Mittwoch, 27.April


Heute haben
Arnold Höllriegel * 1883
Cecil Day Lewis * 1904
Zhang Jie * 1937
Aminata Sow Fall * 1941
Geburtstag
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Ludwig Thoma
Lied der Großindustriellen

Wir lieben dieses Vaterland!
Doch fesselt uns ein schön’res Band
Viel stärker, unvergleichlich zäh
Ans Portemonnaie.

Die Treue unserm Königshaus,
Wir hängen sie beim Sekt heraus,
Indes noch immer hat das Prae
Das Portemonnaie.

An Gott im Himmel glauben wir.
Wär Er dem Volk nicht mehr’s Panier,
Wer wüsste dann, was wohl geschäh’
Dem Portemonnaie?

So lebt sich’s gut bei dem System,
Wir ändern es auch je nachdem,
Wenn man wo einen Vorteil säh’
Fürs Portemonnaie.
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Donnerstag, 28.April 2022, 20:00 Uhr, vh Ulm, Club Orange
Lesung mit Tina Stroheker
„Hana oder Das böhmische Geschenk. Ein Album“

Eintritt 8,00 /6,00 €


Die Lyrikerin Tina Stroheker stellt ein neues Buch vor. Erneut hat sie sich einem besonderen Thema zugewandt: 2019 starb mit 67 Jahren die in Tschechien hoch geachtete Dissidentin Hana Jüptnerová aus Vrchlabí (Hohenelbe). Sie war eine Bekannte von Václav Havel, eine engagierte Christin und Brückenbauerin zwischen Deutschen und Tschechen. Tina Stroheker, mit ihr eng befreundet, schrieb, inspiriert von Fotografien aus ihrem Leben, die poetische Biografie einer ungewöhnlichen, mutigen Frau.
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Donnerstag, 5. Mai 2022, 20 Uhr, Stadthaus Ulm
Myra Melford Fire & Water Quintet

Myra Melford, p – Ingrid Laubrock, sax – Mary Halvorson, git –
Tomeka Reid, cello – Susie Ibarra, dr

Foto: Nicky Chayovae

Ein Allstar-Ensemble um die kalifornische Pianistin Myra Melford!
Alle fünf Musikerinnen sind führende Persönlichkeiten des zeitgenössischen Jazz, alle haben ihre eigenen Projekte und haben sich einen Namen als herausragende Improvisatorinnen gemacht.
Zusammen kreieren sie eine Musik, bei der die Grenzen zwischen freier Improvisation und durchkomponierter Musik fließend sind.
Inspirator für die Musik der fünf ist dabei das Werk des Malers Cy Twombly und dessen unbändiger Energie, die aus jedem seiner Bilder spricht.

Eintritt: 30,– / erm.* 25,– Euro zzgl. VVK-Gebühr
*für Schüler / Studenten / Schwerbehinderte mit Ausweis /
Mitglieder des Vereins für moderne Musik

Kartenreservierungen: Telefon 0731-610750 oder info(at)verein-fuer-moderne-musik.de
Karten im VVK im 3. OG des Stadthauses sowie online über ulmtickets www.ulmtickets.de

Bitte beachten: Es gelten die tagesaktuellen Corona-Regelungen.
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Sonntag, 15. Mai 2022, 20 Uhr, Stadthaus Ulm
zum 100. Geburtstag von Charles Mingus:
Michael Riessler: „Kryptografie. Notizen eines alten Mannes,

der zufällig Charles Mingus heißt“
Konzertlesung mit Michael Riessler, bcl – Johannes Gutfleisch, cello – Lorenzo Riessler, dr
Sprecher: Stefan Hunstein
Text: Harry Lachner

Fotos: Ruth Kappus; Jochen Kohlenberger

Einst voller Energie, rastlos, unberechenbar, jähzornig und zärtlich ist er nun zur völligen Bewegungslosigkeit verdammt. Er: ein an der unheilbaren Krankheit ALS erkrankter Bassist namens Charles Mingus, gestrandet in Mexiko, ausgeliefert einer dubiosen Heilerin, deren Künste er abwechselnd bedingungslos vertraut und in Zweifel zieht.

