Mittwoch, 29.November

Heute haben
Wilhelm Hauff * 1802
Carlo Levi * 1902
Gerti Tetzner * 1936
Geburtstag
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Wilhelm Hauff
Amor der Räuber

Nach dem Italienischen

Die Unschuld saß in grüner Laube,
Sie hielt ein Täubchen in dem Schoß;
Und Amor kam: »Gib mir die Taube;
Ein Weilchen nur gib deine Taube«,
Die Unschuld ließ sie lächelnd los,
Doch hielt sie Täubchen an dem Band,
Das sich um Täubchens Flügel wand.

Doch kaum hat er die weiße Taube;
So schneidet er den Faden ab;
Und höhnisch lachend mit dem Raube
Entflieht der Räuber aus der Laube
Und nimmer kehrt der lose Knab.
Und als ihr Täubchen nimmer kam,
Ward sie dem Räuber ewig gram.
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9783836956024

Julie Völk:Stille Nacht, fröhliche Nacht
Gerstenberg Verlag € 16,95
Bilderbuch ab 4 Jahren

Ein Bilderbuch ohne Worte, das so viel zu erzählen hat.
Und vielleicht sollte ich gar nicht so viel darüber schreiben, sondern die Bilder für sich sprechen lassen. In ihrer ganz eigenen Art hat Julie Völk dieses anrührende „Weihnachts“-Buch gestaltet. Ganz anders als die allermeisten knallbunten Bilderbücher. Doch bin ich fest davon überzeugt, dass wir mit den Kleinen einen großen Spaß beim Entdecken haben werden.
In einer funkelnden Schneelandschaft nähert sich am Horizont eine bunte, fröhliche Karawane. Ein Zirkus! Will er in die Stadt, in der die Menschen in emsiger Vorfreude auf Weihnachten die letzten Dinge erledigen? Nein, die Wagen ziehen weiter, denn sie werden schon sehnlichst erwartet: Vor einem hell erleuchteten gemütlichen Haus warten Mutter und Kind auf ihre Lieben, um ein wunderschönes Weihnachtsfest vorzubereiten und zu feiern. Julie Völk erzählt in ihrer ganz eigenen Bildsprache und ohne ein einziges Wort von dem, was Weihnachten ausmacht: Von Vorfreude, vom Zusammenkommen, von gemeinsam erlebter glücklicher Zeit, die nachklingt, wenn die stille und fröhliche Nacht vorbei ist.
Das hat mich immer wieder an „Die hellen Tage“ von Zsuzsa Bánk erinnert. Das kleine Haus mit der schiefen Gartentür, der Zirkus-Papá, der nur selten zu Hause war. Dann aber von seinen Reisen berichtete.
Lassen Sie sich gefangennehmen von den Bildern und lassen Sie Ihren eigenen, eigenen Bildern freien Lauf.

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Auch das kam von ihr in diesem Herbst auf den Markt:

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Julie Völk, geb. 1985 in Wien, wuchs im ländlichen Niedersachsen auf. Sie studierte an der HAW in Hamburg Illustration. Ihr Debüt „Das Löwenmädchen“ ist gleich mit dem Nachwuchspreis Serafina und dem Troisdorfer Bilderbuchpreis 2015 ausgezeichnet worden. Für ihr zweites Bilderbuch „Guten Morgen, kleine Straßenbahn!“ erhält sie den Österreichischen Kinder- und Jugendbuchpreis 2017. Die Künstlerin lebt mit ihrer Familie in Niederösterreich.

www.julievoelk.de

Donnerstag

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Das 5.Blatt des Adventskalenders von Christel Müller und Ursula Selbmann kann ich heute zu den anderen hängen.

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Die knappe Zeit ausserhalb des Ladens verrinnt wie im Fluge. Es reicht gerade noch für einen Blick die Tageszeitungen und die Tageslektüre. Beim Hineinlesen in einen neuen Roman, flog mir das Buch gleich mehrfach auf den Kopf.
Deshalb ging ich bald ins Bett und es wurde eine wirkliche stille Nacht.

9783455404616

Stille Nacht
Eine literarische Bescherung
Herausgegeben von Constanze Neumann
Hoffmann & Campe Verlag € 12,00

Dieser Band versammelt die besten Gedichte, Geschichten und Märchen über die schönste Zeit des Jahres. Jedes Jahr aufs Neue bringt das Ende des Jahres eine Zeit, die froh, besinnlich, gemütlich, lustig und manchmal auch anstrengend sein kann – die Weihnachtszeit. Lichterbögen erleuchten die Fenster, Tannenbäume funkeln, was das Zeug hält, Schokoladenweihnachtsmänner türmen sich im Supermarkt. Und wenn erst einmal aller Stress von uns gefallen ist, alle Geschenke eingekauft und verpackt, die Feiertage geplant und vorbereitet sind, dann kuscheln wir uns in Wollsocken und mit heißem Tee auf das Sofa, nehmen dieses Buch zur Hand und lassen uns entführen in die zauberhafte Weihnachtswelt großer Schriftsteller. Mit Texten von Kurt Tucholsky, Hans Christian Andersen, Theodor Storm, Gottfried Keller, Theodor Fontane, Joseph von Eichendorff, Joachim Ringelnatz, August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Wilhelm Raabe, Rainer Maria Rilke u.a.
Und was für tolle Texte wir hier finden. Neben den vielen Gedichten, auch die Erzählungen „Der Tannenbaum“ von Hans Christian Andersen, „Das Geschenk der Weisen“ von O.Henry, „Die Mausefalle“ von Selma Lagerlöf, „Nußknacker und Mäusekönig“ von E.T.A.Hoffmann und einige andere mehr von Walter Benjamin und Joseph Roth.
Dieses Mal macht die geklonte Reihe der Insel Bücherei wirklich Konkurrenz.

Und diese Gedichte finden Sie hier u.a. auch:

Theodor Fontane
Noch ist Herbst nicht ganz entflohn

Noch ist Herbst nicht ganz entflohn,
aber als Knecht Ruprecht schon

kommt der Winter hergeschritten,
und alsbald aus Schnees Mitten
klingt des Schlittenglöckleins Ton.

Und was jüngst noch, fern und nah,
bunt auf uns herniedersah,
weiß sind Türme, Dächer, Zweige,
und ds Jahr geht auf die Neige,
und das schönste Fest ist da.

Tag du der Geburt des Herrn,
heute bist du uns noch fern,
aber Tannen, Engel, Fahnen
lassen uns den Tag schon ahnen,
und wir sehen schon den Stern.

Klabund
Winterschlaf

Indem man sich zum Winter wendet,
Hat es der Dichter schwer,
Der Sommer ist geendet,
Und eine Blume wächst nicht mehr.

Was soll man da besingen?
Die meisten Requisiten sind vereist.
Man muß schon in die eigene Seele dringen
– Jedoch, da hapert’s meist.

Man sitzt besorgt auf seinem Hintern.
Man sinnt und sitzt sich seine Hose durch,
– Da hilft das eben nichts, da muß man eben überwintern
Wie Frosch und Lurch.

Rainer Maria Rilke
Advent

Es treibt der Wind im Winterwalde
Die Flockenherde wie ein Hirt,
Und manche Tanne ahnt, wie balde
Sie fromm und lichterheilig wird,
Und lauscht hinaus. Den weißen Wegen
Streckt sie die Zweige hin – bereit,
Und wehrt dem Wind und wächst entgegen
Der einen Nacht der Herrlichkeit.