Donnerstag, 25.Januar


Heute haben
Daniel Casper von Lohenstein * 1635
William Somerset Maugham * 1874
Virginia Woolf * 1882
Eva Zeller * 1923
Silvio Blatter * 1946
Dzevad Karahasan * 1953
David Grossman * 1954
Alessandro Baricco * 1958
Geburtstag
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Achim von Arnim
Stern

Ich sehe ihn wieder
Den lieblichen Stern.
Er winket hernieder,
Er nahte mir gern;
Er wärmet und funkelt,
Je näher er kömmt,
Die andern verdunkelt,
Die Herzen beklemmt.

Die Haare im Fliegen
Er eilet mir zu,
Das Volk träumt von Siegen,
Ich träume von Ruh‘,
Die andern sich deuten
Die Zukunft daraus,
Vergangene Zeiten
Mir leuchten ins Haus.
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Was für ein Zufall.
Ich möchte heute die neuerschienenen Texte von David Grossman hier vorstellen und stelle beim Bloggen fest, dass er heute Geburtstag hat. Gratulation.


David Grossman: „Frieden ist die einzige Option
Aus dem Hebräischen von Anne Birkenhauer und Helene Seidler
Hanser € 10,00

„Wie viel Blut muss noch vergossen werden, bis wir einsehen, dass der Frieden unsere einzige Option ist?“ – so David Grossmans Appell bei der Münchner Sicherheitskonferenz.
David Grosman ist als Privatmensch und Autor ein politischer Mensch. Dies sehen wir immer wieder in seinen Romanen und Reden und Texten, die in deutschen Zeitungen veröffentlicht werden.
In „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ verarbeitet er u.a. den Tod seines Sohnes im Libanonkrieg.
Immer wieder warnt er vor der Eskalation von Gewalt. Jetzt, nach dem 7.Oktober, dem „Schwarzen Schabbat“, herrscht wieder Krieg in Gaza und Israel. Grossman setzt sich, trotz des nicht zu rechtfertigenden Massaker der Hamas, für eine Versöhnung ein. Für ein menschenwürdiges Leben in Gaza, für eine Zweistaatenlösung und spricht über die Millionen von Israelis, die gegen die eigene Regierung auf die Straßen gingen.
In diesem Band sind sieben seiner Texte abgedruckt und zeigen ein etwas anderes Bild, als das, was wir in den schnellen Nachrichten im Fernsehen bekommen.
Weitere Informationen über Menschen, die Frieden wollen und keinen Hass findet sich auch hier: https://www.standing-together.org/en, die auch auf Instagram aktiv sind.

Leseprobe
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Gestern auf tagesschau.de von Jakob Mayr

Kritik des EU-Rechnungshofs
Kaum weniger Autoabgase – trotz strenger Regeln

Trotz hoch gesteckter EU-Klimaziele und strenger Vorgaben aus Brüssel stoßen die meisten Autos heute noch genauso viele Treibhausgase aus wie vor zwölf Jahren. Die Hoffnung: mehr E-Autos.
Die EU hat den Ausstoß klimaschädlicher Gase über die vergangenen Jahrzehnte in einigen Bereichen deutlich eingedämmt – nur nicht im Verkehr. Der macht weiter rund ein Viertel der EU-Emissionen aus. Ein Großteil davon stammt aus den Auspuffen von Pkw. Daran haben bestehende Vorschriften laut einer Untersuchung des Europäischen Rechnungshofs wenig geändert.
Der Behörde zufolge sind Emissionen neuer Pkw auf den Straßen im Jahrzehnt vor 2020 kaum gesunken. Die Motoren wurden zwar immer leistungsfähiger, aber auch PS-stärker, und die Autos immer schwerer. Die Folge laut der Luxemburger Behörde: Trotz hoch gesteckter Klimaziele und strenger Vorgaben stoßen die meisten Autos im Alltagsbetrieb heute noch genauso viele Treibhausgase aus wie vor zwölf Jahren.

Den kompletten Bericht gibt es hier.

