Freitag, 27.Januar

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Heute haben
Achim von Arnim * 1781
Fulvio Tomizza * 1935
Jochen Missfeldt * 1941
Antonio Pennacchi * 1950
Geburtstag.
Heute ist der Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
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Heinrich Heine
Die Jahre kommen und gehen

Die Jahre kommen und gehen,
Geschlechter steigen ins Grab,
Doch nimmer vergeht die Liebe,
Die ich im Herzen hab.

Nur einmal noch möcht ich dich sehen,
Und sinken vor dir aufs Knie,
Und sterbend zu dir sprechen:
„Madame, ich liebe Sie!“
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Heute Abend:
Fr. 27. 01. | 20.00 Uhr | Ulmer Münster, Turmhalle
Candelabro – Aristides de Sousa Mendes
Eine Videoskulptur von Werner Klotz
Einführung und Eröffnung

Videoskulptur Candelabro, Foto: Sousa Mendes Foundation


Aristides de Sousa Mendes war im Juni 1940 portugie-
sischer Generalkonsul in Bordeaux. Damals trafen über
eine Millionen Menschen, darunter viele Jüdinnen und
Juden, auf der Flucht aus zahlreichen Ländern Europas
in der Stadt ein. Sie hofften, über Portugal fliehen zu
können, nachdem die deutsche Wehrmacht Belgien,
die Niederlande und Nordfrankreich besetzt hatte.
Die Flüchtenden benötigten dazu Visa, doch hatte der
portugiesische Diktator António de Oliviera Salazar
bereits im November 1939 seinen Diplomaten untersagt
diese auszustellen. Sousa Mendes geriet in ein Dilemma:
Der gläubige Katholik musste zwischen seinen Grundwer-
ten und dem Befehl Salazars entscheiden. Nach dreitägi-
gem Gewissenskampf entschied er sich, seinem Gewissen
zu folgen. Zwischen dem 17. und 23. Juni 1940 stellte
er unzählige Visa aus und rettete damit tausende Leben.
2019 beauftragte die New Yorker Sousa Mendes
Foundation den renommierten Künstler Werner Klotz
(Berlin/New York), eine Videoskulptur zu schaffen, die
diese drei Tage der Entscheidung von Aristides de Sousa
Mendes zum Thema hat. Es entstand ein nahezu vier
Meter hohes Werk aus Edelstahl mit 13 Monitoren, das
bereits in Portugal und Frankreich ausgestellt wurde
und nun durch das Engagement von Dr. Jennifer Hartog
(Toronto) in Ulm gezeigt wird. Sie wird in der Gedenk-
veranstaltung am 27. Januar die Geschichte von Sousa
Mendes und ihrer eigenen Familie vorstellen. Zehn ihrer
Familienmitglieder wurden durch Mendes‘ Visa gerettet.

In der Abendveranstaltung geht es um in der Geschichte
und in der Gegenwart brennende Fragen. Woher
kam dieser Mut? Welche Entscheidungsprozesse fanden
statt? Warum begeben sich auch heute Menschen
in Gefahr, um unmenschliche Regime und totalitäre
Strukturen zu bekämpfen oder Verfolgten und Ge-
flüchteten zu helfen?
Im Anschluss an diesen ersten Teil des Abends wird die
Skulptur mit musikalischer Umrahmung durch Almut
Kühne (Berlin), die die Sound-Spur des Kunstwerks
schuf, im Münster präsentiert.
Begrüßung: Oberbürgermeister Gunter Czisch

Familienfoto der Hartogs 1938, vor der Flucht aus den
Niederlanden. Von ihnen wurden fünf durch Sousa Mendes‘
Visa gerettet. Quelle: Sousa Mendes Foundation

Gerettete in einer Suppenküche in Lissabon, 1941.
Quelle: Benjamin Schlesinger, Sousa Mendes Foundation

Aristides de Sousa Mendes, 1940.
Quelle: Sousa Mendes Foundation
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Auch am Sonntag, den 29.Januar gilt:
Für alle Karten, die mit dem Zauberwort „Samy“ gekauft, vorbestellt, oder an der Abendkasse abgeholt werden, gilt: Halber Preis, also € 11,00.
Wichtig: Am Sonntag haben Sie die letzte Möglichkeit, die Ausstellung im Schuhhaussaal (dort wo auch gespielt wird) anzuschauen.


