Dienstag, 30.Januar


Heute haben
Adelbert von Chamisso * 1781
Hans Erich Nossack * 1901
Richard Brautigan * 1935
und Barbara Wood * 1947
Thomas Brezina * 1963
Geburtstag
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Adelbert von Chamisso
Winter

In den jungen Tagen
Hatt ich frischen Mut,
In der Sonne Strahlen
War ich stark und gut.

Liebe, Lebenswogen,
Sterne, Blumenlust!
Wie so stark die Sehnen!
Wie so voll die Brust!

Und es ist zerronnen,
Was ein Traum nur war;
Winter ist gekommen,
Bleichend mir das Haar.

Bin so alt geworden,
Alt und schwach und blind,
Ach! verweht das Leben,
Wie ein Nebelwind!
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Tania Martini, Klaus Bittermann (Hg.): „Nach dem 7. Oktober“
Essays über das genozidale Massaker und seine Folgen
Edition Tiamat € 24,00

„Terror ist Terror. Terror ist nicht Widerstand, nicht Dekolonisation, nicht Befreiung. Jede Relativierung der Hamas ist antisemitisch, weil der Kern ihrer Ideologie der Hass auf Juden ist und zur Vernichtung aller Juden aufruft.“

Am 7. Oktober 2023 beging die palästinensische Terrororganisation Hamas das schlimmste Pogrom an Juden und Jüdinnen seit der Shoa. Ob in Be’eri, Kfar Azza oder auf dem Nova Musikfestival – das offene Ziel der Hamas war die Tötung möglichst vieler Juden und Jüdinnen. Ausmaß und Grausamkeit des genozidalen Massakers stellen eine Zäsur nicht nur für Israelis, sondern, wie sich zeigen sollte, für Juden und Jüdinnen weltweit dar. Der vorliegende Band soll dazu beitragen, diese Zäsur zu verstehen. Er versammelt Essays und Analysen, die den politischen Diskurs nach dem Pogrom auf seine Fallstricke und Subtexte hin durchleuchten. Die Autoren und Autorinnen erheben Einspruch gegen den offenkundig gewordenen Antisemitismus und die Entsolidarisierung mit Israelis und Juden und Jüdinnen weltweit auch in großen Teilen der Linken.
Welche Narrative prägen diese Entsolidarisierung, warum ist die so genannte Israelkritik vor allem im Kultur- und Kunstbetrieb so verbreitet, was hat es mit der Palästinasolidarität an den US-Unis auf sich, wie nutzt die politische Rechte den Antisemitismus für ihre Zwecke und andere Fragen stehen im Fokus dieses Bandes.
Gleichzeitig lesen wir in den einzelnen Texte über den großen Widerstand gegen die ultrarechte, korrupte Regierung Netanjahu und über die Wichtigkeit eines Friedens in der Region und einem gemeinsamen Leben von Palästinensern und Juden. Dafür gingen und gehen dort täglich Menschen auf die Straße, wenn es die israelische Regierung erlaubt.

Mit Beiträgen von Doron Rabinovici, Jeffrey Herf, Claudius Seidl, Seyla Benhabib, Volker Weiß, Natan Sznaider, Eva Illouz, Simon Sebag Montefiore, Meron Mendel, Deniz Yücel & Daniel-Dylan Böhmer, Thomas von der Osten-Sacken, Christoph Koopmann & Sina-Maria Schweikle, Kira Kramer, Sofia Dreisbach, Nele Pollatschek, Nikolai Klimeniouk, Detlef zum Winkel, Tania Martini, Deborah Hartmann, Armin Nassehi, Günther Jikeli, Philipp Lenhard u.a.

