Montag, 1.August

Heute haben
Herman Melville * 1819
Peter Kast * 1894
Ernst Jandl * 1925
Bernward Vesper * 1938
Guus Kuijer * 1942
Geburtstag
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Theodor Storm
August

Die verehrlichen Jungen, welche heuer
Meine Äpfel und Birnen zu stehlen gedenken,
Ersuche ich höflichst, bei diesem Vergnügen
Wo möglich insoweit sich zu beschränken,
Dass sie daneben auf den Beeten
Mir die Wurzeln und Erbsen nicht zertreten.
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Heute feiert der Räuber Hotzenplotz seinen 70.Geburtstag.

Otfried Preußler: „Der Räuber Hotzenplotz
Thienemann Verlag € 12,00

Na eigentlich müsste der Räuber ja viel älter sein. Er hatte vor 70 Jahren schon einen Bart. Aber vor 70 Jahren erschien der erste Band um den Räuber der Großmutter.
Generationen von Kindern haben die Geschichten vorgelesen bekommen und später ihren Kindern vorgelesen.
Mittlerweile gibt es die drei Bände in einem etwas größeren Format mit den gleichen Illustrationen, die allerdings fein und passend illustriert worden sind.
In unserer „Ahnengalerie“ auf dem Kinderbuchregal steht er neben vielen anderen Helden und Heldinnen der Kinderbuchwelt.

Dienstag, 6.April

Wollte nicht der Frühling kommen?
War nicht schon die weiße Decke
von dem Rasenplatz genommen
gegenüber an der Ecke?
Nebenan die schwarze Linde
ließ sogar schon (sollt ich denken)
von besonntem Märzenwinde
kleine, grüne Knospen schwenken.
In die Herzen kam ein Hoffen,
in die Augen kam ein Flüstern –
und man ließ den Mantel offen,
und man blähte weit die Nüstern …

Ja, es waren schöne Tage.
Doch sie haben uns betrogen.
Frost und Sturm und Schnupfenplage
sind schon wieder eingezogen.
Zugeknöpft bis an den Kiefer
flieht der Mensch die Gottesfluren,
wo ein gelblichweißer, tiefer
Schnee versteckt die Frühlingsspuren.
Sturmwind pfeift um nackte Zweige,
und der Rasenplatz ist schlammig.
In mein Los ergeben neige
ich das Auge. Gottverdammich!
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Emilia Wiltschek (15) empfiehlt:

Davide Morosinotto: „Der Ruf des Schamanen
Unsere abenteuerliche Reise in das Herz der Dunkelheit
Aus dem Italienischen von Cornelia Panzacchi
Thienemann Verlag € 18,00
Jugendbuch ab 12 Jahren

Seit die 13jährige Laila, Tochter eines Diplomaten, wegen eines Skateboard-Unfalles, in den Fluren einer Botschaft sich eine Platzwunde am Kopf zuzog, verschmälerte sich ihr Sichtfeld beträchtlich. Bald sieht sie im Dunkeln von ein wenig bis gar nicht mehr. Sie beschreibt es oft, als würde man durch ein Fernrohr schauen. Ihre Eltern schleppten sie von Arzt zu Arzt, doch niemand konnte die Ursache für das Schwinden ihres Sehvermögens erklären. Schließlich landete sie in der, mitten im Herzen von Panama gelegenen, Klinik wo ihr anscheinend geholfen werden kann. In dieser Klinik stößt sie auf den jungen El Rato, der anscheinend schon immer dort wohnt und sich äußerst gut damit auskennt, wie man das Klinik Personal aus der Fassung bringen kann. Als sie bei einem ihrer Streiche in der Bibliothek über ein altes Tagebuch stolpern, in dem die Rede von einer, alle Krankheiten heilenden, Blume ist, werden beide hellhörig. El Rato versucht Laila dazu überreden in den Urwald zu gehen und nach der Blume zu suchen. Um diese anschließend an die Wissenschaft für sehr viel Geld zu verkaufen. Doch Laila schmettert diese Idee von sich, bis sie heimlich ein Gespräch zwischen dem Arzt und ihrer Mutter belauscht, in dem klar wird, dass Lailas Krankheit unheilbar und tödlich ist. Erschrocken durch die Erkenntnis, dass sie nicht mehr lange zu leben hat, entschließt sie sich doch mit El Rato die lange Reise in den Urwald auf sich zu nehmen. In der Hoffnung, dass sie die Blume finden und diese sie heilen kann. Mit ihren Ersparnissen in den Schuhen und ihrem Teddy-Rucksack über den Schultern machen sich die beiden auf eine gefährliche Reise. Mit Flugzeug, Bus und Zug geht es Richtung Urwald, in dem sie allerdings nicht das vorfinden, was sie erwartet haben.

