Donnerstag, 11.Juli

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Heute haben
Max Jacob * 1876
Claus Bremer * 1924
Klaus Wagenbach * 1930
Helmut Krausser * 1964
Geburtstag
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Johann Georg Jacobi
Juli

Zürnen mit dem Erdenvolke,
Zürnen will der Himmel nicht,
Wenn aus Wetterschwangrer Wolke
Gott mit seinen Kindern spricht.
Bei der Sonne sanftem Licht
Schweigen seine Donner wieder,
Und er blicket freundlich nieder,
Wo sein Strahlenbogen hängt;
Jeder Busch, von ihm getränkt,
Lispelt es; der Vögel Schaar
Singt es freudig uns entgegen,
Dass des Vaters milder Segen
In der dunkeln Wolke war.
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Andreas Ottensamer & Yuja Wang: „Blue Hour“
Mariss Jansons und die Berliner Philharmoniker

Weber: Klarinettenkonzert Nr. 1 f-moll op. 73; Grand Duo concertant Es-Dur op. 48 für Klarinette & Klavier
Brahms: Intermezzo A-Dur op. 118 Nr. 2 für Klarinette & Klavier; Wie Melodien zieht es mir op. 105 Nr. 1 für Klarinette & Klavier
Mendelssohn: Lieder ohne Worte op. 30 Nr. 6; op. 67 Nr. 2; op. 85 Nr. 4 & 6 für Klarinette & Klavier

Auf Blue Hour widmen sich Starklarinettist Andreas Ottensamer und die virtuose Pianistin Yuja Wang romantischer Musik von Brahms, Weber und Mendelssohn.  Die blauen Stunden, die Stunden zwischen Hund und Wolf, am Abend, sind im Moment besonders schön. So können wir uns zurücklehnen und den Klangbildern lauschen. Der Klarinettenvirtuose Ottensamer, der aus einer Musiker Dynastie stammt, hat die Werke auf  dieser CD neu arrangiert und erreicht somit eine große Intimtät zwischen ihm und seiner Partnerin Yuja Wang am Klavier.
Genießen Sie dieses Album in seiner Schönheit, seiner Ruhe nach einem hektischen Tag.

Donnerstag, 12.Januar

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Heute haben
Charles Perrault * 1628
Johann Heinrich Pestalozzi * 1746
Jakob Michael Reinhold Lenz * 1751
Jack London * 1876
Daniil Charms * 1905
Alice Miller * 1923
Haruki Murakami * 1949
David Mitchell * 1969
Geburtstag.
Aber auch Jeff Bezos (* 1964), der Gründer von amazon.
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Friedrich Wilhelm Weber
Es wächst viel Brot in der Winternacht

Es wächst viel Brot in der Winternacht,
weil unter dem Schnee frisch grünet Saat,
erst wenn im Lenze die Sonne lacht,
spürst du, was Gutes der Winter tat.

Und deucht die Welt dir öd‘ und leer,
und sind die Tage dir rauh und schwer:
Sei still und habe des Wandels acht:
Es wächst viel Brot in der Winternacht.
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Ingrid Olsson:Neuschnee
Aus dem Schwedischen übersetzt von Cordula Setsman
Mixtvision € 12,90

MAMA
Sie kneift sich in den Arm. Das spürt sie, wenn auch
kaum.
Die Nadel im Arm hat sie auch fast nicht gespürt.
Sie fährt mit den Fingern über das Pflaster. Es juckt
unter dem Klebestreifen. Sie hat sogar zugesehen, wie
ihr Blut in dem Röhrchen hochstieg.
Rot wie der Weihnachtsstern auf der Fensterbank hinter
der Sprechstundenhilfe.

