Mittwoch, 9.Februar

In einer aktuellen Änderung der Coronaverordnung Baden-Württemberg, die am 9. Februar 2022 in Kraft tritt, wird die Zugangsregelung für den Einzelhandel gelockert.
Ab morgen gelten gemäß § 17 Absatz 1 Nr. 1 in der Basis-, Warn- und Alarmstufe I keine Zugangsbeschränkungen;
die bisher in der Alarmstufe I geltende 3G-Regel für den Einzelhandel, der nicht der Grundversorgung dient, wird aufgehoben.

Was bedeutet das für Buchhandlungen?

Im Moment gilt in Baden-Württemberg die Alarmstufe I. (Hospitalisierungs-Inzidenz von mindestens 3,0 oder mindestens 390 Intensivbetten mit COVID-19-Patient*innen)
Das bedeutet, es gelten ab morgen keine Zugangsbeschränkungen für Kunden, diese müssen lediglich eine FFP2-Maske tragen.

Sollte die Hospitalisierungsinzidenz über 6,0 liegen (im Moment 7,2) und zugleich auch die Anzahl der mit COVID-19-Patienten belegten Intensivbetten auf über 450 steigen (im Moment 277), wird die Alarmstufe II ausgerufen.Dann gilt nach aktueller Rechtslage in Buchhandlungen wieder die 2G-Regel (§ 17 Absatz 1 Nr. 2 der Coronaverordnung).
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Heute haben
Felix Dahn * 1834
Amy Lowell * 1874
Brendan Behan * 1923
Thomas Bernhard * 1931
John Maxwell Coetzee * 1940
Alice Walker * 1944
Geburtstag
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„Es gibt ja nichts Verlogeneres, als diese Geburtstagsfeiern, zu welchen sich die Menschen hergeben, nichts Widerwärtigeres als die Geburtstagsverlogenheit und die Geburtstagsheuchlerei.“
Thomas Bernhard aus: „Alte Meister“
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Unser Bilderbuchtipp:


Bo R.Holmberg / Eva Eriksson: „Der Tag mit Papa
Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer
Moritz Verlag € 12,95
Bilderbuch ab 4 Jahren

Ein rührendes Bilderbuch, in dem nicht viel passiert und doch die ganze Liebe des Sohnes für seinen Vater zeigt.
Tim wartet alleine im Bahnhof auf seinen Papa, der in einer anderen Stadt wohnt und der ihn heute besuchen kommt. Gemeinsam unternehmen sie Dinge, die sich Tim wünscht und überall, wo sie hingehen, stellt er den Menschen dort seinen Papa vor. „Das ist Johnny, mein Papa!“
Die Zeit vergeht, Papa schaut auf die Uhr, sie müssen zurück zum Bahnhof. Es wird ein schwerer Abschied, aber Tim, weiss, dass sein Papa ja wieder kommt. Aber sie haben noch ein paar Minuten und Papa nimmt Tim mit in den Zug und stellt ihn allen Fahrgästen vor: „Alle mal herhören. Das ist Tim. Mein großartiger Sohn.“
Danach fährt der Zug aber wirklich ab, Tim steht und winkt und winkt, bis nur noch die Gleise sirren.
Auf dem letzten Bild sehen wir Tims Mama, die ihn hält und gemeisam schauen sie dorthin, wo der Zug verschwunden ist.

Ein schlichtes Bilderbuch, das aus der Sicht des kleinen Tim, seinen Tag mit Papa schildert, ohne weitere Wertungen, oder Erklärungen. Wunderschön illustriert von Eva Eriksson.

Montag, 18.Januar

Das Bild hat mir Sabine zugeschickt. Schneemänner auf der Friedrichsaubrücke.


Heute haben
Franz Blei * 1871
Arno Schmidt * 1914
Peter Stamm * 1963
Geburtstag
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Das ist mein größter Einwand gegen Musik, daß Österreicher darin exzelliert haben.
Arno Schmidt
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Das Arno Schmidt Zitat passt wunderbar zu unserem heutigen Buchtipp:


Nicolas Mahler: „Thomas Bernhard“
Die unkorrekte Biografie
Suhrkamp Verlag € 16,00