Zwischen Hoffnung und Illusionslosigkeit, sich dem unvermeidlich nahenden Ende widersetzend, dann wieder hingebend: so widersprüchlich, fragmentarisch und sprunghaft erscheinen seine Notizen; Notizen, die allein in seinem Geist formuliert, revidiert und ständig neu kommentiert werden. Bedeutungsspuren verlieren sich in einer realen und imaginierten Vergangenheit, verbinden bis zur Ununterscheidbarkeit; schließlich bis zur Auflösung jeglicher Kohärenz. Konnte die „reale“ Figur Charles Mingus in ihrer fiktiven Autobiographie noch schreiben „Ich bin drei“, zerfällt in „Kryptographie“ auch diese dreifache Wesenheit in zahlreiche kleine (Nicht-)Identitäten. Mit welcher Figur wir es letztlich zu tun haben: wir wissen es nicht. Aber gerade in ihrer Unfassbarkeit kommt sie uns nahe.

Ursprünglich war das Projekt „Kryptografie“ mit Michael Riessler als Hörspiel geplant – eine Idee, die Jahre zurückreicht, aber nie Gestalt annehmen wollte. Seither hat sich das Stück verändert: Nicht nur ist die Besetzung jetzt eine andere, auch schrieb Michael Riessler neue Passagen gezielt auf die aktuell beteiligten Musiker hin. Er greift dabei – wie schon bei der Uraufführung – nicht auf Motive des historischen Mingus zurück, sondern transformiert dessen energetische Impulse in eine zeitgemäße Form, die Jazz, Funk, Blues und Avantgarde gleichermaßen zueinander in Beziehung setzt. Ein Kontrapunkt also zur sich auflösenden, aufsplitternden Identität dieser fiktiven Figur Mingus, die der Schauspieler Stefan Hunstein mit so großer Intensität verkörpert.

Eintritt: 25,– / erm.* 20,– Euro zzgl. VVK-Gebühr
*für Schüler / Studenten / Schwerbehinderte mit Ausweis /
Mitglieder des Vereins für moderne Musik

Kartenreservierungen: Telefon 0731-610750 oder info(at)verein-fuer-moderne-musik.de
Karten im VVK im 3. OG des Stadthauses sowie online über ulmtickets www.ulmtickets.de

Bitte beachten: Es gelten die tagesaktuellen Corona-Regelungen.
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https://www.stadtradeln.de/ulm
Vom 1.5 bis zum 21.5. und das Team „Jastram radelt“ ist auch dabei.
Anmelden, mitmachen, Kilometer sammeln und Spaß haben.

Dienstag, 26.April


26.April, 1986, der Jahrestag der Katastrophe von Tschernobyl
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Heute haben
Ludwig Uhland * 1787
Arno Holz * 1863
Carl Einstein * 1885
Ludwig Wittgenstein * 1889
Bernard Malamud * 1914
Geburtstag
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Ludwig Uhland
Lob des Frühlings

Saatengrün, Veilchenduft,
Lerchenwirbel, Amselschlag,
Sonnenregen, linde Luft!
Wenn ich solche Worte singe,
Braucht es dann noch große Dinge,
Dich zu preisen, Frühlingstag!
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Emilia Wiltschek empfiehlt:


Abi Elphinstone: „Die vier verborgenen Reiche 1

Caspar und die Träne des Phönix
Aus dem Englischen von Annette von der Weppen
Carlsen Verlag € 15,00
Jugendbuch ab 11 Jahren

Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die Charakter waren spannend gestaltet und wirkten irgendwie greifbar. Das Buch ist Fantasy und für alle die gerne solche lesen. Es spielt in einer Welt, in dem sich alles um das Produzieren des Wetters für unsere Erde dreht. Diese Produktion wird jedoch von einer bösen Hexe bedroht. Was nicht nur auf die Fantasy-Welt, sondern auch auf unsere Folgen hat. Wie zum Beispiel Wetterumschläge und schlimme Stürme. Der Hauptcharakter erlebt in dieser Welt mit seiner Freundin ein Abenteuer. 
Gerade auch die Parallelen zu unserer Welt macht das Buch noch spannender. 

Im Ganzen waren es für mich:

4/5 ⭐️ ⭐️ ⭐️ ⭐️

Teil 2 „Auf der Suche nach dem Für-immer-Farn“ erscheint im Januar 2023.

