Dienstag, 2.April

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Heute haben
Casanova * 1725
Hugovon Fallersleben * 1798
Hans Christian Andersen * 1805
Emile Zola * 1840
Max Ernst * 1891
György Konrad * 1933
Thomas Glavinic * 1972
Geburtstag
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Heute auf dem Gedichtekalender:

Kurt Tucholsky
Nicht! noch nicht!

Ein leichter Suff umnebelt die Gedanken.
Verdammt! Der Frühling kommt zu früh.
Der Parapluie
steht tief im Schrank – die Zeitbegriffe schwanken.

Was wehen jetzt die warmen Frühlingslüfte?
Ein lauer Wind umsäuselt still
mich im April –
die Nase schnuppert ungewohnte Düfte.

Du lieber Gott, da ist doch nichts dahinter!
Und wie ein dicker Bär sich murrend schleckt,
zu früh geweckt,
so zieh ich mich zurück und träume Winter.

Ich bin zu schwach. Ich will am Ofen hocken –
die Animalität ist noch nicht wach.
Ich bin zu schwach.
Laternenschimmer will ich, trübe Dämmerung und dichte
Flocken.

Theobald Tiger, Die Schaubühne, 16.04.1914
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Susanne Link empfiehlt:

1858

Laetitia Colombani: „Der Zopf“
Fischer Taschenbuch € 11,00

Endlich als Taschenbuch – der Debütroman der Französin liest sich wunderbar leicht, obwohl die Lebenswege der drei Frauen schwierig sind. Smita,Giulia und Sarah verlieren nicht den Mut und schreiten kraftvoll und energiegeladen voran – und werden belohnt.

Gefunden auf www.fischerverlage.de:

