Dienstag, 26.März

Heute haben
Edward Bellamy * 1850
Robert Frost * 1874
Tennessee Williams * 1911
Erica Jong * 1942
Patrick Süskind * 1949
Wolfgang Hegewald * 1952
Ernst-Wilhelm Händler * 1953
Geburtstag
und es sind die Todestage von Walt Whitman, Raymond Chandler, B.Traven und Tomas Tranströmer
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Walt Whitman
This Day, O Soul

THIS day, O Soul, I give you a wondrous mirror;
Long in the dark, in tarnish and cloud it lay—
But the cloud has pass’d, and the tarnish gone; …
Behold, O Soul! it is now a clean and bright mirror,
Faithfully showing you all the things of the world.
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Claudia Wiltschek empfiehlt:

Joanna Bator: „Bitternis
Aus dem Polnischen von Lisa Palmes
Suhrkamp Verlag € 34,00

Niederschlesien im Jahr 1938, hier begegnen wir Berta, die mutterlos mit ihrem Vater, einem Fleischermeister, aufwächst. Ein karges Leben, aus dem sich Berta in Liebesromane flüchtet und von einem Leben im goldenen Prag träumt, in das sie mit ihrem vermeintlichen Liebhaber flüchten will.
Dann gibt es Barbara, die elternlos aus dem Waisenhaus von einem armen polnischen Paar aufgenommen wird. Sie hat ein neues Zuhause, wird behüte , aber ihre Adoptiveltern können ihr keine echte Liebe geben.
Nun kommt Violetta, die mit Tand und Gloria durchs Leben rauschen will, Wolkenschlösser baut und sich immer wieder vom Zerfall dieser erholen muss.
Die letzte im Bunde ist Kalina, die sich auf die Spuren dieser drei Frauen (Berta ist die Urgroßmutter) macht.
Vier Frauen, die für ihre Freiheit und ihr Lebensglück aufs Ganze gehen. Von ihren Triumphen und Niederlagen handelt Joanna Bartos‘ deutsch-polnische Generationsgeschichte, die im Jahr 1938 einsetzt und bis heute reicht. 800 Seiten, die ich verschlungen habe, keine Zeile zuviel und es hätten noch mehr sein können. Ein grandiose Buch!

Leseprobe
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Samstag, 9.März

Heute haben
Peter Altenberg * 1859
Agnes Miegel * 1879
Umberto Saba * 1883
Vita Sackville-West * 1892
Marie Cardinal * 1929
Ota Filip * 1930
Keri Hulme * 1947
Geburtstag.
Es ist der Todestag von Charles Bukowski.
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“Sometimes you climb out of bed in the morning and you think, I’m not going to make it, but you laugh inside — remembering all the times you’ve felt that way.”
Charles Bukowski
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Nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse / Sachbuch.


Jens Beckert: „Verkaufte Zukunft“
Warum der Kampf gegen den Klimawandel zu scheitern droht
Suhrkamp Verlag € 28,00

Seit Jahrzehnten wissen wir um die Erderwärmung und ihre Gefährlichkeit. Dennoch nehmen die globalen Treibhausgasemissionen weiter zu. Offenbar gelingt es uns nicht, den Klimawandel zu stoppen. Wie lässt sich dieses Versagen erklären? Warum reagieren Gesellschaften so zögerlich auf diese Bedrohung? In seinem neuen Buch gibt Jens Beckert eine Antwort. Dass die erforderlichen Maßnahmen nicht ergriffen werden, liegt an der Beschaffenheit der Macht- und Anreizstrukturen für Unternehmen, Politiker, Wähler und Konsumenten. Die bittere Wahrheit ist: Wir verkaufen unsere Zukunft für die nächsten Quartalszahlen, das kommende Wahlergebnis und das heutige Vergnügen.
Anhand von zahlreichen Beispielen und mit sozialwissenschaftlichem Besteck zeigt Beckert, warum es sich beim Klimawandel um ein »tückisches« Problem handelt, an dem die sich seit 500 Jahren entwickelnde kapitalistische Moderne aufgrund ihrer institutionellen und kulturellen Strukturen fast zwangsläufig scheitern muss. Die Temperaturen werden also weiter steigen, die sozialen und politischen Auseinandersetzungen werden sich verschärfen. Anpassungsfähigkeit, Resilienz und vor allem solidarisches Handeln sind gefragt. Daraus ergeben sich Aufgaben für eine realistische Klimapolitik.
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EU-Klimawandeldienst
Auch der Februar war warm wie nie