Leseprobe
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Auf tagesschau.de gefunden:

Fast 100 Flüchtlinge seit Jahresbeginn gestorben

Der Weg über das Mittelmeer gilt als tödlichste Fluchtroute der Welt. Für dieses Jahr melden die Vereinten Nationen bereits fast 100 Tote. Im Vergleich zum Vorjahr eine Verdopplung.
Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Vereinten Nationen fast 100 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer gestorben oder verschollen. Das seien mehr als doppelt so viele wie im selben Zeitraum 2023, das bisher tödlichste Jahr für Bootsflüchtlinge in Europa seit 2016, so die Internationale Organisation für Migration (IOM).
Generaldirektorin Amy Pope sagte, nur ein Lösungsansatz, der auch sichere und legale Einwanderungswege einschließe, könne Migranten und Staaten gleichermaßen helfen. Die IOM-Leiterin äußerte sich beim Italien-Afrika-Gipfel in Rom. Dort kamen auf Einladung von Italiens rechtsradikaler Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zahlreiche Staats- und Regierungschefs zusammen, um Investitions- und Entwicklungsprogramme sowie Maßnahmen gegen ungeregelte Migration zu erörtern.
Die Zahl der Menschen, die bei der Flucht über das Mittelmeer sterben oder verschwinden, ist in den vergangenen Jahren gestiegen. 2021 waren es laut IOM 2048, im darauffolgenden Jahr 2411. 2023 registrierte die Organisation 3041 Menschen, die auf der Flucht über das Mittelmeer nach Europa gestorben oder verschollen sind.

Seebrücke Ulm

Samstag, 20.Januar

Heute haben
Nazim Hikmet * 1902
Bernt Engelmann * 1921
Ernesto Cardenal * 1925
Eugen Gomringer * 1925
Nigel Williams * 1948
Ulrike Draesner * 1962
Ildikó von Kürthy * 1968
Geburtstag
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Arno Holz (1863 – 1929)
Winter

Du lieber Frühling! Wohin bist du gegangen?
Noch schlägt mein Herz, was deine Vögel sangen.
Die ganze Welt war wie ein Blumenstrauß,
längst ist das aus!
Die ganze Welt ist jetzt, o weh,
Barfüßle im Schnee.
Die schwarzen Bäume stehn und frieren,
im Ofen die Bratäpfel musizieren,
das Dach hängt voll Eis.
Und doch: bald kehrst du wieder, ich weiß, ich weiß!
Bald kehrst du wieder,
o nur ein Weilchen,
und blaue Lieder
duften die Veilchen!
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Ariane Starczewski: „Wintervögel“


Ich freue mich, unter diesem Titel ein SCHAU-Fenster mit Originalen und Kunstdrucken zeigen zu können. Über viele Jahre habe ich meinen ganz eigenen unverwechselbaren Stil entwickelt.
Die Bilder werden unter anderem auf Wunsch angefertigt. Auch die Bilderrahmen sind Einzelanfertigungen und geben den zarten Schriften und Motiven ihren ganz persönlichen Charakter.
Im Laden sind auch Glückwunschkarten aus meiner Kollektion erhältlich.

Weitere Informationen, Ausstellungstermine und Kontakt
www.schriftart-online.com
Kalligraphie & Illustration
Ariane Starczewski
89081 Ulm
FON 0731- 602 49 40
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Festival contre le racisme Ulm

Wir teilen den Aufruf vom Ring politischer Jugend Ulm zur antifaschistischen und überparteilichen Demo am 20.02.24 um 15:30 auf dem Münsterplatz Ulm.

Die veröffentlichten Recherchen von Correctiv letzten Mittwoch zeigen erneut wie menschenfeindlich die AfD ist. Eine Partei, die in den letzten Monaten mehr an Zustimmung gewonnen hat, vergangenen Sommer erste politische Ämter besetzt hat, die sie zuvor nicht hatte, wir erinnern uns an Sonneberg und Raguhn-Jeßnitz. Die Proteste, wie die der Landwirtschaft letzte Woche für sich einnimmt und Menschen vormachen will, sie stehe für sie ein. Die die millionenfache Deportation von Menschen fordert, die ihnen nicht ins Weltbild passen, weil halt „nicht deutsch genug“. Die Lügen verbreitet und auf den Ängsten der Menschen aufbaut. Die gerade Wahlkampf in Thüringen, gesichert #rechtsextrem, Sachsen, gesichert rechtsextrem, und Brandenburg macht. Gleichzeitig werden immer mehr Menschen laut. Angemeldete anti AfD und antifaschistische Demos und pro demokratische Werte und eine vielfältige Gesellschaft häufen sich in den letzten Tagen und Stunden verteilt über Deutschland. Menschen gehen auf die Straße, diskutieren mit Familien, Freund*innen, Arbeitskolleg*innen oder den Nachbarn. Sie machen sich Sorgen, denken darüber nach, was sie machen, wenn die rechtsextreme AfD in ihrem Bundesland in wenigen Monaten an die Macht kommen sollte.

