Freitag

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50 Shades of Grey

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Heute haben
Iwan Krylow * 1769
Georges Simenon * 1903
Sybil Gräfin Schönfeldt * 1927
F.C.Delius * 1943
Urs Faes * 1947
Katja Lange-Müller * 1951
Irene Dische * 1952
Geburtstag
und es ist der Todestag von Elio Vittorini + 1966.

Wer bei dieser Auswahl an neuen Taschenbüchern nichts findet, …

modick

Klaus Modick: „Klack“
KiWi € 8,99
Ein wunderbarer Wirtschaftwunderroman.
Nicht allzu tiefschürfend, aber mit genauer Beobachtungsgabe geschrieben.

Pildau

Max Scharnigg: „Vorläufige Chronik des Himmels über Pildau“
Heyne € 9,99
Jasper Jungbrods Kindheit auf dem Lande.
Und was für eine. Mit in den Himmel ragenden „Maibäumen“. Verträumt schön.

brasch

Thomas Brasch: „Die nennen das Schrei“
Gesammelte Gedichte
Suhrkamp Sonderausgabe € 28,00
Vom Widmungs- und Gelegenheitsgedicht über Ballade und Lied bis hin zu Stückcollagen und Fototext, die Gesammelten Gedichte ermöglichen es zum ersten Mal, sich ein umfassendes Bild seines im Verlauf von 40 Jahren entstandenen lyrischen Werks zu machen.

sedaris

David Sedaris: „Sprechen wir über Eulen – und Diabetes“
Heyne € 9,99
Ob er seine Kindheit aufarbeitet die Hölle eines amerikanischen Vorortes, seiner Jugend nachspürt der Versuch, der Hölle durch haarsträubende Jobs und persönlichkeitsverändernde Drogen zu entkommen oder sich über sein Leben im englischen Wahlexil wundert: Sedaris Beobachtungen und Erinnerungen sind immer präzise, ernstlich überraschend und wahrhaft komisch.

murakami

Haruki Murakami: „Sputnik Sweetheart“
DuMont € 9,99
Diese Liebes- Verschwinde- und Suchgeschichte kennen Murakami-Fans.
Für alle anderen: Es lohnt sich.

Swift

Graham Swift: „Letzte Runde“
dtv € 10,90
Eine Kneipenrunde auf dem Weg ans Meer, um die Asche eines Kumpels dort zu verstreuen. Ein Buch über Freundschaft und gleichzeitig ein großes Gesellschaftsbild.

Meyer

Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie wahr“
KiWi € 9,99
Der zweite Band seiner „Biografie“ spielt in der Psychiatrie und Meyerhoff schildert, wie er mit den Insassen zusammen aufgewachsen ist. Sehr lustig und wieder sehr ernst.
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Heute abend ab 19 Uhr bei uns in de Buchhandlung:

Tobias Wahren: “Kopf an Kopf“
Der „Ulmer“ Tobias Wahren liest aus seinem dritten Roman

Tobias Wahren kennen wir als Leiter unzähliger Chöre hier in Ulm, als
Klavierspieler (demnächst im Stadthaus) und Mitspieler bei “Trias”. Dass er
einen Abend schmeissen kann, wissen wir. Lassen Sie sich das nicht entgehen.
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Mittwoch

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Heute haben
Raymond Chandler * 1888
Elio Vittorini * 1908 (siehe unten)
Hubert Selby * 1928
Alex Capus * 1961
Kai Meyer * 1969
Thea Dorn * 1970
Geburtstag.
Gestern hatte ich Arno Geiger und Oskar Maria Graf vergessen.
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Lesen Vittorinis „Gespräch in Sizilien“, wenn es Sie im Urlaub dorthin verschlagen sollte. Ein großes Stück Weltlitertaur aus den 30er Jahren.
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Stewart O’Nan: „Die Chance“
Aus dem Englischen von Thomas Gunkel
Rowohlt Verlag € 19,95
als eBook € 16,99
als Hör-CD gelesen von Christian Brückner € 24,99
als englisch sprachiges Taschenbuch „The Odds. A Love Story“ € 12,99

Ganz neu auf unserem Büchertisch liegt nun endlich der neue Roman von Stewart O’Nan. Und wieder verblüfft er mit seiner Geschichte. War erfrüher der Typ, der harte Geschichten erzählte, wird er von mal zu mal ruhiger und einfühlsamer mit seinen Personen. Er lässt uns teilhaben am Leben einer alten Dame, wie in seinem letzten Roman, oder nimmt uns mit auf eine letzte, verzweifelte Reise eines langverheirateten Paares, das sich komplett verschuldet hat und nur noch den Ausweg sieht, sich in der Spielbank das nötige „Kleingeld“ zu besorgen.
Gemeinsam machen Marion und Art Fowler eine Pauschal-Busreise zu den Niagarafällen, wohin sie dreißig Jahre zuvor auch ihre Hochzeitsreise führte. Im Gepäck befindet sich ihr gesamtes Barvermögen, denn Art glaubt zu wissen, wie man beim Roulette gewinnen kann. Sie schmuggeln das Geld nach Kanada ein, wechseln es in Jetons und beziehen in einem Casino eine teure Hochzeitssuite, die sie sich leisten, weil es ja ohnehin egal ist. Sie haben nichts mehr zu verlieren. Gleichzeitig plant Art die Scheidung nach diesem Wochenende. Er aus finanziellen Gründen, damit nicht beiden alles genommen werden kann. Sie sieht darin jedoch eine persönliche Befreiung.
O’Nan nennt seinen Roman eine Liebesgeschichte, was sie tatsächlich auch ist. Denn sein Ton ist nicht derjenige, der mit dem Seziermesser an die Sache herangeht und eiskalt dieses Paar auseinandernimmt und sie vor dem Nichts zurücklässt. Nein, es ist fast heiter, etwas skuril und liebenswert, wie er die Episoden an den Niagarafällen, im Bus und im Hotel in Worte fasst. Obwohl Marion Art sich nicht mehr viel zu sagen haben, obwohl Marion die Annäherungsversuche ihres Mannes eher lästig sind, obwohl ihre Ehe und ihr weiteres Leben auf der Kippe stehen, hält O’Nan zu ihnen und schreibt einen fast tröstlichen Roman über Zuversicht, Hoffnung und „Die Chance“, die einem im Leben oft bleibt.So nutzen die beiden diese Gelegenheit, setzen ihr komplettes Barvermögen an diesem Wochenende in der Spielbank ein.

