Sonntag, 28.April


Heute haben
Kark Kraus * 1874
Bruno Apitz * 1900
Pierre Boileau * 1906
Harper Lee * 1926
Terry Pratchett * 1948
Roberto Bolano * 1953
Ian Rankin * 1960
Geburtstag
___________________________________

„Besser es wird einem nichts gestohlen. Dann hat man wenigstens keine Scherereien mit der Polizei.“
Karl Kraus
___________________________________

Best of Gedichte von Winfried Hermann Bauer
(Jahreszeiten)

Ein neues Lied

Von weit
Ein laues Lüftchen weht
Das mir von fremden Freuden
Von längst vergess’nem Tun erzählt
Der Baum
Der wie ein Turm dort steht
Er ist erwacht
Aus langenTräumen
Und sucht nach neuen, weit’ren Räumen
Er leuchtet auf im Sonnenschein
Er will sich straffen, dehnen, recken
Während Sterne
Gelb und blau
Die der Himmel nachts als Boten
Auf den Blätterboden warf
Aus dem Laub die Köpfe strecken
Vorbei ist sie die alte Zeit
Ich bin nicht mehr allein
Ich höre Farben
Rieche Licht
Die frische Brise im Gesicht
Hab ich nur einen Wunsch
Im Herzen unbeschwert
Einfach bloß sein
Ich will die Hände falten
Der Grünspecht lacht
Die Lerche singt
Es ist soweit
Ein neues Lied erklingt
Auch wenn es nicht für immer währt
Der Anfang ist gemacht
Wohlan
Ich bin bereit


Frühlingsverlangen

Heiß erwartet
Treiben fleischig Knospen
Sie sind schon am Zerreißen
Der nackte Faun erwacht

Schamlos
Tropft die Zeit
Von nassen Zweigen
Der alte Mond schaut zu
Frech spreizt sich die Lust in dieser Nacht…


Heimweh nach Licht

Noch sitzt mir die Angst des Winters
In den Knochen
Ich habe Heimweh nach Licht
Und träume Erwachen

Mein Blick lechzt nach
Schmelzwasser,
das zärtlich über
Glitzernde Kiesel leckt

Göttergroß
Und voller Leben
Will ich nicht warten
Und fliege über das brachliegende Feld

Bis mich der beißende Frost einholt
Und meine Träume stellt
_________________________________

Morgen Abend ab 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung:

______________________________

Am Mittwoch, 1.Mai geht es los.
Auf der App anmelden, einem Team (z.B. Team Jastram) beitreten
und dann Radlkilometer sammeln. Ohne Stress, nur mit Freude.

Dienstag, 12.September

Heute haben
Johann Heinrich Jung-Stilling * 1740
Getrud Bäumer * 1873
Han Suyin * 1917
Stanislaw Lem * 1921
Michael Ondaatje * 1943
Geburtstag
________________________________

Winfried Hermann Bauer
Aufruhr

Hitze herrscht
Selbst unter Bäumen
Flirrt die Luft
Bäche rinnen über Bauch und Rücken
An den Beinen blüht der Brand
Schrunden, Schrammen, Narben
knochentrocken wie der Gottesacker
Draußen vor dem Wald
Aus dem die Hölle steigt
Und sich über die Welt zu stülpen scheint

Thor und Teufel
Wetterleuchten in der Wand
Reißen Äste aus den Bäumen
Ein Hammerschlag
Lässt Raum und Zeit erbeben
Es platscht und plattert
Peitschen knallen über Kronen
Stämme biegen sich, sie ächzen, stöhnen
Auch wenn der Engel letztlich fällt
Im Chaos keimt das Leben
____________________________________

Unser Buchtipp:

Giuseppe Micciché: „NO PONTE
Edition Patrick Frey € 78,00

Der Fotograf Giuseppe Micciché hat sich in einer Langzeitstudie mit dem Phänomen einer Brücke von Sizilien auf das italienische Festland auseinandergesetzt.

