Dienstag, 9.Juli

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Albrecht Ludwig Berblinger, der Schneider von Ulm

Heute haben
Jean de La Fontaine * 1621
Walter Hasenclever * 1890
Geburtstag.
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Eventuell von Friedrich Schiller
Es tönen die Hörner von ferne herüber

Es tönen die Hörner von ferne herüber,
Die Düfte des Abends umwehen mich mild!
Der Himmel verschleiert sich trüber und trüber,
Bald decket nun Dämmrung das ganze Gefild.

Des Tages Verwirrungen, Wünsche und Sorgen,
Sie lösen sich leise im wechselnden Raum;
Doch bleibet, was tief in der Seele verborgen,
Die Liebe, geheiligt im seligsten Traum.

Verhallen auch jenseits die Töne der Freude;
Uns bleibet der Liebe beglückender Ton,
Sie sei es, woran meine Seele sich weide,
Bis einst mit dem Leben die Liebe entfloh’n.
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Géraldine Schwarz: „Die Gedächtnislosen“
Erinnerungen einer Europäerin

Aus dem Französischen von Christian Ruzicska
Secession Verlag  Sonderausgabe  € 20,00

Géraldine Schwarz wurde 1974 in Straßburg als Tochter einer französischen Mutter und eines deutschen Vaters geboren. In ihrem ersten Roman „Die Gedächtnislosen“, der den Europäischen Buchpreis in Brüssel bekommen hat, gräbt sie in ihrer Familienver-gangenheit. Drei Generationen sind es, auf die sie ihren Fokus richtet. Ihr Mannheimer Großvater war als Mitläufer in der NSDAP und kaufte 1938 ein Mineralölunternehmen von einer jüdischen Familie weit unter Preis. Dies war nichts Ungewöhnliches zu dieser Zeit. Die jüdische Familie kann, bis auf einen Mann, nicht fliehen und wird in Auschwitz ermordet. Nach dem Krieg meldet sich Julius Löbmann, der Überlebende, und fordert sein Eigentum wieder. Der Briefwechsel der beiden Männer taucht im Keller der Familie Schwarz auf und Géraldine ist erschüttert über den Ton ihres Großvaters, der sich immer mehr als Opfer, statt als Täter sieht. Wohl ein oft vorkommendes Vorgehen in der neuen BRD. Erst die Studentenbewegung, der sich ihr Vater anschließt, bringt viel ans Tageslicht. Aber auch in Frankreich wird mit dem Mythos aufgeräumt, dass alle Franzosen in der Resistance waren.
Géraldine bleibt aber nicht in der Vergangenheit haften, sondern nimmt bezug auf Entwicklungen in Italien, Österreich, der DDR und Osteuropa.
Ein sehr kluges, zurückhaltendes Buch, das auf den Verdrängungsmechanismus in der Geschichte hinweist. Erinnerungsarbeit im Gegensatz zum Erstarken rechter Populisten ist, was zwischen den Zeilen steht.
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Mittwoch, 10. Juli 2019 um 19 Uhr
Kulturbuchhandlung Jastram
Herzschmerz in Azur – Italienische Erzählungen

Ist das mit der Liebe im Süden ganz anders als zum Beispiel in Deutschland? Wahrscheinlich ist es ein Mythos, dass unter dem azurblauen Himmel alles temperamentvoller zugeht – das Kennenlernen, die romantische Annäherung und der Zwist. Die Sehnsüchte, Träume, die Konflikte, die Schmerzen und manchmal auch das Liebesglück ähneln sich hier wie da. Und doch klingen die mediterranen Geschichten über Liebesdinge anders, eben typisch italienisch: intensiv, melancholisch, selbstironisch und manchmal alles gleichzeitig. In der letzten Ausgabe der Lesereihe vor den Sommerferien des Theaters stellen wir italienische Beziehungsgeschichten vor und sorgen passend zu den jahreszeitlichen Gefühlen für einen kleinen Kursus in Sachen Liebesfreud und Liebesleid alla italiana.

Eintritt € 8,00

Mittwoch, 17.April

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Heute haben
Thomas Middleton * 1580
Udo Werner Steinberg * 1913
Shimao Toshio * 1917
Kathy Acker * 1948
Geburtstag
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Silvia Trummers Ostergeschichten

Der Hase begibt sich mit seiner blauen Jacke auf Gleis fünf und besteigt den Regionalzug. Kein Mensch im Abteil. Der Zug fährt ab.
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Sarah Wiltschek empfiehlt:

