Donnerstag, 22. September


Heute haben
Hans Leip * 1893
Rosemunde Pilcher * 1924
Fay Weldon * 1931
Lutz Rathenow * 1952
Peter Prange * 1955
Geburtstag.
Und auch Hans Scholl * 1918 (Weiße Rose)
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Theodor Storm
Ein grünes Blatt

Ein Blatt aus sommerlichen Tagen,
Ich nahm es so im Wandern mit,
Auf dass es einst mir möge sagen,
Wie laut die Nachtigall geschlagen,
Wie grün der Wald, den ich durchschritt.
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Unser Buchtipp:

Dylan Thomas: „Unterm Milchwald
Ein Stück für Stimmen
Zweisprachige Ausgabe, aus dem Englischen und einem Nachwort von Jan Wagner
Plus einer Lageskizze von Llareggub von Dylan Thomas
Hanser Verlag € 27,00

„Von diesem grandiosen Klassiker des Wortweltmeisters Dylan Thomas waren sie alle begeistert- die Stones, die Beatles, Anthony Hopkins, Richard Burton, Igor Strwainsky – und ich auch!“
Elke Heidenreich

„To begin at the beginning:

It is spring, moonless night in the small town, starless
and bible-black, the cobblestreets silent and the hunched,
courters’-and-rabbits’ wood limping invisible down to the
sloeblack, slow, black, crowblack, fishingboatbobbing sea.
The houses are blind as moles (though moles see fine to-night
in the snouting, velvet dingles) or blind as Captain Cat
there in the muffled middle by the pump and the town clock,
the shops in mourning, the Welfare Hall in widows’ weeds.
And all the people of the lulled and dumbfound town are
sleeping now.

Hush, the babies are sleeping, the farmers, the fishers,
the tradesmen and pensioners, cobbler, schoolteacher,
postman and publican, the undertaker and the fancy woman,
drunkard, dressmaker, preacher, policeman, the webfoot
cocklewomen and the tidy wives. Young girls lie bedded soft
or glide in their dreams, with rings and trousseaux,
bridesmaided by glowworms down the aisles of the
organplaying wood. The boys are dreaming wicked or of the
bucking ranches of the night and the jollyrodgered sea. And
the anthracite statues of the horses sleep in the fields,
and the cows in the byres, and the dogs in the wetnosed
yards; and the cats nap in the slant corners or lope sly,
streaking and needling, on the one cloud of the roofs.“

Das legendäre Werk des walisischen Dichters Dylan Thomas in einer neuen Übersetzung von Jan Wagner, der „Unterm Milchwald“ als das schönste Stück Literatur bezeichnet, „das jemals über den Äther lief“.
Der Morgen beginnt in dem kleinen Fischerdorf Llareggub an der walisischen Küste und das, was Dylan Thomas und seiner kleinen Seestadt macht, ist so einzigartig, dass ich richtig süchtig geworden bin. Voller Wortwitz, mit verrückten Wortketten und Wortassoziationen lässt er die Einwohner der kleinen Stadt einen Tag lang zu Wort kommen. Vom frühen Morgen bis spät in die Nacht geht der Reigen an der wallisischen Küste. Es wird gelacht, geweint, gesungen und gebrüllt. Es werden Kartoffeln poliert und Bier gesoffen, der Teufel im Wald vertrieben und Orgel gespielt. Die Toten werden wieder lebendig und der Briefträger erzählt den Empfängern der Post gleich an der Türschwelle, was es alles Neues gibt auf den zugestellten Postkarten. Ich kann hier keine Inhaltsangabe schreiben, da das Stück voller überbordender Ideen ist. Was aber Gossamer Beynon, Orgel-Morgan, Mrs Ogmore-Pritchard, Mrs Willy-Nilly, Kapitan Cat, Mr Waldo, Mary Ann Seefahrer, Eli Jenkins, Lily Smalls, Boyo, Mrs Cherry Owen und Sinbad, auf den Straßen, in den Häusern, auf dem Friedhof und in der Kneipe treiben, ist einfach großartig.
Und damit auch der Autor Dylan Thomas.