„In den Sommerferien, in denen wir wie viele andere ins Ausland emigrierte Familien in unser Dorf zurückkehrten, waren der erste Geschmack der Heimat die Arancini, die es auf der Fähre vom italienischen Festland nach Sizilien zu essen gab. Von weitem sichtbar am anderen Ufer begrüsste uns die goldglänzende Madonnina, die Schutzpatronin von Messina.
Erst viel später begann ich mich für den Küstenstrich um Messina zu interessieren, der seit der Antike geografisch und geopolitisch grosse Bedeutung hatte. Die Distanz zum italienischen Festland ist hier so gering, dass die Idee einer Brücke zwischen den Ufern Kalabriens und Siziliens die Köpfe der Bewohner:innen seit Generationen obsessiv besetzt. Fasziniert von dieser Brücke, die auf keiner Landkarte verzeichnet ist, begann ich das Küstengebiet 2005 fotografisch zu dokumentieren. Bereits von Mussolini in den Kriegsjahren angekündigt, weckte das höchst umstrittene Brückenprojekt das Interesse Berlusconis, der es in seiner Amtszeit als Premier zu konkretisieren begann. Wiederholt wurde dieses gigantomanische Prestigeprojekt diskutiert, geplant und schliesslich wieder verworfen. Es wäre die bisher längste und höchste Hängebrücke der Welt – erbaut auf erdbebengefährdetem, sandigem Grund. Für die einen ein Sinnbild des wirtschaftlichen Aufschwungs Siziliens, schwebt die Brücke für die anderen wie ein Damoklesschwert über der Region und Italien.
Entstanden ist bei meinem Langzeitprojekt ein Porträt einer Region im Stillstand, im Zustand des gleichgültigen, frustrierten oder auch hoffnungsvollen Wartens. Es dokumentiert die Veränderung der (sub)urbanen Küstenabschnitte, die zögerlichen Versuche einer Aufwertung und zeigt Menschen in ihrem Alltag, wie die Fischer, deren Verdienst aus der Schwertfischjagd schon lange nicht mehr zum Leben reicht. NO PONTE ist ein Essay darüber, wie die Absenz von etwas uns so stark beeinflusst wie dessen Präsenz es tun würde. Ein Bild der Brücke wird in dieser Serie nie zu sehen sein. Die letzte Fotografie werde ich schiessen, wenn der Grundstein gelegt ist.“

_______________________________

Am Wochenende gab es auf SWR2 ein 10minütiges Interview mit Luca Kieser, dessen Erstlingsroman auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis steht und der am Donnerstag, 21.September ab 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung daraus vorlesen wird.
Einfach den Link anklicken und reinhören.


https://www.swr.de/swr2/literatur/weil-da-war-etwas-im-wasser-der-debutroman-von-luca-kieser-100.html

Montag, 19.September

Heute haben
William Golding * 1911
Carlo Fruttero * 1926
Stefanie Zweig * 1932
Gerhard Köpf * 1948
Geburtstag
_____________________________________

Winfried Hermann Bauer
Oh, guter Mond, du gehst so stille

Mondlicht
Versilbert den Regen
Auf Straßen und Dächern
Leuchtet im Schmutzwasser
Leuchtet auf dem Lack der Limousine
Leuchtet auf des Messers Schneide
Auf dem Jagdbomber
Auf der Panzerabwehrkanone
Auf dem smarten Display
Leuchtet in deinem Fenster
Aus meinem Spiegel
Silbern
Wie die Fischbäuche im bleischweren See
Wie der Spionagesatellit
Wie der Sichtschutz im Laboratorium
Blind einerseits
Aber wandlungsfähig
Für dreißig Silberlinge
Täglich
Muss er wandern
Immer weiter
Oh, guter Mond, du gehst so stille
Allein
Du bist ein Silberstreif am Horizont…
_________________________________________

Unser Bilderbuchtipp:


Text: Jackie McCann, Illustrationen: Aaron Cushley:
Denk dir 100 Menschen

Aus dem Englischen von Birgit Franz
ars edition € 12,00
Sachbilderbuch ab 7 Jahren

Die gesamte Bevölkerung sind ungefähr acht Milliarden Menschen. Wenn wir diese unvorstellbar große Zahl auf 100 Menschen herunterbrechen, dann können wir uns bestimmte Dinge besser vorstellen. Dann zeigt uns das Sachbilderbuch, dass von 100 Menschen zwei rote Haare haben. Es zeigt aber auch, wieviele von den 100 kein festes Zuhause haben, wieviele von den 100 an sauberes Wasser herankommen, wieviele lesen und rechnen können, wieviel Zugang zu elektrischen Strom und zum Internet haben.
So bekommen wir eine ungefähre Vorstellung von den Unterschieden und Gemeinsamkeiten auf unserem großen Planeten, auf dem sich gerade so viel verändert.