Zum neunten Mal in Folge hat der EU-Klimawandeldienst Copernicus einen globalen Temperaturrekord für einen Monat gemessen. Besonders die erste Februarhälfte sei „außergewöhnlich“ warm gewesen. Grund sei der Klimawandel – und El Niño.
Der vergangene Februar war weltweit der wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen – und damit der neunte Monat in Folge mit einem globalen Temperaturrekord, wie das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus mitteilte.
Die Lufttemperatur an der Erdoberfläche habe durchschnittlich 13,54 Grad Celsius betragen – 0,81 Grad mehr als im Schnitt des Referenzzeitraums von 1991 bis 2020 und 0,12 Grad mehr als im bisher wärmsten gemessenen Februar 2016.
Besonders in der ersten Monatshälfte seien die Temperaturen „außergewöhnlich hoch“ gewesen: Vier Tage in Folge lag die weltweite Durchschnittstemperatur sogar zwei Grad über dem vorindustriellen Durchschnitt. Das sei der längste jemals registrierte Zeitraum mit globalen Durchschnittstemperaturen von zwei Grad über dem vorindustriellen Niveau gewesen, teilte Copernicus mit. …

https://www.tagesschau.de/ausland/waermster-februar-copernicus-100.html

Donnerstag, 18.Januar


Heute haben
Franz Blei * 1871
Arno Schmidt * 1914
Peter Stamm * 1963
Geburtstag
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„Ich bin immer traurig, wenn ich ein Buch zu Ende gelesen habe“, sagte Agnes. „Es ist, als sei ich zu einer Person des Buches geworden. Und mit der Geschichte endet auch das Leben dieser Person. Aber manchmal bin ich auch froh. Dann ist das Ende wie die Befreiung aus einem bösen Traum, und ich fühle mich ganz leicht und frei, wie neugeboren. Ich frage mich manchmal, ob die Schriftsteller wissen, was sie tun, was sie mit uns anstellen.“
Aus Peter Stamm: „Agnes“
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Jetzt als Taschenbuch:


Elena Medel: „Die Wunder
Aus dem Spanischen von Susanne Lange
Suhrkamp Verlag € 13,00

Ein starkes, intensives Debüt der 37jährigen Spanierin, die allerdings schon seit 20 Jahren im Literaturbetrieb tätig ist. „Die Wunder“ erzählt die Geschichte dreier Frauen, Großmutter, Tochter und Enkelin. Großmutter und Enkelin hat es beide nach Madrid verschlagen (in einem Abstand von 30 Jahren) Sie kennen sich nicht und sie sind sich noch nie begegnet.
Beide Frauen arbeiten in prekären Stellungen, als Haushaltshilfe, als Putzfrau, Angestellte im Kiosk und in der Kneipe. Immer mit der Angst, dass genügend Geld für den Monat hereinkommt, entlassen zu werden und die Wohnung gekündigt zu bekommen. Beide leben mehr oder weniger alleine und versuchen ihren Alltag in den Griff zu bekommen.
Während Mariá, wegen ihres unehelichen Kindes, von der Familie verstoßen, in den Norden zieht und den Kontakt zu ihrer Tochter mehr und mehr verliert, zieht Alicia aus freien Stücken nach Madrid, um unabhängig von familiären Zwängen zu leben.
Elena Medel gibt diesen beiden Frauen eine Stimme, der man als Leser:in erst nach und nach auf die Schliche kommt. Während Mariá, in der Franco Ära, in der Arbeiterbewegung als Frau eher nebenherläuft und sich ihren Platz erkämpfen muss, hadert Alicia mit den Umwälzungen der Globalisierung und den dadurch veränderten Arbeitsbedingungen.
Elena Medel springt in den Zeiten, wirft Textbrocken ein, die sich erst später auflösen, verwebt Vergangenes mit der Gegenwart und zeigt zwei Frauenbiografien, die als Spiegelbild für Millionen von Frauen auf der ganzen Welt stehen können.
Ein starker, intensiver und hochaktueller Roman, der auch in Berlin, Paris und Warschau spielen könnte.

