Sonntagsskizzen (30) – Menschen im Zug

Sonntagsskizzen von Detlef Surrey

Von Detlef Surrey

Reisende im Zug
Zwischen hier und dort. Lesend, dösend, oder mit ihrem Mobile Device beschäftigt…

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In der Regionalbahn nach Stralsund

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In der S-Bahn

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Im ICE

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Skizzen auf einem iPad 2 gezeichnet:

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Detlef Surrey ist Illustrator und Comiczeichner in Berlin.

Skizzen: skizzenblog.surrey.de 
Blog:  detlefsurrey.de
Web:  www.surrey.de
Facebook: www.facebook.com/detlef.surrey.sketches/

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-> Sonntagsskizzen 29 – Rügen Impressionen
-> Sonntagsskizzen 28 – Bremer Spaziergang
-> Sonntagsskizzen 27 – Dr Sketchy´s Drunken Sailor Session
-> Sonntagsskizzen 26 – Bremen
-> Sonntagsskizzen 25 – Markthalle
-> Sonntagsskizzen 24 – Clärchens Ballhaus
-> Sonntagsskizzen 23 – Paare
-> Sonntagsskizzen 22 – Potsdamer Platz
-> Sonntagsskizzen 21 – Wallersdorf
-> Sonntagsskizzen 20 – Scotch &Sofa
-> Sonntagsskizzen 19 – Peri´s Hairline
-> Sonntagsskizzen 18 – Menschen alleine
-> Sonntagsskizzen 17 – Barcelona
-> Sonntagsskizzen 16 – Fotos von Motiv und Skizze
-> Sonntagsskizzen 15 – Berlin Kreuzberg
-> Sonntagsskizzen 14 – Ecuador 1987
-> Sonntagsskizzen 13 – Adventszeit
-> Sonntagsskizzen 12 – Aktsalon im Wedding
-> Sonntagsskizzen 11 – Rom Pitigliano Skizzen II
-> Sonntagsskizzen 10 – Paris “Nous sommes tous unies!”
-> Sonntagsskizzen  9 – Rom Skizzen
-> Sonntagsskizzen  8 – Dr. Sketchy´s Berlin
-> Sonntagsskizzen  7 – Skizzenfestival Stralsund
-> Sonntagsskizzen  6 – Lesung OL im Literaturhaus
-> Sonntagsskizzen  5 – Konzert Hunting Islands
-> Sonntagsskizzen  4 – Das Reichstagsgebäude und “Karlchen Adler”
-> Sonntagsskizzen  3 – Holzmühle in Vogt
-> Sonntagsskizzen  2 – Literaturfestival Berlin
-> Sonntagsskizzen  1 – Skizzen vom Urban Sketchers Treffen in Darmstadt

Samstag

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Heute haben
John Keats * 1795
Nadeschda Mandelstam * 1899
Jean Amery * 1912
Dick Francis * 1920
Geburtstag

Für alle, die in Rom weilen. Keats liegt in Rom beerdigt und hat folgenden Spruch auf seinem Grabstein:
Here Lies One Whose Name Was Writ in Water.
Ein anderer großer „Römer“ hat heute seinen Todestag.
Federico Fellini starb am 31.10.1993.
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Unser heutiger Tipp:

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Peter Kurzeck erzählt:Da fährt mein Zug
Konzeption und Regie: Klaus Sander
Erzähler: Peter Kurzeck
Aufnahmen: Klaus Sander
Schnitt und Mastering: Michael Schlappa
supposé Verlag € 16,80
Audio-CD, 62 Minuten

