Dienstag, 28.November

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Heute haben
William Blake * 1757
Alexander Blok * 1880
Stefan Zweig * 1881
Alberto Moravia * 1907
Geburtstag
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William Blake

Never seek to tell thy love,
Love that never told can be;
For the gentle wind does move
Silently, invisibly.

I told my love, I told my love,
I told her all my heart;
Trembling, cold, in ghastly fears,
Ah! she did depart!

Soon as she was gone from me,
A traveler came by,
Silently, invisibly
He took her with a sigh.
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Vilde Frang: „Homage“
Vilde Frang: Geige
Jose Gallardo: Klavier
Warner Classics CD € 19,99

Ries: La Capricciosa
Schumann: Widmung op. 25 Nr. 1
Wieniawski: Mazurka op. 19 Nr. 1 „Obertass“
Gluck: Reigen seliger Geister aus Orfeo ed Euricide
Poldowski: Tango
Debussy: Valse aus La plus que lente
Wieniawski: Caprice Es-Dur „Alla Saltarella“
Scriabin: Etüde op. 8 Nr. 10
Kreisler: Rondino nach Beethoven; Gypsy Caprice
Dvorak: Slawischer Tanz op. 46 Nr. 2
Prokofieff: Masken aus Romeo & Julia
Mendelssohn: Lied ohne Worte op. 62 Nr. 1
Albeniz: Sevilla aus Suite espanola
Ponce: Estrellita
Bazzini: Calabrese op. 34

„Ich stelle mir einen Fiedler auf der Straße vor, der mit seiner Geige Geschichten erzählt. Die können aus Russland kommen oder aus Italien. Jedes Stückchen entwickelt auf kleinstem Raum eine ganz eigene Stimmung.“

Was Vilde Frang hier eingespielt hat, sind Zugaben. Aber auch gleichzeitig Lieblingsstücke berühmter Geiger des 20.Jahrhunderts und sie werden hier in den Mittelpunkt gerückt.

„Die Stücke stehen in einer viele Generationen zurückreichenden Tradition, die es zu bewahren gilt. Sie gehören zum Erbe der Geige wie Solosonaten und Violinkonzerte.“

Die junge norwegische Geigerin Vilde Frang zeigt uns in dieser Zusammenstellung, dass diese kurzen Stücke eine große, weite Welt eröffnen können und lange Geschichten erzählen. Sehr unterschiedlich sind diese Musikstücke: Capricen, Tänze, Etüden oder Opernmelodien von Schumann, Debussy, Gluck, Mendelssohn, Dvorak oder Beethoven.

„Ich fühlte mich wie in einem Bonbonladen!“, sagt sie, als sie bei ihren Recherchen auf solche musikalischen Süßigkeiten gestoßen ist.
Und wir dürfen nun naschen und ohne Zähneputzen genießen.

Samstag

Heute haben
William Blake * 1757
Alexander Blok * 1880
Stefan Zweig * 1881
Alberto Moravia * 1907
Geburtstag

William Blake

Never seek to tell thy love,
Love that never told can be;
For the gentle wind does move
Silently, invisibly.

I told my love, I told my love,
I told her all my heart;
Trembling, cold, in ghastly fears,
Ah! she did depart!

Soon as she was gone from me,
A traveler came by,
Silently, invisibly
He took her with a sigh.
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EinSommer am See“ wurde von einer ausgewählten Fachjury des Tagesspiegels als bester Comic des Jahres gekührt.

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Jillian Tamaki, Mariko Tamaki: „Ein Sommer am See
Aus dem Englischen von Tina Hohl
Handlettering von Michael Hau
Reprodukt Verlag € 29,00

