Mittwoch, 31.Januar

Heute haben
Marie Luise Kaschnitz * 1901
John O’Hara * 1905
Benoite Groult * 1920
Kurt Marti * 1921
Norman Mailer * 1923
Kenzaburo Oe * 1935
Geburtstag
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Marie Luise Kaschnitz
Eines Tages

Es ist kein Garten so fernab gelegen,
Dass nächtens nicht der wilde Schrei der Welt
Gleich einem wunderbaren Feuerregen
Vernichtend auch auf seine Saaten fällt.

Und keinem ist der Kreis so fest gezogen,
Dass eines Tages nicht ein wilder Geist
Ihm mit der Urgewalt der Meereswogen
Furcht und Erbarmen aus dem Herzen reißt.

Ein wölfisch Wesen springt aus Lammesmienen,
Und keiner lebt, der nicht in sich entdeckte
Ein fremdes ungeheures Element.

Und weil er lebt, muss er dem Chaos dienen
Und einem Neuen, das die Zeit erweckte,
Und dessen Sinn und Ende niemand kennt.
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Unser Buchtipp:


Tim Hopgood: „Draußen in der Natur
Ein Sachbilderbuch über die vier Jahreszeiten
Aus dem Englischen von Ulrich Thiele
Dragonfly Verlag € 20,00
Sachbilderbuch ab 5 Jahren

Welche Tierkinder werden im Frühling geboren und wie erkennst du Vogelstimmen? Welche Muscheln findest du im Sommer am Strand, warum erntet man Äpfel im Herbst, und wie bereiten sich Tiere auf den Winterschlaf vor?
In farbenfrohen Bildern und durch kurze und gut verständliche Texten können schon die Kleinen unter uns viel über den Lauf der Jahreszeiten lernen. Gerade jetzt, wenn wir noch im Winter stecken und eigentlich schon den Frühling erhoffen, lesen wir, was sich im Januar, Februar so alles regt im Garten, im Garten, auf den Wiesen und in der Luft. Wir lernen Tierarten kennen, Wolkenformationen und Blumen im Frühling. Ein Sachbuch, in dem wir beim Vorlesen noch so allerhand selbst lernen können.
Nebenbei bekommen wir noch Tipps, wie wir aktiv werden können. Z.B. ein Insektenhotel bauen, Schmetterlinge basteln, oder auch Tierspuren lesen.

Dienstag, 30.Januar


Heute haben
Adelbert von Chamisso * 1781
Hans Erich Nossack * 1901
Richard Brautigan * 1935
und Barbara Wood * 1947
Thomas Brezina * 1963
Geburtstag
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Adelbert von Chamisso
Winter

In den jungen Tagen
Hatt ich frischen Mut,
In der Sonne Strahlen
War ich stark und gut.

Liebe, Lebenswogen,
Sterne, Blumenlust!
Wie so stark die Sehnen!
Wie so voll die Brust!

Und es ist zerronnen,
Was ein Traum nur war;
Winter ist gekommen,
Bleichend mir das Haar.

Bin so alt geworden,
Alt und schwach und blind,
Ach! verweht das Leben,
Wie ein Nebelwind!
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Tania Martini, Klaus Bittermann (Hg.): „Nach dem 7. Oktober“
Essays über das genozidale Massaker und seine Folgen
Edition Tiamat € 24,00

„Terror ist Terror. Terror ist nicht Widerstand, nicht Dekolonisation, nicht Befreiung. Jede Relativierung der Hamas ist antisemitisch, weil der Kern ihrer Ideologie der Hass auf Juden ist und zur Vernichtung aller Juden aufruft.“