Freitag, 15.September


Heute haben
François de La Rochefoucauld * 1613
Karl Philipp Moritz * 1756
James F.Cooper * 1789
Ina Seidel * 1885
Agatha Christie * 1890
Liselotte Welskopf-Henrich * 1901
Gerd Gaiser * 1908
Max Goldt * 1958
Andreas Eschbach * 1959
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Einsicht

Zwielicht
Herrscht heute
Nicht nur bei Fernsicht
Fehlt Klarsicht
Meiner Ansicht
Trotz aller Vorsicht
Schadet zu viel Aufsicht
Der Umsicht
Sowie Nachsicht
Bei rechter Absicht
Erst mit Rücksicht
Auf die Gesamtsicht
Zeigt sich Voraussicht
Vielleicht als
Lichtblick
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Meldungen auf tagesschau.de:

Anfeindungen im Internet
Wettermoderatoren als neue Zielscheibe

Fernseh-Meteorologen kämpfen um die Wahrheit: Weil sie über die Zusammenhänge von Wetter und Klimakrise aufklären, sehen sie sich immer häufiger Angriffen von Wissenschaftsleugnern ausgesetzt.
Im Sommer 2023 häuften sich die Meldungen über immer neue Wetterextreme: Waldbrände in Italien, Dauerniederschlag in den Alpen, Überschwemmungen in Griechenland. Dazu der, global gesehen, heißeste Juli seit Beginn der Aufzeichnungen. Immer öfter spielt die Klimakrise nun auch in den Wetternachrichten eine Rolle – sie zu ignorieren, ist so kaum mehr möglich.
„Klima und Wetter sind unterschiedliche Dinge, aber das Klimasystem, das sich verändert, wirkt auf das Wetter, und somit gibt es Veränderungen in den Wettersystemen. Und dieser Zusammenhang ist einfach wichtig herauszuarbeiten“, sagt Özden Terli, der beim ZDF die Wettersendungen moderiert. Er sieht es als seine Aufgabe, dabei auch über den Klimawandel aufzuklären.
Das missfällt vor allem Wissenschaftsleugnern, die ihrem Unmut unter anderem in sozialen Netzwerken Luft machen. „Warum machen Sie sich zur Marionette der Klimahysteriker?“, „Ein weiteres Mietmaul, dem man nicht mehr zuzuhören braucht“, „Ein Systemschwätzer ist er, sonst nichts“ – Anfeindungen wie diese erleben Terli und auch sein Kollege Karsten Schwanke, Wettermoderator in der ARD, nun beinahe täglich.

Studie zu planetaren Grenzen
Der Erde geht die Puste aus

Weniger Artenvielfalt, zu viele Chemikalien und Kunststoffe, zu intensive Abholzung: Sechs von neun planetaren Grenzen sind Forschern zufolge bereits überschritten. Die Widerstandskraft der Erde schwinde.
Die Menschheit hat sich seit der letzten Eiszeit in einem stabilen und sicheren Umfeld entwickelt. Doch das ändert sich gerade. Zum ersten Mal hat eine Gruppe von 29 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Belastungsgrenzen dieses sicheren Handlungsraumes quantitativ gefasst, alle planetaren Grenzen sind damit vollständig beschrieben. Sie postulieren neun Dimensionen und stellen fest: Sechs davon sind bereits überschritten.

UN-Bericht zu Klimazielen
Große Versprechen, wenig Aktion

Nicht erreichte Ziele und ein Mangel an Ehrgeiz: Die Welt ist nicht auf dem richtigen Weg, um den Klimawandel zu begrenzen – so heißt es in einem neuen UN-Bericht. Das hat auch Folgen für die Bekämpfung von Hunger, Armut oder Krankheiten.
Der Klimawandel untergräbt einem neuen Bericht zufolge fast alle UN-Nachhaltigkeitsziele wie etwa die Bekämpfung von Hunger, Armut oder Krankheiten. Die Weltgemeinschaft sei weit davon entfernt, ihre Klimaziele zu erreichen. Zu diesem Schluss kommt ein UN-Bericht, den die Weltwetterorganisation (WMO) in Genf vorstellte. Was Regierungen bislang an Reduktionen von klimaschädlichen Treibhausgases empfohlen hätten, reiche nicht aus, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, heißt es in dem Bericht „United in Science“, zu dem mehrere UN-Organisationen beigetragen haben. Das mache es schwer, die 17 UN-Entwicklungsziele bis 2030 zu erreichen. Der Bericht zeigt, wie sich Klimawandel und Extremwetter auf diese Ziele auswirken.