Leseprobe
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Der Ring politischer Jugend Ulm (RPJ) ruft zu einer überparteilichen Kundgebung unter dem Motto „Gemeinsam gegen Hass und Hetze der AfD. Für unsere Demokratie!“ auf.
Die Veranstaltung findet diesen Samstag, 20. Januar, ab 15.30 Uhr auf dem Münsterplatz in Ulm statt.

Freitag, 8.Dezember

Es tut sich was vor der Wichtelwohnung. Dank an Susanne und Brigitte.
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Heute haben
Horaz * 65 v Chr.
Bjornstjerne Bjornson * 1832 (Nobelpreis 1903)
John Banville * 1945
Bill Bryson * 1951
Louis de Bernières * 1954
Geburtstag
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„Brennt die Wand des Nachbarn, so wird es für dich selbst gefährlich.“
Horaz
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Am 8.Dezember ziehen wir ein Buch über eine Kindheit und Jugend in Albanien aus dem Regal.

Lea Ypi: „Frei
Erwachsenwerden am Ende der Geschichte
Suhrkamp Taschenbuch € 14,00
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Gestern in der Südwestpresse Ulm

Loice Nyangari und Klaus Kopp: „Loice
Vom Schatten ins Licht
Eigenverlag, bei uns in der Buchhandlung € 35,00

Das ist die Geschichte über eine Reise, die wohl nie zu Ende geht, mit einer Begegnung, die mindestens drei Menschenleben verändert hat – das von Karin und Klaus Kopp aus Waiblingen und das ihrer Patentochter Loice aus Simbabwe.
Diese Geschichte ist nun als Buch erschienen.
Angefangen hat alles vor zwölf Jahren mit einer Reise der Kopps durch Afrika, die sie damals auch in die Missionsstation nach Bondolfi in Simbabwe führte. Hier trafen sie zum ersten Mal auf die damals achtjährige Loice. Der Start ins Leben von Loice als Waisenkind war nicht einfach.
„Das Buch erzählt die Geschichte von Loice, fast ohne Familie, und von unserer Familie – und nun ist es die Geschichte einer gemeinsamen Familie“, sagt Klaus Kopp, der die Seiten mit eindrucksvollen Fotografien hinterlegt hat.
Der Inhalt dieses Buches gibt tiefe Einblicke in eine uns größtenteils verborgende Welt.
Insgesamt 36 Gedichte sowie Geschichten und Briefe wurden in diesem Buch verarbeitet. Einfühlsam, traurig, offen und doch optimistisch: Ihr Blick als junges Mädchen auf ihr Leben, auf die Welt da draußen. Viele der Gedichte reflektieren ihr eigenes Leben und halfen ihr dabei, ihre Vergangenheit aufzuarbeiten.
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Einladung zum ALLERWELTS-FORUM 2023 am 10.12.23 im Ulmer Roxy
Die Erde aus den Fugen: Kräfte bündeln – Gemeinsam handeln

Liebe Engagierte und Interessierte!

Am kommenden Sonntag findet im Ulmer Roxy das Allerwelts-Forum 2023 statt! Auf den Tag genau vor 25 Jahren startete dort das erste Allerweltsfest, aus dem nun ein Forum wird – am neuen Namen ist die inhaltliche Schärfung zu erkennen, die den Mitwirkenden sehr am Herzen liegt. Die inhaltliche Arbeit der Organisationen rund um Eine Welt, Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Gerechtigkeit und Menschenrechte soll wieder mehr in den Vordergrund rücken, die gesellschaftliche und politische Bedeutung des Engagements im Mittelpunkt stehen. Wie in früheren Jahren findet die Veranstaltung nun wieder in der Adventszeit statt – dieses Jahr am 10.12., dem internationalen Tag der Menschenrechte!

Politische Impulse, Inspiration, Motivation, Austausch und Vernetzung – all das, wofür das Allerwelts-Forum stehen soll, wird so sichtbar und erlebbar, mit dabei sind ca. 20 Ulmer/Neu-Ulmer Organisationen. Der Eintritt ist frei, Interessierte sind herzlich eingeladen! Die Einladung darf gerne weiter gestreut werden!