Am 7. Oktober 2023 beging die palästinensische Terrororganisation Hamas das schlimmste Pogrom an Juden und Jüdinnen seit der Shoa. Ob in Be’eri, Kfar Azza oder auf dem Nova Musikfestival – das offene Ziel der Hamas war die Tötung möglichst vieler Juden und Jüdinnen. Ausmaß und Grausamkeit des genozidalen Massakers stellen eine Zäsur nicht nur für Israelis, sondern, wie sich zeigen sollte, für Juden und Jüdinnen weltweit dar. Der vorliegende Band soll dazu beitragen, diese Zäsur zu verstehen. Er versammelt Essays und Analysen, die den politischen Diskurs nach dem Pogrom auf seine Fallstricke und Subtexte hin durchleuchten. Die Autoren und Autorinnen erheben Einspruch gegen den offenkundig gewordenen Antisemitismus und die Entsolidarisierung mit Israelis und Juden und Jüdinnen weltweit auch in großen Teilen der Linken.
Welche Narrative prägen diese Entsolidarisierung, warum ist die so genannte Israelkritik vor allem im Kultur- und Kunstbetrieb so verbreitet, was hat es mit der Palästinasolidarität an den US-Unis auf sich, wie nutzt die politische Rechte den Antisemitismus für ihre Zwecke und andere Fragen stehen im Fokus dieses Bandes.
Gleichzeitig lesen wir in den einzelnen Texte über den großen Widerstand gegen die ultrarechte, korrupte Regierung Netanjahu und über die Wichtigkeit eines Friedens in der Region und einem gemeinsamen Leben von Palästinensern und Juden. Dafür gingen und gehen dort täglich Menschen auf die Straße, wenn es die israelische Regierung erlaubt.

Mit Beiträgen von Doron Rabinovici, Jeffrey Herf, Claudius Seidl, Seyla Benhabib, Volker Weiß, Natan Sznaider, Eva Illouz, Simon Sebag Montefiore, Meron Mendel, Deniz Yücel & Daniel-Dylan Böhmer, Thomas von der Osten-Sacken, Christoph Koopmann & Sina-Maria Schweikle, Kira Kramer, Sofia Dreisbach, Nele Pollatschek, Nikolai Klimeniouk, Detlef zum Winkel, Tania Martini, Deborah Hartmann, Armin Nassehi, Günther Jikeli, Philipp Lenhard u.a.

Leseprobe
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Auf tagesschau.de gefunden:

Fast 100 Flüchtlinge seit Jahresbeginn gestorben

Der Weg über das Mittelmeer gilt als tödlichste Fluchtroute der Welt. Für dieses Jahr melden die Vereinten Nationen bereits fast 100 Tote. Im Vergleich zum Vorjahr eine Verdopplung.
Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Vereinten Nationen fast 100 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer gestorben oder verschollen. Das seien mehr als doppelt so viele wie im selben Zeitraum 2023, das bisher tödlichste Jahr für Bootsflüchtlinge in Europa seit 2016, so die Internationale Organisation für Migration (IOM).
Generaldirektorin Amy Pope sagte, nur ein Lösungsansatz, der auch sichere und legale Einwanderungswege einschließe, könne Migranten und Staaten gleichermaßen helfen. Die IOM-Leiterin äußerte sich beim Italien-Afrika-Gipfel in Rom. Dort kamen auf Einladung von Italiens rechtsradikaler Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zahlreiche Staats- und Regierungschefs zusammen, um Investitions- und Entwicklungsprogramme sowie Maßnahmen gegen ungeregelte Migration zu erörtern.
Die Zahl der Menschen, die bei der Flucht über das Mittelmeer sterben oder verschwinden, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. 2021 waren es laut IOM 2048, im darauffolgenden Jahr 2411. 2023 registrierte die Organisation 3041 Menschen, die auf der Flucht über das Mittelmeer nach Europa gestorben oder verschollen sind.

