Freitag, 15.Oktober

Heute haben

Michail Lermontow * 1814
Wolfgang Weyrauch * 1907
Italo Calvino * 1923
Boualem Sansal * 1949
Geburtstag
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„Wo der Anfang der Existenz ist, ist auch der Anfang der Literatur. Wenn der Wind durchs Haus geht, muß man sich danach erkundigen, warum es so ist. Die Schönheit ist ein gutes Ding. Aber Schönheit ohne Wahrheit ist böse. Wahrheit ohne Schönheit ist besser. Sie bereitet die legitime Schönheit vor, die Schönheit hinter der Selbstdreingabe, hinter dem Schmerz.“
Wolfgang Weyrauch
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Der dritte Teil von Gérard Scappinis biographischen Romanen ist erschienen.


Gérard Scappini: „Ankunft in der Fremde
Von Toulon nach Freiburg
Pendragon Verlag € 17,00

Nach „Ungeteerte Straßen“ und „Am anderen Ende der Stadt“ folgt nun der dritte Band der biographischen Romane von Pascal Napolitano. Nach Kindheit und Jugend kommt es zum großen Umbruch in seinem Leben. Er wird zum Militär eingezogen, kann so der Enge des elterlichen Zuhause entfliehen und landet in Freiburg. Ohne Deutschkenntnisse, ohne je im Nachbarland gewesen zu sein, befindet er sich plötzlich in einer Kaserne, abgeschirmt von der Bevölkerung. Die „Abenteuer“ des jungen Mannes, seine „Karriere“ beim Militär, seine Versuche, sich den Freiburger Jugendlichen anzunähern, beschreibt Gérard Scappini wieder in einer Prosa, die an ein langes Gedicht erinnert. (Nicht umsonst liegt auf dem Beifahrersitz des Autos, das er als Chauffeur der Frau des Generals fährt, ein Buch von Prévert.
Der Ton, der diesen Roman durchzieht, bringt uns dazu zu schmunzeln, uns über Pascals Tollpatschigkeit zu lachen und gleichzeitig merken wir, wie schwierig die Situation für ihn in diesem fremden Land gewesen ist.
Ich freue mich schon auf den nächsten Band dieser autobiographischen Romane.
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Montag, 18.Oktober um 19 Uhr in der vh Ulm im Club Orange
Thomas Schuler: „Auf Napoleons Spuren“

Eine Reise durch Europa

Auf Napoleons Spuren - Cover

Donnerstag, 14.Oktober


Heute haben
Katherine Mansfield
E.E.Cummings
Geburtstag
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Katherine Mansfield
A Little Boy’s Dream

To and fro, to and fro
In my little boat I go
Sailing far across the sea
All alone, just little me.
And the sea is big and strong
And the journey very long.
To and fro, to and fro
In my little boat I go.

Sea and sky, sea and sky,

Quietly on the deck I lie,
Having just a little rest.
I have really done my best
In an awful pirate fight,
But we cdaptured them all right.
Sea and sky, sea and sky,
Quietly on the deck I lie–

Far away, far away
From my home and from my play,

On a journey without end
Only with the sea for friend
And the fishes in the sea.
But they swim away from me
Far away, far away
From my home and from my play.

Then he cried „O Mother dear.“
And he woke and sat upright,
They were in the rocking chair,
Mother’s arms around him–tight.
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Jetzt als Taschenbuch.
Eines der besten Bücher zur Klimakrise und über unsere aktuelle Gesellschaft.

0793

Maja Göpel: „Unsere Welt neu denken
Eine Einladung
Ullstein Verlag € 11,99

Eine Einladung steht als Untertitel auf dem Buch. Das klingt fast etwas makaber, wenn wir wissen, von was, über was Maja Göpel schreibt.
Es geht bei ihr nicht um mehr oder weniger, als eine große Wirtschaftskritik. Ein vernichtende Analyse der Marktwirtschaft (wir können auch Kapitalismus sagen) in der wir aufgewachsen sind, die als alleingültig dasteht. Diese Wirtschaftsform hat uns in Europa großen Wohlstand gebracht und gleichzeitig viele Länder in die Armut getrieben.
Dass dieser Wachstumswahn nicht anhalten kann, dürfte uns allen klar sein und trotzdem ist dieses „mehr mehr“ das oberste Credo unserer Politiker.

