Sonntag, 31.Dezember


Ein letzter Sonnenaufgang in diesem Jahr 2023.


Der Jahreskalender zeigt sich in seiner ganzen Farbenpracht.


In mein Kämmerle strahlt die Sonne und ich verschicke noch unsere Jahresgaben an all diejenigen, die ich vor Weihnachten nicht mehr geschafft habe.

Sie wissen ja: Bücher können die Welt nicht retten. Aber wir können in sie eintauchen, sie weitergeben, darüber reden, von einem Buch zum anderen hüpfen. Wir können von Büchern lernen, Dinge besser verstehen, sie weglegen und wieder hervorziehen. Bücher sind oft die idealen Begleiter.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen/Euch alles Liebe und Gute für heute, für heute abend, für das kommende Jahr und die kommenden ca. 100.000 Tage.
Bleiben Sie gesund und munter.

Wir sehen uns im neuen Jahr in der Buchhandlung an der Ecke, oder sonst irgendwo im Städtle.
Ich freue mich darauf,

Ihr/Euer Samy Wiltschek

Freitag, 29.Dezember

Heute haben
William Gaddis * 1922
Jo Pestum * 1936
Brigitte Kronauer * 1940
Christian Kracht * 1966
Geburtstag
und es ist der Todestag von Rainer Maria Rilke
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Heinrich Heine

Küsse, die man stiehlt im Dunkeln
Und im Dunkeln wiedergibt,
Solche Küsse wie beseelgen
Sie die Seele, wenn sie liebt!

Ahnend und erinnrungsüchtig,
Denkt die Seele sich dabei
Manches von vergangnen Tagen,
Und von Zukunft mancherlei.

Doch das gar zu viele Denken
Ist bedenklich, wenn man küßt; –
Weine lieber, liebe Seele,
Weil das Weinen leichter ist.
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Vielleicht mit einer Liebesgeschichte in das neue Jahr gleiten.


Longo: „Daphnis und Chloe
Illustriert von Renée Sintenis
Inselbücherei € 15,00

Es gibt in der antiken Literatur keine schönere Liebesgeschichte als diese: Daphnis und Chloe wachsen als Findelkinder auf der Insel Lesvos im Ägäischen Meer auf. Sie hüten dort die Ziegen, leben bei ihren Pflegeeltern, wachsen allmählich heran. Chloe fühlt sich von Daphnis angezogen, aber recht verstehen können beide nicht, was ihnen geschieht. Dann wird die Insel von Piraten heimgesucht, Chloe entführt. Wird Daphnis seine Freundin retten können?
In der Insel-Bücherei erscheint der Text mit den zauberhaften Illustrationen der großen Tierbildhauerin Renée Sintenis.

Renée Sintenis, geboren 1888 in Glatz war eine der bekanntesten und erfolgreichsten Berliner Bildhauerinnen der Weimarer Republik. Sie absolvierte eine Ausbildung an der Kunstgewerbeschule in Berlin, 1915 stellte sie zum ersten Mal in der Berliner Secession aus, zu ihren frühen Förderern zählte unter anderem der Dichter Rainer Maria Rilke. 1947 wurde sie als eine der ersten Professorinnen an die Hochschule der Künste berufen, 1955 wieder in die Akademie der Künste aufgenommen. Sintenis war als Tierbildhauerin bekannt, nach ihrem Entwurf entstand der Berlinale Bär. Renée Sintenis starb 1965 in Berlin.
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Schukrafts Wundertüte:

Liebe Freundinnen, liebe Freunde unseres Theaters!

Als Erstes möchte ich Ihnen für 2024 wieder ein augenzwinkerndes Trostliedchen schicken. 
Das ist der Link: 
https://youtu.be/P3iwpa5ToO0
am Klavier mein Enkel Mathis K.