Rose verbringt jeden Sommer mit ihren Eltern die Ferien am See. Dort steht ein kleines Holzhaus, die Zimmer sind hergerichtet vom letzten Jahr und Rose freut sich auf das Treffen mit Windy, ihre eineinhalb Jahre jüngere Freundin. Alles soll wie immer werden. Baden im See, grillen am Strand, faulsein, lesen, rumhängen.
Doch in diesem Sommer wird es anders. Rose ist kein Kind mehr, aber auch noch lange keine Frau. Ihre Mutter hat sich immer mehr in sich zurückgezogen, die Eltern streiten sich. Sie trägt die Trauer um ein weiteres Kind in sich, das sie nie bekommen wird. Dies ist Rose jedoch noch nicht klar und so ist Windy für sie wie ein kleine Schwester. Aber so unbedarft ist die Kleine auch nicht mehr. Als die Beiden am Strand liegen, unterhalten sie sich über ihre Brüste, Titten, Möpse. Wie gross sie wohl werden und ab wann sie einen BH brauchen. Sie sind große Kinder und doch schnuppern sie in die Welt der Erwachsenen, die sie aber noch nicht verstehen. Warum ist Roses Mutter so traurig, warum die Grossmutter von Windy so komisch? Doch dies alles belastet die Beiden nicht. Sie genießen ihre Tage, schwimmen, gehen einkaufen und leihen sich DVDs aus, die eigentlich nichts für sind. In diesem Tante Emma Laden, bekommen sie von einem Jungen, der dort im Sommer arbeitet, Filme ausgeliehen, die erst ab 16 oder 18 sind. Kettensägenmasacker und andere Horrofilme gilt es gemeinsam anzuschauen. Es ist ein Zeichen von Erwachsenensein, dies auszuhalten.
Rose verliebt sich in diesen Jungen, der sie jedoch nicht bemerkt. Die Beiden tauchen immer wieder in diesem Laden auf, registrieren das Gerede dieser älteren Jungs und deren Verhältnis zu Mädchen. Das Worte Schlampe taucht auf, das die beiden Mädchen auch sofort übernehmen. Sie bemerken, dass es um eine ungewollte Schwangerschaft in dieser Clique geht. Um Liebe, Sex, Verzweiflung.
Verzweifelt sind auch die Eltern von Rose, da sie sich nicht mehr nahekommen können. Zu groß ist der Verlust des nicht gekommenen Kindes.
Mariko Tamaki und ihre Cousine Jilian Tamaki haben einen großartigen Coming of Age Roman geschrieben und gezeichnet. Die Bilder ergänzen den Text, erweitern ihn und führen Details aus, die in der knappen Sprache nicht vorkommen. Gedanken, Erinnerungen und Träume tauchen auf, die im Text nicht zu finden sind.
Das dicke Buch ist für alle Leser und Leserinnen, auch wenn sie sich bisher nicht mit Graphic Novels beschäftigt haben. Sie werden das Buch sicherlich immer wieder in die Hand nehmen, darin blättern und Dinge entdecken, die Ihnen beim ersten Durchlesen nicht aufgefallen sind. Zu recht wird er mit Preisen überhäuft.

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Interview mit Mariko Tamaki
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Morgen gibt es den 12.Teil der Sonntagsskizzen von Detlef Surrey.
Skizzen vom Aktsalon am Montagabend

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Montag

Heute hat William Blake (* 1827) Geburtstag.

William Blake
I Heard an Angel

I heard an Angel singing
When the day was springing,
‚Mercy, Pity, Peace
Is the world’s release.‘

Thus he sung all day
Over the new mown hay,
Till the sun went down
And haycocks looked brown.

I heard a Devil curse
Over the heath and the furze,
‚Mercy could be no more,
If there was nobody poor,

And pity no more could be,
If all were as happy as we.‘
At his curse the sun went down,
And the heavens gave a frown.

Down pour’d the heavy rain
Over the new reap’d grain …
And Miseries‘ increase
Is Mercy, Pity, Peace.
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Mein Tipp der Woche:

g-Egan-Jennifer-Black-Box

Jennifer Egan:Black Box
Aus dem Englischen von Brigitte Walitzek
96 Seiten. Gebunden.
Schöffling Verlag € 9,95
als eBook € 4,99