Diese CD ist ein kleines Wunder. Mit einigen Jahren Verspätung kam diese Aufnahme zu mir und hat mich komplett eingesogen. Peter Kurzeck erzählt darin eine kleine Geschichte, die nie schriftlich fixiert und nie auf Papier veröffentlicht worden ist. Eine Geschichte, die man an einer Tischrunde hört und nicht länger als fünf Minuten dauert. Kurzeck schafft es, einen Bogen zu spannen, weit auszuholen, in einem Fluss zu erzählen. So wie wir es von seinen Romanen kennen. Gerade ist der sechste Teil seines autobiografischen Romanzyklusses „Das alte Jahrhundert“ erschienen. „Bis er kommt“ heisst er und ist natürlich wieder voll von persönlichen Erinnerungen. Wir reden alle von Knausgaard, dem großen norwegischen Schriftsteller, der mit seinem mehrbändigem Werk unglaublich erfolgreich ist. Gerhard Henschel macht dies still und mit viel Witz seit Jahren bei Hoffmann & Campe und bei dtv. Schon viel länger betrieb dies Kurzeck im Verlag Stroemfeld und später in Taschenbuchausgaben im S.Fischer Verlag. Kurzeck starb im November 2013 und es sollen im Verlag Stroemfeld noch weitere Fragmentbände aus dem Nachlass erscheinen.
Aber nun zurück zu „Da fährt mein Zug„.
Peter Kurzeck erzählt darin, wie er über einen längeren Zeitraum mehrfach im Jahr von Frankfurt mit dem Zug nach Straßburg gefahren ist, dort ein paar Stunden verweilte, den Nachtzug nach Avignon genommen hat, um von dort in seine neue Heimat Uzès zu gelangen. Das ist nun nichts Großartiges und lohnt nicht, auf CD gepresst zu werden. Kurzeck schafft aber das (schon oben erwähnte) kleine Wunder und beschreibt Straßburg im Winter, die Kneipen, das winterliche Essen, die Menschen und natürlich immer sich selbst. Wie sah der Zug aus, wie war er innen ausgestaltet, wann fuhr er von wo bis wo? Warum war er immer leer? Warum gab es in Frankreich ein anderes Fahrplansystem? Er träumt sich durch hell erleuchtete Fenster in fremde Wohnungen und stellt sich vor, dort zu schreiben. Er wundert sich, dass die Straßen und Gassen bei jedem Besuch noch da sind, dass sie keine Einbildung in seinem Kopf waren. Er erzählt, wie wichtig es für ihn war, ohne Gepäck durch die Stadt zu schlendern. Immer wieder dort eintauchen zu dürfen. Immer wieder die gleichen Restaurants aufzusuchen. Kurzeck erzählt mit seiner warmen Stimme, ohne zu stocken, dieses mehrfache Reisen in den Süden. Der auch im Winter noch als Süden bemerkbar ist.
Ich dachte mir schon, dass „Da fährt mein Zug“ nur aus diesen Beschreibungen bestehen würde, bis Kurzeck von einer ganz bestimmten Fahrt erzählt. Wie er sein Gepäck mal wieder im Hotel Bristol zwischenlagert, wie er wieder in die Restaurants geht, wie er später mit Gepäck und seinem schwarzen Kaschmir-Mantel und einem ganz bestimmten Schal Richtung Bahnhof geht, dort in den Zug einsteigt, alles verstaut und nochmals kurz auf den Bahnsteig geht. Dass dann plötzlich der Zug anruckelt, losfährt, dass Peter Kurzeck wieder auf- und kurz danach wieder abspringt, erfahren sie im zweiten Teil der CD.
Kurzeck erzählt dies aber nicht einem dramatischen Ton, macht aus dem Vorfall keinen Thriller, sondern schildert sich, seine Gedanken, den eiskalten Haltegriff an der Zugtür, die zwei Schaffner, die ihn mit großen Augen anschauen, den Bahnbeamten, dem er sein Missgeschick erzählt. Und und und.
Schön, dass diese CD gerade jetzt zu mir gekommen ist, da die Jahreszeit genau passt. Es wird früh dunkel, es ist nebelig und kalt und wir freuen uns auf winterliches Essen, wie er es auch erwähnt. Und die Sehnsucht, in den Süden zu fahren, steckt in uns. Wenn ich mitbekomme, wer im Moment alles in Rom ist, bleibt es bei vielen nicht bei der Sehnsucht, sondern sie verwirklichen sich diesen Traum konkret.
Genießen Sie diesen Traum von einer Erzählung. Sie werden diese eine Stunde nicht mehr vergessen.

Man muss solche Geschichten erzählen, sonst hält man es nicht aus.“, sagt Peter Kurzeck.

Von ihm gibt es im Verlag supposé Verlag auch „Ein Sommer, der bleibt. Peter Kurzeck erzählt das Dorf seiner Kindheit“. Der Verlager Klaus Sander ist ein Spezialist im Erzählenlassen und es gibt bei ihm auch die wunderbaren Kindheitsgeschichten von Herta Müller „Die Nacht ist aus Tinte gemacht“, in denen die Nobelpreisträgerin vom Leben in ihrem verschwundenen Dorf erzählt.

Neu im Program des supposé Verlages:

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Das Auerhuhn mit Peter Berthold
Grundlagen des modernen Weinbaus mit Hans Reiner Schultz

Glück tief Höhlenforscher erzählen

Hörbuch des Jahres:
Ans Ende kommen mit Dieter Wellershoff

Endlich wieder lieferbar:
Faszination Vogelzug mit Peter Berthold
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Morgen gibt es Teil 8 der Sonntagsskizzen von Detlef Surrey, der im Moment in Rom weilt. Diesmal Skizzen von Dr. Sketchy´s Anti Art School Berlin.

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