Donnerstag, 26.Januar

Einkauf aus unserem Spendenkässle für Geflüchtete

Heute haben
Achim von Arnim * 1781
Fulvio Tomizza * 1935
Jochen Missfeldt * 1941
Antonio Pennacchi * 1950
Geburtstag
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Joachim Ringelnatz
Stille Winterstraße

Es heben sich vernebelt braun
Die Berge aus dem klaren Weiß,
Und aus dem Weiß ragt braun ein Zaun,
Steht eine Stange wie ein Steiß.

Ein Rabe fliegt, so schwarz und scharf,
Wie ihn kein Maler malen darf,
Wenn er’s nicht etwas kann.
Ich stapfe einsam durch den Schnee.
Vielleicht steht links im Busch ein Reh
Und denkt: Dort geht ein Mann.
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Unser Buchtipp:


Marianne Philips: „Die Beichte in der Nacht
Aus dem Niederländischen von Eva Schweikart
Diogenes Verlag  € 14,00

„Ich setze mich zu Ihnen, Schwester. Das ist nicht erlaubt, ich weiß. Aber ich mache es trotzdem – ich habe so lange nicht mehr gesessen, an einem Tisch mit Lampe darauf. Verstehen Sie, warum man Verrückte ins Bett steckt, als wären sie krank?“
Zwei Nächte lang wird Heleen der Nachtschwester ihre Lebensgeschichte erzählen, ob diese will oder nicht, sie muss zuhören. Endlich soll jemand erfahren, warum Heleen hier seit Jahren eingesperrt ist, endlich kann sie darüber reden.
Heleen wächst Anfand des 20. Jahrhunderts auf dem Land in den Niederlanden unter ärmlichen Verhältnissen, in einer kinderreichen protestantischen Familie auf. Sie setzt alles alles dara,n diesem Milieu zu entkommen und ein Leben in Schönheit und Wohlstand zu erreichen. Sie geht in die Stadt und schafft tatsächlich den gesellschaftlichen Aufstieg. Sie liebt Hannes und er sie. Ein Leben in Glück und Zufriedenheit scheint erreicht. Nach dem Tod ihrer Eltern nimmt sie ihre jüngste Schwester bei sich auf, aber Heleen  findet kein Vertrauen in ihr doch so perfektes Leben. Selbstzweifel und Eifersucht treiben sie letztendlich in eine Gedankenwelt, die zu einer Katastrophe führt.
Ein toller, faszinierender Roman, der schon 1930 erschienen ist und durch die besondere Erzählperspektive, die eine sehr berührende intime Nähe entstehen lässt, besticht.

Marianne Philips, geboren 1886 in Amsterdam, war Politikerin, Schriftstellerin und Mutter von drei Kindern. Sie war Mitglied der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei und wurde 1919 als eines der ersten weiblichen Ratsmitglieder der Niederlande gewählt. Sie schrieb fünf Romane und einige Novellen. Ab 1940 war ihr das Publizieren als Jüdin untersagt. Sie überlebte den Krieg, war aber krankheitshalber bis zu ihrem Lebensende (1951) ans Bett gefesselt.
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Schukrafts Wundertüte


Liebe Theater-Freunde,
in dieser Woche hat das Publikum letztmals Gelegenheit, eine spektakuläre Verbindung von Theater und Bildender Kunst im Kunstverein Ulm zu erleben. Heute, am Donnerstag, 26. 1., und Sonntag, 29. 1., spielt jeweils um 19 Uhr mein „Revoluzzerkind“ im Kunstverein. Spektakulär ist die Aufführung auch deshalb, weil das Theaterstück und die Ausstellung „Magische Räume“ des Künstlers Chen Zhiguang eine Einheit bilden. Diese Ausstellung wird Ende des Monats abgebaut. Anschießend wird „Revoluzzerkind“ in einer etwas geänderten Fassung, aber ohne Ausstellung, im Schuhhaussaal weiter gespielt.

Karten gibt es bei der Bücherstube Jastram, Telefon 0731/67137
und für Kurzentschlossene auch ab 18.15 Uhr an der Abendkasse im Schuhhaussaal.

Achtung: Wer Karten vorbestellt, oder an der Abendkasse abholt und das Zauberwort „Samy“ sagt, bekommt für diese beiden Terminen Karten für je € 11,00.

Sonntag, 6.November

Dienstag, 8.November ab 19 Uhr
Jastrams 1.Seite

Wir stellen wieder vier Romane vor.