Seebrücke Ulm

Montag, 29.Januar


Heute haben
Johann Gottfried Seume * 1763
Anton Tschechow * 1860
Romain Rolland * 1866
Gert Hofmann * 1931
Günter Ohnemus * 1946
Olga Tokarczuk * 1962
Philippe Besson * 1967
Mirjam Müntefering * 1969
Geburtstag
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„Die wahre Freiheit ist nichts anderes als Gerechtigkeit“
Johann Gottfried Seume
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Ausstellung
Hans Dieter Schaal: Ulmer Münster trifft Bodensee
Ein anderer Blick
27.1. bis 28.4 im HfGArchiv am Hochsträß in Ulm

Hans Dieter Schaal, 1943 in Ulm geboren und aufgewachsen, ist international als Architekt, Ausstellungs- und Landschaftsgestalter, Bühnenbildner, Künstler und Autor bekannt. Seit den 1980er Jahren lebt er in der Nähe von Biberach, von wo aus er seine unzähligen Projekte entwickelt und gesteuert hat. Seinen 80. Geburtstag im Jahr 2023 nimmt das Museum Ulm zum Anlass einer Würdigung des umfangreichen zeichnerischen Schaffens von Hans Dieter Schaal.

Bevor er sich mit Beginn der 1980er Jahren überwiegend dem Bühnenbild, der Ausstellungs- und Gedenkstättengestaltung zugewendet hat, befasste sich Hans Dieter Schaal mit utopisch anmutenden Projekten, die er in brillanten Zeichnungen und Gouachen auf Papier festhielt. Das Ulmer Münster diente ihm dabei als Dreh- und Angelpunkt einer phantastisch-phantasmagorischen Bildsprache, die ihn dazu verführte, den gotischen Kirchenbau in ein Vogelnest zu setzen, in einen Blasebalg zu verwandeln oder gar eine Umnutzung des Münsterturms, des ganzen Stolzes der ehemaligen Reichsstadt, als Wohnturm zu wagen. In ähnlicher Weise nahm er sich der charakteristischen Silhouette des Bodensees an, der plötzlich als Badewanne erscheint, ein anderes Mal wie eine Figur auf einer Bank sitzt oder dessen Uferlinie die Bewegung einer Lichterkette imitiert.

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Jazz in Ulm
Verein für moderne Musik in Ulm/Neu-Ulm e.V. und Stadthaus
29. Januar 2024, 20:00 Uhr

Nduduzo Makhathini Trio Nduduzo
Makhathini, p – Zwelakhe-Duma Bell Le Pere, b – Francisco Mela, dr

Foto: Dirk Neven

Der Südafrikaner Nduduzo Makhathini gilt als der wichtigste jüngere afrikanische Jazzmusiker. In seiner Musik mischt sich Emotionalität mit Spiritualität, zeitgenössischer Jazz mit traditioneller Zulumusik.
Tief beeindruckt von der spirituellen Klangsprache John Coltranes und Pharoah Sanders‘ spürt Makhathini Verbindungen zur von Ritualen geprägten Praxis traditioneller Kulturen seiner Heimat auf und schlägt so eine Brücke zwischen afrikanischer und afro-amerikanischer Musikwelt.
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Samstag, 27.Januar

Heute haben
Lewis Carroll * 1832
Ilja Ehrenburg * 1891
Mordecai Richler * 1931
Ismail Kadaré * 1936
Benjamin von Stuckrad-Barre * 1975
Paolo Cognetti * 1978
Geburtstag.
Heute ist der Tag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.
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„If you don’t know where you are going, any road will get you there.“
Lewis Carroll
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Passt für einen geruhsamen Sonntagnachmittag:

Alex Capus: „Das kleine Haus am Sonnenhang
Hanser Verlag € 22,00

Es sind die neunziger Jahre in Italien. Alex Capus bezieht ein einsam stehendes Steinhaus am Sonnenhang eines Weinbergs unweit eines kleinen Dorfs. Im Winter schwillt der Fluss derart an, dass der Weg zur Hauptstraße nicht mehr passierbar ist. Im Sommer zirpen die Grillen und die Glühwürmchen leuchten. Capus verbringt viel Zeit in diesem kleinen Idyll, im Sommer mit seiner Freundin, Besitzerin eines gelben Renault 4, und vielen Freunden. Dann werden Schaukelstuhlrennen auf den Terrassen veranstaltet, Schießwettbewerbe mit dem rostigen Luftgewehr und abendliche Gesangsfeste. Nach ihrer Abreise genießt er die Einsamkeit und widmet sich dem Schreiben seines ersten Romans.
Alex Capus schreibt aber nicht einen der vielen Romane über ein Steinhaus in Italien und die lokale Küche und Gebräuche. Er geht einen Schritt weiter und erzählt über sich, über sein Schreiben und was das alles mit seinen vielen Besuchen in der Bar Da Pierluigi zu tun hat. Wie und in welcher Form tauchen Menschen und Episoden und seinen Romanen auf? Was ist eigentlich das wirkliche Leben und was Fiktion? Kann es wirklich sein, dass er fünf Söhne hat? So etwas lesen wir eigentlich nur in Büchern. Warum hieß der Tankwart im Dorf Walther? Er muss zur Zeit der deutschen Besatzung geboren worden ein. Welche Geschichte steckt dahinter?
Capus schreibt auch über ein / sein zufriedenes Leben. Er muss im Sommern nicht von Strand zu Strand hüpfen. Ihm genügt einer – wenn er gut ist. Er isst sich nicht durch alle Pizzasorten, wenn ihm die Pizza Fiorentina (mit ein wenig Knoblauch) gut schmeckt. Was bleibt von unserem Leben, wenn wir mal nicht mehr sind? Welche Spuren hinterlassen wir und welche Gedanken von uns spuken auch in der Zukunft weiter?
Alex Capus hat in seinem autofiktionalem Roman viel über sich preisgegeben und unterhält uns prächtig mit seiner klugen, ruhigen Plauderei. Ein Buch für einen gemütlichen Sonntagnachmittag, zum Weitergeben, Darüberreden und Nochmalslesen.

Freitag, 26.Januar

Heute haben
Achim von Arnim * 1781
Fulvio Tomizza * 1935
Jochen Missfeldt * 1941
Antonio Pennacchi * 1950
Geburtstag
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Ernst Lissauer
Januar

Ich bin erwacht aus toter Winterruh‘,
Es taut mein Blut, lang war es zugefroren.
Die Adern rinnen, offen stehn die Poren,
Ich spüre tief: Es geht dem Frühling zu.
Klar fließt in mir Lichtjanuar.
Es wächst der Tag, es schwillt das Jahr
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Jetzt als Taschenbuch.
Claudia Wiltschek empfiehlt:

Anna Lott: „Kralle & Co
Agentur der fiesen Viecher
dtv € 10,00
Kinderbuch ab 8 Jahren

Kralle, der Hund, Peter Brockschneider, das Lama, Miss Mjuu, die mausgraue Katze und Doktor Fritten, das Meerschweinchen fristen ein eingesperrtes, langweiliges Leben. Bis auf den Tag, als Kralle die mutige Idee hat, endlich auszubrechen. Es beginnt eine wilde Flucht durch Höhlen, Wäldern und Gestrüpp. Erschöpft stehen sie plötzlich vor einem alten Gemäuer, das sich als stillgelegtes Schwimmbad entpuppt und in dem ehemalige Bademeister grimmig seine Tage verbringt.
Eine geniale Idee rettet sie alle aus ihrer misslichen Lage: Eine Agentur, die Tiere an Kinder vermittelt , die sich hartnäckig ein Haustier wünschen, die Eltern aber überhaupt nicht (tja sowas gibt’s).
Der Plan ist, den Kinder das gewünschte Tier so zu vermiesen, dass sie froh sind, wenn es wieder weg ist. Das Telefon steht nicht mehr still und ein Auftrag folgt dem Nächsten.
Ein toller witziger Lesespass, mal nicht nur mit niedlichen Tierchen.