Ein Buch, das traurig, spannend und brutal zur gleichen Zeit ist. Nichts für zu schwache Nerven. Mit gefiel es sehr, sehr gut. Für alle, denen die „Mississippi Bande“ gefallen hat.

Emilia

Donnerstag, 17.September

Heute haben
Karl Wolfskehl * 1869
William Carlos Williams * 1883
Hugo Hartung * 1902
Frank O’Connor * 1903
Horst Krüger * 1919
Karin Reschke * 1940
Geburtstag
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Eduard Mörike

Die Sophisten und die Pfaffen
stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen
wohl die H
enne, wohl das Ei?
Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward das Ei erdacht,
doch, weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hat’s der Has’ gebracht. ____________________________________________________________________

Karl Newson / Kate Hindley: „Ich bin fast genau wie du“
Aus dem Englischen von Ebi Naumann genial in deutsche Versform gebraucht
Thienemann Verlag € 13,00
Bilderbuch ab 3 Jahren

Endlich mal wieder ein großer Spaß, ein witziges, kluges Buch.
Die Helden in diesem Bilderbuch (immer ein Kind und ein Tier) sind ganz unterschiedlich: Manche sind groß, manche sind klein. Manche sind leise, andere laut. Aber es gibt Dinge, die sie alle gemeinsam haben: Alle spielen gern, machen ab und zu Unsinn und brauchen zum Einschlafen Geborgenheit und eine Gute-Nacht-Geschichte. 
Es geht mal laut zu und tief ins Wasser, es regnet und es ist kalt. Verstecken spielen vor einer schwarzweissen Tapete mit einem Zebra ist schwierig und eine Krokodilzahnärztin mit so vielen Zähnen ist schon beeindruckend. Am Ende aber sind wir doch alle gleich, trotz unserer Unterschiede.
Same same but different.
Besser als in diesem Bilderbuch kann es nicht ausgedrückt werden.

https://www.youtube.com/watch?v=8Din-6hL8Ys
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Freitag, 3.März

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Heute haben
Gudrun Pausewang * 1928
Josef Winkler * 1953
Nicholas Shakespeare * 1957
Isabel Abedi * 1967
Geburtstag.
Aber auch Jan Garbarek, Miriam Makeba, Antonio Vivaldi und Gesine Cresspahl, die von D.E. einen handgeschriebenen Brief bekommt.

„Du sollst nicht mich heiraten, du sollst mit mir leben. Von Sollen sprichst du; ich meinte Wünschen.“
aus: Uwe Johnson: Jahrestage
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Heute im Gedichtekalender:

Hermann Plagge
Vorstadtabend

An jedem Abend steigt die Riesenwelle
der Lichtflut auf und wirft die Blinkerkämme
rauschend gegen die nachtgefugten Dämme
der Dunkelheit und droht mit großer Helle.

Bisweilen flieht in das gedehnte Land
ein Stadtbahnzug, der atemlos sich rettet
und Baum an Baum mit seinem Licht verkettet,
und ferne schmal wird wie ein Ordensband.

Die Nacht wächst blau herauf an allen Enden.
Die Sterne frieren, hoch und dünn gestrählt,
Orion, gierig, mit den goldenen Händen

hascht nach dem Mond, der unten sich gequält
heraufwürgt aus der Weltstadt Riesenlenden
wie eine Frucht, groß, blank und abgeschält.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

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Davide Morosinotto: „Die Mississippi Bande
Übersetzt von Cornelia Panzacchi
Thienemann Verlag € 14.99
Jugendbuch ab 12 Jahren

Endlich mal wieder ein Buch mit dem wir die Jungs (die Mädels natürlich genauso)
begeistern können.