So beginnt die erste von acht kurzen Geschichten. Und mehr steht auf einer Seite auch gar nicht drauf. Kurze Abschnitte von kurzen Erzählungen und viel weiße Fläche, in der unsere Gedanken freien Raum haben. Die Farbe Rot spielt eine zentrale Rolle in den Texten und doch bleibt das Buch hell, trocken, sauber, rein. Frei von allem Druck und Ängsten und Sorgen. Diese spiegeln sich in dem Erzählten.
Es geht bei Ingrid Olsson ums Suchen und Finden, ums Wünschen und Sehnsüchten, um Einsamkeit, Liebe und Hoffnung.

Ein kleines Mädchen, das plötzlich groß geworden ist. Genau das wird sie ihrer Mama sagen. Wispern. Dass es einfach passiert ist. Dass es einfach geworden ist.

Das Mädchen ist in einer Arztpraxis. Sie spürt noch nichts in ihrem Bauch und weiß doch, daß sie jetzt nicht mehr Mamas kleines Mädchen ist. Ein Junge hat in einer Plastiktüte alles, was von seiner Mutter übriggeblieben ist. Ein anderer fühlt sich fremd in der neuen Familie seines Vaters und hat seinen Rucksack gepackt.

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„Neuschnee“ heißt der schmale Band (zu dem es kostenloses Lehrer-Schulmaterial im Netz gibt) und wie Neuschnee deckt er die Sorgen zu und läßt sie doch im nächsten Moment wieder aufblitzen. Unter einer dünnen Decke der Geborgenheit, lodert und brodelt es. Es sind junge Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden. Auf einem Weg, der ihnen noch fremd ist und von dem sie meinen, daß sie ihn alleine zu bewältigen haben. Wie dringend benötigen sie eine starke, schützende, begleitende Hand.
Dazu paßt auch das Titelbild, das nicht das Weiß des Schnees zeigt, sondern bunte Lichter der Großstadt und ein Mädchengesicht.

Eine Lektüre, die mich bewegt hat und Themen anspricht, die Jugendliche gut kennen.

Leseprobe
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Schauen Sie auf unseren Veranstaltungskalender. Es tauchen immer mehr interessante und einzigartige Lesungen auf.

Mittwoch

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Heute haben
Fjodor Dostojewski * 1821
Kurt Vonnegut * 1922
Noah Gordon * 1926
Luigi Malerba * 1927
Carlos Fuentes * 1928
Hans Magnus Enzensberger * 1929
Rainer Schedlinski * 1956
Geburtstag
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Unser Buch- und Musiktipp in einem:

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Pietro Leveratto: „Die Musiktherapie
Songs und Stücke für Lebens- und Stimmungslagen aller Art
Unter Mitarbeit von Alexander Weber
Übersetzt aus dem Italienischen von Judith Elze
Hanser Berlin Verlag € 19,90

Nachdem ich „Die Romantherapie“ hier schon vorgestellt und mir die 253 Bücher für ein besseres Leben angeschaut habe, wusste ich so ungefähr, was mich bei der „Musiktherapie“ erwartet. Dass es aber gleich so gut funktioniert und ich mir auf youtube sofort diverse Musikvideos angehört und angeschaut habe, das hätte ich nicht gedacht.
Der italienische Jazz-Musiker Pietro Leveratto geht bei diesem Vademecum alphabetisch vor, so dass Sie auf 400 Seiten durch alle Lebens- und Stimmungslagen von A-Z geführt werden.
Es beginnt mit Abnehmen wollen. Da werden wir allerdings verwiesen auf Diät, eine machen. Weiter geht es mit Agression. Aber auch da werden wir verwiesen auf Aggression beim Autofahren, Dampf ablassen und Wut. Unter diesen drei Stichworten finden wir dann die passende Musikauswahl.
Dass jetzt gleich Aggression beim Autofahren kommt, ist dann sehr praktisch. Im Strassenverkehr geht es nicht immer gesittet zu. Das wissen wir aus unseren täglichen Erlebnissen. Es sind ja immer die anderen, die so blöde durch die Gegend kurven. Das nervt und macht aggressiv. Deshalb empfiehlt der Autor, dem der deutsche Alexander Weber beratend zur Seite gestanden ist, was deutsche Titel anbelangt, u.a.