Leseprobe

Donnerstag, 25.Januar


Heute haben
Daniel Casper von Lohenstein * 1635
William Somerset Maugham * 1874
Virginia Woolf * 1882
Eva Zeller * 1923
Silvio Blatter * 1946
Dzevad Karahasan * 1953
David Grossman * 1954
Alessandro Baricco * 1958
Geburtstag
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Achim von Arnim
Stern

Ich sehe ihn wieder
Den lieblichen Stern.
Er winket hernieder,
Er nahte mir gern;
Er wärmet und funkelt,
Je näher er kömmt,
Die andern verdunkelt,
Die Herzen beklemmt.

Die Haare im Fliegen
Er eilet mir zu,
Das Volk träumt von Siegen,
Ich träume von Ruh‘,
Die andern sich deuten
Die Zukunft daraus,
Vergangene Zeiten
Mir leuchten ins Haus.
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Was für ein Zufall.
Ich möchte heute die neuerschienenen Texte von David Grossman hier vorstellen und stelle beim Bloggen fest, dass er heute Geburtstag hat. Gratulation.


David Grossman: „Frieden ist die einzige Option
Aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer und Helene Seidler
Hanser € 10,00

„Wie viel Blut muss noch vergossen werden, bis wir einsehen, dass der Frieden unsere einzige Option ist?“ – so David Grossmans Appell bei der Münchner Sicherheitskonferenz.
David Grosman ist als Privatmensch und Autor ein politischer Mensch. Dies sehen wir immer wieder in seinen Romanen und Reden und Texten, die in deutschen Zeitungen veröffentlicht werden.
In „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ verarbeitet er u.a. den Tod seines Sohnes im Libanonkrieg.
Immer wieder warnt er vor der Eskalation von Gewalt. Jetzt, nach dem 7.Oktober, dem „Schwarzen Schabbat“, herrscht wieder Krieg in Gaza und Israel. Grossman setzt sich, trotz des nicht zu rechtfertigenden Massaker der Hamas, für eine Versöhnung ein. Für ein menschenwürdiges Leben in Gaza, für eine Zweistaatenlösung und spricht über die Millionen von Israelis, die gegen die eigene Regierung auf die Straßen gingen.
In diesem Band sind sieben seiner Texte abgedruckt und zeigen ein etwas anderes Bild, als das, was wir in den schnellen Nachrichten im Fernsehen bekommen.
Weitere Informationen über Menschen, die Frieden wollen und keinen Hass findet sich auch hier: https://www.standing-together.org/en, die auch auf Instagram aktiv sind.

Leseprobe
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Gestern auf tagesschau.de von Jakob Mayr

Kritik des EU-Rechnungshofs
Kaum weniger Autoabgase – trotz strenger Regeln

Trotz hoch gesteckter EU-Klimaziele und strenger Vorgaben aus Brüssel stoßen die meisten Autos heute noch genauso viele Treibhausgase aus wie vor zwölf Jahren. Die Hoffnung: mehr E-Autos.
Die EU hat den Ausstoß klimaschädlicher Gase über die vergangenen Jahrzehnte in einigen Bereichen deutlich eingedämmt – nur nicht im Verkehr. Der macht weiter rund ein Viertel der EU-Emissionen aus. Ein Großteil davon stammt aus den Auspuffen von Pkw. Daran haben bestehende Vorschriften laut einer Untersuchung des Europäischen Rechnungshofs wenig geändert.
Der Behörde zufolge sind Emissionen neuer Pkw auf den Straßen im Jahrzehnt vor 2020 kaum gesunken. Die Motoren wurden zwar immer leistungsfähiger, aber auch PS-stärker, und die Autos immer schwerer. Die Folge laut der Luxemburger Behörde: Trotz hoch gesteckter Klimaziele und strenger Vorgaben stoßen die meisten Autos im Alltagsbetrieb heute noch genauso viele Treibhausgase aus wie vor zwölf Jahren.