Im Jahr 1904 angeln unsere vier Helden (das sind: Te Trois (der dritte in der Familie),
Eddie, Tit und Julie) bei ihren verbotenen Ausflügen in die Sümpfe, statt des erhofften Fisches eine alte Dose. Sie überlegen, was sie mit den darin enthaltenen drei Dollar (damals eine Menge Geld) kaufen könnten und durchblättern den viel geliebten Verandhauskatalog der Firma Walker & Dawn. Es wird sich für Kauf einer Pistole entschieden, die natürlich nur auf Umwegen bestellt werden kann. Als das Paket tatsächlich endlich, nach langem ungeduldigen Warten, ankommt, ist die Enttäuschung groß: Nur eine alte kaputte Uhr liegt da im heiß ersehnten Päckchen.
Aber diese Uhr ist der Beginn eines tollen Abenteuers, denn diese Uhr scheint der Schlüssel zu einem schon länger ungelösten Kriminalfall zu sein. Das merken die Kinder aber erst spät, fast zu spät, nachdem sie sich auf eine abenteuerliche Reise aufgemacht haben, von der sie abwechselnd berichten.

Ich stellte mich breitbeinig hin, packte die Angelrute ganz fest und holte die Schnur ein. Ich machte mich auf eine langen Kampf gefasst, denn was so zog, konnte nur ein riesiger Wels sein, der größte Wels, der in diesem Teil des Bayou jemals gefangen worden war. Doch da irrte ich mich. Gleich beim ersten Ruck kamen Köder und Angelhacken los und am Haken hing kein Fisch, sondern eine schlammige, durchlöcherte Dose.
„Bäh! Es ist eine Tomatensuppendose, schmeiß sie weg!“, meinte Eddie.
„Dummkopf, wir können die Dose gut gebrauchen. Wir machen eine Laterne draus, für unsrer Hütte“, widersprach Julie.
Die beiden waren dabei, in einen richtigen Streit zu geraten, da murmelte Tit etwas, streckte die Hand aus und ergriff die Dose. Die Dose klirrte.
„Hey, zeig mal her!“, sagte ich.
Ich nahm Tit die Dose ab und kippte ihren Inhalt auf den Boden des Einbaums. Es kamen Wasser und Schlamm heraus. Und drei Münzen. Drei Dollarmünzen, die in dem Sonnenfleck auf dem Boden des Einbaums glänzten.
„Drei Dollar“!, flüsterte Eddie und beugte sich vor, um sie aufzuheben.

Toll sind auch die alten Bilder, die die Geschichte begleiten, die doch immer eine andere Wendung nimmt und die Kinder (deren Alter wir nie erfahren) von einer brenzligen Situation in die nächste geraten lässt.
Spannung und Spaß bis zur letzten Seite.

Leseprobe

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Foto: Tamara Casula

Davide Morosinotto wurde 1980 in Norditalien geboren. Bereits mit 17 Jahren veröffentlichte er seine erste Kurzgeschichte, die auf der Auswahlliste des renommierten italienischen Literaturpreises „Premio Campiello“ stand. Seitdem hat er über 30 Kinder- und Jugendbücher veröffentlicht, für die er zahlreiche Preise erhalten hat. Davide Morosinotto lebt als Autor, Journalist und Übersetzer in Bologna.

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Hier geht es zum Gewinnspiel

Montag

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Heute haben
Friedrich Arnold Brockhaus * 1772
Amos Oz * 1939
Graham Swift * 1949
Geburtstag

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Wie jede Woche, wollen wir auch heute mit Ungereimtheiten von Werner Färber starten:

UNGEREIMTHEIT DER WOCHE
(Ungereimtheiten aus der Tierwelt)

SCHWALBE – ZU FRÜH CCLCXXVIII

Es fliegt im Mai eine Schwalbe
– man fragt sich im Grunde, warum –
so ungefähr um die halbe
Welt mit andern Schwalben herum.
In den Norden sieht man sie ziehen,
wo’s dann bei der Ankunft noch schneit.
Bald sieht man sie wieder fliehen –
denn noch ist der Sommer sehr weit.

UNGEREIMTHEIT DER WOCHE
(aus: WER MORDET SCHON IN ULM, UM ULM UND UM ULM HERUM –
11 mörderische Geschichten, 11 fiese Gedichte und 125 Freizeittipps s.u.)

GELEGENHEITSMAURER

Gar heftig ist des Paares Streit
darüber, ob der offene Kamin
wird stillgelegt für alle Zeit,
oder ob man noch nutze ihn.