Das Leben und Werk von Thomas Bernhardt in 99 Bildern. Geht das?
Ja klar. Und wie.
Der Österreichische Comic Zeichner Nicolas Mahler hat schon Bernhards „Alte Meister“ und „Der Weltverbesserer“ adaptiert (davor schon Proust, Alice im Wunderland, Kant, …) und wagt sich jetzt an den ganzen bösen Grantler. Es fehlen natürlich nicht die Tante Hedwig Stavianicek und sein Verleger Siegfried Unseld (mit dem wir im Briefwechsel Bernhard – Unseld schwer mitgelitten haben). Bernhards Beziehung zu seinen Preisen und Ehrungen werden hier genauso erwähnt. Das lässt sich genauer noch in einem seperaten Taschenbuch nachlesen.
Nicolas Mahler fängt die Atmosphäre rund um den Schriftsteller treffend ein. Schon seine Geburt und die ersten Wochen seines Lebens müssen für ihn traumatisch gewesen sein.
Die Texte im Buch sind meist Originalzitate. Auf mehreren Seiten im Anhang gibt Mahler die Quellen dazu an.
So bekommen wir in dieser unkorrekten Biografie einen sehr guten Einblick in das Leben dieses sehr speziellen Autoren und haben mächtig Spaß dabei.

Dienstag, 26.November

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Heute haben
Georg Forster * 1754
Franz Jung * 1888
Eugène Ionesco * 1909
und Charles M.Schulz * 1922
Geburtstag
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Andreas Gryphius
Ebenbild unseres Lebens

Auf das gewöhnliche Königs-Spiel

Der Mensch das Spiel der Zeit / spielt weil er allhie lebt.
Im Schau-Platz diser Welt; er sitzt / und doch nicht feste.
Der steigt und jener fällt / der suchte der Paläste /
Vnd der ein schlechtes Dach / der herrscht und jener webt.

Was gestern war ist hin / was itzt das Glück erhebt;
Wird morgen untergehn / die vorhin grüne Aeste
Sind numehr dürr und todt / wir Armen sind nur Gäste
Ob den ein scharffes Schwerdt an zarter Seide schwebt.

Wir sind zwar gleich am Fleisch / doch nicht von gleichem Stande
Der trägt ein Purpur-Kleid / und jener grabt im Sande /
Biß nach entraubtem Schmuck / der Tod uns gleiche macht.

Spilt denn diß ernste Spil: weil es die Zeit noch leidet /
Vnd lernt: daß wenn man von Pancket des Lebens scheidet:
Kron / Weißheit / Stärck und Gut / bleib ein geborgter Pracht.
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Katharina Hacker: „Darf ich dir das Sie anbieten?“

Minutenessays
Berenberg Verlag € 19,00

Das ist ein Buch für Leute, die gerne lesen:
es geht um Sprache.
Das ist ein Buch für Leute, die nicht gerne lesen:
die Texte sind sehr kurz.
Das ist ein Buch für Leute, die gern schreiben:
da ist genug Platz.
Das ist ein Buch für Leute, die nicht gern schreiben:
steht schon was drin.

Katharina Hackers neues Buch ist ein Notizbuch in kleinem Format. Passend für die Manteltasche, damit man es überall mitnehmen kann. Es ist ein Notizbuch von ihr, aber es birgt auch viel freien Raum für eigene Gedanken. Katharina Hacker schreibt über Alltäglichkeiten, die plötzlich kippen und aus eventuell Banalem wird ein Gedankenstrom in unserem eigenen Hirn.
Sie zitiert ihre eigenen Heiligen, wie zB. Martin Buber und Thomas von Aquin, lässt aber weiten Raum für Betrachtungen über Familie, die Kuscheliere der eigenen Kinder, über Liebe und Tod. Und halt über das Leben. Ihr Leben. Unser Leben.

Leseprobe
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Mittwoch, 27. November 2019, 19 Uhr,
Kulturbuchhandlung Jastram
Eintritt € 8,00

Wortreich

Von Auslöschern und Geistesmenschen
Eine Exkursiuon in Thomas Bernhardts Welt

Einst erregten seine Werke die Gemüter so heftig wie kaum die eines anderen deutschsprachigen Dichters nach 1945. Ihre Auslieferung wurde gerichtlich untersagt, sie lösten Skandale aus, Politiker ergingen sich in Beschimpfungen und Verdammungen des Autors. Mittlerweile ist der einst Geschmähte so etwas wie ein österreichischer Nationalheiliger. Dieses posthume Schicksal teilt er mit vielen anderen zu Lebzeiten Miss- oder Unverstandenen. Und der Reiz seiner Werke wirkt unvermindert, sie sind mittlerweile in 27 Sprachen übersetzt, die Sekundärliteratur über den Autor füllt zig Regalmeter, und an den Theatern weltweit werden längst nicht mehr nur seine Stücke gespielt, sondern auch Romane und Erzählungen für die Bühne adaptiert. Anlässlich der Inszenierung von „Alte Meister“ im Museum Ulm und der kunsthalle weishaupt begeben sich Christel Mayr, Markus Hottgenroth und Christian Katzschmann auf eine Exkursion ins Bernhardsche literarische Universum.