Seid mutig. Seid laut. Seid antifaschistisch.

Vielen Dank an die Menschen von rpj_ulm für das Organsieren der Demo!
Demoschilder sind willkommen.

Viele Grüße
Festival contre le racisme Ulm
www.fclr-ulm.de
Facebook: Festival contre le racisme Ulm
Instagram: fclr.ulm

Mittwoch, 29.November


Heute haben
Wilhelm Hauff * 1802
Louisa May Alcott * 1832
C.S.Lewis * 1898
Carlo Levi * 1902
Gerti Tetzner * 1936
Gabriele Wolff * 1955
Geburtstag
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Joseph von Eichendorff
Winterlied

Mir träumt`, ich ruhte wieder
Vor meines Vaters Haus
Und schaute fröhlich nieder
Ins alte Tal hinaus,
Die Luft mit lindem Spielen
Ging durch das Frühlingslaub,
Und Blütenflocken fielen
Mir über Brust und Haupt.

Als ich erwacht, da schimmert
Der Mond vom Waldesrand,
Im falben Scheine flimmert
Um mich ein fremdes Land,
Und wie ich ringsher sehe:
Die Flocken waren Eis,
Die Gegend war vom Schnee,
Mein Haar vom Alter weiß.
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Fast schon ein Klassiker:


Nigel Slater: „Greenfeast
Frühling – Sommer und Herbst – Winter
Aus dem Englischen von Sofia Blind
DuMont Verlag je € 28,00

Der deutsche Untertitel heisst: „Das kleine Buch der grünen Küche“, im Original wird da gleichmal ein „Grünes Festmahl“ draus.

110 vegetarische Gerichte für die kalte Jahreszeit.
Einfach, schnell und höchstens 30 Minuten für die Vorbereitung.
Die Gerichte sollen uns wärmen, etwas verwöhnen und trotzdem nicht überladen sein. Gesund sollen sie sein und gute Laune verbreiten. Nigel Slater schaut natürlich, was überhaupt in diesen Jahreszeiten wächst. Und so gibt es Rezepte mit Polenta und Knoblauch, Kürbis und Porree, einfacher Blätterteig mit Käse und Gemüse, Kohl und Milchreis. Gerichte aus dem Topf, der Pfanne und dem Backofen.
Lassen Sie sich überraschen und nehmen Sie das kleinformatige Buch in die Hand. Schön in Leinen gebunden, mit zwei Lesebändchen und einer Goldprägung, ist es innen einfach und übersichtlich gestaltet. Ideal zum Durchblättern und Nachkochen.
Viel Vergnügen und guten Appetit.
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Auf tagesschau.de gefunden.
Vielleicht auch ein Grund, die OB-Wahl-Entscheidung zu überdenken.
Nur verwalten ist zu wenig. Auch in einer kleinen Großstadt wie Ulm.

Wasserverlust in Deutschland
Seit der Jahrtausendwende ein Bodensee weniger

Durch Hitzewellen und Dürren verliert Deutschland so viel Wasser wie kaum ein anderes Land. Das geht aus dem Klima-Monitoringbericht der Bundesregierung hervor. Er fordert Anpassungsstrategien.
Die Folgen der globalen Erderwärmung verschärfen sich – und Deutschland ist davon in besonderem Maß betroffen. Zu diesem Ergebnis kommt der dritte Klima-Monitoringbericht der Bundesregierung, den Umweltministerin Steffi Lemke und der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Dirk Messner, jetzt vorgestellt haben.
Laut dem Bericht hat sich die Lufttemperatur in Deutschland im Jahresdurchschnitt um 1,7 Grad erhöht – verglichen mit der vorindustriellen Zeit. Dieser Wert liegt demnach um 0,6 Grad Celsius höher als der globale Temperaturanstieg im selben Zeitraum. Und Deutschland gehört zu den Regionen mit dem höchsten Wasserverlust weltweit: Seit 2000 verliert das Land laut dem Bericht 2,5 Kubikkilometer Wasser pro Jahr – und damit seit der Jahrtausendwende rechnerisch in etwa die Menge des Bodensees.
„Die verheerenden Folgen der Klimakrise nehmen in erschreckendem Ausmaß zu“, sagte die Grünen-Politikerin Lemke. Dies zeige der Bericht „überdeutlich“. …

Hier geht es zum kompletten Artikel.