Leseprobe

Dylan Thomas, 1914 in Swansea geboren, 1953 in New York gestorben, arbeitete ab 1934 für Zeitschriften und die BBC in London. 1949 zog er sich in den kleinen walisischen Fischerort Laugharne zurück. Er schrieb Gedichte, Essays, Briefe, Drehbücher, autobiographische Erzählungen und das Stück „Unterm Milchwald“, das postum mit dem Prix Italia 1954 ausgezeichnet wurde.
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Der Maro Verlag hat uns eine Kiste voll mit seiner unglaublichen schönen Anthologie „Marotte“ zugeschickt, die wir im Laden verschenken.
Wenn Sie ein Exemplar haben wollen – bitte melden.

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Wir haben während des Klimastreiks unseren Buchladen von 15 bis 17 Uhr geschlossen.
Danach ist bis 18 Uhr wieder geöffnet.

Mittwoch, 14.September

Der große Wagen mit Spezialbeleuchtung (Foto: Michel Wiltschek)

Heute haben
Theodor Storm * 1817
Michel Butor * 1926
Ivan Klima * 1931
Gerd Fuchs * 1932
Eckhard Henscheid * 1941
Martin Sperr * 1944
Uli Becker * 1953
Geburtstag
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Theodor Storm
Meeresstrand

Ans Haff nun fliegt die Möwe,
und Dämmrung bricht herein;
über die feuchten Watten
spiegelt der Abendschein.

Graues Geflügel huschet
neben dem Wasser her;
wie Träume liegen die Inseln
im Nebel auf dem Meer.

Ich höre des gärenden Schlammes
geheimnisvollen Ton,
einsames Vogelrufen –
so war es immer schon.

Noch einmal schauert leise
und schweiget dann der Wind;
vernehmlich werden die Stimmen,
die über der Tiefe sind.

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Zum 90. Geburtstag der Autorin am 27.Oktober 1932


Sylvia Plath: „Das Herz steht nicht still
Späte Gedichte 1960-1963
Zweisprachige Ausgabe. Herausgegeben, aus dem Englischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Judith Zander
Suhrkamp Verlag € 25,00

1960 zieht Sylvia Plath nach England und schreibt unermüdlich weiter. Es erscheint ihr Gedichtband Der Koloss. Kurz vor ihrem Tod, 1963, folgt ihr einziger Roman: Die Glasglocke. In diesen Jahren wird sie zweimal Mutter.
„Es ist, als setzte mein Herz ein Gesicht auf und ginge hinaus in die Welt.“
Sylvia Plath schwankt zwischen Mutter sein und sich das Leben nehmen, zwischen Glücksgefühl und Verzweiflung.
Großes Lob an Judith Zander für diese Übersetzungsarbeit und das sehr informative Nachwort.

Stillborn
These poems do not live: it’s a sad diagnosis.
They grew their toes and fingers well enough,
Their little foreheads bulged with concentration.
If they missed out on walking about like people
It wasn’t for any lack of mother-love.
O I cannot understand what happened to them!
They are proper in shape and number and every part.
They sit so nicely in the pickling fluid!
They smile and smile and smile and smile at me.
And still the lungs won’t fill and the heart won’t start.
They are not pigs, they are not even fish,
Though they have a piggy and a fishy air –
It would be better if they were alive, and that’s what they were.
But they are dead, and their mother near dead with distraction,
And they stupidly stare, and do not speak of her.

Totgeboren
Diese Gedichte leben nicht: eine traurige Diagnose.
Dabei wuchsen sie gut, alle Zehen- und Fingertriebe.
Ihre kleinen Stirnen schwollen vor Konzentration.
Wenn sie es versäumten herumzulaufen wie Menschen,
Lag’s nicht an einem Mangel an Mutterliebe.
Ach, ich begreife gar nicht, was mit ihnen passiert ist!
Sie sind proper in Form und Anzahl und allem Drumrum.
Sie hocken so nett in der konservierenden Lake!
Sie lächeln und lächeln und lächeln und lächeln mir zu.
Und doch füllen die Lungen sich nicht und das Herz bleibt stumm.
Sie sind keine Schweine, sie sind noch nicht einmal Fische,
Obwohl sie eine schweinige, fischige Anmutung haben –
Besser wäre, sie wären lebendig, und das ist’s, was sie waren.
Doch sie sind tot, und die Mutter fast tot vor Verzweiflung,
Und sie starren blöde und wollen nichts über sie sagen.