Dann noch drei wichtige Informationen:
1.) „Frau Einsteins Nobelpreis“ steht wieder ab Freitag, 12. Januar, an jedem Freitag und Samstag um 19 Uhr auf dem Spielplan. Ich habe Ihnen einen Ausschnitt aus der tollen Kritik der Südwest Presse beigefügt. Das Publikum reagiert übrigens kaum weniger begeistert.
2.) Ab März können Sie mich wieder auf der Bühne erleben:Ich bin ein unverbesserlicher Optimist“, heißt der Abend. Ich singe humoristische Lieder von Hermann Leopoldi und erzähle von ihm und seiner Zeit. Für mich ist Leopoldi einer der größten, seit meiner Kindheit heiß geliebten Humoristen.
3.) Marion Weidenfelds Solostück „Niemand wartet auf Dich“ werden wir im Herbst zeigen.

Insgesamt sind das doch gute Nachrichten!

Hauptsache: Sie besuchen uns!

Liebe Grüße
Ihr Wolfgang Schukraft

Karten: 
Bücherstube Jastram, Judenhof, Ulm 0731/67137
Mail: schukrafts@gmx.de
Abendkasse an Aufführungstagen ab 18 Uhr
Weitere Informationen: www.schukrafts.de
 
„Frau Einsteins Nobelpreis ist eine geschickt austarierte Balance aus tiefsinniger Reflexion und unterhaltsamem Gesellschaftsstück, spritzig gespielt, dazu passend die luftigen Saitenläufe von Helmut Pusch als Musikuntermalung. Höhepunkt ist die erfundene Begegnung der beiden Frauen, die sich vorher nur aus seinen Lästereien gekannt haben. „Er ist irgendwie nicht von dieser Welt“,  beschließen sie. Langer Applaus.
Uli Landthaler, Südwest Presse

Donnerstag, 28.Dezember

Heute haben
Alfred Wolfenstein * 1883
und Hildegard Knef * 1925 in Ulm
Manuel Puig * 1932
Burkhard Spinnen * 1956
Geburtstag
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Am 28.12. im unten vorgestellten Buch:

Theodor Storm
Lied des Harfenmädchens

Heute, nur heute
Bin ich so schön;
Morgen, ach morgen
Muß alles vergehn!

Nur diese Stunde
Bist du noch mein;
Sterben, ach sterben
Soll ich allein.

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Unser Buchtipp:


Nele Holdack: „Alle Tage ein Gedicht
Herausgegeben von Nele Holdack
Aufbau Verlag € 22,00

365 Gedichte für das Jahr. Das alles in einem handlichen Buch.
Und die Zahnbürste vorne drauf zeigt auch an, wie wichtig die tägliche Portion Lyrik ist und dass die Gedichte nicht länger sind, als wir Zeit zum Zähneputzen brauchen. So wandern wir mit Lasker-Schüler, Brecht, Ringelnatz, Hölderlin, Borchardt, Walser, Schickele, Goethe, Heine, … also fast 150 Autor:innen, von Monat zu Monat und erinnern uns an Bekanntes und wundern uns über Überraschendes.
Die Aufbau Lektorin Nele Holdack hat sich hier mächtig ins Zeug gelegt. Dank dafür.
Nun ist es so, dass diese Anthologie schon mehr als zehn Jahr alt ist und eventuell ausläuft. So scheint es mir zumindest. Also wenn Sie Lust drauf haben, dann sollten sie eventuell zügig handeln.
Aber: Nele Holdack hat ja mit Catrin Polojachtof noch ein Jahresbändchen herausgegeben.
Jeden Tag ein Lächeln„. Mit humorigen Gedichten durch das Jahr.

Mittwoch, 27.Dezember

Heute haben
Louis Bromfield * 1896
Carl Zuckmayer * 1896
Sebastian Haffner * 1907
Ossip Mandelstam * 1938
Geburtstag
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„Schon im Wort Müßiggang liegt Weisheit, denn echte Muße gibt es nur beim Gehen.“
Carl Zuckmayer
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Unser Buchtipp:

Jarosław Kuisz und Karolina Wigura: „Posttraumatische Souveränität
Ein Essay
Aus dem Englischen von Stephan Gebauer

„[Ein Trauma ist] nicht nur die Geschichte von etwas, das damals geschah, sondern der vorhandene Eindruck des Schmerzes, des Schreckens und der Furcht, die auf Geist, Gehirn und Körper wirkt und bleibende Folgen für die gegenwärtige Sicherung des Überlebens des menschlichen Organismus hat“, zitieren sie den Psychiater und Traumatherapeuten Bessel van der Kolk.