Programm:

13:30 – 15:00 Uhr Musik, Infos und Begegnung auf dem Markt der Möglichkeiten mit Organisationen und Vereinen
15:00 – 16:30 Uhr Impulse von Kathrin Hartmann und Andreas Zumach mit anschließendem Austausch 
16:30 – 18:00 Uhr Begegnung und Infos auf dem Markt der Möglichkeiten
14:00 – 18:00 Uhr Kinderprogramm im Studio mit Theaterpädagogin Yvonne Brandes 

Näheres zu den Mitwirkenden, den Referierenden – beide bundesweit bekannte Journalist*innen – in der Anlage und unter https://ulmer-netz.org/aktivitaeten/#allerwelts-forum (hier sind auch die jeweiligen Anfangszeiten des Kinderprogramms zu finden).

Wir freuen uns auf einen inspirierenden und motivierenden Nachmittag in diesen herausfordernden Zeiten, ganz im Sinne des diesjährigen Mottos: Kräfte bündeln – gemeinsam handeln!

Herzliche Grüße,
Simone Schliemann 

Montag, 16. Oktober


Heute haben
Oscar Wilde * 1854
Armin T.Wegner * 1886
Eugene O´Neill * 1888
Dino Buzzati * 1906
Günter Grass * 1927
Gerold Späth * 1939
Geburtstag
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„Ich glaube, daß Zukunft nur dann möglich sein wird, wenn wir lernen, auf Dinge, die machbar wären, zu verzichten, weil wir sie nicht brauchen.“
Günter Grass
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Unser Buchtipp:

Benjamín Labatut: „Maniac
Aus dem Englischen von Thomas Brovot
Suhrkamp Verlag € 26,00

Ein verstörender, ein aufwühlender, ein erhellender Roman, der vielleicht auch ein erzählendes Sachbuch ist. Der Autor Labatut vermischt Fakten, Biographisches, Reales mit Fiktivem. Er stellt zwei Personen in den Mittelpunkt seines Buches. Einerseits Paul Ehrenfest, der gleich zu Beginn des Romanes seinen Sohn und danach sich umbringt. Warum? Das erklärt Benjamín Labatut in den folgenden Kapiteln und zeigt uns einen zerissenen Wissenschaftler, der immer mehr ins Irreale abtriftet. Als zweite Person ist es John von Neumann, ein mathematisches Wunderkind, der Pionier der künstlichen Intelligenz, der Vordenker des Personal Computers, der Erfinder der Spieltheorie und Geburtshelfer der Atombombe beim Manhattan-Projekt. Hier lässt er 15 fiktive Personen ihre Erfahrungen mit Neumann erzählen. Und so ganz langsam kommen wir diesem Genie näher.
Heute, im hier und jetzt, ist KI im Alltag angekommen. Tagesschausprecher können mir geklonter Stimme ihre Vorträge in verschieden Sprachen vortragen. Sogar ihre Lippenbewegungen werden der fremden Sprache angepasst. Macht uns KI überflüssig? Was kommt überhaupt auf uns zu? Was ist mit unseren Gefühlen? Beherrscht KI Liebe?
Kabatuts Roman endet mit dem Kampf Maschine gegen diverse GO-Meister, bei der die Künstliche Intelligenz haushoch gegen die Spieleprofis gewinnt.
Ein Roman über Denker, der zum (nach)denken anregt.

Leseprobe
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Im Moment bei uns im Schaufenster:

Individualaufbau für Bikepacking mit Pinion-Tretlagergetriebe
CrMo-Rahmen von Fort + Surly-Gabel
27,5″ Gravel-Laufradsatz mit Nabendynamo + Supernova-Beleuchtung
Gilles-Berthoud Kernledersattel aus Frankreich
Konzipiert, designed und gebaut bei Pedaleur in Ulm

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Jetzt bei uns in der Buchhandlung:

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Die nächste Veranstaltung bei uns in der Buchhandlung:


Donnerstag, 26.10.2023 19:00 Uhr bei uns in der Buchhandlung
„Kunststoff – Zauberstoff“ und Ulmer Hocker

Buchvorstellung mit Dr. Martin Mäntele (Leiter des HfG-Archivs und Ausstellungskurator)
und Christiane Wachsmann (Ausstellungskuratorin).

