Mittwoch, 15.August

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Heute haben
Matthias Claudius * 1740
Walter Scott * 1771
Stieg Larsson * 1954
Geburtstag
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Matthias Claudius
Der Esel

Hab nichts, mich dran zu freuen,
Bin dumm und ungestalt,
Ohn‘ Mut und ohn‘ Gewalt;
Mein spotten, und mich scheuen
Die Menschen, jung und alt;
Bin weder warm noch kalt;
Hab nichts, mich dran zu freuen,
Bin dumm und ungestalt;
Muß Stroh und Disteln käuen;
Werd‘ unter Säcken alt –
Ah, die Natur schuf mich im Grimme!
Sie gab mir nichts, als eine schöne Stimme.
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I Am Not Your Negro“
Dokumentation, 93 Min.
Regie: Raoul Peck
Darsteller: James Baldwin
Sprecher/Erzähler: Samy Deluxe
DVD € 16,90
USA, 2016
FSK ab 12 freigegeben

James Baldwin erlebt eine Renaissance hier in Deutschland durch die Neuübersetzungen bei dtv. Vor ein paar Tagen haben wir hier auf dem Blog den „Beale Street Blues“ vorgestellt, das vor ein paar Wochen erschienen ist. Im Nachwort zu diesem Roman wird u.a. auch diese Dokumantation erwähnt. Jetzt gibt es diese DVD, die auch für den Dokumentations Oscar nominiert war. Eine Dokumentation über Baldwin, die auf seinen letzten 30 Seiten Text beruht, die man bei ihm gefunden hat.
Baldwin war eine Erscheinung. Klug, gebildet, eloquent, radikal in seiner Ausdrucksweise und hochpolitisch und brillant in seinen Essays. Ein kleiner Mann mit großem Charisma. Gebildet, elegant.
Dieser Film hat mich schwer beeindruckt. Das Thema Rassismus in den USA taucht in den letzten Monaten vermehrt in Romanen und Sachbüchern auf. Durch die Machtübernahme Trumps hat sich Lage wahrscheinlich noch verschlechtert.
Baldwin redet nicht über Rassismus, sondern über die Lage des Landes. Über das Selbstverständnis seiner Mitmenschen. Er ist kein Negro. Er ist ein Mensch.
Ein kleines Beispiel: Wir sehen Robert Kennedy, der davon redet, dass die Negroes viel dazu gelernt hätten und weiter lernen würden. Er könne sich gut vorstellen, dass es in 40 Jahren einen schwarzen Präsidenten geben könnte. Prima, so denken wir. Baldwin sagt: Na klar. Er redet für die Weissen. Was sagt der schwarze Frisör in Harlem? Er pfeift drauf und sagt, dass sie seit 400 Jahren in den USA sind und dass so eine Aussage eine bodenlose Frechheit ist. Ein roter Faden sind die Ermordungen dreier Freunde Baldwins. Medgar Evers 1963, Malcolm X 1965 und Martin Luther King 1968. Die Filmbilder wandern von den lebenden Freunden, zu den Bilder der Toten und den Hinterbliebenden. Schnelle Schnitte in den Gegenwart sorgen dafür, dass wir klar erkennen, dass sich nichts geändert hat vom Massaker in Wounded Knee 1890 bis zu den Aufständen in Ferguson 2014.

Donnerstag, 19.Juli

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Heute haben Gottfried Keller und Wladimir Kaminer Geburtstag.
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Gottfried Keller
Wandl ich in dem Morgentau

Durch die dufterfüllte Au,
Muß ich schämen mich so sehr
Vor den Blümlein ringsumher!

Täublein auf dem Kirchendach,
Fischlein in dem Mühlenbach
Und das Schlänglein still im Kraut,
Alles fühlt und nennt sich Braut.

Apfelblüt im lichten Schein
Dünkt sich stolz ein Mütterlein;
Freudig stirbt so früh im Jahr
Schon das Papillonenpaar.

Gott, was hab ich denn getan,
Daß ich ohne Lenzgespan,
Ohne einen süßen Kuß
Ungeliebet sterben muß?
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Aus dem Nichts
Regie: Fathi Akin
Schauspieler: u.a. Diane Kruger
D 2017, FSK ab 12, DVD-Video, Dt, UT: Dt/engl
Warner Home Video  € 12,99