Schauen Sie einfach kurz in die Leseprobe.
______________________________________

Morgen bei uns in der Buchhandlung:

Dienstag, 20.September, 19.00 Uhr
Gérard Scappini: „Ankunft in der Fremde“

Eintritt € 8,00

„Ankunft in der Fremde“ ist ein lyrischer Roman über eine Episode im Leben des jungen Franzosen Pascal: seine Militärzeit in Freiburg. Es ist das Zeitzeugnis einer längst vergangenen Epoche, aus ungewöhnlichem Blickwinkel erzählt. Dabei eröffnen sich Schlaglichter auf ein Erwachsenwerden, die das Buch auch zu einer historischen, interkulturellen Coming-of-Age-Geschichte werden lassen.
Für diese Ankunft hat Scappini eine auffällige, jedoch passende Sprache gefunden. Die Setzung in freien Versen, die auch aus einzelnen Wörtern bestehen können, verleihen der angenehm schmucklosen Prosa einen eigenen Rhythmus, der vorantreibt und doch immer wieder in unerwarteten Momenten innezuhalten scheint. So lesen sich die Sätze mal atemlos, mal als vorsichtige Annäherung an Gefühl und Ausdruck. Sie bringen die unbeholfene Aneignung der fremden Sprache zum Ausdruck, einen Prozess der Formsuche und der Selbstfindung.

Dienstag, 13.September

Vollmondnacht im September, Foto: Christa Lessner

Heute haben
Marie von Ebner-Eschenbach * 1830
Sherwood Anderson * 1876
J.B.Priestley * 1894
Roald Dahl * 1916
Miroslav Holub * 1923
Johannes Poethen * 1928
Geburtstag
________________________________

Winfried Hermann Bauer
Auf Messers Schneide

Schattenschwer
Lastet der Tag
Auf meinen Schultern
Dunkle Wolken tragen deine Worte vorüber
Ich kann dich nicht hören
Sturm droht
Hinter dem Vorhang
Bis ein fremdes Skalpel
aufblitzt
Und mit beherztem Schnitt
Den Himmel in mir
Öffnet
Gleißend das Licht
____________________________________________

Bei uns in der Buchhandlung und im Schaufenster:

Harald Koch: Floating Piers
Fotoausstellung
16 Tage übers Wasser gehen

Erst einmal war es die Vision eines herausragenden Künstlerehepaares.
In der Umsetzung bedeutete dies:
220 000 Schwimmkörper aus Polyethylen. Das Garn aus Wuppertal, 100 000 qm
dahliengelber Stoff gewebt in Greven, zugeschnitten und genäht in Lübeck mit
Nähmaschinen aus Möglingen. Unzählige Menschen aus den unterschiedlichsten Disziplinen, an Land, zu Wasser und in der Luft, waren an der Umsetzung beteiligt.
16 Tage, die 1.2 Millionen Besucher übers Wasser laufen lassen und ins Schwärmen bringen.