Die Fantastischen Vier: Tag am Meer
Erik Satie: Gymnopédie Nr.1
De Phazz: Something Special
Enya, All Saints, Mozart und
George Harrison: Om Hare Om

Wir können aber ähnliches unter

Dampf ablassen
Fluchen, pathologisches
Schlechte Laune
Wut

nachschauen.

Angeber, einer sein
Angst vor der Apokalypse
Angst vor dem Fliegen
Angst vor Musik
Angst vor Spiegeln
Angst vor Tieren
Appetitlosigkeit
Arbeitswut
bis zu
Aussenseiter, einer sein
Ausserirdische, an sie glauben

sind noch weitere Stichworte, die Sie unter dem Buchstaben A finden können.

Bluthochdruck und Depression sind Themen, die viele Bundesbürger angeht. Leveretto hilft. Wenn er auch unter Depression auf die Stichworte Neujahrsblues und Silvesterdepression verweist. Da allerdings auf die Band Nada Surf, die mit ihrem Refrain: „Fu.. it, I’m gonna have a party“ alle miese Laune und schlechten Erfahrungen des alten Jahren wegwischt.

Schüchternheit, Schlaflosigkeit, Haarausfall und hartnäckige Ohrwürmer. Wagner, Beethoven (unter Alkohol), Schumann, Miles Davis, Mussorgski kommen darin vor. Charles Mingus gleich 15 mal. Ligeti, Miriam Makeba, Johannes Heesters, natürlich Bob Dylan und viele andere Musiker und ihre Musikstücke mehr, helfen uns besser durch den Alltag zu kommen.
Schauen Sie unter Wachbleiben müssen/wollen, Überfordert sein, Zahnweh nach und Ihnen wird geholfen.
Playlists gibt es u.a. zu den Themen:
Bewegungungsmangel
Denkfaulheit
Fieber
Jetlag
Kater
Libido, fehlende
Morgenmuffel, einer sein
Nah am Wasser gebaut sein
Schlafanfall
Stadtkoller
Trägheit
bis zu Zappelphilipp

Ich garantiere Ihnen, dass Sie sofort nach der geeigneten Musik suchen und sie anhören werden.
Viel Vergnügen damit.
Pietro Leveratto hat zwar Nada Surf erwähnt, nicht aber das absolute kraftgebende Lied „Whose Authority“ von der Band, das ich immer wieder anhöre und -schaue. Dann läuft alles viel besser.

Im Rahmen der „Woche unabhängiger Buchhandlungen“, kurz „WUB“, kramen wir am Mittwoch, den 18.11. ab 19 Uhr ein paar „vergessene“ Romane heraus und stellen sie vor, damit sie mal wieder kurzfristig ins Rampenlicht der Buchhandlung gelangen.
Was sind vergessene, verschwundene Bücher? Die ZEIT hat eine eigene Reihe zusammengestellt, die man im 10er Pack kaufen kann.
Wir haben uns an Bücher erinnert, die wir vor Jahren gerne und oft verkauft haben, oder über die wir oft zufällig gestolpert sind.
Vielleicht sagt der/die eine oder andere dann auch: „Ah ja, das kenne, das habe ich damals auch gelesen.“
Das wäre natürlich prima.

Auf unserer Auswahlliste befinden sich im Moment folgende Titel, aus denen Clemens Grote vorlesen wird, über die wir kurz etwas sagen werden. Die Liste kann sich noch verändern, wenn uns wieder etwas Vergessenes ein- und zufällt.

Heinrich Hauser: Donner überm Meer
Albert Vigoleis Thelen: Die Insel des zweiten Gesichts
Ludwig Hohl: Bergfahrt
Tanizaki Junichiro: Lob des Schattens
Ulrich Becher: Murmeljagd

Termin: Mittwoch, den 18.11. ab 19 Uhr
Eintritt: Frei

Wir freuen uns auf Ihr/Euer Kommen,
Samy Wiltschek