Unsere Welt steht an einem Kipp-Punkt, und wir spüren es. Nicht so stark, wie in den Ländern des Südens, da wir Hauptverschmutzer es immer noch am Angenehmsten haben. Aber den Klimawandel merken wir auch hier in Ulm.
Der us-amerikanische Autor Jonathan Franzen schreibt: „Game over“. Es ist nichts mehr zu retten und die Fakten, die Maja Göpel auflistet, gehen in die gleiche Richtung. Doch sieht sie immer noch Hoffnung, wenn wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Unser Denken, Tun, die Wirtschaft und Politik und technischen Inovationen müssen in die richtige Richtung gelenkt werden.
Diese Zukunft neu und ganz anders in den Blick zu nehmen – darin besteht die Einladung, die Maja Göpel ausspricht.

Ein Interview des Ullstein Verlages:

Wenn wir über den Klimawandel sprechen, denken wir an die Erderwärmung oder das Schmelzen der Gletscher. Sie zeigen in Ihrem Buch, dass es auch um Freiheit, Demokratie, Wohlstand, Armut und Migration geht. Wie hängt das zusammen?

Der Klimawandel ist wie alle globalen Umweltschäden die Folge einer Lebensweise, deren Ideen aus dem vergangenen Jahrhundert stammen. Damals dachte man, die Natur, die Ressourcen, die Widerstandsfähigkeit des Planeten seien endlos und damit auch das Wachstum der Wirtschaft. Heute wissen wir, der Kuchen kann nicht immer weiter wachsen. Dass jeder unterm Strich ständig mehr hat, geht nicht auf. Also müssen wir uns fragen, wie wir den Kuchen anders backen und verteilen. Unser Wohlstand darf nicht die Ursache für die Armut anderer Menschen sein, unsere Freiheit nicht der Grund dafür, dass andere ihre Heimat verlassen müssen.
Maja Göpel Unsere Welt neu denken

Was ist Ihr Appell an Politik, Wirtschaft und Gesellschaft?

Die Diskussion darüber, was zu tun ist, wird mit großer Leidenschaft geführt. Gleichzeitig führt sie nicht zu Lösungen. Extreme Positionen bestimmen das Bild. Immer heißt es: Entweder Wohlstand oder Klimaschutz. Entweder Kapitalismus oder Ökodiktatur. Entweder Freiheit oder Verbote. Der Mittelweg hat kaum Fürsprecher, dabei würde ihn die Mehrheit der Leute vermutlich mitgehen. Worum sorgen wir uns wirklich? Was haben wir abseits der Extreme gemeinsam? Diese Fragen zu stellen und dann zu zeigen, dass viele Dinge, die angeblich einander ausschließen, sich gut kombinieren lassen – das ist mein Appell.

Und Sie fordern, dass wir das Soziale mit dem Ökologischen versöhnen, um bei der Klimadebatte voranzukommen?

Das Soziale und das Ökologische miteinander zu versöhnen würde uns nicht nur beim Klima helfen. Es ist die Grundlage dafür, dass die Menschheit überhaupt weiter in Frieden auf dem Planeten leben kann. Die künstliche Trennung – hier der Mensch, da die Umwelt – lieferte in der Vergangenheit die Begründung dafür, warum die natürlichen Ressourcen so rücksichtslos ausgeplündert werden durften, als könne der Mensch ohne Umwelt existieren. Heute beeinflusst die Menschheit die natürlichen Entwicklungsprozesse der gesamten Erde. Daraus entsteht eine neue Verantwortung. Wir brauchen ein neues Weltbild, aber auch ein neues Selbstbild, um dieser Verantwortung gerecht zu werden.
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Montag, 18.Oktober um 19 Uhr
vh Ulm, Club Orange


