Dienstag, 25.Januar

Stadtbibliothek Ulm zum gestrigen Tag der Bildung

Heute haben
Daniel Casper von Lohenstein * 1635
William Somerset Maugham * 1874
Virginia Woolf * 1882
Eva Zeller * 1923
Silvio Blatter * 1946
Dzevad Karahasan * 1953
David Grossman * 1954
Alessandro Baricco * 1958
Geburtstag
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“I thought how unpleasant it is to be locked out; and I thought how it is worse, perhaps, to be locked in.”
Virginia Woolf
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Was für eine tolle Dokumentation.


„Paolo Conte – Via con me“
Regie: Giorgio Verdelli
Italienisch mit deutschen Untertiteln
DVD, 2020, € 14,99

Seit Jahrzehnten spielt Paolo Conte auf den Bühnen dieser Welt. Seine Lieder kennen in Italien „alle“. Vielleicht ist uns gar nicht klar, dass „Azzuro“ auch von ihm ist und Andriano Celentano dieses Lied „nur“ gesungen hat und wir den Refrain kräftig mitsingen können.
Diese Doku ist eine liebenswürdige, witzige Hommage an einen der berühmtesten Cantautore und seiner Musikmischung aus Tango, Jazz und Chanson.
Wir treffen Paolo Conte ganz nah in seinem Atelier in Asti und erleben ihn live auf der Bühne über die Jahre hinweg.
Und wenn dann noch Bewunderer, wie u.a. Roberto Benigni zu Wort kommen, dann gibt es kein Halten mehr.

Donnerstag, 13.Januar

Denkmal für Albert Einstein auf der Stelle seines Geburtshauses.

Heute hat
Daniel Kehlmann * 1975
Geburtstag
und es ist der Todestag von James Joyce.
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„Every life is in many days, day after day. We walk through ourselves, meeting robbers, ghosts, giants, old men, young men, wives, widows, brothers-in-love. But always meeting ourselves.“
James Joyce
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Was für eine musikalische Überraschung.


Igor Levit: „On DSCH
Dmitri Schostakowitsch: Präludien & Fugen op.87 Nr.1-24
Ronald Stevenson: Passacaglia on DSCH
Sony € 29,99

Das neue Album des Pianisten Igor Levit, »ON DSCH« präsentiert gleich zwei großartige Klavierzyklen: Schostakowitschs 24 Präludien und Fugen op. 87 und die virtuose, selten zu hörende »Passacaglia on DSCH« des britischen Komponisten Ronald Stevenson. Der Titel des 3-CD-Albums »D S C H« stammt von den deutschen Notennamen, die das klingende Monogramm Dmitri Schostakowitschs bilden.
Igor Levit hat diese 48 Musikstücke, deren Aufführung zweieinhalb Stunden dauern, mehrfach, rund um die Welt, mit großem Erfolg aufgeführt. 2020 hat er sie zum ersten Mal auf zwei CDs gepresst. Auf der dritten Scheibe befindet sich eine einstündige Hommage des Komponsiten Stevenson auf diese Stücke von Schostakowitsch.

„Die Verbindung von Wärme, Unmittelbarkeit und purer Einsamkeit in Schostakowitschs 48 Stücken empfinde ich als etwas ganz Einzigartiges. Für mich ist das ein Ritual der Selbsterkundung und -entdeckung, das intimste Fragen verhandelt.“
Igor Levit

Schon bei den ersten Tönen dieser Klavierkompositionen von Schostakowitsch war ich erstaunt über die Schönheit der Musik. Ich wäre nie auf den Gedanken gekommen sie dem russischen Komponisten zuzuschreiben. So fein, klar, romantisch, melancholisch. Ich war fasziniert und statt nur mal kurz reinhören, hörte ich mir alle Stücke an.
Eine Entdeckung, die mich überrascht hat und irgendwie gut in diese Tage passt.

Die CD-Gestaltung ist von Norbert Nieman, dem deutschen Künstler, der auch für den „New Yorker“ arbeitet und bei Diogenes seine Bücher veröffentlicht.