Aber von was reden wir?
Von „FLOATING PIERS“ – einem Kunstprojekt, das die Zeitungen mit dem Satz „Christo
verzaubert den Iseo-See“ betitelten.
Vom 18. Juni bis 3. Juli 2016 konnten wir Teil dieses Zaubers sein. Indem wir über das
Wasser gehen und uns auf die Farbe, die Bewegung des Sees, auf Christos Kunstevent und
die Landschaft einlassen.
Das Künstlerehepaar Christo & Jeanne-Claude hatten wohl 46 Jahre zuvor schon die Idee,
Menschen über das Wasser laufen zu lassen. So lange hat es gedauert, bis diese Phantasie
dann Realität wurde. An einem wunderbaren Ort – am Iseo-See in Norditalien.
Leider konnte Jeanne-Claude dies nicht mehr miterleben, weil sie 2009 starb.
Was alle Projekte von Christo & Jeanne-Claude immer auszeichnete war die Begrenzung der
Zeit. Ob verhüllter Bundestag oder „The Gates“ in New York, und all die Anderen – nur für
einen kurzen Zeitraum war ein direktes „Erleben“ möglich.
Ich kann nur sagen – jeder Kilometer Anfahrt, jeder Meter auf dem Stoff wandelnd, jeder
Blick auf dieses Projekt – sie waren es wert. Ein Eindruck, der mit Staunen, Ehrfurcht, Spaß
und Lebensfreude einhergeht.
Dieses Erleben in Bilder umzusetzen, das zu fotografieren, was in diesem Moment das Auge
erfasst – das kann nur ein Versuch sein, dieses Event in der Erinnerung zu halten und für
nicht Dagewesene sichtbar zu machen.
Genau dies sehe ich als Aufgabe für mich als Fotograf.

Harald Koch
h.koch.foto@web.de
Mobil: 0160 3331600
____________________________________

Wir freuen uns, dass Steven Uhly den Weg zu uns gefunden hat. Mit im Gepäck sein neuester Roman, der mich von Beginn an fesselte.
„Die Summe des Ganzen“ von Steven Uhly liest sich wie ein Krimi, ist ein Kammerspiel mit zwei Männern in einem Beichtstuhl. Es geht um Schuld und Sühne, um eine etwaige Erlösung und die Macht des Herzens.
Padre Roque de Gurmán sitzt täglich in seinem Beichtstuhl in einer Kirche bei Madrid. Er hört immer die gleichen Geschichten, vergibt und hört sich dasselbe in einigen Wochen wieder an. Eines Tages taucht ein Fremder auf und möchte eine große Sünde, die er wohl demnächst begehen wird, beichten. Tag für Tag erfahren wir mehr über die Obsession des Fremden.
Ist dieses Treffen wirklich zufällig und ist es nicht sogar der Padre, der zuerst eine Beichte ablegt?
Eine packende, literarische Lektüre vom Autor u.a. von „Glückskind“ (2012), das von Michael Verhoeven für die ARD verfilmt worden ist. Und vergleichbarbar mit Sándor Márais: „Die Glut“ und Fred Uhlmans: „Der wiedergefundene Freund“.


Steven Uhly: „Die Summe des Ganzen
Secession Verlag   22,00

Lesung in der Buchhandlung am Freitag, 16.9. ab 19 Uhr
Eintritt € 8,00
____________________________________________

Und am darauffolgenden Dienstag kommt Gérard Scappini zu uns.
Dienstag, 20.9. ab 19 Uhr
Eintritt € 8,00


Gérard Scappini: „Ankunft in der Fremde
Von Toulon nach Freiburg
Pendragon Verlag € 17,00

Lange Jahre war Gérard Scappini u.a. in Baden-Württemberg als Buchvertreter unterwegs und schaute zweimal im Jahr bei uns vorbei. Schön, also hier mehr aus seinem Leben zu erfahren.
Eine besondere Biografie in einer eigenen Art, diese aufzuschreiben.

Pascal Napolitana aus Toulon in Südfrankreich kommt 1966 nach Freiburg im Breisgau, um seinen Militärdienst im besetzten Deutschland zu absolvieren. Er ist das erste Mal im Ausland und spricht kein Wort deutsch. Und auch sonst ist der junge Pascal noch nicht weit gekommen: er hat keinen Schulabschluss, keinen Beruf und nicht einmal den Führerschein. Doch so nach und nach lernt er die deutsche Sprache, findet Freunde, verliebt sich und kommt in der Fremde an.

„… Für diese Ankunft hat Scappini eine auffällige, jedoch passende Sprache gefunden. Die Setzung in freien Versen, die auch aus einzelnen Wörtern bestehen können, verleihen der angenehm schmucklosen Prosa einen eigenen Rhythmus, der vorantreibt und doch immer wieder in unerwarteten Momenten innezuhalten scheint. So lesen sich die Sätze mal atemlos, mal als vorsichtige Annäherung an Gefühl und Ausdruck. Sie bringen die unbeholfene Aneignung der fremden Sprache zum Ausdruck, einen Prozess der Formsuche und der Selbstfindung.“, schreibt die Badische Zeitung.