Interview mit Laetitia Colombani

Lektorat: Ihr Roman ist eine Hymne auf den Mut aller Frauen, aber zugleich auch ein Appell: Frauen dieser Welt, befreit Euch von ungerechten Machtstrukturen. Was gab den Anstoß für diese Botschaft?
Laetitia Colombani: Mir fiel auf, dass ich die Frauen um mich herum sehr bewundere. Ihren Mut! Es sind starke Frauen, tiefgründige, großzügige und unglaublich belastbare Frauen. Meine Freundinnen sind für mich eine Quelle der Inspiration. Sie im »Zopf« zu würdigen hat sich mir ganz einfach aufgedrängt.
Lektorat: Haare sind das große verbindende Thema Ihres Romans »Der Zopf«. Wie kamen Sie auf das Thema Haare?
Laetitia Colombani: Vor ungefähr zehn Jahren hat mir meine Mutter von einer Fernsehreportage erzählt, die von der indischen Tradition berichtete, das eigene Haar einem Gott zu opfern, danach wollte ich mehr über diesen Brauch erfahren. Und vor zwei Jahren erkrankte eine Freundin an Krebs und bat mich, mit ihr eine Perücke auszusuchen. Ich hatte eine Art Flash, eine plötzliche Inspiration: Drei Frauen irgendwo auf der Welt, die nicht voneinander wissen, aber durch diesen intimen Gegenstand, die Haare, verbunden sind. Ich habe mich sofort an die Arbeit gemacht.
Lektorat: »Der Zopf« spielt in Italien, Kanada und Indien. Waren Sie schon mal in all diesen Ländern?
Laetitia Colombani: Ja, ich war in allen drei Ländern, aber »nur« als Touristin. In Indien hatte ich das Glück, einer Frau zu begegnen, die Smita hieß (ich würdige sie in meinem Roman, indem ich die Heldin des indischen Erzählstrangs nach ihr benannt habe) und mir Bombay und Umgebung gezeigt hat. Nach dieser Reise habe ich mich intensiver mit Indien befasst und viel recherchiert, ich habe Erstaunliches und Erschütterndes erfahren. Ich habe Reportagen zu Italien gesehen, zu Sizilien, über die Präparierung von Haaren, die Tradition der Cascatura, über Familienbetriebe dort … Von den drei Ländern kenne ich Kanada am besten, ich habe dort mehrere Freunde und besuche sie regelmäßig.
Lektorat: Den drei Frauen im »Zopf« gelingt es, ihr Schicksal in die Hand zu nehmen und ihrem Leben eine Wendung zu geben. Die meisten Menschen bleiben in ihren vorgegebenen Bahnen, egal wie schlimm diese sind. Warum fällt es dem Menschen so schwer, etwas zu verändern?
Laetitia Colombani: Ich glaube, dass alles, was neu ist, Angst macht. Das Bestehende gibt Sicherheit. Smita, Giulia und Sarah setzen alles für ein neues Leben aufs Spiel, für sie ist es aber ein lebenswichtiger Einsatz: wenn sie überleben wollen, müssen sie kämpfen. Alle drei werden mit einer dramatischen Situation konfrontiert, der sie nicht ausweichen können. Sarah erfährt, dass sie Krebs hat, Giulias Vater, der das Familienunternehmen führte, stirbt, Smita muss mit ansehen, wie ihre Tochter (so wie sie selbst) gedemütigt wird. Aber das Leben stellt uns ja nicht immer vor ähnlich extreme Herausforderungen – zum Glück!
Lektorat: Die Lebensbedingungen der drei Frauen im »Zopf« sind extrem unterschiedlich, aber dennoch bringen Sie sie zusammen. Warum?
Laetitia Colombani: Sie zusammenzubringen hat mir erlaubt, die Unterschiede hervorzuheben, und gleichzeitig das, was sie verbindet. Augenscheinlich haben Smita, Giulia und Sarah nichts gemein, sie leben auf verschiedenen Kontinenten, leben weder in derselben Kultur noch Religion. Sie sprechen nicht dieselbe Sprache, leben auf sozialem unterschiedlichen Niveau, und ihre jeweiligen familiären Situationen sind auch sehr verschieden. Sie gehören nicht demselben gesellschaftlichen Gefüge an, aber dennoch steckt jede von ihnen in einer Rolle fest, die man ihr zugeschrieben hat. Das, was sie über die Unterschiede hinaus verbindet, ist ihr Lebenswille, ihre Energie, die ihnen erlaubt, eine gewisse Freiheit zu erkämpfen, »Widerstand« zu leisten, sich zu emanzipieren.
Lektorat: Es ist erstaunlich, wie leichtfüßig Ihr Roman daherkommt, er ist beste Unterhaltung. Aber es wird schnell klar, dass sich unter der »leichten« Erzähloberfläche verschiedene, sehr komplexe Themenbereiche befinden. Was war zuerst da: die Geschichte der drei Frauen oder die Themen?
Laetitia Colombani: Mein Hauptinteresse galt zu allererst der Frau an sich, ich bin eine Frau, und ich habe eine Tochter, die eine Frau sein wird. Seit ihrer Geburt hat sich mein Blick auf die Welt verändert, auch meine Art, wie ich über Frauen spreche und über sie denke. Ich habe ein gesteigertes Interesse zu sehen, wie Frauen unter unterschiedlichen Bedingungen in den verschiedenen Welten leben. Ich glaube, mein Leben reicht nicht aus, um dieses Thema erschöpfend zu betrachten. In einem meiner nächsten Romane wird der Fokus wieder auf der Frau liegen.
Lektorat: Sie sind Schauspielerin und Regisseurin, »Der Zopf« ist Ihr erster Roman, und wie man hört, wird er verfilmt, werden Sie selbst das Drehbuch schreiben?
Laetitia Colombani: Das Vorhaben hängt derzeit noch in der Schwebe, ich habe einige Angebote von Produzenten bekommen. Vielleicht schreibe ich selbst das Drehbuch, und vielleicht mache ich auch selbst den Film, wer weiß.

Donnerstag, 22.März

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Heute haben
Albrecht Goes * 1908
Michael Hamburger * 1924
und Bruno Ganz * 1941
Geburtstag.
Heute, im Jahre 1832 ist Goethe gestorben.
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Johann Wolfgang von Goethe
Lebensregel

Willst du dir ein hübsch Leben zimmern,
Musst dich ums Vergangne nicht bekümmern;
Das Wenigste muss dich verdrießen;

Musst stets die Gegenwart genießen,
Besonders keinen Menschen hassen
Und die Zukunft Gott überlassen.
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Emilia Wiltschek (12 Jahre) empfiehlt:

Marion Meister:Julie Jewels – Perlenschein & Wahrheitszauber
S.Fischer Verlag € 16,99
Kinderbuch ab 12 Jahren