Montag

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Heute haben
Amy Lowell * 1874
Brendan Behan * 1923
Thomas Bernhard * 1931
Alice Walker * 1944
Geburtstag.

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Zum Beginn der neuen Woche zeige ich Ihnen, was es alles Literarisches
zu entdecken gibt.
Zuerst einmal mein kleiner Lesemarathon am Sonntag:

Bücher

Die einzelnen Bücher tauchen demnächst dann hier auf dem Blog auf.
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1

Ich wollte dahin, wo die Action war!
Jami Attenberg über ihr Lesen und Leben mit Büchern in der neuen Ausgabe von Interview(Deutschland)
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Der Diogenes Verlag wehrt sich gegen Amazon.
Ich weiss nicht, wie lange er das durchhält und ich weiss auch nicht, wie lange der Link zur FAZ noch gültig ist.
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Am Dienstag kommt Dennis Gastmann ins Ulmer ROXY.
Beginn ist 20 Uhr.

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Dies schreibt der Rowohlt Verlag zu seinem Buch:

Welche Rolle spielt Geld, wenn Geld keine Rolle spielt? Was macht Reichtum mit dem Kopf und mit dem Herzen? Dennis Gastmann begibt sich auf eine Expedition in die Hautevolee: Er tanzt mit Chiara Ohoven, diniert mit der Jetset-Gräfin Gunilla von Bismarck und wagt sich mit Rolf Sachs, dem ältesten Sohn von Gunter Sachs, auf die legendäre Bobbahn von St. Moritz. Wie sind sie wirklich, die Millionäre und Milliardäre, die sich fast die Hälfte des weltweiten Vermögens teilen? Gastmann reist von Marbella nach Monaco, von Cannes nach Sylt, von London bis nach Katar, ins reichste Land der Erde. Ein ukrainischer Oligarch empfängt ihn in seinem goldenen Palast, und der Schraubenkönig Reinhold Würth verrät ihm seinen letzten Wunsch. Aus all diesen Abenteuern entsteht das Porträt einer Parallelwelt. Eine Psychologie des Geldes. Oder anders gesagt: ein Reichtumsbericht. Charmant, überraschend und garantiert ungeschönt.
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Am Freitag, den 13. (!) kommt Tobias Wahren um 19 Uhr zu uns in die Buchhandlung
und liest aus seinem dritten Buch: „Kopf an Kopf“.

3

Der Titel „Kopf an Kopf“ und macht schon deutlich, dass es sowohl um Konkurrenz („wer ist erster?“) als auch um Liebe, und Zuneigung („cheek to cheek“) geht – vor allem aber um das spannende Wechselspiel zwischen diesen Polen.
Tobias Wahrens Buch ist unterhaltsam, kurzweilig und überraschungsreich, oder, wie es in der Neu-Ulmer Zeitung hieß: „Wahrens Bücher sind Ausdruck einer immanenten Freude am Schreiben, bei dem „der Leser in einen Sog von Ereignissen hineingezogen wird“ …
Wir freuen uns alle auf einen besonderen Abend.

Der Eintritt ist frei.
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Da heute die Lyrikerin Amy Lowell aus Brooklyn heute Geburtstag hat, soll sie mit einem Wintergedicht hier gefeiert werden.

Amy Lowell
A Winter Ride

Who shall declare the joy of the running!
Who shall tell of the pleasures of flight!
Springing and spurning the tufts of wild heather,
Sweeping, wide-winged, through the blue dome of light.
Everything mortal has moments immortal,
Swift and God-gifted, immeasurably bright.

So with the stretch of the white road before me,
Shining snowcrystals rainbowed by the sun,
Fields that are white, stained with long, cool, blue shadows,
Strong with the strength of my horse as we run.
Joy in the touch of the wind and the sunlight!
Joy! With the vigorous earth I am one.
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Zum Schluss noch die wöchentlichen „Ungereimtheiten“ von Werner Färber.

UNGEREIMTHEIT DER WOCHE (nach Kästner)
AUSSCHWEIFENDE HOTELNÄCHTE IN DER PROVINZ
 
Wie schon so oft, steh ohne Licht
ich vollkommen einsam an der Bar.
Ein Barmixer ist nicht in Sicht.
Sein Dienst um acht vorüber war.
 
Jetzt ist es grade mal Halbzehn
und dennoch bin ich ganz allein.
Mir bleibt nur noch ins Bett zu geh’n,
ach wär‘ ich wenigstens zu zwein 
UNGEREIMTHEIT DER WOCHE (Limericks)
 
SCHNEEMANN
 
Der dicke Schneemann draußen im Garten
kann den Frühlingsbeginn kaum erwarten.
Nur Wärme im Sinn,
schmilzt er schnell dahin.
Bald liegt nur noch ’ne Möhre im Garten.