Donnerstag, 17.Februar

Heute haben
Friedrich Maximilian von Klinger * 1792
Georg Weerth * 1822
Isabelle Eberhardt * 1877
Chaim Potok * 1929
Ruth Rendell / Barbara Vine * 1930
Frederik Hetman * 1934
Geburtstag
___________________________________________

Winfried Hermann Bauer
Im Februar

Es ist kalt! –
Nebel hängt zwischen den Bäumen
Und zerreißt meinen Blick auf die Welt
Frostbraune Blätter zittern
Neben Knospen, von Reif umhüllt
Sie lassen nicht los
Nur das Moos leuchtet grün
Zwischen den Eiszungen
Ein Schauer läuft mir über den Rücken –
Von den Zweigen tropft die Zeit…
__________________________________________

Unser Sachbuchbilderbuch-Tipp:


Andreas Tjernshaugen: „Der Blauwal
Illustriert von Line Renslebraten
Aus dem Norwegischen von Ina Kronenberger
dtv Reihe Hanser € 19,00
Ein Sachbilderbuch ab 8 Jahren

Der Blauwal ist das größte Säugetier Welt. Größer auch als alle jemals gelebten Dinosaurierarten. Diese sind ausgestorben und den Blauwal hätte es auch fast schon erwischt.
Andreas Tjernshaugen und Line Renslebraten nehmen uns mit auf eine Unterwasserwelt. Wir begleiten eine Walmutter und ihren Säugling. Wir erleben das erste Ein-und Ausatmen durch das berühmte Luftloch. Wir lesen über ihre Ernährung, über ihr Verhalten und ihre Spiele.
Das folgende Kapitel behandelt die Evolution der Wale. Ich wusste nicht, dass sie zuerst an Land waren und Beine hatten. Erst später ging es ab ins Wasser.
Fast ausgerottet hätten wir Menschen den Blauwal durch das massenhafte Töten der großen Tiere. Auch jetzt leben diese Tiere immer noch mit verschiedensten Gefahren, die ihnen das Leben kosten können. Und sei es nur ein verlorengegangenes Schleppnetz, in das sie sich verheddern. Aber noch gibt es sie und wir können Sie auf ihren Zügen rund um die Globus beobachten.
Ein sehr informatives Bilderbuch mit vielen, großen Illustrationen.

Andreas Tjernshaugen, 1972 in Nesodden geboren, studierte Soziologie und arbeitete im Anschluss im Bereich Klimaforschung.

Line Renslebråten, 1980 in Viken geboren, schreibt und illustriert vor allem Sachbücher für Kinder. Wenn sie sich vom Schreiben und Zeichnen erholen muss, macht sie Monster, Trolle und fabelhafte Tiere aus Fimo.

Leseprobe
___________________________________________

Auf tagesschau.de von Edgar Verheyen, SWR

Italienischer Geflügelmastbetrieb
Gravierende Tierrechtsverstöße


Aufnahmen aus italienischem Geflügelkonzern belegen massive Tierquälereien. Das Fleisch wird auch in deutschen Supermärkten verkauft – teilweise sogar unter dem Tierwohllabel „Kategorie 2“.
Es sind brutale Bilder, die international für Aufsehen sorgen: Tierrechtler der italienischen Bewegung „Equalia“, einer Partnerorganisation der deutschen „SOKO Tierschutz“, ist es gelungen, auf einer Farm des größten italienischen Geflügelproduzenten „AIA“ bei Verona zu filmen. …

Hier ist der komplette Beitrag.