Die komplettem Berichte finden Sie auf tagesschau.de

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Und wer danach noch Lust auf einen besonderen Vortrag hat, ist hiermit herzlich eingeladen:

Donnerstag, 10.August

Heute haben
Alfred Döblin * 1878
Milena Jesenská * 1896
Jorge Amado * 1912
Emine Sevgi Ödzamar * 1946
Geburtstag
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Ich ging als Assistent in mehrere Irrenanstalten. Unter diesen Kranken war mir immer sehr wohl.
Alfred Döblin
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Deborah Levy: „Augustblau
Aus dem Englischen von Marion Hertle
AKI Verlag € 24,00

Deborah Levy ist „Augustblau“ eine starke Weiterentwicklung ihrer biographischen Bücher („Was das Leben kostet“ und „Ein eigenes Haus“) gelungen. Die Suche nach dem eigenen Ich, die Zerissenheit im Leben, die Brüche und Kanten, die es zu überwinden und zu glätten gilt. All das findet sich wieder im neuen Roman der englischen Autorin.
Dieses Mal dreht es sich um Elsa M.Anderson, oder Ann, die bei ihrem Adoptivvater zu einem Wunderkinder am Klavier heranwächst. Als sie als Weltstar ein Konzert in Wien abbricht, muss sie sich neu erfinden. Sie gibt Privatunterricht, um ihre Reisen zu finanzieren. Eines Tages trifft sie auf einem Markt eine Doppelgängerin von sich, die gerade zwei elektrische Tanzpferde kauft und verschwindet. Genau diese Pferde hätte sie auch gewollt. Was ihr bleibt, ist der schwarze Hut der Fremden, die sie nicht mehr abnimmt. Freunde und Bekannte tauchen auf und verschwinden. Altes vermischt sich mit Neuen. Und mitten drin die Frau, die versucht ihren eigenen Weg zu finden, inmitten einer von Männer dominierten Welt.
Eine verwirrende, faszinierende Geschichte, die sich eindeutig anders bewegt, als die vielen Spiegel-Besteller-Romane.
Und weil mich „Augustblau“ so fasziniert hat, habe ich mir gleich drei weitere Bücher von Deborah Levy aus der Stadtbibliothek geholt und „Was das Leben kostet“ mit großem Genuss in einem Zug durchgelesen. Unglaublich gut.


Deborah Levy: „Was das Leben kostet
Hoffmann und Campe Verlag € 14,00

Das schreibt der Verlag:
Deborah Levy glaubt nicht an Genregrenzen. Sie helfen ihr zwar, sich in Buchhandlungen zurechtzufinden, aber sie ist davon überzeugt, dass wirklich gute Bücher keine Schubladen brauchen. Und so ist auch ihr Schreiben ungeheuer vielschichtig, verbinden sich darin doch essayistische und lyrische Momente, autobiographisches und fiktionales Erzählen miteinander. Deborah Levy emigrierte im Alter von neun Jahren mit ihrer Familie aus Südafrika nach Großbritannien. Ihre Romane Heim schwimmen (2011), Heiße Milch (2016) und Der Mann, der alles sah (2019) waren für den Booker Prize nominiert. Für ihr dreiteiliges autobiographisches Projekt wurde sie mit dem Prix Femina Étranger ausgezeichnet. Sie lebt und arbeitet heute in London und Paris.

Debory Levy redet über ihr Schreiben:

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Jetzt schon mal vormerken:

Montag, 22.Mai


Heute haben
Gérard de Nerval * 1808
Arthur Conan Doyle * 1859
Johannes R.Becher * 1891
Robert Neumann * 1987
Geburtstag
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Ob etwas tauglich ist, wissen erst die Enkel
Robert Neumann
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Was für ein tolles Buch:

Die Wunderkammer des Lesens
Herausgegeben von Thomas Böhm
Gebunden, zweifarbig, mit Kopffarbschnitt, Lesebändchen, Prägung
und zahlreichen Abbildungen
Verlag das kulturelle Gedächtnis € 28,00