„Der Ulmer Hocker. Idee – Ikone – Idol“
Was haben eine Kreissäge, Platons Höhlengleichnis und Max Bill gemeinsam? Sie alle haben einen bedeutenden Anteil an der Herausbildung eines der berühmtesten Designklassikers des 20. Jahrhunderts. Kaum ein Gegenstand ist unscheinbarer als der „Ulmer Hocker“ und doch hat keiner mehr Aufmerksamkeit auf sich gezogen.
Das Buch zeigt die Bedingungen, unter denen der Ulmer Hocker entstand sowie sein Nachleben in zahlreichen Reprisen. Es wirft einen neuen Blick auf diesen Designklassiker und löst darüber hinaus ein originelles Modell von Geschichtsschreibung ein, das als wegweisend für weitere Untersuchungen betrachtet werden kann.

„Kunststoff – Zauberstoff. Freiheit und Grenzen der Gestaltung“
Wie kein anderer Werkstoff stehen die modernen Kunststoffe für die Demokratisierung in der Welt der Dinge. Sie eignen sich als Ersatz für traditionelle Materialien, sind billiges Ausgangsmaterial für massenhaft hergestellte Pfennigartikel, aber auch hochwertige Werkstoffe für Industrieprodukte mit langer Lebensdauer.
An der Ulmer Hochschule für Gestaltung (1953–1968) entwickelte sich der Beruf des Produktgestalters zu seiner heutigen Form. Gleichzeitig kamen immer mehr Kunststoffe auf den Markt. Die neuen Materialien eigneten sich für den Modellbau und waren zugleich eine Verheißung für die Gestaltung zukünftiger Industrieprodukte. Wie aber sollte man mit ihnen und den zahlreichen neuen Gestaltungsmöglichkeiten umgehen? Und wie ließen sich mit den neuen Möglichkeiten der Massenproduktion die alten Ideale der Guten Form umsetzen?

Ort: Kulturbuchhandlung Jastram, Schuhhausgasse 6, 89073 Ulm

Samstag, 23.September

Heute haben
Theodor Körner * 1791
Jaroslav Seifert * 1901 (Nobelpreis 1984)
Dominique Aury * 1906
Per Olov Enquist * 1934
Geburtstag
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Stefan Zweig
Der dunkle Falter

Noch glüht, umwölkt von kühlen Abendrosen,
Vor mir die Heimat. Doch mein Herz erbebt
Vom Sehnsuchtslied der ewig Heimatlosen
Und fühlt den Schmerz, den es doch nie erlebt.

Wie eine milde, traurig–süße Mahnung
Umfängt mich dieses fremde Bruderleid.
Früh flügelt schon der dunkle Falter Ahnung
Über die Gärten meiner Jugendzeit.

So deutungsvoll ward mir das Stundenschlagen,
So müd mein Herz. Und selbst den tiefen Glanz
Der Frauenblicke weiß ich nur zu tragen,
Wie bange Hände einen welken Kranz …
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Heute gibt es viele schöne Bücher, in verschiedenen Formaten, ganz ohne Buchstaben.
Die Notizbücher vom Suhrkamp Verlag und Insel Verlag passen in jede Tasche und Sie können mit Ihnen die schönen Momente des Lebens festhalten.
Eine kleine Auswahl davon haben wir im Laden.

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Gittersee“ von Charlotte Gneuß ist ein Leseerlebnis der besonderen Art. Nicht umsonst ist der Debutroman auf der Longlist zum Deutschen Buch gelandet.
Die Autorin erzählt uns eine Geschichte, die sie nur vom Hörensagen kennt. Durch diesen Abstand hat sie alle Freiheiten und die nutzt sie aus. DDR-Alltag, Familienchaos, die Tochter, die alles am Laufen hält, eine feine, zarte Liebe, Republikflucht, Bespitzelung und ein spektakulärer Showdown, der sich schon auf Seite eins andeutet.
Charlotte Gneuß weiss zu formulieren und sich in die Gedankenwelt einer jungen Frau hineinzuversetzen.
So ist „Gittersee“ zu einem großen Roman geworden, der es verdient hätte, auf die Shortlist zu kommen.

Machen Sie sich selbst ein Bild.
Charlotte Gneuß ist am kommenden Dienstag, 26.9. ab 19 Uhr bei uns in der Buchhandlung.