Der polnische Journalist Jaroslaw Kuisz und die polnische Soziologin Karolina Wigura versuchen sich mit dem Bergiff des Traumas der gegenwärtigen Situation in Mittelosteuropa zu nähern.
Warum haben westeuropäische Staaten die Situation um den Angriffkrieges Russlands gegen die Ukraine falsch eingeschätzt? Warum haben sie nicht schon bei der Annexion der Krim und des Donbas ihre Einstellung zu Putins Politik geändert? Die Staaten um Polen, Rumänien, des Baltikums haben sich immer wieder laut gemeldet, stießen aber auf taube Ohren. Erst als der Krieg in Ukraine tobte, kam es u.a. zu Entschuldigungen von Ursula von der Leyen.
Durch das Trauma der wiederkehrenden territorialen Verlustes der mittelosteuropäischen Staaten haben sich diese Länder zusammengeschlossen und früh erkannt, was auf dem Spiel steht. Polen wurde mehrfach überfallen und aufgeteilt. Die baltischen Staaten haben tiefschürfende Erfahrungen mit russischer Besetzung gemacht.
Auch das Thema der Natoosterweiterung erklären die beiden Autoren sehr detailliert. Es waren die neuen unabhängigen Staaten, die händeringend um Beitritte zur Nato gebeten haben, da sie sich, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, der Gefahr einer neuerlichen Einverleibung durch Russland, ausgesetzt gesehen haben.
Ein hochinteressantes, aktuelles Thema, das mit dieser besonderen Herangehensweise sehr viel erklärt, was so nicht in den Nachrichten auftaucht.

Jarosław Kuisz ist Chefredakteur des polnischen Online-Wochenblatts Kultura Liberalna und Assistenzprofessor an der Universität Warschau.

Karolina Wigura ist Vorstandsmitglied der Stiftung Kultura Liberalna und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich Affective Societies, Freie Universität Berlin. Gemeinsam schreiben sie für die Kolumne »Fernsicht« der taz.

Leseprobe

Sonntag,24 .Dezember


Nach einem trubeligen letzten Adventsamstag ist abends Ruhe eingekehrt.


Vielen Dank für Ihre vielen, treuen Besuche in unserer Buchhandlung.
Es hat etwas von einer großen Familie, wenn plötzlich Menschen aus Vermont, USA und Triest im Laden stehen, nachdem man sich seit Jahren nicht gesehen hat. Nicht zu vergessen, die vielen Menschen gleich um die Ecke, die es sich nicht nehmen lassen, einzukaufen und beim Hinausgehen die fröhlichsten Weihnachtswünsche an alle zurückzulassen.
Meine Gedanken sind auch bei den KundInnen, die in diesem Jahr verstorben sind und mit denen eine große Verbundenheit herrscht, nachdem wir uns schon seit Jahrzehnten kennen.

Beim Nachhauseradeln fiel mir der Satz „Er/Sie gab sich redlich Mühe“ ein.
Im Arbeitsszeugnis verbirgt sich dahinter keine gute Note. Anderseits denke ich, dass es im wahren Leben anders aussieht. Ja, geben wir uns doch redlich Mühe, um unsere, in Schräglage befindliche, Welt etwas zu verbessern. In dem wir Menschen helfen, Organisationen unterstützen und selbst in Projekten aktiv werden. Jede/r wie es ihr/m möglich ist.
Einen Beitrag haben Sie schon durch ihre vielen Münzen in unseren Spendenglas am Tresen geleistet.
Einige hundert Euro davon gingen schon an die Flüchtlingshilfe Ulm. Der andere Teil geben wir an die Tafel Ulm weiter.
Vielen Dank dafür.