Montag, 25.April


Heute haben
Clarin * 1852
Claude Mariac * 1914
Albert Uderzo * 1927
José A.Valente * 1929
Per Gunnar Evander * 1933
Elfriede Czurda * 1946
Geburtstag
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Martin Greif (1839-1911)
Die schöne Blumenverkäuferin

Am Marktplatz bei der Ecke
Da hab′ ich niemals Eil′,
Da sitzt ein schönes Mägdlein
Und bietet Blumen feil.

Im Frühjahr waren′s Veilchen,
Jetzt Maienglöcklein fein,
Im Sommer werden′s Rosen,
Im Herbste Nelken sein.

So nehm′ ich jeden Morgen
Ein frisches Sträußlein mit,
Doch wann es Winter worden —
O weh, dran dacht′ ich nit!
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Unser Buchtipp:


Jennifer Clement: „Auf der Zunge
Aus dem Amerikanischen von Nicolai von Schweder-Schreiner
Suhrkamp Verlag € 20,00

Die amerikanische Autorin, die in Mexiko Stadt wohnt, war, oder ist, Präsidentin des internationalen PEN-Clubs. In deutscher Übersetzung gibt es zwei Bücher von ihr, in denen, wie in all ihren Bücher, die noch nicht übersetzt worden sind, Frauen eine zentrale Rolle spielen. In „Gun Love“ (ein Lieblingsbuch von mir) wohnen Mutter und Tochter in einem PKW auf einem Trailerpark, in „Gebete für die Vermissten“ dreht es sich um verschwundene Mädchen in Mexiko.
In ihrem neuen Roman lässt sie eine Frau durch Manhattan streifen. Sie hat sich in ihrer Ehe von ihrem Partner erfernt, ist sprachlos geworden. Nun zieht durch ihr Viertel, entlang an den Brownstone Häusern und trifft auf verschiedene Männer, die wie aus dem Nichts (oder ihrer Phantasie) auftauchen. Die Kapitel werden nach den Männern benannt, wie z.B. der Dichter, der Astronaut, der Räuber, der Löwenbändiger, … . In diesen Gesprächen, in diesen Gedankengängen findet sie wieder zu ihrer Lebendigkeit zurück, in einer Stadt, in der das Geld regiert und das Menschliche verlorengegangen ist. Auf diesen langen Spaziergängen ertastet sie sich in eine mögliche Zukunft, jenseits der Sprachlosigkeit und Gefühlskälte.
Jennifer Clement hat hier ein aktuelles Thema aufgegriffen und in eine besondere, gewagte Konstruktion gepackt, die mal zärtlich und sanft, aber auch direkt, ehrlich und sehr persönlich ist.

Leseprobe

Sonntag, 24.April

Heute haben
Karl Leberecht Immermann * 1796
Anthony Trollope * 1815
Sue Grafton * 1940
Geburtstag
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Joseph von Eichendorff

Wie oft wollt‘ mich die Welt ermüden!
Ich beugt auf’s Schwert mein Angesicht
Und bat dich frevelhaft um Frieden. –
Du wußtest’s besser, gabst ihn nicht.
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Sonntag, 24. April: Matinée, 11 Uhr

  • Klingendes Stadthaus mit Schüler*innen der Musikschule Ulm (Ltg. Elisabeth Haselberger)
  • David Lang Simple Song #3, aus dem Film „Ewige Jugend“ (UA der Fassung für EMP) für Sopran und Klaviertrio
  • Giacinto Scelsi Tre Pezzi Per Sassofono – Drei Stücke für Saxofon, mit Intros von Hayden Chisholm
  • Caroline Shaw Cant voi l’aube für Sopran und Streichquartett
  • Martin Daske Foliant 36 für Stimme und Skulptur 

Hayden Chisholm, Saxofon / Janis Pfeifer, Klavier / Maria Rosendorfsky, Sopran / Anna Clementi, Stimme / Salma Sadek, Violine / European Music Project

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tagesschau.de berichtet:

Globale Nahrungsmittelkrise
Krieg, Schulden, Mangel, Hunger


Die globale Nahrungsmittelkrise, ausgelöst durch den Krieg in der Ukraine, droht laut IWF und Weltbank zur „humanitären Katastrophe“ in Afrika zu werden: In der Pandemie haben viele arme Staaten Schulden gemacht – nun droht Hunger.
Lenine Mendes, Geschäftsmann in der Republik Kap Verde, ist beunruhigt: „Die Preise für alle Produkte sind besorgniserregend, vor allem für Lebensmittel. Wir kennen die internationale Lage,“ sagt er in einer Fußgängerzone der Inselhauptstadt Praia in eine Reporterkamera. Und schimpft: „Aber oft machen sich das auch Produzenten und Händler zunutze und erhöhen die Preise zusätzlich.“ Eine Spirale ist in Gang gesetzt.

