Montag

Heute haben
Verner von Heidenstam * 1859 (Nobelpreis 1916)
Emil Barth * 1900
Unica Zürn * 1916
Hans-Jürgen Heise * 1930
Bernhard Schlink * 1944
Bodo Kirchhoff * 1948
Hilary Mantel * 1952
Marck Bienczyk * 1959
Geburtstag
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Unser Buchtipp des Tages:

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Natasha Farrant: „Die Geschwister Gadsby und die Liebe“
Aus dem Englischen übersetzt von Annette von der Weppen
Carlsen Verlag € 15,99
als E-Book € 10,99
Jugendbuch ab 11 Jahren

Endlich! Teil 2 der Tagebücher von Bluebell Gadsby. Ob das gutgeht? Nach dem sehr pfiffigen, frechen, witzigen ersten Teil, hatte ich meine Zweifel. Aber: Das Warten und Lesen hat sich gelohnt „Flora in Love“, wie der Titel im Original heisst, ist in der Wortwahl und in den Handlungssträngen noch ausgereifter.
Wie gesagt, die große Schwester Flora ist verliebt. Und wie! Blue(bell) hat auch zum ersten mal einen Freund, aber der erste Kuss fühlt sich gar nicht so dolle an. Und überhaupt, sie hat keine solche Gefühlsausbrüche, wie Flora und versteht deren Getue nicht so recht. Auch bei den jüngeren Geschwister geht wieder sehr viel durcheinander. Twig ist ausser sich, da die Haustiere der Gadsbys nicht mehr da sind. Der schusselige Papá die Käfigtüre der Ratten nicht geschlossen hat und die sind nun über alle Berge. Und Jas(min)? Die möchte bei einem öffentlichen Gedichtwettbewerb mitmachen, der allerdings nur für Erwachsene ist. Also braucht sie einen Strohmann.
Was macht das au-pair Zoran? Na, der hat studiert, ist ausgezogen, gibt Musikunterricht, ist jedoch dauernd Anlaufstelle für für alle Probleme der Kinder und kommt überhaupt nicht zur Ruhe.
Und die Eltern? Sie waren doch im ersten Teil total durchgeknallt und haben für die größte Verwirrung gesorgt. Vater Gadsby ist freier Schriftsteller geworden und arbeitet zuhause (nicht ganz einfach bei diesem Tollhaus) und die Mutter jettet nicht mehr um die Welt, sondern arbeitet für ein lokales Unternehmen und ist auch viel mehr daheim, als früher. Aber warum streiten die beiden sich schon wieder? Sie hatten sich doch kleine Flitterwochen gegönnt und kamen glücklich aus dem Urlaub zurück. Warum hat die Mutter immer Heisshunger und ist die Erdnussbutter mit dem Finger direkt aus dem Glas?
Sie merken schon: Einfach wird dies nicht.
Gekonnt frech, witzig nimmt uns die Autorin mit auf die Reise durch die Gefühlswelten der Gadsbys. Dass auch die Grossmuter das Durcheinander nicht lösen kann, ist eh klar. Einigermaßen den Durchblick hat noch Ex-au-pair Zoran, aber der bekommt von jedem seine Sorgen zu hören, nimmt ein „Waisenkind“ auf und verliebt sich im Endspurt des Romanes auch nicht.
Natasha Farrant hat wieder voll in die Trickkiste gefasst, verwickelt ihre Handlungsstränge immer mehr und schafft es dann im letzten Augenblick das Wirrwarr zu entknoten. Diese Mischung aus Tagebucheintragungen und den erzählten Filmsequenzen von Blue (die mit ihrer neuen Kamera immer wieder direkt draufhält) machen diesen Mädchenroman zu einer perfekten Unterhaltung. Dass dann auch noch etwas Ernstes mit verbacken worden ist. Na gut. Muss wohl so sein und ist auch stimmig eingebttet.
Ideale Reinziehlektüre.
Großer Fehler: Das Buch ist viel zu dünn und hat nicht mal 250 Seiten.
Lieber Natasha Farrant: Wir brauchen mehr. Wir warten auf Teil 3.
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Nach dem unglaublichen schönen Fest zum 25jährigen Jubiläum geht es morgen, Dienstag gleich wieder weiter.
Ab 19 Uhr liest Clemens Grote wieder aus vier neuen Büchern, wie an jedem ersten Dienstag im Monat.
Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen.

Mit dabei diesmal:

– Carl Nixon: Rocking Horse Road
– Davide Longo: Der Fall Bramard
– Kristine Bilkau: Die Glücklichen
– Laurie Lee: Cider mit Rosie
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