Freitag, 16.September

Heute haben
Herwarth Walden * 1878
Hans Arp * 1886
Frans Sillanpää * 1888
Werner Bergengruen * 1892
Friedrich Torberg * 1908
Esther Vilar * 1935
Breyten Breytenbach * 1939
Geburtstag
___________________________________

„Man kann im Alter entweder weise werden oder verblöden. Die häufigste Form der Altersblödheit besteht darin, daß man sich für weise hält.“
Friedrich Torberg
___________________________________

Unser Taschenbuchtipp:


Laila Lalami : „Die Anderen
Original: „The Other Americans“ € 13,00
Aus dem Englischen von Michaela Grabinger
Kein und Aber Verlag € 16,00

Als ihr Vater eines Nachts vor seinem Diner in der kalifornischen Wüste angefahren und getötet wird, glaubt Nora nicht an einen Unfall. Gemeinsam mit Jeremy, einem alten Schulfreund, stellt sie Nachforschungen an und stößt dabei auf Dinge, die ihren Vater in komplett neuem Licht zeigen. Was hatte er zu verbergen? Und was hat das mit seinem Tod zu tun?
Das schreibt der Verlag und ich füge zu diesem spannenden Buch noch hinzu, dass die Autorin jedes Kapitel abwechselnd von verschiedenen Personen erzählen lässt. So bekommen wir jedes Mal einen anderen Einblick und immer mehr Türchen öffnen sich. Spannend, aktuell und ein Spiegelbild unseres täglichen Rassismus.
Ein Krimi? Ja, aber auch weit mehr.
_________________________________

Heute abend bei uns in der Buchhandlung


Steven Uhly: „Die Summe des Ganzen“
Ein Kammerspiel für zwei Männer über Verbrechen, Schuld und Sühne
Ort: Ein Beichtstuhl

Beginn: 19 Uhr
Eintritt: € 8,00

Donnerstag, 15.September

Heute haben
François de La Rochefoucauld * 1613
Karl Philipp Moritz * 1756
James F.Cooper * 1789
Ina Seidel * 1885
Agatha Christie * 1890
Liselotte Welskopf-Henrich * 1901
Gerd Gaiser * 1908
Max Goldt * 1958
Andreas Eschbach * 1959
Geburtstag
____________________________________

Winfried Hermann Bauer
Fragen über Fragen

Morgen ist niemals
Einmal ist keinmal
Immer dasselbe
Wer hat die Wahl

Alle sind jeder
Jemand ist einer
Allein sind wir niemand
Wo gehn wir hin

Eins sind wir alle
Getrennt
Sind wir einsam
Doch wie geht‘s gemeinsam

So gehnwirwandernpilgernklagen
Immer weiter
Weiter
Unter einem Joch von Fragen…
______________________________________________

Jaaa, ein neuer Band des Rätselduos:


Moni Port und Philip Waechter: „Dürfen Zwerge Riesenrad fahren?

Große Fragen für kleine Denker
Klett Kinderbuch € 12,00

Isst man in Asien Fischstäbchen mit Fischstäbchen?

Lohnt es sich für Eintagsfliegen, ein Tagebuch anzufangen?
Darf man mit einer Hose auf ein Rockkonzert?
Und was passiert mit uns, wenn wir dieses neue Quatschbuch zweimal lesen und uns dabei jedes Mal halbtot lachen?

Einfach großartig, die beiden und ich musste die Fragen mal wieder dreimal lesen, bis ich sie kapiert habe. Dann aber!

Moni Port und Philip Waechter haben sich wieder auf Schulhöfen und Spielplätzen umgehört und die albernsten Fragen gesammelt. Die Antworten gilt es diesmal allerdings selbst zu finden. Vielleicht ja bei diesem Spülmaschinenfest, von dem man auf jeder Brotdose liest.

Für alle kleinen und großen Kinder und die Erwachsenen noch dazu und überhaupt für alle, die Spaß mit solchen Rätseln haben.
____________________________________

Unsere Lesungen:

Freitag, 16.September
Steven Uhly: Die Summe des Ganzen

Dienstag, 20.September
Gérard Scappini: Ankunft in der Fremde

Bei uns in der Buchhandlung
Beginn jeweils 19 Uhr
Eintritt jeweils € 8,00

Dienstag, 13.September

Vollmondnacht im September, Foto: Christa Lessner

Heute haben
Marie von Ebner-Eschenbach * 1830
Sherwood Anderson * 1876
J.B.Priestley * 1894
Roald Dahl * 1916
Miroslav Holub * 1923
Johannes Poethen * 1928
Geburtstag
________________________________

Winfried Hermann Bauer
Auf Messers Schneide

Schattenschwer
Lastet der Tag
Auf meinen Schultern
Dunkle Wolken tragen deine Worte vorüber
Ich kann dich nicht hören
Sturm droht
Hinter dem Vorhang
Bis ein fremdes Skalpel
aufblitzt
Und mit beherztem Schnitt
Den Himmel in mir
Öffnet
Gleißend das Licht
____________________________________________

Bei uns in der Buchhandlung und im Schaufenster:

Harald Koch: Floating Piers
Fotoausstellung
16 Tage übers Wasser gehen

Erst einmal war es die Vision eines herausragenden Künstlerehepaares.
In der Umsetzung bedeutete dies:
220 000 Schwimmkörper aus Polyethylen. Das Garn aus Wuppertal, 100 000 qm
dahliengelber Stoff gewebt in Greven, zugeschnitten und genäht in Lübeck mit
Nähmaschinen aus Möglingen. Unzählige Menschen aus den unterschiedlichsten Disziplinen, an Land, zu Wasser und in der Luft, waren an der Umsetzung beteiligt.
16 Tage, die 1.2 Millionen Besucher übers Wasser laufen lassen und ins Schwärmen bringen.