Thomas Schuler: „Auf Napoleons Spuren“
In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Jastram

Eine Million Bücher gibt es über Napoleon, mehr als über jeden anderen Menschen, der jemals gelebt hat! Der Napoleon-Experte Thomas Schuler unternimmt erstmals das faszinierende Abenteuer auf den Spuren des Kaisers von Trafalgar bis Moskau durch Europa zu reisen. Er wandert im Winter über den verschneiten St. Bernhard, spricht in Russland mit einer direkten Nachfahrin Tolstois und entdeckt auf dem Schlachtfeld von Waterloo einen Totenschädel. Der durchgehend bildbegleitete Vortrag »Auf Napoleons Spuren – Eine Reise durch Europa« öffnet in einem einzigartigen Zutritt ein Tor in die Vergangenheit.

Weitere Informationen unter:
https://aufnapoleonsspuren.de/
https://thomas-schuler.pageflow.io/auf-napoleons-spuren#290223

Dienstag, 21.September

Club Orange in der vh Ulm

Heute haben
HG Wells * 1866
Leonard Cohen * 1934
Klaus Kordon * 1934
Stephen King * 1947
Frédéric Beigbeder * 1965
Geburtstag
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Winfried Hermann Bauer
Welch ein Glück

Leben
Schmecken
Atmen

Riechen
Hören
Dich Berühren
Liebe
Geben
Sehen
Welt empfangen
Weinen
Wollen
Dürfen
Lachen
Leben spüren
Lächeln Schenken
Dich Umarmen
Mir Vergeben
Können
Lassen
Träumen
Sich verlieren
Wiederfinden
Danken
Leben

Welch ein Glück
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Unser Musik-Tipp:


Martin Tingval: „When Light Returns“
Skip € 18,00

„Vor einem Jahr schien die Welt plötzlich still zu stehen. Als würde die Menschheit den Atem anhalten über den ersten Schock der Pandemie. Gleichzeitig war dieses Frühjahr in Nordeuropa ungewöhnlich schön. Wochenlang strahlte die Sonne vom Himmel, die Knospen der Pflanzen und die Insekten kamen früher als sonst nach dem langen skandinavischen Winter.“
Der 47-jährige Musiker spürte diesen Stillstand sehr genau. Keine Tourneen mit seinem Trio, kein Treffen mit anderen Musikern.
„Ich war in dieser Zeit viel draußen in der Natur. Während dieses menschlichen Stillstands erschien mir die Kraft der Natur umso stärker – wie ein Zeichen, welches uns Menschen zeigen wollte, dass wir nicht aufgeben sollen.“
Dieses Album entstand innerhalb weniger Tage im März 2020. Die 13 Stücke wurden kurz darauf aufgenommen und zeigen das große Spektrum des Klavierspielers. Seine Musikstücke fließen, haben Anleihen an Klassik, Jazz, Folk und sind wohltuende Melodien, ohne in Fahrstuhlmusik abzugleiten. Tingvalls Stärke ist die Improvisation. Und so merken wir gat nicht, wie er von einem Genre zum anderen wechselt und dabei das gute Gefühl der Harmonie nicht bricht.
„Für mich ist dieses Album ein Hoffnungssymbol. Auch wenn es scheint, dass es nicht mehr weitergehen wird, selbst nach dem dunkelsten Winter, kehrt das Licht im Frühling zurück.“
Jetzt ist zwar morgen Herbstanfang und die Tage werden wieder dunkler, aber auch dafür eignet sich diese Musik im umgekehrten Sinne großartig.

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Studie in Australien
Zahl der Koalas sinkt rapide

tagesschau.de: 20.09.2021

In Australien gibt es immer weniger Koalas. Mittlerweile leben weniger als 60.000 Tiere auf dem Kontinent. Ein Grund sind die verheerenden Buschfeuer in den vergangenen Jahren – aber auch andere Faktoren spielen eine Rolle.

Hier geht es zum kompletten Artikel.
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