Freitag, 10.März


Heute haben
Friedrich von Schlegel * 1772
Joseph von Eichendorff * 1788
Jakob Wassermann * 1873
Boris Vian * 1920
Ake Edwardson * 1953
Geburtstag
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Joseph von Eichendorff
Die Sperlinge

Altes Haus mit deinen Löchern,
Geizger Bauer, nun ade!
Sonne scheint, von allen Dächern
Tröpfelt lustig schon der Schnee,
Draußen auf dem Zaune munter
Wetzen unsre Schnäbel wir,
Durch die Hecken rauf und runter,
In dem Baume vor der Tür
Tummeln wir in hellen Haufen
Uns mit großem Kriegsgeschrei,
Um die Liebste uns zu raufen,
Denn der Winter ist vorbei!

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Unser Buchtipp:


Antony Penrose: „Immer lieber woandershin
Die Leben der Lee Miller
Aus dem Englischen von Brigitte Heinrich
Insel Verlag € 20,00

Der Titel für das Buch könnte nicht besser sein.
Ja, Lee Miller hat es ganz schön in der Welt herumgetrieben und „Die Lieben der Lee Miller“ passt auch wunderbar, denn es waren wirklich mehrere unterschiedliche Leben, Karrieren, Lebensabschnitte, die sie durchlaufen hat. Beruflich wie privat ging sie von Anfang an ihren eigenen Weg und scherte sich nicht um Konventionen.
Sie war Supermodel und Titelgesicht der Vogue, Geliebte von Man Ray und Muse der Surrealisten, sie war eine begnadete Fotografin, und ihre Bilder von der Befreiung der Konzentrationslager Buchenwald und Dachau sowie ihr Selbstporträt in Hitlers Badewanne gingen um die Welt.
Ihr Sohn Antony Penrose hat im Insel Verlag schon Bücher mit Fotos von Lee Miller veröffentlicht. Jetzt folgt die Biografie dieses bewegten Lebens.

Antony Penrose, der 1947 in London geboren wurde, ist Schriftsteller, Fotograf sowie Filmemacher und der Sohn von Lee Miller und Sir Roland Penrose. Als Nachlassverwalter des Lee-Miller-Archivs und der Roland-Penrose- Collection leitet er im früheren Wohnhaus seiner Eltern, dem Farleys House in Chiddingly (East Sussex), das Museum. Er hat eine Reihe von Büchern veröffentlicht, darunter zwei Sammlungen mit den Fotografien seiner Mutter, sowie einige Kinderbücher.

Leseprobe
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Heute Nachmittag ist Gilda Sahebi ist von 14.00 bis 16.30 Uhr im Stadthaus Ulm und hält einen Vortrag genau zu diesem Thema im Rahmen der Ulmer Denkanstöße.

Morgen, Samstag, 11.März, 18.00 Uhr ist im Haus der Begegnung Ulm die Vernissage zur Ausstellung: „Frau, Leben, Freiheit“.                                   
Illustrationen von Demonstrierenden der Revolution im Iran.
Vom 11.3.- 21.4.2023 täglich 9-18 Uhr, Sonntag bis 16 Uhr.
Bei der Vernissage wird es eine Liveschaltung zu der Künstlerin Naghmeh Jah aus Kanada geben und die Schauspielerin Jasmin Tabatabai spricht per Videobotschaft zur Situation im Iran.

Freitag, 10.Februar

Candelabro im Ulmer Münster

Heute haben
Giuseppe Ungaretti * 1888
Boris Pasternak * 1890
Bertolt Brecht * 1898
Jakov Lind * 1927
Helga Schütz * 1937
Asne Seierstad * 1970
Geburtstag
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Christian Morgenstern
Morgensonne im Winter

Auf den eisbedeckten Scheiben
fängt im Morgensonnenlichte
Blum und Scholle an zu treiben…

Löst in diamantnen Tränen
ihren Frost und ihre Dichte,
rinnt herab in Perlensträhnen…

Herz, o Herz, nach langem Wähnen
lass auch deines Glücks Geschichte
diamantne Tränen schreiben!
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Unser heutiger KInderbuchtipp:


Julia Dürr: „Wo kommen unsre Sachen her?
Auf Lieferwegen um die Welt
Beltz&Gelberg Verlag € 18,00
Großformatiges Sachbilderbuch ab 5 Jahren

Mit dem Schiff? Mit dem Zug? Mit dem Flugzeug? Oder mit dem Lkw?


