Mittwoch, 18.Mai

Heute haben
Franziska von Reventlow * 1871
Bertrand Russell * 1872
Ernst Wiechert * 1887
Gunnar Gunnarsson * 1889
W.G.Sebald * 1944
Geburtstag
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„Der Jammer mit der Menschheit ist, dass die Narren so selbstsicher sind und die Gescheiten so voller Zweifel.“
Bertrand Russell, engl. Philosoph und Mathematiker, Nobelpreis 1950
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Magdalena Schrefel: „Brauchbare Menschen
Erzählungen
Edition Suhrkamp € 16,00

Die in Österreich geborene und in Berlin lebende Autorin arbeitet hauptsächlich als Dramaturgin und ist somit schon mitten in ihrem Thema.
Wie leben Menschen von dem bisschen Geld, das sie für harte Arbeit verdienen? Wie gehen sie mit diesem kapitalistischen System der Automatisierung, Ausbeutung, Verunmenschlichung um?
Aber keine Bange – die Erzählungen der Autorin lesen sich wie gut recherierte Reportagen. Wir tauchen ein in die Arbeit eines Schlachters aus Rumänien, der seine eigene Sicht der Dinge erzählt. Eine spielsüchtige Mutter mit Kindern, ein Sexroboter soll das Angebot in einem Bordel erweitern, MitarbeiterInnen einer Flughafen-Security sind nur ein paar wenige Theman in diesen Geschichten. Immer schreibt Frau Schrefel von hart arbeitenden Menschen, die versuchen, das Beste aus ihrem Leben zu machen, da Hilfe von aussen nicht zu erwarten ist.
Am Ende lesen wir eine Preisrede (ist es eine?) der Autorin, in der sie ihre Arbeitszeit mit dem Verdienst vergleicht und sich auch bei den Geringverdienenden wiederfindet.
Tolle Geschichten, die ich immer wieder herausziehe, wenn ich mal 15 Minuten Muse habe.

Leseprobe
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Heute abend:

Mittwoch, 18.Mai 2022 um 19:00 Uhr Haus der Begegnung
Ulm, Grüner Hof 7, 89073 Ulm
Lesung Sibylle Knauss „Der Glaube, die Kirche und ich“
Veranstaltung im HdB und online

Bin ich noch Christin? Werden meine Enkel noch Christen sein? Oder wird es eine Zukunft geben, in der die Erzählung von Kreuzestod und Auferstehung des Gottessohns in Vergessenheit geraten sein wird? Nein, sagt entschieden die Autorin, sie ist einfach zu ergreifend. Das größte Narrativ der Welt, nennt sie sie.
Es ist das persönlichste Buch der Romanautorin Sibylle Knauss, in dem sie ihr Leben als eine Beziehungsgeschichte mit Gott erzählt. Eine Beziehung zwischen den Polen Distanz und Nähe, Gläubigkeit und kühler Betrachtung, Ein aufgeklärtes zeitgenössisches Bewusstsein und ChristSein schließen sich nicht aus.

Kostenbeteiligung: 8,-/ ermäßigt 6,-
Infos unter www.hdbulm.de
Tel. 0731 92 000 0
Keine Anmeldung für die Teilnahme vor Ort. Es gilt Maskenpflicht.

Dienstag, 12.April

Danke

Heute haben
Alexander Ostrowski * 1823
Gustav Lübbe * 1918
Tom Clancy * 1947
Antje Rávic Strubel * 1974
Geburtstag
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Ein Interview mit Antje Rávic Strubel auf NDR:
Ich will nicht länger diese Bomben bezahlen„.
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Mirjam Wittig: „An der Grasnarbe
Suhrkamp Verlag € 23,00

Um ihren Angstattacken in der Großstadt zu enkommen und aus Sehnsucht nach dem einfachen Leben, ist Noa als freiwillige Helferin auf einen Hof nach Südfrankreich geflohen.
Die Furcht vor alleinstehen Koffern und dicken Rucksäcken in der U-Bahn haben ihr die Luft geraubt. Hier in der Ruhe, auf dem Land, erhofft sie wieder zu sich selbst zu finden. Ella, Gregor und ihre elfjährige Tochter Jade leben von ihrer Schafherdeerde und dem, was sie auf den Äckern anbauen. Doch das wird immer beschwerlicher, die Sommer werden heißer. Auch Noa bemerkt die Risse im Boden und wie wenig Wasser der Fluss führt. Das Landleben zeigt sich nicht weniger aufreibend als Noas früheres Leben. An der Grasnarbe treffen innere und äußere Landschaften aufeinander, die nicht nur durch die Klimakrise ins Wanken geraten.

Ich möchte gar nicht so viel über dieses gelungene Debüt schreiben, da ich auf der Seite des Suhrkamp Verlages ein tolles Interview mit der Autorin gefunden habe.

Hier geht es zum Interview: 5 Fragen an die Autorin

Mittwoch, 22.September

Heute haben
Rosemunde Pilcher * 1924
Fay Weldon * 1931
Lutz Rathenow * 1952
Peter Prange * 1955
Geburtstag.
Aber auch Hans Scholl (Weiße Rose)
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261
Rumpeln und Ratschen, und Klapperkappen, Stulpen und Buchsstecken, mit eingeübten Grußphrasen, mit Stocherstöcken, um Brunnen zu überspringen, Säbelfedern, auf aufgebückter Krempe ohne Kragen (Bändergehänge, Spiegel und farbige Glasperlen) und sogar verlarvende Verleumdungen meiner Person in krauserem Fellwams vielärmelig sowie häufig auch anderer. Oft wird mir unterstellt, dass ich es sei, der dies alles sage und schreibe.

aus: Oswald Egger, „Entweder ich habe die Fahrt am Mississippi nur geträumt, oder ich träume jetzt“
Suhrkamp Verlag 2021 € 28,00
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Abstimmung zum Deutschen Buchpreis 2021

Die Shortlist ist veröffentlicht und normalerweise veranstalten wir ein Shortlistlesen.
Dafür fehlt mir allerdings der Platz im Buchladen und deshalb habe ich mir das hier ausgedacht.
Dies ist allerdings ein Versuch.
Ob das allerdings so funktioniert, wie ich mir das denke, weiss ich nicht.
Also: Einfach mal klicken und abschicken.
Dann sehen wir weiter.
Danke.

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Eine böse, witzige und gleichzeitig todernste Sendung, hier zum Nachschauen.