Manchmal denke ich, der Himmel besteht aus ununterbrochenem, niemals ermüdendem Lesen.
Virginia Woolf

Welchen Leser ich wünsche? Den unbefangensten, der mich, Sich und die Welt vergißt und in dem Buche nur lebt.
Friedrich Schiller

Ist Lesen eine Kunst? Eine Leidenschaft? Eine „edle Beschäftigung“? (Thoreau) „Ein großes Wunder“? (Marie von Ebner Eschenbach) Ein lebenslanges (Selbst)Studium? Ein Gespräch über alle Grenzen von Raum und Zeit hinweg? Ein „Emporwachsen der Seele“? (Voltaire)
Dieses Buch ist eine Meisterleistung des Herausgebers Thomas Böhm. So eine große Bandbreite rund um die Themen Buch und Lesen muss man erst mal hinbekommen.

Kapitelüberschriften sind u.a.
Die Wahl der Lektüre & Liebesbeweise an das Lesen
Ein Opfer der Lesesucht berichtet
Die Bibliothek an Bord der ISS
Bücher, die noch niemand lesen konnte
Über Signaturen und Widmungen
Anleitung zum Lesen mit Kindern
Aufschrifte auf Literatur-T-Shirts
Deutschsprachige Literaturblogs
Lektüre deutscher Fronstsoldaten im Jahr 1943
Virginia Woolf über das Lesen und Biografien und Briefen
Weltbibliothek – die 100 besten Werke der Literaturgeschichte

und und und. Immer noch nicht genug?
Bitte:
Wie man über ein Buch spricht, das man nicht gelesen hat
Eine Geschichte über die Sinnlosigkeit des Lesens

Das ist wirklich nur eine Auswahl aus dem reichhaltigen Sammelsurium an Themen.
Dazu kommt, dass dieses Kompendium unglaublich schon gestaltet ist und einem die Druckfarbe in die Nase steigt.
Tipp für ein weiteres Thema: Allergien beim Bücherlesen.

Thomas Böhm (geb. 1968) ist Publizist und Organisator von Literaturveranstaltungen, gestaltete u.a. die Gastlandauftritte von Island, Schweiz, Norwegen bei den Buchmessen in Frankfurt und Leipzig. Seine Wunderkammer der deutschen Sprache (2019 mit Carsten Pfeiffer) und seine Wunderkammer des Reisens in Deutschland (2021) waren Spiegel-Bestseller und wurden mehrfach ausgezeichnet. Wöchentlich moderiert er das Buchmagazin Die Literaturagenten auf radioeins (rbb).


Donnerstag, 6.April


Heute haben
Erich Mühsam *1878
Leonora Carrington * 1917
Günter Herburger * 1932
Friederike Roth * 1948
Brigitte Schwaiger * 1949
Geburtstag
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„Wer ein echter Dichter sein will, der muß das Kind in sich lebendig erhalten. In jedem Kinde aber steckt ein echter Dichter.“
Erich Mühsam (1878 – 1934)
Deutscher Schriftsteller, Anarchist und Pazifist. Ermordert im KZ Oranienburg
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Unser Buchtipp für alle Lesefreudigen:


Alex Johnson: „Schreibwelten“
Wie Jane Austen, Stephen King, Haruki Murakami, Virgina Woolf u.v.a. ihre Bestseller schufen
Mit Illustrationen von James Oses
Aus dem Englischen von Birgit Lamerz-Bechschäfer
wbgTheiss € 28,00

Ein tyisches Buch, das sich wunderbar zum immer wieder Durchblättern eignet.
Mit welcher Tinte schrieb Jane Austen? Warum beginnt Isabel Allende alle Romane am 8. Januar? Was kostete Ray Bradburys Schreibmaschine? Alex Johnson unternimmt in „Schreibwelten“ eine unterhaltsame Reise durch die Weltliteratur und erzählt von den kleinen Geheimnissen und merkwürdigen Gewohnheiten unserer Lieblingsschriftsteller*innen – von Astrid Lindgrens Geheimschrift über Victor Hugos Ofen bis zu Mark Twains Gartenlaube, von Stephen Kings Schreibtisch und Schreibblockade, zu „Chez Baldwin“, dem Haus von James Baldwin in Südfrankreich, das es nicht mehr gibt.
Wir erhalten hier ein kleinen Einblick in die privaten Lebensräumen dieser Schreibenden, gespickt mit Anektoden, Marotten und vielen Illustrationen.
Proust im Bett, Agatha Christie in der Badewanne, Nabokov im Auto und Margaret Atwood im Flugzeug.
Und dabei bekommt man richtig Lust auf die Romane, die dabei entstanden sind.