Mittwoch, 16.Februar

Heute haben
Joseph Victor von Scheffel * 1826
Nikolai Leskow * 1831
Alfred Kolleritsch * 1931
Aharon Appelfeld * 1932
Richard Ford * 1944
Ian Banks * 1954
Geburtstag
_______________________________________

Winfried Hermann Bauer
Eine Welt nur

Wie lange noch
Frag ich dich
Posten wir eine Welt nur
Und plündern den Planeten dabei
Tabu frei
In Nomine Patris
Als stünden wir drüber

Wie lange noch
Frag ich dich
Zeigen wir auf den Fremden
Der auf die Knie fällt
Um zu beten
Und feixen
Hämisch am Pranger

Als warteten wir nur darauf
Dass er mit hoch erhobenem Schwert
Aufsteht
Und den Wahnwitz
Wie ein Netz
Über die Welt wirft
Als wollte er fischen
_____________________________________

Das Bild des Monats von Albert Cüppers
(albertcueppers.wordpress.com)
Zu sehen bei uns in der Buchhandlung

Nächtliches Blauland
Gestaffeltes Grünland mit zwei Seeteile

Samstag, 7.August

Das Erdapfel-Bistro macht Urlaub.
Von Montag, 9.8. bis Di 31.8. können Sie Ihre Bestellungen vorne im Erdapfel-Biomarkt abholen.
Ab Mittwoch, 1.9. ist das Bistro wieder geöffnet.
__________________________________________

Heute haben
Joachim Ringelnatz *1 883
Luisa Famos * 1930
Geburtstag
_____________________________________________

Winfried Hermann Bauer
Hoffnung


Verloren fühlte ich mich
Im endlosen Auf und Ab des Seins
In dieser grausamen Weite
In die mich meine Ahnen nichtsahnend warfen

In dieser Weite Die alles eng macht
Die sich um meine Brust legt
Wie ein eiserner Reif In dieser Weite
Die sich in ein finsteres Verlies verkehrt

Durch dessen blinde Bleiglasfenster
Kein Mond scheinen will Verloren und verlassen
Wäre da nicht dieses Pochen in mir
Und jenes vielversprechende Leuchten
Das mich immer wieder aufrichtet
_______________________________________________________

Unser Tipp des Tages:

Fabio Andina: „Tessiner Horizonte / Momenti Ticinesi
Mit Skizzen von Lorenzo Custer

Aus dem Italienischen von Karin Diemerling
Rotpunktverlag € 25,00

Fabio Andina kennen wir durch seinen besonderen Roman „Tage mit Felice“, den wir seit Erscheinen bei uns im Regal, oder auf dem Tisch zu liegen haben. Dieses schmale Buch aus den Tessiner Bergen und seinem eigenwilligen Felice hat uns alle begeistert. Jetzt sind die Texte vonAndina noch kürzer. eine Seite, nur ein paar Zeilen. Wie der Titel schon sagt, Momente aus der Tessiner Dorfwelt in den Bergen. Weit ab vom großstädtischen Getümmel und Lärm.
Ein Gebirgsbach, ein Campanile, ein Dachziegel, der ausgetauscht werden muss, eine geschmückte Kuh, ein Kaffee und natürlich wieder diese Menschen. Eigen, kantig und doch liebenswert schräg.
Dass früher die Türen immer offen waren. Also sperrangelweit und dass einer weiter oben gar keine Türen mehr hatte und im Winter seinen Tisch gegen die Türöffnung stellte. Das sind solche Geschichten. Es ist wohl diese besondere Verbindung von Menschen und ihrer Natur. Die Einfachheit von Berg und Tal, Wasser und Stein, Wiesen und Wälder, die Andina und Custer faszinieren.
Herausgekommen ist ein sehr schönes Buch in italienisch und deutsch.

Schauen Sie einfach mal in die Leseprobe.
___________________________________________________


1. Welches Buch lesen Sie gerade?
2. Welches Buch empfehlen Sie unbedingt?
3. Welches Buch wollen Sie schon immer mal (wieder) lesen?

Fischerman (Verlagsvertreter) liest und empfiehlt:

1.Michael Connelly: „Night Team
2.Richard Powers: „Die Wurzeln des Lebens
3.Heinrich Mann: „Der Untertan

_____________________________________________

Alle Nachrichten auf tagesschau.de vom 6.8.2021.
Die Erde brennt und wir schauen zu.