Dienstag, 4.Januar


Die aktuellen Corona-Bestimmungen schreiben vor:
2 G im Buchladen und das Tragen einer FFP2 Maske.
Bitte zeigen Sie uns Ihren digitalen Impfausweis und Ihre Identkarte.
Danke!!!
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Am Samstag, den 8.Januar haben wir ganztätig wegen Inventur geschlossen.
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Heute haben Jakob Grimm * 1785
Gao Cingijan * 1940
Geburtstag
und es ist der Todestag von
Henri Bergson, Albert Camus, T.S.Eliot, Christopher Isherwood und Aharon Appelfeldt.
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Rainer Maria Rilke
Das Karussel

Mit einem Dach und seinem Schatten dreht
sich eine kleine Weile der Bestand
von bunten Pferden, alle aus dem Land,
das lange zögert, eh es untergeht.
Zwar manche sind an Wagen angespannt,
doch alle haben Mut in ihren Mienen;
ein böser roter Löwe geht mit ihnen
und dann und wann ein weißer Elefant.

Sogar ein Hirsch ist da, ganz wie im Wald,
nur dass er einen Sattel trägt und drüber
ein kleines blaues Mädchen aufgeschnallt.

Und auf dem Löwen reitet weiß ein Junge
und hält sich mit der kleinen heißen Hand
dieweil der Löwe Zähne zeigt und Zunge.

Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und auf den Pferden kommen sie vorüber,
auch Mädchen, helle, diesem Pferdesprunge
fast schon entwachsen; mitten in dem Schwunge
schauen sie auf, irgendwohin, herüber –

Und dann und wann ein weißer Elefant.

Und das geht hin und eilt sich, dass es endet,
und kreist und dreht sich nur und hat kein Ziel.
Ein Rot, ein Grün, ein Grau vorbeigesendet,
ein kleines kaum begonnenes Profil -.
Und manchesmal ein Lächeln, hergewendet,
ein seliges, das blendet und verschwendet
an dieses atemlose blinde Spiel. . .
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Mit diesem Rilke Gedicht sind wir auch schon bei unserem heutigen Tipp:


Paris
Werke von Rainer Maria Rilke und Erik Satie
Marit Beyer, Lesung
Olivia Trummer, Klavier
Malte Prokopowitsch, Regie und Dramaturgie
Tina Walz, Produktion
1 CD Spielzeit 70 Minuten, € 17,00
Verlag Der Diwan

„Heute war ein schöner, herbstlicher Morgen. Ich ging durch die Tuilerien. Alles, was gegen Osten lag, vor der Sonne, blendete. Das Angeschienene war vom Nebel verhangen wie von einem lichtgrauen Vorhang. Grau im Grauen sonnten sich die Statuen in den noch nicht enthüllten Gärten. Einzelne Blumen in den langen Beeten standen auf und sagten: Rot, mit einer erschrockenen Stimme.“, schreibt Rilke in seinem „Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“.
Und so müssen wir uns auch diese CD vorstellen. Gleich einem Spaziergang durch die Parks von Paris sind Texte, Gedichte und Musik zusammengestellt. Olivia Trummer spielt Gymnopédies, Gnossiennes und das bekannte Lied „Je te veux“ und wechselt sich mit Marit Beyer ab, die in einem unaufgeregtem, feinen Ton, Gedichte und Texte aus „Malte Laurids Brigge“ vorträgt.
Rilke und Satie lebten gleichzeitig in Paris und vielleicht sind sie sich in einem der Parks über den Weg gelaufen. Wir können das Zusammenspiel von Musik und Text hier auf dieser Aufnehme auf jeden Fall genießen.

(Foto: Christina Kratzenberg)

Und wenn wir an den Tipp mit den „Cafés in Paris“ denken und uns vorstellen, wir sitzen an einem warmen Frühlingstag in den Tuilerien an einem der runden Tische, dann passen die beiden Hörbeispiele ausgezeichnet.

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Ein trauriger Rückblick auf tagesschau.de:

4400 Migranten starben auf Spanien-Routen

Stand: 03.01.2022 22:16 Uhr

Beim Versuch, per Boot spanischen Boden zu erreichen, sind 2021 mehr als 4400 Migranten gestorben. Laut der Hilfsorganisation „Caminando Fronteras“ hatte es die Mehrzahl über den Atlantik versucht – mit dem Ziel Kanarische Inseln.

Mehr als 4400 Migranten sind nach Angaben einer spanischen Hilfsorganisation im vergangenen Jahr bei dem Versuch gestorben, Spanien auf dem Seeweg zu erreichen. Die Zahl habe sich im Vergleich zu 2020 verdoppelt – damals seien 2170 Migranten gestorben, teilte das in Afrika sehr gut vernetzte Hilfswerk „Caminando Fronteras“ mit. So viele Todesopfer wie 2021 habe es noch nie gegeben.