Freitag

Heute haben
Harry Graf Kessler * 1868
Max Hermann-Neiße * 1886
Pär Lager Lagerkvist * 1891
Annemarie Schwarzenbach * 1908
Dieter Hildebrandt * 1927

http://www.youtube.com/watch?v=dnqKwGetjz4
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Unser heutiger Buchtipp:

Woolf

Virginia Woolf: „Granit und Regenbogen
Essays
Herausgeber: Klaus Reichert
S.Fischer Verlag € 19,99

Solche kluge Sätze und Bemerkungen zur Literatur habe ich selten gelesen. Die Texte sind zwar sehr an den Werken englisch sprachiger AutorInnen angelehnt, trotzdem kennen wir die meisten Romane, Erzählungen, oder Theaterstücke, die Virginia Woolf hier zitiert. Geschrieben hat sie einen Großteil ihres essayistischen Werken für das „Times Literary Supplement“ und für den „New York Tribune“ und sie sind im deutschsprachigen Raum wohl erst noch zu entdecken.
Seit 1989 ist Klaus Reichert der Herausgeber der Werke von Virgina Woolf und mit den beiden Essay-Bänden, die gestern zeitgleich erschienen sind, sind die gesammelten Werke von Virginia Woolf im S.Fischer Verlag nun abgeschlossen.
Aber nicht nur über Literatur geht es in „Granit und Regenbogen“ und dem anderen Band „Das Totenbett des Kapitäns“, sondern auch Kunst und das Leben, Ihr Leben, sind Themen, die sie darin anspricht.

Das erste Oberkapitel heisst „Die Kunst des Romans„, danach kommen
Die schmale Brücke der Kunst
Steunden in einer Bibliothek
Leidenschaftliche Prosa
Das Leben und der Schriftsteller
Die Schauerromanze
Ein schrecklich empfindsames Gemüt
und Phasen der Romankunst mit sechs Unterkapiteln.

Allein diese Titel hören sich interessant an, wenn Virginia Woolf aber dann auf den Unterschied zwischen einem Menschen, der die Gelehrsamkeit liebt und einem, der das Lesen liebt, kommt, dann merken wir, welche Seite sie verteidigt. Und dies so klug und glasklar und mit viel Empathie. Sie zitiert natürlich die englischen „Heiligen“ Jane Austen und die Bronte-Schwestern, in deren Romanen immer gelesen wird. Sie nimmt uns mit in eine große Buchhandlung, die vollgestopft mit Büchern ist. Und genau dieses Wissen, das in den Büchern steckt, ist das, was uns LeserInnen interessiert. Nicht das lexikale Wissen, das Abfragbare. Nein es ist ein anderes sehr persönliche Wissen, das uns dazu bringt, immer mehr Bücher lesen (zu wollen). Sie schreibt über Literatur der Gegenwart (ihrer Gegenwart) und über die Literatur, die schon vor Jahrhunderten geschrieben worden ist. Und wie schwer sich Gegenwartsautoren tun, wo doch alles schon geschrieben worden ist.
Sie merken schon, ich komme von einem zum anderen Thema und das ist es auch, was mir bei dieser Lektüre hängengeblieben ist: eine große Lust aufs Lesen, auf Bücher und alles, was damit zusammenhängt.
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jahrestage

Gerade eben kam von Raimund Fellinger vom Suhrkamp Verlag die Genehmigung, dass wir zu Uwe Johnsons 80.Geburtstag eine Marathonlesung veranstalten dürfen.
Am 20. Juli 1934 wurde er geboren (und starb am 23.Februar 1984) und aus diesem Anlass erzählt Herr Seidel an unserer nächsten „Ersten Seite“ (Di. 3.Juni) neues aus seiner Johnson Forschung und wir wollen am Donnerstag, den 21.August eine „Jahrestage“-Marathonlesung veranstalten. Am 21.August 1967 beginnt der vierteilige Roman von Uwe Johnson und endet am 20.August 1968.
Das heisst für uns: Wir lesen ab 19 Uhr vom Anfang des Romanes an und schauen wie weit wir nach einer akzeptablen Marathonzeit von 3:30 Std. kommen.
Dazu benötigen wir natürlich noch viele MitleserInnen, die bereit sind jeweils eine halbe Stunde zu übernehmen.
So etwas haben wir noch nie versucht und ich bin gespannt, ob wir das alles unter Dach und Fach bekommen. Bitte kommen Sie auf uns zu. Danke.
Also vormerken: Donnerstag, 21.August ab 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung.
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