Annika Büsing: Nordstadt
Dörte Hansen: Zur See
Anna Woltz: Nächte im Tunnel

und Christiane Wachsmann liest aus ihrem neuen Roman: Lilits Töchter

Mit dabei natürlich Clemens Grote

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Am Mittwoch, den 16.November geht es los.
Wolfgang Schukrafts neues Theaterstück „Revoluzzerkind“ hat Premiere.
Immer ab 19 Uhr im Kunstverein Ulm.
Vorverkauf bei uns in der Buchhandlung.

Premiere am Mittwoch, 16.11., 19 Uhr
Revoluzzerkind“ von Wolfgang Schukraft.
Es spielen Celia Endlicher und Marion Weidenfeld
Inszenierung: Wolfgang Schukraft

Danach immer am Donnerstag und Sonntag um 19 Uhr
Weitere Infos auf www.schukrafts.de

Freitag, 4.November


Heute haben
Felix Braun * 1885
Klabund * 1890
Gert Ledig * 1921
Judith Herzberg * 1934
Bettina Wegner * 1947
Erich Wolfgang Skwara * 1948
Geburtstag
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Verurteile nie einen Menschen, in dessen Lage du nicht gewesen bist.
Gert Ledig
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Dienstag, 8. November ab 19 Uhr
„Die 1.Seite“

Wir stellen folgende Bücher vor:

Annika Büsing: Nordstadt
Dörte Hansen: Zur See
Anna Woltz: Nächte im Tunnel

und Christiane Wachsmann liest aus ihrem neuen Roman: Lilits Töchter

Mit dabei natürlich Clemens Grote
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Am Mittwoch, den 16.November geht es los.
Wolfgang Schukrafts neues Theaterstück „Revoluzzerkind“ hat Premiere.
Immer ab 19 Uhr im Kunstverein Ulm.
Vorverkauf bei uns in der Buchhandlung.


Wolfgang Schukraft:

Für die einen waren sie Revolutionäre und Idealisten, die den Versuch unternahmen, die politischen Zustände in Deutschland zu ändern, für die anderen waren sie Terroristen und Verbrecher, die keine Skrupel kannten.

Ein Konflikt, der auch noch heute emotional geführt wird.

In meinem Stück „Revoluzzerkind“ möchte ich die Geschichte von einer anderen Warte aus erzählen. Viele dieser RAF-Mitglieder hatten Kinder, die nicht mit im Untergrund leben konnten, sondern versorgt werden mussten. Wie haben sie diese Zeit erlebt, was ist aus ihnen geworden?

Dem menschlichen Aspekt wird der gesellschaftlich-politische Aspekt gegenübergestellt. Das Stück beginnt mit einer schicksalhaften Begegnung bei einer Ausstellungseröffnung und es entsteht eine berührende Geschichte über die ersten Opfer der RAF: die Kinder. Auch wenn in diesem Theaterstück das Motive aus dem Leben von Ulrike Meinhof anklingen, sind Personen und Handlung dennoch fiktiv.

Felix Huby, der bekannte, jüngst verstorbene Autor von Fernsehsendungen, Theaterstücken und Büchern ließ Wolfgang Schukraft nach der Lektüre seines Stückes wissen: „Für mich war es besonders spannend, weil ich ja ein Zeitzeuge der 68er Jahre bin. Ich finde, Schukraft hatte eine wunderbare Idee, und sie ist genial umgesetzt. Man kann dem Stück nur wünschen, dass es Erfolg hat, wenn die Theater endlich wieder spielen dürfen.

Anlass zu meinem Stück war die Information, dass viele der damaligen Top-Terroristen Kinder hatten:

Gudrun Ensslin hatte einen Sohn, Felix
Ulrike Meinhof hatte Zwillinge, Bettina und Regine
Andreas Baader hatte eine Tochter, Suse
Angelika und Volker Speitel hatten einen Sohn, Grischa
Susanne Albrecht hatte einen Sohn, Felix
Marianne Herzog hatte einen Sohn, dessen Name ich nicht kenne.

Mich beschäftigte die Frage: Was wurde aus den Kindern, als die Eltern in den Untergrund gingen? Wie wirkten sich diese Erfahrungen bei ihnen aus.

Nach den umfangreichen Recherchen (übrigens das Schönste für mich beim Stückeschreiben) habe ich ein Theaterstück geschrieben, in das Berichte und Erfahrungen dieser Kinder einflossen. Es hat trotzdem eine eigene Wahrheit und Wirklichkeit und kann nicht auf reale Personen eingeengt werden.

