Wer China versteht, kommt dem Lauf der Welt im 21. Jahrhundert ein wenig näher. In, mit und für China und die Chinesinnen und Chinesen ist alles anders: das System, die Menschen, die uralte Kultur, die Zentrierung der Weltkarte. Manche Autoren halten Xi Jinping schon seit Jahren für den mächtigsten Menschen der Welt. Hier vier Bücher:

Frank Sieren: China to go, Penguin, 24 Euro. Der Autor ist seit etlichen Jahrzehnten in China verwurzelt und berichtet seither über Kultur, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik aus einem Land, welches sich in seiner Zeit Jahr für Jahr und bis heute rasant verändert.
Liao Yiwu: Unsichtbare Kriegsführung, Klett-Cotta, 16 Euro. Der Autor, seit 2011 im Exil, hat im vergangenen Jahr die „Stuttgarter Zukunftsrede“ gehalten, auf dieser beruht das kleine, schmale Buch. Yiwu saß 1990 im Gefängnis, weil er ein Gedicht über das Tianamnen-Massaker verfasst hatte. Aus dieser Erfahrung heraus bezieht er sich auf heutigen Entwicklungen des Autoritären, von Machtmissbrauch, Ungerechtigkeit und Unsicherheit im Privaten im China der Gegenwart.
Felix Lee: China, mein Vater und ich, Ch. Links, 22 Euro. Die Geschichte Chinas aus der Perspektive einer (wahren, biografischen) Exilanten- und Geflüchteten-Geschichte erzählt. Aus der Sicht eines Mannes, der vor Jahrzehnten bei VW in Wolfsburg Karriere gemacht hat und von dort aus den Aufstieg zur wirtschaftlichen und politischen Supermacht verfolgt. Im Oktober 2024 kommt Felix Lees neues China-Buch.
Janka Oertel: Ende der China-Illusion, Piper, 24 Euro. Kai Strittmatter von der Süddeutschen Zeitung (SZ), der selbst sehr lange in China gelebt und gearbeitet hat, schrieb in der SZ zum Erscheinungstermin: „Die Gefahr, die von Peking ausgeht, ist längst erkannt, aber was sind die Konsequenzen? Janka Oertel räumt auf mit all den Fantasien über China, die noch immer in den Köpfen stecken. Pflichtlektüre für alle, die nicht im Selbstbetrug verharren wollen.“
