Mittwoch, 13.Januar

Lock-Down II

Schon seit Wochen ist es still,
das Virus es so will.
Weil Politiker es wollen,
dass wir brav daheim sein sollen.

Um die Zahlen rasch zu senken,
tat der Staat mal wieder lenken
und verbot gar viele Dinge,
deren G’fahr wohl war geringe.

Die Kultur wurd‘ lahmgelegt,
was die Zahlen nicht bewegt.
Hudriwudrihopsasa,
schon sind neue Regeln da.

Und all die, die nachgedacht,
wurden einfach zugemacht.
Puff, Theater, Muckibude,
alles gleich, staunt selbst der Lude.

Heute hü und morgen hott,
Hauptsache, es geht recht flott.
Was dabei bleibt auf den Strecken,
lässt sich später auch noch checken.

Dass Kultur ein Lebens-Gut,
jeder Dödel sagen tut,
wenn er steht im Rampenlicht.
Aber glauben tut er’s nicht.

Darum auf, mit Konsequenz
stärkt die eig’ne Resilienz.
Singet, schreibet, musiziert,
dass die Kunst bleibt animiert!

© Thomas Dietrich
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Gestern frisch ausgepackt:


Maxim Leo: „Wo wir zu Hause sind
Kiepenheuer&Witsch Verlag € 12,00

Ein großartiger Roman, jetzt als Taschenbuch.
Maxim Leo erzählt die Geschichte seiner jüdischen Familie, die in Berlin gelebt hat, von dort geflüchtet ist und auf der ganzen Welt verstreut lebt.
Auf die Idee, an Hand von drei Frauenbiografien diese Geschichte zu erzählen, kam ihm, als sein israelischer Neffe nach Berlin ziehen und dort studieren will. Genau in diese Stadt, aus der in den 30er Jahren die Familie geflohen ist.
Stark erzählt und sehr versöhnlich, in einem flotten Ton geschrieben.

Dienstag, 22.September

Heute haben
Theodor Körner * 1791
Rosemunde Pilcher * 1924
Fay Weldon * 1931
Lutz Rathenow * 1952
Peter Prange * 1955
Geburtstag.
Aber auch Hans Scholl (Weiße Rose)
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Wie gehts weiter?

Die Zeit eilt vorbei.
Wie gehts weiter?
Die Uhr läuft schon ab.
Wie gehts weiter?

Rauf und runter geh’n die Zahlen
so wie manchmal auch vor Wahlen.
Heute ist ein Brennpunkt hier,
morgen ganz weit weg von mir.

So geht es nun schon seit Wochen,
die zum Herbst vorangekrochen.
Kein Verantwortlicher will sagen,
wie was wird. Und bloß nicht fragen.

Dennoch ist kaum etwas klar.
Wird es je so, wie es war?
Ein Gedanke lugt dahinter:
Kommen wir gut durch den Winter?

Und jetzt sagt mir nur:
Wie gehts weiter?
Verstellt Ihr die Uhr?
Wie gehts weiter?

A hat B etwas gesagt,
aber D noch nicht gefragt.
C wurde dabei vergessen,
E und F sind aufgesessen.

Heute soll nun dieses gelten,
wofür morgen man wird schelten.
Hin und her geht es fast täglich,
und das find ich unerträglich.

Es gibt leider keine Klarheit
und auch keine letzte Wahrheit.
Und wir werden weiterleben
und uns dabei nicht aufgeben.

Bitte, sagt mir,
Ich wills wissen:
Wie gehts weiter
Für mich?
Sagt, wie?

© Thomas Dietrich
© Fred Ebb | Robert Gilbert
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Lang Lang: Johann Sebastian Bach
Goldberg-Variationen

BWV 988
Deutsche Grammophon 2 CDs € 19,99 (Studioaufnahme)
4 CDS € 33,99 (Studio- und Live-Aufnahme)

„Die Goldberg-Variationen aufzunehmen war ein Lebenstraum. Ich arbeite schon seit über 20 Jahren an dem Werk, habe es als 17-Jähriger Christoph Eschenbach und einige Jahre später Nikolaus Harnoncourt vorgespielt. Damals habe ich auf Harnoncourts privatem Cembalo gespielt, unter anderem die Variationen 13 und 25 und die Arie. Wir haben über die Einsamkeit des Musikerlebens gesprochen und über musikalische Stimmung. Er sagte: »Du spielst sehr schön, aber es klingt nicht einsam genug. Du ruhst nicht genug in dir selbst.« Er spielte mir ein paar Stellen vor – und das eröffnete mir ganz neue Dimensionen und Zugänge zu Bach.“
(Lang Lang zu seiner Einspielung)

Wir alle kennen die Goldberg-Variationen und der Name Glenn Gould ist mit seinen zwei Aufnahmen sehr damit verknüpft. Jetzt kam Lang Langs Einspielung heraus und die Fachwelt ist voll des Lobes. Interessant ist wirklich, dass Lang Lang sowohl eine Studio- und eine Live-Aufnahme gemeinsam herausbringt. Er spricht darüber, wie unterschiedlich sich das für ihn fühlt und anhört, dass die Aufnahme in der Thomaskirche in Leipzig nicht ganz astrein gespielt ist, aber dafür im zweiten Teil viel lockerer und emotionaler. Das ist auf dem Video auch zu sehen, als ihm in der letzten Variation die Tränen herunterlaufen.

Hier geht es zum Video auf der ZDF-Mediathek, auf der wir den Pianisten auf seinem Weg zu seiner Interpretation eine Stunde begleiten können:

https://www.zdf.de/kultur/musik-und-theater/lang-langs-goldberg-variationen-104.html

Freitag, 19.Juni

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Heute haben
Friedrich Theodor Vischer * 1807
Czeslaw Milosz * 1911 (Nobelpreis 1980)
Philippe Jacottet * 1925
Assia Djebar * 1936
Otto Sander * 1941
Juli Zeh * 1974
Geburtstag
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Stimmungen

– ein Akrostichon –

Keiner weiß mehr, was genau.
Unsicher, ob ich mich trau.
Lausche Sachen, täglich neu.
Tue viel, mir selber treu.

Ulmer hier, Neu-Ulmer da.
Regional und manch Trara.
Bleib zu Hause oder nicht.
Und ich schreibe ein Gedicht.

Chaosgleich manch neuen Regeln
Hektisch auf uns niedersegeln.
Auch dem Staat sei zugestanden,
Neu ist alles, nichts vorhanden.

Drohung hier und Öffnung da.
Leben, wie noch nie es war.
Unsre Welt im Virus g’fangen.
Nervig wir um Rettung bangen.

Ganz gemütlich bleibt nur lesen.
Jederzeit ist’s so gewesen.
Abenteuer, neue Sachen
Staunend uns und glücklich machen.

Träumen fort in and’re Welten.
Rabulisten dort nichts gelten.
Alles dies und mehr ich suche
Morgen dann im nächsten Buche!

© Thomas Dietrich

DANKE
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