Den kompletten Bericht gibt es hier.

Mittwoch, 24.Januar


Heute haben
Pierre Augustin Caron de Beaumarchais * 1732
E.T.A.Hoffmann * 1776
Edith Wharton * 1862
Vicki Baum * 1888
Eugen Roth * 1895
Milada Souckova * 1899
Wolf von Niebelschütz * 1913
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„Es ist eine Krankheit der Menschen, dass sie ihr eigenes Feld vernachlässigen,
um in den Feldern der anderen nach Unkraut zu suchen.
Vicki Baum
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Gestern ausgepackt:


Peter Stamm: „Eine Fantasie der Zeit

Poetikvorlesung
S.Fischer Verlag € 24,00

„Ich bin ein Wanderer ohne Proviant, alles, was mir einfällt, fließt sofort in den Text.“

Über das eigene Schreiben geht es in diesen drei Teilen der Züricher Poetikvorlesung.
Peter Stamm geht aber einen verzwickten Weg.
Beim Schreiben seines letzten Buches „In einer dunkelblauen Stunde“ wurde er von zwei Dokumentarfilmern begleitet, die daraus „Wechselspiel“ gemacht haben.
So schreibt und spricht der Autor über sich, über das Entstehen des Buches und des Filmes und wie sich Realität und Fiktion miteinander verquicken. Wie der Protagonist des Buches Dinge tut und sagt, was dem Autor passiert ist. Wie sich das Filmepaar sich im Buch wiederfindet. Also eine dreifache Rolle rückwärts und Salto vorwärts:
Peter Stamm schreibt, wann er zu Schreiben beginnt, dass er die absolute Langeweile braucht. Er schreibt über fiktionales, autofiktionales Schreiben. Dass sich früher Autoren (z.B. Charles Dickens) sich ins Fiktionale gerettet haben um Biografisches zu erzählen. Da es aber heute keine Tabus mehr gibt, hat sich die Rolle des Autors radikal verändert. Er zitiert Julia Franck und deren letzten Roman „Welten auseinander“, auf dessen Titelblatt nicht mehr „Roman“ steht.
Peter Stamm sieht sich als Jäger und Sammler, nimmt alles mit, was ihm am Wegesrand auffällt und macht daraus einen Roman, eine Erzählung. Was davon dann Fiktion oder Realität ist, bleibt der lesenden Person überlassen.,

Leseprobe


Teil 1 der Zürcher Poetikvorlesung. Peter Stamm ab ca. Minuten 22.

Teil 2, ab Minuten 20.

Teil 3 und auch wieder ab ca. Miunte 20.

Dienstag, 23.Januar

Heute haben
Clara Reeve * 1729
Stendhal * 1783
Camilla Collett * 1813
Sergej Eisenstein * 1898
Anna Maria Jokl * 1911
Derek Walcott * 1930
Joao Ubaldo Ribeiro * 1941
Geburtstag
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„Das ist doch eine sehr seltsame Sache: Man hat etwas geschrieben und es ist mal erschienen – und das Leben ist völlig anders weitergegangen, die Welt ist völlig anders weitergegangen, alles hat sich verändert.“
Anna Maria Jokl
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Endlich wieder lieferbar:

Charles Simmons: „Salzwasser
Asu dem Amerikanischen von Susanne Hornfeck
C.H.Beck Verlag 14,00