Waldbrände in Südosteuropa
„Ein Pulverfass“

Tagesschau: 06.08.2021 07:42 Uhr

Die Flammen in Griechenland und der Türkei fressen sich weiter durch die Wälder. Griechenlands Ministerpräsident Mitsotakis warnte vor einer weiteren Verschärfung: Die Trockenheit habe das Land in ein „Pulverfass“ verwandelt.
______________________________________________

Waldbrände in der Türkei
Urlaub am Rande der Katastrophe

Tagesschau: 06.08.2021 09:18 Uhr

Wo die einen Brände löschen, machen andere Urlaub. Trotz der verheerenden Feuer in der Türkei landet ein Ferienflieger nach dem nächsten in der Urlaubsregion. Eine Stornierung kam für viele nicht in Frage.
______________________________________________

Waldbrände am Mittelmeer
Tausende fliehen vor der Feuersbrunst

Tagesschau: 06.08.2021 13:36 Uhr

Hohe Temperaturen, starke Winde: Die Waldbrände in Griechenland und der Türkei lodern unkontrolliert weiter. Tausende Menschen müssen fliehen. Um die Katastrophe zu bewältigen, wollen sich beide Länder nun gegenseitig helfen.
______________________________________________

Waldbrände in Kalifornien
„Flieht um euer Leben“

Tagesschau: 06.08.2021 08:35 Uhr

Dürre und Hitze fordern ihren Tribut: Seit Wochen sind viele Menschen an der US-Westküste in Alarmbereitschaft, weil die Brände zu nahe kommen. Nun hat das Feuer eine ganze Kleinstadt vernichtet.
______________________________________________

Hungerkrise in Madagaskar
Notfalls auch Leder zum Essen

Tagesschau: 06.08.2021 13:28 Uhr

Hilfsorganisationen sagen, es gehe um Leben und Tod in Madagaskar. Die schlimmste Dürre seit 40 Jahren gefährdet Hunderttausende Menschen. Neu ist die Krise nicht, aber jeden Tag gravierender.

Montag, 31.Mai

Heute haben
Ludwig Tieck * 1773
Georg Herwegh * 1817
James Krüss * 1926
Swetlana Alexijewitsch * 1948
Gabriel Barylli * 1957
Frank Goosen * 1966
Geburtstag.
Aber auch Rainer Werner Fassbinder.
_____________________________________________

Winfried Hermann Bauer
Was für ein Zauber

Was für ein Zauber
Wenn sich das frühe Glück
Aus dem Wintermantel schält
Und sich auf zarten Häuten
Glitzernd Perlen zeigen

Was für ein Zauber
Wenn des Frühlings Wohlgestalten
In Düften schwelgen
Und sich Grazien in geschmeidiger Gebärde
Träumend noch an frischen Trieben reiben

Ein Zauber wahrlich
Wenn Melodien leicht und heiter
Wie neugeboren aus den Tiefen steigen
Allein im Hören hören wir schon auf
Am Lauf der Welt zu leiden
_________________________________________

Claudia Wiltschek empfiehlt:


Martin Muser: „Nuschki
Carlsen Verlag € 11,00
Kinderbuch ab 9 Jahren
Mit Ilustrationen von Tine Schulz und Fotos von Martin Muser

Ein dreibeiniger Hund, eine Ratte und ein Polizeischnüffelhund auf gemeinsamer Wanderschaft von Deutschland nach Polen über die Oder. Das hört sich schon sehr schräg an, ist es auch und macht gute Laune beim Lesen. Aber nun von Anfang an : Nuschki, der dreibeinige Hund (manchen bekannt aus „Kannowonowasein“), der kleine Antek und seine Freunde schippern auf der Oder mir einem selbstgebauten Floss, alles ist prima, bis ein Rennboot sie zum Kentern bringt und alle ins Wasser fallen. Mit Müh und Not schaffen es die Jungs ans Ufer, Nuschki auch, aber leider auf die falsche Seite des Flusses. Was nun? Schwimmen geht nicht, keine Brücke in Sicht und so macht er sich auf, um Hilfe zu holen. Die findet er bei Derrick dem Polizeihund und der blinden Ratte Helga. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, um Nuschkin wieder auf die polnische Seite des Flusses zu bringen.
Ein tolles Lesevergnügen, frech und witzig und die Illustrationen dazu – herrlich!