Dienstag, 19.September


Heute haben
William Golding * 1911
Carlo Fruttero * 1926
Stefanie Zweig * 1932
Wiktor Jerofejew * 1947
Gerhard Köpf * 1948
Geburtsag
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Klabund
Liebeslied

Hui über drei Oktaven
Glissando unsre Lust.
Laß mich noch einmal schlafen
An deiner Brust.

Fern schleicht der Morgen sachte,
Kein Hahn, kein Köter kläfft.
Du brauchst doch erst um achte
Ins Geschäft.

Laß die Matratze knarren!
Nach hinten schläft der Wirt.
Wie deine Augen starren!
Dein Atem girrt!

Um deine Stirn der Morgen
Flicht einen bleichen Kranz.
Du ruhst in ihm geborgen
Als eine Heilige und Jungfrau ganz.
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Kia Vahland: „Farbe bekennen
Alte Bilder, neue Zeiten
Insel-Bücherei € 15,00

Die Kunsthistorikerin und -kritikerin Kia Vahland schreibt u.a. für die Süddeutsche Zeitung und unterrichtet am Kunsthistorischen Institut der Ludwig-Maximilians-Universität München und an der Deutschen Journalistenschule. Ihre Bücher, Leonardo da Vinci und die Frauen, Schattenkünstler, Von Caravaggio bis Velázquez und Gartenreich Wörlitz wurden mehrfach ausgezeichnet.
In dieser sehr schönen Ausgabe in der Insel-Bücherei können wir einige Ihrer Kolumnenbeiträge wiederfinden.
Die letzten Jahre waren geprägt von einer Pandemie, drastischen Veränderungen des Klimas, unerwartete Veränderungen in Demokratien, einem Krieg in Europa und vielen Unsicherheiten im alltäglichen Leben für uns in Mitteleuropa. Kia Vahland zieht zu einzelen Bereiche Bilder alter Meister zurate und beginnt mit Pablo Picassos Guernica als Symbol gegen den Krieg. Vermeers Straße in Delft stellt sie unter das Motto „Gegen die urbane Ödnis“ und wie vor vielen Jahren ein gemeinsamen Leben und Wohnen in einer kleinen Straße, unter einem Dach, möglich war. Raffaels Portäts des Papstes „Julius II.“ nimmt sie als Zeichen, wie es um unsere Machtpersonen bestellt ist. Nicht als mächtigen Herrscher und Tyrannen stellte Raffael den Papst dar, sondern als einen nach vorne gebeugten, alten Mann. Ein Herrscher nicht als Feldherr, sondern einer, der nachdenkt. „Nicht wir müssen den Regierenden gefallen, sondern sie uns“, schreibt die Autorin am Ende des Beitrages.
Kasimir Malewitschs Sportler steht unter dem Motto „Die vielen Farben der Revolution“. Es folgen u.a. Bilder von Artemisia Gentileschi, Peter Paul Rubens, Tizian, Leonardo Da Vinci, Rembrandt und Charlotte Salomon, deren Ausstellungen gerade im Lenbachhaus in München zu Ende gegangen ist. „Das Leben als Leben feiern“ überschreibt Kia Vahland ihren Artikel zum Bild Singspiel aus dem Zyklus „Leben? oder Theater?“. Charlotte Salomon wurde 26jährig, schwanger, gleich nach ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet. „Es ist das Leben, das zählt. Und wer unter den Heutigen das Glück hat, es zu genießen, sollte dies tun.“, so Kia Vahland.
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Heute um 10 Uhr wird die Shortlist zum Deutschen Buchpreis bekanntgegeben. Vielleicht ist ja eine, oder einer unserer eingeladenen AutorInnen dabei. Wir sind gespannt.