Es sind oft die ersten Sätze eines Romanes, die erste Seite, sogar das erste Wort, das uns aufmerksam werden lässt. Anna Kareninas Beginn ist weltberühmt und „Im Sommer 1963 verliebte ich mich, und mein Vater ertrank.“ des Romanes „Salzwasser“ enthält schon alle Elemente dieser wehmütig schönen Geschichte.
Charles Simmons erzählt hier die Erzählung „Erste Liebe“ von Iwan Turgenjew nach. Er hält sich streng an das Gerüst und den Plot der Geschichte. Und doch ist es ein sehr gegenwärtiges Bild der großbürgerlichen Gesellschaft im Sommer an der Ostküste der USA. Sie kennt keine Sorgen, ist weltoffen und doch sieht es hinter den jeweiligen Fassaden ganz anders aus.
In der Rückschau von 30 Jahren berichtet der Erzähler von seiner ersten Liebe. Vielmehr über die Zeit der Liebe vor der ersten Liebe, als eine junge Frau mit Tochter in den Sommerferien bei der Familie auftaucht. Liebe und Schmerz, Sehnsucht und Heimlichkeiten verbindet Charles Simmons zu einem luftig leichten und doch hochdramatischen schmalen Roman. Er klingt fast wie eine Novelle.
Ich glaube, es war das damalige Literarische Quartett, das diesen Roman hochgelobt und den Autor in Deutschland bekannt gemacht hat. Jetzt hat der Beck Verlag dieses schmale Meisterwerk (mal wieder) veröffentlicht und in dieser Taschenbuchausgabe passt es in jede Tasche und wir können beruhigt das Smartphone steckenlassen und „Salzwasser“ herausziehen. Wir haben sicherlich mehr davon.

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Einladung zur Gründungsveranstaltung am 26.01.2024

Liebe Mitglieder und Unterstützer*innen der Donau-Energie eG, liebe Interessierte,
mit den besten Wünschen für ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2024 möchten wir Sie, wie bereits
angekündigt, ganz herzlich zu unserer Gründungsveranstaltung am Freitag, den 26. Januar um 18 Uhr im Stadthaus Ulm einladen. Es erwartet Sie ein informativer Abend mit Raum für Ihre Fragen. Vorstand, Aufsichtsrat und die Aktiven der Donau-Energie eG stellen sich vor. Wir freuen uns außerdem, dass wir hochkarätige Vortragende begrüßen dürfen:

Prof. Gerd Heilscher, Technische Hochschule Ulm
Die Rolle der Donau-Energie bei der regionalen Energiewende

Almut Petersen, Aufsichtsratsvorsitzende der Bürgerwerke eG Heidelberg
Bürgerenergiegenossenschaften: warum sie so wichtig für das Gelingen der Energiewende sind und wie sie kooperieren können.

Zum Ausklang gibt es eine Poster-Ausstellung zu unseren Arbeitsbereichen und die Möglichkeit, bei einem kleinen Sektumtrunk miteinander ins Gespräch zu kommen.

Freundliche Grüße
Das gesamte Team der Donau-Energie eG
Wir schaffen die Energiewende in der Region Ulm und Neu-Ulm
Donau-Energie eG, Ostpreußenweg 36, 89075 Ulm
info@donau-energie.org
www.donau-energie.org

Vorstände: Dr. Wilfried Clauß, Eugen Schlachter
Aufsichtsratsvorsitzender: Manfred Bächle

Sonntag, 21.Januar

SWR Aktuell zeigt in einem kleinen Video die Kundgebung auf dem Ulmer Münsterplatz.
250 Menschen waren angemeldet – 10.000 kamen.

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/ulm/kundgebung-gegen-rechts-ulm-100.html
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Die investigative Redaktion von CORRECTIV veröffentlichte am 10. Januar eine Recherche rund um ein Treffen, von dem niemand erfahren sollte: AfD-Politiker, Neonazis und finanzstarke Unternehmer kamen im November 2023 in einem Hotel bei Potsdam zusammen. Sie planten nichts Geringeres als die Vertreibung von Millionen von Menschen aus Deutschland. CORRECTIV war auch im Hotel – und hat das Treffen dokumentiert. Die ganze Recherche finden Sie hier.