Ich wünsche Ihnen eine frohe Weihnacht. Für jed/n so, wie sie/er sich es wünscht.
Bleiben Sie gesund.
Ihr Samy Wiltschek und das Jastram-Team.

Samstag, 23. Dezember


Heute haben
Martin Opitz * 1597
Mathilde Wesendonck * 1828
Alfred Ehrenstein * 1886
Friedrich Wolf * 1888
Giuseppe Tomasi di Lampedusa * 1896
Norman MacLean * 1902
Donna Tartt * 1963
Geburtstag
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Ihr Kinderlein, kommet, o kommet doch all´!
zu Jastram her kommet von allüberall,
und seht, was in dieser belesenen Nacht
der Samy mit Büchern für Freude uns macht.

Thomas Dietrich
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„Worte in finsteren Zeiten“
Herausgegeben von: Oliver Vogel, Sophie von Heppe, Maren Baier, Michael Reinfarth
S.Fischer Verlag € 20,00

Viele Menschen haben seit dem Krieg in der Ukraine und dem Überfall der Hamas auf Israel das Gefühl, keine Worte mehr zu haben für die Welt – für die Gewalt, die Trauer, die Angst und die Ungewissheit.
Unglaublich viele Autorinnen, Autoren und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens haben nach solchen Worten gesucht – bei den Schreibenden und Denkenden aller Zeiten und Länder. Sie haben Texte, Sätze und Gedichte gefunden, die Mut machen und Halt geben. Und es in unseren Köpfen heller werden lassen, in finsteren Zeiten.
Das sehr schön gestaltete Buch, mit dem geprägten Deckblatt, entsandt innerhalb kürzester Zeit, damit wir darin, während der Weihnachtsfeiertage, blättern können und merken, wie gut uns Literatur helfen kann.

„Worte, von Schweigenden gefühlt, sind schön.“
Emily Dickinson

Leseprobe

Freitag, 22.Dezember

Heute haben
Ulrich Bräker * 1735
Hugo Loetscher * 1929
Renate Welsh * 1937
Margit Schreiner * 1953
Felicitas Hoppe * 1960
Geburtstag
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Bratwurstduft und Glühweinschwaden
dringen nicht in diesen Laden.
Hier gilt nur der Bücher Kunst
ohne diesen Weihnachtsdunst.
Leselust gibt es hier pur,
denn hier ist das Buch Kultur!

Thomas Dietrich
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Aus allen vier Ecken mal eben zwei Bücher herausgesucht:




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Gestern reingerauscht:


Neil Young: „Before and After“

Reprise 2023, € 23,00

Donnerstag, 21.Dezember


Heute haben
Jean Racine * 1639
Ludwig Christoph Heinrich Hölty * 1748
Isolde Kurz * 1853
Oda Schäfer * 1900
Anthony Powell * 1905
Heinrich Böll * 1917
Felix Huby * 1938
Thomas Hürlimann * 1950
Rolf Lappert * 1958
Geburtstag
und es ist der Todestag von Kurt Tucholsky, T.Scott Fitzgerald, Leon Feuchtwanger
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When the snow falls wunderbar,
and the children happy are,
when the Glatteis on the street,
and we all a Glühwein need,
then you know, es ist soweit.
she is here: the Bücherzeit.

Thomas Dietrich
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Wer hätte das gedacht? Janosch füllt bei uns ein ganzes Regalbrett.
Im traditionellen Reclamgelb strahlen seine Bücher schon von Weitem.
Gratulation an den alten Herrn und hoffentlich bringt ihm der Weihnachtsbär einen großen Sack voll feiner Sachen.

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Und wir ziehen zwei Kinder- und Jugendbücher aus dem Regal.
Rico und Oskar gehören in jedes Haus. Vielleicht gerade jetzt deren Weihnachtsgeschichte lesen.
„Bleib bei mir, Sam“ ist einfach eine prima gemachte Trauergeschichte.