In detailreichen Bildern und kurzen Texten führt Julia Dürr durch das große Thema der Globalisierung.

Unsere Wohnungen, die Regale im Supermarkt und in den Käufhäusern sind voll mit Sachen, die allermeist schon eine lange Reise hinter sich haben. Das Herkunftsland steht zwar drauf, aber woher kommen die einzelnen Teile und Zutaten? Der Kakao und das Fett bei der Schokocreme, das Holz und die Schrauben beim Stuhl und woraus bestehen die einzelnen Plastikteile bei einem Plüschtier?
Diese drei Gegenstände ( Schokocreme, Stuhl und Plüschtier) nimmt Julia Dürr als Beispiel und zeigt in ihrem großformatigen Sachbilderbuch die Lieferketten, bis die Creme im Regal steht und das Plüschtier mit dem Paketboten an die Haustüre gebracht wird.
Woher kommen die einzelnen Teile? Wie werden an- und abgebaut, oder gefördert? Wo und wie findet die Weiterverarbeitung statt und auf welchen Wegen gelangen sie zu uns nach Deutschland?
Das und noch einiges mehr finden wir in unzähligen Details und können etwas von der Komplexität der Globalisierung erahnen.
Ein Sachbilderbuch mit dem auch wir Erwachsenen noch viel lernen können.

Donnerstag, 19.Januar


Heute haben
Edgar Allan Poe * 1809
Gustav Meyrink * 1868
Max Tau * 1897
Patricia Highsmith * 1921
Julian Barnes * 1946
Judith Lennox * 1953
Geburtstag
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Gustav Falke (1853-1916)
Winter

Ein weißes Feld, ein stilles Feld.
Aus veilchenblauer Wolkenwand
hob hinten, fern am Horizont,
sich sacht des Mondes roter Rand.

Und hob sich ganz heraus und stand
bald eine runde Scheibe da,
In düstrer Glut. Und durch das Feld
klang einer Krähe heisres Krah.

Gespenstisch durch die Winternacht
der große dunkle Vogel glitt,
und unten huschte durch den Schnee
sein schwarzer Schatten lautlos mit.
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Doro Göbel / Peter Knorr: „Was machen die da?“
Eine Wimmelbilder.Geschichte über Berufe
Beltz&Gelberg Verlag € 14,00
Großformat in dicker Pappe für Kinder ab 3 Jahren

Mit Ali Mitgutsch hat das vor vielen Jahrzehnten angefangen und Rotraut Susanne Berner hat den Begriff Wimmelbilderbuch so richtig bekannt gemacht. Seit ein paar Jahren gibt es nun verschiedene Bilderbücher vom Duo Göbel/Knorr, die nochmals einen Tick moderner und lustiger sind. Sie erzählen in ihren Büchern eine durchgehende Geschichte und wir können die einzelnen Figuren über die Doppelseiten verfolgen. Meist geht es dann doch drunter und rüber. Da brechen Schafe aus, ein Rennboot fährt gegen einen Baum, oder ein Fußball fliegt und rollt durch alle Seiten hindurch, wenn wir genau hinschauen. In diesem Band werden uns diverse Berufe vorgestellt, so wie wir sie im eigenen Quartier kennen. Der Briefträger mit seinem gelben Rad, dem dann alle Briefe davonfliegen. Der Bäcker, dem die süßen Teilchen auf den Boden knallen, eine Hochzeitsgesellschaft, die Feuerwehr, die sich um einen umgestürzten Baum kümmern muss und dabei einen Vogel rettet und mittendrin ein Waschbär, der die Brotzeit der Handwerker wegfuttert. Das ist jedoch nur ein kleiner Ausschnitt aus einem Bild.
Sie merken: Ein großer Spaß für die Kleinen und die Großen.