Alles ist moeglich von Elizabeth Strout

Elizabeth Strout: „Alles ist möglich“
Aus dem Amerikanischen von Sabine Roth
Luchterhand Literaturverlag € 20,00
Elizabeth Strout erzählt in „Alles ist möglich“ aus dem Leben der Kleinstadtbewohner von Carlisle. Und erinnert dabei durchaus an Kent Harufs tollen Roman „Lied der Weite“.
Die Lebensgeschichten der Frauen und Männer sind Einblicke in einfache, oft ärmliche Verhältnisse und zeigen das Leben ehrlich und wahrhaftig mit all seinen dringlichen Fragen, Nöten, aber auch seinen unerwarteten Freuden und der immerwährenden Hoffnung. Strout widmet jede ihrer Figuren ein Kapitel und findet für alle einen eigenen Erzählton. All diese Lebensläufe sind auf irgendeine Weise miteinander verknüpft. Die Figuren erzählen so das Leben der anderen, in Hinblick auf das eigene. Männer, die vom Vietnamkrieg gezeichnet und traumatisiert sind, Frauen, die mit 70 einen Neuanfang wagen oder sich als Pensionsbesitzerin emanzipieren und unerwünschte Gäste vor die Tür setzen. Menschen, die Mitgefühl zeigen und andere, die diesen misstrauen, weil sie sich selbst zutiefst schuldig fühlen.
Da ist Tommy Guptill, dem der ganze Hof abbrennt und damit all sein Hab und Gut. Doch er verbittert nicht. Sieht es als Zeichen Gottes, dass ihm bleibt, was ihm am teuersten ist: seine Frau und seine Kinder.
Dann ist da Lucie Barton, die der bitteren Armut und Gewalt ihrer Kindheit entflohen ist und es zu einer kleinen Berühmtheit gebracht hat. Jetzt sieht man sie in Talkshows und gerade ist ihr neustes Buch auf den Markt gekommen, was auch die Bewohner von Carlisle mit Stolz erfüllt. Doch als Lucie Barton einen Lesungstermin für einen Besuch in ihrem Geburtstort nutzt, holt die Vergangenheit sie ein und sie muss schleunigst zurück in die Großstadt.
Strout schreibt in einer Sprache, die sich wunderbar liest, in Geschichten, die man unbedingt immer weiterlesen möchte!

Auf der Seite von Randomhouse habe ich dieses Interview gefunden.
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Heute abend, Mittwoch, 17.April um 19 Uhr
Lesereihe „Wortreich“

Das Theater Ulm zu Gast
Bei uns in der Buchhandlung
Wort-Reich – Die Lesereihe: Sagenhaftes und Gespenstisches
Mittwoch, 17. April 2019, 19 Uhr, Kulturbuchhandlung Jastram, Eintritt: € 8,00

Als sich die Menschen noch untereinander durch Erzählen unterhielten, waren Legenden und Sagen beliebter abendlicher Gruselstoff. So verbreiteten sich diese Geschichten über Ländergrenzen hinweg, unter anderem auch die von jenem mit einem Fluch belegten Seefahrer, der nur durch die Liebe einer Frau erlöst werden kann. Richard Wagner vertonte die Sage vom Fliegenden Holländer in seiner gleichnamigen Oper – die Neuinszenierung am Theater, aber auch der aktuelle Ballettabend „Das kalte Herz“ sind Anlass für „Wort-Reich“, eine literarische Reise in die Fabelwelt der übernatürlichen Wesen und seltsamen Erscheinungen zu unternehmen. Gewidmet haben sich dieser faszinierenden Sphäre ja nicht nur dubiose Groschenheft-Schreiber, sondern stets auch Dichter von Rang. Aus der Fülle an unheimlichen Geschichten der Literaturgeschichte stellen Ihnen die Schauspieler Stephan Clemens und Nicola Schubert gemeinsam mit Chefdramaturg Dr.Christian Katzschmann Werke aus alter oder jüngerer Vergangenheit vor: ein Lektüre-Abend mit Gänsehaut-Charakter, aber auch Heiterkeit, musikalisch begleitet vom Oboisten Felix Goldbeck.
Karten gibt es direkt in der Buchhandlung.

Mittwoch, 23.Februar

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Heute haben
Stendhal * 1783
Sergej Eisenstein * 1898
Derek Walcott * 1930 (Nobelpreis 1992)
Geburtstag
Aber auch Jeanne Moreau, Humphrey Bogart und Éduard Monet.
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Rok
keine schonzeit für feige zwerge

ist der schatten der bäume
der gleiche
wie der schatten der
hochhäuser die an
wolken kratzen
vielleicht ist der vergleich
abhängig von einem
sommer oder wintertag
oder nacht
dein heißer schweiß
auf meiner zunge
kühlt meine angst
macht mich betrunken
im schatten der bäume
lass uns giftige pilze
suchen unter
aufgerissenen wolken

restlos rastlos

weite strecken zurückgelegt
nie an dem punkt angekommen
der über wahrheit und lüge
entscheidet
kann in betrunkenem zustand
entscheidungen treffen die
nüchtern nicht auszuhalten sind
aber den zeitgeist klar erkennen
betrunken bin ich bei klarem
verstand
wir lieben uns heftig in einem
heruntergekommenen hotel
bei offenem fenster
deine zunge fühlt sich an
wie die dornen der wildrosen
die nacht nimmt die gewalt
der verwundeten tage
mit sich tiefer und tiefer
wir verlieren
du kannst jetzt in meine seele
schreiben love & hate

(aus: Rok, Die Zärtlichkeit des Schneemanns.
€ 10,00 bei uns im Lyrik-Regal)
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9783423147095

Michael Köhlmeier: „Erwarten Sie nicht, dass ich mich dumm stelle“
Reden gegen das Vergessen
dtv € 8,00

„Zum großen Bösen kamen die Menschen nie mit einem großen Schritt, sondern mit vielen kleinen, von denen jeder zu klein schien für eine große Empörung.“
Michael Köhlmeier

Nehmen Sie sich bitte diese sechs Minuten Zeit, während denen Michael Köhlmeier als Festredner zum Gedenktag der Bücherverbennung in Wien diesen Text verlas.
Die Gesichter der angesprochenen Personen in der ersten Reihe werden im länger.
Welch eine mutige Rede.

Weitere politische Reden des österreichischen Autors sind hier in diesem schmalen Taschenbuch versammelt.
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Heute Abend bei uns in der Buchhandlung:

Mittwoch, 23.Januar um 19 Uhr
„Strafe und Verbechen“ in der Lesereihe „Wortreich“
das Theater Ulm zu Gast bei uns in der Buchhandlung
Ausverkauft