Mittwoch, 20. Dezember


Heute haben
Aziz Nesin * 1915
Friederike Mayröcker * 1924
Gernot Wolfgruber * 1944
Abdularazak Gurnah * 1948
Kate Atkinson * 1951
Geburtstag
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Winterfrost und Sonnenschein,
Beides kann zusammensein.
Und dazu ein gutes Buch
Ich mir dann zum Schmökern such.

Thomas Dietrich
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Eine Auswahl meiner Lieblingsromane:


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Wir haben die beiden neuen Modelle Verse und Verse Pro im Laden.
Sie lösen die Pocketbook Touch Reader ab.
Genauere technische Daten können Sie auf einem Faltblatt bei uns im Laden einsehen.
Was mir aufgefallen ist, dass dasGerät eine sehr gute Bildqualität besitzt und schnell reagiert.
Handlich, schmal und klein, passt es in jede Tasche und sorgt auch bei Zugverspätungen für genügend Lesestoff.
Verse Pro hat mehr Speicher, eine noch bessere Bildqualität und die Möglichkeit Hörbücher/Musik zu hören und ist badewannenwasserdicht.
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Jetzt noch ne richtige Besprechung der neuen Kraan-CD von Ralf Grimminger auf Ulm News.

Die legendäre Band „Kraan“ hat ein neues Album veröffentlich. Das neue Werk mit dem Titel „Zoup“ wird von den Musikkritikern hoch gelobt. Das neue KRAAN album „zoup“ ist ab sofort in der Buchhandlung Jastram in Ulm erhältlich. Als Langspielplatte gibt es „Zoup“ ab 19. Januar 2024.  

Kraan sind mit ihrem neuen Album ZOUP nach etlichen Solo-Abenteuern wieder dort gelandet, wo die Kenner sie in der Regel musikalisch verorten: irgendwo zwischen Kraut Rock, Ethno und Jazz. Die Ulmer Combo wurde vor 52 Jahren von Bassist Hellmut Hattler, Gitarrist Peter Wolbrandt und Schlagzeuger Jan Fride ins Leben gerufen. Seit jeher lebt der Gruppen-Sound in erster Linie von Hattlers kernigem Bassspiel sowie dem Umstand, dass die Kompositionen zum größten Teil instrumental ausfallen. Hier wird also wieder Fusionrock de Luxe gespielt! Ein YouTube-Fan der Band hat neulich zurecht geschwärmt: „Kraan is: German precision meets German anarcho, that’s beautiful man.“ Oder, um es mit Hattler etwas weniger ekstatisch, aber nicht minder zufrieden, zu erklären: „Wir sind ja von jeher – und jetzt mal wieder ganz besonders – planlos glücklich mit unserem Tun!“ Keyboarder Ingo Bischof war bis zwischen 1975 – 2007 bei der Gruppe. Er verstarb 2019. Aus Respekt vor seinem Schaffen ist der Tasten-Meister noch auf einem Stück auf ZOUP zu hören: „Aus allen Wolken“. Und – Überraschung: Auf einem der drei CD-Bonustracks spielt sogar Kraans Ur-Saxofonist Johannes „Alto“ Pappert mit! Zur Erklärung des etwas kryptischen Albumtitels meint Hattler: „Eine „Zoup“ ist nicht nur eine falsch geschriebene „Suppe“. Es könnte auch ein Gebräu sein, in das eine Menge an Einflüssen hineingeschüttet wird. Insofern passt die Bezeichnung prima zum Kraan- Sound von heute. Wir wollten ja schon immer weg von den Definitionen Kraut- und Jazz-Rock. Aber man braucht ja wohl immer ein Etikett auf der Flasche.“ Letzten Sommer kamen Hellmut die ersten Ideen für das neue Werk. „Ich saß auf der Veranda in der Sonne und ließ mich von meiner eigenen musikalischen DNA inspirieren. Ziemlich schnell wurde mir klar, dass ich da grade anfange an einer neuen Kraan-Platte zu arbeiten.“