Ich bin Ulrike Meinhof begegnet. Von 1968 bis 1971 (damals war ich gerade 21 Jahre alt) arbeitete ich als Redakteur in der Fernsehabteilung des Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart. In dieser Zeit wurde dort ein Drehbuch von Ulrike Meinhof verfilmt: „Bambule“.

Sie schildert darin die autoritären Methoden der Heimerziehung in einem Berliner Mädchenheim. Es kommt zu einer Revolte der Heiminsassinnen gegen die unterdrückerischen Strukturen. Es ist eine „Bambule“, ein Aufstand.

Der Film kann auch als eine Parabel auf die gesellschaftlichen Strukturen der damaligen Zeit und als ein indirekter Aufruf zum Klassenkampf verstanden werden.

Frau Meinhof war während der Dreharbeiten oft im Stuttgarter Fernsehstudio. Ich meine mich zu erinnern, dass der Regisseur Eberhard Itzenplitz sich oft gegen die Forderung von Frau Meinhof wehren musste, in jedem Satz ihre politische Botschaft unterzubringen. Es sollte ja ein Fernsehspiel werden und kein offensichtliches politisches Manifest. Da sich Ulrike Meinhof nicht in allem durchsetzen konnte, zog sie sich vor Drehende zurück.

Außerdem erinnere ich mich an die Darstellerinnen der Mädchen, die aus Fürsorgeeinrichtungen kamen und sehr authentisch ihre Situation gespielt haben.

Am 24.Mai 1970 sollte dieser Fernsehfilm ausgestrahlt werden. 10 Tage vorher beteiligte sich Ulrike Meinhof an der Befreiung von Andreas Baader und lebte von da an im Untergrund. Daraufhin wurde „Bambule“ aus dem Programm genommen. Erst 25 Jahre später wurde der Film gesendet.

Mi, 16.11._19 UhrKunstverein Ulm, Kramgasse 4
(hinter dem Ulmer Münster)
Premiere Revoluzzerkind
von Wolfgang Schukraft. Es spielen Celia Endlicher und Marion Weidenfeld, Inszenierung: Wolfgang Schukraft
Do, 17.11._19 UhrKunstverein UlmRevoluzzerkind
So, 20.11._19 UhrKunstverein UlmRevoluzzerkind
Do, 01.12._19 UhrKunstverein UlmRevoluzzerkind
So, 04.12._19 UhrKunstverein UlmRevoluzzerkind
Do, 08.12._19 UhrKunstverein UlmRevoluzzerkind
So, 11.12._19 UhrKunstverein UlmRevoluzzerkind
Do, 12.01._19 UhrKunstverein UlmRevoluzzerkind
So, 15.01._19 UhrKunstverein UlmRevoluzzerkind

Montag, 20.Dezember

Jetzt ist schon ne 2 vorne dran. Es kann also nicht mehr lange dauern.

Die Abholstation im Erdapfel Bistro in Söflingen hat bis zum Donnerstag, 23.Dezember geöffnet und dann wieder ab Montag, den 10.Januar 2022.
In den Tagen dazwischen können die Lieferungen vorne im Erdapfel Biomarkt abgeholt werden.
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Heute haben
Friederike Mayröcker * 1924
Gernot Wolfgruber * 1944
Geburtstag
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Klabund
Winterschlaf

Indem man sich zum Winter wendet,
Hat es der Dichter schwer,
Der Sommer ist geendet,
Und eine Blume wächst nicht mehr.

Was soll man da besingen?
Die meisten Requisiten sind vereist.
Man muß schon in die eigene Seele dringen
– Jedoch, da hapert’s meist.

Man sitzt besorgt auf seinem Hintern.
Man sinnt und sitzt sich seine Hose durch,
– Da hilft das eben nichts, da muß man eben überwintern
Wie Frosch und Lurch.
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Anja Kampmann antwortet auf meine Anfrage von vor ein paar Wochen erst jetzt, da sie sich in die Arbeit für ihren neuen Roman vergraben hat.

1. Welches Buch lesen Sie gerade?
Lehrjahre der Männlichkeit, Flaubert

2. Welches Buch empfehlen Sie unbedingt?
Pierre Michon, Leben der kleinen Toten

3. Welches Buch wollen Sie schon immer mal (wieder) lesen?
Unbedingt wiederlesen: Faulkner, As I lay dying

Vielen Dank!!
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Wolfgang Schukraft singt uns was:

Freitag, 1.Oktober

Heute ist Premiere.


