Montag, 1.August

Heute haben
Herman Melville * 1819
Peter Kast * 1894
Ernst Jandl * 1925
Bernward Vesper * 1938
Guus Kuijer * 1942
Geburtstag
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Theodor Storm
August

Die verehrlichen Jungen, welche heuer
Meine Äpfel und Birnen zu stehlen gedenken,
Ersuche ich höflichst, bei diesem Vergnügen
Wo möglich insoweit sich zu beschränken,
Dass sie daneben auf den Beeten
Mir die Wurzeln und Erbsen nicht zertreten.
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Heute feiert der Räuber Hotzenplotz seinen 70.Geburtstag.

Otfried Preußler: „Der Räuber Hotzenplotz
Thienemann Verlag € 12,00

Na eigentlich müsste der Räuber ja viel älter sein. Er hatte vor 70 Jahren schon einen Bart. Aber vor 70 Jahren erschien der erste Band um den Räuber der Großmutter.
Generationen von Kindern haben die Geschichten vorgelesen bekommen und später ihren Kindern vorgelesen.
Mittlerweile gibt es die drei Bände in einem etwas größeren Format mit den gleichen Illustrationen, die allerdings fein und passend illustriert worden sind.
In unserer „Ahnengalerie“ auf dem Kinderbuchregal steht er neben vielen anderen Helden und Heldinnen der Kinderbuchwelt.

Dienstag, 6.April

Wollte nicht der Frühling kommen?
War nicht schon die weiße Decke
von dem Rasenplatz genommen
gegenüber an der Ecke?
Nebenan die schwarze Linde
ließ sogar schon (sollt ich denken)
von besonntem Märzenwinde
kleine, grüne Knospen schwenken.
In die Herzen kam ein Hoffen,
in die Augen kam ein Flüstern –
und man ließ den Mantel offen,
und man blähte weit die Nüstern …

Ja, es waren schöne Tage.
Doch sie haben uns betrogen.
Frost und Sturm und Schnupfenplage
sind schon wieder eingezogen.
Zugeknöpft bis an den Kiefer
flieht der Mensch die Gottesfluren,
wo ein gelblichweißer, tiefer
Schnee versteckt die Frühlingsspuren.
Sturmwind pfeift um nackte Zweige,
und der Rasenplatz ist schlammig.
In mein Los ergeben neige
ich das Auge. Gottverdammich!
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Emilia Wiltschek (15) empfiehlt:

Davide Morosinotto: „Der Ruf des Schamanen
Unsere abenteuerliche Reise in das Herz der Dunkelheit
Aus dem Italienischen von Cornelia Panzacchi
Thienemann Verlag € 18,00
Jugendbuch ab 12 Jahren

Seit die 13jährige Laila, Tochter eines Diplomaten, wegen eines Skateboard-Unfalles, in den Fluren einer Botschaft sich eine Platzwunde am Kopf zuzog, verschmälerte sich ihr Sichtfeld beträchtlich. Bald sieht sie im Dunkeln von ein wenig bis gar nicht mehr. Sie beschreibt es oft, als würde man durch ein Fernrohr schauen. Ihre Eltern schleppten sie von Arzt zu Arzt, doch niemand konnte die Ursache für das Schwinden ihres Sehvermögens erklären. Schließlich landete sie in der, mitten im Herzen von Panama gelegenen, Klinik wo ihr anscheinend geholfen werden kann. In dieser Klinik stößt sie auf den jungen El Rato, der anscheinend schon immer dort wohnt und sich äußerst gut damit auskennt, wie man das Klinik Personal aus der Fassung bringen kann. Als sie bei einem ihrer Streiche in der Bibliothek über ein altes Tagebuch stolpern, in dem die Rede von einer, alle Krankheiten heilenden, Blume ist, werden beide hellhörig. El Rato versucht Laila dazu überreden in den Urwald zu gehen und nach der Blume zu suchen. Um diese anschließend an die Wissenschaft für sehr viel Geld zu verkaufen. Doch Laila schmettert diese Idee von sich, bis sie heimlich ein Gespräch zwischen dem Arzt und ihrer Mutter belauscht, in dem klar wird, dass Lailas Krankheit unheilbar und tödlich ist. Erschrocken durch die Erkenntnis, dass sie nicht mehr lange zu leben hat, entschließt sie sich doch mit El Rato die lange Reise in den Urwald auf sich zu nehmen. In der Hoffnung, dass sie die Blume finden und diese sie heilen kann. Mit ihren Ersparnissen in den Schuhen und ihrem Teddy-Rucksack über den Schultern machen sich die beiden auf eine gefährliche Reise. Mit Flugzeug, Bus und Zug geht es Richtung Urwald, in dem sie allerdings nicht das vorfinden, was sie erwartet haben.

Ein Buch, das traurig, spannend und brutal zur gleichen Zeit ist. Nichts für zu schwache Nerven. Mit gefiel es sehr, sehr gut. Für alle, denen die „Mississippi Bande“ gefallen hat.

Emilia

Donnerstag, 17.September

Heute haben
Karl Wolfskehl * 1869
William Carlos Williams * 1883
Hugo Hartung * 1902
Frank O’Connor * 1903
Horst Krüger * 1919
Karin Reschke * 1940
Geburtstag
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Eduard Mörike

Die Sophisten und die Pfaffen
stritten sich mit viel Geschrei:
Was hat Gott zuerst erschaffen
wohl die H
enne, wohl das Ei?
Wäre das so schwer zu lösen?
Erstlich ward das Ei erdacht,
doch, weil noch kein Huhn gewesen,
Schatz, so hat’s der Has’ gebracht. ____________________________________________________________________

Karl Newson / Kate Hindley: „Ich bin fast genau wie du“
Aus dem Englischen von Ebi Naumann genial in deutsche Versform gebraucht
Thienemann Verlag € 13,00
Bilderbuch ab 3 Jahren

Endlich mal wieder ein großer Spaß, ein witziges, kluges Buch.
Die Helden in diesem Bilderbuch (immer ein Kind und ein Tier) sind ganz unterschiedlich: Manche sind groß, manche sind klein. Manche sind leise, andere laut. Aber es gibt Dinge, die sie alle gemeinsam haben: Alle spielen gern, machen ab und zu Unsinn und brauchen zum Einschlafen Geborgenheit und eine Gute-Nacht-Geschichte. 
Es geht mal laut zu und tief ins Wasser, es regnet und es ist kalt. Verstecken spielen vor einer schwarzweissen Tapete mit einem Zebra ist schwierig und eine Krokodilzahnärztin mit so vielen Zähnen ist schon beeindruckend. Am Ende aber sind wir doch alle gleich, trotz unserer Unterschiede.
Same same but different.
Besser als in diesem Bilderbuch kann es nicht ausgedrückt werden.

https://www.youtube.com/watch?v=8Din-6hL8Ys
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