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Christian Baars, NDR
Superjachten bleiben abgabenfrei

Die EU hat sich auf eine Ausweitung des Emissionshandels verständigt. Auch der Schiffsverkehr wird künftig einbezogen. Doch nach NDR-Informationen wird es weiter Ausnahmen geben – unter anderem für große Jachten.
350 Liter, 500 Liter oder sogar mehr als 1000 Liter Diesel pro Stunde. Jachten verbrauchen enorme Mengen Sprit – und in der Regel gilt: Je größer das Schiff desto mehr Diesel und entsprechend große Mengen an Treibhausgasen. In einer Fahrtstunde blasen viele der größeren Jachten mehr als eine Tonne CO2 und weitere klimaschädliche Gase in die Luft. Die meisten sogenannten Superjachten kommen auf Tausende Tonnen pro Jahr. Im Vergleich: Ein Mensch in Deutschland verursacht im Schnitt insgesamt im Jahr etwa elf Tonnen Treibhausgase.
Dennoch profitieren die Besitzer oder Mieter von Jachten weiterhin von einer Ausnahmeregel im CO2-Emissionshandel. Seit 2005 müssen einige große Industriebetriebe Zertifikate für ihren Ausstoß kaufen, seit 2012 auch Luftfahrtunternehmen für innereuropäische Flüge. Nun hat sich die EU Ende vergangenen Jahres darauf verständigt, dieses System auszuweiten.

Den kompletten Artikel finden Sie unter tagesschau.de
Siehe auch unseren Blogeintrag vom 7.1.2023
Grégory Salle: „Superyachten
Luxus und Stille im Kapitalozän
Edition Suhrkamp € 16,00

Samstag, 16.Februar

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Heute haben
Aleksandar Tisma *1924
Susan Sontag * 1933
Inger Christensen * 1935
Reinhard Jirgl * 1953
Geburtstag
und Gregor Gysi, der ja auch Bücher schreibt.

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Friedrich Hölderlin
Der Winter

Das Feld ist kahl, auf ferner Höhe glänzet
Der blaue Himmel nur, und wie die Pfade gehen,
Erscheinet die Natur, als Einerlei, das Wehen
Ist frisch, und die Natur von Helle nur umkränzet.

Der Erde Stund ist sichtbar von dem Himmel
Den ganzen Tag, in heller Nacht umgeben,
Wenn hoch erscheint von Sternen das Gewimmel,
Und geistiger das weit gedehnte Leben.

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Der Winter

Wenn sich das Jahr geändert, und der Schimmer
Der prächtigen Natur vorüber, blühet nimmer
Der Glanz der Jahreszeit, und schneller eilen
Die Tage dann vorbei, die langsam auch verweilen.

Der Geist des Lebens ist verschieden in den Zeiten
Der lebenden Natur, verschiedne Tage breiten
Das Glänzen aus, und immerneues Wesen
Erscheint den Menschen recht, vorzüglich und erlesen.

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Ein Sommer am Meer, mitten im tiefen Winter.
Unser Filmtipp für Sie.

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Liebe auf den ersten Schlag
Originaltitel: Les Combattants
Regie: Thomas Cailley
Drehbuch: Thomas Cailley, Claude Le Pape
Darsteller: Adèle Haenel, Kévin Azaïs, Brigitte Roüan, William Lebghil, Antoine Laurent, Thibaut Berducat, Nicolas Wanczycki, Frédéric Pellegeay
Frankreich 2014
Produktion: Nord Ouest Production
Länge: 98 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
€ 15,99

