Mittwoch, 22.September

Heute haben
Rosemunde Pilcher * 1924
Fay Weldon * 1931
Lutz Rathenow * 1952
Peter Prange * 1955
Geburtstag.
Aber auch Hans Scholl (Weiße Rose)
________________________________________

261
Rumpeln und Ratschen, und Klapperkappen, Stulpen und Buchsstecken, mit eingeübten Grußphrasen, mit Stocherstöcken, um Brunnen zu überspringen, Säbelfedern, auf aufgebückter Krempe ohne Kragen (Bändergehänge, Spiegel und farbige Glasperlen) und sogar verlarvende Verleumdungen meiner Person in krauserem Fellwams vielärmelig sowie häufig auch anderer. Oft wird mir unterstellt, dass ich es sei, der dies alles sage und schreibe.

aus: Oswald Egger, „Entweder ich habe die Fahrt am Mississippi nur geträumt, oder ich träume jetzt“
Suhrkamp Verlag 2021 € 28,00
________________________________________

Abstimmung zum Deutschen Buchpreis 2021

Die Shortlist ist veröffentlicht und normalerweise veranstalten wir ein Shortlistlesen.
Dafür fehlt mir allerdings der Platz im Buchladen und deshalb habe ich mir das hier ausgedacht.
Dies ist allerdings ein Versuch.
Ob das allerdings so funktioniert, wie ich mir das denke, weiss ich nicht.
Also: Einfach mal klicken und abschicken.
Dann sehen wir weiter.
Danke.

_____________________________________

Eine böse, witzige und gleichzeitig todernste Sendung, hier zum Nachschauen.

Freitag, 3.September

(Sieht doch irgendwie aus, wie n Vogel mit Hochfrisur)
____________________________________

Heute haben
Sofia A.Tolstoja * 1844
Ernst Meister * 1911
Alison Lurie Ü* 1926
Fritz J.Raddatz * 1931
Eduardo Galeano * 1940
Geburtstag
_____________________________________

Friedrich Hölderlin
Aussicht

Der offne Tag ist Menschen hell mit Bildern,
Wenn sich das Grün aus ebner Ferne zeiget,
Noch eh des Abends Licht zur Dämmerung sich neiget,
Und Schimmer sanft den Klang des Tages mildern.
Oft scheint die Innerheit der Welt umwölkt, verschlossen,
Des Menschen Sinn von Zweifeln voll, verdrossen,
Die prächtige Natur erheitert seine Tage
Und ferne steht des Zweifels dunkle Frage.

Den 24. März 1671      Mit Untertänigkeit
Scardanelli

nach 1837
_______________________________________

Erik Hecht (Buchhändler bei uns in der Buchhandlung) empfiehlt:


Bae Suah: Weiße Nacht
Suhrkamp Verlag € 22,00

Eine junge Frau durchwandert die Sommerhitze des nächtlichen Seoul. Sie trifft auf Bekannte, Unbekannte und Doppelgänger. Wie viel ist real? Wie viel ist geträumt und wie viel ist reine Halluzination? Diese Fragen werden von der Autorin offengelassen. Das Buch ist eine surreale Erfahrung, bei der die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Traum, Vergangenheit und Gegenwart verschwimmen.

Bae Suah bedient sich einer suggestiven Sprache, die stark auf Metaphern aufbaut und den Leser von der ersten Seite an in ihren Bann zieht. Die Geschichte umfasst 159 Seiten, auf denen scheinbar nur wenig und doch alles passiert. Schlägt man das Buch schlussendlich zu, taucht man nur langsam wieder aus dieser verschwommenen Kopie unserer eigenen Welt auf.

„Weiße Nacht“ ist in seiner Originalsprache, dem Koreanischen, bereits 2013 erschienen, wurde jedoch jetzt erst ins Deutsche übersetzt. Nichtsdestotrotz hat das Buch eine zeitlose Qualität, die sowohl Jung als auch Alt zu verzaubern weiß.
_____________________________________________


Johannes Frank (Verlagsvertreter für Randomhouse Verlage) empfiehlt:


1. Reiner Kunze: „eines jeden einziges leben„, wieder einmal.
Nach einem Erlebnis Ende der 80ger mit dem Autor als Gastdozent eines Literaturseminars- es war eine faszinierende Reise in seine Denk- und Arbeitsweise- sind seine Gedichte irgendwie Lebensbegleiter geworden.
2. Keigo Higashino: „Kleine Wunder um Mitternacht„.
Der preisgekrönte japanische Krimiautor überraschend anders: Ein alter Laden als Kummerkasten für menschliche Nöte, eine Reise durch die Nacht mit Geschichte und Geschichten, surreal, magisch, komisch, philosophisch, ein Seelentreffer!
3. Thomas Wolfe: „Von Zeit und Fluss„.
Stellvertretend vom wachsenden Stapel auf dem Nachtkästchen und für die vielen wiederentdeckten, vielleicht auch neu übersetzten Schätze der Weltliteratur.