Den kompletten Artikel finden Sie hier.

Samstag, 23.April

Der Judenhof bei Nacht

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Heute haben
William Shakespeare * 1564
Richard Huelsenbeck * 1892
Vladimir Nabokov * 1899
Haldór Laxness * 1902
Dietrich Schwanitz * 1940
Andrej Kurkow * 1961
Geburtstag
und es ist der Welttag des Buches und des Bieres.
Todestag haben heute
Cervantes + 1850
W.Wordsworth + 1850
R.Huelsenbeck + 1892
R.D.Brinkmann + 1975
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„Have more than you show,
Speak less than you know.“
William Shakespeare
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Zum Welttag des Buches passt die Neuauflage dieses Klassikers:


Maurice Druon: „Tistou mit den grünen Daumen
Mit vierfarbigen Illustrationen von Jacqueline Duheme
Aus dem Französischen von Hans Georg Lenzen
dtv , Halbleinen, € 16,95
Erstmals 1956 in Frankreich erschienen

„Sagt nein zum Krieg – aber sagt es mit Blumen“

Tistou ist der Sohn eines reichen Waffenfabrikanten. Wenn er groß ist, wird er die Fabrik erben. Aber Tistou ist ganz anders als andere Kinder. Aus der Schule hat man ihn gleich wieder nach Hause geschickt, nun soll der Gärtner den Jungen unterrichten. Doch da entdeckt Tistou etwas Sonderbares: Er hat grüne Daumen! Was er mit ihnen berührt, verwandelt sich in grüne Pflanzen. Tistou kann die ganze Welt verändern und er tut es!
Maurice Druons Kinderbuch liest sich, mit seiner antiquierten Sprache, etwas fremd und doch merken wir bei vielen Formulierungen, dass er genau auf den Punkt kommt. Liebe, Zuneigung, Anderssein, Angst, Sorge, all diese Themen spricht er an und zwar so, wie ich sie selten zu lesen bekommen habe.
Ein sehr liebenswertes Buch, in dem die Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges stecken und in dem Druon uns alle auffordert, dass so etwas nie mehr passieren darf.
Es kann gelingen, wenn wir nur wollen. In diesem Fall mit den grünen Daumen von Tistou, der traurigen und armen Menschen, einem krankes Mädchen, Insassen in einem Gefängnis, mit seiner Blütenpracht einen anderen Blick aufzeigt. Dass er sogar Kanonen zum Schweigen bringt, da sich die Pflanzen um sie herumwickeln, beendet den herannahenden Krieg im Buch, der für Tistou eh mehr als sinnlos ist.
Aktueller kann ein 70 Jahre altes Kinderbuch nicht sein.
Wir haben nichts gelernt und können nur hoffen.
Vielleicht sollte Guterres bei seinen Besuchen in Moskau und Kiew dieses Buch als Geschenk mitnehmen.

Maurice Druon, 1918 in Paris geboren, ist ein berühmter französischer Romanschriftsteller, dessen Werke im Jahr 1948 mit dem großen Literaturpreis „Prix Goncourt“ ausgezeichnet worden sind. Seit 1966 ist er Mitglied der „Académie Française Grand Officier“ der „Légion d‘ honneur“ ernannt, eine der höchsten Auszeichnungen Frankreichs.

Leseprobe
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Heute, Samstag, 23. April, 20 Uhr

Hayden Chisholm Love in Numbers – Ulm Variation (UA) für Ensemble
Caroline Shaw Dolce Cantavi für 3 Sängerinnen
Giacinto Scelsi Khoom für Stimme und Ensemble
Edgard Varèse Octandre für Ensemble
David Lang Just (After Song of Songs) für 3 Sängerinnen und Ensemble
Antonis Anissegos RAM (UA) für Ensembles im Raum

Maria Rosendorfsky, Sopran / Angela Braun, Sopran / Maria Wester, Alt / Anna Clementi, Stimme / Dieter Kraus und Schüler-Ensemble / consord / European Music Project / Michael Weilacher, Schlagzeug / Jürgen Grözinger, Schlagzeug & musikalische Leitung
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tagesschau.de meldet:

EU-Klimawandeldienst
Wärmster Sommer seit Aufzeichnungsbeginn

Waldbrände im Süden Europas, Jahrhundertflut in Deutschland, Hitzewellen am Mittelmeer – 2021 war ein Jahr der Wetterextreme. Der Sommer war aktuellen Klimadaten zufolge der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen.