Sleep in the Mojave Desert
Out here there are no hearthstones,
Hot grains, simply. It is dry, dry.
And the air dangerous. Noonday acts queerly
On the mind’s eye, erecting a line
Of poplars in the middle distance, the only
Object beside the mad, straight road
One can remember men and houses by.
A cool wind should inhabit those leaves
And a dew collect on them, dearer than money,
In the blue hour before sunup.
Yet they recede, untouchable as tomorrow,
Or those glittery fictions of spilt water
That glide ahead of the very thirsty.
I think of the lizards airing their tongues
In the crevice of an extremely small shadow
And the toad guarding his heart’s droplet.
The desert is white as a blind man’s eye,
Comfortless as salt. Snake and bird
Doze behind the old masks of fury.
We swelter like firedogs in the wind.
The sun puts its cinder out. Where we lie
The heat-cracked crickets congregate
In their black armourplate and cry.
The day-moon lights up like a sorry mother,
And the crickets come creeping into our hair
To fiddle the short night away.

Übernachten in der Mojave-Wüste
Hier draußen gibt es keine Herdstellen,
Nur heiße Körnchen. Es ist trocken, trocken.
Und die Luft gefährlich. Mittag spielt seltsam
Mit dem inneren Auge, stellt eine Reihe
Pappeln in mittlerer Entfernung auf, die einzigen
Objekte neben der irren, schnurgeraden Straße,
Die einen an Menschen und Häuser erinnern kann.
Ein kühler Wind sollte in diesen Blättern wohnen
Und ein Tau, wertvoller als Geld, sich auf ihnen sammeln
In der blauen Stunde vor Sonnenaufgang.
Doch weichen sie zurück, unnahbar wie morgen
Oder jene glitzernden Einbildungen von vergossenem Wasser,
Die vor den sehr Durstigen herschweben.
Ich denke an die Eidechsen, die ihre Zungen kühlen
Im Spalt eines äußerst schmalen Schattens,
Und die Kröte, die das Tröpfchen ihres Herzens beschirmt.
Die Wüste ist weiß wie das Auge eines Blinden,
Trostlos wie Salz. Schlange und Vogel
Dösen hinter den alten Masken des Zorns.
Wir verschmachten wie Feuerböcke im Wind.
Die Sonne löscht ihre Schlacke aus. Wo wir liegen,
Versammeln sich hitzerissige Heuschrecken
Mit ihren schwarzen Panzern und klagen.
Der Tagmond leuchtet auf wie eine bedauernde Mutter,
Und die Heuschrecken kriechen uns ins Haar,
Um die kurze Nacht zu vergeigen.
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Jetzt unterschreiben beim Fuß- und Radentscheid Ulm

Aktive Mobilität, wie das Zufußgehen und Radfahren, haben einen großen Einfluss auf die Lebensqualität in einer Stadt.

Fuß- und Fahrradverkehr sind die umwelt- und stadtfreundlichsten Fortbewegungsarten. Platzsparend stehen sie allen Menschen zur Verfügung, sind günstig, klimaneutral, feinstaub- und schadstofffrei, leise, gesund und fördern nachweislich das individuelle Wohlbefinden. Zudem begünstigen sie die soziale Interaktion und sind die einzigen Fortbewegungsarten mit einem positiven volkswirtschaftliche Nutzen.

Zusammengefasst: Fuß- und Fahrradverkehr sind DIE Grundlage von „Städte für Menschen“.

Wir wollen den Ausbau von attraktiver Fuß- und Radinfrastruktur in unserer Stadt voranbringen. Damit sich Zu Fußgehende und Radfahrende subjektiv sicher und wohl fühlen, egal ob sie 8 oder 88 Jahre alt sind. FuR Ulm, für ein lebenswerteres Ulm für Alle!

Deshalb benötigen wir einen Fuß- und Radentscheid.

Unterschriftenlisten gibt es bei uns in der Buchhandlung.


Montag, 1.August

Heute haben
Herman Melville * 1819
Peter Kast * 1894
Ernst Jandl * 1925
Bernward Vesper * 1938
Guus Kuijer * 1942
Geburtstag
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Theodor Storm
August

Die verehrlichen Jungen, welche heuer
Meine Äpfel und Birnen zu stehlen gedenken,
Ersuche ich höflichst, bei diesem Vergnügen
Wo möglich insoweit sich zu beschränken,
Dass sie daneben auf den Beeten
Mir die Wurzeln und Erbsen nicht zertreten.
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Heute feiert der Räuber Hotzenplotz seinen 70.Geburtstag.