Sommer am Strand an der französischen Atlantikküste. Arnaud trifft Madeleine, wird von ihr aufs Kreuz gelegt und kann sich nur durch einen nichterlaubten Biss ins Hangelenk retten und den kleinen Zweikampf gewinnen.
Arnaud studiert, verbringt die Sommerferien bei seiner Mutter und seinem älteren Bruder, der die Schreinerei ihres gerade verstorbenen Vaters übernommen hat. Arnaud will in der Werkstatt helfen, sich ein bisschen was dazu verdienen. Am Strand hat die Armee ein Informationszelt aufgebaut und möchte Freiwillge rekrutieren. Sie haben ihr jährliches Schnupperangebot dabei: Zwei Wochen mit drei erfahrenen Soldaten raus in die Natur und Überlebenstraining absolvieren. Arnaud hat eigentlich keine große Lust, holt sich nur eine kostenlose Luftmatratze ab und trifft am Strand auf seine Kumpels und halt auch auf Madeleine. Hier kommt es zu diesem Kampf, unter Aufsicht eines soldatischen Trainers.
Arnaud ist unbedarft, schaut offen in die Welt, hat noch einiges vor. Er lässt sich treiben, verbringt die Tage und Abende mit seinen Kumpels mit Angeln und Biertrinken.
Ganz anders Madelaine. Sie kommt aus gutem Hause, hat ihr Studium abgebrochen, lebt im Moment bei ihren Eltern in einer Villa mit Pool. Sie ist ruppig, verschlossen und entschlossen, sich dem bevorstehenden Weltuntergang entgegenzusetzen. Das Ende kommt, das steht fest. Klar ist nur noch nicht, wer überleben wird und auch wie. Madeleine hat ihre eigenen Techniken entwickelt und trainiert wie eine besessene Überlebens- und Kampftechniken. Es ist schon sehr witzig anzuschauen, wie sie im Badeanzug am Pool steht, sich in ihren Rucksack zwei Dachplatten steckt und damit durch den Pool taucht. Oder wie sie sich einen kompletten rohen Fisch in den Mixer steckt und das daraus entstandene Getränk gleich an den Mund setzt.
Regisseur Thomas Cailley hat hier keine Hunger Games auf französisch gefilmt, sondern sein Augenmerk liegt auf die beiden sehr verschiedenen jungen Menschen, ihre apokalpytischen Ängste und über die unerwartete Wucht der Liebe, die plötzlich über sie hereinbricht, wie das Sommergewitter im Film, gelegt.
„Die Kämpfer“, so der französische Originaltitel, lässt die Beiden sich immer näher kommen. Beim ersten Discobesuch interessiert sich Madeleine allerdings nicht fürs Tanzen, sondern ist nur, wie man eine Bierflasche mit den Zähnen aufmachen kann. Als Sie sich für das Sommercamp angemeldet hat (sie will ja unbedingt zur Armee), entscheidet sich auch Arnaud spontan dazu, obwohl es gar nicht sein Ding ist. Für Arnaud ist dort vieles fremd, für Madelaine viel zu wenig Überlebenstraining.
Als sie sich gegenseitig im Gesicht mit Tarnfarbe anmalen, macht dies Arnaud bei ihr mit großer Liebe und Hingabe, betrachtet ihr Gesicht, ihre Nase, ihre geschlosssenen Augen, ihre Lippen genau und wirft noch einen Blick auf ihre Brust. Im Gegensatz dazu sie. Ruppig schmiert sie ihm die grünbraune Pampe ins Gesicht.
Madeleine bekommt Ärger mit den Ausbilder und verkracht sich mit Arnaud. Aber statt dieses Camp abzubrechen, stehen die beiden plötzlich alleine im Wald. Auf sich gestellt kommen sie sich nun wirklich näher und öffnen sich Schritt für Schritt. Dass es dann doch, kurz vor Schluss, noch anders kommt, möchte ich hier nicht ausbreiten.
Der Film ist gespickt mit Situationskomik, reiht sich nicht ein in das Jammern um die Umwelt, unsere Zukunft. Er lässt den beiden jungen Schauspielern viel Platz für ihr hervorragendes Spiel, bringt uns zum Schmunzeln. Es kommt zu keiner Symbolisierung der Protagonisten. Wir sehen, dass unter der aufgetragenenTarnfarbe viel Angst steckt und noch mehr unerwartetes Glück.
Und eigentlich geht es nicht darüber, zu überleben, sondern mit wem.


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Jürgen Grözinger meldet sich aus Berlin:

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Liebe Freunde,

es ist soweit: am am Sonntag den 17.1., 16h05 wird mein erster Radio -„Klassik-Klub“ auf WDR 3 zu erleben sein…
Ich möchte Sie einladen, sich mit mir auf eine Reise zu begeben in musikalische Galaxien, bestehend aus Werken der Renaissance bis in die Gegenwart.
Mein erster Mix legt ein subtiles Augenmerk Puls und perkussive Klänge im klassischen Kontext – eine kleine Brücke zu meiner Vita.
Künftig werde ich dieses neue Format im Wechsel mit 2 anderen DJs an Sonntagen und manchen Feiertagen gestalten.