Der vergangene Sommer war in Europa der wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Er war rund ein Grad wärmer als die Sommer der Jahre 1991 bis 2020 im Durchschnitt, wie aus dem aktuellen Jahresbericht des EU-Klimawandeldienstes Copernicus hervorgeht. Die Copernicus-Aufzeichnungen gehen bis 1979 zurück. Der Klimawandeldienst nutzt zudem Aufzeichnungen von Bodenstationen, Ballons, Flugzeugen und Satelliten, die bis 1950 zurückreichen.

Erneute Appelle für Reduktion von Emissionen

Dem kürzlich veröffentlichten Bericht des Weltklimarats (IPCC) zufolge müssen die Treibhausgasemissionen für das von den Vereinten Nationen vereinbarte 1,5-Grad-Ziel noch vor dem Jahr 2025 ihren Höhepunkt erreicht haben und dann deutlich gesenkt werden. Dafür seien sofortige und drastische Einsparungen der Emissionen notwendig, mahnte das internationale Gremium von Klimaforschern aus aller Welt.

Die Wissenschaft ist sich einig, dass nur mit einer Begrenzung der Erderhitzung auf maximal 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit die katastrophalsten Folgen des Klimawandels noch abgewendet werden können. Bislang reichen die Klimaschutzbemühungen der Staaten dazu noch bei weitem nicht aus.

Den kompletten Bericht finden Sie hier.


Freitag, 22.April

Heute haben
Henry Fielding * 1707
Madame de Stael * 1766
Ludwig Renn * 1889
Guillermo Cabrera Infante * 1929
Geburtstag
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„Wir Deutschen sind ja berüchtigt dafür, daß wir immer fremde Völker erziehen wollen, während in unserem eigenen Lande der Faschismus zur Herrschaft kam und wir nicht genug gegen ihn gekämpft haben, – was doch unsere Hauptaufgabe gewesen wäre.“
Ludwig Renn
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Unser Lyriktipp:


„Ein Tag am See“
Gedichte
Herausgegeben von Eberhard Scholing
Reclam Verlag € 7,00

Stillt ruht der See und lädt ein zur Betrachtung und Kontemplation.
Wir wissen aber nicht, was sich unter der Wasseroberfläche verbirgt.
Und so bleibt bei Sommer- und Winterseen immer eine gewisse Unsicherheit, auch wenn die Romantik über die Ufer schwappt.

Sommersee, Abend am See, Berge und See, Fahrt auf dem See, Nixenzauber, Seegetier, Wintersee heissen die Themenüberschriften und quer durch die Literaturgeschichte hat Eberhard Scholing AutorInnen zusammengetragen. Eva Strittmatter, Sarah Kirsch,Droste-Hülshoff, Bertolt Brecht, Alfgred Andersch, Justinus Kerner, Wilhelm Waiblinger, Schiller, Goethe, Fontane, Eichendorff, und und und.

Wilhelm Busch
Wassermuhmen

In dem See die Wassermuhmen
wollen ihr Vergnügen haben,
fangen Mädchen sich und Knaben,
machen Frösche draus und Blumen.

Wie die Blümlein zärtlich knicksen,
wie die Frösche zärtlich quaken,
wie sie flüstern, wie sie schnaken,
so was freut die alten Nixen.
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Hermann Hesse
Berge in der Nacht

Der See ist erloschen,
Schwarz schläft das Ried,
Im Traume flüsternd.
Ungeheuer ins Land gedehnt
Drohen die hingestreckten Berge.
Sie ruhen nicht.
Sie atmen tief, und sie halten
Einer den andern an sich gedrückt.
Tief atmend,
Mit dumpfen Kräften beladen,
Unerlöst in verzehrender Leidenschaft.
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Christian Morgenstern
Der Hecht

Ein Hecht, vom heiligen Antōn
bekehrt, beschloß, samt Frau und Sohn,
am vegetarischen Gedanken
moralisch sich emporzuranken.