Otfried Preußler: „Der Räuber Hotzenplotz
Thienemann Verlag € 12,00

Na eigentlich müsste der Räuber ja viel älter sein. Er hatte vor 70 Jahren schon einen Bart. Aber vor 70 Jahren erschien der erste Band um den Räuber der Großmutter.
Generationen von Kindern haben die Geschichten vorgelesen bekommen und später ihren Kindern vorgelesen.
Mittlerweile gibt es die drei Bände in einem etwas größeren Format mit den gleichen Illustrationen, die allerdings fein und passend illustriert worden sind.
In unserer „Ahnengalerie“ auf dem Kinderbuchregal steht er neben vielen anderen Helden und Heldinnen der Kinderbuchwelt.

Donnerstag, 16.Juni


Heute haben
Anna Wimschneider * 1919
Erich Segal * 1937
Joyce Carol Oates * 1938
Alexandra Marinina * 1957
Robert Schneider * 1961
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Theodor Storm
Noch einmal!

Noch einmal fällt in meinen Schoß
Die rote Rose Leidenschaft;
Noch einmal hab ich schwärmerisch
In Mädchenaugen mich vergafft;
Noch einmal legt ein junges Herz
An meines seinen starken Schlag;
Noch einmal weht an meine Stirn
Ein juniheißer Sommertag.
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Ich genieße hier den freien Feiertag und lasse Hartmut radeln.

Tag 20
142 km von Autlem über Northwich und Warrington bis hinter Preston

Mein Vormittag war geprägt durch gemütlich schönes Radeln durch kleine ländliche Dörfer und Städtchen. Mit viel Weiden voller Kühe und Pferden, aber auch mit einigen Begegnungen mit Fasanen und Kaninchen und den quirligen Grauhörnchen, bei denen ich mir immer sorge, daß mir mal eines ins Rad springt vor lauter Übermut. (die Grauhörnchen sind eigentlich nicht heimisch in England, verdrängen aber mittlerweile wohl die roten Eichhörnchen).


Mein Nachmittag war dann gekennzeichnet durch lange Strecken entlang am Kanal, aber das war heut leider ziemlich nervig. Die Wege waren oft recht holprig und ständig galt es Hindernisse wie Brücken mit Treppen und vor allem Absperrbarrieren zu überwinden. Durch diese Barrieren kommt man mit einem normalen Fahrrad gut durch, aber nicht mit einem Packesel wie meinem. Dauernd musste ich die Taschen vom Rad nehmen um durchzukommen und das konnte sich alle 500 m wiederholen. Das hat mich vielleicht genervt und als mein Navi mich dann auch noch auf einen matschigen Wanderpfad führte und ich im englischen Nirwana landete, beschloß ich auf eigene Faust zu navigieren und wich auf die großen Straßen aus, um Strecke zu machen und einfach mal ohne Hindernisse radeln zu können.

Mittlerweile war ich ja auch in einem ziemlichen Ballungsraum angekommen. Links Liverpool und rechts Manchester und mein Weg mittendurch. Eigentlich könnte und sollte man hier ein paar Tage verweilen, um sich diesen Städten zu widmen, aber ich bin ja zum Radfahren hier. Also weiter geht’s.
So wurde es also wieder ein langer Radtag, zumal ich dann auch in Preston noch von einer Laufveranstaltung ausgebremst wurde und eine halbe Stunde lang die Läufer einer Benefizveranstaltung mit anfeuern half.
Jetzt warte ich hier im Park, bis die Kids mal nach Hause müssen und werd dann mein Zelt im Jubilee Park in Lea aufschlagen.


Alle Fotos und den kompletten Bericht gibt es hier: https://hardyontour.wordpress.com

Mittwoch, 20.April

Heute haben
Pietro Aretino * 1492
Herman Bang * 1857
Hermann Ungar * 1893
Arto Paasilinna * 1942
Geburtstag
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Theodor Storm
Die Nachtigall

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Sie war doch sonst ein wildes Blut;
Nun geht sie tief in Sinnen,
Trägt in der Hand den Sommerhut
Und duldet still der Sonne Glut
Und weiß nicht, was beginnen.