Regisseur und Intendant des Volkstheaters Wien Kay Voges bringt die Recherche als Koproduktion des Berliner Ensembles und des Volkstheaters Wien in Form einer szenischen Lesung auf die Bühne des Berliner Ensembles. Hier finden Sie die szenische Lesung als Aufzeichnung. 

https://www.berliner-ensemble.de/correctiv

Samstag, 20.Januar

Heute haben
Nazim Hikmet * 1902
Bernt Engelmann * 1921
Ernesto Cardenal * 1925
Eugen Gomringer * 1925
Nigel Williams * 1948
Ulrike Draesner * 1962
Ildikó von Kürthy * 1968
Geburtstag
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Arno Holz (1863 – 1929)
Winter

Du lieber Frühling! Wohin bist du gegangen?
Noch schlägt mein Herz, was deine Vögel sangen.
Die ganze Welt war wie ein Blumenstrauß,
längst ist das aus!
Die ganze Welt ist jetzt, o weh,
Barfüßle im Schnee.
Die schwarzen Bäume stehn und frieren,
im Ofen die Bratäpfel musizieren,
das Dach hängt voll Eis.
Und doch: bald kehrst du wieder, ich weiß, ich weiß!
Bald kehrst du wieder,
o nur ein Weilchen,
und blaue Lieder
duften die Veilchen!
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Ariane Starczewski: „Wintervögel“


Ich freue mich, unter diesem Titel ein SCHAU-Fenster mit Originalen und Kunstdrucken zeigen zu können. Über viele Jahre habe ich meinen ganz eigenen unverwechselbaren Stil entwickelt.
Die Bilder werden unter anderem auf Wunsch angefertigt. Auch die Bilderrahmen sind Einzelanfertigungen und geben den zarten Schriften und Motiven ihren ganz persönlichen Charakter.
Im Laden sind auch Glückwunschkarten aus meiner Kollektion erhältlich.

Weitere Informationen, Ausstellungstermine und Kontakt
www.schriftart-online.com
Kalligraphie & Illustration
Ariane Starczewski
89081 Ulm
FON 0731- 602 49 40
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Festival contre le racisme Ulm

Wir teilen den Aufruf vom Ring politischer Jugend Ulm zur antifaschistischen und überparteilichen Demo am 20.02.24 um 15:30 auf dem Münsterplatz Ulm.

Die veröffentlichten Recherchen von Correctiv letzten Mittwoch zeigen erneut wie menschenfeindlich die AfD ist. Eine Partei, die in den letzten Monaten mehr an Zustimmung gewonnen hat, vergangenen Sommer erste politische Ämter besetzt hat, die sie zuvor nicht hatte, wir erinnern uns an Sonneberg und Raguhn-Jeßnitz. Die Proteste, wie die der Landwirtschaft letzte Woche für sich einnimmt und Menschen vormachen will, sie stehe für sie ein. Die die millionenfache Deportation von Menschen fordert, die ihnen nicht ins Weltbild passen, weil halt „nicht deutsch genug“. Die Lügen verbreitet und auf den Ängsten der Menschen aufbaut. Die gerade Wahlkampf in Thüringen, gesichert #rechtsextrem, Sachsen, gesichert rechtsextrem, und Brandenburg macht. Gleichzeitig werden immer mehr Menschen laut. Angemeldete anti AfD und antifaschistische Demos und pro demokratische Werte und eine vielfältige Gesellschaft häufen sich in den letzten Tagen und Stunden verteilt über Deutschland. Menschen gehen auf die Straße, diskutieren mit Familien, Freund*innen, Arbeitskolleg*innen oder den Nachbarn. Sie machen sich Sorgen, denken darüber nach, was sie machen, wenn die rechtsextreme AfD in ihrem Bundesland in wenigen Monaten an die Macht kommen sollte.

Seid mutig. Seid laut. Seid antifaschistisch.

Vielen Dank an die Menschen von rpj_ulm für das Organsieren der Demo!
Demoschilder sind willkommen.

Viele Grüße
Festival contre le racisme Ulm
www.fclr-ulm.de
Facebook: Festival contre le racisme Ulm
Instagram: fclr.ulm