Er aß seit jenem nur noch dies:
Seegras, Seerose und Seegrieß.
Doch Grieß, Gras, Rose floß, o Graus,
entsetzlich wieder hinten aus.

Der ganze Teich ward angesteckt.
Fünfhundert Fische sind verreckt.
Doch Sankt Antōn, gerufen eilig,
sprach nichts als »Heilig! heilig! heilig!«
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Noch mehr Gedichte in der Leseprobe.
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Mi, 11.5.2022 um 19:30 Uhr bis 21:30 Uhr
Unsere Welt neu denken“ – Workshop zum Buch von Maja Göpel

Alles weiter wie bisher auf unserem Planeten? Vom Klimawandel über den Ressourcenverbrauch, von globaler Ungerechtigkeit bis zum Wachstumsmantra hinterfragt die Transformationsforscherin Maja Göpel überkommene Denkmuster und lädt zu einem anderen Blick auf die vielfältigen Problemlagen.

Anhand konkreter Themen aus ausgewählten Kapiteln aus dem Buch  von Maja Göpel: Unsere Welt neu denken. Eine Einladung (zu beziehen im Buchhandel für € 11,99) diskutieren unterschiedliche Generationen gemeinsam die Frage, wie Transformation möglich ist. Teilnehmende sind Studierende im Aicher-Scholl-Kolleg und alle Interessierte.

Anmeldung unter se*********@hd****.de bis zum 8.5.22 erbeten. Dort erhalten sie die Angabe der ausgewählten Kapitel für den Workshop.

Veranstalter: Haus der Begegnung und Aicher-Scholl-Kolleg. Eintritt frei.Haus der Begegnung, Grüner Hof 7, 89073 Ulm

Mit besten Grüßen,
Andrea Luiking
Geschäftsführerin, Haus der Begegnung Ulm, Kulturpfarrerin an der Pauluskirche
Grüner Hof 7, 89073 Ulm
0731 92 000 0
an************@hd****.de
www.hdbulm.de
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Donnerstag, 21.April

Heute haben
Charlotte Bronte * 1816
Peter Schneider * 1940
Geburtstag
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“I am no bird; and no net ensnares me: I am a free human being with an independent will.”
Charlotte Bronte aus „Jane Eyre“
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Unser Buchtipp:


Lale Gül: „Ich werde leben
Aus dem Niederländischen von Dania Schüürmann
Suhrkamp Verlag € 18,00

„Ich werde leben“ – so heißt der Debütroman der 25-jährigen Niederländerin Lale Gül. Sie schaffte es damit auf Anhieb an die Spitze der Bestsellerlisten und löste eine landesweite Debatte über Integration, Islamophobie und Parallelwelten aus. Von Islamisten erhielt sie Morddrohungen und musste zu ihrem eigenen Schutz vorübergehend untertauchen.
Lale Gül (Jahrgang 1997) wuchs in Amsterdam in einem ultrakonservativen musilimischen Milieu auf. Schon als Kind ging sie in die Koranschule mit ihren strengen Regeln, insbesondere für Frauen.
„Alles, was mir – oder Büsra – Spaß macht im Leben, Musik hören, ausgehen, an den Strand gehen, Beziehungen, Sex, Freunde, frei seine Meinung sagen, alles denken dürfen und alles bezweifeln – all das war verboten. Im Namen des Glaubens.“

Eine starke Lektüre über das Heranwachsen in einer Paralellwelt, wie wir es auch aus dem Buch „Unorthodox“ von Deborah Feldman kennen.