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.
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Ein kleiner Nachtrag zum Nachtigallenbuch-Beitrag.
Hier eine Mail von Frau Kipper mit einem Radiohinweis:

Hallo Herr Wiltschek,
es freut mich, mit dem Nachtigallen-Buch Begeisterung geweckt zu haben!
Falls Sie das hier vorher noch lesen: morgen nach halb elf gibt es ein
Interview zum Buch auf Deutschlandfunk Kultur
. (10.05 – 11.00 Lesart).
Tatsächlich sind die Herren Nachtigallen seit dem Wochenende wieder in
Berlin eingezogen – zumindest die ersten, der große Schwung braucht wohl
noch ein paar Tage. Im Norden Brandenburgs warten wir dagegen noch auf
die ersten Ankommenden. Gibt es in Ulm denn Nachtigallen? Ich weiß, dass
die Populationen im Süden des Landes ja leider eher sehr rückläufig waren.

Ganz herzliche Grüße, Silke Kipper
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Bei uns in der Buchhandlung:
Albert Cüppers: „Landschaft mit Gräberhügel“

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Stadtradeln in Ulm von 01.05. bis 21.05.2022
Das Team „Jastram radelt“ macht wieder mit und sucht noch Mitradelnde.
Einfach anmelden, Kilometer sammeln und Spaß haben.


Samstag, 21.August

… und der Liegestuhl „Ulm tut gut“ wird auch genutzt.

Heute haben
Emilio Salgari * 1862
Mary M.Kaye * 1908
Ali Mitgutsch * 1935
Geburtstag
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Theodor Storm
Am Fenster lehn ich

Am Fenster lehn ich, müd verwacht.
Da ruft es so weithin durch die Nacht. –

Hoch oben hinter Wolkenflug
Hinschwimmt ein Wandervogelzug.

Sie fahren dahin mit hellem Schrei
Hoch unter den Sternen in Lüften frei.

Sie sehn von fern den Frühling blühn,
Wild rauschen sie über die Lande hin.

O Herz, was ist’s denn, das dich hält?
Flieg mit, hoch über der schönen Welt!

Dem wilden Schwarm gesell dich zu;
Vielleicht siehst auch den Frühling du!

Dann gib noch einmal aus Herzensdrang
Einen Laut, ein Lied, wie es einstens klang!

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Unser Bilderbuchtipp:


Doro Göbel / Peter Knorr (Illustrationen): „Auf zum Markt!
Eine Wimmelbilder-Geschichte ab 3 Jahre
Beltz&Gelberg € 14,00

Endlich! Ein neues Wimmelbilderbuch von Göbel und Knorr.
Ich habe mich gleich daraufgestürzt und sofort wieder Allbekanntes getroffen. Wieder sind Schafe am Unfugmachen, wieder sausen Lastenräder durch die Gegend und wieder ist viel Lustiges und Wissenswertes dabei.
Die beiden verstehen es wunderbar eine Geschichte zu erzählen. Hier geht es vom Bauernof bis zum (Super)-Markt und wir können die einzelnen Personen durch das Buch verfolgen, aber auch eine einzelne Doppelseite für sich sprechen lassen.
Ein großer Spaß zum Anschauen, Entdecken, Weitererzählen.

Hier können Sie reinspickeln.
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1. Welches Buch lesen Sie gerade?
2. Welches Buch empfehlen Sie unbedingt?
3. Welches Buch wollen Sie schon immer mal (wieder) lesen

David Gulde (Verlagsvertreter) empfiehlt:

1.Hernan Diaz: „In der Ferne
2.Stefan Hertmans: „Krieg und Terpentin
3.David Foster Wallace: „Unendlicher Spaß

Danke!!!!
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tagesschau.de vom 20.August

Klima-Risiko-Index
Klimawandel gefährdet vor allem die Kinder
920 Millionen Kinder leiden unter Wasserknappheit

Laut UNICEF sind Kinder die Haupt-Leidtragenden des Klimawandels: Rund eine Milliarde von ihnen seien durch die Folgen „extrem stark gefährdet“. Und das, obwohl sie am wenigsten für die Klimakrise verantwortlich sind.

Hier geht es zum Bericht.
Das scheint Laschet, Scholz, Lindner und der AfD egal zu sein.