Aber von was reden wir?
Von „FLOATING PIERS“ – einem Kunstprojekt, das die Zeitungen mit dem Satz „Christo
verzaubert den Iseo-See“ betitelten.
Vom 18. Juni bis 3. Juli 2016 konnten wir Teil dieses Zaubers sein. Indem wir über das
Wasser gehen und uns auf die Farbe, die Bewegung des Sees, auf Christos Kunstevent und
die Landschaft einlassen.
Das Künstlerehepaar Christo & Jeanne-Claude hatten wohl 46 Jahre zuvor schon die Idee,
Menschen über das Wasser laufen zu lassen. So lange hat es gedauert, bis diese Phantasie
dann Realität wurde. An einem wunderbaren Ort – am Iseo-See in Norditalien.
Leider konnte Jeanne-Claude dies nicht mehr miterleben, weil sie 2009 starb.
Was alle Projekte von Christo & Jeanne-Claude immer auszeichnete war die Begrenzung der
Zeit. Ob verhüllter Bundestag oder „The Gates“ in New York, und all die Anderen – nur für
einen kurzen Zeitraum war ein direktes „Erleben“ möglich.
Ich kann nur sagen – jeder Kilometer Anfahrt, jeder Meter auf dem Stoff wandelnd, jeder
Blick auf dieses Projekt – sie waren es wert. Ein Eindruck, der mit Staunen, Ehrfurcht, Spaß
und Lebensfreude einhergeht.
Dieses Erleben in Bilder umzusetzen, das zu fotografieren, was in diesem Moment das Auge
erfasst – das kann nur ein Versuch sein, dieses Event in der Erinnerung zu halten und für
nicht Dagewesene sichtbar zu machen.
Genau dies sehe ich als Aufgabe für mich als Fotograf.

Harald Koch
h.koch.foto@web.de
Mobil: 0160 3331600
____________________________________

Wir freuen uns, dass Steven Uhly den Weg zu uns gefunden hat. Mit im Gepäck sein neuester Roman, der mich von Beginn an fesselte.
„Die Summe des Ganzen“ von Steven Uhly liest sich wie ein Krimi, ist ein Kammerspiel mit zwei Männern in einem Beichtstuhl. Es geht um Schuld und Sühne, um eine etwaige Erlösung und die Macht des Herzens.
Padre Roque de Gurmán sitzt täglich in seinem Beichtstuhl in einer Kirche bei Madrid. Er hört immer die gleichen Geschichten, vergibt und hört sich dasselbe in einigen Wochen wieder an. Eines Tages taucht ein Fremder auf und möchte eine große Sünde, die er wohl demnächst begehen wird, beichten. Tag für Tag erfahren wir mehr über die Obsession des Fremden.
Ist dieses Treffen wirklich zufällig und ist es nicht sogar der Padre, der zuerst eine Beichte ablegt?
Eine packende, literarische Lektüre vom Autor u.a. von „Glückskind“ (2012), das von Michael Verhoeven für die ARD verfilmt worden ist. Und vergleichbarbar mit Sándor Márais: „Die Glut“ und Fred Uhlmans: „Der wiedergefundene Freund“.


Steven Uhly: „Die Summe des Ganzen
Secession Verlag   22,00

Lesung in der Buchhandlung am Freitag, 16.9. ab 19 Uhr
Eintritt € 8,00
____________________________________________

Und am darauffolgenden Dienstag kommt Gérard Scappini zu uns.
Dienstag, 20.9. ab 19 Uhr
Eintritt € 8,00


Gérard Scappini: „Ankunft in der Fremde
Von Toulon nach Freiburg
Pendragon Verlag € 17,00

Lange Jahre war Gérard Scappini u.a. in Baden-Württemberg als Buchvertreter unterwegs und schaute zweimal im Jahr bei uns vorbei. Schön, also hier mehr aus seinem Leben zu erfahren.
Eine besondere Biografie in einer eigenen Art, diese aufzuschreiben.

Pascal Napolitana aus Toulon in Südfrankreich kommt 1966 nach Freiburg im Breisgau, um seinen Militärdienst im besetzten Deutschland zu absolvieren. Er ist das erste Mal im Ausland und spricht kein Wort deutsch. Und auch sonst ist der junge Pascal noch nicht weit gekommen: er hat keinen Schulabschluss, keinen Beruf und nicht einmal den Führerschein. Doch so nach und nach lernt er die deutsche Sprache, findet Freunde, verliebt sich und kommt in der Fremde an.

„… Für diese Ankunft hat Scappini eine auffällige, jedoch passende Sprache gefunden. Die Setzung in freien Versen, die auch aus einzelnen Wörtern bestehen können, verleihen der angenehm schmucklosen Prosa einen eigenen Rhythmus, der vorantreibt und doch immer wieder in unerwarteten Momenten innezuhalten scheint. So lesen sich die Sätze mal atemlos, mal als vorsichtige Annäherung an Gefühl und Ausdruck. Sie bringen die unbeholfene Aneignung der fremden Sprache zum Ausdruck, einen Prozess der Formsuche und der Selbstfindung.“, schreibt die Badische Zeitung.