Julie ist ein ganz normales Mädchen, das Schmuck über alles liebt und das endlich seine langersehnten 16 Jahre alt wird. Wenn sie da nicht das Gespräch an ihrem Geburtstag zwischen ihrem Vater und ihrer Mutter belauscht hätte, in dem es darum ging, dass ihre Mutter ihr das Geschenk nicht geben wollte, das sie von ihrer Oma geschickt bekommen hatte. Denn ihre Mutter hatte schon Jahre nicht mehr mit ihrer Mutter geredet. Ihr Vater aber besteht darauf, dass sie das Geschenk bekommen soll. Hätte Julie das Gespräch nicht belauscht, so hätte sie nie etwas von dem Geschenk mitbekommen und sie hätte auch nicht nach ihm gesucht. So aber war ihr Interesse geweckt. Sie wollte das Geschenk haben!!! Als ihre Mutter einmal nicht ihm Haus war, durchforstet sie alle Zimmer bis sie das kleine, an sie adressierte Päckchen im Keller findet. Es ist eine Schmuckschatulle!!!! Als aber ihre Freundin und sie herausfinden, was wirklich in ihr steckt, stellt sich ihre Welt auf den Kopf. Sie bringt ihren Mathelehrer dazu die richtigen Antworten auf die Tafel zu schreiben und ihren Freund in Lebensgefahr. Was ist bloß los mit der Schmuckschatulle????? Findet es heraus, in dem ihr das Buch lest!!!!!
Es ist genau das Richtige für Leute, die gern Fantastisches lesen und die Schmuck lieben.
Viel Spaß bei Julie Jewels.
Eure Emilia

Der erste Band dieser magischen Trilogie ist auch optisch ein richtiges Schmuckstück: Mit hochwertig veredelter Sonderausstattung mit Metallic-Lack und verdecktem Buchschnitt funkelt und glitzert er wie ein echtes Schmuckkästchen!

Weitere Bände der Serie in Vorbereitung:
Julie Jewels – Silberglanz und Liebesbann (Erscheint im Herbst 2018)
Julie Jewels – Mondsteinlicht und Glücksmagie (Erscheint im Frühjahr 2019)

Donnerstag, 23.März

Staatsoper Stuttgart

Heute haben
C.F.D.Schubart * 1739
William Morris * 1834
Dario Fo * 1926
Martin Walser  wird 90. * 1927
Peter Bichsel * 1935
Geburtstag.
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Christian Friedrich Daniel Schubart
An Tilla

Hier ist, o liebes Weibchen!
Ein kleiner Wunsch für dich.
Ich wünsche dir, mein Täubchen,
Ein kugelrundes Leibchen,
Und ach! – zum Autor – mich!
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Der schnelle Rätselspaß

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Matteo Civaschi: „Geflügelte Worte in 5 Sekunden
144 wortlose Bilderrätsel
S.Fischer Verlag € 12,00

Oh, jetzt wird es schwierig. Denn das Buch, das ich hier vorstelle, besteht nur aus Bildern, Graphiken, so wie Sie es auf dem Titelbild sehen können. Und eigentlich wollte ich Sie anhand einiger solcher Bilderrätsel (es gibt 144 Stück davon) raten lassen, welches Sprichwort, welche Redewendung, welcher Aphorismus sich dahinter versteckt. Jetzt ist es aber so, daß auf der Internetseite des Verlages keine weiteren Bilder veröffentlicht sind und rechtlich bekomme ich sicher Schwierigkeiten, wenn ich Abfotografiertes hier auf dem Blog veröffentliche.
Das heißt, daß ich den Spieß umdrehen muss und ich Ihnen mitteilen, daß wir hier u.a. „Reinen Tisch machen“ finden. Abgebildet ist ein Tisch, der mit einer Sprühflasche befeuchtet wird. Das blinde Huhn auf dem Titelbild haben Sie sicherlich erkannt.
– Ist die Katze aus dem Haus, tanzen die Mäuse auf dem Tisch
– Der Mensch denkt, Gott lenkt
– Auf dem einen Ohr rein, auf dem anderen raus
– Lügen haben kurze Beine
sind weitere Rätsel und wir finden einen Mann, der von einer Wolke fällt und einen starken Mann, der in ein Wasserloch fällt.
Sofort erkenntlich ist vielleicht: „Gegen einen Wand reden“ oder „Einen Frosch im Hals haben“. Die machen Sie dann mit Ihren Kindern.
Jetzt ist nur noch die Frage, ob Sie die einzelnen Rätseln innerhalb von 5 Sekunden herausbekommen, oder ob Ihre Kinder schneller sind.