Leseprobe
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Vernissage: „Kunstwerke von Jesiden
Heute, Donnerstag, den 06. April um 18.00 Uhr
im Stadthaus Ulm, Münsterplatz,

Dienstag, 28.Februar

Heute haben
Michel de Montaigne * 1533
Johann Beer * 1655
Marcel Pagnol * 1895
Erika Pluhar * 1939
Bodo Morshäuser * 1953
Colum McCann * 1965
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Strandläufer

Wenn ich über die endlosen Betonwiesen
Wandere
Wenn ich mich entlang der Kabelkanäle hangle
Oder mich unter abwegige Grünbrücken
Ducke
Wirkt ein Gedanke wie ein Brandbeschleuniger
Auf die Feuernester in mir
Wie es wohl wäre
Von der westlichen Klagemauer zu springen
Im Dschungel aufzuschlagen
Abseits allen keimfreien Geweses
Und mich der Gärsuppe hinzugeben
Der Auf-Lösung
Als unabdingbaren Voraussetzung einer neuen Ordnung…
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FrühNorma lingsgeschichten, wenn es draussen noch winterlich kalt ist.


Frühlingsgeschichten für glückliche Stunden
Herausgegeben von Norma Schneider
Fischer Verlag, Taschenbibliothek € 14,00

In der kleinen, gebundenen Ausgabe ist diese Textauswahl wirklich bestens für die Tasche geeignet. Mal eben kurz warten, in der Straßenbahn 12 Minuten sitzen, oder einfach mal so in der Mittagspause eine Geschichte lesen und dann den Blick schweifen lassen.
Es beginnt mit Peter Kurzeck und einem Regentag im März. „Geniesel, Märzregen, Regentage. Und am Abend die Amsel. Alle Tage. Im Regen, in einer Pause des Regens. Alles tropft.“ Aber Kurzeck schreibt auch: „Das Leben ruft. Hell liegt die Erde vor uns. Warum können nicht alle Tage so sein?“
Wir sind mit Stefan Zweig in der Provence, mit Thomas Mann auf dem Zauberberg, mit Kafka in Prag. Zsuzsa Bánk schreibt über einen Ostertag, Oscar Wilde über einen Riesen und Walter Benjamin über den Osterhasen. Die Geschichten von Lew Tolstoi und Iwan Bunin heissen nur „Frühling“. Und so geht es weiter mit Felicitas Hoppe, Judith Hermann, Christoph Ransmayr und vielen Klassikern.
„Sei gegrüßt! natürliche Sehnsucht! Sei gegrüßt! Glück! göttliches Glück! und Freuden aller Arten, Blumen und Wein, wenn auch die einen verblühen und der andere berauscht; und Fahrkarten zu einer halben Krone hianus aus London am Sonntag, und in einer dunklen Kapelle Hymnen singen vom Tod, und alles,, was das Klappern der Schreibmaschinen und das Abheften von Briefen und das Schmieden von Gliedern und Ketten, die das Empire zusammenhalten, durchbricht und zur Hölle schickt.“, schreibt Virginia Woolf in ihrem „Orlando“, aus dem hier eine kleine Passage abgedruckt ist.

Viel Vergnügen.

Hier geht es zur Leseprobe.
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Am 03. März findet auch bei uns in Ulm der nächste Global Strike statt. Auf dem Global Strike sind diesmal @parentsforfutureulm, @letztegeneration und @jugend.aktiv.in.ulm mit dabei. Wir starten Freitag, den 3. März, um 15 Uhr auf dem Münsterplatz.Lasst uns alle zusammen für eine bessere Klimapolitik auf die Straße gehen.