Auf seinem Soloprojekt HATTLER hatte er immer viel mit Programmieren und DJs zu tun: „Doch das war für mich ganz plötzlich totgelaufen. Also besann ich mich meiner musikalischen Wurzeln. Das bedeutet mehr Melodik, Harmonik, andere Beats. Nachdem ich die ersten Ideen in Form hatte, habe ich Peter und Jan kontaktiert und sie gefragt, ob sie mitmischen würden. Sie hatten Lust – und schnell war klar: Ab jetzt geht’s um Kraan.“ Auf dem hieraus entstandenen Album ZOUP sind neun Instrumentals und zwei Gesangsstücke zu hören, „weil wir ja immer noch nicht die begnadetsten Sängerknaben sind“, witzelt Hattler; „es gibt Midtempo-Stücke, Balladen, und diesmal auch wieder reichlich Knackig-Schnelles.“ Die „Kraaniche“ sehen sich laut Hellmut als Seelenverwandte und kreative Partner gleichermaßen. „Schon witzig, dass es uns nach über fünfzig Jahren On-Off-Beziehung immer wieder zusammentreibt um etwas zustande zu bringen, was mit anderen Konstellationen einfach nicht zu schaffen ist. Und das spüren unsere treuen Fans auch – und geben uns so viel an Zustimmung und Kraft zurück! Wir planten zwar nie, wie es mit Kraan weitergeht, auch nicht, ob ZOUP nicht mal wieder die letzte Produktion von uns sein könnte. Sollte dies aber unser ultimatives Album sein, muss es wie eine Ausnahme klingen, also so gut wie nur irgend möglich – und das könnte echt geklappt haben!“

Dienstag, 19. Dezember

Heute haben
Italo Svevo * 1861
Jean Genet * 1910
José Lezama Lima * 1910
Michel Tournier * 1924
Tankred Dorst * 1925
Paul Nizon * 1929
Jürgen Fuchs * 1950
Peter Stephan Jungk * 1952
Tim Parks * 1954
Thomas Brussig * 1965
Geburtstag
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Vom Himmel bis in tiefste Klüfte
ein milder Stern herniederlacht;
vom Tannenwalde steigen Düfte,
und Kerzen hell‘n die Büchernacht.

Thomas Dietrich
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Vier Bücher aus unserem Regalbrett mit englischsprachigen Büchern werden heute herausgezogen.


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Unser Kinderbuchtipp:


Marc-Uwe Kling (Text) und Astrid Henn (Illustrationen):
Das Klugscheisserchen

Clarlsen Verlag € 12,00
Kinderbuch 6 Jahren

Ein echtes Klugscheißerchen weiß immer am besten Bescheid! Tina und Theo Theufel sind geschlagen mit Eltern, die keinen Hund haben, aber ständig Rote Bete essen wollen. Außerdem wissen sie immer alles besser. Also die Eltern. Die Kinder auch. Der Apfel fällt schließlich nicht weit vom Stamm. Aber Theo und Tina geben wenigstens zu, dass sie Klugscheißer sind. Mama und Papa streiten es ab. Das ist natürlich absolut lächerlich. Vor Kurzem sind die Theufels umgezogen in ein altes Haus mit einem Dachboden voller Abenteuer. Obwohl Spielen auf dem Dachboden nicht gerne gesehen ist, machen Tina und Theo nichts lieber als das. Und außerdem machen die Kinder auf dem Dachboden eine seltsame Entdeckung: In einer Bücherkiste haust ein kleines Männchen mit großer Klappe. Ein waschechtes Klugscheißerchen, das behauptet, nur für seinesgleichen sichtbar zu sein! Und eines ist sicher: ‚Ein wirklich echter Klugscheißer zu sein, ist harte Arbeit! Man muss Bescheid wissen, man muss auf Zack sein, man muss sich unerbittlich der Korrektheit verpflichten.‘ Ob Mama und Papa das Klugscheißerchen auch sehen können?
Ein Vorlesebuch für aller Besserwisser und Klugscheißer ganz egal welchen Alters.
Mit genialen Bildern von Astrid Henn.