Kunst der Fuge“, zu der Trifonov schreibt: „Der Baum ist ein gutes Bild für das Gesamtkonzept der ‚Kunst der Fuge‘. Das Thema ist der Stamm, die Fugen sind die Äste, die Permutationen innerhalb jeder Fuge sind die Blätter.“


______________________________________


Heute abend, Montag, 18.Oktober, 19.30 Uhr
vh Ulm, Club Orange
Thomas Schuler: „Auf Napoleons Spuren“
______________________________________

Dienstag, 5.Oktober


Heute haben
Paul Fleming * 1609
Denis Diderot * 1713
Kasimir Edschmid * 1890
Bing Xin * 1900
Magda Szabo * 1917
Václav Havel * 1936
Geburtstag
_____________________________________________

Thomas Dietrich
unten ohne

Vom Schuh befreit sind meine Füße
in Wind und Wetter unbeschwert.
Kein Strumpf mehr drückt mit Gummirand
und dennoch unten ich nicht friere.

Im Frühjahr fragt die Nachbarschaft,
ob bald es wieder sei soweit.
Ich sag, es liegt am Bürgersteig,

auf dass die Wärme Wirkung zeig.
Und wenn es endlich ist die Zeit,
gibt unten ohne neue Kraft.

Wenn farbig ich sie mal lackiere,
die Zeh’n sind außer Rand und Band.
Ich find den Zustand lebenswert,
wenn barfuß ich die Welt begrüße.
_____________________________________

Unser Musiktipp:

Christian Krischkowsky: „End Of Melancholism“
Double Moon, 2021 € 20,00
Erhältlich bei uns im Buchladen

Portrait

Musik mit Tiefgang und Humor, gefühlvoll, wild, frisch, lebendig und überraschend – Das Quartet des Ulmer Schlagzeugers Christian Krischkowsky und seinen Berliner Teamkollegen Peter Ehwald (sax), Marc Schmolling(p),Roland Fidezius(b) bringt ein breites Gefühls- und Hörspektrum zum Ausdruck.

Nach „DIGITAL IMMIGRANT“ (nominiert für den Preis der deutschen Schallplattenkritik 4/16) ist das Quartet musikalisch noch näher zusammengerückt und veröffentlicht nun mit „THE END OF MELANCHOLISM“ (Doublemoon/Challenge international) ihr zweites Album.

In den expressionistisch anmutenden Kompositionen und Arrangements des Schlagzeugers vereinen sich spielerisch Jazztradition und Moderne. Kantig swingende Einflüsse von Thelonious Monk sind ebenso zu hören wie zeitgenössische, teils Hip Hop inspirierte Rhythmusgebilde oder eigenwillig interpretierte Popklassiker z.B. der Beatles. Alles mit dem ureigenen Ausdruck dieses Quartetts.

Bands, die von Schlagzeugern geleitet werden, sind nicht mehr so selten, wie sie einmal waren, aber immer noch eine halbwegs rare Angelegenheit. Das Quartett des Schlagzeugers Christian Krischkowsky legt mit »The End of Melancholism« bereits das zweite Album vor und verdeutlicht in neun Stücken, von denen sieben aus Krischkowskys Feder stammen, die Vorteile einer solchen Herangehensweise.

Der Opener muss gleichzeitig für den Titel des Albums herhalten und soll – das mag in Corona-Zeiten vielleicht ungewöhnlich erscheinen – für eine positive Herangehensweise stehen. All seine Energie kann Krischkowsky auch in kurzen Stücken wie dem dreiminütigen »The Unheard« ausdrücken. »Dabei ist das Stück eigentlich einfach strukturiert, wobei die Fünferstruktur für die meisten Ohren schon ungewöhnlich klingt.«

Zwei Cover haben es auf die CD geschafft: Da ist die rustikale Version von Thelonious Monks »I Mean You« – schon auf dem Vorgänger-Album »Digital Immigrant« wurde Monks »Evidence« gespielt -, aber auch der Beatles-Klassiker »Strawberry Fields Forever«, der in der Fassung des Christian Krischkowsky Quartet äußerst eigensinnig klingt.


___________________________________________

Sonntag, 10.Oktober 11 Uhr
vh Ulm, Club Orange
„Die erste Seite“
Wir stellen diese vierBücher vor:

Yaa Gyasi: Ein erhabenes Königreich
Daniela Krien: Der Brand

Hervé Le Tellier: Die Anomalie
Monika Helfer: Vati


Es liest Clemens Grote
Eintritt frei

Dienstag, 21.September

Club Orange in der vh Ulm

Heute haben
HG Wells * 1866
Leonard Cohen * 1934
Klaus Kordon * 1934
Stephen King * 1947
Frédéric Beigbeder * 1965
Geburtstag
________________________________

Winfried Hermann Bauer
Welch ein Glück

Leben
Schmecken
Atmen

Riechen
Hören
Dich Berühren
Liebe
Geben
Sehen
Welt empfangen
Weinen
Wollen
Dürfen
Lachen
Leben spüren
Lächeln Schenken
Dich Umarmen
Mir Vergeben
Können
Lassen
Träumen
Sich verlieren
Wiederfinden
Danken
Leben

Welch ein Glück
__________________________________

Unser Musik-Tipp:


Martin Tingval: „When Light Returns“
Skip € 18,00

„Vor einem Jahr schien die Welt plötzlich still zu stehen. Als würde die Menschheit den Atem anhalten über den ersten Schock der Pandemie. Gleichzeitig war dieses Frühjahr in Nordeuropa ungewöhnlich schön. Wochenlang strahlte die Sonne vom Himmel, die Knospen der Pflanzen und die Insekten kamen früher als sonst nach dem langen skandinavischen Winter.“
Der 47-jährige Musiker spürte diesen Stillstand sehr genau. Keine Tourneen mit seinem Trio, kein Treffen mit anderen Musikern.
„Ich war in dieser Zeit viel draußen in der Natur. Während dieses menschlichen Stillstands erschien mir die Kraft der Natur umso stärker – wie ein Zeichen, welches uns Menschen zeigen wollte, dass wir nicht aufgeben sollen.“
Dieses Album entstand innerhalb weniger Tage im März 2020. Die 13 Stücke wurden kurz darauf aufgenommen und zeigen das große Spektrum des Klavierspielers. Seine Musikstücke fließen, haben Anleihen an Klassik, Jazz, Folk und sind wohltuende Melodien, ohne in Fahrstuhlmusik abzugleiten. Tingvalls Stärke ist die Improvisation. Und so merken wir gat nicht, wie er von einem Genre zum anderen wechselt und dabei das gute Gefühl der Harmonie nicht bricht.
„Für mich ist dieses Album ein Hoffnungssymbol. Auch wenn es scheint, dass es nicht mehr weitergehen wird, selbst nach dem dunkelsten Winter, kehrt das Licht im Frühling zurück.“
Jetzt ist zwar morgen Herbstanfang und die Tage werden wieder dunkler, aber auch dafür eignet sich diese Musik im umgekehrten Sinne großartig.

_________________________________________

Studie in Australien
Zahl der Koalas sinkt rapide

tagesschau.de: 20.09.2021

In Australien gibt es immer weniger Koalas. Mittlerweile leben weniger als 60.000 Tiere auf dem Kontinent. Ein Grund sind die verheerenden Buschfeuer in den vergangenen Jahren – aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle.

Hier geht es zum kompletten Artikel.
_________________________________________