Mittwoch, 11.August

Heute haben
Enid Blyton * 1896
Louise Bogan * 1897
Alex Haley * 1921
Fernando Arrabal * 1932
Geburtstag
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Theodor Storm
Inserat

Die verehrlichen Jungen, welche heuer
Meine Äpfel und Birnen zu stehlen gedenken,
Ersuche ich höflichst, bei diesem Vergnügen
Wo möglich insoweit sich zu beschränken,
Dass sie daneben auf den Beeten
Mir die Wurzeln und Erbsen nicht zertreten.

(gefunden im „August“ Gedichtebändchen von Reclam)
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Kalender 2022 sind schon da.


„Der literarische Küchenkalender € 20,00
„Der Musik Kalender“ € 22,00
„Der Literatur Kalender“ € 22,00
„Der literarische Katzenkalender“ € 22,95
„Arche Kinder Kalender“ € 20,00
„Arche Märchen Kalender“ € 20,00
„C.H.Beck Gedichtekalender“ € 18,00
„Der literarische Reiseklander“ € 22,95
„Der literarische Gartenkalender“ € 22,95
„Der Kinder Kalender“ € 22,00

Auch die Leuchtturm Jahresplaner in vielen Farben und Größen.
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1. Welches Buch lesen Sie gerade?
2. Welches Buch empfehlen Sie unbedingt?
3. Welches Buch wollen Sie schon immer mal (wieder) lesen?

Renate Menchini (Verkaufsleitung im Dorling Kindersley Verlag) empfiehlt:

1) Jean-Luc Bannalec: „Bretonische Idylle
Jedes Jahr wieder perfekt für die Urlaubszeit der neue Krimi von Kommisar Dupin aus der wunderschönen Bretagne.
2) Colson Whitehead: „Underground Railroad
Ein Buch, das mich sehr lange beschäftigt hat.
3) T.C. Boyle, einer meiner Lieblings-Autoren, da würde ich gerne noch mal „Willkommen in Wellville“ oder „World´s End“ lesen.

Vielen Dank!!!
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Heute auf Tagesschau.de

Waldbrände im Mittelmeerraum
Wo die Flammen wüten
In mehreren Ländern gibt es derzeit verheerende Waldbrände. Rund um das Mittelmeer sind die Brände nicht nur sehr heftig, sondern auch besonders zahlreich. Wie ist die Lage in den betroffenen Gebieten? Ein Überblick.

Wiederaufbau nach Unwettern
Einigung auf 30-Milliarden-Fonds

Knapp vier Wochen nach der Flutkatastrophe haben sich Bund und Länder auf einen Wiederaufbaufonds im Umfang von 30 Milliarden Euro geeinigt. Kanzlerin Merkel sprach von einem „Zeichen gesamtstaatlicher Solidarität“.

China und Australien
Kein Interesse an mehr Klimaschutz

China ist der größte Produzent von Treibhausgasen, Australien hat eine der höchsten CO2-Emissionsraten pro Kopf. Doch auch nach dem alarmierenden Bericht des Weltklimarates sehen beide Staaten keinen Grund, ihre Klimapolitik zu verschärfen.

Unsere Erde brennt und es passiert nichts.
Der Weltklimarat warnt und die Politik versagt.
Handeln wir jetzt.

https://augustriseup.de/spenden/


Montag, 12.Juli

Heute haben
Henry David Thoreau * 1817
Stefan George * 1868
Raoul Hausmann * 1886
Bruno Schulz * 1892
Günther Anders * 1902
Pablo Neruda * 1904
Adam Johnson * 1967
Johanna Moosdorf * 1971
Malala Yousafzai * 1997
Geburtstag
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Theodor Storm
Juli

Klingt im Wind ein Wiegenlied,
Sonne warm herniedersieht;
Seine Ähren senkt das Korn;
Rote Beere schwillt am Dorn;
Schwer von Regen ist die Flur –
Junge Frau, was sinnst du nur?
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Zufälle durchziehen auch diesen Blog. Gestern ein Gedicht von Stefan George, der heute Geburtstag hat und heute ein Buchtipp, in dem öfters Günther Anders zitiert wird, der auch heute seinen Geburtstag feiert. Alles ist vernetzt.