Er möcht’ die Funktion erhalten,
um mit einem schönen Feuer
sich zu wärmen in der kalten
Zeit mit Holz, welches nicht teuer.

Sie jedoch will Dreck vermeiden,
den Staub und auch die viele Asche.
Also zanken sich die beiden,
bis er wütend greift die Flasche.

Warum hat sie, denkt er betreten,
im Gesicht noch immer rot,
den Standpunkt gar so fest vertreten?
Nun liegt sie vor ihm, mausetot.

Nach angemessenem Bedauern,
dass er sie tödlich hat verletzt,
will er den Kamin vermauern,
weil’s ihr so wichtig bis zuletzt.

So mörtelt er bald Stein auf Stein,
lässt dabei die Frau verschwinden.
Mit Sorgfalt mauert er sie ein.
Schließlich soll sie keiner finden.
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glück

Bobbie Pyron: „Plötzlich Glückspilz“
Aus dem Amerikanischen von Gerda Bean
Thienemann Verlag € 12,99
als eBook € 9,99
Kinderbuch ab 10 Jahren

Beginnen wir doch gleich mit dem Motto des Buches, das von einem Ulmer stammt:

„Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben:
Entweder so, als wäre nichts ein Wunder, oder
so, als wäre alles eines.“
Albert Einstein

Ein Wunder ist es schon, was hier beschrieben wird.
Aber dazu komme ich gleich, denn der elfjährige Nate könnte ein Wunder gut gebrauchen. Er hat das Pech gepachtet. Es haftet ihm an und er wird es nicht mehr los. Mit vier Jahren verliert er seine Eltern bei einem Autounfall und lebt seitdem bei seinem fürsorglichen Großvater. Sie wohnen in einem winzigen Küstendorf in den USA und der Grossvater schlägt sich mehr schlecht als recht mit Fischfang durch. Manchmal nimmt er Angler mit raus und verdient somit ihren gemeinsamen Unterhalt. Nantes Hund wurde bei einem Wirbelsturm weggefegt und alles, was er sonst noch anpackt misslingt. Der Toaster produziert nur schwarze, verkohlte Brote. In der Schule ist der Aussenseiter, da niemand mit so einem Tollpatsch zutun haben will. Immer an seiner Seite die intelligente und anstrengend alleswissenende Gen(esis), die immer versucht ihn trotz seiner Missgeschickte zu Unternehmungen mitzunehmen. Sie ist u.a. eine große Kämpferin für die Seeschildkröten, die einmal im Jahr am Strand des Dorfes ihre Eier legen.
An einem sonnigen Tag gehen die beiden zum Minigolfspielen und Nate ist klar, dass es ein Desaster werden wird. Als dann auch noch Mitschüler auf einer anderen Bahn unterwegs sind, ist der Ofen komplett aus. Sie amüsieren sich herrlich, weil Nate alle Bälle versemmelt. An diesem wolkenlosen Tag knallt ein Blitz vom Himmel und trifft Nate, dessen Minigolfschläger als Blitzableiter dient. Er wacht im Krankenhaus auf, ist einigermaßen fit und hat den Griff des Schlägers in seine Haut eingebrannt. Ab diesem Moment wird aus Pech Glück und es gelingt ihm alles, was er unternimmt, was er anfasst. sogar der Toaster produziert perfekte Scheiben fürs Frühstück. Als er bei einem Baseballspiel einen fast unhaltbaren Ball fängt und kurz danach seinen ersten Homerun hinlegt, ist er der gefeierte Star der Klasse, der ganzen Schule.
Die Autorin Bobbie Pyron erzählt in einem sehr witzigen Ton die Geschichte dieses Wunderknaben, wobei hinter ihrer humorvollen Erzählweise eine große Portion Ernstaftigkeit steckt. Was passiert, wenn jemand plötzlich der Liebling der Schule wird, wo er doch vorher nur Gen hatte, die zwar oft nervt, aber trotzdem immer da ist? Wie verändere ich mich, wenn plötzlich alles zu Gold wird? So geht es auch Nate. Er wendet sich langsam von Gen ab und geht mit seinen Kumpels zum Baseballspielen. Gen bleibt zurück und hat nun noch weniger Unterstützung im Kampf für ihre Schildkröten. Bobbie Pyron lässt noch einen Blitz vom Himmel krachen und es zeigt sich, wer wirkliche Freunde sind und was wichtig im Leben ist. Heiter und humorvoll schauen wir hinter die Kulissen der kleinen Dorfgemeinschaft und können auch Schlüsse für unser Leben, für unsere Verhaltensweisen ziehen.
Ich denke, dass die Angabe „ab 10 Jahre“ prima passt und wer ein heiteres, ernsthaftes (nicht unbedingt sehr spannendes) Buch lesen will, ist hier wirklich bestens aufgehoben. Und: die Blitzeinschläge sind zwar sehr unwahrscheinlich, passen aber genau in diesen Rahmen.