In den letzten Jahren haben wir mehr bewegt, als viele je gedacht hätten. Es gibt heute eine breite gesellschaftliche Mehrheit für mehr Klimaschutz – doch auf den großen Durchbruch warten wir bis heute. Weder an die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag noch an das Klimaschutzgesetz hält sich die Politik. Anfang März treffen sich die Ampel-Parteien zum Koalitionsgipfel. Kurz zuvor findet unser Klimastreik statt – auch in Deiner Nähe. Damit er sich auf die richtige Seite stellt, darf Scholz keine Sekunde lang glauben, die Menschen in diesem Land interessieren sich nicht mehr für das Klima. Dafür müssen die Demos wieder richtig groß werden. Gemeinsam machen wir klar: unsere Zukunft darf nicht an einer bockigen Politik scheitern.
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Klimakrise in Europa
Der nächste viel zu warme Winter

In vielen Teilen Europas sind die Winter zu warm: In den Alpen fehlt Schnee und in Frankreich befürchtet man den nächsten Dürresommer. In Deutschland melden Meteorologen den zwölften zu warmen Winter in Folge.
Der vergangene Winter hat vielen europäischen Ländern zu wenig Regen und Schnee gebracht, dafür aber zu hohe Temperaturen. In Deutschland melden Meteorologinnen und Meteorologen den zwölften zu warmen Winter in Folge. „Der Klimawandel lässt nicht locker“, sagte Uwe Kirsche vom Deutschen Wetterdienst (DWD). Die durchschnittliche Temperatur lag demnach bei 2,9 Grad – und damit 2,7 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. Es fiel zudem zu wenig Regen.

Den kompletten Artikel finden Sie auf tagesschau.de

Freitag

Heute haben
Harry Graf Kessler * 1868
Max Hermann-Neiße * 1886
Pär Lager Lagerkvist * 1891
Annemarie Schwarzenbach * 1908
Dieter Hildebrandt * 1927

http://www.youtube.com/watch?v=dnqKwGetjz4
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Unser heutiger Buchtipp:

Woolf

Virginia Woolf: „Granit und Regenbogen
Essays
Herausgeber: Klaus Reichert
S.Fischer Verlag € 19,99

Solche kluge Sätze und Bemerkungen zur Literatur habe ich selten gelesen. Die Texte sind zwar sehr an den Werken englisch sprachiger AutorInnen angelehnt, trotzdem kennen wir die meisten Romane, Erzählungen, oder Theaterstücke, die Virginia Woolf hier zitiert. Geschrieben hat sie einen Großteil ihres essayistischen Werken für das „Times Literary Supplement“ und für den „New York Tribune“ und sie sind im deutschsprachigen Raum wohl erst noch zu entdecken.
Seit 1989 ist Klaus Reichert der Herausgeber der Werke von Virgina Woolf und mit den beiden Essay-Bänden, die gestern zeitgleich erschienen sind, sind die gesammelten Werke von Virginia Woolf im S.Fischer Verlag nun abgeschlossen.
Aber nicht nur über Literatur geht es in „Granit und Regenbogen“ und dem anderen Band „Das Totenbett des Kapitäns“, sondern auch Kunst und das Leben, Ihr Leben, sind Themen, die sie darin anspricht.

Das erste Oberkapitel heisst „Die Kunst des Romans„, danach kommen
Die schmale Brücke der Kunst
Steunden in einer Bibliothek
Leidenschaftliche Prosa
Das Leben und der Schriftsteller
Die Schauerromanze
Ein schrecklich empfindsames Gemüt
und Phasen der Romankunst mit sechs Unterkapiteln.

Allein diese Titel hören sich interessant an, wenn Virginia Woolf aber dann auf den Unterschied zwischen einem Menschen, der die Gelehrsamkeit liebt und einem, der das Lesen liebt, kommt, dann merken wir, welche Seite sie verteidigt. Und dies so klug und glasklar und mit viel Empathie. Sie zitiert natürlich die englischen „Heiligen“ Jane Austen und die Bronte-Schwestern, in deren Romanen immer gelesen wird. Sie nimmt uns mit in eine große Buchhandlung, die vollgestopft mit Büchern ist. Und genau dieses Wissen, das in den Büchern steckt, ist das, was uns LeserInnen interessiert. Nicht das lexikale Wissen, das Abfragbare. Nein es ist ein anderes sehr persönliche Wissen, das uns dazu bringt, immer mehr Bücher lesen (zu wollen). Sie schreibt über Literatur der Gegenwart (ihrer Gegenwart) und über die Literatur, die schon vor Jahrhunderten geschrieben worden ist. Und wie schwer sich Gegenwartsautoren tun, wo doch alles schon geschrieben worden ist.
Sie merken schon, ich komme von einem zum anderen Thema und das ist es auch, was mir bei dieser Lektüre hängengeblieben ist: eine große Lust aufs Lesen, auf Bücher und alles, was damit zusammenhängt.
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jahrestage