Ingo Reuter: „Weltuntergänge“
Vom Sinn der Endzeit-Erzählungen
Aus der Reihe „Was beduetet das alles?“
Reclam Verlag € 6,00

Diese Reclam-Reihe ist einfach gut. Aktuelle Themen werden hier aufgegriffen. Kurz und verständlich werden wir hier fundiert von Experten informiert. Und immer wieder schleicht sich auch ein Philosophenklassiker rein.
Hier geht es um Weltuntergänge. Ich holte mir das Büchlein aus dem Regal und dachte: schau mal rein. Gleich die ersten Seiten haben mich gepackt und dank der langen Filmliste am Ende des Buches, weiß ich, was ich alles noch anschauen könnte/sollte.
Weltuntergänge gab es schon immer und im Moment, durch die Klimakatastrophe und Corona, sind sie immer wieder im Gespräch. Ingo Reuter listet diverse Arten von Katastrophen auf und reist mit uns durch die Weltgeschichte. Wasser und Noah, Atomkatastrophen und Günther Anders, Viren, und Klimaveränderungen sind nur einige der Themen, die er analysiert und von verschiedenen Perspektiven betrachtet.
Wer von Weltuntergängen spricht, der redet immer auch von Gerechtigkeit und denkt in die Zukunft. Wer kann sich am Ende retten? Was hat es mit dem Menschen auf sich, dass er verantwortlich für seinen eigenen Untergang sein kann? Und besteht Hoffnung auf Rettung?
Eine interessante Lektüre auf 90 Seiten.

Dr. Ingo Reuter, geb. 1968 in Duisburg, ist apl. Professor für Religionspädagogik an der kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Paderborn. Arbeitsschwerpunkte bilden kulturhermeneutische Fragen in Theologie, Philosophie und Medien. Er hat zahlreiche Beiträge zu Phänomenen der populären Kultur verfasst. Zuletzt veröffentlichte er: »The Walking Dead« – Über(-) Leben in der schlechtesten aller möglichen Welten, Würzburg 2018; SURFACES/Oberflächen, Würzburg 2019; Der christliche Glaube im Spiegel der Popkultur, Wiesbaden 2020.

Leseprobe

Interview auf Deutschland Kultur vom 11.Juli (Noch so’n Zufall)
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Temperaturen um die 50 Grad Extremhitze und Waldbrände im Westen der USA

Stand: 11.07.2021 14:19 Uhr

Der Westen der USA wird derzeit von Waldbränden und Temperaturen um 50 Grad heimgesucht. In Kalifornien verdunstet ein Teil des Löschwassers aus Flugzeugen, bevor es die Flammen erreicht. In Arizona kamen zwei Feuerwehrmänner ums Leben.

Den Artikel von tagesschau.de finden Sie hier.

Dienstag, 6.Juli

Heute haben
Emil Barth * 1900
Unica Zürn * 1916
Bernhard Schlink * 1944
Bodo Kirchhoff * 1948
Hilary Mantel * 1952
Geburtstag
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Johann Wolfgang von Goethe
Freudvoll und leidvoll

Freudvoll
Und leidvoll
Gedankenvoll sein,
Langen
Und bangen
In schwebender Pein,
Himmelhoch jauchzend,
Zum Tode betrübt;
Glücklich allein
Ist die Seele, die liebt.
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Juli
Gedichte
Ausgewählt von Evelyne Polt-Heinzl und Christine Schmidjell
Reclam Verlag € 6,00

Am 3.Juli 2018 habe ich das Bändchen auch vorgestellt. So wie jedes Jahr. Damals haben wir wohl unter der Hitze gestöhnt. Jetzt kommen fast täglich Regenschauer und auch heftige Gewitter.
Trotzdem: Der Sommer ist da, die längsten Tage sind schon vorbei und wer im Norden Urlaub macht, oder in Flensburg wohnt, der merkt deutlich die Helligkeit bis in die tiefsten Abendstunden.
Auch in vielen anderen Dingen ist 2021 anders als 2018. Da können Gedichte wahre Wunder wirken.

Der Sommer hat schon lang eröffnet
Sommergewitter
Sommernächte und Gartenfreuden
Endlich Ferien
Sommerfreuden
Hochsommer
heißen die Überschriften und zeigen uns, wo es hier lang geht.

Theodor Storm
Sommermittag

Nun ist es still um Hof und Scheuer,
Und in der Mühle ruht der Stein;
Der Birnenbaum mit blanken Blättern
Steht regungslos im Sonnenschein.