„Ich bin Traute Mainzer“ von Wolfgang Schukraft
nach einer Anregung von Dr. Klaus Grosspeter

Uraufführung eines dokumentarischen Spiels.
Premiere ist am Freitag, 1.10., um 19 Uhr, im Kunstverein Ulm.
Ein Beitrag zum Jubiläumsjahr
„1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“.

Es spielt Celia Endlicher
Inszenierung: Wolfgang Schukraft
Bühne: Jörg Stroh-Schnell

​Nichts ist spannender als erlebte Geschichte. Die Aufführung „Ich bin Traute Mainzer“ ist nicht nur politisch und historisch, sondern auch menschlich bewegend. Im Zentrum steht das außergewöhnliche Leben von Gertrud (Traute) Mainzer, einer in Frankfurt geborenen und aufgewachsenen Jüdin, die in Amerika Rechtsgeschichte geschrieben hat.

Im Rückblick auf ihr Leben geht es Gertrud Mainzer weniger um die Schrecken der Verfolgung und Lager in Westerbork und Bergen-Belsen, als um die Erkenntnisse daraus, die sie in New York zu einer beachteten und richtungweisenden Familienrichterin werden ließen.

Kartenvorverkauf (€ 22,00) bei uns in der Buchhandlung.
Weitere Termine und mehr Informationen unter www.schukrafts.de

Sonntag, 29.August

Schukrafts Wundertüte
Theater in Ulm


Uraufführung am Donnerstag, den 16. September 2021 in der kunsthalle weishaupt

Giacomettis gefährliche Geliebte: Ich war sein Wahnsinn
von Wolfgang Schukraft

Er – Alberto Giacometti – war fast 60 Jahre alt und gehörte zu den erfolgreichsten Künstlern seiner Zeit.
Sie – Caroline Tamago – war knapp 20, sie suchte sich ihre nächtlichen Kunden in einschlägigen Lokalen. Sie wird seine Geliebte und sein Modell.

Eine spannungsreiche Liebschaft, die bis zum Tod Giacomettis anhält. Jahrzehnte später wird Caroline, die längst ihren Namen geändert hat, von der „Fondation Giacometti“ aufgestöbert. Die Nachlassverwalter Giacomettis beschuldigen sie, Gegenstände aus Giacomettis Atelier gestohlen zu haben. In einer der vornehmen Pariser Gegenden, im Gebäude der „ Fondation Alberto et Annette Giacometti “, wird das Atelier des Künstlers rekonstruiert. Es war nichts anderes als eine elende Bruchbude – kalt und zugig, der Boden aus gestampftem Lehm, die Toilette auf dem Gang, im Winter meist eingefroren. Das Einzige, was von der Originalausstattung fehlt, sind Utensilien, die Caroline nach Giacomettis Tod aus dem Atelier geholt hat. Nun wird Caroline gedrängt, diese Dinge herauszugeben, doch sie wehrt sich mit Leidenschaft, Berechnung und Skrupellosigkeit. Es wird daraus ein Spiel um Liebe, Abhängigkeit, Ausbeutung und vor allem um die Kunst und den Künstler Giacometti.

Es spielt Marion Weidenfeld.

Karten gibt’s bei der Kulturbuchhandlung Jastram
Hier gibt es alle Termine.

Sonntag

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Heute gibt es auf den letzten Drücker doch noch einen Blogeintrag.
Übernachtungsgäste, Sonnenschein und eine Wanderung brachten alles durcheinander.
Gut so!
Deshalb also erst heute Nachmittag ein paar Meldungen aus dem Kulturleben.
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Heute hat Josef Winkler (* 1953) Geburtstag.

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Gestern abend waren wir in der Kunsthalle Weishaupt und sahen das Theaterstück: „Rot“ von John Logan.
Mitten in der neuen Ausstellung: „American Idols„, zwischen Rothkos, Warhols, Rauschenbergs und vielen anderen Künstlern steht die Bühne der Theaterei Herrlingen, auf der Wolfgang Schukraft Mark Rothkos spielt, der im Zwiegspräch mit seinem Assistenten viel über seine Einstellungen, seine Art zu Arbeiten, seine Verzweiflung und Unsicherheit preisgibt. Dieses Zweispersonenstück schärft den Blick auf die Bilder von Rothko und macht an, mehr über diesen Künstler zu erfahren, der zu den teuersten Künstlern des 20.Jahrhunderts gehört und der sich 1970 das Leben genommen hat.
Ein kurzweiliger Abend, eine grossartige schauspielerische Leistung von Wolfgang Schukraft und für uns Schwaben: Bei den Theaterkarten ist ein Besuch der Ausstellung mitinbegriffen. Ein Besuch lohnt sich.