Leseprobe

Dienstag

Heute haben
Raymond Chandler * 1888
Elio Vittorini * 1908
Hubert Selby * 1918
Werner Kofler * 1947
Geburtstag.
Was für eine tolle Truppe.

Von Raymond Chandler gibt es jetzt die Philip-Marlowe-Romane in sieben Bänden in Kassette
Der toughste Detektiv, die schönsten Frauen, die coolsten Sprüche, die gefährlichste Stadt – L.A. Von „Der große Schlaf“ bis „Playback“ – alle sieben Marlowe-Romane von Raymond Chandler in einer Taschenbuchkassette.

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Und Elio Vittorinis: „Gespräch in Sizilien“ ist eines meiner Lieblingsbücher.
Ideal für einen Sizilien-Urlaub.

Beide Bücher finden Sie in unserer Buchhandlung.
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Wo wir schon in Sizilien sind.
Von Andrea Camilleri gibt es einen neuen Roman im Kindler Verlag. Ich muss da richtig aufpassen. Er hat so viele verschiedene Buchreihen. Seine berühmten Sizilien-Krimis, seine biografischen, seine historischen Romane. Bücher über die Mafia und jetzt noch einen Psycho-Roman im Kammerspielformat.

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Andrea Camilleri:Ein Samstag unter Freunden
Kindler Verlag € 16,95
Deutsch von Moshe Kahn

Sieben Freunde aus Kindertagen, vier Mädchen und drei Jungs, treffen sich an einem Samstag wieder. Ein Treffen unter Freunden sozusagen. Was uns hier Camilleri bietet lässt jedoch seinen Witz, seinen Humor vermissen. Auch kein Szilianisch ist hier eingestreut. Der Text ist spröde, abgehackt und bald wie ein Protokoll geschrieben. Auch ist es oft nicht einfach, dem Handlungsverlauf zu folgen. Doch aufgepasst, die 190 haben es in sich. Jeder der sieben hat in seiner Kindheit etwas Schreckliches erlebt: die Mutter ging fremd, ein Selbstmord in der Familie, Missbrauch und sogar ein heimtückischer Mord. Camilleri tastet sich ganz langsam an die Figuren heran, lässt uns immer nur einen Türspalt offen. Er erwähnt eine Kleinigkeit und lässt sie wieder fallen. Wir springen von der Vergangenheit in die Gegenwart und wieder in eine Zwischenzeit.
Alle sieben sind mittlerweile erfolgreich, haben Güter und Freunde um sich herumgeschart und könnten mit ihrem Leben zufrieden sein. Doch das, was ihnen in früher Kindheit passiert ist, lässt sie nicht los. Lässt sie wohl nie los.
Camilleri unterbricht immer wieder seinen Plauderton während des Treffens mit einem sehr sachlichen, wenn er von den jungen Leuten als Kinder erzählt.
Dann passiert an diesem Samstag auch noch ein Unglück und es kommt zu einem Vulkanausbruch der Gefühle.
Auch wir erfahren erst auf den letzten Seiten, was mit den Kindern passiert ist. In kleinen, kleinsten Kapiteln lässt er uns daran teilhaben und immer wieder habe ich mich dabei ertappt, wie mir erst dort klar geworden ist, warum eine der Personen sich so verhält und verhalten hat.
Da schmale Bändchen (das sind wir ja von Camilleri gewohnt) hat es in sich. Es ist spannend wie einer seiner Krimis und könnte vielleicht nach dem „Grauen Kleid“ ein Teil einer weiteren Reihe werden. Man weiss ja nie, was von Camilleri noch alles kommt und was auf Italienisch überhaupt schon vorliegt. Zumal dieser Roman schon 2009 im Original erschienen ist.

Leseprobe

Andrea Camilleri wurde 1925 im sizilianischen Porto Empedocle geboren. Er ist Schriftsteller, Drehbuchautor und Regisseur und lehrte über zwanzig Jahre lang an der Accademia d’Arte Drammatica Silvio D’Amico. Seit 1998 stürmte jeder Titel des Autors die italienische Bestsellerliste. Mit seinem vielfach ausgezeichneten Werk hat Camilleri sich inzwischen auch einen festen Platz auf den internationalen Bestsellerlisten erobert. Andrea Camilleri ist verheiratet, hat drei Töchter, vier Enkel und lebt in Rom.