Gerade eben kam von Raimund Fellinger vom Suhrkamp Verlag die Genehmigung, dass wir zu Uwe Johnsons 80.Geburtstag eine Marathonlesung veranstalten dürfen.
Am 20. Juli 1934 wurde er geboren (und starb am 23.Februar 1984) und aus diesem Anlass erzählt Herr Seidel an unserer nächsten „Ersten Seite“ (Di. 3.Juni) neues aus seiner Johnson Forschung und wir wollen am Donnerstag, den 21.August eine „Jahrestage“-Marathonlesung veranstalten. Am 21.August 1967 beginnt der vierteilige Roman von Uwe Johnson und endet am 20.August 1968.
Das heisst für uns: Wir lesen ab 19 Uhr vom Anfang des Romanes an und schauen wie weit wir nach einer akzeptablen Marathonzeit von 3:30 Std. kommen.
Dazu benötigen wir natürlich noch viele MitleserInnen, die bereit sind jeweils eine halbe Stunde zu übernehmen.
So etwas haben wir noch nie versucht und ich bin gespannt, ob wir das alles unter Dach und Fach bekommen. Bitte kommen Sie auf uns zu. Danke.
Also vormerken: Donnerstag, 21.August ab 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung.
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Dienstag

Heute haben
Paul Gerhardt * 1607
G.D’Annunzio * 1863
Jack Kerouac * 1922
und Edward Albee * 1928
Geburtstag
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Heute abend um 19 Uhr ist es endlich soweit.
Fee Katrin Kanzler liest bei uns in der Buchhandlung.
Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen.

Letzte Leseprobe vor der Lesung:

„Die Dämmerung nimmt ein tiefes Violett an. Meine Geschichte, denke ich, spielt in einem Land, wo Dämmerungen genauso lang wie Tag und Nacht dauern. Der Himmel dieser Geschichte ist rosa und ihr Horizont schwarz. Nach Zwielicht riecht sie, nach dem Moos auf Stadtdächern, nach Mandelseife und ein wenig nach Benzin. Nach den Stahlsaiten meiner Gitarren und nach Männerhemd. Was sie zusammenhält, ist letztlich nur ein Fädchen, das durch die Hände einer numinosen Spinnerin läuft. Wahrscheinlich hat sie blaue Finger wie ich, Sudelpfoten, und schmiert meinen Faden schon beim Spinnen voll. Die Götter sitzen in der Tinte.“
(Alle Rechte bei der Frankfurter Verlagsanstalt und der Autorin)
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Gestern abend habe ich eine weiter Filmrunde eingelegt und somit endlich die DVD angeschaut, die seit Wochen hier liegt.

DasKonzert-Poster01

Das Konzert
Ein Film von Radu Mihaileanu, der auch das Drehbuch geschrieben hat.
DVD € 9,99