Leseprobe

Hier kommen Sie zur Sendung „Titel, Thesen, Tempramente„, die Lale Gül eingeladen hat und u.a. mit einem Video vorstellt.
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Programm heute abend, Donnerstag, 21. April, 20 Uhr

  • Mikołaj Laskowski Transnatural#2 für Streichquartett und Zuspielung
  • John Cage Aria, mit Fontana Mix für Stimme und Zuspielung
  • Clara Iannotta dead wasps in the jam-jar (iii) für Streichquartett und Sinuswellen
  • Laurie Schwartz Outtakes from the Dangerous Women Files: #1. the heroines (UA der Ulmer Version) für Stimme, Elektronik & Video
  • Luigi Nono La Fabbrica Illuminata für Stimme und Zuspielung
  • George Crumb Black Angels für Elektronisches Streichquartett

    Anna Clementi, Stimme / European Music Project / Joachim Glasstetter, Klangregie

Mittwoch, 20.April

Heute haben
Pietro Aretino * 1492
Herman Bang * 1857
Hermann Ungar * 1893
Arto Paasilinna * 1942
Geburtstag
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Theodor Storm
Die Nachtigall

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Sie war doch sonst ein wildes Blut;
Nun geht sie tief in Sinnen,
Trägt in der Hand den Sommerhut
Und duldet still der Sonne Glut
Und weiß nicht, was beginnen.

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.
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Ein kleiner Nachtrag zum Nachtigallenbuch-Beitrag.
Hier eine Mail von Frau Kipper mit einem Radiohinweis:

Hallo Herr Wiltschek,
es freut mich, mit dem Nachtigallen-Buch Begeisterung geweckt zu haben!
Falls Sie das hier vorher noch lesen: morgen nach halb elf gibt es ein
Interview zum Buch auf Deutschlandfunk Kultur
. (10.05 – 11.00 Lesart).
Tatsächlich sind die Herren Nachtigallen seit dem Wochenende wieder in
Berlin eingezogen – zumindest die ersten, der große Schwung braucht wohl
noch ein paar Tage. Im Norden Brandenburgs warten wir dagegen noch auf
die ersten Ankommenden. Gibt es in Ulm denn Nachtigallen? Ich weiß, dass
die Populationen im Süden des Landes ja leider eher sehr rückläufig waren.

Ganz herzliche Grüße, Silke Kipper
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Bei uns in der Buchhandlung:
Albert Cüppers: „Landschaft mit Gräberhügel“

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Stadtradeln in Ulm von 01.05. bis 21.05.2022
Das Team „Jastram radelt“ macht wieder mit und sucht noch Mitradelnde.
Einfach anmelden, Kilometer sammeln und Spaß haben.


Dienstag, 19.April

Bettina Rulf, Berlin, wünscht frohe Ostern


Heute haben
August Wilhelm Iffland * 1759
Riccardo Bacchelli * 1891
Richard Hughes *1900
Stefan Schütz * 1944
Pierre Lemaitre * 1951
Geburtstag
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“Do your bit to save humanity from lapsing back into barbarity by reading
all the novels you can.”
Richard Hughes
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Unser Buchtipp, pünktlich zur Rückkehr der Nachtigallen nach Deutschland.


Silke Kipper: „Die Nachtigall
Ein legendärer Vogel und sein Gesang
Mit Illustrationen von Nils Hoff
Suhrkamp Verlag € 20,00

Solche Bücher sind einfach wunderbar. So wie die Biologin Silke Kipper uns die Nachtigall näherbringt, ist herrlich. Wir erfahren so viel Unterschiedliches über diesen unscheinbaren kleinen Vogel und das in einer leicht verständlichen Sprache. Ab dem 20.April treffen die Nachtigallen in Berlin ein und Frau Kipper kann dann im Treptower Park wieder mit dem Mikro und dem Fernglas losziehen. Dabei nimmt sie nicht nur den einzigartigen Gesang auf, sondern auch jede Menge Nebengeräusche wie Verkehr, Spaziergänger und Liebespaare und das Kraftwerk um die Ecke. Über 200 verschiedene Gesänge haben die Nachtigallmännchen im Programm und die schmettern sie laut, damit sie auch ganz sicher ein Weibchen abbekommen.
Aber wie erlernen sie die Gesänge, was bedeuten sie, wer kann sie lesen/hören/interpretieren? Wie sieht der Jahreslauf der 17 chm großen Tiere aus? Wie können sie erforscht werden? Wie ist der Stand der Forschung.
Die Nachtigall in der Literatur, in der Lyrik, nimmt auch ein Kapitel in Anspruch, wie die Nachtigall in der Musik.
Ein rundum gelungenes Buch, das Spaß macht zu lesen und nebenbei auch lehrreich ist.
Mal schauen, ob meine Birdnet-App des nächtens einen Nachtigallengesang analysieren kann.

Leseprobe