Link zum wdr3klassikklub
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Detlef Surrey aus Berlin zeigt uns morgen wieder Sonntagsskizzen.
Lassen Sie sich überraschen.

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Mittwoch

Mit diesem Schneemann kann ich natürlich nicht mithalten, wenn ich morgens aus dem Fenster schaue.

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Den Schneemann hat eine Buchhändlerin aus New York mit der Bemerkung: „Beste Gelegenheit zum Lesen, bei dem Schneesturm.“ ins Netz gestellt. Nur nicht den Humor verlieren, wenn 60 cm Neuschnee angesagt sind.
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Heute haben
Colette * 1873
Hermann Peter Piwitt * 1935
David Lodge * 1935
Anselm Glück * 1950
Arnaldur Indridason * 1961
Geburtstag
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Rainer Maria Rilke
Wintermorgen

Der Wasserfall ist eingefroren,
die Dohlen hocken hart am Teich.
Mein schönes Lieb hat rote Ohren
und sinnt auf einen Schelmenstreich.

Die Sonne küßt uns. Traumverloren
schwimmt im Geäst ein Klang in Moll;
und wir gehn fürder, alle Poren
vom Kraftarom des Morgens voll.
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Und wenn wir schon bei den Gedichten sind und bevor der neue Gedichtband von Heinrich Detering erscheint, stelle ich Ihnen diesen Band von 2009 vor, den ich geschenkt bekommen habe. (Nochmals vielen Dank dafür). Ich kannte den Autoren nicht und war sehr angetan von diesem sehr schnmalen Büchlein.

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Heinrich Detering: „Wrist“
Gedichte
Wallstein Verlag € 14,90

Detering geht auf Entdeckungsfahrt in abgelegene Landschaften, geht mit uns von Berlin bis Erlangen und spielt mit einer gewissen Sehnsucht, die hinter all den Orten verborgen sind. Boston und der Borgo-Pass, Oxford und die Schatzinsel, viel Natur und Wölfe in den Karpaten sind weitere Themen, die er mit Sprachwitz und Leichtigkeit hier veröffentlicht hat. Zwischen den Zeilen entdecken wir Melancholisches durch das Verschwinden dieser fernen, nahen Orte, die meist ums Eck sind, die wir haben gar nicht mehr betrachten, weil uns die schnelle, Glitzerwelt viel wichtiger erscheint.

Wrist

Wenn irgendwo die Schrift erscheint
Hic habitant leones
dann ist vermutlich Wrist gemeint
Ich weiß es Ich bewohn es

Ich lebe hier im Zwischenreich
aus Himmeln und aus Mooren
Die Welt ist mir inzwischen gleich
Der Welt ging ich verloren

Hier werd ich sein wenn nichts mehr ist
nicht Löwen Land noch Karte
Die Ewigkeit sieht aus wie Wrist
Ich habe Zeit ich warte

Und wenn wir schon über Schnee und über das
(hoffentlich baldige) Ende des Winters reden:

Ende des Winters
I

die zierlich geschwänzte Katze
am Hoftor in Mehltau-
Regen

fremde Gesichter am Fenster
Sperlinge morgens
Amseln im Mittagslicht
abends der Käuzchenflug
lautlos am Birken-
geflacker

und die Schwäne
stehn still und starr

Das als kleiner Einblick in die poetische Welt des Heinrich Deterings.
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Für alle Besserwisser unter uns, für alle unter uns, die nicht wissen, wie man genau den Autorennamen Houllebecq ausspricht, gibt es hier eine kurze Nachhilfestunde:


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Zu Schluss des heutigen Eintrages:
Ich bin wirklich überwältigt, wieviele sich wegen des L.S.D.-Buches gemeldet haben. Die Mails kamen bis aus Wales. Herrlich. Schade jedoch, dass ich nur ein Exemplar hier liegen habe.
Das Los entschiedt, der Gewinner wird benachrichtigt. Ich danke (!!!!) allen, die mitgemacht haben. In meiner Verzweiflung suchte ich noch nach Trostpreisen und habe tatsächlich zwei schmale, weisse Moleskine-Notizbücher gefunden, die ich auch noch in den Lostopf werfen und verteilen werde.