Leseprobe
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Morgen, Dienstag 5.Mai stellen wir 19 Uhr wieder vier neue Romane vor.
Es liest, wie immer Clemens Grote
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Nachtrag zum Buchtipp: „Gone Girl“ von letzter Woche.
Darin kommt eine Bar vor, die Nick Dunne mit seiner Schwester führt.
Er nennt sie „The Bar„.
Am selben Tag, als ich den Eintrag geschrieben habe, wurde am Nachbarhaus folgende Aufschrift angebracht.

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Passt!

Mehr Fotos finden Sie unter:
Jastram.tumblr.com und Wiebuecherleben.tumblr.com
Viel Vergnügen.

Mittwoch

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Festungshonig aus Ulm und die passende DVD dazu.
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Heute haben
Ludwig Thoma * 1867
Egon Friedell * 1878
Antonio Gramsci * 1891
Kristin Baldursdottir * 1949
Geburtstag
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Hurra! Es gibt neue Abenteuer von Ben.
Als der Autor Oliver Scherz während der Jugendliteraturtage bei uns kurz in die Buchhandlung geschneit ist, hat er erwähnt, dass im Frühjahr weitere Geschichten mit Ben erscheinen sollen.
Gestern war es nun so weit.

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Oliver Scherz: „Ben.“
Schule, Schildkröten und weitere Abenteuer
Illustriert von Annette Swoboda
Thienemann Verlag € 12,99
ab 5 Jahren

Ben ist der Junge mit seiner Schildkröte Herr Sowa, von denen wir im ersten Band so restlos begeistert waren. Als Oliver Scherz dann in Ulm war und wir nach seinen Veranstaltungen sein Ben-Buch ausgelegt haben, ging das über’n Ladentisch wie geschnitten Brot. Und alle waren begeistert. Die Vertreterin meinte: „Was, so viel habt ihr davon verkauft?!“

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Jetzt ist Ben seit einer knappen Woche in der Schule und steckt schon mitten drin im neuen Alltag, in dem noch so viel fremd ist und dem ihn sein großer Bruder (er ist schon in der 4.Klasse) ihn gleich mal in ein großes Abenteuer schickt. Er soll nämlich durch das Kellerfenster der Schule steigen, von dort aus in das Klassenzimmer der 4. huschen und dann die Tafel auswischen. Alles kein Problem für unseren Helden und seine Freundin Ina. Was allerdings erschwerend dazukommt ist, dass es im Keller wohl Ratten geben soll und der Hausmeister seinen Hund auf Einbrecher hetzt. Na, das kann ja heiter werden. Im Klassenzimmer angekommen, sehen sie, dass Bens Bruder auf die große Tafel geschrieben hat, dass seine Lehrerin doof ist und er nun keinen Mut hat, dies stehen zu lassen. Ben schafft das schon, wenn auch mit Rettung in letzter Sekunde. Dank seiner Freundin Ina, die im Nachbarhaus wohnt und mit ihm vieles zu bereden hat. Treffpunkt ist ein Indianerzelt und darin sind sie dann „Stampfende Büffelfrau“ und „Schleichender Donner“. Mit solchen Namen kann ja nix schiefgehen.
Ben gewinnt noch den erste Tischtennisrundlauf-Wettbewerb (obwohl er nicht spielen kann), wird darauf aber gehänselt, weil er noch so klein ist und nicht mal sechs Jahre alt.
Sie merken schon, jede Menge neue Dinge, die auf unseren Ben reinprasseln. Als am Ende des Buches Ben seinen 6.Geburtstagfeiert und er mit Ina eine riesige Torte in die Schule transportieren, kommt es in bester Kleiner-Nick-Art zu einer gekonnten Tortenschlacht.
Wunderbare, freche Geschichten mit den liebevollen Illsutrationen von Annette Swoboda. Genial zum Vorlesen, oder für das erste, zweite Lesealter.