Donnerstag, 3.August

Heute haben
Leon Uris * 1924
PD James * 1920
Christoph Geiser * 1949
Geburtstag
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Johann Wolfgang von Goethe
Sommernacht

Niedergangen ist die Sonne,
Doch im Westen glänzt es immer;
Wissen möcht ich wohl, wie lange
Dauert noch der goldne Schimmer?
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Unser Tipp des Tages:

Arno Schmidt: „Es gibt keine Seligkeit ohne Bücher
Über das (Vor)Lesen, Sammeln und Schreiben
Herausgegeben von Bernd Rauschenbach
Suhrkamp Verlag € 15,00

„Erste Lektüre: schlimmer als die erste Liebe!“

Ein Leben ohne Bücher? Für Arno Schmidt unvorstellbar! Sein Vater, ein unpoetischer Wachtmeister, hatte dem Dreijährigen immerhin Karl May und Jules Vernes vorgelesen. Rasch lernte er selbst lesen und konnte sich frei im Fantasiereich der Literatur bewegen. Als junger Mann begann Arno Schmidt in Antiquariaten nach raren Büchern zu stöbern, und seine ersten literarischen Versuche schrieb er in buchähnliche Kladden. Dieser Band versammelt Texte Arno Schmidts zum Thema »der Schriftsteller und das Buch«; er führt die Leser in das »Gewölk von Braun und Gold« alter Bibliotheken, die Schmidt so liebte.
Bernd Rauschenbach hat aus den literarischen Radiosendungen, den sogenannten „Nachtprogrammen“ eine umfangreiche Auswahl getroffen.
Weitere Taschenbuchausgaben sind auch gerade erschienen und vervollständigen diese neue Edition.

Foto: Wilhelm Michels / Arno Schmidt Sonderseite

Leseprobe
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Gestern, am 2.August 2023, war Earth Overshoot Day, zu Deutsch: Erdüberlastungstag. Das bedeutet, dass die Menschheit am heutigen Tag bereits alle Ressourcen aufgebraucht hat, die der Planet innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Im Jahr 1973 lag der Earth Overshoot Day im Dezember. Seitdem wird der Ressourcenverbrauch der Menschheit immer größer. Auch für Jana Rettig vom BUND-Naturschutz ist der heutige Tag bezeichnend. Denn so viel wie der Mensch verbraucht kann die Natur nicht regenerieren. Heute bräuchte es rund 1,7 Erden um den Bedarf der Menschen zu decken. Gemessen am Deutschen verbrauch wären es sogar rund 3 Erden. Für die jungen Menschen bei Fridays for Future bedeutet jeder Tag nach dem Earth Overshoot Day ein Tag auf Kosten zukünftiger Generationen. Deshalb wollen sie auch weiterhin demonstrieren.

https://www.regio-tv.de/mediathek/video/heute-ist-earth-overshoot-day/

Montag, 24.Juli (Schwörmontag)


Heute ist Schwörmontag und wir schließen unseren Buchladen um 13 Uhr.
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Alexandre Dumas d.Ä. 1802
Frank Wedekind * 1864
Hermann Kasack * 1896
Zelda Fitzgerald * 1900
haben heute Geburtstag
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Frank Wedekind
An den Hypochonder

Du runzelst die Stirne,
Du wetterst und schreist,
Dieweil mit der Birne
Den Wurm du verspeist.

Was folgst du empfindlich
Der grausigen Spur?
Erfreu dich doch kindlich
Der reichen Natur.

Je herber dein Liebchen,
Um so süßer sein Kuß,
Und je kleiner sein Stübchen
Desto größer dein Genuß.
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Das neue Buch der Extremismusforscherin Julia Ebner:

Julia Ebner: „Massenradikalisierung
Wie die Mitte Extremisten zum Opfer fällt
Aus dem Englischen von Kirsten Riesselmann
Suhrkamp Verlag € 20,00

Die in Wien geborene Extremismusforscherin Julia Ebner erpart uns in ihrem neuen Buch nichts.
Gruppierungen, die vor Jahren noch am äußersten rand der Gesellschaft ihre Meinungen verbreitet haben, befinden sich nun mitten in unserer Gesellschaft. Und dies nicht nur in den USA, mit ihrem aktuellem Beispiel des Sturms auf das Kapitol, sondern auch in Europa und Deutschland. Die Corona-Pandemie und der Ukrainekrieg sind typische Beispiele für Verschwörungstheorien, wie wir sie von Demonstartionen in Deutschland kennen. Aber woran liegt es, dass Querdenker, Rassisten, QAnon-Anhänger, Klimawandelleugner, Antifeministen so eng miteinander verknüpft sind, dass sie mittlerweile ihre Fäden bis in höchste politische Ebenen spinnen?
Julia Ebner hat sich in den letzten fünf Jahren undercover in diesen Kreisen bewegt und erstaunliche Aussagen in diesem Buch veröffentlicht. Ihre Analysen sind ernüchternd und es wundert mich jetzt nicht mehr, warum die AfD im Moment so ein Hoch hat.