Die Bienen summen so verschlafen;
Und in der offnen Bodenluk‘,
Benebelt von dem Duft des Heues,
Im grauen Röcklein nickt der Puk.

Der Müller schnarcht und das Gesinde,
Und nur die Tochter wacht im Haus;
Die lachet still und zieht sich heimlich
Fürsichtig die Pantoffeln aus.

Sie geht und weckt den Müllerburschen,
Der kaum den schweren Augen traut:
„Nun küsse mich, verliebter Junge;
Doch sauber, sauber! nicht zu laut.“

Kurt Tucholsky
Feldfrüchte

Sinnend geh ich durch den Garten,
still gedeiht er hinterm Haus;
Suppenkräuter, hundert Arten,
Bauernblumen, bunter Strauß.

Petersilie und Tomaten,
eine Bohnengalerie,
ganz besonders ist geraten
der beliebte Sellerie.

Ja, und hier –? Ein kleines Wieschen?
Da wächst in der Erde leis
das bescheidene Radieschen:
außen, rot und innen weiß.

Sinnend geh ich durch den Garten
unsrer deutschen Politik;
Suppenkohl in allen Arten
im Kompost der Republik.
Bonzen, Brillen, Gehberockte,
Parlamentsroutinendreh …
Ja, und hier –? Die ganz verbockte
liebe gute SPD.
Hermann Müller, Hilferlieschen
blühn so harmlos, doof und leis
wie bescheidene Radieschen:
außen rot und innen weiß.


Dienstag, 22.Juni

Heute haben
Wilhelm von Humboldt * 1767
Erich Maria Remarque * 1898
Anne Morrow Lindbergh * 1906
Francois Lelord * 1953
Dan Brown * 1964
Melinda Nadj Abonji * 1968
Geburtstag
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22.Juni
Theodor Storm
Sommermittag

Nun ist es still um Hof und Scheuer,
Und in der Mühle ruht der Stein;
Der Birnenbaum mit blanken Blättern
Steht regungslos im Sonnenschein.

Die Bienen summen so verschlafen;
Und in der off`nen Bodenluk`,
Benebelt von dem Duft des Heues,
Im grauen Röcklein schläft der Puk.

Der Müller schnarcht und das Gesinde,
Und nur die Tochter wacht im Haus;
Die lachet still und zieht sich heimlich
Fürsichtig die Pantoffeln aus.

Sie geht und weckt den Müllerburschen,
Der kaum den schweren Augen traut:
„Nun küsse mich, verliebter Junge!
Doch sauber, sauber! Nicht zu laut.”

aus: „Mit Gedichten durchs Jahr“, Diogenes Verlag
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Tsitsi Dangarembga erhält den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2021

Tsitsi Dangarembga hat sich als Autorin, Filmemacherin und Aktivistin einen Namen gemacht – und erhält dafür nun den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Sie sei eine weithin hörbare Stimme Afrikas, so die Jury.

Mehr dazu auf tagesschau.de
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Claudia Wiltschek empfiehlt:


Susann Pasztor: „Die Geschichte von Kate und Easy
Kiepenheuer und Witsch Verlag € 20,00

Damals 1973 waren sie sechzehn, Kat und ihre Freundin Easy. Easy möchte alles erleben, was Kate aus ihrer Sicht schon hat. Drogen, Partys und die Liebe. Die Kleinstadt ist eng, Schulpartys langweilig und das eigentlich verbotene Jugendzentrum wird natürlich heimlich besucht . Erste Rockkonzerte und Hesse darf natürlich auch nicht fehlen, und da ist Frippe im kariertem Hemd, in den sich beide verlieben. Und es gibt noch Lothar, der überzeugt ist, dass zu Pink Floyd eine gute Tüte gehört, für die er aber immer Stunden braucht, um sie zu basteln.
Fast ein halbes Jahrhundert später treffen sich die beiden Frauen auf Kreta wieder. Die Liebelei damals endete tragisch und auch die Freundschaft zerbrach ohne Worte. Zwei ältere Damen, die ein großes Stück des Lebens, jede auf ihre Art, gemeistert haben, stellen erstaunt fest, wie diese eigentlich kurze Episode ihr Leben, sie bis heute prägt.
Ein tolles Sommerbuch, gute Unterhaltung für den Liegestuhl im Schatten und wir Graugewordenen sind wieder ein bisschen sechzehn.