Danke!!!!
_______________________________________

Unsere nächsten Veranstaltungen:

Dienstag, 14.September, 19:30 Uhr
Stadtbibliothek Ulm

„Wortschatzübung #9 – Ungeduld“
u.a. mit Samy Wiltschek

Donnerstag, 16.September, 19.30 Uhr
Stadtbibliothek Ulm
„Blinddatelesung“
Ein/e Autor:in aus der Longlist zum Deutschen Buchpreis kommt.
Wir wissen selbst nicht wer.
Eintritt € 5,00

Jaaa, es gibt sie wieder.
„Die erste Seite“ an einem anderen Ort zu einer anderen Uhrzeit,
an einem anderen Tag.
Aber wieder mit vier Büchern und mit Clemens Grote.

Sonntag, 19.September, 11 Uhr
vh Ulm, Club Orange
„Die erste Seite“
Wir stellen vier neue Bücher vor
Es liest Clemens Grote
Eintritt frei

Alle Veranstaltungen finden Sie hier.

Donnerstag, 24.Juni

Heute haben
Ambrose Bierce * 1842
Bruce Marshall * 1899
Yves Bonnefoy * 1923
Anita Desai * 1937
Gerhard Roth * 1942
Eugen Ruge * 1954
Geburtstag
_____________________________________________

Georg Trakl
Sommer

Am Abend schweigt die Klage
des Kuckucks im Wald.
Tiefer neigt sich das Korn,
der rote Mohn.

Schwarzes Gewitter droht
über dem Hügel.
Das alte Lied der Grille
erstirbt im Feld.

Nimmer regt sich das Laub
der Kastanie.
Auf der Wendeltreppe
rauscht dein Kleid.

Stille leuchtet die Kerze
im dunkeln Zimmer;
eine silberne Hand
löschte sie aus;
windstille, sternlose Nacht.
______________________________________________


Oswald Egger: „Entweder ich habe die Fahrt am Mississippi nur geträumt, oder ich träume jetzt
Suhrkamp Verlag im Großformat € 28,00

Was ist das denn für ein Gesamtkunstwerk? Ein Gedankenspiel, ein Wunderwerk von Worterfindungen. Eine Reise am großen Fluss in Amerika entlang und ein Gedankenfluss der besonderen Art. Es ist eine Reise in die Vergangenheit mit den österreichischen Auswanderen über den Ozean, eine Reise während der Corona-Pandemie von einem Autoren, der in der Raketenstation in Hombroich wohnt und nach den Sternen greift. Im Kopf, mit dem Stift und seinen Zeichnungen auf dem Papier und mit seiner Sprache. Egger mäandert durch Zeit und Raum und ist trotzdem extrem strukturiert, denn seine fast 400 kurzen Abschnitte sind exakt 17 Zeilen lang und je zwei auf einer Seite.
Dass Egger ein Worterfinder, ein Wortausgraber und Sprachverdreher ist, können Sie in der Leseprobe feststellen. Lassen Sie sich überraschen. Und: ich glaube, wir können die Texte auch in anderer Reihenfolge lesen. Ein Versuch wäre es wert.
„Ich springe wie ein Gespinst zwischen Bucht und Ufer, und ich vernähe sie. Faulschlammschwämme grub ich mit der Pfote aus dem Lehm und klopfte sie zu zweien, beide Böden: Wie ein Schwingsieb pendelte der Rieselsand Bahnen. Und solche Auskolkungen vertiefen sich.“

Leseprobe
_________________________________________

Berichtsentwurf des Weltklimarats
„Das Schlimmste kommt erst noch“

tagesschau.de: 23.06.2021 09:09 Uhr

Mehr Hitzewellen, mehr Hunger, Überschwemmungen, Artensterben – Experten des Weltklimarats zeichnen ein düsteres Bild für den Fall, dass es nicht gelingt, die Erderwärmung einzudämmen: Sie sehen die Menschheit in Gefahr.

Der komplette Artikel unter tagsschau.de.
_____________________________________________