Als der Film 2010 in Frankreich herausgekommen ist, entwickelte er sich zu einem großen Publikumserfolg, in den mehr als 2 Millionen Zuschauer gingen.
Die Geschichte ist vielleicht ganz kurz erzählt:
Ein in Russland zur Putzhilfe im Bolschoitheater degradierter Stardirigent fängt im Büro seines Chefs ein Fax aus Paris ab, in dem das Bolschoiorchester für ein kurzfristig geplantes Konzert eingalden wird. Er sinnt auf Rache, steckt das Fax ein und mobilisiert seine Ex-Kollegen, sich als Originalorchester auszugeben, nach Paris zu reisen und endlich das Tschaikowski-Konzert zuendezuspielen, das ihm vor 30 Jahren verweigert worden ist.
Alles geht gut aus. Viel Slapstik, viel Durcheinander, viel russische und französische Seele.
Aber: die Musik rettet den Film.
Wenn das Theater in Paris voll ist und endlich das Konzert beginnt, zuerst mit schwerem Geschrammel, als die Sologeige einsetzt und die Musiker sich dazu einfinden, dann bewirkt diese Musik doch ein sehr schönes Gefühl.
Schön auch zusehen, wie sich der Gesichtsausdruck von Mélanie Laurent endlich aus der Starre löst, als sie mit der Sologeige ins Konzert einsteigt.
Radu Mihaileanus Vater hat sich diesen rumänischen Namen gegeben, nachdem er aus einem KZ geflüchtet ist. Radu flüchtete nach Frankreich und hat dort noch zwei Filme mit den Themen: Flucht, Unterdrückung durch Regime gedreht.
Mein Urteil: 3,5 Geigen und 5.
Zwei Stunden Unterhalten mit Witz und Kritik am russischen System (damals und heute), viel Musik und Gefühl.
Irgendwie hat dann doch etwas Schmackes gefehlt.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=W0xip33IsGk]
Trailer zum Film
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Neues aus der Öffentlichen New Yorker U-Bahn Bibliothek

Kerouac

„On the Road“ von Jack Kerouac, der doch heute Geburtstag hat.
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Und noch ein kleiner literarischer Nachschlag.
Patti Smith liest aus Virigina Woolfs „Waves / Wellen“

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=0UzS0dwuuHg]

Freitag

Bookporn
(gefunden bei bookporn)

Haben Sie heute schon Ihre/n Buchhändler/in geküsst?
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Heute haben
Somerset Maughaum * 1874
Virginia Woolf * 1882
Eva Zeller * 1923
und Silvio Blatter * 1946
Geburtstag
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Ein weiteres Zitat aus Eduardo Galeanos neuem Buch: „Kinder der Tage“

Februar
12
Tag des mütterlichen Stillens

Unter dem geschwungenen Dach des Bahnhofs von Chengdu in Sichuan lächeln Hunderte junger Chinesinnen für das Foto.
Alle tragen genau die gleichen neuen Schürzen.
Alle sind sie frisch gekämmt, gewaschen, gebügelt.
Alle haben sie gerade ein Kind zur Welt gebracht.
Sie warten auf den Zug, der sie nach Peking bringen wird.
In Peking werden sie alle fremde Babys säugen.
Diese Milchkühe werden gut bezahlt und gut ernährt werden.
Unterdessen werden weit weg von Peking ihre Babys in den Dörfern von Sichuan mit Trockenmilch gestillt.
Alle sagen sie, dass sie es für ihre Kinder tun, um ihnen eine gute Ausbildung zu bezahlen.
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Zu den Nachtbildern heute, stelle ich Ihnen ein Bilderbuch vor, in dem wir erfahren, was nachts die Erwachsenen machen.

5390

Katharina Grossmann-Hensel:
Warum Erwachsene so lange aufbleiben müssen
Annette Betz Verlag € 12,95
Bilderbuch ab 4 Jahren

Ja, warum müssen sie denn so lange aufbleiben?
Zuerst geben sie vor, die Spielzeuge des Kindes aufzuräumen. Das Kind erkennt jedoch schnell, dass die Spiele im Wohnzimmer gleich wieder aufpacken und weiterspielen. Manchmal kommt auch Besuch „auf hohen Schuhen“ und dann schauen sie Fernsehen und es knallt und kracht und die Erwachsenen machen mit Chips und Getränke eine große Sauerei. Allerings waschen sie auch die Wolken nachts wieder weiss, ziehen die Vögel wieder auf, damit sie morgen wieder zwitschern können. Sie reparieren den Marienkäfer, auf das das Kind aus Versehen getreten ist. Sie lernen kochen in der Nachtschule und danach küssen sie sich natürlich auch noch.
Und deshalb ist doch klar, warum die Erwachsenen morgens so saumüde sind, während die Kleinen um sie herumsausen.
Alles klar? Ja, so ist das halt.
Hier können Sie noch ins Buch schauen.
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