Mittwoch, 19.Juni

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Heute haben
Friedrich Theodor Vischer * 1807
Czeslaw Milosz * 1911 (Nobelpreis 1980)
Philippe Jacottet * 1925
Assia Djebar * 1936
Otto Sander * 1941
Juli Zeh * 1974
Geburtstag
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Friedrich Theodor Vischer
Trinklied

Laßt mich trinken, laßt mich trinken,
Laßt von diesem Feuerwein
Immer neue Fluten sinken
Mir in‘ s durst’ge Herz hinein!

Jedes Ende sei vergessen!
Wie’s im Innern drängt und schafft!
Sagt, wer will mir jetzo messen
Grenz‘ und Schranke meiner Kraft!

Stellt mir schwere, weite, blanke
Becher ohne Ende her,
Füllet sie mit diesem Tranke,
Und ich trink‘ euch alle leer!

Bringt mir Mädchen, schöne, wilde,
Noch so spröd und noch so stolz,
Schickt die schreckliche Brunhilde,
Alle trifft der Liebesbolz!

Stellet mir die schwersten Fragen!
Wo das ew’ge Räthsel ruht?
Feuerhell und aufgeschlagen
Schwimmt es hier im rothen Blut!

Gebt mir Staaten zu regieren!
Kinderspiel soll mir es sein!
Gebt mir Heere anzuführen,
Und die ganze Welt ist mein!

Burgen möcht‘ ich jauchzend stürmen,
Ihre Fahnen zittern schon,
Felsen, Felsen möcht‘ ich thürmen
Und erobern Gottes Thron!
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Callie Shell: „Hope, Never Fear“
Michelle und Barack Obama. Ein persönliches Porträt
Elisabeth Sandmann Verlag € 25,00

„Seid nicht furchtsam. Seid fokussiert. Seid leidenschaftlich. Seid hoffnungsvoll. Bildet euch. Und lasst euch leiten von Hoffnung; niemals von Furcht.“
Michelle Obama

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Callie Shell hat Barack Obama bereits fotografiert, als er noch Senator war. Sie war Hoffotografie, als er und seine Familie insWeiße Haus gezogen sind. Es muss ein großes Vertrauensverhältnis zwischen ihnen allen gewesen sein, sonst wären nicht Fotos mit solch einer Intimität und Wärme entstanden. Callie Shells Fotografien sind zum Teil um die Welt gereist und wurden überall abgedruckt. Nun erscheint dieses kleinformatige Buch (Landscape Format) mit Zitaten aus Reden von Barack und Michelle Obama. Dazu noch ein informatives Vorwort der Fotografin. Man mag von den Obamas halten, was man will, diese acht Jahre mit ihnen war ein Quantensprung in Hinblick auf seinen Vorgänger und seinen Nachfolger.

Dienstag

IMG_4964Heute haben
Friedrich Theodor Fischer * 1807
Georges Duhamel * 1884
Czeslaw Milosz * 1911
Philippe Jacottet * 1925
Assia Djebar * 1936
José Emilio Pacheco * 1939
Juli Zeh * 1974
Geburtstag

 

 

 

Friedrich Theodor Vischer
Lyrische Gänge

»Lyrische Gänge?
Willst du dir schaden?
Kritischer Gänge
Reiskameraden?«

»Machst uns Gedanken!
Neben dem Richten
Muß wohl erkranken
Fröhliches Dichten.«

»Rauh sind die Gänge:
Steinige Wege,
Stoß im Gedränge,
Schwindliche Stege!«

»Hast du nicht Schwingen?
Kannst du nicht schweben,
Wolken durchdringen,
Himmelan streben?«

– Trunkenes Wiegen
Bleibe mir ferne!
Ohne zu fliegen
Find‘ ich die Sterne.

Laß mich vertrauen,
Daß mir das Auge,
Träumend zu schauen,
Immer noch tauge.

Magst du mich sehen
Leiden und streiten,
Lasse mich gehen,
Lasse mich schreiten.

Fuß über Grüften
Fest auf dem Festen,
Haupt in den Lüften,
So ist’s am besten.

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CD-Cover: Charlie Haden/Gonzalo Rubalcaba - "Tokyo Adagio" | Bild: impulse

Charlie Haden/Gonzalo Rubalcaba: „Tokyo Adagio“

Charlie Haden (Bass)
Gonzalo Rubalcaba (Klavier)
Impulse  CD  € 19,99

Nicht nur in der Literatur gibt es Entdeckungen und Neuübersetzungen. Auch dieses Beispiel zeigt, dass ein Blick in die Schublade wahre Perlen hervorzaubern kann. 1986 trafen sich der Bassist Charlie Haden und der deutlich jüngere Pianist Gonzalo Rubalcaba auf Kuba und spielten miteinander. Weitere gemeinsame Auftritte waren danach schwierig, bis Rubalcaba in die USA auswanderte. Sieben CDs haben sie gemeinsam aufgenommen und so manchen Klassiker auf den Weg gebracht. Mitte März 2005 traten sie an drei Abenden im Blue Note Club in Tokyo auf. Veröffentlicht wurden die Aufnahme nie, obwohl Haden wohl daran dachte, sie noch zu Lebzeiten herausbringen zu wollen. Es hat nicht geklappt und so können wir, ein Jahr nach dem Tod von Haden, diese CD in den Spieler stecken. Und was dabei herauskommt ist schon ne Wucht. Also eher das Gegenteil von Wucht. Eine neuerliche Entdeckung der Langsamkeit. Dies heisst aber nicht, dass es hier an Intensität fehlt. Die beiden harmonieren perfekt, spielen einfache und hochkomplexe Passagen, dass, meiner Meinung nach, sowohl Profi-Hörer, als auch Anfänger, dieser Musik mit Genuss lauschen können. Den Zuhörern im Club muss es ähnlich gegangen sein. Mucksmäuschenstill muss es gewesen sein. Nur ein leises Gläserklirren und Besteckklappern ist hin und wieder zu hören. Genießen Sie die beiden Hörbeispiele, auf denen jeweils ein komplettes Stück aus der CD zu finden ist.

Das „Tokyo Adagio“ ist eine großartige Konzert-Wiederentdeckung in Albumform.

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Die Ulmer Radspezialisten Pedaleur haben uns wieder etwas ganz Besonderes aus Finnland ins Schaufenster gestellt.
www.Pelagobicycles

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