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(Bildrechte: Theaterei Herrlingen)

Ich füge hier noch ein paar Links zum Stück und zur Ausstellung an.

Theaterei-Info zum Stück, inkl. einiger Szenenbilder.
Die Südwestpresse Ulm über das Theaterstück: „Rot“.
SWR4 berichtet über „Rot.
„American Idols“ in der Kunsthalle Weishaupt in Ulm.
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Dienstag

Heute haben Victor Hugo (* 1802) und Hermann Lenz (* 1913) Geburtstag.
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Küssen lernen in der Buchhandlung.
Vielleicht hat sich noch mehr Lernmaterial bei den DVDs versteckt?
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Byung-Chul Han, von dem ich hier immer wieder Bücher vorstelle, von dem letzte Woche ein Text über die Müdigkeitsgesellschaft (so auch sein Buchtitel) speziell in Südkorea hier zu lesen war, hat einen neuen Text auf der Seite des Matthes & Seitz Verlages veröffentlicht. Diesmal geht es um den Einsatz von Drohnen.

Die Ethik des Drohnenkriegs
Byung-Chul Han

MQ-1 Predator

Alle, vom Luftwaffenchef der Bundeswehr über den Wehrbeauftragten des Bundestages bis zum Bundesverteidigungsminister, wollen sie haben, die bewaffneten Drohnen, am besten sofort. Kürzlich heißt es aus dem Verteidigungsministerium, der Einsatz von bewaffneten Drohnen sei »ohne Zweifel sinnvoll«. Trotz massiver Probleme, die die Tötung per Knopfdruck mit sich bringt, geht kein Aufschrei durch die Gesellschaft.

Zweifellos stellen diese fliegenden Kampfroboter einen militärtechnischen Fortschritt dar. Bedeuten sie aber auch einen ethischen Fortschritt, weil man eigene Soldaten keiner Lebensgefahr aussetzt? Thomas de Maizière ist der Ansicht, dass eine Waffe stets ethisch als neutral zu betrachten sei. Macht es tatsächlich keinen ethischen Unterschied, die Gegner zu töten, ohne selbst in Erscheinung zu treten, ohne sich selbst in Lebensgefahr zu bringen? Wäre nicht der Einsatz meines Lebens eine notwendige Bedingung für die Rechtfertigung der Tötung des Gegners im Krieg? Nach dem Ehrenkodex der Ritter, der die westliche Vorstellung der militärischen Ehre maßgeblich geprägt hat, ist nicht ehrenhaft, den Feind anzugreifen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen. Ehrenhaft ist es nur, den Feind auf dem Schlachtfeld zu töten. Unehrenhaft ist dagegen, den Feind außerhalb des Schlachtfeldes heimtückisch zu töten, ihn etwa zu vergiften.

Wichtig für die Gerechtigkeit im Kampf ist vor allem die Symmetrie der Mittel. Besitzt mein Gegner nur ein Schwert, so ist der Gebrauch einer Armbrust verwerflich. Daher erscheint der Einsatz von Drohnen den betroffenen Muslimen als feige und unmoralisch. Die Tötung per Mausklick gleicht für sie einem heimtückischen Mord. Auch in der Geschichte des Krieges gab es immer wieder Versuche, Tötungsmittel einzuschränken. Sie dienten, wie Carl Schmitt sagen würde, zur »Hegung des Krieges«. So wurde z. B. im 2. Lateran-Konzil von 1139 für den Krieg zwischen christlichen Fürsten und Völkern jeder Einsatz von Fernwaffen verboten.

Den kompletten Text können Sie hier weiterlesen.
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Lesen in der Underground New York Public Library

“Los Hijos Del Tiempo,” by Ana Colchero

„Los Hijos Del Tiempo“ von Ana Colchero

Bibel

„The Holy Bible“
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Planen Sie Ihr Wochenende in Ulm.
Am Samstag spielt Sophie Hunger im Roxy,
Wolfgang Schukraft spielt Mark Rothko im Weishaupt Museum vor dem Original Rothko Bild.
Am Sonntag spielt das Hassler Consort Händels: „Julius Cäsar in Ägypten“ im Stadthaus.