Samstag, 29.Mai


G.K.Chesterton * 1874
Kerstin Hensel * 1961
Dagmar Chidolue * 1944
haben heute Geburtstag
___________________________________________

Winfried Hermann Bauer
Klothos Lied

Da spinn ich nun
Schon eine Ewigkeit
An dieser Sprossenleiter
Zufrieden
Dass sie lebt

Allein
Lachesis webt
Das Los in diese Welt
Trotz Wohl und Wehe
Sie gefällt
Trotz allem Fehl in ihrem Werk

Schafft sie den Geist
Der das Menschenkind erhebt
Sie weiß um ihre Mitte
Auch wenn sie auf die Älteste verweist
Atropos
Die mit kaltem Schnitt befreit
Was weiter strebt…
____________________________________________

Unser Tipp für Frühaufwacher:


Hier piept’s
50 gefiederte Stars und ihre Songs
CD und Buch mit 51 Farbfotos, 9 SW-Zeichnungen und 128 Seiten
Kosmos Verlag € 7,00

Also wenn Sie morgens kurz nach 4 Uhr aus dem Schlaf gerissen werden, weil die Amsel anfängt zu flöten und Sie sich aber nicht sicher sind, ob es wirklich die Amsel, oder der Buchfink ist, dann, ja dann ganz schnell die CD abgespielt und/oder im Heftchen nachgeschaut. Das geht aber auch abends beim Rosé auf der Terrasse.
Eine kompakte, fundierte kleine Ausgabe mit den häufigsten Vogelarten im Garten,
Gleichzeitig auch ein prima Geschenk für Groß und Klein.

Leseprobe

Wer auch unterwegs Vogelstimmen erkennen will, der benutzt die App „Birdnet“, die es kostenlos zum Herunterladen gibt.

Freitag, 28.Mai

Heute haben
G.K.Chesterton * 1874
Ian Fleming * 1908
Patrick White * 1912
Walker Percy * 1916
Heinz G.Konsalik * 1921
Guntram Vesper * 1941
Frank Schätzing * 1957
Muriel Barbery * 1969
Geburtstag
_________________________________________

Winfried Hermann Bauer
InselLos

Wie sollte ich auch anders
Inmitten Meer
Auf meinem Eiland
Angesichts der machtvollen Wasser
Als Dämme aufschütten und
Deiche anlegen
Um ein Bollwerk zu schaffen
Gegen die anrollenden
Brecher

Es war das Wissen
Um die wachsende Bedrohung
Die mir Kraft verlieh
Obschon eine Ahnung blieb
Die meine Träume schwer machte und
Mir den Schlaf raubte
Auch dann noch
Als schon die fertigen Mauern
Auf mich herabsahen

Und mich unvermutet
eine Quelle zu meinen Füßen
Taumeln ließ
Die mir mein Versäumnis entgegenspülte
Jetzt reicht mir das Wasser
Bis zum Hals
Aber ich will nicht weichen
In meiner Burg
Ich widerstehe dem Sog
Und hoffe weiterhin auf ein blaues Wunder
____________________________________________

(Bildnachweis: Jim Gipe/Pivot Media © Eric Carle Studios)

Eric Carle, der Schöpfer der Kleinen Raupe Nimmersatt ist mit 91 Jahren gestorben.
Er wurde 1929 in den USA geboren. Seine Eltern kamen aus Deutschland und kehrten 1935 dorthin zurück. Eric Carle wurde eingeschult und ging nach dem Krieg auf die Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart, bevor er in die USA zurückkehrte.
Seine bunten Bilder entstanden wohl dadurch, dass er als Kind und junger Mann das viele Grau während und nach des Kriegs überall gesehen hat.

Auf der offiziellen Homepage von Eric Carle www.ericcarle.com gibt es viele Dinge zum Entdecken. Fotos aus seinem Leben, Maltipps zu seinen Bildern und kleine Filmchen rundherum um sein Werk.

Der Gerstenberg Verlag, der die deutschen Rechte von Eric Carles Büchern hat, hat auf seiner Homepage u.a. viel Unterrichtsmaterial zum kostenlos Herunterladen.

Die Dokumentation über Eric Carle wird am Sonntag, den 30. Mai, um 7.30 Uhr auf arte ausgestrahlt.
Eric Carle, Schöpfer der kleinen Raupe Nimmersatt, erzählt in seinem Atelier über seinen Werdegang und zeigt, wie seine Bilder entstehen.