Buchtrailer zum ersten Band:


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Werner Färber hat uns einen Kalender überlassen, den ich heute verlosen will.
Wer Lust auf diese witzigen Tiergedichte hat …. bitte melden und ich schicken ihn sofort los.
E-Mail: in**@ja*************.de
Stichwort: Haben, haben, haben

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Freitag

Nach diesem gestrigen wunderbaren schönen, sonnigen freien Tag und dem ersten Frost (minus 2 Grad am Morgen), werden hier keine Brücken gebaut. Statt eines freien Tages hier ein Freitag. Und morgen kommt Sams dran.

Und heute haben
Jeremias Gotthelf * 1797
und
Max Halbe * 1865
Geburtstag
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Jeremias Gotthelf
Schwer ist es, die rechte Mitte zu treffen:
das Herz zu härten für das Leben,
es weich zu halten für das Lieben.
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Heute stelle ich Ihnen einen alten Klassiker vor, den wir ausgegraben haben.
Die Enkelin meinte zuerst, dass sie darauf keine Lust hätte und überhaupt, wie denn das Buch schon aussähe. Mit etwas Überzeugungsarbeit („total spannend“), habe ich zumindest angefangen zu lesen. Und zack, nach wenigen Seiten gab es kein Halten mehr. Es ging wie beim kleinen Häwwelmann: „Mehr, mehr“, heisst es nun und so wurde gestern früh vor dem Frühstück und später vor dem Zubettgehen fleißig vorgelesen. Mucksmäuschenstill war es im Wohnzimmer. Nur das Schnurren der Katze und das Knistern des Holzofen waren zu hören. Zwischendurch mal wieder ein lautes Lachen, wenn es im Buch hoch herging.

Wanjabuch

Otfried Preußler: „Die Abenteuer des starken Wanja
Thienemann Verlag € 9,95
Hörbuch im Audio Verlag € 14,99
Hörspiel bei Karussell € 10,99
und als DVD € 12,99

Wanjafilm

Otfried Preußlers Buch über den faulen und späteren starken Wanja erschien 1968. Zu diesem Datum fallen mir politisch ganz andere Dinge ein, als die Geschichte dieses Jungen, der sieben Jahre auf dem Backofen geschlafen hat. Preußler war fünf Jahre lang in russischer Gefangenschaft.. Vielleicht hat ihn diese Zeit und seine Kindheit in Böhmen dazu bewogen, immer wieder Geschichten zu schreiben, die dort spielen, wie zum Beispiel auch „Krabat“. Nach 35 Jahren packen wir also wieder dieses Buch aus und es funktioniert noch immer. Wanja, der jüngste von drei Söhnen, trifft im Wald einen alten, weisen Mann, der im prophezeit, dass er Zar von Russland werden wird. Zuvor muss er aber sieben Jahre auf dem Backofen liegen, er darf nichts sprechen und er muss sieben Säcke Sonnenblumenkerne essen. Das sorgt natürlich für viel Spott und Aljoscha Rotschopf stachelt Wanjas Brüder immer wieder dazu an, ihn mit brutalen Mitteln von dort zu vertreiben. Auf diesen Aljoscha ist Enkelin Emilia nun überhaupt nicht gut zu sprechen. Nach dieser Zeit geht er auf Wanderschaft und hilft mit seiner ungeheuren Kraft viele Menschen aus großer Not.
In den Angaben steht ab 10 Jahren. Unsere Enkelin ist fast 8 und es geht ausgezeichnet. Preußler bedient sich keiner Fremdworte und das Eintauchen in diese russische Welt macht so richtig Spaß. Wanja findet sofort den Weg in unsere Herzen und wir hoffen, dass er seine Reise ins Land hinter den Weißen Bergen gut übersteht.

Kammeroper von Peter Fulda nach dem Buch „Die Abenteuer des starken Wanja“ von Otfried Preußler
Text: Horst Hawemann, Mitarbeit: Florian Hawemann
[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=OiXNpQLU6vY]

Otfried Preußler redet übers Bücherlesen

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Samstag

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Alles für den Urlaub, für das Wochenende,
für die schönen Stunden abends nach der Arbeit.