Ich hatte das Buch gar nicht beachtet, oder schlicht weg wieder vergessen, als ich die Vorschau mit Herbstneuheiten des Schöffling Verlages durchgeblättert hatte. Nun ist das schmale kleine Büchlein (96 Seiten!) auf dem Tisch mit den neuen Romanen und gelesen (96 Seiten!). Im Vorfeld habe ich immer gelesen: Achtung ein Twitter-Roman. Ein Buch, in dem die einzelnen Einträge nicht mehr als 140 Zeichen haben darf/kann. Dass Jennifer Egan neue Formate ausprobiert, dafür ist sie berühmt und berüchtigt. In ihrem letzten Roman sah ein Kapitel aus wie eine Powerpointpräsentation. Nach erstem Erstaunen, war es jedoch schlüssig und gut zu lesen. So auch hier. Nach den ersten Einträgen, die ja nicht länger als drei Zeilen sind, befinden wir uns inmitten einer spannenden Spionage-Thriller-Geschichte, die gespickt ist mit SiFi-Elementen, einer großen Kritik an patriotischer Politik und sexueller Ausbeutung.
Eine Frau wird auf einen bedeutenden Kriminellen angesetzt und eine Stimme aus dem Off gibt ihr Ratschläge, wie sie sich verhalten soll, auch wie sie sich verhalten muss, um dem Wohl des Staates zu dienen. Irgendwie klingt diese Stimme so, wie wenn sie nicht online ist, sondern redet immer „wenn das passiert, dann mache das“. Gleichzeitig passiert es aber auch.
„Menschen sehen nur selten so aus, wie man es erwartet, selbst wenn mann Fotos von ihnen kennt.“ ist der erste Twittereintrag. Später geht sie mit der Zielperson schwimmen und ins Bett.
Die beiden Einträge:
„Falls sich den „Auserwählter“ auf dem Balkon aufhält, bleib in der Tür direkt hinter ihm stehen.“
„Falls er herumfährt und dich bemerkt, tu so, als hättest du gerade zu ihm gehen wollen.“ enthalten z.B. klare Anweisungen der Stimme. Jennifer Egan hatte mich sofort gefangen genommen. Wie der Körper der Frau aufgerüstet worden ist, mit einem Aufnahmegerät im Ohr, einem Blitzlicht im Auge und einem Hilferufsender im rechten Knie. Klingt vielleicht etwas doof, macht in diesem Roman Sinn und auch Angst. Um ihre Angst für Folter, sexuellen Übergriffen kleinzuhalten, erhält sie Tipps, wie sie durch Zurückzählen von 10 auf 1 sich ein Trance versetzen soll und praktisch sich von ihrem Körper lösen kann. Dies benötigt sie auch.
„Wenn dein Körper über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügt, ist ein solches Gefühl der Ohnmacht besonders frustierend“
heisst es aber auch gegen Ende des Romanes.
Egans Buch geht nicht gut aus, kann nicht gut ausgehen, bei all der Kritik, die zwischen den Zeilen steht.
Die Lektüre lohnt sich wirklich. Nicht nur weil es ein litararisches Experiment ist,sondern Jennifer Egan es versteht, in die kurzen Texte ganze Buchseiten zu komprimieren und einzudicken. Hier wird nicht episch breit erzählt; wir machen uns selbst sehr schnell ein fertiges, ein perfektes Bild in unserem Kopf, wenn wir die einzelnen Mosaiksteinchen zusammensetzen und die Leerstellen selbst auszufüllen lernen.
Wie Jennifer Egan diese Tweets veröffentlich hat, weiss ich nicht. Kam da täglich ein Tweet, oder wurde sie so veröffentlicht, wie sie bei ihr entstanden sind und fertig zur Freigabe waren? Auf jeden Fall wurden sie letzten Sommer in zwei Ausgaben des New Yorkers veröffentlicht.
Holen Sie sich diese Black Box (dafür dient letztendlich diese Frau der Regierung) und lassen Sie sich überraschen. Danach fällt uns sicherlich noch öfter auf, wo wir den Rotstift bei dicken Roman ansetzen würden.

Hier geht es zur Leseprobe.
Und hier zur Autorin Jennifer Egan.
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Dies ist mein letzter Eintrag für diese Woche. Ich verschwinde für ein paar Tage in den Urlaub, habe den Koffer voller Bücher und werde dann ab Samstag wieder aus der Welt der Buchstaben und des Lesen berichten.
Viel Vergnügen bis dahin.