Leseprobe

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Morgen, Dienstag, 25.Juli, 19 Uhr
Sarah Lobenhofer und Sophia Zach berichten von ihrem Engagement bei derLetzten Generation
Bei uns in der Buchhandlung
Eintritt frei

Mittwoch, 31.Mai


Heute haben
Ludwig Tieck * 1773
Georg Herwegh * 1817
Walt Whitman * 1819
Saint-John Perse * 1887 (Literaturnobelpreis 1960)
Konstantin Paustowksi * 1892
Leonid Leonow * 1899
Judith Wright * 1915
James Krüss * 1926
Rainer Werner Fassbinder * 1945
Swetlana Alexijewitsch * 1948 (Literaturnobelpreis 2015)
Frank Goosen * 1966
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„Jede Zeit hat nicht nur ihre eigene Geschichte, sondern auch ihre eigene Ansicht von der früheren Geschichte. Die Vergangenheit hat in jedem Jahrhundert einen neuen Sinn.“
Georg Herwegh
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Jetzt als Taschenbuch


Lea Ypi: „Frei
Erwachsenwerden am Ende der Geschichte
Aus dem Englischen von Eva Bonné
Suhrkamp Verlag € 14,00

Wie sich doch die Bücher und Thema zusammenfügen, ineinanderverschränken und ergänzen.
Gestern auf dem Blog Anne Rabes Buch über die DDR und ihre Familie vor und nach dem Mauerfall und jetzt Albanien zur gleichen Zeit.
Lea Ypi ist im freiesten Land der Welt aufgewachsen. So meint sie als Kind. Ihr Eltern schweigen dazu, denn sie wissen, was passiert wenn ein falsches Wort die eigenen vier Wände verlässt. Denn auch hier herrscht die Geheimpolizei und verteidigt den Kommunismus und ihren Albanischen Führer Enver Hodscha.
Alles ändert sich, als in Berlin die Mauer fällt. Jetzt können die Menschen wählen, wen sie wollen, sich kleiden, wie sie wollen, anbeten, was sie wollen. Aber die neue Zeit zeigt bald ihr unfreundliches Gesicht: Skrupellose Geschäftemacher ruinieren die Wirtschaft, die Aussicht auf eine bessere Zukunft löst sich auf in Arbeitslosigkeit und Massenflucht. Als das Land im Chaos zu versinken droht und in ihrer Familie Geheimnisse ans Licht kommen, beginnt Lea sich zu fragen, was das eigentlich ist: Freiheit.
Lea Ypi schreibt unglaublich packend über ihre Zeit als Kind, ihre Verzweiflung, als ihr geliebtes Land im Chaos versinkt. Sie schreibt aber auch scharf und genau als Erwachsene, die in London an der School of Economics lehrt, über diese Veränderungen, über die wirtschaftlichen Umwälzungen, die Flucht vieler MitbürgerInnen, die Ideale und die knallharte Wirklichkeit. Vorallem schreibt sie über Menschen.

Leseprobe
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Brände in Kanada
16.400 Menschen auf der Flucht vor den Flammen

Von Charlotte Voß, ARD-Studio New York, zzt. in Kanada

In Kanada breiten sich die Waldbrände immer weiter aus, inzwischen betreffen sie auch den Osten des Landes. In der Provinz Nova Scotia flohen Tausende Menschen – manche mussten alles zurücklassen.
Feuerwalzen bedrohen Natur und Ortschaften – nordwestlich der Provinzhauptstadt Halifax steht eine Fläche von rund 790 Hektar in Flammen. Zum Vergleich: Das entspricht etwa 1.100 Fußballfeldern.
Die lokalen Verantwortlichen sprechen von etwa 16.400 Menschen, die ihre Häuser verlassen hätten. 200 Gebäude seien beschädigt worden. Es gibt Notunterkünfte. Wer alles zurückgelassen hat, bekommt 500 kanadische Dollar, um sich das Nötigste zu kaufen. In den betroffenen Regionen ist offenes Feuer vorerst verboten. …

Den kompletten Tagesschauartikel finden Sie hier.