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Heute haben
Gustav Freytag * 1816
Issak Babel * 1894
Georg Hensel * 1923
Helga Königsdorf * 1938
Geburtstag
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frauen

Gestern gab es im Lyrikband „Frauen dichten andersfolgendes Gedicht:

Annette von Droste-Hülshoff
An ***

O frage nicht, was mich so tief bewegt,
Seh ich dein junges Blut so freudig wallen,
Warum, an deine klare Stirn gelegt,
Mit schwere Tropfen aus den Wimpern fallen.
Mich träumte einst, ich sei ein albernes Kind,
Sich emsig mühend an des Tisches Borden;
Wie übermächtig die Vokabeln sind,
Die wieder Hieroglyphen mir geworden!
Und als ich dann erwacht, da weint ich heiss,
Dass mir so klar und nüchtern jetzt zu Mute,
Dass ich so schrankenlos und überweis’,
So ohne Furcht vor Schelten und vor Rute.
So, wenn ich schaue in dein Antlitz mild,
Wo tausend frische Lebenskeime walten,
Da ist es mir, als ob Natur mein Bild
Mir aus dem Zauberspiegel vorgehalten;
Und all mein Hoffen, meiner Seele Brand
Und meiner Liebessonne dämernd Scheinen,
Was noch entschwinden wird und was entschwand,
Das muss ich alles dann in dir beweinen.
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Kerstin Schoene: „Ein Haufen Freunde
Thienemann Verlag € 12,95
Bilderbuch ab 4 Jahren

Der kleine Pinguin ist traurig, kuschelt sich an eine kleine Schmusewolke und sitzt traurig auf einem Eisblock mit einer geknickten Blume in der Hand. Sein schwarzes Hütchen und seine kleine Fliege sitzen schief und sehen gar nicht schick aus zu seinem Frack. Alle Tiere im Zoo, die dies sehen fragen ihn: „Was hast du?„.
Er antwortet, dass er doch ein Vogel sei und nicht fliegen könne. Wie sehr er sich auch anstrenge und bemühe; er als Pinguin bleibe immer unten. Dazu sehen wir ihn sich abmühen angeschnallt an zwei Luftballons, oder wedelnd mit zwei Blätter. Er möchte halt doch nur einmal über den Wolken schweben. Ach, er sieht so traurig aus.
Und jetzt geht es ab. Die Giraffe glotzt mich aus dem Bilderbuch an, das Nilpferd auch und der Elefant füllt die ganze rechte Seite und hält ein Schild mit dem Rüssel: „Du da!“ Jetzt bin nämlich ich gefordert. Alle Freunde sollen helfen. Und ich soll auch ein Freund sein. Nun heisst es auf der nächsten Doppelseite das querformatige Bilderbuch umzudrehen. Jetzt habe ich ein richtige langes Bilderbuch auf den Beinen und den Platz brauchen wir auch. Wir sehen den kleinen Pinguin, wie er auf einem kleinen Hügel ganz unten am Bildrand steht und die Wolken sind immer noch so weit weg. Die Tiere stellen ihn auf ein paar Steine. Immer noch nix. Aber jetzt kommen sie alle, die Freunde des Pinguins. Zuerst der Igel. Er stellt sich auf die Steine auf dem Hügel, darauf der Hase, das Schaf, das Zebra, das Nilpferd. Sie merken schon, an der Reihenfolge stimmt etwas nicht. Es geht aber weiter mit Schlange, Kranich, Krokodil, Känguruh, einer Giraffe kopfüber und und und einem Goldfisch im Glas und zu allerletzt der Elefant, der den kleinen Pinguin mit dem Rüssel fast bis zu den Wolken hochhält.Da waren die Wolken nicht mehr zu hoch …und er hat das Gefühl über den Wolken zu schweben. So können wir es auf der letzten Doppelseite sehen, die wir dann wieder im Querformat anschauen.
Na, ein wenig verrückt schon. Aber soviele Tiere auf einem Haufen und gleichzeitig soviele Freude, ist doch toll!

Kerstin Schoene studierte Kommunikationsdesign an der Bergischen Universität Wuppertal. Schwerpunkt ihres Studiums war Illustration bei Professor Wolf Erlbruch.
Seit ihrem erfolgreichen Abschluss arbeitet sie freiberuflich als Illustratorin und Grafikdesignerin. Sie zeichnet für verschiedene Verlage, schreibt und illustriert eigene Kinderbücher.
Sie lebt, unter Beobachtung eines Fellknäuels, in Haan.