Aktueller könnte diese DVD gar nicht sein. Der NSU-Prozess ist zu Ende und viele Fragen sind offen. Fathi Akins Film nimmt sich einen dieser Anschläge als Ausgangspunkt und zeigt darin die unfassbare Trauer der Frau, die Mann und Kind durch eine Nagelbombe verloren hat. Diane Kruger, in ihrem ersten deutschsprachigen Film, zeigt eine unglaubliche schauspielerische Leistung. Von der glücklichen jungen Mutter, über die traumatisierte Witwe, bis hin zum Racheangel, der bis zum Schluss schwankend in seiner Entscheidung ist.
Fathi Akim, der gemeinsam mit Hark Bohm das Drehbuch geschrieben hat, recherchierte genau und akribisch. Dies zeigt sich in den Gerichtsszenen. So autentisch und nahe, bald wie einem Dokumentarfilm.
Viel ist über den Film geschrieben worden, er wurde für den Oscar eingereicht, Diane Kruger hochdekoriert. Er wurde gelobt und kritisiert. Was bleibt ist, ein intensiver Film über rechte Gewalt, über Rassismus, über Vorurteile, über platte Verurteilungen in der Presse, Liebe und Trauer und das Zerbrechen einer jungen Frau, der mich sehr berührt hat.


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Kommenden Dienstag präsentieren wir Ihnen eine bunte Auswahl von Taschenbüchern für die Reisetasche.

Dienstag, 30.Januar

Heute haben
Adalbert von Chamisso * 1781
Richard Brautigan * 1935
und Barbara Wood * 1947
Thomas Brezina * 1963
Geburtstag
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Adelbert von Chamisso
Der Spielmann

Im Städtchen gibt es des Jubels viel,
Da halten sie Hochzeit mit Tanz und mit Spiel.
Dem Fröhlichen blinket der Wein so rot,
Die Braut nur gleicht dem getünchten Tod.

Ja tot für den, den nicht sie vergißt,
Der doch beim Fest nicht Bräutigam ist:
Da steht er immitten der Gäste im Krug,
Und streichelt die Geige lustig genug.

Er streichelt die Geige, sein Haar ergraut,
Es schwingen die Saiten gellend und laut,
Er drückt sie ans Herz und achtet es nicht,
Ob auch sie in tausend Stücke zerbricht.

Es ist gar grausig, wenn einer so stirbt,
Wenn jung sein Herz um Freude noch wirbt.
Ich mag und will nicht länger es sehn!
Das möchte den Kopf mir schwindelnd verdrehn!

Wer heißt euch mit Fingern zeigen auf mich?
O Gott – bewahr uns gnädiglich,
Daß keinen der Wahnsinn übermannt.
Bin selber ein armer Musikant.
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Gehen Sie unbedingt in den Film „Weit“. Seit 50 Wochen läuft er in deutschen Kinos, hat sich zu einem der erfolgreichsten unabhängigen Filme entwickelt. „Weit“ zeigt die Reise von Gwen und Ptrick, die drei Jahre immer nach Osten gereist sind und zu dritt (mit dem in Mexiko geborenen Bruno) wieder in Freiburg angekommen sind.

Prolog

Uns zieht es hinaus.
Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen.
Und das alles über Land.
Nie den Kontakt zur Erde verlieren.
Immer Strecke spüren.
Über die Meere mit dem Schiff,
denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen,
mit Zeit reisen.



Wir lernen Grenzen kennen.
Wollen lernen was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet.
Es ist der Versuch nicht mehr als 5 Euro am Tag auszugeben.
2 oder 3 Jahre.
Vielleicht mehr, vielleicht weniger.
Wir folgen unserem Weg, sind nichts Besonderes,
hören lediglich auf das Gefühl im Bauch.
Dabei sind Spontanität und Neugierde unsere engsten Begleiter. 



Wir verlassen unser Zuhause, um zu lernen was für andere Heimat bedeutet.
Und es wird einen Film geben.
Irgendwann.
Denn dann sind wir so weit in den Osten gereist,
dass wir über den Westen wieder zurück gekehrt sind.

Schauen Sie sich den Trailer an, gehen Sie ins Kino, egal zu welcher Uhrzeit und in welchem Saal es spielt. Und wenn Sie es nicht schaffen, ab Mitte Februar haben wir hoffentlich diese einzigartige Reise als DVD im Buchladen. Zusammen mit dem Reisetagebuch und der Musik auf CD.

Diese Bilder, diese verschiedenen Menschen werden Sie nicht mehr loslassen. Nicht, dass wir nun unbedingt auch losziehen müssen. Aber wir merken, dass sich Afghanistan nicht nur auf ein politisches Land aus den Nachrichten reduziert, sondern dass es dort auch Menschen gibt. Mit Freude und Lachen, mit Gastfreundschaft und Hoffnungen. Ob in der Mongolei oder Georgien, Mexiko oder Russland – überall gibt es hilfsbereite Menschen. Alle auf dieser einen Welt, egal, was in Davos entschieden wird.